Indiana Tribüne, Volume 28, Number 31, Indianapolis, Marion County, 28 September 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, 28. September 1904
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Gcgm Tic Paß, Sinmintin und Mulden im Anmarsch. Slytttz-Vorkchrnngcn Knropatlins. Aus Port Arthnr schlt zuverlässige Kunde. Große Befürchtungen in Petersburg. Verschiedene kleinere Gefechte. Prinz von Hohcnzollern in Tokio. -König von Sachsen schwer erkrankt.
Ost-Asien. Die Kreuzung des Hun Flusses. St. Petersburg, 28. Sept. Die Kriegscommission vertagte sich gefternAbend zeitig,ohne weitere Nachrichtm vom Kriegsschauplatz auszugeben. Eine Mukdener Depesche an den Berliner Lokalanzeiger, wonach die Japa ner den Hun-Fluß 50 Meilen oberhalb der Stadt überschritten, bezieht sich wohl auf japan. Patrouillen, deren Anwesenheit in den Depeschen der Ajsoc. Presse vom 26. mitgetheilt wurde. Ueber eine gemeldete Seeschlacht vor Anira. Sakhalm, hat die Admiralität keine Einzelheiten. Soviel man weiß, ist das Vladivostock'Geschwader noch immer im Hafen. Fürst Svrapolk MirZky wurde heute vom Kaiser empfangen. Sinm'.ntin'S Fall d r o h e n d. Die MaffeN'Bewegung der Japaner am Liao Fluß ist um so bedeutungS voller, als Sianchan der AuSgangZ Punkt von Straßen ist, die nach dem Tie Paß, Mulden und Sinmintin führen. Fakoman's Befestigung durch die Russen (25 Meilen n. o. von Mulden) zeigt, daß Kuropatkin die Flanken'Bewegung auf den Tie Paß vom Westen abzuwehren sucht, sollte die Räumung von Sinmintin nothwendig werden. Befürchtungen wegen P o r t A r t h u r. Wie man befürchtet, ist das gänzliche Ausbleiben von Nachrichten aus Port Arthur ein Zeichen, daß die Blockade enger geworden ist. Bisher kamen Depeschen von Gen.Stoessel halbwö chentlich durch. Oyama'S Linke rückt vor. St. Petersburg, 27. Sept. Die neueste Entwicklung auf dem Kriegsschauplatz besteht in Feststellung der Thatsache, daß Feldmarschall Oyama nunmehr mit dem Vormarsch seiner Linken begonnen hat. Eoncentration gegen M u k d e n. Gen. Kuropatkin'S letzter Bericht sagt, daß die JapanerDavan am rechten Ufer des Liao Flasses erreicht haben. In Sianchon am Hun, 35 Meilen süd westlich von Mulden, wird eine starke Concentration der Japaner beobachtzt und japanische Reiterei häuft sich im Thal deö Pu Flusses an. Der letztere ist ein Nebenfluß des Hun, durchschnei, det nie Bahnlinie zwischen Tie Paß und Mulden und kann vom Westen her als natürliche Vorwarschlinie dienen. Schicksal der Stadt bald entschieden. OyamaS Heere decken jetzt ansehet nend eine Front von 60 Meilen für EinschließungS Operationen. Seine Flügel erstrecken sich nördlich, östlich ' und westlich von Mukden. Vom japanischen Centrum wurden die Russen bisher wenig bedrängt. Jedenfalls läßt sich das Schicksal von Mukden nicht mehr lange hinausziehen. Falls Kuropatkin die Stadt halten will, so muß der Kampf auf seinen Flanken fast unmittelbar beginnen. Drohende Bewegung v om Westen. Mukden, Montag, 26. Sept., über Peking. 27. Sept. Die russische Cavallerie westlich von der Bahn meldet eine wichtige japanische Bewegung und einen drohenden Angriff. Keine Aen derung ostwärts. 4 japanische Divi fionen bleiben in Bendsiapudze, 3 sind vermuthlich nahe den Jentai-Gruben und 2 andere westlich davon. Gen. Mistchenko drang bis zu den Jentai Gruben und fand daselbst nur schwache japanische Abtheilungen. Russen vertheidigen sich mitBohnenkuchen. E h e F o o, 27. Sept. Zwei japa Nische Torpedoboote wurde heute Abend außerhalb des hiesigen Hafens beob achtet. Eine Dschunke mit einer russischen Familie wurde gestern Abend von einem japanischen Schiffe angehalten; wegen
