Indiana Tribüne, Volume 28, Number 30, Indianapolis, Marion County, 27 September 1904 — Page 5

Indiens Tribune 27 September 19(M

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ein GlelHniJ,

. "-. Von Hans Mayr. All das Unendliche Hühlst du so schwer nd bist ein Tropfen nur, Tropfen im Meer. Mer der Tropfen gleich Smaragden scheint, Wenn es die Sonne nur But mit ihm meint. Und nur ein Weilchen, dann Ist er versengt, Oder den andern, ach, Tropfen gemengt. Auf falscher Zährte. Novellette von Ralph von Rawitz. Als das EskadronsexerzZeren vorüber war und der Rittmeister seine Offiziere entlassen hatte, ging Graf Hans Adlerfeld zunächst in den Stall, um nach seinen Gäulen zu s:hen, dann aber spornstreichs nach Hause. Nanu, Adlerfeld, Sie kommen heute nicht in's Kasino zum Frühschoppen?" rief ihm Leuwant v. Heyde nach. Nein, Verehrter, bin noch etwas müde von dem gestrigen Abend; will mich etwas auf's Ohr legen." Dann also Abends bei Tisch?" Selbstverständlich, Heyde! Morßll Ein fröhliches Liedchen trällernd, schritt er durch die engen Gassen der kleinen Garnison, anscheinend verHnügt und sorgenlos; die heitere Miene verschwand aber sofort, als er in den Garten trat, der feine kleine Villa umgab, und wo er stch unbeobachtet wußte. In der Thür des Hauses trat ihm sein Bursche entgegen. Briefe angekommen, Christoph?" ; Befehl, Herr Gras, zwei!" ' Gut! Komm rein. Will mich umziehen!" Der Toilettenwechsel ging schnell und mit militärischer Exaktheit vor sich: Ulanka und hohe Stiefel verschwanden und machten einer eleganien Sammetjoppe und niedrigen Lederschuhen Platz. Der Graf rückte ein tiefes Fauteuil in dieGlasveranda, von dem man die ganze Fliederpracht des frühlingsfrischen Gartens überschauen konnte, braute aus einer Flasche Mosel, Selterwasser und Citrone ein kühles Getränk und griff dann nach den beiden Briefen, die Christoph auf silbernem Tablett überreichte. Gut. Kannst gehen. Und um 5 den Tischanzug!" Befehlen, Herr Graf." Und leise verschwand er. Nun, wollen wir mal sehen, don wem! Aha, ein Geschäftsbrief! Da steht ja die Firma draus! Natürlich vom Sattler! Mahnbrief! Brauch' ich gar nicht zu öffnen! Warum sich ärgern?! Kann den Kerl ja doch nicht bezahlen. Also der andere! Was das ist Mamas Handschrift? Und Poststempel Guditten?" Er wog das Schreiben einige Zeit in der Hand, ohne da rothe Siegel, das scharf ausgeprägt das Familienwappen zeigte. zu erbrechen. Was kann das sein? So außer der Zeit! Sonst schreibt Mama doch nur am Monats - Ersten! Endlich entschloß er stch und öffnete kts elegante, längliche Couvert, aus dem eine engbeschriebene Karte heraussiet. Mein lieber Sohn, wir pflegen fönst nur einmal im Monat Briefe zu wechseln und kannst Dir daher wohl denken, daß mich dieses Mal ein besonderer Anlaß' zu einer außeretatsmäßiaen Epistel beweat. Ich habe mir kürzlich von unserem alten Freunde, dem Bankier Heilmann, eine genaue Ausstellung über unser Vermögen machen lassen und mit Schrecken bemerkt, dan es stark zusammengeschmolzen ist. Ich, mein Sohn, brauche nur wenig und Dein Bruder gibt natürlich auch so gut wie mcyts aus. Xt Verminderung unserer Gelder fällt allein auf Dein Konto Mein lieber Sans, ein Graf Adlerfeld von den Prinz Eugen - Ulanen muß standesgemäß auftreten, das weiß ich woyl. unter standesgemäß" versteh ich aber vornehm ohne Verschwen duna. Du bast es ein wenia ara ae trieben, und das kann nicht so weiter gegen, um so weniger, als Georg lm Hervjt, nach vestandenem Examen auch in die Armee tritt und gleich, ITrrlrflJt futr n? TNit hnn mir -it si. tninuyutiij, vtv , Wll mt QU Vbanspruchen hat. Ich will Dir, mein lieber Sobn aber nicht nur mit einer Warnung kommen, sondern auch mit emem Fm aeneia. wie Du Deine ErZsten zu ae stalten vermagst. Du bist- 28 und mukt'Dich unter den Töchtern des Landes umsehen. Nun gibt es viele Madchen, die reich, viele, die vornehm viele, die schön sind. Aber eine Bereit nigung dieser Eigenschaften, auf die Tu, wie ich Dich kenne, Werth legen dürftest, ist recht selten. Nichtsdestoweniger bin ich im Stande, Dir eine Dame anzuführen, welche dem Ideal naye kommt. Es ist eme Baronm v Werken, aeborene Stieim v. Koppuaau. toie i qocnnens 00er zö, der Mann war Oberhofmarschall in einem .mitteldeutschen Fürstentum und ist nach ganz kurzer Ehe (ein Bierteljahr, höre ich) gestorben. Die Baronin ist viel gereist, sehr klug und liebenswürdig und hat sich in unserer Nachbarschaft angekauft. (Brackenfelde. das unter Brüdern Vfi Million wertb m) Wenn Du vlölick bier - . "- ; ri t : j- n - rr- i . nr t engereist kämest, so würde das auffal-

