Indiana Tribüne, Volume 28, Number 27, Indianapolis, Marion County, 23 September 1904 — Page 4

Jttdtana Tribüne, 23. September 1904

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Zndiana Tribüne. HerauZgtktben von der Suttnderg s. Indianapolis, Ind.

Hany O. Thndium Präsident. GeschäftSlocal:. No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2697 Knteied at the Post Office of Indianapolia a second dtii matter. Strafen. Die schwere Strafe welche Richter Alford den beiden Gewerkschaftlern, welche überführt worden waren, wäh rend eines Ausstände einen Streikbrecher thätlich mißhandelt zu haben, auferlegte, war wohl gerecht, ist aber kein derartiger AuZnahmefall, daß das Urtheil al- ein die Gesellschaft rettende That von einem Theile der hiesigen Presse begrüßt wird. Unserer Erfahrung nach haben Rich ter in allen Staaten und Instanzen niemals versäumt ein von einem Ar. beiter begangenes Verbrechen mit größtmöglichen Strafmaaß zu belegen. Richter AlfordS Entscheidung ist daher keine bemerkenswerthe Ausnahme die besondere Besprechung verdient. Eine wirkliche Ueberraschung würde eS sein, wenn ein Prominenter der zur sogenannten besseren Klasse gehört daS volle Strafmaß für eine Unthat erhallen würde. Man setze den Fall, daß ein atle thischer reicher Fabrikbesitzer einen Arbeiter der ihm aufsässig ist, thätlich mißhandelt, und zu gleicher Zeit mit einem Arbeiter der einen Streikbrecher mißhandelt hatte, vor Richter AlfordS Forum kommen. Bor dem Gesetze sind beide gleich. Die Strafe sollte beide gleich empfind, lich treffen. Der gestrenge Richter, der die Gesellschaft bedroht sieht, diktirt beiden das Strafmaximum zu. Das Zahlen der Geldstrafe ist für den Fa. brikherrn eine Bagatelle, für den Ar beiter mag sie gänzlichen Ruin be deuten. Die Freiheitsstrafen treffen beide gänzlich verschieden. Der Bemittelte kann sich nicht nur im Arbeitshause, wenn er überhaupt dahin geschickt wird, allerlei Erleichterungen schaffen und weiß, daß seine Familie durch seine Haft keiner Noth ausgesetzt ist. AnderS mit dem Arbeiter, er muß die ganze Strenge der Strafangalt durch kosten und ist dabei von dem Gedanken an feine Lieben, für deren Unterhalt er nicht sorgen kann, gepeinigt. Sie liest sich sehr schön die Geschichte von dem voll verhängten Straßmaß und ist doch eine krasse Ungerechtigkeit. Denn es ist dem Richter unmöglich tu nem reichen Schuldigen für das gleiche Vergehen eine gleich empfindliche Strafe aufzuerlegen und der Spruch, daß vor dem Gesetze alle gleich sind, wird zu Schanden.. Der Besitzende wird allein durch Freiheitsstrafe empfindlich gestraft, während für den täglich für fein Da sein arbeitenden eine Geldstrafe fehr hart ist. Der Richter urtheilt nicht leiden schaftZloS und unbefangen, der das höchste Strafmaß zumißt um zur War. nung einer Klasse ein Exempel zu statuiren. Besonders bedauerlich find aber Aeußerungen von Richtern, die geeignet sind, die Gesetze in den Augen deZ Volkes herabzusetzen und eS ist wahrlich ein Glück, daß derartigen Herren vom Gesetz Grenzen in Bemessung von Stra fen gezogen find. Vom Polizeirichter aufwärts hört man häufig, daß sie bedauern, nicht eine Strafe nach ihrem Gutdünken .ge wissen Schuldigen auferlegen zu kön nen. Derartige Salbaderei ist nur angethan, dem Publikum Zweifel über die Weisheit der Gesetze und Nicht, achtung dafür einzuflößen. Die volle Geldstrafe und eine kurze Freiheitsentziehung wäre für die beiden Arbeiter gut Maß gewesen und hätte dem Richter die Gelegenheit gegeben, einem des gleichen Vergehens angeklag ten Reichen die volle FreiheitS. und eine geringe Geldstrafe aufzuerlegen, das wäre wohl gerecht gewesen. Zwischen den beiden Präsident' schaftS'Eandidaten scheint ein so freund, schaftliches Gefühl zu bestehen, daß ste nach der Wahl unter allen Umständen Brüderschaft trinken sollten. . Ein ganz merkwürdiges Eampag nejahr. Keine Aufregung, keine wirth. schaftliche Depression und keine Schimpfereien.

