Indiana Tribüne, Volume 28, Number 24, Indianapolis, Marion County, 20 September 1904 — Page 7
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Das Gcsch der Erdc ; I i i i Roman von Anton Freiherr v. Pcrfall EortseMg.) Wer war dieser eine? Gewiß eines der weiblichen Wesen, die sich darunter befinden mußten Bessy oder Afro! Das arme, verlassene, vom Unglück verfolgte Mädchen, das Grubenmädchen. und die vom Glück getragene Tochter des Lüdemann, aufgewachsen mitten im Sonnenschein des Lebens, verschmolzen jetzt ganz zu einem Wesen in den Gedanken der Leute. Und wie gering war doch der Unterschied ihres bisherigen Lebens, der den irdischen Augen so ungeheuer erschien, im Verhältniß zu dem jetzt gemeinsam ertragenen Schicksal. In der Halle vernahm man nur die befehlende Stimme Lüdemanns, Ijcr und klar wie immer. Er leitete die Retiungsarbeit. Zur Seite des Förderkorbs stand die Belegschaft zur Ablösung der ermüdeten Genossen bereit. Dicht aber vor dem Förderkorb befanden sich zwei Männer, deren ungcstörte Anwesenheit auffallen mußte. Der eine war der Rohrbacher, der auf seinen Stock gestützt, stundenlang in d'z Tiefe starrte ein müder Greis, bn nur die Erregung der Stunde auf den Beinen hielt. Der andere saß, zusamnengekauert, den Kopf in den Handen, regungslos auf einem eisernen Strebebalken des Fördergerüsts. Seit zwei Tagen und zwei Nächten saß er so da. Niemand hörte ihn ein Wort sprechen, niemand sah ihn essen oder trinken. Eine Mütze mit weit vorspringendem Schirm, mit schäbigem Fuchspelz eingefaßt, verdeckte sein Gesicht, von dem man nur einen schmutzig grauen, kurz geschorenen Bart sehen konnte. Einen Tag nach dem Einsturz wurde er zum erstenmal in Nohrbach gesehen. Er soll nach dem Alban gefragt haben, und als er die Auskunft erhielt, daß der zu den noch immer Vermißten gehöre, sofort zum Rohrbacher gegangen sein; der habe ihn dann hierher gebracht und vom Lüdemann die Erlaubniß erwirkt. Die Erklärung ließ nicht lange auf sich warten: der Mann war der berüchtigte Rofnermartl, der Vater des Alban, und Rohrbacher waren seine Genossen, der Pankratz und sein verstorbener Vater. Zu jeder andern Zeit hätte dieses Geschehniß alle Gemüther heftig erregt, jetzt sah man gelassen zu, wie die Beiden vor dem Schacht standen und auf ihre Kinder warteten, die da unten -vielleicht schon ein gemeinsames Grab gefunden. -.Der Rofnermartl war ganz plötzlich aufgetaucht. Kein Mensch wußte, wo er sich bisher aufgehalten, woher er kam. Er witterte wohl das Unglück, bei'dem für ihn immer etwas absiel. Als er schon im Dorf vernommen, daß Alban sich bei den Verschütteten befand, war er entschlossen, vom Rohrbacher Rechenschaft zu fordern über seinen Sohn. War er wirklich der Grube zum Opfer gefallen, dann sollte der Rohrbacher keine Schonung erfahren, und wenn es auch sein eigenes Verderben galt, m i t mußte er wenigstens. Mit schlimmen Gedanken betrat er den Hof, die Stube, in der er schon einmal Abrechnuug gehalten. Da stand er anstatt vor dem Rohrbacher vor einem in Thränen ausgelosten Mädchen. das vor dem Herrgott in der Ecke kniete und betete. Als es ihn sah, sprang