en. Ich erfahre aber soeben, va v?e

Baronin Mitte Jum nach Saßmtz IV ... m geht, wo sie eine Billa vejltzl. Äieleicht kannst Du Deinen Urlauv auch 0 einrichten, daß Du ihn in dem Osteebade zubrinatt? Es dürfte dann Dir. der bei den Frauen solches Glück hat (leider! muß ich in mancher Hinicht sagen!), kaum schwer fallen, Herz und Hand der Dame in kurzer Attacke zu erobern. Ueberlege Dir die Gechichte. mein lieber Junge, Compromisse müssen wir im Leben alle einmal chließen. Es kommt nur darauf an. den richtigsten herauszufinden. Um mit etwas Erfreulichem zu chließen: Das Getreide steht gut, sogar unten am Erlenbach. Ich habe zwei Ackerpferde preiswerth gekaust. Die braune Norma" hat gefohlt. Nun grüße und küsse ich Dich als Deine treue Mutter N atalie v. A. Guditten, 11. Juni. Das fehlte grade noch!" 2)er Offizier legte den Brief mit einer entschiedenen Handbewegung auf emen Tisch und sah mit finsterem Gesicht in den Garten hinaus. Nach einer kleinen Weile jedoch nahm er die Karte noch einmal zur Hand und überflog die letzte nalste des Schreibens abermals. Marne hat aber nicht unrecht! Es geht wirklich nicht so weiter! Gestern Abend wieder 1100 bei dem harmlosen Macago! Und bei Schuster und Schneider, Sattler und Tapezierer, wer weiß wie viel! Schließlich bin ich das Junggesellenleben auch satt. Und wenn so eine reizende Frau neben Mir säße und ich aus diesem Labyrinth der Sorge heraus wäre Caramba - dann finge wahrhaftig ein neues Leben an! Wann fährt sie?, Mitte Juni? Hm! Versuchen könnte man es ja! Schlimmstenfalls habe ich eine rv rx- - 1 r I . Erinnerung meqr im jcaiaiag meinet Herzensdamen." Er schluq mit emem Elsenoeinstadchen das zierliche Bronze - Tamtam, das auf dem Tische stand; Christoph erschien in der Thür. Meldeanzug! Befehlen, Herr Graf!" Eine Stunde später hatte Adlerfeld einen dreiwöchentlichen Urlaub, vom 15. Juni bis 8. Juli, nach der Ostsee in der Tasche. Eines schönen Nachmittags bestieg Graf Adlerfeld, jetzt in tadellosem Reisecivil, in Swinemünde die Freya , die den Verkehr zwischen Stettin und Rügen vermittelte. Langsam dampfte das stattliche Schiff am Leuchlthurm vorbei und zu den Molen hinaus in die See. Nach kurzer 'Fahrt wurde Heringsdors. angelaufen, auf dessen weit in's Meer hinausgeschobenem Vadesteg sich ein elegantes Publifürn bewegte. Es machte dem Grasen viel Vergnügen, die Leutchen zu mustern, die fröhlich scherzend am Gelander lehnten und ihrerseits die Passagiere der Frcya" einer Kritik unterzcen. Auch eine kleine Zahl neuer Passagiere kam hier an Bord. Nachdem alles geordnet war, griff der Capitän an die goldbordirte Mütze, die Schiffskapelle spielte: Muß i denn, muß i denn zum Städtle hinaus," und schnaubend setzte sich der Dampser wieder in Bewegung. Unter den Neuangekommenen befand sich ein schlankes, blondes Mädchen, das die Aufmerksamkeit des jungen Offiziers erregte. Sie war einfach, aber geschmackvoll gekleidet und befand' sich in Gesellschaft einer älteren Dame. Ohne sich vorzustellen, mit der Freiheit, die nun einmal im Reiseleben gestattet ist, knüpfte Adlersfeld ein Gespräch an. Sie entgegnete ohne Befangenheit oder Ziererei und erzählte, daß sie in Krampaß, einem kleinen Oertchen unfern von Saßnitz, wohne. Und ich gehe nach Saßnitz selbst! Aber vielleicht fügt es der Zufall, daß wir uns am Strande begegnen?!" Als die Damen auf die andere Seite des Schiffes gegangen waren, um ein vorüberfahrendes Segelboot zu beobachten, wandte Adlerfeld sich an einen Schiffssieward. Sagen Sie mal, wissen Sie vielleicht, wer die Herrschaften sind, die alte und die junge Dame? Sie scheinen ja öfters diese Route zu fahren." Die Alte ist eine Engländerin, soviel ich weiß, und die Junge ist wohl ihr Hausfräulein oder so was. So zur Stütze, lieber Herr! Vielleicht ein Glas Bier ge ällig?" Danke! Aber Sie haben einen Märker." Der Steward zog die Mütze und fühlte sich gedrungen, ein Uebriges zu thun: Es wohnen nämlich eine ganze Schaar solcher Leute hier! Und fast alle haben sie 'ne Gouvernante oder Bonne mm" Armee Ding," dachte Adlerfeld, so hübsch und muß ihre Jugend mit der alten Briten - Mama vertrauern!! Hoffentlich finde ich hin und wieder Zeit, neben der Baronin auch der Gouvernante zu huldigen. In Saßnitz angekommen, nahm der Graf im Kurhotel Wohnung (tW verständlich eine Treppe vorn heraus nach der See) und erbat sich sofort die Badeliste. Da stand es: Villa See friede: Baronin v. Becken, geb. Freiin Kopp-Luckau nebst Bedienung. Aha! das Vögelchen haben wir!" Am nächsten Tag suchte er sich an die Villa heranzupurschen: aber das war nicht ganz leicht, das zierliche Hauschen, im Tiroler Stil, lag inn.it

