Indiana Tribüne, Volume 28, Number 29, Indianapolis, Marion County, 26 September 1904 — Page 6
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Jüdin Tribünc, 26. September 1904
Richter VnrKer's AnnnkmcSchreiben. An Hon. Champ Clark und Andere, Comite etc. V!eine Herren! In meiner Antwort an Ihr Comite bei der offiziellen Benachrichtigung von meiner Nomination zum Präsidenten nahm ich auf einige Fragen Bezug, welche in diesem Schreiben nicht berührt sind. Ich mochte jedoch nochmals auf meine damals ausgerückte Ansicht über die GoldWährung zurückkommen und betonen, daß ich zu ihr unbegrenztes Bertrauen habe, und daß ich es anerkenne, daß der Nationalkonvent in St. Louis zu meiner Depesck'e so prompt StelIrma, genommen hat. Ernste öentliche ffragen drängen zu einer Entscheidung. Die demokratische Partei appellirt an das Volk in der Zuversicht, daß ihre Stellung zu diesen s?rag?n an den Stimmkästen Qutaeneißen und gebilligt werden wird. Wäh rend es zahlreiche politische Fragen zu erledigen oiebt, stehen einige in der öffentlichen Besprechung in hervorragender Weise voran. Au diesen gehören: Tarifreform, Imperialismus, sparsame Äerwaluna und Ehrlichkeit im öffentlichen Dienst. Ich werde diese und einige andere Fragen in den engen, für dieses Sck???b?n vorgesehenen Grenzen kurz befv.rechen. Imperialismus. Obwohl ich meine Ansichten über diese besottders brennende Frage bei der oben erwähnten Gelegenheit bereits besprochen habe, zwingt mich deren hervorragendeWichti?keit nochmals auf sie ZurnZ',ukommen. Die Fraae wird oftmals in das Schlagwort: Constitutionalismus versus Imperialismus" gekleidet. Wenn wir uns unsere Freiheiten und verfassunasmäßZen Recht: unge-sch-nlert tr'caikn wollen, können wir zu keiner Zeit und zu keinem Zweck dulden, daß sich die Executive unserer Regierung rieft versassunasmä'nie Machtbefugnisse anmaße. Wir sollten immer der Worte Websters eingedenk sein: Die Freiheit kann nur durch die Festhaltung konstitutioneller Schranken und eine r-iae Bertbeilung der politischen Machtbefugnisse bewahrt werden." Die Bundesregierung ist bereits zu sehr zentralisirt worden, und zwar weit über das Maß binaus, das den Gründern der Verfassung vorgeschwebt hat oder von beabniat werden i. Wie gewaltig hat das Alles die Machtfülle des Präsidenten vermehrt! Sie bat sich von 5tahi zu Jahr vergrößert, bis sie derjenigen vieler Monarchen fast gleich kommt. Wenn das Wachsthum des Landes und die Gröe unsenr zwisck-nstaatlichen Interessen einen plausiblen Grund für diese Vacht?entralisation zu liefern scheinen, so sollien aerade diese selben Thatsachen den ellerkräftigsten Grund dafür liefern, da& der Exekutive nicket gestattet sein sollte, auf die andern Zweige der Regierung übe?, 'greifen und sich aesenzzeberische odn andere, nicht ausdrückNch in der Verfassung niedergelegte Befugnisse zuzuschreiben. Die Frage des Imperalismus, welöe dem Lande aufgezwungen word?n ist, ist im Grunde keme andere als die ob das Gesetz des Landes oder die Herrschaft der Laune eines Einzelnen regieren soll. Der Imperialismus rnaa, glänzende, überraschende, schimmernde Nesnliat? ?eHhen. aber d'e Demokratie unterwirft einen im Selbstherrscherthm befangenen Ere Zutivbeamten der nüchternen Kontrolle c Zolles. Das Volk der Ver. Staaten