Indiana Tribüne, Volume 28, Number 30, Indianapolis, Marion County, 27 September 1904 — Page 1

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; ' Grsrixeint ebcn gLadimlttas. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Dienstag, 27. September 1904 No. 30. mmmmmmmm " 1 " . 1

Frecher Nanb im Stadt-Centrum Vorbereitungen für den Jndplö. Vom Pastorat entbunden. Nachrichten aus Jndiana.

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i David K. Gok i Der frühere Superintendent der öffentlichen Schulen gestorben.

David K. Goß, von 1894 1900 Superintendent der öffentlichen Schulen in Indianapolis, ist laut eines an sei nen Schwager, Richter W. E. DaviS in Anderson. gerichteten KabelgrammeZ inStraßburg, Elsaß, gestorben. Die Nachricht seines so plötzlichen TodeS war für seine '.vielen hiesigen Freunde eine unerwartete, zumal die Mehrzahl derselben niemals wußten, daß Herr Goß, der noch vor etwa Monatsfrist in unserer Stadt weilte, eigentlich leidend gewesen. Obgleich die Todesursache nicht in dem Kabelgramm angegeben wurde glaubt man doch annehmen zu dürfen, daß Herr Goß einem Nervenleiden, mit welchem er seit längerer Zeit be haftet war, erlag. David K. Goß, einer der bestbekann testen Lehrer des Staates, wurde in Owen County, Jndiana, in der Nähe von Gosport geboren. Nachdem er die öffentlichen Schulen verlassen, besuchte er die Staats-Üniversttät, die er mit so glänzendem Examen verlieb, daß ihm eine Mitgliedschaft in der Cornell Uni versität in Anerkennung seiner Leistung überreicht wurde. Vor seiner Absol virung ber Cornell Universität war er der Superintendent der Rochester Schu len, der Rector der Franklin Schulen und Superintendent der Lebanon Schulen. Sein AbgangSexamen an der Cor nell Universität war ein so glänzend bestandener, daß ihm daS Andrew D. White Stipendium, zum Besuche der Heidelberg Universität in Deulschland, in Anerkennung seiner Verdienste zuer theilt wurde. Hier widmete er sich dem Geschichtsstudium, für welches er stets so große Luft und Liebe gezeigt. Von Heidelberg aus folgte er dem Rufe unserer Stadt, um hier die Lei iung der öffentlichen Schulen zu über nehmen. Als Superintendent der Schulen war er zugleich Mitglied der StaatS.Schulbehörde. Nach Nieder legen feines Amtes hier im Jahre 1900, siedelte Herr Goß nach Straß bürg über, wo er die Straßburger Schule für amerikanische Jünglinge etablirte. In jedem Sommer besuchte er sein Heimathsland und reiste dann in Begleitung wiffensbegieriger junger Leute, welche sich drüben auszubilden wünschten, nach Deutschland zurück. Herr Goß war ein liberal gesinnter Mann und ein großer Freund deut schen Unterrichts und deutscher Bil dung. ein Mann von gediegenem, bie derem Charakter, dessen so vorzeitiges Ableben, (der Verstorbene stand im Alter von nur 42 Jahren) ein tief zu betrauerndes Ereigniß ist. Auf öffentlicher Straße beraubt. Gestern Nacht wurde Robert Cle ments aus Vevay, Ind., am Circle Platze von einem Banditen um $85 be raubt. Elements sagt, daß er sich aus der Reise nach Neu-Mexico befinde und daß er hier überliegen mußte. Nach Mitternacht befand er sich am Circle, als ein Mann auf ihn zukam, der ihn bat, ihm einen S20Schein zu wechseln. Elements zog seine Börse um dem Freunden den Gefallen zu erweisen, ehe er jedoch dieselbe noch zu öffnen Gelr genheit hatte, riß ihm der Fremde die selbe aus der Hand und entfloh. Elements sagt, daß acht $10 Gold stücke und eine $5 Note in derselben waren. Er war nicht im Stande eine Beschreibung deL Burschen zu geben. da der Raub auf einer dunklen Stelle ausgeführt wurde. Er war auf' der Polizeistation natürlich in größter Auf regung und nachdem er seinen Verlust gemeldet hatte, machte er sich davon. ohne genügende Information zur Ver folgung des Räubers zu geben. nin Die Jndiana StaaatS Verei nigung der Krankenpflegerinnen häl zur Zeit in den Räumen der JndplS Medical Society" ihre L.jährliche Con vention ab. Gestern Abend fand im Stadt.HoSpital ein Empfang statt.