ten eines großen, dichtbelaubten Gartens, den er nicht gut betreten konnte. Was nun thun? Im Hotel mochte er nicht fragen, Bekannte hatte er keine am Ort; daß er zufällig am Strande ihre Bekanntschaft machen sollte, war auch nicht wahrscheinlich. So blieb als letzter Rettungsanker nur der alte joviale Sanitätsrath Wogebühl, der Badearzt. Aber der sonst allwissende Aeskulap versagte. Bedaure, Herr Graf! Eine junge lebenslustige Wittwe! Was hätte da der Arzt zu schaffen! Uebriaens glaube ich garnicht mal, daß die Dame zur Zeit hier ist. - Sie soll sich viel in Heringsdorf bei einer Freundin, der Gräfin Neuhoff, aufhalten." Aber die Ladeliste!" Beweist nichts, oder doch nur, daß die Baronin ihr hiesiges Vesitzthum besucht hat. Ist aber jetzt vielleicht, wo der Himmel blau!" Mamas Pläne werden wohl zu Wasser werden," dachte Adlerfeld nach dieses Auskunft; nun, deshalb wollen wir nicht den Kopf hängen lassen und die Gouvernante aufsuchen." Am selben Abend bummelt er am Strande nach Krampaß und schon halbenWeges entdeckte er seine Schöne.