steh! am Scheidewege. Sollen wir den Fußtapsen . unserer Väter folgen auf den Pfaden des Friedens, des Gedeihen? und derZufriedenhnt, geleitet von dem immer jungen Geist der Verfassung, welche sie für uns gezimmert haben. ,dn sollen wir auf fremden, unerprootn Pfaden wandeln, die bisher von Allen vermieden worden, sollen wir blindlings neuen Gesichtspunkten fol5?n, welche wohl glanzvoll an die EinZildungskraft und den Ehrgeiz appelliren, sich aber als Irrlichter erweisen mochten, die uns in Schwieriakelie führen, aus denen es unmöglich sein dürfte. unS heraus zu ziehen, ohne dauernden Schaden für unsern nationalen Charakter und unsre Institutionen? Tarif und T r u st s. Tarifreform ist einer der Hauptgrundsätze des demokratischen Glauiensbekenntnisses, und die Nothwendigkeit derselben war niemals größer als zur gegenwärtigen Zeit. Sie scll:e im Interesse unseres gesammten Aolkes sofort :n!ernon-men werden. Der Dingley-Tarif ist in vielen seiner Raten übermäßig hoch und mindepens teilweise ungerecht und da? 2W überbürdend. Er sichert den einh'.'imischen Fabrikanten, einzeln oder komllüxl, das Vorrecht, im Inland übermäßig hohe Preise zu verlangen, un zwar Preise, welche weit über dem Ni veau Derer stehen, welche im Ausland? erzielt werde?, so daß den Auslände??. aufK"sten unserer eigenen Bevölkerung eine Prämie beilliat wird. Der Tarif erheb! bedrüende und unaerech?' Abaaöen auf viele Artikel, welch; z" dielen unserer verarbeiteten Produkte $ani ode? tbeilweise die sogmannteRobltoffe liefern, und 'er belaste! n:dr allein den Kenlumznten. sondern der schließt auch dem Fabrikanten d'.e
Auslcndsmärkte. deren e? bedarf und ohne die er nicht auskommen kann. Die ungerechten Steue?n des Ta?ife belasten das Volk im Allgemeinen und zwingen es, übermäßige Preise für Nahrungsmittel, Heizungsmaterial, Kleidungsstücke und andere Lebensbedürfnisse zu zaylen. Er erhebt Abgaben auf viele Artikel, welche unter normalen Verhältnissen in irgend wie beträchtlichen Mengen kaum importirt werden, welche im großen Maßstabe im Inlande hergestellt werden und für die schwerlich der eingefleischteste Schutzzöllner einen Schutzzoll gerechtfertigt finden würde: Artikel, die im Gegentheil in großen Mengen export:?t werden. Solche Zölle sind und bleiben eine direkte Aufforderung zur Bildung riesiger industrieller Kombinationen, welche, gesichert vor der ausländiscken Konkurrerj'., in den Stand gesetzt werden, die einheimische Konkurrenz zu unterbinden und den inländischen Markt thatsächlich zu monopolisiren. Der Tarif führt eine Menge Abga ben auf, welche lediglich zu dem Zwe auferlegt werden, um eine Grundlag: für Ermäßigungen auf dem Wege ttc Reciprocitätsverträge zu liefern, welch: die republikanische Verwaltung abzuschließen versprach. Nachdem sie sich auf dieses Versprechen hin die erh'öh.en Zölle verschafft hatten, vereitelten oie Führer der republikanischen Partei im Solde der Interessengruppen die von der Exekutive negotiirtenVerträge, uno jetzt klamemrn sich dieselben Interessenten an den Vortheil dieser Zölle, we.ch: ihnen zuzuwenden, das Volk niemals beabsichtigt hatte, und auf welche sie niemals einen .moralischen Anspruch haben. Viele Industrien, welche ein hundertjähriges allmähliges Machstbum hinter sich haben, schießen jetzt