Indiana Tribüne, Volume 28, Number 28, Indianapolis, Marion County, 24 September 1904 — Page 5

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Frauenhumor.

Humoreske von Albert Noderich. Frau Emma Solle und ihre unverheirathete Schwester Anna saßen bei ihren Handarbeiten. Nach einer längeren Gesprächspause sagte Fräulein Anna: Wirklick, dieser Herr Minten ist ein unangenehmer Mensch." Darauf hast Du Dich so lange besonnen?" fragte lächelnd die Schwe- ?. Anna erröthete über das ganze hübsche Gesicht. Er hat zu sonderbaer Ansichten. Und dann vertbeidigt er sie mit emem geradezu lächerlichen Eigensinn. Man kommt gar nicht aus dem Aerger heraus bei ihm. Weißt Du, was er gettxn behauptet hat? Die Frauen hätten keinen Sinn für Humor!" O, darüber seid Ihr so in Streit gekommen, daß man Euch den gegenseitigen 5.aß förmlich aus den Augen flammen sab," sagte Frau Emma und blinzelte der von Neuem erröthenden Schwester verständnißvoll zu. Ach Du! Ich sage Dir, mit dem Manne ist nicht auszukommen im Guien. Wir Frauen haben kernen Sinn für Humor? Lächerlich. O, ich möchte ihm mal ordentlich das Gegenrheil beweisen. Ich mochte ihn mal foppen und hänseln, daß er einsieht, wie lächerlich seine Ansicht ist." . So thu's doch." Ja, aber wie? Weißt Du nicht, wann er wieder kommt?" Wnen Du es nicht weißt! Ach so, hr seid gestern im Streit auseinander gegangen. Nun, zu nächsten Dienstag Abcnd muß ich ihn doch wohl mit einladen zum 31. März." Zu Deines Mannes Geburtstag?" Ja. Wenn Rudolf auch nicht hier ist, feiern wollen wir doch feinen Geburtstag. "cch sag's aber nur seinen Cltern und den allernächsten paar Freunden. Was grübelst Du denn so anaestrengt?" Ich möcht' ihm beweisen, daß irtt Frauen auch Humor haben. Es dämmit', so eine Idee in mir auf. Würdest Du mir selfen, Emma?" Gewiß, gern. Aber er darf keinen. Schaden nehmen an Leib oder Seele. Ich werde Acht darauf geben, da Du so einen grenzenlosen Widerwillen gegen den Mann hast. Hab' ich nicht auch Humor, Anna?" Also am Abend des 31. März war die kleine Gesellschaft im Hause des Herrn Rudolf Bolte, der auf einer Geschäftsreise begriffen war, versammelt. Sechs Gäste waren nur im Ganzen da: tte Eltern des Hausherrn, Herr Erich Minten und die befreundete Familie Rüte, Mann, Frau und Tochter. Bei Tische saßen Erich Minten, der rokuraführer eines angesehenen Kaufmannshauses, und Fraulein Anna wieder nebeneinander Sie stritten sich wieder miteinander herum. Aber sie unterhielten sich.augenscheinlich beide sehr gut, und als sie vom Tische aufstanden, sagte Herr Minten zu Anna, als. diese ihm gesegnete Mahlzeit wünschte: Nun, gesegnet wird diese Mahlzeit wohl gerade nicht für mich sein." Warum nicht?" Weil Sie mich so geärgert haben." Ach, das ist wohl humoristisch, was Sie da sagen.. Dafür haben wir Frauen ja keinen Sinn, wie Sie neulich behaupteten." Aber Sie sind ja noch gar keine u ijiau. Das ist doch eine sehr schwächliche Ausrede." Wie liebenswürdig, daß Sie meinen Ausspruch von neulich jetzt bestätigen." Oho, warten Sie das doch ein wenig ab." In diesem Augenblicke kam Frau Emma Bolte m's Zimmer zurück. Sie war kreidebleich, hielt ein großes Packet weit von sich gestreckt in der Hand und sank mit einem Schreckensrufe wie athemlos auf einen Stuhl. Das ist schändlich abscheulich!" wimmerte sie. Man umringte sie erschrocken und höckst verwundert. Vater Bolte nahm ihr das Packet aus der Hand. Um Gottes willen, das Packet! Vorsichtia! Vorsichtig!" rief wie in Todesangst Frau Emma. Vater Bolte legte schnell und ängstlich das Packet auf den Tisch. Es klapperte ein wenig. Frau Emma stieß einen Schrei aus. Nun stürmte alles mit Fragen auf sie ein. Mühsam und in abgebrochenen Sätzen erzählte sie: In der Heinrichstraße sind vorge'stern Leute eingezogen mein kleiner Karl hat gestern mit dem Jungen von drüben gespielt sie haben sich erzürnt mein Karl hat den Jungen aeschlagen mein Karl ist weinend nach. Hause -gekommen der Vater von dem Jungen drüben hat ihn verfolgt es war ein ganz schrecklicher Mann er hat immer gerufen: das sollst Du büßen; Ich brina Euch alle um! Wie ich nun eben. hinten im Schlafzimmer bin um zu seh'n, ob mein Karl schläft ich stand im Dunkeln da seh' ich, wie drüben im Dunkeln auch ein Mensch steht. Die rückseitigen Balkons der beiden Häuser sind ja nur ein paar Meter auseinander. Ich denk noch an nichts Böses. Da plötzlich seh' ich, wie derMensch drüben etwas hoch aufhebt, nach unserm Balkon herüberwirft und dann Mnell in's Haus verschwindet. Dies