Ein soweit unbekannter Bandit zer

chmetterte heute Morgen früh die Jen sterscheiben deS Brock Herrcnkleider Ladens an der Ost Washington Str.. zwischen der Meridian und Pennsyl vania Str., räumte das Schaufenster heilweise aus und machte sich mit sei' ner Beute ungesehen davon. Unter der Anklage des Einbruchs und des Großdiebstahls wurde heute Vormittag der .Farbige Leonard Wilson aus Lonisville, Ky. durch die Detektive Haley und Man ning verhaftet. In seinem Besitze fand man einen Anzug, welche von Angestellten des Brock Kleidergeschäftes als einer der im Fenster ausgestellten erkannt wurde. Staatö-Arbeiter-Berband. Die Jahres Versammlung des Staats.Arbeiter.Verbandes wurde heute in Terre Haute eröffnet; 1450 lokale Unionen waren vertreten. Dem Berichte des SecretärS zufolge gehören dem Staats'Verb ünde zur Zeit 1454 Unionen an gegen 809 vor zwei Jahren. Die Wahl der Beamten wird morgen abgehalten werden; der jetzige Präsi dent, Edgar A. PerkinS, welcher dieses Amt schon seit 11 Jahren bekleidet. wird wieder erwählt werden, d er keine Opposition hat. Inspektion deS CanalS. Die von der WafferwerkS-Gesellschaft resp, der Stadt ernannten Waffer Experten, welche zur Zeit bacteriologische Untersuchungen des von der Waffer.Gefellschaft gelieferten WafferS vornehmen, unternahmen gestern mit dem städtischen GefundheitS'Beamten eine Inspektion des CanalS. Dieselbe erstreckte sich von der Stadt bis nach Broad Ripple. Zweck der Tour war, die Zustände auSzufinden, welche längst den Ufern des CanalS existiren, da das Waffer für die neuen Filtrir-Anlagen aus dem Canal genommen wird, so bald der Aquäduct, welcher jetzt im Bau begriffen ist, die Verbindung über den Fall Creek wieder hergestellt hat. Conzert zum Besten der Kranken lasse der GeschaftS-Neisenden. Die Commercial TradelerS' Sick Benesit Aff'n" veranstaltet am nächsten Freitag d. 7. Oktober Abends im Au. ditorium des Deutschen Hauses ein Conzert. Die Mitwirkenden in demselben wer den sein: Frau Thomas C. Whallon, Altistin; Frl. Louise Schellschmidt, Harfiftin; Frl. Bertha Schellschmidt, Violinistin; Frl. Jvy May Smith, Pianistin; Maen Segar, Cornetifl; Ruffell Powell, Bagoist und das be rühmte Quartett:. Andrew Smith, Homer Van Wie, Will H. Morrison Jr. und Oliver Jsensee. ,, Der Flüchtling James Barrett macht sein Erscheinen im Arbeitshanse. Vor einigen Monaten wurde James Barrett vom Polizei - Richter wegen Diebstahls von Eisenbahn.TicketS aus der Office deS Maklers Messing zu 6 Monaten Arbeitshaus verurtheilt. Da er jedoch an einem Bruch der Kinnlade litt, wurde er zunächst in's Stadt Hospital gebracht. EineS TageS entfloh er und seitdem irrte er in der Welt umher. Gestern erschien er im Arbeitshaus, um seine Strafe abzusitzen. Er sagte. er sei es müde, beständig in der Angst zu leben, verhaftet zu werden. W a r r e n R u m m e l, der vor einiger Zeit an der' Shelbn Straße von einem Manne, Kuhlman mit Namen, der ihn in seinem Hofe angetroffen, geschaffen wurde und der damals in's Stadthospital überführt wurde, ist aus dem Hospitale entlassen und unter der Anklage des Betretens fremden Eigen thum's nach der Jail überführt worden.