zu industriellen Riesen auf. Der DingleyTarif fordert geradezu zur Kombinztion und zum Monopol heraus, und es scheint der Satz berechtigt, daß der Tarif die Mutter der usis ist. Aus den oben angeführten Gründen verlangt das Volk die Abstellung dieser Mlßbräuche und eine solche Rcform, die sofortige Beachtung verdient. Die beiden führenden Parteien Hzben bezüglich des Prinzips der Zollbesteuerung stets ihre verschiedenen Ansichten gehabt. Unsere Partei hat stets die Theorie aufgestellt, der Zweck eines Tarifs sei nur die Aufbringung der Einkünfte zum Unterhalt der Regierung. Die republikanische Partei andererseiks behauptet, Zollabgaben sollten hauptsächlich zum sogenannten Schutz dienen, während die Ausbringung der Einkünfte als Nebenzweck zu betrachten sei, und sie benutzt somit das Besteuerungsrecht zum Aufbau des Geschäfts und Reichthums der Wenigen auf Kosten der Vielen. Dieser grundsätzliche Unterschied besteht noch fort, aber unsere Partei ist sich bewußt, daß die langfortgesctzte Politik des Landes, wie sie in seinen Gesetzen zum Ausdruck kommt, es nothwendig macht, an die Tarifrefo?m mit Vorsicht und Besonenheit heranzutreten auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen, damit eine unmittelbare Umwälzung der bestehenden VerHältnisse vermieden wird. ' Um die Worte unserer Platform zu gebrauchen, wir verlangen eine Revision und eine allmälige Herabsetzung des Tarifs durch die Freunde der breiten Menge und im Interesse des Allgemeinwohls. und nicht durch die F:eunde seiner Mißbräuche, seiner Erpressungen und seiner Ungerechtigkeiten." Heilmittel gegen Trusts. Ich habe in meiner früheren Antwort auf das Heilmittel,' welches nach meiner Ansicht wirkungsvoll gegen die Monopole 'zur Anwendung gebracht werden kann, hingewiesen, und es wurde damals dieVersicherung gegeben, daß, wenn' die bestehenden Gesetze, sowohl das Versassungsrecht als auch das Gemeinrechf, sich meiner Erwartung zuwider unzulänglich erweisen sollten, ich solche weitere Gesetzgebung innerhalb der verfassungsmäßigen Grenzen befürworte, welche am besten die Interessen des ganzen Volkes fördert und sicherstellt. In wieweit das bestehende Gemeinrecht von den Bundesgerichten -ange-wandt und durchgeführt werden kann, darüber hat weder der Präsident noch der Präsidentschaftskandidat zu entscheiden. Denn die Entscheidung dieser Frage wurde vom Volke beim EntWurf der Verfassung der Iustizverwaltung und nicht der Exekutive übertragen. Der oberste Gerichtshof der.Ver Staaten hat kürzlich die Frage erwogen und in demFall der Western Union Telegraph Co. gegen The Call Publishing Co. (vergl. Band 181 der U. S. Supreme Court Reports". Seite 92) die Entscheidung gefällt, daß die Prinzipien des Gemeinrechts von Bundesgerichten bei Prozessen bet?effs des zwischenstaatlichen Verkehrs zur Anwenvunq gebracht werden dürfen, falls keine den Fall deckenden Vundesgesetze vorhanden sind. Das ist das Landesgesetz. Gegenseitigkeit. In meiner Ansprache an das Notifi-zirungs-Comite sagte ich. daß die Ta-rif-Reform von den besten Interessen der Fabrikanten sowohl als ?uch de? Konsumenten verlangt werde". Ebenso wahr kann man sagen, daß die Wohlthaten der Recivrocitäts-Handelsver-träge beiden förderlich sein würde. Daß durch solche Verträge den Konsumente,-.