die aus einem breiten Stein saß und srig skizzirte. Guten Abend, mein Fräulein, darf ich mir schmeicheln, von Ihnen wiedererkannt zu werden? Natürlich! Wir sind ia vor drei Tagen auf der Freya" zusammen hierher gekommen." Mein Name ist Adlerfeld." Sehr angenehm." Sie sind Malerin, wie ich sehe?" Nur nebenher, mehr guter Wille, als Begabung." Was macht Ihr schönes Krampaß?" Danke! Und Saßnitz? Sie sind ja wohl zum erstenmal dort? Hat es Ihren Beifall?" Die Natur ist ja herrlich. Aber wenn man keinen nahen Bekannten da hat !" Das ist doch gerade schön! Es ist doch schrecklich, ewig mit anderen Leuten zu thun zu haben." Und das müssen Sie wohl, liebes Fräulein?" Leider nur zu ost! Aber zuwellen mache ich mich frei und flüchte in die Einsamkeit, wie z. B. heute hierher!" Sie kennen wohl die qanze Badeaesellschaft?" Die ganze nein, aber viele der Herrschaften." Da las ich gestern in der Badeliste einen Baron Kieklina?" Der Herr ist Kammerjunker, Sie können ihn leicht erkennen; er trägt Monokle ' am schwarzen breiten Äande." Auch eine Baronin Berken soll in i. r u ' saiZMJ fein Ja eine Wittwe, ziemlich verblüht und häßlich!" ..Ich habe das Gegentheil sagen oren. Gott bewahre! Wer hat Ihnen dies Märlein erzählt? Ueberdies ein gräßlicher Charakter: rechthaberisch, .:.k s -v 1.. ' m 1 " Bijy, me geoorene zannppe. Ach was!" Und hat ihren Mann in aam kur zer Zeit unter die Erde gebracht. Das sagt oocy wohl genug!" Aber nein!" Wirklich!. Uebriaens ist sie auch menschenscheu. Haben Sie sie etwa qon gesehen?" Allerdinas nicht!" Sehen Sie wohl! ' Ja ja, ich kenne sie!" Da wäre ich ja in letzter Stunde noch einer Gefahr entgangen," dachte Adlerfeld. Wer weiß, ob mich die Millionen nicht trotz ihres Aeukeren kaptivirt hätten! Und da hätte ich r rvr 1 t mir einen joicgen yaraller an ven Hals geheirathet! Was Mama auch nur geschrieben hat! Natürlich nur i r im ' nacy Hörensagen: Er lenkte das Gespräch auf ein anderes Thema und sie plauderten fort, bis das junge Mädchen sich erhob: rj v r i- tu ' ' ' 303 mun nun yeim! Treffen wir uns wieder?" Wenn ich Ihnen nicht zu langweilig bin?" Wie können Sie so etwas sagen. CVJC r : -Y. '.""- T1 n- ri ju) freue mill) rieug. sanz im usnjij Morgen Abend?" Gut, morgen Abend!" m - Drei Wochen waren in's Land ae zogen, und jeder Tag war in der qleir . rvn e ' azen Mize vergangen. Moraens batteAdlerfeld aebadet. ae fischt. Ausflüge nach Stubbenkammer und Horthausen gemacht, Nachmittags und Abends aber in dem versteckten, rw grünen anleimen, mtt lyr am Strande gesessen. Um die Baronin kümmerte er sich mcht mehr, seitdem ein Diener am Eingang der Villa auf seine direkte Frage entgegnet hatte, die Dame sei nicht mehr in Saßmtz. So war der letzte Abend heranae kommen, morgen mußte er heim in die Garnison. Ihm wurde das Herz schwer, als er feine blonde Nachbrin ansah und als er dachte: Morgen sitzt sie allein hier, morgen bin ich weit! Werde ich sie ?e wiedersehen?" Auch sie war still und gedankenvoll. Endlich nahm er das Wort und be gann von Gleichgültigem zu plaudern: Das Publikum in Saßnitz wechselt doch fortwährend, eoen Tag sehe ich neue Gesichter." Natürlich! Für viele ist Rügen nur. die Durchgangsstation nach dem Norden.

