Indiana Tribüne, Volume 28, Number 23, Indianapolis, Marion County, 19 September 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

Vrovrnz 'MranbenVurg. Berlin. Auf einem Neubau in Oberschöneweide bat sich ein schnrer Unglücksfall ereignet. Der hiesige Maurer Wachner aus der Langestraße stürzte dre: Stockwerke hinunter und starb nach kurzer Zeit. Llußer der Frau hinterläßt der Verglückte noch drei Kinder. Im Tegeler See ertränkt hat sich 'der 14jährige Laufbursche Karl Klein, der sich heimlich aus der Wohnung seiner Eltern in der Müllerstraße entfernt hatte. Seinen Verletzungen erlegen ist der Fabrikant Rathmann aus derSorauer Straße 7, der vor kurzer Zeit von einem Irrsinnigen auf der Straße überfallen und verwundet wurde. Ein Hausdiener Rudolph, der mit einem 12jährigen Mädchen überrascht wurde, durchschnitt sich bei der Verhaftung mit einem Messer die Halsschlagader und wurde schwer verletzt in die Charit6e eingeliefert. Der aus dem Leckert-Llltzow-Prozeß bekannte Journalist Heinrich Leckert ist wegen Unterschlagung bei der Firma Borsig zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt worden. Im Thiergarten erschossen hat sich ein 18 Jahre alter Handelsmann Josef Straßberg aus Jaruslau. Man fand seine Leiche in der Nähe der Flora-Allee. Ob er hier oder in der Umgegend eme Wohnung hatte und was ihn in den Tod trieb, ist nicht bekannt. Ihren Verletzungen erlegen ist die 15 Jahre alte Arbeiterin Luise Schwierke, genannt Neumann, die m der Andreasstraße aus dem dritten' Stock der Fabrik sprang, als ihre Mutter sie vor den Augen der Mitarbeiterinnen schlug, weil sie eine Nacht nicht nach Hause gekommen war. Die 200jührige Jubelfeier der hiesigen Feuenhauer-Jnnung wurde unter Theilnahme von Handwerkerdeputationen begangen. Ebarlottenourg. Die 40 Jahre alte Frau des Lehrers Hart aus der Rückertstraße 8 wollte mit ihrer Tochter an der Ecke der Wall- und Berlinerstraße den Fahrdamm überschreiten, als ein Automobil von der einen, ein Radfahrer von der entgegenaesekten Selte den Weg kreuzten. Dre Mutter lief ängstlich nach rückwärts und genett) dadurch mit dem Radfahrer zusammen. Sie erhielt einen Stoß und fiel rücklings zu Boden. Mit einer schweren Kopfwunde wurde die Unglückliche mittels Krankenwagens nach dem Hospital in Weßrnd gebracht, wo sie ihrer Verletzung erlag. Brandenburg. H. Der 11 Jahre alte Georg Greiser, Sohn des Mühlenthorstraße 44a wohnenden Arbeiters Greiser, hat sich in einem Holzstall des genannten Grundstücks erhängt. Die Ursache dürfte Furcht vor Strafe gewesen sein. Friedrichshafen. BeimPferdeschwemmen ertrunken ist der 27 Jahre alte hi'sige Kutscher Gottlieb Kilian aus der Seestraße 1. Finster wald-e. Seine Frau ermordet hat im Dorfe Sallgast der Eigenthümer Reinhard Hensel, indem er ihr mit einem Rasirmesser die Kehle durchschnitt. Der Thäter stellte sich selbst der Polizei. Das Ehepaar war bereits 16 Jahre verheirathet und hat fünf Kinder. - Lichtenberg - Friedrichsf e l d e. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde der Rangirer Otto Dornbusch, ein Mann von 26 Jahren, von einer Maschine erfaßt. Der Unglückliche gerieth mit dem linken Arm und Bein unter die Räder. Man schaffte den Bewußtlosen ndch dem Krankenhause Bethanien, wo ihm die Aerzte die derletzten Gliedmaßen abnahmen. Bald darauf starb er. R i x d o r f. Im Fürstenbad in Rummelsburg ertrank der Briefträger Wisetzki von hier. Er befand sich im Schwimmbassin und ging plötzlich unter. Ein Bademeister sprang sofort in'sWasser und brachte ihn an's Land. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos, und ein hinzugerufener Arzt konnte nur den durch Herzschlag erfolgten Tod feststellen. Weißensee. Vor den Augen seiner Kinder ertrunken ist in der sogenannten Feldtmannstraße der seit längeren Jahren in der -Chemischen Fabrik von Carl Raspe beschäftigte Arbeiter Hirschke. Dieser nahm mit seinen Kindern in dem Pfuhl ein Bad, kam einer tiefen Stelle zu nahe und versank, ohne daß es seinen von Entsetzen gelähmten Kindern möglich war, ihrem Vater Rettung zu- bringen. Hirschke hinterläßt eine schwerkranke Frau und drei unmündige Kinder. Provinz Hstpreußen. Königsberg. Der in dem Sanatorium des Dr. Schulz in Mittelhufen zur Kur weilende Gastwirth Schmidt aus Berlin hatte sich aus der Anstalt heimlich entfernt und war nicht meh dorthin zurückgekehrt. AI les Suchen nach ihm war bisher vergeblich. Endlich entdeckte man, durch einen durchdringenden Geruch ausmerksam gemacht' den Vermißten in einem Dickicht des Sanatoriums als Leiche. Der 61jährige Mann hatte sich mit seinem Halstuch an einem Baum erhängt. Außer seiner Wittwe betrauert ihn sein hier lebender Sohn'. Aus einem Fenster der vierten Etage des Haufes Blücherstraße No. 20 stürztedas Kind Gertrud des dort wohnenden Arbeiters Voleit so un-

glücklich auf das Straßenpslaster, daß es mit den schwersten Verletzungen am Kopf und anscheinend auch inneren Verletzungen durch den Unfallwagen dem städtischen Krankenhause zugeführt werden mußte. Dort ist es nach der Einlieferung gestorben. V l a d i a u. Die beiden ältesten Töchter des Abbaubesitzers Babel im Alter von 18 und 15 Jahren sind beim Baden in einer Mergelgrube ertrunken. Vraunsberg. Lehrer Lettmann von der hiesigen katholischen Mädchenschule, feierte sein LOjähriges Dienstjubiläum. Drengfurt. Der Knecht Thoms aus Rosenstein ritt mit einigen Pferden zur Schwemme in den Rehsauer See; ein Pferd, auf welchem er saß, legte sich nieder, und weil Thoms nicht schwimmen konnte, wurde er in die Tiefe gezogen und ertrank. Gilgenburg. Der Gerichtskassenrendant Vlenk ist flüchtig geworden. Eine sofort vorgenommene Kassenrevision hat einen Fehlbetrag von etwa 4000 Mark ergeben. Lissuhnen. Ein großes Feuer vernichtete in dem hiesigen Dorfe zehn Gebäude. Leider kam in den Flammen der Kätner Schwiderski um, welcher schon seit Jahren bettlägerig war. Memel. Um's Leben gekommen ist der Losmann Ions Peterett auZ Jaagschen in einem morastigen Graden. Er war bei Erhöhung eines Schutzdammes beschäftigt und hatte in letzter Zeit nur sehr wenig gearbeitet. Preußisch - Holland. Ein schwerer Unfall ereignete sich beim Bau der neuen Chaussee in Tcschenwalde. Auf den Arbeiter Grunwald aus Hermsdorf fiel eine voll beladene Löwry, wobei der Wagen in seiner ganzen Schwere auf ihn zu liegen kam. Obgleich Hilfe sofort zur Stelle war, dauerte