Indiana Tribüne, Volume 28, Number 27, Indianapolis, Marion County, 23 September 1904 — Page 1

1 oo fc?sif3s:rj ' Caac und S Scimtagisblalt 9 g Tage und ,C C) xvr . öonntagsblatt lOcDer Woche. i !". . . li "x. r s 1111 111 lOc per Woche. 8 ti IH-V y 0W 'V LSSVSSLVLS)

i SvX Vvv,

Oy o 7 ns 'f p-s? Vi-k-Ux U-

r r-vfM1

a

Ä

ilyO

S

SS

rsdjeUtt feden $ta4jmttta0. Jahrgang 23. Indianapolis, Ind., Freitag, 23. September nilU No. 27. ,

Senrh Geisel . In Vernon, Ind., ist am Donner stag Henry Geisel im Alter von 72 Jahren aus dem Leben geschieden. Er erblickte in'Leisel, Hessen Darm, stadt das Licht der Welt. Er war noch ein Knabe als seine Eltern nach Hier überfiedelten. Ueber 50 Jahre war der Verblichene in Indianapolis ansässig. Viele Jahre betrieb er eine Schmiede und Wagen-Fabri! an der Massachusetts Ave. und Noble Str., Später sührte er eine Grocery und Futter.Geschäst an der 10. und Rural Straße. Vor etwa 10 Jahren siedelte er nach Vernon, Ind. über, woselbst er seinen Lebens.Abend in beschaulicher Ruhe verbrachte. Noch vor einem Jahre war es ihm vergönnt mit seiner wackeren Lebens gesährtin die Goldene Hochzeit zu feiern. Zweimal hat er Jennin'gS County in der Legislatur vertreten ; einmal war er Mitglied des Stadt rathS von Indianapolis. Der Ver. storbene hinterläßt außer seiner Wittwe noch 4 Kinder: Frau Lily Geisel Simpson, Frau Emma Geisel King, Wm. Geisel und Frank Geisel. Die Leiche wird nach hier gebracht und morgen Vormittag um 11 Uhr von der Kapelle auf dem Crown Hill Friedhof aus zur letzten Ruhestätte geleitet werden.

Bissiger Köter greift Knaben an. Carl Schnepel, ein 13 Jahre alter Zeitungöträger 79 Süd Sherman Drive, wurde gestern Abend, als er seine Zeitung im Hause des Benjamin Helm, New Jork Straße und Sher. man Drive abliefern wollte, durch eine Bulldogge angegriffen und in den Arm gebiffen. Frau Helm, die den Angriff sah, fiel, in Ohnmacht und wurde nach' harter Arbeit wieder zur Besin nung zurückgebracht. Der Hund ge hört einem Manne Clären Walton, und e5 wird gesagt, daß der Köter schon andere Leute in der Nachbar schaft angegriffen und gebissen habe, trotzdem aber noch immer frei herum laufe. Eine romantische Helrath. Morgen wird Frl. Emma Stewardt, eine Vaudeville Sängerin, welche, hier im Grand Opern Hause während der letzten Saison auftrat, nach Califor nien abreisen, um Frank D. Laugh man, dem Theilhaber eines großen Versandthauses in San Francisco, angetraut zu werden. Laughman hörte sie hier seinerzeit singen, konnte aber ihre Bekanntschaft nicht machen, weil seine Geschäfte ihn abriefen, tele graphirte jedoch zurück, daß ihr wäh rend ihres Auftretens hier allabendlich ein Bouquet mit seiner Karte überreicht werden sollte. Frl. Stewardt, übersandte dem Blumenspender ihren Dank und eö entspann sich aus diesen Anfängen eine Correspondenz, welche jetzt am Altere ihren Abschluß finden wird. Bis jetzt haben die Beiden noch kein einziges Wort zusammen gesprochen. Autrag und Erwiederung auf denselben wurden brieflich besorgt. Frl. Stewardt hat die Bühne jetzt ver. lassen um einen Mann zu heirathen. den fie niemals sah, und mit welchem fie niemals ein Wort wechselte. Polizeiliches. Tandy W. Walker, ein farbi ger Wirth, 922 Massachusetts Ave., wurde heute Vormittag wegen An griffs auf feine Frau durch den Polizisten Gillespie verhastet. Brutus Smith, der beschul digt ist fich gegen die Postgesetze ver gangen zu haben, wurde heute Mor gen in der hiesigen Jail abgeliefert. Frau Coffman. 1911 Central Ave. meldet, daß während sie sich außerhalb des Haufe? befand, ein Farbiger fich durch die geöffnete Hin terthüre in'5 Haus schlich, Ihrer so fortigen Rückkehr, durch welche der selbe verscheucht wurde, verdankt fie es. daß nichts gestohlen wurde.