Wir sprachen einmal ich weiß

nicht, ob Sie sich noch erinnern, Fräuein, von einer Baronm Berken. Gewiß, die Xantippe!" Ja, Sanitätsrath Wogebühl hat mir dieser Tage erzählt, warum lie in L r ts r . 1 ... r . i- . vieiem ayr nicyr in saniZ ivoyni: Die Villa wird im Innern restaurirt und ist daher zur Zeit nicht benutzbar. Uebrigens ist der Doktor durchaus nicht Ihrer Ansicht, Fräulein! Er behauptet, Frau v. Berken sei noch sehr hübsch." Das sind Ansichtssachen! Jnteressiren Sie sich fü die Dame?" Nicht im mindesten, nur weil Verwandte von mir sie kennen!" So! Schade, daß Sie sie mcht kennen gelernt habe." Bedaure das, nach Ihrer Schilderung, durchaus nicht! Ueberdies, nehme ich nicht eine andere schöne Erinnerung mit?" Doch mcht etwa an mich? Und wenn es doch so wäre?" . Sie scherzen! Diese Abendstunden werden Sie bald vergessen haben." Er wollte etwas erwidern, aber die Stimme gehorchte ihm nicht recht. Sie fahren also morgen? Ja ich muß! Ich muß, leider, leider!" Wir gehen auch Ende Juli fort." Und wir sollen uns me wiedersehen?" Schwerlich!" Ich habe in diesen drei Wochen niemals nach Ihrer Heimath gefragt, Fräulein! Wollen Sie mir jetzt spurlos in die weite Welt entschwinden?" Vielleicht finden wir uns doch noch einmal!" Wie wäre das möglich ohne jeden Anhalt? Ohne Wohnort, Vaterland, Namen?Den lekteren sollen Sie haben das Uebrige ist Sache Ihres Findertalentes!" Sie entnahm eine Visitenkarte der Skizzenmappe und reichte sie ihm: Aber erst morgen früh auf dem Dampfer lesen! Ihr Ehrenwort?" Mein Ehrenwort!" Auf Wiedersehen!" Auf Wiedersehen!" Und am nächsten Morgen las er die Karte, auf der nur eine Zeile stand: Ada von Berken." Interessant ist ein Alierthumsfund, der aus der Havel bei Netzow (m der Prignltz) zu Tage gefördert wurde. Bei Vaggerarbeiten stieß man im Morast zwischen den Buhnen auf ein Voot, das aus einem Baumstamm hergestellt ist. Es ist dieö ein sogenannter Einbaum, welcher das Fahrzeug der Ureinwohner auf unsern Gewässern war. Das jetzt gefundene Boot ist 10 Fuß lang, an der breitesten Stelle hat es' eine Ausbuchtung von 8 Zoll. Der Bootsraum ist quer durch eine Scheidewand, welche nicht etwa eingesetzt, sondern gleichfalls aus dem Baumstamm gezimmert ist, in zwei ungleiche Abtheile getrennt. Der noch gut erhaltene Einbaum ist dem Museum für die Prignitz in Havelberg überwiesen worden. VoneinemArzt, der sich vor den Pocken nicht fürchte, wird aus Madrid geschrieben: Während einer Pockenseuche, die in einer kleinen Stadt Nordspaniens wüthete und unter der Bevölkerung Schrecken hervorrief, starb eine Frau an dieser schrecklichen Krankheit. Es war ganz unmöglich, sie begraben zu lassen, da niemand sich dem Pockenhause zu nähern wagte, und auch niemand ein Grab graben wollte. Als der Dorfarzt davon erfuhr, ging er in die elende Hütte und machte eigenhändig den Leichnam zur Beerdigung bereit. Dann eilte er auf den Kirchhof und grub ohne jeden Beistand ein Grab. Darauf holte er den Sarg ab, senkte ihn in die Grube und zwang den Geistlichen, die übliche Messe, wenn auch aus sicherer Entfernung, für die Todte zu lesen. Dann vollendete er sein Werk der Mildth'atigkeit, indem er das Grab füllte. . V 0 m O b e r st e n M a s ch i n, der bekanntlich die Verschwörung gegen den König Alexander von Serbien geleitet, berichtet das Blatt Esti Ujsag" aus Bad Pystian, daß dem Genannten, der seit einiger Zeit zum Zwecke des Kurgebrauches dort weilt, ein unangenehmes Abenteuer passtrt sei. Oberst Maschin begegnete auf der Promenade der Künstlerin des tschechischen Nationaltheaters, Frau JoHanna Kwapil, die er von früher her kannte, da sie einmal in Belgrad gastirt hatte, und auch zur Hoftafel geladen war. Obsrst Maschin grüßte die Künstlerin, doch diese ging an ihm voröei, ohne seinen Gruß zu erwidern. Oberst Maschin sendete ihr sofort seine Karte mit der Anfrage, warum sie ihm denn so ängstlich ausweiche und seinenGruß unerwidert lasse; er frage, ob sie sich vor ihm fürchte. Frau Kwapil foll dem Obersten nur kurz erwidert haben: Ich bin keine Königin und habe daher keinen Grund, mich zu fürcbtm." Werbung. Herr Eommercienrath, das schwöre ich. Ihnen zu: von dem Kapital, das Sie Ihrem Fräulein Tochter mitgeben, werde ich nicht einen Pfennig anrühren!" Also haben Sie auch Vermögen?" Das nicht, aber ich denke, die Mitgift wird so groß sein, daß ich von den Zinsen leben kann."

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