der großen Entfernung ließ sich die Behandlung, welche den Russen zu Theil wurde, nicht erkennen. Wie Chinesen erzählen, dauerte die Schlacht vom 19. mit Unterbrechungen bis zum 24. September. Bei der Vertheidigung eines Forts warfen die Russen Bohnenkuchen auf die dicht zusammengedrängten Japaner. Diese Kuchen sind sehr schwer und in der Form eines kreiSsörmigen SchleifsteineS gepreßt. Japan. Vorstoß zurückgewiesen. St. P e t e r S b u r g. 27. Sept. Eine Depesche de Gen. Sakharoff an den G-neralstab von gestern meldet, daß die feindliche Nachhut, aus einem Bataillon und 2 Schwadronen be stehend, in dem Distrikt zwischen der Mandarinen Straße und den Höhen des Dorfes Toumytsea zum Angriff überging. Der Feind wurde zurückgeschlagen und zog sich auf der ganzen
Linie, von Cavallerie verfolgt, zurück. In der Gegend von Sianchan erschien eine starke japanische Abtheilung, fer ner Kavallerie im jivai oes xtao Flusses. Prinz Carl v. Hohen z o l l e r n. Tokio, 27. Septbr. Der Kaiser erwiderte heute im Shiba Palast den Besuch des Prinzen Carl v. Hohen zollern, mit dem er sich einige Zeit lang unterhielt. Bei einem Diner, das Abends auf der deutschen Gesandtschaft stattfindet, trifft Prinz Carl mit den japan. Ministern, älteren Staatsmännern, Generälen und Admirälen zusammen. Die Japaner erweisen dem Prinzen jede Ausmerksamkeit. Er wird noch 2 Wochen lang reisen und sich dann nach dem japan. Feldhaupt quartier begeben. Winter-Equipirung. St. P e t e r s b u r g , 27. Sept. Der Kaiser reiste heute nach Odessa zur Besichtigung des 3. Armee-Corps. Das Commissariat'Departement hat die Winter - Ausrüstung für eine halbe Million Leute fertig gestellt. Etwa 487,000 Pelmützen, Mäntel und Stiesel gehen nach Ostasien. Freiwilliger Dampfer. Constantinopel, 27. Sspt. Dampfer Nijni Novyorod von der russ. freiwilligen Flotte fuhr heute durch den Bosporus auf dem Wege nach Candia, Insel Creta, und von dort zur Erwar tung von Befehlen nach Port Said. DaZ Schiff führte die Handelsflagge und keine Waffen. Boxer rührig. S h a n g a i , 27. Sept. Nach Berichten aus dem Nordwesten der Provinz Shantun vertheilen die Shotuan Boxer" offen Pamphlete, 'die in gleichem Tone gehalten sind, wie jene vor dem Aufstand von 1900. Der 17. Oktober ist als Datum für die Niedermetzelung aller Ausländer angesetzt. Eintreffen von Kohlen Kämpfern. LasPalmaö, Canarifche Inseln, 27. Sept. Die Dampfer Capitän W. Menziell, Milos und Bylyia, von der Hamburg-Amerika-Gesellschaft gechartert, trafen heute mit etwa 10, 000 Tonnen Kohle ein und warten auf Befehle. Colombia. Beleidigung des ameri kanischen ConsulatS. C o l o n, 27. Sept. Nachdem der amer. Consul in Carthagena kürzlich zweimal mit Schmutz beworfen worden war, erhielt ContreAdmiral Sigsbee Befehl mit seinem Flaggschiff Newark" nach Carthagena zu fahren und die Angelegenheit zu untersuchen. Am 16. September schloß , sich Kanonenbooi Newport" an. In einer Mittheilung an den Gouverneur Patof sagt Sigsbee, er sei mit der Entschuldigung deö Gouverneurs zufrieden, sinde aber, daß dieser Aeußerung nicht hinglängliche Publicität gegeben worden sei. Der Gouverneur wiederholte darauf nochmals den Ausdruck feines Be-dauernS.
Klingt zweifelhaft.