es doch eine ganze Weile, bis der Verunglückte hervorgezogen und befreit wurde, doch trug er sehr schwere Verletzungen davon. Rastenburg. Auf dem Gute Vabziens spielten mehrere Kinder in einem Kahn.. Da löste das Fahrzeug sich plötzlich von der Kette und trieb in den See hinein. Die meisten Kinder sprangen rechtzeitig ab und erreichten glücklich das User, während die 10iährige Tochter des Arbeiters Schiemann in Babziens zu spät aus dem treibenden Kahn sprang, in eine tiefe Stelle gerieth und versank. Tilsit. Infolge Kenterns eines Bootes ertranken in der Nähe von Schanzenkrug im Rußstrom $nti hiesse Turner. Es waren dies der unverheirathete Karl Kaminski und der verheiratete Georg Adomeit. Die Leiche des Ersteren wurde beim Gute Warrischken an Land geschwemmt. Um Adomeit, dessen Leiche nicht aufgefunden werden konnte, trauern die Frau und fünf unerzogene Kinder. Provinz Westpreußen. D a n z i g. Im Seebad Heubude waren der ,18jährige Bäckerlehrling Erich Thiele von hier und ein etwa 30jähriger Schlossergeselle, dessen Persönlichkeit nicht festgestellt ist, aus dem Herrenbad zu weit hinausgeschwommen und ertranken. Alt-Kischau. Die Arbeiterfrau Tuschke aus Adlig Boschpol sah ihrer Entbindung entgegen und nahm, da eine geprüfte Hebamme nicht zur Stelle war, die Hilfe einer Nachbarfrau in Anspruch. Kurz nach der Geburt starb Frau Tuschke und wurde am 15. Juni auf dem hiesigen Kirchhof beerdigt. Kürzlich wurde die Leiche im Beisein einer Gerichtscommission und zweier Aerzte ausgegraben und secirt. Die Section ergab die Schuld der Geburtshelferin, so daß sie auf Veranlassung des Staatsanwaltes verhaftet wurde. E l b i n g. Unter einer Brücke, die bei Wickerau über einen Zuggraben führt, wurde die Leiche des hiesigen Tischlers Pauls gefunden. Pauls, der im Alter von 60 Jahren stand, hatte Verwandte besucht und ist im Dunkel derNacht wahrscheinlich in den Graben gerathen, und umgekommen. Rentier David Pauls feierte mit seiner Gattin das 60jährige Ehejubiläum. Beide Ehegatten sind noch recht rüstig und stehen im 83. bezw. 86. Lebensjahre. G r o ß - W e i d e. Beim Baden in der Weichsel ertrank die älteste zwölfjährige Tochter der Wittwe Pawlowski. Die jüngere Schwester, welche der älteren zu Hilfe eilte, gerieth ebenfalls in Gefahr, zu ertrinken, 'wurde jedoch durch den Fischer Grabowski. welcher in der Nähe weilte, gerettet. K l e i n - K l o n i a. Der bei Gutsbesitz Loeschke beschäftigte Vorarbeiter Julius Schewe fiel beim Grasmähen so unglücklich auf eine Sense, daß er am Gesäß eine tiefe Wunde erlitt, die seine Ueberführung nach dem Krankenhause nothwendig machte. Der Blutverlust war so stark, daß an dem Aufkommen des Schewe gezweifelt wird. Rentschkau (Thorn). Tollwüthig wurde ein Rind des Besitzers Raczienewsli; es mußte getödtet werden. ES wird befürchtet, daß auch Menschen angesteckt sind. Der Hirte des RaczZenewski ist bereits nach Berlin zur Schutzimpfung geschickt. S ch w e tz. Die 21jährige Dienstmagd Veronika Malinowski aus Wiersch steht im Verdacht, ihr vor drei Monaten geborenes Kind gleich nach der Geburt erwürgt zu haben. Sie wurde verhaftet und in das hiesige Gerichtsgesängniß überführt. .