Packet hat er herüber geworfen. Faßt es nicht an! Faßt es nicht an!" Die Gesellschaft stand einen Augenblick sprachlos. Alles starrte auf das geheimnißvolle Packet, und auf allen Gesichtern waren Angst und Verlegenheit u sehen. Ich glaube, ich höre etwas darin ticken," sagte endlich Fräulein Nüte mit bebender Stimme. Wir wollen es in einen Eimer mit Wasser legen " sagte Herr Rüte. . Wir werden uns hüten," entgegnete der alte Herr Volte, es giebt Explosivstoffe, die gerade im Wasser explodiren." Die Unruhe der Damen ward jetzt zusehends größer. Ich habe starke Kopfschmerzen, Mann laß uns nach Hause gehen," sagte Frau Nüte. Ach ja," pflichtete die Tochter bei. Ach was," meinte Herr Rüte, wir werfen das Dings dem Kerl einfach wieder hinüber. Wie heißt derMenjch eiqentlich?" Mewes heißt er," entgegnete Frau Volte, aber wenn wir's wieder hinüberwerfen, und es passirt etwas und er leugnet nachher, daß er's zuerst geworfen hat?" Sehr richtig, das geht nicht sagte der alte Herr Bolte. Inzwischen hatte Erich Minten das Packet vorsichtig in die Hand genommen. .Er legte es dann ebenso vorsichtig wieder hin und sagte:

Die Sache ist sehr einfach. Wir lassen, das Packet von der Polizei öffnen." Ach nein," flehte Frau Emma, lassen Sie uns nichts mit der Polizei anfangen. Mein Mann ist verreist und ich habe dann die größten Unannehmlichkeiten." Jetzt trat Fräulein Anna näher. Herr Erich Minten," sagte sie. Sie haben vorhin unter anderen Anklagen gegen uns Frauen geäußert, wir hätten weniger Muth als die Männer. Ich freue mich, eine Gelegenheit gefunden zu haben, Ihnen das Gegentheil zu beweisen. Ich werde das Packet öffnen." - Dabei ergriff die junge Dame eins der Messer vom Tische, Herr Minten entwand es ihr. Erlauben Sie, das werde ich nicht zugeben. Und wenn es nur wäre, um meine Behauptung aufrecht erhalten zu können." Mit einem Schnitte hatte er schon das Band zertheilt, das die Leinwandhülle des Packets zusammenhielt. Alle wichen ängstlich zurück. Nur Fräulein Anna war an 'rich's Seite geblieben. Er war etwas blaß geworden und 30 ein wenig zitternd aus der Leinwandhülle wieder ein Packet, ein Pal'xtx, und als er dessen Band unter immer größerer Spannung zerschnitten hatte, da zog er aus dem Papier einen Holzklotz hervor, auf dem in großen Lettern von' schwarzer Tusche zu lesen war: April! April! Und Fräulein Anna wies auf die Wanduhr und sagte: Herr Erich Minien, üöerzeugenSie sich. Es ist 10 Minuten nach 12 Uhr. Der erste April hat also schon begonnen. Und dann, mein Herr, eine Frage: Haben wir Frauen nicht doch zuweilen Sinn für Humor?" utich stand einen Augenblick wie erstarrt. Dann aber ergriff er die Hand Anna's und küßte sie. Nicht übel, mein Fräulein, ich widerrufe meine Behauptung." Die andern Gäste aber lachten und schrieen durcheinander und besprachen noch einmal eingehend den ganzen Scherz. Dabei stellte sich denn heraus, daß die beiden alten Volte's von allem unterrichtet gewesen waren und mitgewirkt hatten." 'Meine Schwiegertochter und Fräulein Anna wollten nicht, daß wir uns ängstigen," sagte die alte Frau Bolte, deshalb haben sie uns eingeweiht." Nachmittags saßen Frau Emma Bolte und ihre Schwester wieder im Wohnzimmer und unterhielten sich über den gelungenen Aprilscherz. Ich . glaube, Herr Minten hat es doch übelgenommen," sagte Fräulein Anna, zuerst war er ja ganz liebenswürdig, aber nachher, wurde erwehr nachdenklich und still. Er hat mir kaum gute Nacht gesagt." Jom ja, er nahm etwas kühl Abschied." Ich hätte ihn auch woh! in Gegenwart anderer nicht so foppen sollen." , Vergeblich versuchte Fräulein Anna das Weinen niederzukämpfen. Sie schlug plötzlich die Hände vor die Augen und brach in Schluchzen aus.