es auf und packte ihn wie eine Tolle am Rock. Er soll es nur sagen, was er zu bringen habe der Alban ist todt todt!" Dabei brach sie in Schluchzen aus und warf sich über den Tisch. Der Rofner stutzte. Wer bist denn nacher Du daß Du um so an arm seligen Menschen weinst?" fragte er. Da sah sie ihn ganz wild an. Armselig? Armselig? Was frag i da darnach! Aber zu wem red i denn? Wer bist denn? Wer schickt Dich denn? fragte sie ganz unwillig. Hast vom Rofnermartl schon ghört?" Resl beugte sich zurück wie vor etwas Feindlichem. Brauchst net zu erschrecken! Der thut kemem Menschen mehr was. Was weißt Du vom Alban? Red!" sagte Resl, sich fassend. Nix weiß i. als daß er in der Gru ben unten ist, das andere möcht i von Temem Vater erfahren. Der Rohrbacher ist doch Dem Vater?" Resl athmete erleichtert auf. Was schaust mich denn so an. Der Vater ist oben im Werk. Geh 'nauf und laß mich. Fürchtest mich am End gar? Den Vater vom Alban? Ja, ja, der .bin i. Das laßt sich einmal nimmer ändern. Aber schau, wenn Du ihn wirklich gern hast, nacher kannst ja mit mir auch anders sem, was Du auch g'hort hast von Mir. Wie heint Du denn nacher? Resl heiß i." Und Du hast den Alban gern? Du hast wirklich auf ihn g'wart?" Resl brach in einen neuen Thränenström aus. Der Rofner sah sie lange an, der Stock zitterte in seiner Hand. Nacher Resl, ib mir nur ein gutes Wort gib's! Es soll Dein Schaden net sein. Alles loscht es aus viel, Resl der Vater wird es Dir danken. Dem Alban zulieb."
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Resl sah unter Thränen auf den gebeugten, verwitterten Mann, das Mitleid stieg in ihr auf. Was soll i denn nacher sag'n?" Daß Du mir verzeihst, dem Alban zulieb unserm Herrgott zulieb." Was soll i Dir denn verzeihn? I weiß ja net " Das Schlechteste, was Du Dir denk'n kannst das Schlimmste, was
ein Vater ftinem Sohn anthun kann. Einmal mi'ß ich's hör'n, bevor i stirb und wenn Du es net sagst, sagt s kemer mehr." Die Stimme des Alten brach, sein Haupt senkte sich noch tiefer. Gib mir die Hand, und sag i verzeih Dir " Er streckte ihr seine zitternde Hand entgegen. Sie besann sich einen Augenblick, von Neuem erfaßte sie das Grauen vor dem Menschen. I verzeih, was Du auch gethan haben magst, in Albans Namen, der es vielleicht nimmer kann." Sie ergriff seme Hand. Der Alte aber preßte sie fest und stöhnte auf, wie von einer schweren Last befreit. - Tausendmal Dank! Das soll Dich net reuen. Jetzt geh i 'nauf und wart auf ihn. Kem Mensch oll mich vertreib n, und wenn l ihn noch einmal g'sehen hab, todt oder ebendig, nacher habt s Ruh vor uvx, Du, der Rohrbacher und der Alban, mit keinem Aug )oni Ihr mich mehr ehn. Er wanote sich zum Gehen, sah ich noch einmal in der Stube um. Da hermn mußt Ihr Euch die Treue chwor'n. das halten sie net aus, die bösen Geister." Er wankte gegen die Thür. Dein Wort nehm i mit auf die Wanderschaft." Resl sah ihm, an ihren Platz gebannt, durch das Fenster nach. Er chlug den Weg dem Werk zu ein. Um alles wäre sie mit ihm gegangen, aber vor dem entsetzlichen Loch, das in das Grab Albans führte, hielt sie es noch weniger aus. Lüdemann