$100,000 Schadenersatz verlangt. Prominente Viehhändler auf dem Kriegspfade.

R. R. Shiel und R. R. ReeveS reichten gegen die Belt R. R. Co., die Stockyards Co., Kingan & Co., Indianapolis Live Stock Journal, S. E. Rauh und Andere eine Klage auf Zah. lung von 8100,000 Schadenersatz ein. ' Kläger geben an, daß sie seit Jahren Besitzer eines durch Ehrlichkeit und Fleiß aufgebauten ausgedehnten Gefchäftes gewesen seien und daß die Ver klagten, die sich als eine Korporation ausgaben, ohne solche zu sein, durch systematische Verfolgungen das Geschäft der Verklagten ruiuirten. Kläger schätzen den Werth des Geschäftes, welches $10,000 und darüber abwarf, auf $100,000, für welche Summe sie Entschädigung suchen. Tragisches Ende einer Berlobnngsreise. Raymond Bacheel, der vor Wochenfrist hier als ein Deserteur verhastet wurde, reiste in Begleitung des Polizisten Ed. Dalby nach Norfolk zu den Schiffhöfen zurück, während Mary Guser aus New Z)ork, die ihn nach hier begleitet hatte, nach New Jork zurück gesandt wurde. ' Sie war hier unter der Anklage des Bummelns verhaftet worden, jedoch wurde die Anklage fallen gelassen. Ihre Eltern hatten ihr das Reisegeld gesandt. Bacheel ist nur 13 Jahre alt und er blieb hier bei seiner Tante, während er das Mädchen in einem. Boardinghaus untergebracht hatte, wo sie ihre eigenen Unkosten begleichen mußte. Er hatte ihr versprochen, sie zu heirathen; nachdem sie hier anlangten, weigerte er fich das Versprechten zu halten. Die Polizei naschte fich in die Angelegenheit und dann erfolgte die Verhaftung. Ein zeitweiliger Eiuhaltsbefehl bewilligt. Gestern Nachmittag erließ Richter Carter einen zeitweiligen Einhaltsbefehl gegen die Truftees der American Life Insurance Company, in welchem er dieselben abhält, in irgendwelcher Weise vom Vermögen der Marion Brokerage Co. Gebrauch zu machen oder dasselbe zu veräußern. In seiner Klage, auf welche hin der Einhaltsbefehl erlassen wurde, sagt Herr Nordyke, daß die Angeklagten beabsichtigen. das Eigenthum der Company, in welcher er Antheile hat, zu Übertragen und daß dieses eine Verletzung seiner per sönlichen Rechte bedeutet. Der Zweck der Angeklagten ist seiner Ansicht nach der,, das Vermögen zu ihrem eigenen Vortheile anzuwenden. Dem Ein Haltsbefehle nach wird dieses nicht er laubt sein, bis nicht die Theilhaber sich heute bezüglich dieser Sache verständigt haben. Die Anklage soll wegen einer Meinungsverschiedenheit bezüglich der Geschäftsleitung eingereicht sein. . , Eines deutschen Zeitungsmannes einsames Ende. Einsam und verlassen, ohne irgend welche Verwandte in diesem Lande, vielleicht auf der weiten Welt, ist am Dienstag Morgen um 1 Uhr im St. Marien-Hospital in EvanSville ein deutscher Zeitungsmann, Herr Franz Eehrken von ColumbuS, Ohio, der sich seit etwa zwei Wochen als reisender Vertreter deS Waisenfreund" in ColumbuS, O., in der Stadt befand, an den Folgen von Bright'scher Nierenkrankheit gestorben. Herr Gehrken, der etwa 65 Jahre alt war, war seit 20 Jahren an deutschen Zeitungen thätig. Aus ColumbuS, wohin man die Kunde von seinem Tode meldete, kam die Nachricht, daß Herr Gehrken dem dortigen deutschen Militär-Verein angehöre. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Langfellow".