Der Unglnlkstag. Sin Genrebild aus junger Ehe. Von Lisbet Dill. D elektrische Klingel schrillt durch's Haus. Laut und unaufhörlich. Wie lange wohl schon? Frau Anne fährt aus tiefem Morgenschlaf empor und sieht verstört um sich. Die Klingel rast draußen. Dann fällt ihr Alles mit einem Male ein: daß sie mit Hans, der mit dem Fünfuhrzuge schon zu einem auswärtigeri Termin gefahren ist, hatte aufstehen wollen, baß sie dann aber wieder eingeschlafen sein muß, denn die Sonne scheint hell in's Zimmer die Uhr, die sie vergessen hat, aufzuziehen, ist auf zwölf stehen geblieben daß heute Waschtag ist, daß Mine unten im Keller verschwunden ist und also Niemand die Thür dort draußen mein Gott, dieses gräßliche Geläute öffnen kann als sie selber. Was ist es wohl nur mit der Klingel wer schellt nur so unverschämt lange? Sie fliegt im Zimmer hin und her. Mein Gott, ich komme ja schon. Wenn ich nur wüßte, wo mein linker Pantoffel nein, so zu schellen! Um rasend zu werden. Au!" Sie hat sich den Kopf gestoßen dafür-aber den Pantoffel. Gott sei Dank! In fliegender Hast hinaus in den Flur. Sie reißt die Entreethür auf und prallt zurück. Da hat sich ja auf dem engen Treppenabsatz ein ganzer Menschenauflauf angesammelt die Milchfrau, zwei Herren (und sie im Neglig6), der V:i:fböte und ein Bettelkind. Die Klingel tost weiter. Während die Menschen alle etwas zu gleicher Zeit fprechen, was Frau Anne nicht versteht Was ist denn das mit der Klingel?" fragt sie verzweifelt. Der Herr im gelben Havelock weiß Rath. Ihre Klingel ist stehen geblieben! Stehen geblieben! Klin gel!" Du gütiger Himmel! Was macht man denn da?" Warten Sie mal! Das haben wir gleich!" Der Herr rüttelt an dem Knopf, drückt ihn ein paarmal heftig auf und nieder. Dann schweigt das Getöse. Der Briefbote präsentirt einen Einschreibebrief. Er wartet, den Bleistift in der Hand, unwillig und sehr eilig daö Bettelkind beginnt in weinerlichem Ton seine Rede der freundliche Herr im Havelock möchte den Flügel im Salon stimmen die Milchfrau hat sich zwischen den Herren durchgezwängt und fragt aus der Küche herüber: Wie viel?" Der große Herr sieht indessen, den Hut in der Hand, bescheiden zur Seite. Das ist ein Agent - entscheidet Frau Anne. Sie sieht sowas auf den ersten Blick. So einer ist schon einmal dagewesen, und wie sagte Hans? Nur sich nicht mit so einem in ein Gespräch einlassen, wenn er keine Karte abgibt, man wird ihn sonst nicht mehr los. Der Flügel? Ach, das paßt mir sehr schlecht heute " sagte sie. Aber der Herr Assessor hat mich bestellt," behauptet der freundliche Herr und kommt näher. Das Bettelkind fängt die Rede von vorne an. Der Briefträger murrt etwas von sehr pressirt". In der Küche rasselt die ungeduldige Milchfrau mit dem Blecheimer. Sie wünschen?" fragt Frau Anne den Bescheidenen in der Ecke sehr von oben herab, während sie den Namen auf den gelben Zettel kritzelt. Ach, ich hätte den Herrn Assessor gerne gesprochen für einen Augenblick mein Name ist Schmidt." (Das kann Jeder sagen.) Mein Mann ist nicht zu Hause hier, Briefböte der Zettel." Der freundliche Herr fragt, wo denn der Flügel stände. - Er ist dann vielleicht gegen Abend ju sprechen?" Nein dann erst recht nicht, dann ist er gar nicht zu Hause hier ist die Salonthür dort steht der Flügel. Ach so zwei Liter Milch, Frau Weber. Ich glaube auch nicht, daß er morgen zu sprechen ist er hat so viel zu arbeiten." Die Milchfrau zwängt sich wieder durch die Thür. Der freundliche Herr erscheint wieder. Er weiß nicht, wohin mit den Lampen, die auf dem Flügel stehen. Sie sehen, ich habe auch keine Zeit," fügt Frau Anne in einem Ton hinzu, der jeden weiteren Einwand ablehnt. Sie behält dabei die Thür in der Hand. - Ja, wenn Sie ihm vielleicht sagten, daß ich ihn gerne gesprochen hätte und nur heute und morgen hier bin " meinte der Große. (Zudringlicher Mensch. Und dann das mokante Lächeln. Ob das wohl der Frisur oder der rothen Matinee gilt?) Sie sehen ja, daß er nicht zu sprechen ist Sie können ja morgen einmal wiederkommen." Frau Anne wird immer kühler. Der Herr vreneigt sich bedauert sehr ' die Thür fällt energisch vor ihm in' Schloß. Hm Salon rollen Läufe über die Tasten. Hat der einen Anschlag!" Frau Anne überzeugt sich noch, ob der Große auch wirklich geht. Man kann das ja nie wissen.