Mehr noch, als die Wiederbelebung der Geschäfte und die erhöhte Thätig, keit in Handel und Industrie lassen die Einlagen in den Svarbanken erkennen, daß die Prosperität doch kein leerer Wahn ist". Die Zahl der Deposito. ren von Sparbanken in den Vereinig, ten Staaten hat sich innerhalb der letz ten 17 Jahre verdoppelt. Sie beträgt heute 7,305,223 und der Gesammtbe. trag des eingezahlten Geldes ist S2,. 935.204,845, während im Jahre 1887 81,235,247,371 auf Sparbanken deponirt waren. Hieraus geht herbor, daß der Durchschnittsbeitrag des ein zelnen Guthabens heute um mehr als zehn Prozent höher ist als vor 17 Jahren. Mit völliger Genauigkeit läßt sich nicht feststellen, welchem Stande die einzelnen Depositoren angehören, aber alle Kenner der Verhältnisse stimmen darin überein, daß zum mindesten die Hälfte aller Einzahlungen von Lohn arbeitern (im weiteren Sinne) herrühren. Dies vorausgesetzt, beweisen die angegebenen Zahlen erstens, daß der Wohlstand in der arbeitenden Klasse gestiegen ist, und zweitens, daß die, Ansprüche, die der Arbeiter an das Leben macht, nicht in demselben Maße, wie sein Einkommen gestiegen sind. Das von den Arbeitern auf Spar lassen eingezahlte Geld stellt durchaus nicht deren gesammte Ersparnisse dar. In den Bau und DarlehenSVereinen sind etwa 8500,000,000 angelegt. Viele Personen deS Arbeiterstandes bewahren ihre Ersparnisse im Hause auf; Lebensversicherungen repräsen. tiren einen großen Theil der Erspar, nisse der Arbeiter und selbst WerthpaPiere werden vielfach von solchenLeuten, die von ihrem Lohne oder Gehalte et. was erübrigen, angekauft. Schließ lich sind in kleinen Städten und Dör. fern gar manche Arbeiter Besitzer ihres eigenen Häuschens. Kurzum, wie die Sachen heute liegen, muß zugegeben werden, daß auch die arbeitende Klasse an der Prosperität, deren sich die Ver. einigten Staaten erfreuen, in gewissem Grade theilgenommen hat.

Ueber das lange, zähe Ringen zwischen Angelsachsen und Deutsch, thum auf kulturellem Gebiete in den Ver. Staaten gibt der Deutschamerika ner L. Viereck eine ebenso interessante wie . umfassende . Zusammenstellung. Schon bald nach der Landung der ersten deutschen Einwanderer, im Jahre 1683, welchen sich die Gegen sätze bemerkbar, die bis zum heutigen Tage im öffentlichen Leben Amerikas hervortreten: Der Führer der Deut schen, der Frankfurter Jurist F. D. PastoriuS, geht mit Feuereifer daran, seinen Landsleuten deutsche Cultur zu erhalten, als Bürgermeister der Stadt Germantown ist sein offen bekundeS Streben, in Pennsylvanien ein neues Deutschland zu gründen, im Jahre 1902 wird hier die erste deutsche Schule eröffnet, werden die ersten deutschen Schulbücher gedruckt; doch schon im Jahre 1729 sucht ein freilich bald wieder aufgehobenes Gesetz des Staates Pennsylvanien die Einwanderung der Fremden zu be schränken; man erwägt damals ernst, lich, das Deutsche zur Staatssprache zu machen, freilich hat man die einzige Gelegenheit dazu unbenutzt gelassen. Aber das deutsche Schulwesen nimmt im Laufe der Zeit einen mächtigen Aufschwung. Die großen kirchlichen Synoden, namentlich die Lutherische .MissouriSynode, legen entscheidenden Werth darauf, die Kinder in deutscher Sprache zu erziehen, eine Menge von deutschen Privatschulen tritt in'S Leben, große deutsche LehrerbildungS.Anstalten werden geschaffen und sorgen für einen tüchtigen Nachwuchs. Und doch haben wir hier in dem letzten Menschenalter einen entschiedenen Rückgang beobachten müssen; in den . kirchlichen Synoden macht das Angelsachsenthum reißende Fortschritte, und gar das PrivatschulenWesen ist zum größten Theile bereits vernichtet; gegenüber dem Wettbewerb der Staatsschule, die allen Unterricht unentgeltlich ertheilt, ja sogar die Lehrmittel kostenfrei liefert, sich nicht behaupten können. (Deutfchthum im Ausland.) Tödtlich verbrüht. TiMe Neuben, die Tochter eines in Winona, Wis., ansässigen Farmers, erlitt beim Einkochen von Früchten tödtliche Verletzungen. Sie hatte einen großen Kessel voll auf auf dem Ofen, als sie ausglitt und im Fallen dm Kessel mitriß, wobei die kochende Flüssigkeit sich über ihren Hals, Arme und Rücken ergoß.