Zärtlich schlang Frau Emma den Arm

um den Nacken der Schwester.

Ach, Sckwesterlein, ist es denn schon so weit mit Dir gekommen? Ich

bitte Dich Da klopfte es an die Thür. Das ist er!" rief Frau Emma.

Hastig trocknete Anna ihre Thränen

und blickte glücklich lächelnd nach der

Tur. verein!" rief Frau Emma.

Aber statt des Ersehnten trat ein unbekannter Mann ein. Er war von aroßer Gestalt und in recht unfeiner

Kleidung. Er - machte eine plumpe

Verbeugung und sagte in etwas gro

bem Tone: Ich wollt' gern Herrn

Bolte mal sprechen.

Mein Mann ist verreist," antwor-

iete Frau Emma.

So, na dann kann ich das ja auch

mit Ihnen abmachen. Hören Sie mal, mir ist hinterbracht worden, daß Sie

sich hier aestern Abend sehr eknq über

mick aeäußert baben. Mein Name ist

nämlich Mewes und ich wohn' in ver

Hernnchstraße. Die beiden Damen sahen einander erschrocken an. Wer hatJhnen das gesagt?" fragte Frau Emma. Das ist ia ganz egal," entgegnete Herr Mewes und' setzte sich unaufgefordert auf den nächsten Stuhl. Das geht Sie ja aar nichts an. Aber was ich Ihnen jetzt sagen werde, das wird Sie was angehn. Sie haben hier gestern Abend' vor Zeugen erzählt, ich

hätte gedroht, ich wollte Sie umbrin-

gen.'.. . . .

Aber da5 war doch nur Scherz, sagte änqstlich Anna. O, so. so, das nennen Sie 'n Scherz. Na, denn wird das nu wohl 'n bißchen Ernst werden. Nee, wissen Sie, meine Damens, man bloß so Jemand als 'n Mörder hinstellen vor fremde Leute und denn sagen: das is 'n Scherz! Na, ich danke, ich bin 'n Geschäftsmann und meine Kunden kaufen nichts von 'n' Mörder." Aber, was wollen Sie denn von uns?" Erstmal will ich 'ne öffentliche Erklärung in der Zeitung, daß das 'ne Verleumdung war. Denn sonst, wenn der Staatsanwalt was hört von der Geschichte, denn is er kumpabel und nimmt mich in Untersuchungshast. Und denn will ich Schadenersatz." Wofür denn Schadenersatz?-' Für den Verlust bei der Kundschaft. Ich hab' nämlich 'n Goldund Silberwaarengeschäft. Sehn Sie mal hier." Herr Mewes zogzwei Etuis aus oer Tasche, öffnete sie und zeigte den Damen ein Armband und eine Brosche mit dazu vassenden Ohrringen. ,Sehn Sie, dies kostet hundert Mark und das hundertundzehn Mark ?enn jede von Ihnen eins kaufen will " Dabei war er den Damen in geradezu drohender Weise näher getreten. . So viel Geld haben wir c,ar nicht im Hause," sagte vor Angst zitternd Frau Bolte. Nich? Wie viel haben Sie denn?" Viel -i vielleicht zwanzig bis fünfundzwanzig Mark." Na, ick will Ihnen das Armband dafor lassen." Und dann wollen Sie weiter nichts in in der Sache unternehmen?" Ja, wenn ich da denn weiter keinen Schaden von hab' " Jetzt klopfte es wieder a.i der Thür, und im nächsten Augenblick trat zur größten Freude der argbedrängten Damen Herr Erich Minten in's Zimmer. Wollte mich mal nach dem Vefin den der Damen erkundigen," sagte e?. O, Sie kommen uns gerade recht," rief Frau Emma mit einem Seufzer der, Erleichterung. Erich sah Anna mit dem geöffneten Armband in der Hand. Aha, die Damen kaufen Schmuck," sagte er, darf man sehen? Was, das wollen Sie kaufen, Fräulein Anna?! Das ist ja ein ganz gemeinerSchund!" Das soll hundert Mark kosten." Hundert Mark?! Dies Stück Blech mit Goldpapier?! Nicht hundertPfennige ist es werth!" Herr Mewes nahm der jungenDame das Etui aus d:r Hand und steckte es schnell wieder in d Tasche. Nu verkauf ich's Ihnen gar nicht," rief er wie beleidigt. Jetzt nahm Erich den Herrn scharf in's Auge und blickte dann fragend die Hausfrau an. . Das ist err Mewes sagte diese. Habe nicht das Vergnügen," sagte ' err Minten. Es ist der Herr, von dem ich gesternAbend erzählte, daß er das Packet trüber geworfen." So. Ich erinnere mich an den Namen gar nicht. Aber wer hat denn dem dem 5errn berichtet, daß " Ohne Zweifel hat unser Dienstmädchen mal wieder in der Nachbarschaft herumgeklatscht." Inzwischen hatte Herr Mewes sich von seiner Verlegenheit erholt und sagte mit seiner ganzen wiedergefundenen Frechheit zu Erich Minten: Oho, Sie haben also die Sache miterlebt, s mir angenehm. Da hab' ich 'n Zeugen." Was will denn der Mann eigent lich?" fragte Minten. Wir sollen ihm eine Ehrenerklärung in der Zeitung geben und Entschädiguna zahlen." Das ist ja einfach lächerlich," sagte Erich.Was geht Sie denn das an?" rief erbost Herr Mewes. Der Herr ist ein Freund unseres Hauses sagte Frau .Emma. Aha ein Hausfreund! Na, .ich verstehe. Aber denn bezahlen Sie man die Entschädigung. Die Damen haben blos Zwanzia bis fünfundzwanzig Mark im Haus." Das ist empörend!" rief zornig Herr Minten. Das ist Za offenbare Erpressung. Verlassen Sie äugenblicklich dies Haus oder ich übergebe Sie dem Staatsanwalt.Was was was ist das?" schrie wüthend Herr Mewes, ergrisf den nächsten Stuhl, schwang ihn in die Höhe und drang damit auf Erich ein. Mit einem lauten Schrei warf sich Anna dazwischen und riß den Stuhl weder. Das ist ja 'ne Schändlichkeit!" rief vor Wuth kreischend Herr Mewes. 'Erst schimpfn Sie einen Mörder

das bischen guten Namen nehmen Sie ein'n weg un die Kundschaft und

dann wollen Sie noch mit 'n Staatsanwatt kommen! Aber das sag' ich Ihnen das soll Ihnen, theuer zu stehen kommen! So wahr ich Hieronymus Mewes heiße da sollen Sie noch was von erleben!" Herr Mewes ergriff feinen schäbigen Hut und wollte davon stürmen, aber Frau Emma hielt ihn zurück. Sie war ganz außer sich vor Angst und Erregung. Ich bitte Sie hören Sie doch! Morgen, spätestens übermorgen ist mein Mann wieder hier. Thun Sie doch nichts in der Sache, ehe Sie meinen Mann gesprochen." Herr Mewes ward jetzt plötzlich außerordentlich viel ruhiger. Sehn Sie. das laft ich mir gefal

len. Was geht den fremden Menschen

unsere Sache an! Kümmern Sie sich um Ihre Angelegenheiten, Herr, ver-

stehen bte mich? Mit Ihrem Mann werd' ich mich schon einigen, Madame. Sie geben ja zu, daß Sie mich belei-

digt haben, nicht Madame? Und ent-

schädigen muß mich Ihr Mann, Nicht Madame? Das müssen Sie ihm

gleich sagen. Mein Mann wird die Sache schon

ordnen."