gerolsen wurve, t unvenrenoar. a?z der Fabrikant großen Aortheil davon hätte, schon durch Vergrößerung seines llbsa im Ausland, bedarf kaum eines Beweises. Selbst der Ausdruck heimischer Markt" lat seine Vedeutung gewechselt. Früher bedeutete er, vom Standpunkt des Fabrikanten aus. Ausdehnung, heute hat das wunderbare Wachsthum unserer ManufakturIndustrie so weit die Konsumptionstonst unserer beimischen Märkte überholt, daß der Ausdruck heimische? Markt" eher Beschränkung als Ausdena bedeutet. Wenn wir unsere Fabriken bis zu ihrer vollen Leistungsfähiakeit in Betrieb setzen und erhalten, und so unseren Arbeitern stetige Beschäsligun geben und sowohl diesen als auch den Fabrikanten die aus vermehrter Produktion erwachsenden Vortheile üchern könnten, dann müssen zum Absatz immer neue Märkte gefunden werden. Ferner, wenn unsere Fabrikanten auf ganz oder zum Theil importirtes Rohmaterial angewiesen sind, so ist es für die Ausb?eitung von reren Märkten im Ausland wesentlich, daß sie sich ihre Materialien zu den günstigsten Bedingungen verschaffen können. Unser Märtyrer-Präsident William McKinley wußte diese Situation Zu würdigen. Er zeigte in seiner letzten öffentlichen Ansprache, daß wir vernuinze Handels - Vereinbarungen treffen müßten, falls wir die Abzugskanale für unseren wachsenden Ueberchuß ausdehnen wollen."' Er sagte 'erner: Ein System, welches einen wechselseitigen Austausch von Waaren vorsieht, ist entschieden wesentlich für das fortgesetzte und gesunde Wachsthum unseres Exporthandels Die Periode der Abgeschlossenheit ist vorüber. Die Ausdehnung unseres Handels und Verkehrs ist zur brennenden Tagesfraqe geworden. Handelskriege werfen für die, die solche unternehmen, keinen Gewinn ab. Eine.Politik des guten Willens und freundKcher Beziehungen wird Repressalien vorbeugen. Recivrocitäts-Verträge sind im Einklang mit dem Geist der Zeit; Retaliations-Mcregeln aber nicht." Die stetige Weigerung der republikanischen Mehrheit im Bundessenat, die in Befolgung der von Männern wie Alaine und McKinley, abaeschlossenen und selbst im Dingley-Tarifge-setz ausdrücklich sanktionirten Recipro-itäts-Handelsverträge zu ratifiziren, ist nichts Anderes wie der Ausdruck einer unlauterer Gesinnung. Wie schon von mir erwähnt, wurde der überhohe Zoll, welcher auf manche Jmport-Artikel von dem DingleyTarif gelegt wurde, von dem Verfasser des letzteren selbst zugestandenermaßen nicht als permanent angesehen, sondern sollte nur zeitweise als Marimalzoll gelten, von dem die Bundesregierung eine Reduktion . osferiren dürfte als Entgelt für eine gleiche Konzession seitens einer ausländischen Macht. Der Präsident McKinley versuchte, diese Absicht ehrlich durchzuführen. Unabhängigkeit für d i e Filipinos. In 'gewissen Kreisen hat man angenommcn. daß bei Besprechung der
Philippinen-Frage in meiner Annahmerede das Wort Setbstregierung etwas weniger bedeuten sollte, als Unabbänaiakeit. Es war nicht beabsichtigt, duß es aufgefaßt werden sollte, als ob es weniger als Unavyangigkeit bedeuten sollte, auch glaube ich nicht, daß es so, wie angewendet, weNiger bedeutet. . Um jedoch jegliche Möglichkeit für eine Unklarheit auszuschließen, erkläre ich jeyt, daß ich in herzlichem EinVerständniß mit jener Planke in unserer Plalrornt bin. welche das sür die Jilipincs fordert, wis wlr bereits für die Sudaner getuan haben; und ich bin dafür, ihnen zetzt das Versvreche zu oJ n, daß wir den Filipino's völlige Fre'-ret geben, sobald wir gehölig dafür vorbereitet sind. Wenn Unabhängigkeit so, wie die Cubaner sie genießen, den Filipinos zur gegenwärtigen Zeit aus Gründen der Staatsklugheit noch nicht gewährt werden kann, so wird das Versprechen, daß sie in dem Augenblick eintreten wird, da sie fähig sind, sie anzunehmen, dazu beitragen, ihre EntWicklung eher zu fö?detn als zu hindern. Und dieses sollte geschehen, nicht nur aus Gerechtigkeit für