Internationale Convention der Branerei-Ärbeiter.

Die 15. Internationale Convention der Vereinigten Brauern der Ver. Staaten und Canada fand gestern Nachmittag ihren Abschluß. Mit großer Majorität wurde der Antrag, das Hauptquartier in Cincinnati zu belas. sen, angenommen. Nominationen für die Beamten deS Verbandes war daS nächste Geschäft und wurden folgende Nominationen gemacht: Für daS Amt des internationalen Sekretärs und . Schatzmeisters: Genosse Adam Hübner von Chicago, Jll., L.. U. No. 18. (Der gegenwärtige In haber des Amtes, Genosse Julius Zorn, wurde für dieses Amt vorgeschlagen, doch lehnte er seines Alters und auch seiner zerrütteten Gesundheit wegen ab.) Edward Ward von L..U. No. 29 in Boston, Mass., wurde gleichfalls nominirt, doch lehnte derselbe ab. Für daS Amt eines internationalen Correspondenz-SecretärS: Louis Kem per, der gegenwärtige Inhaber, und ChaS. Weyell von der L.-U. No. 1 in New York City. Für das Amt eines Protokoll, und Finanz-SecretärS: Joseph Pröbstle, der gegenwärtige Inhaber, und ChaS. Müller von der L.U. No. 2 in New. ark, N. I. Für daS Amt deS Redacteurs der Brauer.Zeitung": W. E. Traut mann, der gegenwärtige Inhaber des Amtes. Für die Aemter als Mitglieder der Internationalen Exekutive wurden no minirt: a) Brauer Ed. F. Ward. L..U. No. 29; Jos. Hahn, L.-U. No. 6; ChaS. NiklauS, L..U. No. 9; Al. Kugler, L.U. No. 2. Gust. Mostler, L..U. No. 96; Emil Müri, L.U. No. 7. d) Bierfahrer August Priestersbach, L..U. No. 43; Fred. Zepp. L..U. No. 91; Jobn Cannon, L.-U. No. 38; Wm. Graven, L.U. No. 23; P. Schäfer, L.U. No. 132; Geo. Kolb, L..U. No. 207; W. B. SinclairL.. U. No. 100. c) Bierbottler Wm. C. Eggemann, L..U. No.s187; Wm. Hamann, L.U. No. 213; Jos. Obergfell, L.-U? No. 230; W. F. Schwenkendorf, L.-U. No. 181. 1 '' d) Mälzer Gustav Richter, L.U. No. 89; F. L. Lelivelt, L.U. No. 121. e) Ingenieure und Feuerleute Phil. Eich, L.-U. No. 25; W. P. Wall, L..U. No. 111; ChaS. Schurich, L..U. No. 80; M. Schäfer, L.-UNo. 22; Henry Jordan, L. U. No. 76. Als Delegaten zur nächsten Conven tion der American Federation of Labor wurden vorgeschlagen bezw. durch Stimmzettel erwählt; Aug.' Priesters, bach, L.U. No. 43; Ed. F. Ward, L..U. No. 29; LouiS Kemper, internationaler Sekretär; Fred.Zepp, L.U. No. 91. Als stellvertretende Delegaten wurden erwählt: John Sullivan, L.U. No. 59; Otto Gaestel, L.U. No. 148; Wm. Schrepel, LU. No. 187 John Gan non, L.-U. No. 38. Ein Antrag wurde angenommen, die Stadt Toronto, Canada, zu benennen als den Ort, wo die nächste Convention abgehalten werden soll. Ein Antrag würde angenommen, daß es der Wunsch der Convention sei, daß Genosse Julius Zorn als Buchhal ter im Veröands'Hauptquartier ange stellt werde. Das Ergebniß der Ver Handlungen. ' Es dürfte nicht wenig Leute geben, welche glauben, die Brauerei'Arbeiter wären eine Sorte ungebildeter Menschen, deren Ideal einzig und allein in recht vielem Biertunken besteh: und welche sonst weiter keine Bedürfnisse hätten. Diese Auffassung ist aber eine ganz und gar irrige. Denn alle Versamm gen während der lltägigen Conventisn haben gezeigt, daß die Brauerei'Arbei ter nicht nur gebildete Menschen sind, sondern daß dieselben auch Maas und Ziel halten können, was daS Trinken anbetrifft, und eS doch verstehen sich trzsflich zu amüsiren. Wir sind wäh rend dieser Convention mit den meisten Delegaten persönlich bekannt geworden und müssen konstatiren, daß. der BrauereiArbeiterVerband sich seiner Delegaten zu dieser der 15. Convention nicht zu, schämen .braucht. Aus allen Debatten und Diskussionen schaut Ver nunft. Intelligenz und ein weittragen der Blick. !