Fencrslottthcn nm Mittcrnacht. Die . H. Gillette Bent Wood Works ein Raub der Flammen. Der Schaden ist ein bedeutender und 75 Leute kommen außer Arbeit.

Kurz vor Mitternacht wurde die Feuerwehr auf den Alarm von Kasten No. 435 nach der an der Division Str. belesenen Fabrik der E. H. Gillette Bent Wood Works" gerufen, woselbst ein Feuer ausgebrochen war. AIS die Löschmannschaft auf der Brandstätte erschien, loderten die Flammen, welche an dem massenhaft in dem Gebäude ausgestapelten, leicht brennbaren Material reiche Nahrung gefunden hatten, schon aus allen Fenstern mäch tig empor. Da sich in nächster Nähe die Holz. Höfe der Firma befanden und eine an dere Fabrik nicht weit entfernt lag, so fand der Feuer Chef eS für ge rathen, dem ersten Alarm einen dop pelten folgen zu lassen, um weitere Verstärkungen zur Bekämpfung des FeuerS zu erlangen. Diese Vorsicht war jedenfalls sehr amPlatze, denn sonst wäre eine Feuers brunft unvermeidlich gewesen. Von allen Seiten ergossen sich riesige WasserMassen in das dem Verderben geweihte Gebäude, aber immer wieder schössen die Flammen, feurigen Garben gleich empor, so daß der r,the Schein derselben auf weite Entfernung sichtbar war. Trotzdem der dichte Qualm und Rauch den Feuerleuten fast den Athem benahm, hielten sie in unmittelbarer Nähe der Brandstätte tapfer aus und ihren schier übermenschlichen Anstren gUNgen gelang eS. das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken. Die Fabrik aber wurde mit ihrem gesammten Inhalt an fertigen Waa ren, Malerialen und Maschinen total zerstört. Einige von den Nachbarhäusern wurden nur leicht beschädigt. Wie das Feuer entstand, ist zur Zeit noch nicht aufgeklärt. Der Wüch ter behauptet, eine Stunde vor dem Ausbruch desselben' einen Rundgang durch das Gebäude gemacht und nichts entdeckt, noch einen Brandgeruch ge spürt zu haben. Herr C. H. Gillette, welcher seit 30 Jahren Eigenthümer der Fabrik ist, schätzt seinen Verlust auf $60,000 und demselben stehen Versicherungen von $2500 gegenüber. Eine mehr conser vativen Schätzung jedoch giebt den Verlust als etwa $35,000. 75 Leute, welche in der Fabrik be. schüftigt waren, sind durch die Zerstö rung derselben wahrscheinlich auf lange Zeit außer Arbeit gekommen, da Herr Gillette sich noch nicht schlüssig ist, ab er die Fabrik wieder aufbauen will. Die von dem Feuer betroffenen Ver sicherungs Gesellschaften sind die Jndplö. Fire Ins. Co." und die Farmer'S Fire Ins. Co." DaS MerchantS Salvage Corps lei stete insofern gute Dienste, als eS die Bücher und Office Einrichtung vor dem Verderben rettete. Die FreiheitS-Glocke wird hier ausgestellt werden. Mayor Holtzman hat von den Behörden in Philadelphia die Mite theilung erhalten, daß die berühmt. Freiheits.Glocke, welche sich zur Zeit auf der Weltausstellung befindet, Ende November, um welche Zeit sie nach der Stadt der Bruderliebe zurückgebracht wird, in Indianapolis ausgestellt wer. den wird. Die 3. Jahres Convention der National Vereinigung der Auf. sichtsräthe der StaatS-Banken nimmt heute Vormittag ihren Anfang. Die VormittagSsitzungen finden in den Zimmern 12 uud 14 des StaatShaufeS statt, am Nachmittag tagen die Herren im Englifh Hotel.

Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so

wird sich die Feier deS ..Indianapolis. Tag- zu einer großartigen Affaire ge. stalten. Das betreffende Comite hat ein Circular an alle Bewohner von Jndiana erlaffen, in welchem dieselben aufgesor.dert werden, am 5. October in St. Louis auf der Welt-AuSstellung als an dem Indianapolis Tage anwesend zu sein. In dem Circular wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Woche, beginnend am 3. Oktober den Besuchern von St. LouiS noch ganz besondere Attraktionen bieten wird, da in derselben derUmzugdeSVerschleiertenPropheten" abgehalten werden wird. Derselbe findet am Abend des 4. Oktober statt. Die Indianapolis MilitärCapelle wird die Excursionisten nach St. Louis be gleiten und an dem JndianapoliS.Tag Concerte im Jndiana Gebäude veran. stalten. Das Circular ist unterzeichnet von John W. Holtzman, Mayor; A. E. Ubl, I. B. Murray, M. I. Shea, Daniel Linus und'J. D. Moriarity, Mitglieder des Stadtrath.Comite'S; Hiram Brown, R. G. McCline und E. A. Hendrickson vom Commercial Club'Comite. Frau Sattie Willis erhalt ihr f Kind zurück. In der HabeaS Corpus Klage, welche Frau Hattie Willis angestrengt hatte, um wieder in Besitz ihres 13 Monate alten Kindes zu gelangen, wel. cheS von ihrem von ihr getrennt leben den Gatten entführt worden war, gab Richter Allen eine Entscheidung zu Gunsten der Frau ab. Dieselbe war Überglücklich, als sie ihr Kind wieder in ihren Armen hatte. Angeblich an Kleptomanie leidend. . Der Fall der Frau M. I. Weiler, No. 1117 Bellefontaine Str. wohnhaft, wurde im Polizeigericht auf nächsten Freitag verschoben. Sie ist beschul digt, von den Veranden verschiedener Häuser auf der Nordseite Blumen und Pflanzen gestohlen zu haben. Ihr Mann behauptet, daß seine Frau an Kleptomanie, und zwar zur Zeit deS Vollmondes, leidet. Sie befindet sich gegen Bürgschaft von $250 in Baar, welche ihr Gatte leistete, auf freiem Fuße. - Chan Fang Wing an die Großgeschworenen überwiesen. Chan Fang Wing, der Sohn des himmlischen Reiches, welcher von seinen: Landsmann und Arbeitgeber E. Lung, N. Delaware Str., 81600 stahl, ver zichtete gestern im Polizeigericht auf ein Vorverhör und wurde an die Großge schworenen überwiesen. Ausstellung des Connth-Garten-bau-BereinS. Am nächsten Samstag findet im Staatshause die jährliche Herbst.Auö ftellung des GartenbaU'VereinS von Marion County statt. Dieselbe um faßt Früchte, Gemüse und Blumen. Am Nachmittag werden dieselben ver auktionirt werden. Unfall. John Malte, ein Geschäftsreisender von Chicago, wurde gestern Nachmittag vor dem Hause No. 151 Oft Market Straße von einem Wagen umgerannt. Die Rüder gingen über seinen linken Fuß hinweg und zerquetschten denselben in arger Weise. Nachdem die Dis. pensariumS'Aerzte ihm ärztliche Hülfe hatten angedeihen laffen, wurde der Verletzte per Ambulanz nach dem Stadt'Hofpital überführt. Raucht die B0NANZA.