die Filipinos, sondern um unsern eigenen Grundsätzen nachzuleben. Amerikanisches Bürgerrecht. Das Gelöbniß de? Platso?m, uns:ren Bürgern, ohne Unterschied der Rasse oder des Glaubens, ob eingeboren oder naturalisirt, im Inlande und im Auslande, . den reichen Schutz der Gesetze zu sichern und den Nießbrauch aller Rechte und Privilegien zu .sichern, muß eingelöst werden. Zur Erreichung eines solchen Endzwecks ist es wesentlich, daß ein von de? Regierung der Ver. Staaten an einen amerikanischen Bürger ausgestellten Paß in der ganzen Welt als Beweis dafür, daß er Bü?ge? ist, angenommen wi?d. C i v i l d i e n st. Das Geietz bezüglich Civildienst ist das Ergebniß der Bemühungen einj'chtsvoller, selbstloser und gemeinsin Niger Bürger. Die Ausführung unter ihm war häufig von solcher Art, daß sie gegen den Geist des Gesetzes verstieß, doch sind die selbst unter theilweiser Ausführung des Gesetzes erzielten Resultate derartig, daß sie die vollste Ai
enennung m demokratische Pari verdienen, die an den Prinzipien der
Civildienstprüfung mit aller Macht e lejlyall. ' Vertheilung von Oed länd e r e l e n. Ein Länderciengebiet von riesiger Ausdehnung im Westen, von welchem einzelne Theile in jedem der sechszehn in dem Gesetze erwähnten Staaten und Territorien liegen, wird direkt durch das Bundesgesetz, das Ergebniß mtclligenter und langer Anstrengungen hervorragender Burger, das die Ver theilung der Oedländereien zum Besten von Heimstattesuchern verfugt,-berührt. Während der Jahre derEntstehung des Gesetzes, das schließlich die Stimme eines jeden Bundessenators erhielt, stieß dasselbe auf Opposition, die in großem Maße auf der Ansicht fugte, daß es der Zweck der Verfasser dessel ben sei, die Wohlthaten der Beriefelung Privateigentümern auf Kosten der Reaieruna zuzuwenden. Der Zweck des Gesetzes ist aber der, jenes riesige Gebiet in den Stand zu setzen, seine Oedländereien fruchtbar zu machen, ohne die Steuerzahler des Landes im allgemeinen dafür bezaylen zu lassen. .Ob der Zweck der Bill in vollem Maße erreicht we?den w:?d. wi?d m erster Li nie von der Fähigkeit, dem richtigen Urtbeil. der Unabhängigkeit und der Redlichkeit der Beamten des Departements des Innern abhängen, unter deren Obbut das aroße Werk steht. Im Jahre 1902 hatten die Hauptkanäle und Bewässerungsgräben in der in Rede stehenden Region eine Gesammtlänae von mehr als 69.000 Meilen. Das Berieselungswerk stand damals noch in seinen Kinderschuhen. Die GefammUosten des Baus, der nöthigenSchleusenthore. Dämme. Hauptkanäle. Gräben. Reservoirs undPumpstationen betrugen zu jener Zeit etwas über 593.000,000. woraus sich erqiebt. daß die Vollendung des ganzen Werks in jener Gegend sich schließlich auf Hunderte von Millionen belaufen wird. Panama - Kasal. Der Jsthmuskanal wurde von unseren Staatsmännern lange erhofft und war zugestandener Maßen das Hauptziel der beiden großen Parteien. Nachdem nunmehr die Route für den Kanal ausgewählt ist, sollte die Vollendung des Werkes so viel wie möglich beschleunigt werden. Die Art und Weise, wie die Exekutive die PanamakanalRoute und -Rechte erworben hat. wird von Aelen bedauert. Die Angabe, daß dadurch die Herstellung eines großen öffentlichen Werkes zum Besten unseres Volkes gesichert wurde, wird nicht allgemein als eine genügende Antwort auf die Anklage, daß Treue und Glauben der Ration ve?letzt wo?den sind, angesehen. Viele sagen sich, daß die P?inzipien und gesunden Uebe?zeugunaen.derenVerwirklichung uns groß und frei gemacht hat, in entschiedenem Widerstreite stehen mit dem Argument und der Idee, daß wir blind sein sollen gegenüber den Mitteln, welche zur Förderung unseres Wohls in diesem Falle in Anwendung gebracht worden sind. Sie sagen, mit einem Worte, daß es ni'ckt allemal aut ist, wenn der Zweck die Mittel heiligt. Die Gesetze der Ver. Staaten haben der Exekutive die Pflicht auferlegt, m'-t gebührendem