hatte sie wieverholt gebeten, fern zu bleiben: iede Beunruhigung der Leute müsse vermieden werden. So begab sie sich wieder auf ihren Beobachtungsposten an der Thür, von dem aus man alles überehen konnte, was oben vorging. Der Rofnermartl ließ sich nicht so eicht abweisen, als er die Förderhalle betreten wollte. Auf den Lärm, der darüber entstand, kam der Lüdemann selbst. Die Bestimmtheit, mit der dieser Bettler auf semem Willen bestand. siel ihm auf. Was wollen Sie denn eigentlich da?" fragte er ihn, nicht so barsch, wie es sonst wohl seine Art war. Meinen Sohn will i erwarten, wenn es erlaubt is." Ihren Sohn?" Den Alban Rofner." Der Bettler sah ihm frei m oas Gesicht. Ludemann kam die Erinnerung, mit gewohnter Raschheit erkannte er sofort die Situation. Jede Szene mußte jetzt sorgfaltig vermieden werden, außerdem kam ihm ein Gedanke, der ihn nicht mehr losließ. Vor der Forderung stand der Rohrbacher, der, in dem ganzen Unglück ein Gottesgericht fehend, völlig zusammengebrochen war unter der Last seiner Vorwurfe. Wenn wirk lich die geheime Verbindung dieser bei den Manner so verhangnißvoll war, wie er Grund hatte zu vermuthen, so war m diesem Augenblick am ehesten eine günstige Lösung zu hoffen, an der ihm für die Zukunft sehr gelegen sein mußte. So führte er den Alten selbst zum Rohrbacher, der seiner erst ansichtig wurde, als er dicht vor ihm stand. Er taumelte zurück wie vor einem Gespenst, das vor ihm aus dem Boden gewachsen. Lüdemanns gemessene Stimme gab ihm erst wieder Fassung. Lassen Sie den Mann hier, Robrbacher. Er ist Ihr Kamerad. Er hat auch einen Sohn da unten, den Alban Rofner. , Der Blick, der diese Worte begleitete, sagte Rohrbacher genug. Ludemann wußte alles. Und der Rofner setzte sich Rohrbacher gegenüber, ohne ein Wort zu sprechen. Die Kameraden, wie sie Lüdemann hieß, hielten Wache vor der Tiefe, die ihre Söhne als Tribut verschlungen. für den Raub, der an ihr verübt wor den. Der Rohrbacher träumte von den kühnen Hoffnungen, die er einst auf seinen Ander! gesetzt, als er heraufgestiegen kam zum Schacht nach der Gewitternacht und baute sie von Neuem auf. Der Rofner träumte von dem Resl und ihrem Händedruck von Verge bung und Sühne, von einem nie gesehenen Glück, unten im RohrbacherHof, dessen Gründer er war, der Hei mathlofe, der Geächtete. Es war Nacht, elf Uhr. Die Glocke schlug im Fördergerüst. Ihr summender Ton ging 'durch alle Herzen ringsum. Die Ablösungsmannschaft wurde geholt, neue Botschaft kam. Blitzschnell sauste das Drahtseil in die Tiefe, jede Bewegung durch das Lichtspiel verrathend. Der lichte Ausschnitt des Korbs hob sich acht Bergleute, mit schwarzem Schlamm bedeckt, triefend vor Nässe, traten heraus. Der Obmann sprach leise mit Lüdemann, die andern harrten schweigend trotz aller Fragen, die ;etzt von allen Seiten zu gerufen wurden. Lüdemann war sichtlich ergriffen von dem Bericht; es war so selten, diesen Mann seine Selbstbeherrschung verneren zu sehen, daß man nicht wußte, wie man sie deuten sollte, gut oder schlecht. Da wandte er sich selbst zu den Leuten. Gute Nachricht! Alles wohl! Nur noch etwa zehn Meter."
Lauter Ttuhtl antwortete ihm. Lüde-
mann winkte ab, . dann setzte er mit absichtlicher Festigkeit hinzu: Afra Wachter ist todt." Dumpfes Schwelgen trat ein. Der Mann hatte seine eigene Tochter unten. Das hielt zeden Vorwurs zurück, der sich wohl $uf manche Lippe drängte. Und der Ander! lebt?" fragte der Rohrbacher. Und der Alban Rofner?" fragte der Alte mit der Schirmmütze. Beide leben." Da geschah etwas, was selbst Lüdemann aus der Fassung brachte. Die beiden Männer drückten fick, stumm die Hände, während eine mächtige BeweZung sie durchzitterte. Die Ablösungsmannschaft betrat den Korb, von einem Glück auf" aus allen Kehlen begleitet. Nur die zwei Alten blieben vor dem Fördergerüst. Sie hatten sich wohl allerhand zu sagen, was für fremde Ohren nicht bestimmt war, ihrem heimlichen Geflüster nach. Der Rohrbacher sank immer mehr in sich zusammen, während der andere eher zu wachsen schien. Im Zimmer Bessys war es still geworden. Unter dem weißen Fell lag die Leiche Afras, zu ihren Häupten stand als Todtenlicht die Lampe. Aus den Spalten und Winkeln kroch die Finsterniß und verschlang bereits d.e übrigen Bewohner. Nur Anderl stand noch auf den Füßen, begierig jeden To':, der von den Rettern herdrang, nach seiner Entfernung messend; Bessy und Alban schliefen auf einer Köberen Stelle, an die Felswand gelehnt, ven Schlaf völliger Erschöpfung. Das Wasser des Falles, keinen genügenden Ausweg findend, war übergetreten und bildete einen kleinen See, in dem Anderl bis zu den Kmeen stand vor Kalte erstarrt. Seit zwei Stunden horte er schon jede Stimme, jeden einzelnen Axtschlag; jeden Augenblick erwartete er den Durchschlag, aber die Tone tauschten wohl, oft war es ihm, als ob sie sich wieder entfernten. Dann trat er zu Bessy, sprach ihr Muth zu und forschte mit qualvoller Angst in ihren matten Zügen, horchte auf ihre leisen Athem zuge. In einer Stunde konnte es zu spat sem, die Lust war jetzt todtlich, die Lungen versagten den Dienst. Dann starrte er immer wieder aus den Punkt, von dem der Durchschlag erfolgen mußte, als ob er mit seinen .heißen Wünschen den Felsen zwingen wollte. zu weichen. Die Kalte war Nicht mehr zu ertra gen. Er kletterte zu Bessy und Alban empor, die er, um sie vor Nässe zu schützen, in einen höher gelegenen Spalt des Gettems mühsam acboraen. Er schlug den Arm um die Geliebte und erwärmte sich an ihrer iebcrgluth, den Blick hielt er fest auf die Wand gerichtet, die jeden Augenblick weichen mußte. Oft war es ihm. als ob sie sich bewegte, als ob ein lichter Schimmer hin durchleuchtete er hörte seinen Namen rufen und konnte nicht mehr antwor ten. Es war ganz dunkel, nur das weiße Fell leuchtete, unter dem Afra lag. Em wohliges Lahmen aller Glieder kam über ihn. Er drückte seine Lippen auf die glühenden Bessys. Die ganze Hohle drehte sich, das'Wasser schäumte auf wie em Meer. Sein Bewußtsein immer wieder zurückzwingend, sah er auf den schwarzen Fels gegenüber. Steine losten sich, es rieselte, knisterte drinnen, die Höhle erzitterte unter dumpfen Schlägen und er, rührte sich nicht, gab keinen Laut von sich er träumte mit offenen Augen. Ter Fels öffnete sich. Licht drang herem ein Mensch er schien, ein zweiter, ein dritter hilf reiche Arme streckten sich ihm entgegen, menschliche Stimmen tönten wie Mu sik.Was nun folgte, war ein wirres Gemenge von halbwachem Bewußtsein und Traum ein Schweben und Glei ten durch wassertriefende Schlünde, ein wohliges Umspieltwerden von frischer Luft, die Beruhigung sorgsamer Hände. Einmal lachte Bessy und nannte seinen Namen und er den ihriaen. dann schwebten sie zusammen, dicht um schlungen, dem Licht zu: Alban, Anderl und Bessy. Dann öffnete sich der Himmel! Sie mußten die Augen schhe ßen vor seinem seligen Glanz und athmeten durstig die reine Luft. Ein M rw m Brausen von cenicyenstlmmen, em Wogen von Licht, Freude, Leben. Anderl sah den Vater vor sich, einen zitternden Greis, mit ausgebreiteten Ar men, in die er sich stürzte, neben ihm kniete der harte LUdemann, sein Kind im Arm, und weinte wie em Kind. Und wieder hob sich der Förderkorb. Aber diesmal brach der neue Jubel, der ihn begrüßte, jäh ab. Ein Hund wurde herausgeschoben, ein schwarzes Tuch Mit einem weißen Kreuz darauf, allen wohlbekannt er barg die Leiche Afras. Alle Häupter entblößten sich. Zuletzt verließ wankend, am Arm zweier Kameraden, eine Schreckgestalt den Korb. Zwei hohle Augen blickten aus dem bleichen, abgemagerten Gesicht, die schmutztriefende Kleidung hing in Fetzen an dem von Kälte und Schauer geschüttelten Leib Alban! Kaum hatte er den Fuß auf fesie Erde gesetz taumelte er mit einem gellen Aufschrei zu Boden. Er hatte den Alten mit der Schirmmütze erblickt und streckte wie abwehrend die Arme gegen ihn aus. Alban!" rief der Rofner in flehendem Ton. Die Stimme schien Alban noch mehr zu schrecken. Er sträubte sich, vorwärrs zu gehen. Weg! Weg!" Er wehrte von Neuem mit den Armen 'wie einem
Phantom, das ihm den Weg verlegte.