Nette Zustände im Regierung

Depot. Die Entlassung Robert I. Foster's, eineS Gartenarbeiters im RegierungSDepot zu Jeffersonville, weil derselbe ein respektloses Schreiben an ein Blatt in Jeffersonville gesandt hatte, verspricht, viel Trubel zu veranlassen. Foster liegt in seinem Heim, West Mainstraß? No. 1634, Louisville, in Folge von Verletzungen darnieder, die er im Depot cm 2. August beim Sturze durch das Fenster eines Treibhaufes erlitt. Frau Poster begab sich zu der betreffenden Zeitungsoffice in Jefsersonville und forderte die Reinschrift deS Artikels mit der Unterschrist ihres Gatten. Als fie dieselbe gesehen hatte, erklärte sie, das sei nicht der Artikel, den ihr Mann geschrieben, und seine Unterschrist sei gefälscht. Der Versuch, auch Col. Marshall im RegierungSdepot zu besuchen, mißlang, da derselbe abwesend war. Die Frau war wüthend über die Behandlung ihres Gatten und erklärte, sie werde Alles probiren, den Makel auf dessen Namen abzuwasche::. Sie hatte das Schreiben bei sich, in dem ihren Gatten in dürren Worten mitgetheilt wird, daß er, als Urheber jenes Artikels, entlassen sei. Die Frau behauptet, dieser Artikel könne unmöglich von ihrem Gatten sein, da er zur Zeit der Veröffentlichung schon ans Bett gefesselt war und stets nur achtungsvoll von den Beamten im Regierungsdepot geredet habe. Nach ihrer Behauptung bestand eine Verschwörung gewisser Leute, der ihr Gatte erlegen wäre. Siel Lärm um Nichts. Ein Alarm vom Kasten 154 rief gestern Nachmittag 3:30 Uhr die Feuerwehr zur Wohnung Elmer Catt, 1316 Ewing Str., wo durch einen fchadhaften Schornstein ein kleines Feuer entstanden war. Schaden $50. Ein Alarm . vom Ludlow Feuerfystem gestern Nachmittag um 4 Uhr, durch den die Feuerwehr zum EngroZ House Schnull & Co. gerufen wurde, erwies sich als falsch. Ein Kurzschluß im elektrischen Leitungssystem war die Ursache. Die Gesetze müssen befolgt werden. Daß Unkenntniß der Gesetze vor Strafe oder doch zum Mindesten nicht vor Unannehmlichkeiten schützt, wird höchst wahrscheinlich ein soweit Unbekannter, welcher dem ExpreßfuhrwerkZbesitz Henry Sweetland, 403 West 14. Str., durch die Post ein Packet mit Patronen fandte, ausfinden. Sweetland, über den Vorfall befragt, sagte aus, daß er vor kurzem von einem Manne, dessen Namen er nicht kennt, ein Gewehr eintauschte und daß derselbe ihm darauf versprach, er werde ihm die Patronen zusenden. Daß jedoch die Patronen mit der Post kommen würden, sagt Sweetland, davon natürlich hatte er keine Ahnung. Das Packet wurde nicht an Sweetland abgeliefert. Aus der Coroner's Office. In dem Todesfalle der Farbigen John Justice, der an der College Ave. von einem Straßenbahnwagen getödtet wurde, gab der Coroner sein Verdikt dahin ab, daß die eigene Nachlässigkeit des Mannes an seinem Tode die Schuld trage. In Bezug auf den Unglücksfall des CondukteurS Sonuel Price, der sein Leben verlor, als er an der Nord Senate Avenue einen Frachtwagen vom Geleise zu schieben versuchte, (Price gerieth zwischen Frachtwagen und Straßenbahnwagen, als eine schwere Eisenftange, welche er gegen den schiebenden Straßenbahnwagen setzte, auSglitt) gab der Coroner nur die in den Zeitungen veröffentlichten Einzelnheiten kund, ohne die Verantwortung feftzu-stellen..

Sandelte in Selbstvertheidignng. Der Farbige William Hyde, der vor den Großgeschworenen stand, weil er seinen Rassegenossen William Jones erschossen hatte, wurde freigesprochen, die Beweise zeigten, daß Hyde in SelbVertheidigung handelte. Hyde mischte fich am Vormittage deS TageS in eine Schlägerei zwischen JoneS und einem anderen Farbigen und stellte den Frieden her, wurde dann von Jones mit einem Messer verfolgt. Hierauf be. schwor er einen Verhaftsbefehl gegen JoneS und auf seinem Wege von der Polizeistation nach seiner Wohnung, als er an der Wirthschaft, in der Jones arbeitete, vorbei kam, stürzte Jones mit einem Messer auö der Thür und

lief auf ihn zu. Hyde griff hierauf zum Revolver und schoß. Nur berauscht. MarcuS Grimes, 329 Nord Beville Ave., der unter den Anklagen der Trunkenheit und deS KleindiebstahleS vor Richter Whallon stand, wurde für den Kat-r mit einer Strafe von S1 und Kosten bedacht. Die Anklage des Kleindiebstahles jedoch wurde fallen gelassen. GrimeS wurde nämlich mit einem Damenrade gehend angetroffen und die Polizisten fragten ihn, weShalb er denn nicht auf demselben fahre und fie erhielten zur Antwort, daß er dieses nicht verstehe, worauf fie Verdacht schöpften und ihn unter der Anklage zur Polizeistation brachten. Da eS fich aber erwies, daß das Rad seiner Schwester gehörte, so wurde die Anklage des KleindiebstahleS nicht gegen ihn erhoben. $1500 von der Big Four-Vahn-Gesellschaft, verlangt. ETch a d e n e r.s a tz k l a g e n. N. L. Harris & Co. reichten gegen die C. C. C. & St. L. - Bahn eine S1500Schadenersatzklage ein. In der selben sagen fie, daß fie die Besitzer eines patentirten Artikels sür Wagen räder seien, und die Bahn trotz wieder holter Anfragen ihnen geantwortet babe, eine Sendung , derselben, welche auswärts hergestellt wurde, sei noch nicht eingetroffen. Die Kläger geben an, daß fie durch die Verzögerung der Adlieserung Kundschaft und Geld verloren. Die Sendung soll hier in einem Lagerhause gehalten worden sein, bis fie für die Kläger werthloS wurde. Wm. H. Kluge reicht gegen die Standard Life und Accident Jnsuranc Co. von Michigan eine Klage auf Zah. lung von $850 Krankengeldern ein. Kluge giebt an, daß er am 1. Mai dieses Jahres auf einer Straßenbahnfahrt verunglückte und daß er 15 Wochen völlig erwerbsunfähig u. 4 Wochen theilweise erwerbsunfähig gewesen sei. Da er fich seine Verletzungen auf einem öffentlichen Verkehrsmedium zuzog, so ist er seiner Klage nach zu S50 per Woche für die ersten 15 Wochen und zu $25 per Woche für die anderen 4 Wo chen berechtigt. Da verklagte Companie ihm bis jetzt keine Kranken-Un terstützung zukommen ließ, so sucht er dieselbe auf dem Klagewege einzutrei ben. Kriminalgericht. Im Criminal-Gericht wurde gestern Luke Fitch wegen Tragens verborgener Waffen zur Zahlung von 81 und Ko sten verurtheilt. Er war in die Prü gelei verwickelt, deren Haupt-Combat tanten Thomas Alexander und Hugh Tripp waren. Bauerlaubnißfcheine. B. und H. L. Hammond, Holz-Wohn hauS, Delaware- und 32. Straße, $2750. Lillian Shelly, Doppel Haus, 24. Straße und Cornell Ave., $1750. CurtiS BoggS, Cottage, Ox ford Str., zwischen 11. und 12. Str., $1250. John Popp, Wohnhaus, No. 833 English Ave., $3335. St. JohnS-Kirche, Reparaturen, CapitalAvenue, nahe Georgia Str., $300.

Nachrichten aus Jndiana.

A n d e r s o n, 23. Sept. Durch Arsenik, welches wie man annimmt, in einem Salznapfe enthalten war, vergiftet, liegen jetzt Herr und Frau Eli Connor sowie deren Tochter Frau William Personett und deren 4 Jahre altes Kind todtkrank darnieder. Das Salz in dem Napfe wurde auf einer Melone gebraucht und . kurz nach dem Genusse derselben stellten fich die Vergiftungssymtome ein. Vor zwei Wochen erkrankte der Sohn der Familie, ChaS. Connor und damals wurde auch seine Erkrankung als Arsenikvergiftung festgestellt. Während der letzten Woche verlor die Familie Connor etwa 60 Hühner, die alle an Vergiftung starben und man nimmt an, daß Versuche mit dem Gifte angestellt wurden. Die Polizei ist bemüht die Thäter ausfindig zu machen. L a p o r t e, 23. Sept. Frau Mollie Rotzien reichte ein seltenes Scheidungsgesuch gegen ihren Gatten ein. In ihrer Petition ersucht fie daS Gericht, da augenblicklich eine Entfremdung zwischen ihr und ihrem Gatten vorherrscht, ihr eine zeitweilige Scheidung nebst genügenden Alimenten für ihren Unterhalt zu bewilligen, da sie ihren Gatten liebt rnrt da sie fich mit der Hoffnung trügt, daß eine Trennung? zeit die temporäre Kluft zwischen beiden überbrücken wird. New Albany, 22. Sept. Die demokratische Campagne in New AIbany begann gestern Abend, als Ben jamin F. Shively von South Bend im Opernhause daselbst eine vortresfllche Rede hielt. Er ist einer der tresflichsten Redner in Jndiana und war der demo kratische Gouverneur Candidat von 1896. 4 Neuer Turnverein in Terre Haute. ES war klar daß die vor einem Jahre geschehene Auflösung deS Terre Haute Turnvereins nur eine zeitweilige sein konnte und daß eines Tages der Turnverein unter den besten Auspicien reorganifirt werden würde. Und in der That ist eS auch den unermüdlichen Anstrengungen des Hrn. Carl Timm, welcher nicht nur als Turnlehrer an der Spitze des Turn Vereins gestanden, sondern auch jüngst auf'S Neue zum Turnlehrer für die öffentlichen Schulen erwählt worden ist, gelungen, eine Reorganisation deS Turnvereins zu Stande zu bringen. Dieselbe hat fich in einer zahlreichen Versammlung von Freunden der Turnerei in den Räumen des Commercial Club durch die Erwählung der folgenden Beamten vollzogen: Präsident Emil Bauer. Vice-Präfident I. F. Ermisch. 1. Secretär C. Arleth. 2. C. Riffle. - 3. John Seemann. Schriftwart Robert E. Nitfche. Verwaltungsrath A. Herz, Carl Stahl und W. E. Doak. Turnlehrer Carl Timm. , Der reorganisirte Turnverein beginnt mit der ansehnlichen Zahl don 120 Mitgliedern, die aber allem Anscheine nach sehr bald volle 200 erreicht haben wird. Viele von den 120 gehörten schon zu dem früheren Turnverein. . Neuer Federweißer, bei August Pietsch, Ecke Wabash und Liberty Straße. In Atome gerissen. Als der angesehene Farmer Ernest Weber von Marseilles, O., mit 100 Pfund Dvnamit in seinem Buggy nach Hause fuhr, brannte sein Pferd durch. Infolge der Erschütterung explodirte das Dynamit und Weber, Pferd und Vuaav wurden in Atome zerschmettert. Daß Fische und Frösche an Tuberkulose leiden können, ist im Pariser Posteur-Jnstitut zweifellzk nachgewiesen worden. Deshalb braucht sich aber Niemand zu beunruhigen, denn Bazillen kaltblütiger Thiere können sich, auf den Menschen übertragen, nicht weiter entwickeln, abgesehen davon, daß jene nur in' den Verdauungsorganen vorkommenden Bazillen beim Kochen getödtet werden.

Nahrung und Schönheit. Unsere Speisen und ihr Einfluß aus die schön'hettliche Entwicklung deS tiitpeti. Ein Schönheitsmittel ersten Ranges bietet sich uns in der richtigen Wahl unserer Nahrung. Wenige wissen das und doch ist es so leicht ;u verstehen, denn in den Nahrungsmitteln, die wir zu uns nehmen, befinden sich mancherlei Fremdstoffe, und zwar in den einen mehr und in den anderen weniger. Und diese Frcmdftoffe muß der Körper wieder hinauswerfen, was ihm zuweilen nicht leicht wird, so daß sich die Ausscheidungsorgane, vor allem, die Haut, stark anstrengen müssen. Kommt zu viel an auszuscheidenden Stoffen in den Körper, so wird den Neinigungsorga- , nen zu viel Arbeit zugemuthet, und sie erschöpfen sich naturgemäß. Man kann an der Haut des Menschen seine Lebensweise erkennen. Man weiß, daß gesunde kleine Kinder stets reine Gesichts- und Hautfarbe haben, weil ihnen eben noch eine reine Nahrung, eine solche, die möglichst wenig Schmutzstoffe enthält, zugeführt wird. Wachsen sie aber heran und bekommen sie alle möglichen Künsteleien zu essen, so wird auch ihre Haut unrein. Die meisten Menschen haben es gelernt, die Gesetze deS Lebens und der Gesundheit zu mißbrauchen und ihren Appetit mit ungefunden Dingen zu befriedigen. Man denke nur an die vielen künstlichen Süßigkeiten, mit denen manche Leute ihre Kinder aufpäppeln! Hätten dieselben eine Ahnung, welche Massen von Belastungsstoffen sie damit dem jugendlichen Organismus einverleiben, sie würden es gewiß nicht' thun. Wir sollen also darauf schauen, daß unsere Nahrung möglichst rein, also natürlich sei. Wir müssen das Fleisch in natürlicher Zubereitung genießen und uns vergewissern, ob es von gesundem Vieh herstammt. Ebenso sollen wir bei der Wahl der Früchte und Gemüse auf deren gute Beschaffenheit sehen. Gute Früchte und gute Gemüse, natürlich zubereitet, sind herrliche Blutrelniger und Blutbildner und Schönheitsfördner. Wer das nicht glaubt, braucht nur auf den Süden mit seinen schönen Menschen zu sehen. Man denke nur an Italien und Spanien, wo Früchte und Gemüse und gute, einfache, natürlich bereitete Mehl- und MaisMehlspeisen die Hauptkost bilden, ünv die Leute gewiß über Mangel an Schönheit nicht zu klagen brauchen. Schon oft," so sagt ein amerikanischer Arzt, habe ich mich gewundert, weshalb die Damen ein so großes Interesse an ihrem Teint nehmen. Sie sollten doch eigentlich ein Interesse an oer Hautfarbe ihres ganzen Körpers nehmen. Es ist nicht von besonderer Wichtigkeit, wie die Gesichtsfarbe ist, wenn nur die Hantfarbe des ganzen Körpers in Ordnung ist. Die Haut ist das Aushängeschild des ganzen Körpers. Hat Jemand eine ungesund aussehende Hautfarbe, eine trockene, un-

thätige Haut, so ist dies das Zeichen von einem ungesunden Zustande des ganzen Körpers. Ist seine Haut unrein, dann sind auch seine Knochen und Drüsen schmutzig, ja, selbst sein Blut ist unrein. Die Untersuchung hat erwiesen, daß, wenn ein Mensch an der Gelbsucht leidet, sein Gehirn ebenso gelb ist als seine Haut. Daher muß man, wenn man feine Haut reinigen will, mit der Reinigung des ganzen Körpers beginnen Und dazu gehört die möglichste FernHaltung von Fremdstoffen in der Nahrung, die Auswahl reiner, leicht verbaulicher, blutbildender und das Blut läuternder Speisen. Natürliche Frucht- und Gemüsekost, gute reine Mehl- und Milchspeisen, nicht zu scharf bereitetes Fleisch, namentlich vom Kalb und jungen Geflügel, ebenso auch ab und zu ein Stück saftigen Rindfleisches befördern die Bildung guten Blutes und somit also auch die schönheitliche Entwicklung des Körpers. dar von Kartoffelkäfern aufgehalten. Bei Rahway, N. I., fuhr eine Trolley-Car auf eine Masse Kartoffelkäfer, und blieb, da die Räder sich in der klebrigen Masse nicht drehten, stehen, bis man Sand herbeischaffte und auf die Schienen streute. Hundertjährige Zwill i n g e. In Klein-Lengden, Provinz Hannover, feierten die Zwillingsbrüder Heinrich und August Meier ihren 100. Geburtstag. Die beiden Hundertjährigen sind gesund und munter und gedenken noch manches Jahr sich res irdischen Daseins zu erfreuen. Sechsfacher 2K ö r & e r. Ber: Brooks, ein Förster aus Arizona, verhaftete in Campbcll, Ariz., nach einem verzweifelten Pistolenkampf Fred Douglas, welcher gestand, James C. Dunham zu heißen und der Mörder einer Familie von sechs Personen zu sein. Seit 1896 wird Douglas, gesucht und erhält Brooks für die Auffindung des Mannes $10,000.