Angebliche italicnisch'englische Ver suche zur Envigung des Kriegs. Rom, 27. Sept. Lebhaftes Intereffe erregt hier die Meldung, daß Minister.Präsident Giolitti mit dem Grafen Bül'ow in Homburg zusammentrifft. Unter den vielen Gründen, die eine solche Begegnung veranlassen können, ist möglicherweise auch eine Vermittelung im Interesse deö Friedens in Ostasien. Nach dem Giornale d'Jtalia wäre die italienische Regierung Willens, zusammen mit England Rußland Friedensvorschläge zu machen, sie wünscht aber hierbei die Gewißheit, daß eine solche Politik die Unterstützung der übrigen Dreibund-Mitglieder findet. Frankreich'sUnterftützung wurde, nach jenem Blatte, in einer kürzlichen Unterredung zwischen dem italien. Finanz minister Luzatti und dem französischen Finanzminister Bouvier in Nizza' erbeten. London, 23. Sept. Nach der Daily Mail hängt Giolitti's Besuch bei Bülow mit dem Frieden im Osten zusammen; er beabsichtige alle europ. Höfe zu besuchen. Großbritannien. Amer. Bahn-Unfälle. London 27. Sept. Die jüng. sten Eisenbahn-Unfälle in den Ver. Staaten werden hier viel besprochen. Die Pall Mall Gasette" sagt: Solche Unfälle ereignen sich in America besonders in letzter Zeit viel zu häufig. Der Hinweis auslote Größe des Landes bildet keine genügende Erklärung. Die Hauptursache ist voraussichtlich zu suchen im hastigen und unvollkommenen Bau der Linien, der übertriebenen Fahrgeschwindigkeit um Zeit zu sparen und in der allgemeinen nervösen Hast deS nationalen Lebens." Institut für Völker recht. Edinburgh, 27. Sept. Das Institut für Völkerrecht faßte heute auf Antrag des Prof. Pillet aus Paris einen Beschluß, der dem Präsidenten Roosevelt für feine Initiative, bald eine neue Friedens-Conferenz "einzube rufen. Dank abstattet. Zugleich wird der Wunsch ausgedrückt, die verschiede nen Staaten mögen versuchen, die Neu tralitätZ'Frage in einer den Zeitbedürf nisten angemessenen Weise zu regeln. 6 Mitglieder enthielten sich wegen der Redaktion deS Antrags der Abstim. mung. Das Institut versammelt sich wieder 1905 in Gent, Belgien. Der Genter Professor Rolin wurde für das lau sende Jahr zum Präsidenten' erwählt. Walmer Castle, Kent. Die leichte Besserung im Befinden der Lady Curzon, die gestern eintrat, dauert an. Die Besserung hielt nicht Stande. nie Panenlm m Avenos eor erCV i i t n rwtf i schöpft. Italien. DeSPapsteSProtest. Rom, 27. Sept. Der Papst rich lichtete an iden Cordinal-Vikar einen Protest gegen den letzte Woche hier ab aebaltenen Freldenker.Conarek. Den Text publicirt der Osservatore Ro mano" nebst einem Schreiben des Car dmal-Vlcars an die Katholiken der Stadt, das zu Buß-GotteSdiensten auf fordert. Deutschland. Könlg v. Sachsen schwer krank. B e r l i n, 27. Sept. Berichte im Auslande über die gefährliche Erkran kung des Königs v. Sachsen wurden zmär gestern amtlich in Abrede gestellt, ein heutigesHof-Bulletin sagt aber, daß die AthmungsBefchwerden sich steigern und Hülfsmittel wenig fruchten. Die gestrige Nacht verging ruhelos, Mor gens .fühlte sich der König etwas er leichtert. B a r H a r b o r, Me. Graf Casini, der russische Botschafter und der dänische Gesandte" Brun, die deNjSom mer über hier wohnten, sind nach Washington gereist. M a n d e n, N. D. Bei dem 2. staatlichen BewässerungS-Congreß kam ein Schreiben des Präsidenten Roosevelt, worin er bedauert nicht anwesend sein zu können, zur Verlesung. San Francisco. Maj. Thomaö Adams, )ilfs-General-Jnspektor auf dem Presidio, ist in Folge eines Straßenbahn-UnfalleS gestorben. Er war 59 Jahre alt und stammte aus Kentücky.
Hof-Scandal.
