Indiana Tribüne, Volume 28, Number 27, Indianapolis, Marion County, 23 September 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten -Flyeinpfalz. S p e y e r. Vor 23 Jahren ist der allenthalben in bestem Ansehen hier gestandene Pyrotechniker und Schreinermeister Ernst Kilian durch Umstände veranlaßt worden, seine Vaterstadt zu verlassen und nach Amerika zu gehen. Ein von ihm zu lieferndes Feuerwerk, das er unter falscher Deklarirung versandte, war in einem Postwagen bei Zweibrücken explodirt, vernichtete die Poststücke und verursachte einem Condukteur schwere Verbrennungen. Seit dieser Zeit befindet sich Kilian in New York. Daselbst betheiligte er sich an dem kürzlichen Ausflüge mit dem auf so schreckliche Weise verbrannten Dampfer General Slocum" und zwar auf Wunsch eines Freundes mit dessen 3 Kindern. Bei der Katastrophe sprang Kilian in das Wasser und konnte sich durch Schwimmen retten, während ihm die Rettung der Kinder nicht möglich war. Dagegen konnte er ein anderes Kind retten.' Edenkoben. Oberlandesgericktsrath Kuby, langjähriges Mitglied des bayer. Landtages, wurde hier letztens zu Grabe getragen. Vom Jahre 1872 bis zum Jahre 1899 war er Vorstand des hiesigen Amtsgerichts. HexheimbeiLandau. In der Scheuer des Ackerers Peter Bullinger entstand Feuer, dieses dehnte sich rasch auf die Nachbargebäude aus, sodaß innerhalb weniger Zeit zwei Wohnhäuser und fünf Scheuern vollständig eingeäschert wurden und zwar: das Wohnhaus und die Scheuer des Schreiners und Ackerers Franz Lanzeit, das Wohnhaus und die Scheuer des Maurers Jakob Send, sowie die Scheuer des obigen Peter Bullinger, der Wittwe Bullinger, des Ackerers Seither und des Maurers Anton Mayer. Sksaß-Lottzringen. Straß bürg. Der Infanterist Gustav Mergenthal wurde bei einem Streit mit einem Civilisten Namens Günther am Kopfe schwer verwundet. Diedenhofen. Eine Frau Brümng hing auf dem Hofplatz ihres Hauses Wäsche auf. Ihr 212 Jahre altes Söhnchen spielte währenddessen auf dem Hofe und machte sich an dem gefüllten Wassereimer einer Nachbarsfrau zu schaffen. In einem unbewachten Augenblick fiel der Kleine mit dem Kopf in den Behälter und war, als die Mutter den Vorfall bemerkte, bereits eine Leiche. Metz. Der Kaufmann Aßmann wurde in der Nähe seiner Wohnung mit lebensgefährlichen Verletzungen bewußtlos aufgefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß er von zwei Strolchen in roher Weise mißhandelt worden ist. Die Thäter befinden sich bereits in Haft. Der Verletzte, an dessen Aufkommen gezweifelt wird, wurde nach dem. Krankenhause ge bracht. Meckrenbrg. Schwerin. Der Großherzog hat dem hiesigen Hofkapellmeister Meißner die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaften am rothen Bande verliehen. Hier erfolgte das Begräbniß der verstorbenen Gemahlin deö Oberhofmarschalls v. Vietinghoff. Die Leiche war zunächst in der Stille in der Kapelle deö alten Domhofes beigesetzt worden und wurde von dort aus nach dem neuen Kirchhof überführt. Im Trauerzug ginq.außer den nächsten Leidtragenden der Herzog Johann Albrecht. Fried land. Oberinspektor Hamann - Brohm feierte ein seltenes Jubiläum. Johannis 1854 trat er in die Landwirthschaftslehre, Johannis 1864 wurde er Inspektor in Brobm, Johannis 1879 wurde er zum Oberinspektor der Güter Brohm, Charlottenhof und Rattey ernannt. Dem Jubilar wurden zahlreiche Ovationen zutheil. Der Großherzog hat ihn zum Wirthschaftswie) ernannt. Groß - Freienholz. Der ReVierförster Schmidt, der im vorigen Jahre sein 50jähriges Dienstjubiläum gefeiert hat, beging sein 25jähriges Revierförster - Jubiläum. Dem Jubilar wurden an seinem Ehrentage viele Aufmerksamkeiten erwiesen. . Grevesmühlen. Hier starb der Oberamtsrichter a. D. Bergner im Alter von 70 Jahren. Der Dahingeschiedene hat sich in den langen Jahren seiner hiesigen Wirksamkeit von 187175 als Amtmann und von 187993 als erster Amtsrichter die Achtung und Zuneigung der Einwohner von Stadt uttd Umgegend in besonders hohem Grade erworben. Hldenburg. Oldenburg. Auf der Nadorsterstraße ist der Droschkenkutscher Jacob Harms verunglückt, indem er vom Bock fiel und unter die Pferde gerieth, die ihm mit den Hufen tödtliche Verletzungen beibrachten. In der Hunte ertrunken ist der 8jährige Sohn des Kaufmanns Karl Lammers. . Brake. Das benachbarte Anwesen btl Landwirths A. Fuhrken ist abgebrannt. I ? v e r. In der St. Annenstraße brach in dem Geschäft des Kaufmanns H. Lange Feuer aus, das einen Schaden von 8000 Mark anrichtete. V a r e l. Auf der Fahrt nach Dangast verunglückte der Radfahrer Her-

mann Gehrken,indem er in einen Sraben stürzte und ertrank. Freie Stüdte. Hamburg. Die Große Bleichen 73 wohnende Frau Marie Margaretha Schuft, geb. Burchert, des verftorbenen Korbwaarenfabrikanten (I. Gottfr. Schultze Wittwe, beging in voller geistiger und körperlicher Frische im Kreise von Enkeln und Urensein ihren 100. Geburtstag. Die Greisin, eine geborene Hamburgerin, befand sich mit ihren Eltern auch unter den Unglücklichen, die bei strenger Kälte in der Weihnachtsnacht 1813 von dem französischen Gewalthaber Daboust aus derStadt getrieben wurden. Der Kaiser hat der Jubilarin eine in der Kön. Porzellanmanufaktur hergestellte, mit dem Portrait und dem Namenszug des Kaisers verseheneTasse, begleitet von einem Glückwunschschreiben, durch die preußische Gesandtschaft überreichen lassen. Der Senat übersandte der Greisin mit einem Glückwunschschreiben erne goldene Medaille. Componist Professor Arnold Krug ist hier infolge einer Operation wegen Halsleidens gestorben. Krug, der ein Alter von 54 Jahren erreicht hat, hat sich in zahlreichen Kammermusikstücken, Orchesterwerken, Liedern und Klavierstücken als ein liebenswürdiger, wenn auch nicht gerade origineller Componist bewährt. Bremen. Der Nestor der bremischen Musiker, Ferdinand Const. Klier, ist aus dem Riensberger FriedHof zur letzten Ruhe bestattet worden; er hatte ein Alter von über 90 Jahren erreicht. Sein 25jähriges Jubiläum als Straßenbahnfahrer fcfote Carl Plate, der im Jahre 1879 U der damals noch nicht lange bestceden Pferdebahngesellschaft" BreitenHorn als Kutscher eintrat. Er hat seit der Zeit ununterbrochen mit Treue und Gewissenhastigkeit seines Dienstes gewaltet. Lübeck. . Der um seine Vaterstadt hochverdiente Senator Dr. Brehmer, der zweimal das Bürgermeisteramt verwaltete, trat in den Ruhestand. Im 77. Lebensjahre entschlief der langjährige frühere Leiter der höheren Bürgerschule, jetzigen Realschule, Direktor Joh. Mich. WilHelm Vurow. Der Entschlafene atte, nachdem er mehrere Jahre am Katharineum thätig gewesen, Ansang 1872 die Leitung der höheren Bürgerschule übernommen und führte die Schule mit großer Gewissenhaftigkeit bis zum Jahre 1898. In diesem Jahre trat er am 1. April in den Ruhestand. Kchrveiz. Ner. Notar sellemann bat als Vemeindeadministrator L0,000 Franken unterschlagen; er wurde verhaftet. Bafel. Im Horbourg - Gottesacker in. Kleinbasel wurden 1903 bei Anlage eines neuen Grabes vereinzelte Gebeine gefunden, aber nicht weiter beachtet. Letztens nun wurde je ein Skelett, das eine mit zerbröckeltem, das andere mit wohlerhaltenem Schädel entdeckt. Beide Gräber lagen mit dem Fußende gegen Süden. Ein bronzener Armring aus dem im April gefundenen Grabe kam in's hiesige historische Museum. Das fragliche Terrain soll nun systematisch abgesucht werden. Senf. Der 21jährige Fritz Mirsch aus Dresden, der an der Universität hier die Rechte studirte, stürzte am Mont Salöve über eine Felswand zu Tode. Mirsch ist das zweite Opfer, das in diesem Jahre der nicht ganz 1400 Meter hohe Saldve fordert. Herisau. Frau Wittwe FischSchlüpfer hat an Institutionen im Kanton vermacht: für Schul- und Erziehungszwecke 9700 Francs, für kirchliche Zwecke 6500 Francs, für andere gemeinnützige Bestrebungen 6000 Francs; total 22,200 Francs.Luzern. Ein Ehepaar, das kürzlich in einem Schiffchen die Reuß hinabfuhr, gerieth in der Nähe des Gewerbegebäudes an eine Schwelle, wobei das Schiffchen zerschellte und die beiden Jnlassen, S. C. Carter und Frau aus Leedes (England) ertranken. Nur die Leiche der Dame konnte geborgen werden. Hesterreich.'Zlngarrr. Wien. Im neuen Reservoirraum einer Fabrik an der Brigittenauerlände wurde ein Wasserreservoir von einigen Arbeitern an eisernen Ketten in die Höhe gezogen. Das Reservoir stürzte infolge Reißens der Ketten aus einer Höhe von sechs Metern mit drei Arbeitern in die Tiefe. Der 49jähnge Gerüster Albert Cekaj erlitt Contustomn des Brustkorbes und Blutbeulen am Rücken, Wunden am rechten Scheitel und eine Nervenerschütterung, der 38jährige Gerüster Franz Grsak Wunden an der Unterlippe und an der Stirn, und der 42 jährige Gerüster Josef Cervicek Rißwunden. Die zwanzigjährigeMagd Katharina Köpp, Währingerstraße No. 154 bedienstet, fiel infolge einer vlöklicben Uebelkeit auf einen brennenden Gasofen und erlitt schwere Brandwunden an der Brust und an den Armen. In der Plötzleinsdorferstraße wurden die vor den Wagen der 60jährigen Milchmeierin Ka?hanna Bauer, in SalmannSdorf wohnhaft, gespannten Pferde scheu und ginocn durch. Der Wagen fiel um und Frau Bauer, sowie ihre 32jährige Magd Ottilie Meister kamen unter das Gefährt zu liegen. Frau Bauer wurde am rechten Auae und an der

Nase verletzt, die Magd, die bewußtlos war, erlitt ewe Nervenerschütterung und Contuswnen des Unterleibes. Eine aufgefundene Leiche wurde als die des 25jährigen Gärtnergehilfen Franz Pirnecker, Hietzing, Sommergasse Nt. 14 wohnhaft gewesen, agnoscirt. Die Ursache der That war Arbeitslosigkeit. In das Haus Landstraße, Steingasse 35, kam eine ungefähr 40jährige dort unbekannte Frauensperson und stürzte sich dann aus einem Fenster des vierten StockWerkes in den Lichthof. Die Aerzte der Freiwilligen RettungZgesellfchaft konnten nur mehr den Tod feststellen. Nach Papieren, die man bei ihr vorfand, agnoscirte man die Selbstmörderin als die in Währing. Semperstraße wohnhaste Anna Aumann. Eger. In Miskokz starb dieser Tage die Mutter des dortigen Spitaloberarztes Singer im Alter von 100 Jahren. Außer vier Kindern sind noch 40 ihrer Enkel, 51 Urenkel und ein Ururenkel am Leben. ' Luxemburg. .Luxemburg. Von der Straßenbahn überfahren wurde die fünfjährige Tochter der Eheleute Wolff. Das Kind wollte den Fahrdamm überschreiten, ohne darauf zu achten, daß ein Straßenbahnwagen daherkam. Die Kleine wurde vom Wagen erfaßt und überfahren. Nachdem ein schnell herbeigeholter Arzt das schwer verletzte. Kind verbunden hatte, wurde es in die elterliche Wohnung gebracht. Differdingen. Die bei Differdingen in der Korn aufgefundene männliche Leiche wurde in der Person des in den 30er Jahren stehenden Schmelzarbeiters August Lebrun aus Beles erkannt. Monnerich. Es entstand in den Gebäuden des Gemeinderathsmitgliedes Biwer ein Schadenfeuer, welchesScheune und Stall nebst den Futtervorräthen ganz einäscherte. Schrondweiler. Hier verschied im Alter von 44 Jahren, nach langer, schmerzhafter Krankheit, unser langjähriger Bürgermeister und Deputirter unseres Kantons, Herr Edgard Leibfried. Weidingen. Feuer entstand in der Wohnung des Taglöhners Dalloi. Das Feuer ergriff auch das aus der Wittwe Schaus, und beide Häuser wurden eingeäschert.

Recht nette, Zustände herrschten bis vor Kurzem in dem Postamt von Linoleumville auf Staten Island, N. Y. Dortige Bewohner erfahren jetzt erst durch Briefe, wie es ihren Freunden vor Monaten gegangen ist, erhalten Antworten auf geschäftliche Anfragen, die sie vor Monaten gestellt haben, und erhalten sogar Geldsendungen, die vor Monaten an sie abgegangen sind. Ein Postinspektor, der die Sache untersuchte, hat Briefe, die an Bewohner von Linoleumville gerichtet sind oder die von dortigen Bewohnern zur Post gegeben waren, in den unmöglichsten Winkeln und Plätzen des Postamtes gefunden. Diese Briefe sind verloren gegangen, während eine gewisse Grace Sherman Postmeisterin war. Frl. Dfifer legte 'hr Amt schließlich nieder, weil Beichwerden in Masse einliefen. Viele Bewohner von Linoleumville gaben ?hre Briefe in letzter Zeit in Tompttnsville oder St. George zur Post und ließen sich auch ihre Postsachen dorthin schicken. Inzwischen ist Frl. Helen Minto zur Postmeisterin ernannt worden, und jetzt geht es in der Office wieder so zu wie in anderen Postämtern. In den Wohnzimmern der Familie Decker sind seither unter dem Teppich, im Sofa, in Löchern in der Wand, in Nichen und überhaupt an den unglaublichstön Stellen Briefe gestanden worden, die vor Monaten zur Post gegeben wurden. Viele von ihnen waren geöffnet worden, manche waren wieder zugeklebt worden, viele aber steckten noch in den zerrissenen und offenen Couverts. Ein Fall bodenloser Gewissenlosigkeit seitens eines ElternPaares wird aus Paterson, N. I., berichtet; die dortige KinderschutzGesellschaft hat gegen Edward Johnson und Frau Klage wegen strafltcher Vernachlässigung ihres kranken Babys erhoben. Das Ehepaar hatte Billets für ein Clambake der Susquehanna - Eisenbahn - Bediensteten in Oak Ridge. Um an dieser Festlichkeit theilnehmen zu können, gaben sie ihr acht Monate altes Kind, obwohl dasselbe an der Kindercholera litt, einem zehn Jahre alten Nachbarsmädchen in Verwahrung. Außerdem ließen sie dem Mädchen eine Saugflafche mit aufgelöster condensirter Milch mit der'Jnstruktion zurück, falls das Baby weinen sollte, ihm 'die Flasche zu reichen. Für diese Dienstleistung sollte das Mädchen fünf Cents erhalten, wenn die Eltern vom Clambake zurückkamen. Das Baby verhielt sich aber gegen alles Erwarten so ruhig, daß das Mädchen seinen Schutzbefohlenen aufnahm und dann zu seinem Schrecken fand, daß der Säugling bewußtlos war. Schnell benachrichtigte das Kind einen Nachbarn, 'welcher das kranke Baby der Kinderschutz - Gesellschaft überantwortete. Diese sandte es sofort nach dem Hospital, wo die Aerzte erkannten, daß es bereits mit dem Tode rang. Als die Eltern zurückkehrten, wurden sie verhaftet.

Der arme Poet!

Von Franz Holzhausen. Ihr zieht hinaus zum Walde. Wo alles grünt und blüht, Jyr tummelt euch im Spiele Und smgl cm frohes Lied. Doch er sitzt still m Hause. So sinnend und so bleich; Er denkt und schreibt so emsig - Und alles nur für cuchl Er reihet Vers an Verse Zu einem neuen Lied. Das ihr könnt fröhlich singen. Wenn ihr zum Walde zieht. " Er reimt mit Fleih und Eifer Für euch in Ernst und Scherz, Und doch bricht ihm die Sorge Ums Taein fast das Herz. Ihr schwelgt in Lust und Leben Mit lautem Sang und Klang, Ihm ist die arme Seele So wehmuthsvoll und bang. Und wenn ihr bis zum Abend Gescherzet und gelacht Hat keiner doch im Frohsinn An ihn daheim gedacht! Molly's Verlobung. Eine heitere Etrandgeschichte von Nanny Lambrecht. Er lag in den Dünen und ließ sich die Sonne in's Gesicht scheinen. Vor ihm, hinter ihm kletterten sie dieSandbüqel hinauf und kollerten an der an deren Seite wieder herunter. Der Sand knirschte und rieselte und machte mehrAufhebens von sich als das fricdliche Meer der belgischen Nordseeküste, das weit, weit zurückgegangen war und im fernen'Horizonte als glitzernde Kristallinie ging. Er langweilte sich in Heyst; es zeigte ihm immer das ewig lächelnde, leichtsinniae Gesicht: am Hotel du Phare die musinrenden Italiener, im Cafe Francais der Coupletsänger mit dem oval - geöffneten Munde, der furchtbar tremolirenden Stimme, und weiterhin der Harfner mit dem jungen traurigen Violinisten und dann auf der Digue der stetig kreisende Punkt mit dem stereotypen Seebadbilde, die schöne Karoline, die allabendlich ihr automatisches Klavier spielte und die Tanzkränzch auf der Digue arrangirte. Was scheerte ihn der Tanz! Er mußte daheim Korn und Runkelrüben anbauen, da war er an festen Ackerboden und nicht an das Tanzparkett gewöhnt. Aber da sah er die lachende schwarzhaarige Maid in den Reigen hineinspringen und die andern klatschten ihr zu: Molly! Molly! Prächtig!Da vergaß er sein Korn und seine Runkelrüben und ging zu Molly, um mit ihr zu tanzen. Sie aber lief' fort und kicherte. Er ärgerte sich, und das war eine Zerstreuung für ihn. Das Meer ist weit, der Strand ist weit und das Herz eines Backfisches ist erst recht weit! Besonders wenn in den Dünen solch einer lag, der im Schatten eines Sandhügels schlafen wollte. Es war einfach köstlich, wie sie dann oben standen und sachte, ganz sachte den Sand hinunterrieseln ließen. Er lief ihm über das runde Gesicht in den martialischen Schnurrbart hinein, und da sprang er auf wüthend! Zum Henker! Elende Bande!" Elende Bande nannte er sie, die wie weiße blauumsäumte Lichtwölkchen entschwebten! Na, wie der wohl heißen mochte? Flory wußte Rath. Flory wohnte mit ihren Eltern auch im lion (Tor und konnte im Fremdenbuch nachsehen. Sie bekam beraus daß er Robert Murr hieß Robert Murr! Schlimmeres konnte ihm an seinem Geburtstage nicht paffat sein! Und wie ungeschliffen er aussah ! Molly hatte ihren Spaß an ihm. wirklich ihren Spaß! Jetzt steckte er im Sand wie ein richtiger Wegelagerer und behielt das große Zelt drunten am Strand im Auae wie ein Feldmarschall die feindliche Festung. Verdammt!" Ein weißer Strandschuh flog auf ihn und nach allen Richtungen stoben lichte Flatterkleidchen auseinander er nach wie ein Eroberer, mit dem gelandetcnStrandschuh als Siegestrophäe! Hügel auf und ab, an dem Trinkhäuschen inmitten der Dünen holte er , sie ein, Molly natürlich. Sie drückte beide Hände arf's Herz und "te: Uff! Welche Mohrenhitze!" Das will ich meinen," pustete er, seine weiße Strandmütze in denNacken schiebend. Wie Sie nur auf den kapitalen Einfall kommen, mich mit Jhrem Schuh hinter Ihnen her zu Hetzen bei der Hitze!" Denken Sie doch an den jungen Königssohn; der reiste im ganzen Lande umher, um Aschenbrödels Schuh - Pendant zu finden." Er stellte sich stramm und schlug die öacken zusammen. Fräulein Molly, ich bin gegen diesen Königssohn im Vortheil, ich habe ja nur unter den zierlichen Damenfüßchen von Heyst nachzuforschen." Sie drehte ihm den Rücken und langte nach ihrem Schuh. Habe ich etwas Dummes gesagt, gnädiges Fräulein?" Dumm nicht, aber beleidigend." Wenn ich Sie. beleidigt habe, gnädiges Fräulein, so bitte ich demüthigst um Verzeihuna." .Ach, ich bin nicht grausam; aber

Buße für Ihre Ungezogenhett muß sein." Sie sind in der That eine gute Seele," betheuerte er, thun wir also Buße in Sack und Asche." Sie schlug belustigt die Hände zusammen. Wenn Sie auch noch in Sack und Asche stäken! Ich darf gar nicht daran denken. Sah' das komisch, aber recht komisch aus!" Aber Fräulein Molly, ich lache doch auch nicht über Ihr Pensions-röckchen.-Ist auch gar nicht zum Lachen! Wie säh' ich denn nun im Schleppkleide aus?" Ich denke bisweilen, daß Ihnen solch ein weißes Schleppgewand mit Schleier darüber und einer Myrthenkröne oan, entzückend stehen würde." Ach, Sie denken manchmal an mich?" Selbstverständlich; ich denke sehr oft ja fast immer an Sie. " Ei, warum denn?" sagte sie scbalkhaft. Sie kletterte den Sandhügel hinauf, rutschte aber wieder zurück, in seine Arme. Da flüsterte er ihr die Antwort zu: Warum ich an Dich denke, kleine Molly? Weil ich Dich lieb habe, meine süße, unvergleichliche Molly, und weil Du einmal meine Frau werden sollst!" Sie sah zu ihm empor und glaubte an einen Scherz aber so ernsthaft sah er dabei aus und nun sah sie den blonden martialischen Schnurrbart dicht über ihren Augen und füblte ihn auf ih'en Lippen und dann war's ein Kuß! O Himmel, ein Kuß! Das war denn doch gegen alle Abmachung. Sie machte sich aus seinen Armen los. Mein Herr, haben Sie mich wirklich geküßt?" Ich glaube ja. süße Molly!" Diese Frechheit! Was werden die Leute sagen?" Die werden sagen was ich vor zwanzig Minuten selber nicht geglaubt hätte daß Du jetzt nämlich meine Braut bist." Was fällt Ihnen ein? Ich muß ja noch in's Pensionat zurück!" Was zum Kuckuck scheert uns Dein Pensionat!" Du lieber Himmel, ich bin doch noch nicht fertig ausgebildet." Firlefanz! Wenn Du gut kochen kannst, schenke ich Dir den Rest der Bildung." Aber Klavierspielen muß ich doch .können. Ich bin be! der Ouvertüre Prometheus von Beethoven. Die muß ich absolut absolut noch fertig lernen." Auch gut; klimpere den Prometheus zu Ende." - Nu,.Sie haben mich schon Unglücklich gemacht. Ich zweifle sehr daran, ob sie im Pensionat noch Braute annehmen. Ich kann Sie nicht heirathen absolut nicht!" Ach was; warum denn nicht? Wir verloben uns einfach heimlich! An der Nase wird man Dir's nicht ansehen." Und kein Mensch, kein einziger wird's wissen? Ich schäme mich zu Tode. Herr Herr Murr." Zum Kuckuck, laß den Murr! Wie heiße ich für Dich?" Ich weiß es nicht, wahrhaftig nicht, Herr Herr Robert?" Nichts da, meine kleine Holde! So stehe ich im Fremdenbuch; ich möchte wissen, wie Du mich in Dein Schmetterlingsherz einschreibst." - Ich kann's wirklich nicht es paßt sich nicht lassen Sie mich doch erst den Prometheus zu Ende lernen." Erst lehrt Prometheus Dich die Liebe. Noch einen zweiten Kuß auf der Stelle oder . . ." Nein, um Himmels willen! Robert Robert! Robert!!" Von allen Seiten kamen die Freundinnen herbei. Molly! Molly! Prächtig!" Sie hattens gesehn; es war zum Todtschämen. Sie mußte heim unter Thränen nach Deutschland. Er reiste zu seinen Runkelrüben zurück. Od sie sich wirklich gekriegt haben? Guttr Grund.

Ein Colonel aus Kentucky. der seine Vorliebe für seinen Bourbon sonst in jeder Weise zeigte, pflegte jedes Mal. wenn er das Glas zum Munde führte, die Augen zu schließen, etwa wie Kinder, die eine schlecht schmeckende Medizin nehmen müssen. Seine Freunde wunderten sich darüber, daß dem Colonel der Anblick des braunen Stoffes so unangenehm sein sollte und sie fragten ihn eines Tages, warum er denn immer seine Augen schlöße beim Trinken: Der Colonel antwortete: Ich sürchte. wenn ich den Whiskey anschaue, könnte mir das Wasser im Munde zusammenlaufen und der Whiskey auf diese Weife verwässert werden." Abwechselung. So oft Deine Frau ein theueres Kleid will, fällt sie in Ohnmacht?" Ehemann (seufzend): Ja, und so oft dann die Recknuna kommt, ich!" DeplacirteRedensart. Es ist ein Geschäftsdiener mit einer quittirten Rechnung von Müller & Co. da." Quittirte Rechnung? Der Kerl kann warten, bis er schwarz wird." Aber er ist schon schwarz es ist ein Neger!"