Eifer bei der Arbeit der Vollendung des Kanals vorzugehen. Diefe Pflicht sollte prompt erfüllt werden. Amerikanische Schifffahrt. Nur acht Prozent unserer gesammten Ein- und Ausfuhr werden in amerikanischen Schiffen beförderte 15 Jahre lang, bis 1860, als die republikanische Partei zur Macht gelangt war. wurden durchschnittlich 75 Prozent unseres auswärtigen Handels durch unsere Kauffahrteiflotte vermittelt. ' Im Jahre 1877 war unser Antheil auf 27 Prozent zusammengeschmolzen, und heutigen Tages befördern wir nur noch einen verächtlich kleinen Bruchtheil dieser Ein- und Aussuhr. 5m Jahre 1810 vor beinahe 100 Jahren wurden im ausländischen Handel übe? 100.000 Tonnen mehr auf amerikanischen Schiffen befördert, als im letzten Jahre. Angesichts dieses beständigen Rückganges der amerikanischen Rhederei während der letzten 43 Jahre ist das Versprechen der Republikaner, wieder aufzubelfen. nicht ermuthia.end. Die Geschichte der demokratischen Partei ?5igt, dan es Weiser sein dü"te. dieser die Aufgabe anzuvertrauen. Untersuchung der Regierungs - Departements. Kürzliche Enthüllungen, verbunden mit der rapiden Zunahme der Ausgaben unserer Regierung, lassen eine Untersuchung aller Departements der Verwaltung nothwendig erscheinen. Die Demokraten im Kongreß haben dies verlangt, doch hat die republikanische Majorität dies Verlangen rundweg abgelehnt. Das Volk kann im November an der Wahlu?ne entscheiden, ob es eine ehrliche und dvrchgreisende Untersuchung wünscht. Ein demokratischer Kongreß und eine demokratisch: Exekutive würden eine solche verbürgen. , Armee und Marine. Mit Recht sind wir auf dk Offiziere und Mannschaften unserer Armee und Marine stolz. Beide haben indes unter der beständigen Einmisch'na perfonlichen und politischen Einflusses zu leiden gehabt. Beförderungen .und Anstellungen basirten gar häufig auf
FovsrittLmus statt auf Verdienst. Die Urtheile von Kriegsgerichten und Untrrsuchungen. welche politische Einflüsse erkennen ließen, sind unter Umständen kassirt worden. Diese und andere Uebelstände sollten abgestellt werden.. P c n s i o n i r u n g u n s e r cr S o l baten unb M a t r o s c n. Die national? Demokratie bcgün stigt ausroichc-nde Ponjioncn für die i'chcrleucndcn Soldaten und Matrosen und die von ihnon abhängigen Faini linimitgliedcr. weil diese Leute ver. dienen, liberal behandelt zu werden. Sie verspricht zu diesem Zweck in xiy rer Platform den Erlaß ausreichen' der Gesetze. Die nationale Deniokra tie spricht aber der Exekutive das Recht ab, sich die Prärogative des Kongresses aiiznmaßen und ans eigener Machtvollkonunmheit Gesetze zu erlassen. Eine solckie Usurpation wurde durch Pensionö'Vefcl'.l Wo. 78 versucht, und sie wnrde selr zum Be dauern durch den Kongreß, der nicht wagte, die Usurpation zurückzuweisen, gutgeheißen. Tie alte Frage: Was sollen wi? mit der Sache thun", wird uns jetzt in derselben Form vorgelegt. Als Ant wort darauf sagt die Administration-. Es ist leicht, die Aufrichtigkeit unse rer Gegner in dieser Angeleaenheit zu prüfen. Der betreffende V?febl kann jederzeit nach dem Belieben der Exe tutive widerrufen werden. Wenn un sere Gegner zur Herrschaft gelangen, tonnen sie den Befehl widerrufen und 'die Veteranen, die 62 und 70 Iabre alt sind, so behandeln, als ob sie ihre volle körperliche Kraft besäße:: und zu keiner Pension berechtigt wären. Wollen sie in bestimmter Weise erklären, daß sie das thun werden? Wenn sie das wollen, so nehmen wir den Hand schuh auf." Beziehungen zum Auö lande. Die Beziehungen der Negierung zum Ausland haben in den lctztver. Ilossenen Jahren besondere Bedcmung erlangt. Deshalb ist es mehr als je von wesentlicher Bedeutung, daß wir an der traditionellen Politik des Landes, wie sie durch seinen ersten Präsidenten formulirt wurde, festhalten nämlich: freundschaftliche Beziehungen mit allen Nationen anzustreben, während wir alle wirklich Bündnisse meiden. Solch' eine Politik bedeutet die Pflege des 'Friedens, allerdings aber nicht die Verherrlichung des Krieges und die Förderung unserer eigenen Angelegenheiten statt prätentiösen Einmischens in die Affairen anderer Nationen. Sie ist aufgebaut auf der strikten Beobachtung der Lehren des Völkerrechtes und verurtheilt die Doktrin, daß ein großer Staat vermöge seiner Stärke die Oberherrschaft über .einen kleinen Staat oder sein Gebiet an sich reißen darf, nur, weil letzterer schwach ist. Reform in Regierung sausgaben. 