Indiana Tribüne, Volume 28, Number 25, Indianapolis, Marion County, 21 September 1904 — Page 5
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Dann erst!
Vsn JulieLandSkron. Wenn kein Sang der Nachtigall ' Grüßt dich mehr mit süßem Sckall, .' Du dich nimmermehr magst bücken, '. Einen Veilchenstrauy zu pflücken. Niemand dir ein Blümchen schickt. Keine Hand die deine drückt Und im weiten Mcnschcnmcer Streift kein Tankcsblick dich rncljt Stumm und doch beredt im Harm; Dann, dann bist du wirklich arm! Wer wagt, gcwiuut. Erzählung von Marie Zornom. Nahe dem kaiserlichen Lusischlosse Cchönbrunn bei Wien liegt der Vorort Penzing. Eine der letzten Straßen dieses Vorortes heißt die Feldgasse. Zur Sommerszeit wird man in so einer Feldgasse von unbarmherzigen Sonnenstrahlen fast versengt, und zur Winterszeit, wenn ein wilder Schneestürm durch dieselbe hinwegpfeift, tu schauert einem das Mark in den Knochen.. Etwas anderes ist es mit dieser meiner. Feldgasse in Penzing. Sie hat von der Sprödigkeit ihres Namens durch die kleine Geschichte, die dort passirt ist, viel verloren und bleibt als Ausnahme aller Feldgassen mir freundlich in Erinnerung. Das gleichförmige Rechts und Links der fast ausnahmslos einstöckigen Häuser wird auf der linken Seite von einer einzigen Villa unterbrochen. Zu beiden Seiten der verschlossenen Hausthür je eine Wohnung im Parterre mit vier Fenstern Front, während das erste' Stockwerk eine Front von neun Fenstern aufweist. Rechts vom Thorweg wohnt der Architekt Z. mit seiner jungen, bildschönen Frau, während die Wohnung zur linken Seite von einem alten Gärtner - Ehepaar mit dessen ebenfalls sehr junger, früh verwaister Enkelin bewohnt jpirb. Das erste Stockwerk geh'ört ausschließlich dem Bescher der Villa, einem Rechtsanwalt K., welcher das ganze Jahr über im Salzkammergute lebt und sich niemals in seinem hübschen Besttzthum aufhält. Ist man in den Hofraum eingetreten, so hat man sofort die öde Feldgasse vergessen; denn die vier Seiten des geräumigen Hofes sind bis zum Dache hinauf in Nebenspaliere gehüllt die nach dem Hofraum belegenen Schlafzimmer stnd tagsüber von gründämmerndem Lichte verdunkelt. Ein kleiner Gang aber führt aus diesem Hofe nach dem prächtigen Ziergarten, in welchem ein Riesenparterre mit den herrlichsten Rosen köstlichen Duft dem Eintretenden entgegensendet. Hieran schließt sich ein wohlgepflegter Gemüsegarten, und am Ende dieses reizenden Grundstücks, da, wo dasselbe mit dem dahinterlieenden Felde abschließt, erhebt sich eine schmucklose, hölzerne Altane, von einem mächtigen Züaume lmjchattet. Dier, tn diesem weiten, großen Raume, herrschten eigentlich nur zwei Wesen, die junge Frau Architekt Z. und Jeanette, der verwöhnte Liebling ihrer alten Großeltern. Jeanette hing mit abgöttischer Zuneigung an der jungen Frau und umgekehrt! Zwischen diesen beiden entspann sich eine Innigkeit des Verkehrs, welcher von dem heiteren, übermüthigen Temperament der Jugend unterstützt wurde; auch war es schon der dritte Sommer, welchen das Ehepaar Z. in der einsamen, weltabgeschlossenen Villa verlebte. Schon im März wurde hinausgezogen, um im späten November erst wieder nach dem Winterhauptquartier zurückzukehren. Herr Architekt Z. pflegte mit Ausnahme des Sonntags, wegen der weiten Entfernung des Vororts von der Stadt, .