Alban!- schrie jetzt der Alte wie im Zorn, und es war, als ob er auf den Sohu emdrrngen wollte. Da drangt man ihn gewaltsam zurück. Noch einmal nes er, der Name klang in einem verzweifelten Lachen aus. Alban hielt an: es war, als ob ihn Reue erfaßte. Da ertönte von Neuem seine Stimme aber ganz anders, so jubelnd klar, als ob er grad vom Himmel käme seme Augen blitzten, er riß sich aus den Armen seiner Kameraden und stand plötzlich frei. Eine jugendnche Gestalt drängte sich durch die Menge. Reserl lag in seinen Armen, wirre Worte der Seligkeit stammelnd. Das Werk stand still, kein Kamin rauchte, keine Esse brannte. Schlimme Gerüchte gingen von unermeßlichem Schaden, Aufgabe des Bergwerks, und doch war nur ein Jubel, eine Freude. Nicht einmal die Todten m der Halle konnten daran etwas ändern. Der Schlußakkord machte alles wieder gut. Die Rohrbachergruben sind von ganz besonderer Art, sowohl dem äußeren Ansehen, wie der Betriebsart nach. Ihre Bauten erheben sich mitten aus blühenden Feldern, die dicht bis zu den Grubenanlagen reichen, ringsum auf den Bergen schließt sich der Wald. Ganz Rohrbach ist ein stattliches Dorf mit Gehöften, die einen guten Bauernstand verrathen, daran schließt sich, weiter m das Thal zurück, Klein-Rohrbach mit Schneidemühlen und Glasfabriken, sichtlich neueren Datums. Den Besitz titel der Grube hat letzt die Gemeinde Rohrbach als freies Konsortium. Auf jedem Hof liegt ein fester, von ihm unzertrennlicher Antheil an dem Werk, ieder Besitzer ist am Gewinn und Ver lust betheiligt, ie nach semem Willen selbst ein Bergmann oder ein Aktionär oder, was sehr oft der Fall, beides zulammen. Die Vertheilung der Arbeitskosten wird sorgfaltig geregelt. Dem Bauer soll nicht der Knecht, der Grube nicht der Bergmann fehlen, keine Arbeit soll auf die andere einen schädlichen Druck ausüben. Die Verschiedenheit der Jahreszeit ist der einzige Regulator. Im Winter braucht die Grube, im Sommer das Feld mehr Kräfte und da' die meiste Arbeitskraft aus dem Thal selbst genommen wird, läßt sich das bei dem jetzt auf ein bescheidenes Maß eingeschränkten Grubenbetrieb trefflich regeln. Die beiden Gegensätze sind'versöhnt. Die Erde gibt ihre Schatze gern und willig, nur verlangt sie Liebe dafür, eine Freundeshand, keine Raubertatze. Die Schöpfer aber von all dem Segen sind Andreas Rohrbacher, der Leiter der Rohrbacherwerke, und Alban Rofner, der auf dem Rohrbacherhof sitzt und mit semem Resl eine vorbildliche Musterwirthschaft führt. Sie halten strenge Arbeusemthei lung. Der Anderl ist der Bergmann. der Alban der Bauer. Der eine regiert fünfhundert Meter hinunter, der andere sechzehnhundert Meter hinauf, bis zum Hochvogl, und alle zwei dienen in Ehrfurcht der gemeinsamen Mutter Erde nach dem alten Rohrbacherspruch, der langst wieder zu Ehren gekommen ist. Ende. Ein Uomanschluß, dcr cin Mcnschcnlcbcnrcltttc. Ein kürzlich verstorbener Schrift steller hatte einen längeren Roman ge schrieben, der im Feuilleton einer Zeitung Aufnahme fand. Eines Tages erhielt der Verfasser den Besuch eines Prediaers. der ihn. sogleich auf den