Rev. I. M. Severinghaus ist von

dem Executiv-Ausschuß der Jndiana'er Methodisten Kirche von dem Pastorat der deutschen Methodisten . Kirche in Zefferfonville entbunden worden. DieS st geschehen, um ihm Zeit zu geben, sich ganz seinen Pflichten als Superinten, dent des LouiSville Diakoniffen-Ho-spitalS widmen zu können. Zu seinem Nachfolger in Jeffersonville ist Rev. C. Schneider von White Creek, Ind., er nannt worden. - Damen - Berein des Südseite Turnvereins. Der Damen-Verein des Südseite. Turnvereins hält heute Abend seine regelmäßige Versammlung ab. Die Mitglieder sind ersucht, sich voll. zählig einzufinden, da wichtige Ge schäste vorliegen. Kriminalgericht. William Shocmaker, 38, der am 5. . September ein Wagenrad und einen Wagensitz aus . Gue. delhofer's Wagenfabrik entwendete, wurde gestern im Kriminalgerichte mit einer Michigan City Strafe von 1 3 Jahren bedacht. Das Arbeitshaus birgt zur Zeit 216 Gäste und ist dermaßen über füllt, daß viele Zellen 2 Insassen beher bergen. Gestern wurden vom Poli zeirichter 28 Gefangene hinausgesandt. S u l l i v a n, Ind., 27. Sept. In einer Schlägerei in einer hiesigen Wirthschaft, wurde gestern Nacht Albert JZbell durch Schußwunden so schwer verletzt, daß er wohl nicht mit dem Leben davonkommen wird. Lon Shaw, der ihn schoß, stellte sich sofort den Behörden. Die Schießerei war die Folge einer alten Feindschaft zwischen beiden, welche auf diese Weise zum Austrage kam. Vor Jahressrist wurde Jöbell wegen Herumlaufen mit einem Schießeisen verhastet und Shaw half zur Zeit den Beamten, den Mann fest zunehmen. Jsbell, der längere Zeit in Dugger, Ind., gewesen, kehrte gestern mit der ausgesprochenen Absicht nach hier zu rück, sich an Shaw zu rächen. Beide trafen sich in einer Wirthschaft und sofort stürzte Jöbell auf Shaw los und fing an zu schießen. Shaw erwiderte das Feuer und brachte seinem Gegner zwei Wunden bei. Die eine Kugel durchbohrte .die Lunge und setzte sich im Rückgrate fest. Nach Ansicht der Aerzte ist der Tod nur eine Frage von Stunden. ' Jsbell soll in zahllose Schlägereien verwickelt gewesen sein und erst letzte Woche zerschmetterte er einem Manne, mit dem er in Streit gerathen, den Kinnbackenknochen. Sein Leumund in hiesiger Nachbarschaft ist nicht der Beste. - . Neuer Federweißer, bei August Putsch, Ecke Wabash und Liberty Straße. Von einer resoluten Frau wurden kürzlich sämmtliche TrolleyCars der North Cramer Hill Linie in Camden, N. I.. beim Passiren ihres Hauses aufgehalten. Die muthige Amazonin warFrau Herman Kramm, deren Gatte einen Grocery - Laden treibt. Frau Kramm stellte sich mit einem großen Wassereimer auf die Geleise und zwang dadurch alle Motorführer, ihre Cars anzuhalten, worauf sie ihnen eindringlich an's Herz legte, beim Vorbeifahren die Schnelligkeit zu mäßigen, weil der Staub, den die Cars durch Schnellfahien aufwirbelten, ihr ganzes Haus erfülle und unbewohnbar mache. Ferner ersuchte die Frau die Carleute, dem Präsidenten der Bahn zu sagen, er möge Sprengwagen über die Route fahren lassen, um den Staub festzulegen. Dies sei ihr zwar für den Sommer versprochen worden, aber sie habe nur zweimal einen Sprengwagen vorbeifahren sehen. Frau Kramm sagte, sie werde jede Car aufhalten, bis solche langsc:m vorbeifahren würden.