über Mittag nicht nach Hause zu kommen. Er verließ pünktlich nach acht Uhr seine junge Frau und begrüßie sie erst wieder in der fünften Nachmittagstunde. Die junge Frau war daher wie ein zweites Kind in der Farnilie des Gärtners. Sie aß mit ih.neu Mittag, und erst zum Nachmit'tagskaffee befand sie sich dann wieder in der Gesellschaft ihres Gatten. Dieser, ein erniÜÄranlagter Mann, hatte kein rechtes Verständniß für die kindische Art seiner Frau, bei ihm ging alles pedantisch wie am Schnürchen. War die junge Frau wegen ihrer immerwährenden Tändeleien zum so und scvielten Male von ihrem Gatten abgewiesen, so stürmte sie mit ihrer Jeannette in den Garten hinaus, 'um ihrem Uebermuth in der harmlosesten Weise die Zügel schießen zu lassen. Nach dem Grundsatze der jungen, lebenslustigen Frau war eigentlich nur der Vormittag zur Arbeit da; der Nachmittag gehörte dann ausschließlich dem Vergnügen. Sie war eine Frühaussteherin. Um acht Uhr Morgens war sie schon völlig in Toilette für den ganzen Tag. um dieselbe Zeit die Wohnung von Jeannette musterhaft aufgeräumt, gut gelüftet, die vier Fenster Front mit ihren grünen Jalousien geschlossen und verdunkelt. Kurz nach acht Uhr. nachdem sich der Gatte zärtlich verabschiedet, setzte sich die junge Frau an eine der Fenster, zog zur Hälfte die Jalou sie hoch und vertiefte sich in eine mühsame Stickerei. Die Feldgasse war stets menschenleer; ihr Blick fiel daher niemals hinaus, ihre Augen hafteten stets auf der Arbeit. Kein Wunder also, wenn sie es gar nicht wußte, daß sie der Gegenstand glühender Bewunderung war, und daß oft sekundenlang ein Schatten durch d'ä5 Fenster fiel. Dieser Schatten erregte doch einmal ihre Aufmerksamkeit und ließ sie von der Arbeit. aufblicken. Zwei stechende, pechschwarze Augen bohrten sich durch das
geschlossene Fenster, um die hübsche Erscheinung mit Blitzesschnelle zu verschlingen, die ihrerseits jäh aufsprang und tief erröthend den Neugierigen musterte. Im Moment konnte sie nur die hohe.
etwas hagere Gestalt eines Offiziers erkennen, dessen rabenschwarzes, wohl gepflegtes Kopshaar mit dem martialisch aufgedrehten schwarzen Schnurrbart etwas Unheimliches hatte. Sie blickte wie im Traume den langsam Vorübergehenden an, bis sein Schatten verschwunden war. Dann aber ging sie hochklopfenden Herzens über dieses Abenteuer am hellen Tage hinaus nach dem Garten und rief mit erschreckter Stimme: Jeannette. Jeannette!" Hier bin ich. gnädige Frau, ist Ihnen etwas geschehen?" Liebe Jeannette, ich bin außer mir übe: die Dreistigkeit eines Unbekannten," und noch ganz erregt theilte sie der Herbeigerufenen das eben Erlebte mit. Jeannette ihrerseits erwiderte lachend: Gnädige Frau haben das erst heuie bemerkt, was ich schon so lange beobachtet habe?" Jeannette, wissen Sie mehr über diesen unheimlichen Menschen? Wer ist er, ist er Ihnen bekannt?" Jawohl, gnädige Frau, es ist der Rittmeister Baron E. .., er wohnt schon lange hier oben in der Feldgasse! Immer wenn unser gnädiger Herr des Morgens fortgeht und ich bei uns aus räume, da geht auch bald darauf der schwarze Rittmeister vorbei. Er kommt mit ganz kurzem, langsamem Schritt an, und ist er erst bei Ihrem Fenster, verkürzt sich sein Schritt möglichst noch mehr beinahe als ob er stehen bliebe seine Augen werden immer größer dann blickt er so dicht durch die Scheiben daß ich oft glaube, der Herr Rittmeister muß jeden Augenblick zu der gnädigen Frau hineinspringen." Es ist seh? unrecht von Ihnen, mir niemals davon Mittheilung gemacht zu haben längst hätte ich den Platz am Fenster aufgeben müssen." Aber gnädige Frau," erwiderte Jeannette, was vergeben Sie sich denn, wenn Sie sich bewundern lassen? Sie thun damit kein Unrecht. Wer seinen Gatten liebt wie Sie, wird auch die Grenzen des Erlaubten nicht überschreiten." So, meinen Sie, soll ich den Platz am Fenster nicht aufgeben?" sagte die junge Frau, deren Eitelkeit erwacht war. Ach bewahre, gnädige Frau, fassen Sie die' Verehrung des Herrn Rittmeisters scherzhaft auf, und lassen Sie sich weiter bewundern." Nun gut, Jeannette, ich will thun, wozu Sie rathen; aber auf Sie fällt die ganze Verantwortung, sollte aus diesem harmlosen Scherz etwas Compromittirendes für mich entstehen." Seit jenem Tage war der schwärmetische Rittmeister ganz beglückt, denn bei seiner täglichen Fensterpromenade erhielt er manchen Blick aus schönem Augenpaar. Eine Annäherung jedoch schien für alle Zeit ausgeschlossen. Indessen Gott Amor ist und bleibt ein Schäker! Er zeigte einmal dem Herrn Rittmeister ein geöffnetes Fenster in jenem Parterre, durch welches er einen Brief, welchen er wer weiß wie lange schon bei .sich trug, hineinwerfen konnte, und welcher auf dem Teppich, wo er lag. sehnsüchtig der weißen Hände Harris, die ihn aufheben sollten. Gnädige Frau, hier liegt ein Brief an der Erde," sagte Jeannette, die denselben zuerst erblickte. Beide zugleich bückten sich danach und sahen sich fragend an, denn die Aufschrift Fortuna juvat audaces" war ihnen ein Räthsel. Fortuna juvat audaces" was kann das bedeuten?" rief die junge Frau. Ich habe nicht Latein studirt, kann es nicht übersetzen, aber wenn mein Mann nach Hause kommt, muß er mir das gleich übersetzen; übrigens Jeannette, wem gehört eigentlich der Brief? Er trägt keinen Namen nur die räthselhofte Aufschrift!?" Wem sonst als Ihnen, gnädige Frau!" antwortete erröthend Jeannette. Es ist doch klar, daß der Brief nur von dem Herrn Rittmeister sein kann, und Sie werden daher klug genug sein, ihn nicht ihr?m Gatten zu geben, um die geheimnißvolle Aufschrift zu erklären. Oeffnen Sie doch gleich, gnädige Frau, ich brenne vor Ungeduld!" Gefagt, gethan. Der Brief wird geöffnet und von beiden zugleich gelesen. Der Inhalt war kurz. Meine hochverehrte, reizende Nachbarin! Gestatten Sie mir die ergebene Bitte um Gelegenheit, mich Ihnen persönlich vorstellen zu dürfen, und lassen Sie. diese Bitte nicht unerhört verhallen! Ich bürge mit meinem Ehrenwort für die Lauterkeit meiner Absichten wie strengster Diskretion. Mit dem Ausdruck meiner tiefsten Verehrung Baron E. . . Rittmeister." Um Gottes willen. Jeannette, wenn das mein Mann wüßtedaß ich Briefe solchen Inhalts bekomme!" rief die junge Frau aus und schnell ehe es Jeannette , hindern konnte, war der Brief von den kleinen, unbarmherzigen Händen in Stückchen zerpflückt. Nicht doch, gnädige Frau! Lassen Sie wenigstens die Aufschrift übrig," sagte Jeannette, ich muH jemand finden, der mich über ihre Bedeutung aufklärt." Dabei fetzte sie die kleinen ' Stückchen sorgfältig wieder zusammen.
Jeannette!"
.Gnädige Frau?" Was würden Sie an meiner Stelle jetzt thun?" Auf den Scherz weiter eingehen!" erwiderte die schelmische Jeannette. Und wie würden Sie das- machen?" t Ich würde dem Herrn Rittmeister eine Annäherung gestatten." Wo? An welchem Ort?" Hinten im Garten, auf der Altane!" Aber Jeannette!" rief ganz entrüstet die junge Frau. Gnädige Frau glauben etwa, mit Ihnen zusammen auf der Altane sollte dieses Stelldichein stattfinden? O nein! Gnädige Frau werden von der Altane herabsehen auf das daranstoßende Feld und unter Ihnen, auf dem schmalen Feldwege, wird der Herr Rittmeister stehen. Auf diese Art trennt Sie der hohe Bretterzaun von einander. Ist das nicht hübsch? Sie die Julia, er der Romeo!" Jetzt brachen beide in lautes Lachen aus. Famos, Jeannette, ich gehe auf den Scherz weiter ein überlasse aber alles Ihnen, wie Sie dies mit dem Herrn Rittmeister vereinbaren werden." Am anderen Tage, kmz nach Tisch, sagte Jeannette: So, gnädige Frau. Es ist gleich 8 Uhr, die Zeit, um welche der Herr Rittmeister aus dem Bureau des Generalstabes zurückzukehren pflegt. Bitte, stellen Sie sich hinter die Uebergardinen, und lauschen Sie, was ich sagen werde." Kaum befand sich die junge Frau in ihrem Versteck, da hörte man auch schon Sporenklirren. In diesem Augenblick öffnet Jeannette den einen Fensterflügel und steht vor dem Rittmeister. Sie macht einen tiefen Knix.In ihrer rechten Hand hält sie einen herrlichen Strauß Marschall-Nil-Ro-tn und spricht: Herr Rittmeister, mit diesem" dabei überreicht sie die Rosen läßt sich die gnädige Frau Ihnen empfehlen; sie beabsichtigt heute, den Kaffee gegen 6 Uhr auf der Altane einzunehmen. Wenn der Herr Rittmeister eine kleine Promenade auf dem dahinter liegenden Feldwege machen würden, so würde sich die gnädige Frau Ihnen zeigen. Eine ander' Art einer Begegnung ist ausgeschlossen." Eine freudige Erregung spiegelte sich in den Mienen des Rittmeisters. Er nahm die Rosen und dankte mit den Worten: Ich werde kommen" salutirte und verschwand. Ein Glück war es, daß das Fenster sogleich geschlossen wurde, sonst hätte der Herr Rittmeister das unbändige Gelächter gehört, welches die beiden Schelme durchrüttelte, die auf der Erde auf dem Teppich saßen und die Scene immer wieder von Neuem belachten. - Zu bewußter Stunde servirte Jeannette den Kaffee auf der Altane. Da eS Sonnabend war, kehrte Herr Architekt Z. nicht nach Hause zurück, sondern begab sich nach seinen Bureaustunden in seinen Club. Jeannette und die 'junge Frau schlürften bereits ihren herrlichen Mokka, dabei immer das Terrain rekognoszirend. Als aber eine bekannte Uniform auf der Bildfläche erschien, zog sich Jeannette auf einen LauscherPosten zurück. Mit stummem Kopfnicken erwiderte die junge Frau den ehrerbietigen Gruß des Rittmeisters. Derselbe. begann: Gnädigste, wie bin ich Ihnen dankbar für diesen schönen Augenblick, den Sie mir schenken und in welchem ich Ihnen mündlich ausdrücken darf, wie sehr ich Sie seit langen Monaten verehre." Die Sicherheit der jungen Frau verschwand bald bei dieser Ansprache und machte großer Verlegenheit Platz; aber sie blieb stumm. Gestatten Sie mir auch noch. Innen meinen besten Dank für die schönen Rosen aussprechen zu dürfen; ich werde sie für alle Zeit in treuer Erinnerung bewahren!" Abermals ein stummes Nicken von feiten der jungen Frau. Noch hatte sie keine Silbe gesprochen, und dem Rittmeister fing die Situation an peinlich zu werden; er glaubte fast, er würde die Stimme der anmuthigen Frau wohl nimmer zu hören bekommen. Darüber wurde er aber bald eines Besseren belehrt. Die junge Frau beugte den Oberkörper über die Brüstung der Altane, dabei legten sich ihre beiden langen, schweren Flechten über ihre Schulter und hingen gerade vor dem Herrn Rittmeister. Dieser, ohne sich zu besinnen, erfaßte die braunen Zöpfe und preßte sie leidenschaftlich an seine Lippen. Im Nu richtete sich die junge Frau höchst indignirt in ihrer ganzen Höhe aus und rief in verweisenden.' Tone: -Herr Rittmeister, ist das die Lauterkeit Ihrer Absichten?! Adieu!" Sie ließ denselben stehen, und lief nach dem Garten. Den flehenden Ruf des Rittmeisters Gnä'dige Frau Gnädige Frau" beachtete sie nicht mehr. Zugleich aber war ihr Gewissen erwacht. Sie schmeichelte es ihrem Gatten ab, schon am kommenden Tag das Winterquartier wieder zu beziehen. Dieser Wunsch ward erfüllt und ausgeführt. Zwei Tage nach dem Rendezvous erstaunte der Rittmeister, als er bei seinem täglichen Vorbeigehen die bewußten Parterrefenster weit geöffnet fand,
hinter welchen sich ihm abfolutesteLeere präfentirte.