28 Jahre stno ve:fiossen, seitdem die im Konvent versanmetie demokratische Partei des Staates New Kort der Naüonal - Demokratie die Nomi-
nation von Samuel I. Tilden als ihren Kandidaten für die Präsicenienahl empfahl und erklärte, es sei iyre feste Ueberzeugung, daß die Rüctkehr zu den Prinzipien der Verfassung, Sparsamkeit in den Ausgaben uno aoministrativer Lauterkeit der Gründer der Republik die erste und höchste Pflicht der Zeit bildeten". Da die Ausgaben des letzten Fiskaljahres sich auf die ungeheure Summe von 582,000.000 bellefen, ist es klar, daß eine gründliche Untersuchung des ösfcntlichen Dienstes und die sofortige Einsiellung nutzloser, verschwenderischer Ausgaben zur Zeit nothwendiger sind, als sie damals waren. Das erschreckende Mehr steht außer jedem Verhältniß zu der Zunahme unserer Bevölkerung, und für sie giebt es keine Entschuldigung, von welchem Gesichtspunkte auch wir die Lage betrachten mögen. Die Platform der National - Demokratie erklärt, daß bedeutende Verringerungen m den jährlichen Ausgaben der Regierung leicht herbeigeführt werden können, ohne die Effektivität irgend eines Zweiges des öffentlichen Dienstes zu beeinträchtigen". Kann wohl der geringste Zweifel an der Genauigkeit dieser Erklärung obwalten? Zwisten den Ausgaben des Jahres 1886, ot sich auf $242,000.000 bliesen, und denen des letzten Fiskaljahres dem siebenten nach dem Ausscheiden Grcver Elcv:lands aus dem P.äsi7tenamt die sich insgesammt auf 57,32,000,000 stellten, ist ein Unterschi.d. so groß, um bei allen denkenden Menschen esorqniß wachzurufen.' Selbst wenn man die Summe von $50,000, 000, die für di: Vananakanal-Rechte und an den Staat Panama bezttt sind, abliebt. iib'?i''en ix A"?qaen d s letzten Faskaljahres die Summe von 532.000,000 und sind mehr als doppelt so hoch, wie die Ausgaben d:r Regierung für alle Zwecke während de? ersten Jahres der Verwaltung deHern Cleveland. Die Ausgaben während der ersten vier Jahre, welche der letzten demokratischen Administration folgten, ere'chten im Durchschnitt die enorme Höhe von 511 Millioren Dollars per Jahr. Diese großen Ausgaben waren zum beträchtlichen Theil ' die fto'cm de?
spanisH-amertlaniZTen Ztneges, o?r sich während dieser Periode ereignete, aber die Beendigung des Krieges brachte dem Bundesschatz keine Erleichterung, denn die durch'chnittlichm jährlichen Kosten d:r Regierung betrugen während der drei darauffolgcnden Jahre, welche am 30. Juni 1904 zu Ende gingen, ungefähr 519 Millionen Dollars. Das ist der höchst? Betrag, den wir während eines glcichen Zeitraumes seit dem End: des Bürgerkrieges ausgeeben haben. Diese Anforderungen an die Einnahmen des Landes haben die Wirkung gehabt, die man erwarten durfte, und wir stehen jetzt vor dem Gegentheil der früheren Situation, welch: zu der bekanntenBemerkung führte: Wir haben es mit thatsächlichen Verhältnissen und nicht mit einer Theorie zu thun." Denn trotzdem der jetzige Präsident am Schlüsse des ersten Verwaltungsjahres, während dessen er die Administration übernahm, einen Ueberschuß von mehr als 91.000.000 vorfand, war am Schluß des letzten Verwaltungsjahres ein Defizit ven 542,000.000 vorhanden, und die am:lichen monatlichen Berichte des Schätzamtes zeigen, daß die Ausgaben fotwährend und schnell zunehmen, wäbrend die Einnahmen geringer werten. Es ist in Verbindung hiermit be-.