Mine schleift jetzt mit der Waschfrau den letzten Korb Wäsche hinauf und meldet, es finge an zu regnen der Hof sei schon ganz tr?ß. Der Speicher hängt schon voll. Wobin sollen wir mit diesem Korb?" Es bleibt keine Wahl als das Ftemdenzimmer. Das ist groß wie ein Tanzsaal und luftig. Gern thut es Frau Anne nicht. Aber diesmal ist ja doch Alles verkehrt. Meinetwegen spannt die Leine dort!" Sie weiß nicht, wo ihr der Kopf sieht. Kochen, den Tisch decken Thüren aufmachen.. In dem Zimmer hat Mine die Borhänge abgenommen. Das Speisezimmer ist kahl und öde. Alle Möbel ste hen rechts und links in den beiden Zimmern aufgestapelt. Heute Nachmittag soll geputzt werden. Mine hatte das so angeordnet sie meinte, es ginge dann in einem" hin, da der Herr ja vor Mitternacht nicht nach Hause käme. Mine ist thatkräftiger Natur Frau Anne sieht mit Staunen, wie sie am Boden kniet und bürstet wäscht und wichst immer mit demselben Eifer, während ie von dem Bilderabstauben, dem Bütenwaschen todtmüde ist und einen ausgedehnten Besuch, den ihr Tante Mathilde abstattet die sehr selten kommt, aber dann nie das Ende findet und Alles sehen will gute Rathschlüge ertheilt und in jedem Zimmer, auf dem Flur ja auf dem Treppenabsatz noch einmal von vorn anfängt fast stumpf an sich vorüber gehen läßt. Endlich ist sie gegangen. Frau Anne ist eben damit bcschäftigt, im Speisezimmer die Vorhänge aufzustecken. Der Kronleuchter strahlt blendende Helle über das frischglänzende Zimmer. Am Boden kniet Mine und wichst. Frau Anne steht oben auf der Leiter. Fast kann sie nicht mehr. Aber es muß sein. Sie reckt sich und hämmert. Guten Abend, Maus!" Hans steckt den Kopf zur Thür herein. Frau Anne läßt den Hammer sinken. Hans ?!" Da bin ich!" Der Ahnungslose kommt fröhlich näher. Na, was ist denn hier los?Er sieht sich um. Hans!" sagt Frau Anne wie erstarrt. Warum kommst Du nicht mit dem letzten Zug, wie Du gesagt hast?" Ich bin früher fertig geworden, als ich dachte, und da der Landrath mich in seinem Wagen mitnahm, sind wir eben .... Aber Anna, was ist denn dabei? Freust Du Dich denn nicht? Und dann habe ich ganz zufällig einen lieben Corpsbruder getroffen, den habe ich natürlich gleich " Jetzt aber, fährt Frau Anne ganz herum. Mitgebracht? Um Gottes willen! Und das sagst Du nicht mal gleich?" Aber ich bin ja eben im Begriff Jemand mitgebracht! Ohne mir ein Wort davon zu sagen!" Ei, Schatz wie konnte ich denn ich traf ihn ja erst eben Dann hättest Du ihn auch .lassen können!" Aber Anne! Erinnere Dich gütigst, daß Du mir stets gesagt hast: Du kannst jederzeit Deine Freunde mitbringen!" .Aber nicht an einem Putztag! Ich habe kein Zimmer in Ordnung ich habe auch nichts zu Abend zu essen für ihn ich bin todtmüde ich lege mich zu Bett. Ich kann jetzt kein Souper zurichten und mich in Gala werfen. Wo ist denn der Unglücksmensch?" Ich habe ihn in mein Zimmer