Wohl manche Arbeiter Organisa tion könnte sich ein Beispiel an dem Brauereiarbeiter-Verbande nehmen. Den Schluß dieser Convention bil dete, wie schon oben bemerkt, die Nomi nation der Beamten für den nächsten Termin von zwei Jahren. Eine wirklich rührende Scene spielte sich ab, als der bisherige erste Beamte, Herr Julius Zorn nebenbei gesagt, ein früherer Bürger von Jndianapo liS wiedernominirt wurde, aber aus GefundheitS und anderen Rücksichten die Ncmination ablehnte, erklärend, daß er trotzdem auch in Zukunft stets für die Interessen des Verbandes ein treten werde. Der Applaus, welcher einer kurzen Ansprache Zorn'S, folgte, war ein stürmischer und von Herzen kommender. Herr Zorn wird, wie wir erfahren haben, auch in Zukunft dem Brauerei Arbeiter-Verband nach wie vor mit Rath und That zur Seite stehen, und seine Arbeitskraft zur Verfügung des Verbandes stellen. Wir gratuli ren diesem doch meistens aus Deut schen zusammengesetzten Arbeitern herzlich 'zu der nun. zu Ende ge führten erfolgreichen Convention und zu den bisher erzielten Resultaten. Soviel wir in Erfahrung gebracht haben ist das EinVerständniß der hiesi gen 4 Brauerei'Arbeiter UnionS mit den Brauerei-Besitzern das denkbar beste und wir hoffen, daß diefeS Verhältniß recht lange bestehen möge, zum Wohl und Besten der Arbeitsge. ber sowie der Brauerei'Arbeiter selbst. Die Convention vertagte sich um 12 Uhr 20 Minuten mit einem dreifachen Hoch ans das fernere Wachsen und Ge deihen deS Verbandes. Sehr lobend sprachen sich die Herren Delegaten aus, über die Haltung der hiesigen Presse, hauptsächlich deS ,,Te legraph", und über die prompt gelie ferte Druckarbeit, welche der Verband während der Dauer dieser Convention bei der Gutenberg Co. herstellen ließ. Ende gut, alles gut. Dieses Sprich wort kann mit vollem Recht auf die 15. Convention deS Brauerei'Arbeiter Verbandes angewendet werden. Den Herren Delegaten dieser nun zu Ende gegangenen Convention wünschen wir auf diesem Wege unsere besten Wünsche und glückliche Heimkehr. Wir sind als Deutsche stolz auf die Brauerei Arbeiter, welche ja doch meistens deutsch oder deutscher Abkunft sind. Da keine weiteren Geschäfte vorlagen, vertagte die Convention sich unter don. nerndcn Hochrufen auf den . Verband der Vereinigten Brauerei Arbeiter. Eine von Braumeister Martin Mann gehaltene Ansprache wurde beifällig ausgenommen. Wenn irgend Jemand ein Lob ge. bührt, so kommt dasselbe der wackeren Frau Katherine Hammerle, der fleißigen Gattin des Herrn Peter Hammerle, zu. Dieselbe hat, waS den Lunch anbetrifft, in der That GroßartigeS geleistet. Assyrisches Jägerlatein. Schon in vorchristlichen Jahrhunderten scheint man jene lustigen Ueber treibungen gekannt und geliebt zu ha ben, die man heutzutage Jägerlatein" heißt, wie die in Babylonien und Assyrien aufgefundenen Schriftstücke" be stätigen. Diese dauerhaften Aufzeichnungen auf Ziegelsteinen berichten unter anderem von den höchst merkwürdigen Jagdabenteuern, welche weiland König Assurbanipal von Ninive (667647 v. Chr.) bestanden haben will wenn man seinen eigenen Berichten Glauben schenken darf. Auf einer meiner Jagden," laßt er den Ziegelstein erzählen, kam mir ein Löwe ganz nahe. Ich packte ihn an der Mahne hinter den Ohren und durchbohrte ihn mit der Lanze, dem Worte meiner Hand!" Drastischer noch lautet eine andere Ziegelsteimnschrift desselben ' königlichen Löwenjägers. Ich ttgrist," prahlt er, den Löwen beim Schweife. Mit. dem Beistand Adars und Nergals (mächtige Götter der Zeit und des Kriegeö) zerschmetterte ich ihm den Kopf mit der Keule!" Die Kunst hat indessen gleichfalls' diese denkwürdigen Jagdbegebenheiten" verewigt, indem sie der staunenden Nachwelt näheren Aufschluß durch bildliche Erklärung darüber gab. Durch Sklaven wurde nämlich der ge fangene König der Thiere aus seinem Käfig geholt, welche mit einem berauschenden Getränk feine Kräfte, mit Eisen seine Klauen abstumpften und überdies ihm noch die Zähne ausbrachen, um ihn für sein Erscheinen vor dem königlichen Jagdliebhaber entspre öend .vorzubereiten."

Keine Fidensschalmrun. tschieden, Dementis und Neorganisirung , der russischen Feldarmee. ' Nach jeder Schlappe, welche die Russen bisher auf dem ostasiatischen Kriegsschauplätze ' erlitten hatten, tauchte, wenn auch meist verblümt, die Nachricht auf, daß Frieden in Sicht sei.

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General Baron KaulbarS. Der Meldung, die natürlich nur als Fühler anzusehen war, folgte von Petersburg stets ein entschiedenes Dementi. Neubelebt wurde die Hoffnung der Friedensfreunde nach der schweren Niederlage der Russen bei Liaoyang. Wie sehr sie sich indessen auch hier getäuscht haben, geht aus dem Beschlusse der obersten Heeresleitung Rußlands hervor, die Armee an der Front zu reorganisiren. Diese Neuformirung soll in der Weise erfolgen, daß das Heer in zwei Armeekörper unter den Besehlen der Generäle Varon Kaulbars und Linewitsch, welch' letzterer bisher in Wladiwostok kommandirte,- getheilt wird. Kaulbars begibt sich mit den zwei Armeekorps, die zur Zeit in den Gouvernements Kasan, Odessa, Wilna und Kiew orgamsirt werden,' nach dem Kriegsschauplatz.' Den Oberbefehl über die beiden Armeen behält nach wie vor der General Kuropatkin. Leiterin cincs UicscngcsclMs. Frau Walkers immcnscS Vennögen, seltene Stellung und Erfahrungen. Abgesehen davon, daß Frau Anne M. W. Walker von Philadelphia mit dem Ableben ihres Vaters, des Chemikalien - Großfabrikanten William Weightman, eine der reichsten Frauen der Welt geworden ist ihr Vermögen wird auf die Kleinigkeit von $60,000, 000 geschätzt nimmt sie eine seltene MsrraK,, imiwm '- .-S" :ii-a- $ Frau Anne M. W. Walker. Stellung insofern ein, als sie personlich die oberste Leitung des Riesengeschäftes ihres Vaters übernommen hat. Frau Walker, die dermalen 61 Jahre zählt, war das einzige überlebende Kind Weightmans; seine beiden Söhne waren schon seit geraumer Zeit todt. Um nun das Geschäft u erhalten und sein angesammeltes Vermögen nicht durch zahlreiche Legate zu zersplittern, sprach Weightman, der seit längerer Zeit leidend war, den Wunsch aus, Frau Walker mit der Führung des Geschäfts vertraut zu machen. Mit (öifer und Verständniß gab sich die Dame ihren Obliegenheiten hin; jeden Morgen um 8 Uhr konnte man sie schon in ihrem Bureau erblicken, wo sie die Rapporte der Departemcntschefs entgegennahm. Bald hatte sie den Geschäftsbetrieb erfaßt, worauf sie sich Einblick in die sonstigen Unternehmungen ihres Vaters, die hauptsächlich Grundbesitz betrafen, verschaffte. Frau Walker besuchte eine Privatschule in England und verheirathete sich 1862 mit dem Advokaten Robert I. C. Walker von Philadelphia, der als Repräsentant dem 47. Kongresse angehörte und im Dezember 1903 starb. Frau Walker hat sich eine umfassende Bildung angeeignet; sie spricht geläufig Deutsch und Französisch und versteht Italienisch. Sie hat, mit Ausnähme von Australien, fast die ganze Welt bereist. Frau Walker besitzt keine Leibeserben; ihr einziger Sohn starb vor mehreren Jahren. In der Stadt der Bruderliebe" ist sie als Wohlthäterin, namentlich Kindern armer Leute gegenüber, bekannt und beliebt,

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5 No. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. fö&lKRffhoirte naq und von SUjVU)K,llV (Eurer a. An- und verkauf ausländischen Geldes. Warten Sie nicht bis Sie eine große Summe Geld angesammelt Haben, ehe Sie einen Anfang machen, ein Sparconto zu eröffnen. Thun Sie das diesen Monat Nutzlos liegendes Geld sollte keinen Platz in irgend einem Haushalt haben, Sie können irgend eine Summe von 25 Cents aufwärts deponiren in Iiia tat Co. und Sie erhalten daran 3 Prozent Zinsen, halbjährlich verrechnet 1. Mai und November jedes Jahres ttapital - ' $1,000,000,00 Ueberschnß . 1225,000.00 Osficen im Compagnie Gebäude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Durchlaufende Züge. t. Louis. 'Die einzige Linie, welche Passagiere und Gepäck in dem AnSstellnngSplatz landet, ehe der Zug in St. Louis einfährt. $R slsl Waggon Exkursion jeden Taq, OUiUU ausgenommen Freitags und Samstags, giltig für 7 Tage. $9.0Q'g8?"'- ' Abfahrt von Indianapolis 11.50UhrVormittags und 11.10 Uhr Abends. Ankunft auf dem Ausstellungsplatz 7 Uhr Abends und 7:40 Uhr Morgens. Stadt'Osfice: 8 Nord ZllinoiS Str. Vr. J. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts., Urin. un!,Äectum Krankheiten. OkiZce : 155 OK Market Str. Tel. 941 Olftce-Stusden : 9 lli 10 Udr ffira. : 2 bil 4vhr. Heimkehr eines Todtgeglaubten. Dr. R. G. Lightle von Little Nock, Ark., von dem man angenommen hatte, daß er verbrannt fei und auf dessen Versicherungs-Po-licen inzwischen $19,000 ausbezahlt worden sind, hat sich den Behörden gestellt. Er sagt, er habe keinen Schwmdel beabsichtigt, aber als der Brand ausbrach, habe er eine LeZche zur Sektion in dem Stall gehabt, und sei geflohen, weil er seine Verhaftung wegen Leichenschändung fürchtete. Kühnes Räuber st ückchen. In Kemmerer, Wyo., drangen neulich, alL der Expreßzug der Oregon Short r daselbst anhielt, vier Burschen in M Expreß-Car, verlangten von den Beamten die Herausgabe eines Beutels mit $9000, die zur Ablehnung der Arbeiter der Kemmere? Coal Company bestimmt waren, und entfernten sich mit ihrem Raube. Man glaubt, daß Arbeiter der Gesellschaft dieses kühne Räuberstückchen ausführten. gräßliches Verhängn i ß. Henry Klingemann von Prairie du Chien, Wis., ist wahnsinnig geworden über den Fall von H. Morrison, welcher der Ermordung seiner Frau und Tochter angeklagt ist. Klingemann leidet an der Wahnvorstellung, daß der Mörder auch seine Frau umbringen wolle; er machte zwei desperate SelbstMordversuche, indem er sich mit einem Fleischermesser in den Hals schnitt und zum Fenster hinausspranz.