Sofort beariff er die aanze Situation.. Er schalt seine Unvorsichtigkeit, tadelte sein Betragen und bedauerte tief. fch selbst um dieses unschuldige' Vergnügen gebracht zu haben. Um sich von dieser Sache nicht allzusehr quälen zu lassen, kam ihm ein Umstand, mit welchem er sich schon lange beschäftigte, sehr zustatten. Er trug die Absicht, sich in Penzing anzulaufen, und wählte ein Plätzchen zu seinem bändigen Aufenthalte. Zu diesem Zweck begab er sich nach der Stadt zu einem ihm auf's beste empfohlenen Baumeister und übertrug .ihm die Plane zum Bau seiner Villa. Gleichzeitig wurde der Contrakt dahin, abgeschlossen, daß die Villa im kommenden Sommer beziehbar wäre. Auf diese Art verging dem Herrn Rittmeister der Winter rasch und angenehm. -Die junge Frau Z. war auch nicht müßig. Sie besuchte fleißig mit ihrem Gatten und Jeannette die Vergnügungen der Saison und war heiter wie immer. Nur der dumme Sommerscherz der lag ihr oft centnerschwer auf Herz und Gewissen. Wenn sie in einsamen Stunden an ihren braven, so fleißigen Gatten dachte, wie er nur für sie und sein Geschäft lebte, wie er in heißen Sommertagen in den schwülenBureauzimmern hinter seinen Zeichnungen saß, indessen sie auf einer Altane Sie wurde oft recht unruhig, denn der März ging seinem Ende entgegen, und der Umzug nach Penzing stand kurz bevor. Eines Tages kehrte ihr Gatte mißlaunig aus seinem Bureau heim. Mein liebes, gutes Herzensmännchen. was hast Du nur heute, bist so nachdenkend grübelst immer bist gar nicht lieb zu mir! Fehlt Dir etwas?" Nein, mein Kind nur geschäftlich." Nur geschäftlich? Dann darf ich es sicher wissen, bitte, bitte, sag es mir." , . Frauen dürfen sich niemals in die Geschäfte des Mannes mischen damit gieb Dich zufrieden." . Aber Du bist abscheulich heute!" Mit diesen Worten entfernte sie sich schmollend. Thörichtes, dummes, liebes Kind!" rief Architekt Z. aus, eilte ihr nach und zog die fast Weinende mit Liebkosung an sich. Wenn Du es durchaus wissen willst, so höre: Ich habe einen geschäftlichen Auftrag ausgeführt und stehe kurz vor der Verpflichtung der Uebergäbe, ja, ich habe sogar etwas Eile damit. Nun handelt es sich. um einen passenden Stru für die Villa. Der Auftraggeber überließ mir die Wahl eines solchen, da er keinen speziellen Wunsch hatte, nur müßte derselbe in fremder Sprache sein. Männchen, Männchen!" rief freudig erregt die junge Frau Händeklatschend aus: Ich habe einen, ich weiß einen!" 1 Du?" .Ja!" Laß ihn hören!" Laß ihn hören!" Und mit lauter Stimme rief sie aus: Fortuna juvat audaces!" Der Gatte erstaunte. Er sprach: Aber Kind, wie bist Du zu diesem Spruche gekommen?" Die junge Frau, kaum daß ihr diese inhaltschweren Worte entfahren waren, begriff sofort, daß sie sich selbst verrathen hatte. Sie fiel, in Thränen ausbrechend, vor ihrem Gatten auf die Kniee und erzäblte demselben wahrheitsgetreu die ganze Geschichte. Liebes Kind, so beruhige Dich doch nur; allzu schlimm ist ja Dein Verbrechen nicht. Ein zweites Mal, wirst Du Deinen ganzen Stolz einsetzen, solche übermüthigen Anwandlungen niederzukämpfen. Laß es jetzt gut sein, ich bin Dir nicht im geringsten böse, Du bist deshalb nach wie vor meine liebe, heitere, kleine Frau diese Versicherung sei der Lohn für Deine Aufrichtigkeit. Aber höre und staune! Mein Auftraggeber ist kein anderer als der Rittmeister Baron E . . . . Zur Erinnerung an feinen romantisch verlebten Sommer mag sein Spruch in großen, goldenen Lettern im Sonnenglanze über seiner Villa weithin strahlen. Wir aber verleben diesen Sommer in Lugano, und wenn wir recht vergnügt bei einem feurigen Lacrimä Christi sitzen, so sei unser Trinkspruch: Fortuna, juvat audaces." Jeannette aber benutzte die während diesesSommers leerstehende Wohnung des Architekten Z.. um zu bewußter Stunde n dem bewußten Fenster zu sitzen und mit dem nach wie vor pünktlich vorübergehenden Herrn Rittmeister ein scharfes Augengeplänkel zu beginnen. Und richtig! Aus Scherz wurde-Ernst! Als im Herbst das Ehepaar Z. nach Wien zurückkehrte, wurde es eines schönen Tages durch zwei Besuchende, den Herrn Rittmeister und Jeannette, überrascht. Der Herr Rittmeister in voller Gala-Uni-form. Jeannette ''im hocheleganten Promenadenkleide. so stellten sich dieselben als Verlobte vor. Schelmisch lächelnd reichte Frau Z. dem jungen Paare ihre Hand: Meine herzlichste Gratulation! Nicht wahr. Herr Rittmeister: Fortuna juvat audaces.4
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