Herzog Ernst Günther, Schwager des Kaisers, darin verwickelt. Berlin, 23. Sept. Eine frühere Begleiterin der verstorbenen Herzogin Amelie von Schleswig-Holstein, Tante der Kaiserin Augusta Victoria, deren Deportation nach Cairo 1901 Auf. ehen erregte, wurde gestern hier unter der Anklage, der Prinzessin Geld und Schmuck gestohlen zu haben, dem Gericht vorgeführt. Die Angeklagte Anna Milewski, Tochter eines Dorf-SchlächterS, wurde bei Amelie 1893 Kammerzofe, gewann hr Vertrauen und begleitete sie unter dem Titel Grünn MishelovskiZ an alle europäische Höfe. Herzog Ernst Günther suchte das Verhältniß zu lösen, folgte ihnen nach Eghpten, ließ die Gräfin entsühren und trotz deö Protestes an den deutschen Konsul gefangen halten. Schließlich wurde sie nach Deutschland gebracht, eine Civilklage von ihr gegen den Herzog kam noch nicht zur Verhandlung. Der Gerichtshof vertagte sich bis zur Vernehmung des Herzogs. Die Angeklagte behauptet, sie habe die Juwelen geschenkt erhalten und Zeugen sagten aus, sie habe der Prinzessin von $20,. 000, die sie besaß, Geld geliehen. Kurze Depeschen. 28. September. Inland. Huntöville, Ala. B. Bill, der Betheiligung an dem MapelS Lynch-Mord beschuldigt, wurde von der Jury freigesprochen. I owa Falls, Ja. 3 Kinder von Charles Bird sind in der Nähe von hier bei einem Brande, der ihr Heim zerstörte, umgekommen. Die Mutter ist schwer verletzt. Ausland. Detmold, Fürstentum LippeDetmold. Graf Leopold, ältester Sohn des verstorbenen Regenten Grafen Ernst, übernahm die Regentschaft. Neapel. Der Ausbruch deö Vesuvs hat bedeutend nachgelassen. Die Reparatur der durch Lava beschädigten Bahn nimmt 3 Monate in Anspruch. Viele Amerikaner besuchen den Vulkan in Tragstühlen. Schifssnachrichten. Angekommen: New York: Kaiser Wilhelm II" von Bremen; Prinz Adelbert" von Genua; Friedrich der Große" von Bremen; Georgic" von Liver Pool. Philadelphia: Rheinland" von Ant. werpen. Fiume: Ultonia" von New York via Neapel. Genua: Liguria" von New York. Dover: Pennsylvania" von New York nach Hamburg. Christiania: Kentücky" von New 3)ork nach Copenhagen. Neapel: Slavonia" von New York nach Triefte und Fiume. London: Mesaba" von New York. -Glasgow: Numidian" von New York. Auckland; Sierra" von San Francisco via Honolulu. . Bremen: Kronprinz Wilhelm" von New York über Plymouth und Cherbourg. QueenSdurg: , Haverford" von Philadelphia. Base-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt:. National-L i g a. Philadelphia, 27. Sept. Philadelphia...000 0 00 001 1 Cincinnati ....00410010 06 Batterien Caldwell, Frazer und Roth; Cwing, Street und Schlei. Boston, 27. Sept. Boston 00000020 2 Pittsdurg 0000001 00 1 Batterien Wilhelm und'Needham; Lynch und PhelpS. Brooklyn, 27. Sept. Brooklyn 0 0 0 0 0 0 0 0 22 St. Louis....01 1010010 4 Batterien Scanlon und Ritter; McFarland und Butler. New ZZork, 27. Sept. New Jork 400 10 00 0 5 Chicago. 0 00002 0 002 Batterien Ames und Warner; Lundgren und O'Neill.