Na, sehn Sie Madame, das is 'n

vernünftig Wort. Und nu will ich

auch nich so sein. Sie wollten doch gern wissen, wieso ich die Geschichte gewahr geworden bin. Na, also ich hab' n anonymen Brief gekriegt. Hier is er." Herr Mewes zog einen Brief aus der Tasche und reichte ihn den Damen. Als Fräulein Anna einen Blick hineingeworfen, stieß sie einen leisen Schrei aus und wandte sich tödtlich erschrocken Herrn Erich Minten zu, der mit abgewandtem' Antlitz bei Seite stand. Sie hatte seine Handschrift erkannt. Herr Mewes hatte das Zimmer verlassen und gleich darauf ging auch Frau Emma hinaus. Sie hatte wohl bemerkt, daß die beiden jungen Leute etwas miteinander zu verhandeln hatten. . Erich stand immer, noch mit gesenktem Haupte, als Fräulein Anna zu ihm trat. ' Herr Minten," begann sie mit bebender Stimme, Sie haben uns denunzirt." Ich war so wüthend auf Sie," stammelte Erich, und ich konnre doch auch nicht wissen, daß dieser Herr Mewes ein solcher Mensch ist." 1 Eben, weil Sie das nicht wissen konnten. Sie haben meine Schwester und mich in die peinlichste Verlegenheit gebracht. Aber alles das ist Nebenfache. Herr Erich Minten Sie ha bcn sich unehrenhaft benommen." ,:Mnn Fräulein Sie haben kein Recht, mir das zu sagen." . ,O doch, ich habe das Recht. Ich habe Sie für einen guten, liebenswürdigen Menschen gehalten." O, Fräulein Anna, Sie sind mir gut?!" Ich war Ihnen gut. Ja. Und daß ich Ihnen das jetzt sage, ist der untrüglichste Bew:is dafür, daß ich es nicht mehr bin. Wir sehen uns heute zum letzten Mal!" So können Sie mich strafen um eines vielleicht schlechten Scherzes willen. Ich habe Sie so lieb, Fräulein Anna!" Er wollte die Hand des jungen Mädchens ergreifen, aber Anna zog sie heftig zurück. Lassen Sie mich," rief sie in steigender Empörung. Ach, wie schwer lassen Sie mich büßen! Ich bin hierher gekommen mit einem Herzen voll Glück und Hoffnung. Ich wollte als Ihr Befreier auftreten " Ach, das ist noch abscheulicher!" Sie waren immer so hart zu mir. Heute wollte ich Sie gewinnen für immer. Ich habe noch einen Verwandten mitgebracht, einen Vetter us der Fremde. Ich habe ihm so viel Schönes und Liebes von Ihnen geschrieben er wollte Sie kennen lernen. Ach, da ist er!" Die Thür hatte sich geöffnet und hereintrat, gefolgt von der lachenden Frau Emma Herr Mewes. Er hatte ein großes Blatt Papier in der Hand, das er der erstarrten Anna vor die Augen hielt. April! April! stand in großen Lettern darauf geschrieben. Vetter Gottlieb, du bist ein hervorragender Schauspieler!" sagte lachend Herr Minten. Und du du Emma warst auch mit im Complott?" O nein; der Herr Vetter Gottlieb hat mir eben draußen erst alles entdeckt. Sag' mal Anna, hast du Sinn für den Humor?" Fräulein Anna stand noch wie gelähmt. Das wollen wir gleich sehen," rief Herr Erich. Er umfaßte das Mädchen und küßte sie herzhaft auf den Mund. Anna

'legte wie unbewußt ihr Haupt an seine

Schulter. Ja, meine Braut hat Sinn für den Humor!" sagte der glückliche Erich. Unerwarteter Erfolg. Junger Arzt (zum Diener): Haben Sie auch gestern das Inserat: Von der Reise zurück!" aufgegeben?" Diener: Natürlich; es sind ja diesen Morgen schon zehn Rechnungen vorgezeigt worden!"

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