Frank D. Ader zum Senator nominirt. G r e e n c a st l e, 26. Sept. Frank

D. Ader wurde auf der heutigen demo kratischen Convention zum gemein schaftlichen Senator für die Countiek Putnam und Montgomery nominirt. Festlicher Empfang für Parker. E v a n S v i l l e , 26. Sept. ES ist die Rede davon, daß PräsidentschastsCandldat Parker während der Cam pagne diesen Staat bereisen und dann wahrscheinlich auch in CvanZville spre. chen wird. Die demokratische CampagneLeitung wird den Besuch zu arrangiren suchen und würde man dann dem Präsident schastS'Candidaten einen festlichen Em pfang bereiten. Feuer in einem Hospital. Marion, 26. Sept. In dem Marion Hospital brach heute Morgen ein Feuer auS; die Patienten kamen jedoch mit dem Schrecken davon, der Hausknecht Carl Wallace wird jedoch ' aller Wahrscheinlichkeit nach sterben. Er war in den Keller gesandt worden, um Alkohol zu holen. ES war dunkel in dem Raum und er zündete ein Streich holz an. In demselben Augenblick entstand eine Explosion, welche das Feuer verursachte. Wallace erlitt ent setzliche Brandwunden. Grundsteinlegung einer Kirche und eines Hospitals. R i ch m o n d, 26. Sept. Die Grundsteine zum Reid Memorial Hospital und zur Reid Memorial Kirche werden morgen unter entsprechenden Feierlichkeiten gelegt. Kirche sowohl als Hospital sind von Daniel G. Reid, einem früheren Be. wohner von Richmond gestiftet; für daS erstere hat er $125,000 und für die letztere $50,000 ausgesetzt. Erboste Farmer. H a r m o n d, 26. Sept. Die Far. mer von Lake County haben eine große Wuth auf Automobilisten, welche in letzter Zeit die Paffage auf den Land ftraßenZsehr gefährden. Am Sonntag wurden die Farmer Cornelius Ralf und Cornelius Porto, welche sich auf der Fahrt zur Kirche befanden, auf die Straße geschleudert und schwer verletzt. Ihre Pferde waren vor einem daher sausenden Automobil scheu geworden und in tollem Galopp davon gerannt. Jeffersonville, 26. Sept. Wenn die Stadt Jeffersonville, welche der Wassergesellschaft Alles in Allem nahezu $20,000 an Wassermiethe schuldet, ihre Schuld begleicht, wird die Gesellschaft $25,000 anlegen, um der Stadt das ganze Jahr hindurch reines und gutes Wasser zu liefern. Wie die Dinge jetzt liegen, ist das Was ser manchmal so schlecht, daß eS Leute giebt, die offen erklären, daß sie ihr HauS lieber würden abbrennen, als ein Feuer mit diesem Wager löschen laffen. Die Sachlage wurde so schlimm, daß Stadt sich weigerte, ihre Wasserrech nungen zu bezahlen. Es wurde donn allerdings ein Prozeß auf $15,000 sammt Zinsen angestrengt, aber eine Verhandlung hat nie stattgefnnden. Mayor Schwaninger versuchte seiner Zeit wiederholt, einen Compromiß an zubahnen, allein der Stadtrath wollte sich aus nichts einlassen. In der letzten Zeit hat nun die Wassergesellschaft ein großes Areal in der Nähe des Regierungsdepots gekauft und will dort ein System von Tief brunnen anlegen, deren Wasser von Pumpen von 1,500,000 Gallonen Ca Parität direkt in die Leitung gepumpt werden soll. Zwei der Brunnen find schon gegraben, und wenn sich das Wasser bei einer jetzt begonnenen Ana lyse als rein erweisen sollte, wird man mit den Arbeiten fortfahren und hofft dann, den Stadrath zur Deckung sei ner Verpflichtungen bewegen zu können. 5 Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'Z Longfellow".

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