merkenswerth, daß die Administration vor Kurzem den Rcgierungsbeamten verboten hat. Nachrichten über die Sckiätzunapn künftiger urgcien, auf welche die Vewilliqungen basirt werden, bekannt zu geben. In der gesammten republilanischm Platform ist nicht ein Satz zu finden, der eine Verringerung der Kosten der Regierung empfiehlt. Nicht eine Zc'.le ist vorhanden, die erwähnt, daß die Zunahme der Kosten des KriegsDepartements von 534.000.000 im Jahre 1886 auf 5115.000.000 im Jahre 1904 einer Prüfung unterworsen werden sollte; und kein Wort so:dert. daß alle diejenigen Zweige der Verwaltung, in denen kürzlich B:trügereien entdeckt worden sind, gründlich untersucht werden sollten. Das Volk kann indessen durch seine Wahlstimmen eine solche Untersuchung anordnen und eine Politik der Sparsamkeit und Einschränkung anschlagen. Man darf ohne Vorbehalt sagen, daß dies weder geschehen kann, indem das Verhalten der republikanischen Majorität des Repräsentantenhauses, welche die Vornahme der Untersuchung verweigerte und die großen B:w:lligungen machte, durch die Stimen der Wähler gebilligt, noch indem die Administration, welche das Geld ausgegeben hat, in der Reicht erhalten wird. Reformen in den Ausgaben müssen sowohl in der Civilverwaltung, wie in denen des Heeres und der Marine durchgeführt werden .damit die Ausgaben auf eine dem Friedenszusid entsprechende Basis gebracht und die Regierung geführt werden kann, ohne zu Kriegssteuern die. Zuflucht zu nehmen. Ich habe eine mir zusagende Arbeit, der ich mein Leben zu widmen erwartete, aufgegeben, um so gut ich es vermag, die Verantwortlichkeiten auf mich zu nehmen, welche Ihr Konvent mir auferlegt hat. Ich werbe um die herzliche Mitwirkung und edelmüthiqe Unterstützung eines jeden Mannes, der daran glaub:, daß zu der jetzigen Zeit ein Wechsel in Maßregeln und Männern rathsam ist, und fordere zu harmonischem Zuiammenstreben sowohl wie kräftigem Eintreten von Seiten Aller, die diese: Ansicht sind. auf. Die Haupt-Wahlfragen liegen klar vor Augen Aller; das Volk muß das Urtheil abgeben. Soll Svarsamkeit in der Verwaltung verlangt oder Verschwendung ermuthigt werden? Soll Derejnige, der Unrecht begangen hat, vom Volke zur Rechenschaft gezogen werden oder soll die Justiz zur Dienerin einer politischen Oligar: chie werden? Soll unsere Regierung für gleiche Gelegenheit für Alle oder für besondere Privilegien Einzelner einstehen? Soll sie eine Regierung des Gesetzes bleiben oder sich den Launen Einzelner unterwerfen? Sollen wir an der Herrschast des Volkes festhalten oder sollen wir uns mit wohlwollendem Despotismus l,:freunden? Mit Ruhe und Vertrauen erwarten wir des Volkes Wahrspruch, Wenn ich zum Amt des Präsidenten berufen 'werden sollte, werde ich mich als den obersten Beamten des ganzen Volkes und nicht irgend einer Parte: betrachten und ich werde stets oer Thatsache eingedenk sein, daß es übe? viele Fragen der nationalen .Politik ehrliche' Meinungsverschiedenheiten giebt. Ich glaube an den Patriotisinus, den gesunden Mcnschenverstznd und die absolute Aufrichtigkeit oes ganzen Volkes. Ich werde mich bemühen, daran zu denken, daß D:rZenigc iemer Partei am oesten dient, der seinem Vaterlande seine Dienste widmet. Wenn es der Wunsch des Volkes sein sollte, daß ich die Pflichten der Präsidentschaft auf mich nehme, 'o verpflichte ich mich, mit Gottes Hülfe meine gan?e Kraft und Energie den Pflichten dieses hohen Amtes zu wid men. Ihr sehr ergebener , Alton B. Parker.