Zweck seines Erscheinens kommend, fraate: Haben Sie auch schon den Schluß des Romans verfaßt, der letz im Tageblatt veröffentlicht wird?" Gewiß," antwortete der Schrift steller. Stirbt die Heldin zum Schluß?" fragte der Prediger weiter. Ja, sie stirbt an der Schwindsucht Nach den von mir genau beschriebenen Symptomen kann sie kaum am Leben bleiben." Sie müssen sie aber doch leben las sen und den Schluß ändern," bat eindringlich der Prediger. Und auf die Entgegnung des Schriftstellers, daß sich das jetzt nicht mehr thun lassen werde fugte er hinzu: Sie müssen es thun! Ich habe eine Tochter, die alle die Schwindsuchtssymptome, die Sie reschreiben, hat und jede neue Fortsetzung des Romans mit Spannung erwartet. Lassen Sie nun das junge Mädchen in der Erzählung sterben, so wird meine Tochter, da die Geschichte emen so tiefen Eindruck auf sie gemach hat, wahrscheinlich ebenfalls sterben Der Ausgang Ihrer Erzählung ent scheidet also über ein Menschenleben." Als dies der Verfasser hörte, versprach er, die Aenderung vorzunehmen derzufolge das von ihm geschilderte junge Madchen sich erholte und gluck lich wurde. Und in der That auch die Tochter des Predig-"s überwand die Krankheit verheirathei sich und wurde eine gesunde und gluckliche Frau. gei hev gvattbTdjaircntaxlrung, Tochter d e s Hauses Wie. für mein Klavier wollen Sie nu fünfzig Mark anrechnen? Darauf wird sich Papa schwer einlasien! I n s p e k t o r : Er wird froh fein, daß V .1 l !fl . es uveryaupl mu verorarpn tfiau lein!"
Allerlei fltr'S HauS. Personen, die Kranke zu
pflegenhaben, besonders Kranke, d an ansteckenden Krankheiten leiden, sollten stets helle, waschbare Kleidung tragen, da an dunklen, namentlich schwarzen Wollenstoffen bekanntlich alle Ausdünstungen und Gerüche länger haften bleiben. Einen sehr wohlfeilen Fußbodenanstrich für Holzböden in Fluren, Wirthschaftsräumen u. dergl. erhält man, wenn man 2 Pfd. guten Tischlerleim über Nacht in kal tem Wasser aufquellen laßt und ihn dann mit 210 Gall. Wasser, in dem vorher 3 Unzen gepulvertes, zweifach chromsaures Kali und Pfd. Anilinbraun aufgelöst sind, unter stetem Umrühren allmählich bis zum Kochen erhitzt. Die Farbe wird, solange sie noch warm, aber nicht mehr heiß ist, mit einem gewöhnlichen Stubenborstenbesen aufgeftrichen. Nach einigen Tagen wird der Anstrich durch Einwirkung des doppeltkohlensauren Kalis auf den Leim vollständig wasserfest und ist so haltbar wie ein guter Firrnßanstnch, dem keine Deckfarbe zugesetzt wurde. Behandlung von Schildp a t t. Da Schildpattgegenstände bei Hitze erweichen und in diesem Zustande durch starken Druck leicht m rhrerForm verbogen werden könnten, darf man dieses Material niemals großer Warme aussetzen. Peinlich sauber und in guter Politur bleiben die aus Schildpatt angefertigten Kämme, wenn man sie nach dem Gebrauch mit weichen Tüchern regelmäßig abreibt; sie vertragen auch das Abseifen in schwach erwarmtem Wasser. Zerbrochene Theile lassen sich leicht wieder repariren, da das erwärmte, durch Druck vereinte Schildpatt. nach dem Abkühlen fest, wie aus einem Stück