geführt. Es sah allerdings wüst dort aus und Alles dunkel. Aber im Salon ist ja schnell ein Theetisch herge richtet " Im Salon stehen alle Lederstühle und es sind keine Vorhänge an den Fenstern." I, ist denn der Teufel los, wenn ich mal einen Tag weg gehe?! EiwaZ ZU essen wirst Du doch haben?!" Vier kalte Koteletts " . . , j Hans schaudert. Na ja das ist allerdings daZ Letzte. Ader jetzt, allen Ernstes Anne. Steige aus Deiner erhabenen Höhe herab daß ich Dir wenigstens mal Guten Tag" sagen kann richte uns irgend einen behaglichen Ort in dieser Höhle ein und lege ein der Situation angemesseneres Gewand an. In dieser rothen Matinee siehst Du zwar allerliebst aus, aber es ist doch eigentlich nicht recht geeignet, Herrenbesuch zu empfangen also Anne icfr werde indessen das Gepäck " Gepäck? Ter bleibt doch wohl nicht auch noch über Nacht hier?" Ja, aber natürlich!" Frau Anne ringt die Hände. Uebrigens hast Du allen Grund, nett zu ihm zu sein, Anne; er ist ein hohes Thier kommt direkt aus dem Ministerium Gott, aber mach keine solche Augen. DaS Fremdenzimmer wird doch nicht auch noch ausgeräumt sein?" Frau Anne ist außer sich. - Es hängt voll Wäsche!" sagt sie zornig. Macht, was Ihr wollt! Geh in ein Hotel mit ihm. Ich kümmere mich um nichts. Einen wildfremden Menschen in's Haus zu bringen, ohne vorher was zu sagen." Sie weint jetzt wirklich. Du hast wohl keine Ahnung, was ein orpsbruder ist!" braust er auf. .

Und Du keine, was ein Putztag ist!" schluchzt Frau Anne. Sie steht noch immer auf der Leiter hoch oben. Sie hört die Thür energisch zuklappen. Hans ist verschwunden. Im Gang verhandelt er mit Mine. Es ist nun ganz egal, was sie anfangen ohne mich," sagt sie und häm mert weiter. Dann aber reckt sie sich plötzlich infc horcht auf. Nebenan im Salon wird ein Tisch gedeckt Geschirr rasselt Hans spricht mit dem Fremden: So iekt mach Dir's mal aemilthlich. In den öden Fensterhöhlen -Du siehst ja aber wir müssen vorlieb nehmen. Meine Frau wird sehr bedauern, nicht selbst " Jetzt sagte der Andere etwas sie verstand es nicht aber sie lachten dazu. Dann wieder Hans: Setze Dich nur fürchte D'ch nicht vor diesem Stuhl! Er hat zwar nur drei Beine aber das ist ja jetzt modern. Wenn Du nicht schaukelst, wirst Du auch nichi runter fallen." O schändlich! Sie höhnen über den stilvollsten Stuhl, den Frau Anne Hai den rothen Empirestuhl! Wenn sie nur wüßte, was sie immer zu lachen haben! Der Theekessel klappert. Wir werden uns einen famoses Thee machen. Ja, 's ist gut, ioenn man als Junggeselle das Kochen ge lernt hat man kann's brauchen!" Was Mine nur zu rasseln hat mit Geschirr und Platten? Ob er sie wohl nebenan zum Delikatessenhändler geschickt hat? Und was sie wohl biingen wird? Sie kann kein Wort mehr verstehen. Wie ärgerlich! Meine Frau," sagt eben Hans sie horcht auf. Richtig, sckon wieder: Meine Frau" Frau Anne wird feuerroth. