Indiana Tribüne, Volume 28, Number 27, Indianapolis, Marion County, 23 September 1904 — Page 5

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Tie Könige von Butte.

Bilder von der Hölle auf Erdenk Wo nichts' GrüneS wächst. Drei Montana'er Bergbau 5!önige und ihre Eigenthümlichkeiten. Wie Pat MullinS Bürgermeister ward. Eine gämbelwüthize Menschheit. Wie viele Jahrtausende der Hügel .gesehen hat, auf und an welchem die berühmte Montana'er Bergbau-Stadt Butte steht, und von dem sie ihren Namen hat, ba laßt sich schwer berechnen, wenn es auf Genauigkeit an kommt. Die Stadt selbst aber ist noch kein halbes Jahrhundert alt. Sie hat indeß schon eine denkwürdige Geschichte hinter sich, und historisch sowie geschäftlich ist sie unstreitig eine der bedeutendsten und interessantesten Städte des fernen Nordwestens. Aber eine der schönsten ist sie entschieden nicht; dergleichen kann ihr wohl selbst der größte Lokalpatriot nicht nachsagen, und mancher zartbesaitete Naturschwärmer würde sich vielleicht sogar versucht finden, sie abscheulich zu nen nen. Ganz besonders ist für Frühlingsdichter und Kneipkur - Freunde absolut kein Boden hier. Es ist nicht ohne guten Grund, daß der Volksmund Butte den Beinamen gegeben hat: Die Hölle auf Erden". Zwar gibt es noch anderwärts Stätten genug, denen Manche aus dem einen oder anderen Grunde diesen schönen Namen gelegentlich beigelegt haben oder beizulegen Lust hätten, sei es inmitten großer Metropolen, sei es in Landschaften, welche äußerlich einen paradiesischen Eindruck machen. Und zum Theil geht es da auch wirklich weit schlimmer zu, als in Butte, selbst während seiner ersten JugendgeschichU. Der Hauptgrund aber, weshalb gerade Butte diesen Titel erhalten hat, ist ein sehr einfacher und seine Vewohner haben keine Ursache, sich dessen zu schämen: er gehört zur Naturgeschichte der Städte. Denn die hier geförderten Erze so'ndern, während sie ausgeschmort werden, arge Schwefeldünste aus, die sehr verhängnißvoll für die Kinder Floras sind. Manchmal wird der so entstehende Rauch, welcher ungefähr die Farbe von gewässerter Milch hat, so dick, wie ein Londoner Nebel; er ist aber weit bösartiger, als dieser, da er der Tod von allem Pflanzenwuchs ist! Kein einziges grünes Blättchen wiegt sich jemals in Butte im Winde, wenn es nicht von auswärts kommt, und kann ist es mit seiner Herrlichkeit gar schnell zu Ende. Kein einziger GrasHalm kann hier wachsen. Nichts als öde Massen rollenden. Sandes und Gesteins, und die SensatiönsSchriftstellerin Mary MacLane, die jetzt schon beinahe wieder vergessen ist, trug mit ihrer' Phantasie wohl kaum zu dick auf, als sie davon sprach, daß sie, über diesen Boden schreitend, das Kommen des Teufels erwartete."

Aber was zählt Naturschönheit, wo Reichthum so schwer in die Wagschale fällt? Was hat Ceres zu suchen, wo Nluto thront? So hoffnungslos des saftigen Grüns beraubt, ist dieser Platz so fruchtbar an reichen Metallen, daß er eine mächtige Attraktion für Menschenkinder von allen Richjungen der Windrose geworden ist. Hat man doch aus keinem einzelnen Bergbaulager irgend anderswo solche Schätze zu Tage gefördert! Seitdem vier Metallsucher von Nevada vor etwas mehr als vierzig Iahren an diese Stätte geriethen, ist aus den Bergrücken, an welchem die Stad! Butte lagert, für beinahe fünf Milliarden oder, wie der Amerikaner sagt, eine halbe Billion Gold, Silber und Kupfer gegraben worden! Kein Wunde,, daß auch ein John D. Rockefeller und Henry H. Nogers es der Mühe werth gefunden haben, ihre Namen mit dieser Mammonsstadt zu verknüpfen. Ihr Hauptsiegel haben ihr freilich längst Andere aufgedrückt, und zwei derselben schwingen noch mächtiq das Scepter. Des Schicksals Wind bat hier eine buntscheckige Menschheit von allen Regionen zusammengeblasen. Wenn man zu irgend einer Stunde des Tages oder der Nacht an einer Straßenecke in Butte steht, so kann man mit Mitmenschen jeder Rasse zusammengerathen. Und doch hat das Leben in dieses bunte Gewürfel einen sehr gleichartigen Charakter gebracht! Bon den rund 13,000 Bergbau-Ar-deitern in Butte verdient keiner weniger als $3.5 im Tag. Aber Alle bringen sie das Geld gleich dem verlorenen Sohne durch, nur wohl nicht in so vielseitiger Weise, Denn hauptsächlich vergämbeln sie dasselbe. Die schönste klassische GlücksspielZeit ist zwar vorbei. In den alten, absolut schrankenlosen Gämbel - Tagen, die übrigens noch gar nicht lange dahin sind, da konnte man Bohr-Ar-

weiter, welche in Flanell - Hemden herumstolzirten, ganze Hausen Silber und Goldklumpen mit so sorgloser

Dreistlglelt verwetten sehen, wie man

es nur von irgend welchen der großen Herren in Monte Carlo erzählt. Nur

daß mcht leicht einer der Ersteren, wenn er verlor, sich eine Kugel in den Kopf jagte, wozu auch? Im

'Schooß der Eroe unmittelbar neben ihnen qab eö ja noch geimg von diesem

Zeug, und wenn einmal Einer ganz auf dem Trockenen saß, fehlte es ihm sewönlicb nickt an Credit, für das

Nothigste, wenn nicht in bäarem Geld, so doch in Naturalien.

Fremde Besucher erzählen darüber

manche bezeichnende Stückchen. Bot wenigen Jahren beobachtete einmal ei-

ner derselben folgende Scene, die sich

ihm unvergänglich eingeprägt hat:

Zwe: Manner schrttten in emer

Kneipe lässig auf. den Cigarren-Glas'

kästen zu, um sich auf s Neue fühlbar

zu vergegenwärtigen, daß alles irdi-

sche Wesen Rauch ist. So ganz beiläufig fragte der Eine: Wollen wir

nicht den Würfelbecher schütteln?"

Bin allemal dabei," antwortete der

Andere.

Sie zündeten sich die Glimmstengel

an, und der Eine fragte wiederum:

Na, in allem Ernst, wieviel willst Du

denn eigentlich für dieses Loch von

Bergwerk haben?

Funfunddreißigtausend, war die

Antwort.

Ich geb' Dir fünfundzwanzigtau-

send," sagte der Andere.

Bah, fünfundzwanzig nehme ich

nicht," versetzte sein Freund, aber wir wollen einfach die Würfel darum schütteln ob Du mir fünfundzwan-

zigtausend oder fünfzig gibst."

Gut. , Was soll Stumpf sein,

Pferdchen oder First Flop?- '

Fnst Flop," klang das Echo aus dem andern Munde zurück. Es ging los, und jeder von Beiden schüttete die Würfel nur einmal auZ dem Becher. Der Verlierer abe!

schrieb sofort mit einem Bleistift sei

nen Check" auf $50,000 aus! Er

machte nicht mehr Wesens daraus, als

ob er eine Cigarre oder einen Schnaps

verspielt hätte. Und noch heute ist so ziemlich Je-

dermann in Butte ein toller Glücksspieler, ein Plunger". Auch als eine

wahre Spiel Hölle würde Butte An-

spruch auf den obengenannten Titel

erheben können, wenn es ihn dann

nicht mit zu vielen anderen Kümmelblättchenritter - Paradiesen zu theilen

hätte, die auch nicht von schlechten Eltern sind!

Unter solchen Verhaltnissen gibt

man sich natürlich hier nicht viel mit Kleinigkeiten in Geldsachen ab, und

Sprichworter wie: Wer den Pfennig

nicht ehrt, ist desThalers nicht werth,"

stehen m Butte j mcht m hoher Achtung. Davonhat auch der Schreiber Dieses vor mehreren Jahren am ersien Morgen, als er in Butte war, ein kleines Beispiel erlebt. Er hatte das Bedürfniß nach einer Gesichtsverschönerung, sowie auch, sich auf einen glänzenden Fuß" verhelfen

zu lassen. Beides konnte er bei einem

Barbier befriedigen. Vermeinend, sich nobel zu zeigen, gab er dem Rasirmesserschwinger für seine paar Striche einen Quarter und sagte ihm, er solle das Wechselgeld behalten. Ein geringschätziger Blick war die einzige Antwort, statt des erwarteten Danke schön". Dem kleinen Pickaninny aber, der ihm die Schuhe wichste, gab er ein Zehncents - Stück in die Hand. Der Junge blickte es einen Augenblick an, als könne er es ohne Vergrößerungsglas nicht, recht sehen, und sagte dann kalt: Wohl noch nicht lange hier, Boß, he? Schuhwichsen kostet bei uns zwei Bit (23 Cents), Sah!" Beschämt,' wie ein begossener Pudel, ging ich zum Lokal hinaus. J Ein prächtiges Menschen )ria nal ist der Bürgermeister von Butte, Patrick Mullins, gewöhnlich aber von den Ortseinwohnern , nur mit dem Kosenamen Pat" benannt. Vor Jahren betrieb er ein Kost- und Logirhaus im damaligen Vergbau-La-ger. Einmal machten die Bergwerke für einige Zeit zu, und verschiedenen Kostgängern des braven Pat ging das Geld aus. Eines Morgens, gerade zur Frühstücks - Zeit, erhob sich dieser im Speisezimmer mit bedeutungsvoller Miene und hielt in seinem breiten irländischen Dialekt eine Vauke, die mit so großem Beifall aufgenommen wurde,wie ihn nur jemals eineRede gefunden hat. Sie war ebenso kurz, wie gehaltvoll, und sie- möae daher nach der Erzählung eines Ohrenzeugen, vollinhaltlich, nur in das geliebte Deutsch übertragen, hiermit folgen: Jungens!- Man hat die Minen zugemacht, und ich weiß, Manche von Euch haben keinen Teig mehr. Aber, bv Jingo, Ihr habt zu Pat gehalten, als Ihr du christlichen Linsen hattet, und jetzt hält Pat zu Euch! Wißt, ich habe noch zwei Bahnwagenladunaen Kartoffeln und eine Bahnwagenladung Schinken im Keller, und so lange noch eine 'Kartosfelschale und ein Stück Fleisch da ist, könnt Ihr mit mir essen. Bezahlen mögt Ihr, wenn Ihr wieder einmal von dem Stoff habt, und wenn nicht, ist's auch gut." Wahrhaftig, das hat man ihm nicht vergessen. Und lange . darnach, als Wahlen waren, und die Partei, zu welcher Pat's Freunde gehörten, befürchtete, sie könnte dieselben verlieren, röurde Pat als Bürgermeisteramts - Candidat aufgestellt, und siehe da! er siegte ohne ernstlichen Widerstand. Man erzählt sich noch heute schmunzelnd von der Rede, mit welcher, als Präsident Noosevelt nach Butte kam, Bürqermeister Mullins den Hiro von Santjägo" den Bankett - Gästen box stellte. Diese Pauke würde in deutscher Form zuviel von ihrer Eigenart einbüßen; es sei nur noch bemerkt, daß sie ein verbessertes Scitenstück der obigen war und dem Landesvater iry

Frack wahrscheinlich mehr Spaß

machte, als manche andere, die er auf

seiner Tour gehört!

Zu einem großen Theil ist die Ge-

schichte der Stadt die Geschichte der drei aroßen Berqbau - Magnaten,

welche hier ihre Millionen errasft und

erlistet haben: MarcuS Daly, Bun-

desfenator W. A. Clark und August

Heinze, der schneidige Widerpart

Rockefeller's oder seiner Vertreter.

Das sind die eigentlichen drei Könige von Butte.

Viele halten den Einen, welcher das

Zeitliche gesegnet hat. für den Bedeu-

tendsten; doch.es bleibt abzuwarten, was man von den beiden Anderen, die wohl noch manches Jährlein vor sich haben, am Schluß ihrer metallischen Laufbahn sagen wird.

M a r c u s D a l y, ein Sohn der

grünen Insel, wanderte als fünfzehnjähriger Junge nach Amerika aus.

Er hatte starke Arme und arbeitete erst

in östlichen Hasenstädten als Dockge-

Hilfe. Doch sein unruhiger Geist trieb ihn bald nach dem großen Westen, und er kam nach Californien, wo er sich auf Goldwascherei verlegte, erst im Dienste Anderer. Haggin und Tevis, zwei hervorragende Bergbau - Unternehmer am Goldenen Thor, sandten ihn nach Utah. Hier traf er mit den Gebrüdern Walker zusammen, und

dies wurde für seine ganze Zukunft

entscheidend. Denn von ihnen wurde er im Jahre 1876 nach Butte als Sachverständiger geschickt, um die alte Alice - Mine zu inspiziren. Mit weiter nichts, als einer Decke, die er auf dem Rücken trug, kam Daly nach Butte, er starb als mindestens fünfzehnfacher Millionär, obwohl er alles Andere eher, als sparsam gcwesen war! Zunächst erwarb er einen Antheil an der Alice - Mine und verkaufte ihn wieder. Dann wurde er Theilhaber von Haggin & Tevis, den obengenannten Caltforniern, und kaufte die Anaconda -Mine. Aber es kostete erst einen Kampf, bis die Letzteren völlig für dieses Unternehmen gewonnen waren! Sie schickten ihrerseits einen Sachverständigen an Ort und Stelle, und der sagte, die' Mine sei werthlos, und kehrte enttäuscht nach San Fra :cisco zurück, um in diesem Sinne zu berichten. Daly hatte kein Geld mehr; aber er und einige Leute, die an sein Glück glaubten, setzten das Graben fort. Da fanden sie Erz von ungeahnt großer Ergiebigkeit. Das war ganz kurz nach der Abreise deZ Sachverständigen". Daln pumpte Geld und lauste ein gutes Vferd. Er sandte einen Boten mit Proben des neu gefundenen Erzes nach 'Frisco. Reite den Gaul, bis er umfällt," sagte er zu ihm, und nimm dann einen anderen! Komm nur unter allen Umständen früher, als der verd te Experte nach Californien." Und Daly's Bote war wirklich zuerst am Ziel. Haggin & Tevis rückten mit einer tüchtigen Geldsumme heraus. So wurde, wie man erzählt, die Anaconda - Mine in Betrieb gesetzt, welcöe die Daly Co." im Jahre 1899 an die Amalaamated . Copper Co." (an der Rockefeller und Rogers in hohem Maße interessirt sind) für 83 Millionen Dollars verkaufte! Dem Dichterwort entsprechend: Hat man viel, so wird man bald noch viel mehr dazu bekommen," verdiente Daly fortan seinen Mammon leicht, er gab ihn aber ebenso leicht aus, und darin haben ihn bis jetzt keine der anderen Könige von Butte erreicht! Er wollte zu Anaconda, wo er sein Hüttenwerk anlegte, ein Hotel haben; flugs baute er ein recht schönes und verlor $50,000 das Jahr daran. . Er wollte eine gute Zeitung haben, gründete den Standard" und verpulverte in den ersten vier Jahren $300,000 daran! Um schöne Zuchtpferde zu haben, verwandte er an seine Bitter Root -Viehfarm eine Million Dollars im Jahr! Diese Ranch" ist aber auch die schönste ihrer Art in der Welt. Sehr nobel war er auch im Wegsehenken von Pferden; sobald irgend einer seiner Freunde eine Vorliebe für 'eineZ der Pferde zeigte, pflegte Daly zu sä gen: Nimm es doch, es ist Dein". Solche Beispiele seiner Noblesse könnten leicht noch vermehrt werden, und es ist fraglich, ob das Hinscheiden irgend eines seiner College so viel bedauert werden wird, wie daS seinige tö wurde. Der vielgenannte Nebenbubler und gleichzeitig Parteigenosse Daly's, der Bundessenator W. A. Clark, der ebenfalls mit nichts anfing und, wenn nicht Daly gewesen wäre,. heute viellaicht ganz Montana controlliren würde, ist verhältnißmäßiq knickerig. Einige seiner alten Mitarbeiter, die aber keine Bergbau - Könige geworden sind, bringen dieS damit in Verbindung, daß er in Pennsylvanien gebo ren wurde und in Missouri Schullehrer war, waö sie als eine sehr spießbürgerliche Vergangenheit ansehen. Clark kam 1863 aus Colorado nach Montana und erwarb seinen ersten Reichthum mit dem billigen Ankaufen und sehr theuren Verkaufen von Lebensmitteln an Sergbauer. Als z. B. das Mehl rar wurde, ließ er sich für das Pfund anderthalb Dollars bezahlen. Weiterhin eröffnete er einen allgemeinen Handelsladen und eine Bank und warf sich auf Kupfer - Unternehmungen ln großem Maße. Zur Vervollständigung seiner bergbauli-

chen Kenntnisse studirte er nachsräglich an der Columbia - Universität Metallurgie, sodaß er sein eigenerMetallPrüfer und Minen - Untersucher sein konnte.. Keine, absolut keine Gelrgenheit ließ sich Clark entgehen! Er besiZt nicht blos zu Butte Minen, sondern auch noch viele anderwärts, und von der United Verde" in Arizona, bekannt als die reichste aller Kupferminen, ist er der alleinige Eigenthümer. Auch hat er Zuckerrüben - Farmen in Californien, Kaffee - Plantagen in Mexico, Viehweiden, Holzfäller - Lager u. s. w., und ganz vor Kurzem hat er eine Eisenbahn von San Francisco nach Los Angeles erworben. Bei alledem hat er noch Zeit ge.nug gefunden. Deutsch und Französisch zu studiren. Seine politische Fehde mit Daly, welche Beiden Millionen von Dollars gekostet hat, ist noch in frischem Ge. dächtniß. Sie war eine der größten und bittersten, welche jemals oagewesen sind, obwohl die Beiden Schwäger waren, und endete erst mit Daly'ö Tode. Ihren ersten Ursprung soll sie in einem Pferderennen genommen haben, wobei daZ Daly'sche Pferd das Clark'schk schlug; alsbald erstreckte sie sich auf alle möglichen Gebiete! Vielleicht das bemerkenswertheste Kapitel darin war der Streit um die StaatsHauptstadt von Montana. T aly wollte die Staatsregierung von Helena nach Anaconda verlegt haben, und lediglich deshalb war Clark leidenschaftlich für Helena. Ueber 2 Millionen Dollars kostete Clark und Daly diese Campagne; da es rund 50.000 Stimmgeber in Montana gab, so mußte also für jeden derselben durchschnittlich über $40 ausgegeben werden. Concerttruppen zogen durch den Staat, und Wein und Champagner flössen in Strömen. Helena siegte. Und als Clark 1898 es sich in den Kopf setzte, Bundes senator zu werden, flatterten die $10,000 - Scheine wie einer der Herren Staatsgesetzgeber sil ausdrückte wie grüne Fledermäuse im Hotel Helena umher". Als Clark eine Mehrheit der Stimmen erhalten hatte, focht Daly die Wahl an. Clark resignirte und erhielt am selben Tag die geheimnißvolle Ernennung. Schließlich wurde er ohne Widerstand in den Senat gewählt, aber erst, nachdem sein alter Widerpart das Zeitliche gesegnet hatte. Noch ein bezeichnendes Anekdötchen von Clarl: Er gab eines Tages dem Barbier, der ihn rasirt hatte, einen Qüarter in die Hand. Ihr Sohn giebt mir allemal einen Dollar," sagte der Barbier. Der kann sich's leisten," versetzte der Senator, er hat einen reichen Vater." Der aufgeweckte junge Deutschamerikaner August Heinze hat vielleicht seinen größten Ruhm noch vor sich. Bis. jetzt besteht sein hervorstcchendster Charakterzug darin, daß das Gämbel - Element von Butte in ihm stärker vertreten ist, als in jedem anderen -der Genannten; er ist der GlückSspielerwüthigste von Allen, welche.. je in diese irdische Hölle" gekommen sind, und macht sogar die Frage, wie er jeweils gämbeln soll, mit Borliebe wiederum zum Gegenstand eines besonderen Glücksspiels! Erst zwanzig Jahre war er alt, als er 1889 nach Butte kam. Ursprünglich war er Ingenieur der Boston & Montana-Mine. Die östliche Gesellschaft, welche diese Mine controllirte (Gebrüder Lewissöhn) sah sich bewogen, Heinze, der ihr über den Kopf wuchs, den Laufpaß zu geben. Sofort aründete er eine besondere Gesellschaft zum Ausschmelzen von Erzen für unabhängige Bergwerke, und damit begann seine Triumph - Laufbahn. Berühmt machte er sich besonders dadurch, daß er Anspruchsstücke inmitten von großen, im Betriebe befindlichen Minen absteckte und dann mit Benützung eines Montana'er StaatsgesetzeS, welches demjemgen, der den Scheitelpunkt einer Mine besitzt, Anspruch auf das ganze Erz giebt, das von hier aus irgendwohin sich auszweigt, stracks Prozesse gegen die Besitzer des übrigen betrefsenden Eigenthums anhängig machte und gewann! Damit begann aber auch der große Kampf zwischen Heinze und Rockefeller. Wer weiß, wie derselbe enden mag? Der Petroleumkaiser ist groß wie Nußland, aber Heinze ist ein so unermüdlicherDraufganger wie Japan!

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Ausrüstung. Veteran: Was willst Du denn Schorschl?" Nachbarssöhnchen: Der Vater läßt schön bitten und Sie möchten ihm Jhren Orden leihen, er will heut betteln gehen." Vielverheißend. Gott, Jakob, wie musikalisch unser Jsidor schon ist!" Wieso Sarah?" Hat er heut' die knarrende Thür im Speisezimmer zehnmal auf und zu gemacht!" Der Philologe im Wirthshaus. Noch einmal Buchstabensuppe! Aber achten Bk darauf, daß auch die Buchstaben Q und X, die ich in diesem Teller vermissen mußte, darin vertreten sind." Guter Anfang. DienstMädchen (das seine neue Stelle antritt): War mein Schatz schon hier?" Protz. Kellner: Was, belieben der Herr zu speisen?" Mandelblüth: Ae Goldfasanenbraten."

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