gearbeitet, aneinander haftet. Elfenbeinkämme werden mit der Zeit gelb. Sie lassen sich durch Einlegen in Wasserstoffsuperoxydlösung bleichen. Das beste Bleichmittel hierfür ist wässerige, schwefelige Säure (nicht zu verwechseln mit verdünnter, resp, gewässerter Schwefelsäure). Legt man die Elfenbeinkämme zwei bis drei Stunden ln diese Flüssigkeit, länger dürfen sie nicht darin liegen, so erhal' ten sie ihre ursprüngliche Weiße wieder. Elfenbein laßt sich auch mit Schachtel Halm abschleifen und ist danach erst mit feinem Bimstempulver unter Zuhilfenahme von Stearinöl und schließlich mit Schlemmkreide zu Poliren. Theile zerbrochener Elfenbeinkämme lassen sich nur durch Nieten, wieder vereinigen; die Reparatur bleibt hier sichtbar. Zur Beseitigung unliebsamer Härchen an Stellen, wo man sie nicht haben will, ist man entweder auf die Scheere oder auf eines der chemischen Enthaarungsmittel angewiesen. Das Ausziehen der Haare kann z. B. umgangen werden, wenn auf die betreffenden Stellen wöchentlich dreimal eine auf Leinwand ausgestri' chene Paste aus 5 Theilen Resorcin, 25 Theilen Parassmsalbe und je 12 Thei len Zinkoxyd und Reismehl aufgelegt wird. Schon nach kurzer Zeit stoßen sich mit der kranken Oberhaut auch die erkrankten Haare ab. Um alte Oelgemälde auf z u f r i s ch e n, reinigt man sie zuerst sorgfältig vom Staube, nimmt dann starke Lauge von Rebenasche, 1 Unze Salpeter und zy2 Unze gebrannten Alaun, läßt Alles im Wasser bei gelindem Feuer. sieden, legt ein haselnußgroßes Stückchen Seife hinein, bestreicht mit der Flüssigkeit mittelst eines Sckwammes das Gemälde, tts es glänzend wird, und wäscht hierauf die Lauge mit reinem Wasser wieder ab. Es muß jedoch genau darauf geachtet werden, daß die herunterzuwaschenden Substanzen nichts weiter als Schmutz und alte Firnißübrzllge enthalten. Nehmen derartige Reinigungen grunliche oder röthliche Töne an, so ist damit bewiesen, daß die Farben bezw. die . . , rr . Lasuren vesBttves angegriffen weroen, was eine sofortige Einstellung der Versuche erheischt. Es ist deshalb rathsam, zunächst stets eine Probe an einer Ecke des Bildes zu machen. Rothe Tischdecken. Damit rothe Tischdecken die Farbe behalten, thut man gut, etwas Borax in das Spülwasser zu thun. FleckeanMeffern. Ein guies Mittel. Flecke von Messern zu entfernen, ist, dieselben mit einer in Asche getauchten, durchgeschnittenen rohen Kartoffel zu reiben. M e s e r i n. Goldene Hochzeit feierte das Ebövaar Stellmacher Auauft Brand. Der Jubilar beging gleichzeitia sein 50iäbriaes Meisteriubiläum. O st r 0 w 0. Maurer Hornschuh Hierselbst hat sich aus unbekannten Gründen mittelst Karbolineum veraiftet. Der Fuhrmann Borenkowski aus Kotonm siel so -unglücklich von seinem mit Strauck beladenen Waaen. daß er infolge der erlittenen Berletzunaen starb. Schwarzwald (Posen). In dem 'Dorfe Glasdorf entstand beim Häusler Latniak ein Brand, der sich infolge des herrschenden Windes aus die mit Stroh gedeckten Nachbargebäude Lbertrua. Nur mit Mübe aelang es, das Gasthaus zu retten. Neun Gebäude wurden ein Raub der Flamme.
Feuer - Signale.
Vennsylv n Tiaxtd 169 Park Lv nd 1 21 Capital Lv nd 17, 213 Pennsylv. u. Stuhisa 214 JllmoiS nd 20. 15 Senate Tve und N. 1 18 Pennsvlvania und 2& 17 NeriNau und 15. 21 Cavital Ov und 24, 21 Broadway und 10. 231 JllinoiS und McLea, 234 ??s. 14 Spritzenhaus Kcnwood und 30. 35 Jllinoi? und 33. 5ZS Annetta und 10 237 No. . Srrizcnhsi Odell und Rar 153 Udnl Ladd LcrU 239 Jsabel und 7. 241 Meridian und 24 242 I2inoi u Ct. Cia 243 Eldridge und 23. 312 West und Walnut 313 West und 12. 314 Howard und 18. 315 Xo.bet und Paca 318 Capital Ave und th 317 Northwestern Are 21 318 Gent nd 18. 819 Canal und 10, 824 Cerealine WorkS 824 Vermont und Lvna 825 BiSmuLrandtneX 826 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 27 Michigan u. imek, 828 Michigan u. Concorv 841 West und McJntvre 412 Missouri u. Marylan 413 Missouri und fth 415 Capital Ave'.'Seorgia 416 Migourt u Sentucky Zl. 417 Senate Av u. Wash. 421 P und E ftwei2 W. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Miley Ave u.J DS 425 Wash. and Harr 426 No. 18 EpntzenZ W. Washiigto 427 Olwer und Birch 423 Oliver und OSgoos 429 Nordhke und Z)ork 431 Hadley Ave u. Morrt 432 River Ave u. MtfS 434 River Ave und Statz 455 Hsrdwg U.ig4L 438 Harding und 214 437 No. 19 Spritzen? WorriS und LcdMm$44 tsanai 43 toSyaeU 451 Reitner und 458 Howard und 8 468 MOTT nd flMl s amitt und ßüsseX 457 NordtzSe Ave m. Satt o WorU 812 West ud Rsy 513 Ken waAvu.Merri!Z (514 Meridian und Morris eis JllinoiS nd ansaS 17 Morris und Dakota 518 MorriS und Chura) 519 Capital A. u VcCar lll Meridian und Pak 623 Pine und Lord 524 Madisor. Ave u Lina! 424 Meridian und VUS 27 CarloS und Ratz 525 Merüian und Schsns 529 iXeridian . Raymond SZ1 Meridian u. Sfc&a&l 538 No. 17 Spritzen!, auS MorriS nahe West 18 McSeraanund Tmf$. 618 Saft u. Lincoln Int 614 Esst und Seecher IS Wrtght uno Landers 617 DlcCarty und Zeaty IS New Jersey CA 718 Spruce uno Prospec 718 Cnglish Ave. u. LaunI 714 Stse Aveu.2'lt RA 715 SheUy und Leecha 71 State Av und Oran 718 Orange und Lsure! 719 Ehelby u. &,taoc 1 711 LrxingtonA. ma$ 718 Fletcher Aveu. Crud 714 Etate Ave u. PleasmH 7 Prospckt und ?fcfisra 714 Orange und Hlas 715 Liberty und Wea 729 Noole und South No. 15 Spritzenhaus Ost Washington vk 613 Market und Noble 814 Ohio u.Hishland 5 316 Wickigan u. Htahl 81 Market Arsenal A 817 Ost et. Clair snl Union Bahn elrii. Ltt Pan Handle Lhcpi Lg OennVnt unv Wal 614 Wash. und State Ltz. 85 Madden'4 Loung Z5a5 823 TSer und Torsey 27 Wash. und BeviLe Ziv, S19 o. 18 Spritzenhaus evill nahe Miaia 831 Southeofter M 2 Wocdside. 632 OaZ. nd Teard, 834 Couthesstern nd Arsen! ZtoL 635 S!t Fort kx Xnq& S12 J2uuU nd Marl 13 JDnoiS und Market. 814 Penn, nd Baft 816 Delaware nd V& s Snglish'SOp'HauS Sastund 3119 Dort 7 Noble und Michigan 9 N. Jersey u. Siafl At Pine und Notth ft Market und Pine ' 1 Vermont nahe Gast " No.. 8 Spritzenhaus Mass. 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