Ervauttlveö von der deutsch-fran-zösischen Grenze. Zu dem Grenzzwischenfall bei GroßMoyeuvrc werden noch nachfolgende Einzelheiten berichtet: Am 18. v. M., Nachmittags 6h Uhr, waren Franz Horchet, Anna Schneider und Geora Bartolomay unweit des Städtchens Groß-Moyeuvre, jedoch schon auf französischem Boden, mit Sammeln von Leseholz beschäftigt. Frau Anna Schneider hatte ihren Kinderwagen eben mit Holz beladen und begab sich auf denHeimweg, ihr 1-jährigesKind trug sie auf dem Arm. Die Männer hatten ihre gesammelten Bündel auf dem Rücken und gingen ebenfalls der deutschen Grenze zu. Als sie kaum dreißig Schritte von der Grenze entfernt waren, tauchte auf einmal ein französischer Förster auf, hielt die Leute in sehr grobem Ton an, stellte sie wegen der Holzentwendung zur Rede und forderte sie auf. sofort mit nach Bricy zu kommen, damit ihre
Personalien festaestellt würden. Die Leute weigerten sich, dieses Holzes willen den cirka 15 Kilometer weiten Weg nach Briey zurückzulegen. Das Holz verfault ja doch im Walde. Nun wurde der franzosilche Förster recht ungemüthlich. Er faßte die Frau, welche ihr Kind auf dem Arm trug und dabei noch in gesegneten Umständen ist, warf sie rücklings zu Boden. zerschlug den Kinderwagen lurz und klein und machte der Frau solcheAngst, daß sie seitdem krank darnieder liegt. Dann wandte er sich unter Drohungen an die Männer, dem Georg Bartolomay setzte er das Gewehr schußberett vor die Brust. Als dieser bat, seinen Gürtenden er um das Holz gebunden hatte, nehmen zu dürfen, .nahm der Förster sein Messer aus der Tasche und zerschnitt ihn. Mit groben Worten entließ er dann die eute, noch ohne nur ihre Namen zu nvtircn. Am nächsten Morgen, also am 19.. Vormittags 8 Uhr, gingen wieder mehrere Personen, worunter sich der Italiener Hilario Bernhardoni mit seiner aus Groß-Moyeuvre gebürtigen Frau, ihre Mutter und ihre zwei Söhne Joseph und August Magni. Joseph Patri, Jakob Zinsmeister und Leopold Blachhut und einige Kinder befanden, nach dem Wald, um Holz zu sammeln. Als sie noch etwa zehn Schritte von der Waldlisiere, die gleichzeitig die Grenze bildet, entfernt waren, krachte plötzlich, ohne daß man nur jemand gesehen oder gehört hatte. ein Schuß, und zwar war' derselbe auf französischer Seite abgegeben worden. Die Ehefrau Bernhardoni schrie gleich darauf laut auf und fiel nieder. Zu gleicher Zeit trat auch der französische Förster, der am vorhergehenden Tage die Leute durch sein sehr scharfes Vorgehen so belästigt hatte, aus dem Dickicht und schrie: Ich schieß Euch nieder. Ihr Preußen, wie die Hunde I' Der Mann soll Kti wie ein Rasender benommen haben. Vor den Leuten lud er sein Gewehr wieder und oer schwand, ohne sich nur im geringsten um seine Opfer zu bekümmern, dies durfte er ja auch nicht, denn die Verwundeten befanden sich noch auf deut schern Boden. Frau Bernhardoni hatte ein Schrotkorn in der linken Brust, zwei in dem rechten Arm, eins im Unterleib, fünf im rechten und vier im linken Bein, zudem erlitt sie durch den plötzlichen Niederfall emen Unterschenlelbruch; man trug sie sofort nach Groß-Moyeuvre. wo sie darniederliegt. Der Ehemann Bernhardoni wurde am Kopfe schwer verletzt, auch er muß das Bett hüten. Blachhut erhielt ein Schrotkorn in die rechte Wade. Die behördlicheUntersuchung ist im Gange. Ueber die Geheimnisse des Wurst. , kcfselS m Berlin wurden, nack den Berliner Blattern, in einer Versammlung de: Flcischergesellen erbauliche Dinge zum Besten gegeben. Davon, van Pseroefleisch als Rind- und Schweinefleisch verarbeitet und feilgehalten werde, wie es m vielen Geschäften gang und gaoe sei,. wollte man nicht viel reden, das sei nicht so schlimm, es sei a nur Betrua: wenn jedoch das Faßfleisch' dieses sei fast immer ohne Stempel der Fleischschaubehörde verarbeitet werden sollte zu Wurst u m., dann tx fasse die Gesellen immer ein Grauen. Das ??aßfleisch sei entweder verdorbenes Fleisch oder Fleisch von kranken Tmeren. tuberkuloies, nnmaes oder trichinöses Fleisch. Die Verkäufer soleben Mismes seien die schlimmsten Berbrecker. es seien Mensckenveraifter. Ungestempeltes Fleisch werde nicht nur aus Reimaendors, wie rurzlich ponzeilich festgestellt wurde, sondern auch aus Rixdorf und noch einem andern Vororte Berlins eingeführt. Solange iedock die Vebörden es noch aestatteten. daß Keller von den Schlächtern als Werkstatten benutzt wurden, solange würde die Verfälschung, die Unsauberkeit und Schweinerei nicht aufhören. Es aelanate eine Resolution zur An nabme. in der die Aufbebuna der Kellereiwerkstätten verlangt wurde. Die Meister werden wohl zu Weser Anklage das Wort ergreifen müssen. Kühne Flucht. Aus einem in voller Fahrt befindlichen EisenbahnZUge nach Ronbeide, Rheinprovinz,' entsprang ein gefesselter Sträfling. Der Transporteur sprang sofort nach, der Sträfling hatte aber zu aroken Vorsprung und entkam. Der Transporteur blieb in einem Drahtzaune hängen. gwalicherweise ohne Schaden zu nehmen.
- AUrg:)ptisch: fUagcl'chriflm.
Oeschriebene PapqruSölättrr alS fiarnlm hüllcn und ihr Inhalt. Der französische Alterthumsforscher Jouguet hatte auf der Stätte des antuen Dorfes Magdola m Egypten eme Reiye von Mumien ausgegraben, mt mit beschriebenen Ppyrusblättern eingehüllt waren. Nach sehr vorsichtiger Bearbeitung wurde Blatt für Blatt aus dujen Mumien ausgelost, und man bemerkte, daß alle Schriftstücke gleicher Art waren. Sie stellten nämlich sammtlich Klageschriften dar, die von Egyptern oder Griechen an den König des Landes, einen der ersten Ptolemäer, gerichtet waren. Es beklagt sich z. B. ein Herakleides über eine Egypterin. Als er ruhig über die Straße gegangen sei, habe die an der Thür ihres Hauses stehende Frau semen Mantel sortgenssen und Schimpfreden gefuhrt. Und wie der Hasenfuß noch unschlüssig dastand, sei sie m den Oberstock gelaufen und habe ein volles Wassergefäß über ihn ausgeschüttet. In einer andern Urkunde will die Griechin Philista eöen aus dem Bade steigen, als der Bademeister sie mit einem Gusse siedenden Wassers fast ganz verbrüht, so daß die arme Tagelöhnerin krank darmederliegen muß. Zwei Weinhändler sind von ihrem Lieferanten betrogen worden und verlangen die Ausrolgung des hinterzogenen Maßes. Eine griechische Landbesitzerin klagt über einen bösen Nachbar, der auf ihr eigenes Grundstück hinübergegriffen habe und hier einen Bau aufzuführen im Begriff stehe. Es kommt dann ern Mazedo nier, dem fremde Hirten das Weideland hatten abgrasen lassen. Zwei Egypter, Inhaber emer Lelneweberwerkstatt, wenden sich, wett sie wohl sonst kein Gehör erhielten, an den König, damit er ihnen erlaube, an Stelle ihrer baufälligen Fabrik eine neue zu errichten. Na a ....Und wie aeht es Ihrer Braut, Leutnant? Sitzt einem berühmten Maler zu einem Bilde: .Die Seligkeit!' m Dio Sauptsacho. Professor: Ihr Sohn kann Theologie, Jus oder Medizin studiren!" P r o tz : Was kommt denn am theuersten?" Zu viel (hv Q a u s i r e r (bescheiden abweh rend): Wie, der Herr Baron wollen mir eigenhändig herausschmeißen? DaS kann ich unmöglich annehmen!" . Louis Weltausstellung 13tCt . Big Four Route Raten von Indianapolis folgendermaßen: Saison ffaorkartcn, ailtia für die Rück. fahrt bis 15. Dezember 1904 zu $12.00 Seckzia Xaat Siahvtavtcn. ailtia für Rückfahrt innerhalb sechzig Tagen, aber nicht water als 15. Dezember zu....yl.5U fünfzehn Tage 5?akrkarten.giltiz für Rückfahrt innerhalb 15 Tagen zu 89.00 Waaaon ErcurfionS Fahrkarte, giltig für Rückfahrt innerhalb sieben Tagen werden nur verkauft für angekündigte Wag gon Cxcurstons Tage, Fahrkarten stnd nur ailtia in den Tag WaaaonS, ob regulärer oder Spezialzug, jeden Dienstag und Don nerstag bis 89. Sept. inklusive zu.... 80.00 Für völlige Information und Einzc?nheiten etc. spreche man de, den Ticket'Agenten der BigFour Lahn vor oder schreibe an Uaterztichmte. Wanren j. Lynch, Gen. Pass. & Ticket Agt.t Cinciilllati, Ohio. oder H. M. Sronso. A. S. P. ., Indianapolis, Ind. ..PsylYM Hak. Letzte Excurston der Saison Louisville und zurück. Sonntag, IG. Oktober. Abfahrt von Indianapolis um 7.15 Uhr Morgens ; Retourfahrt von dem Union Bahnhos in Lmsv!lle um 7 Uhr Abends. 23. W.Richardson, A. G.P.A. ig 4 Route .Exkursionen. Sonntag, 2. Oktober. Cincinnati und zurück.
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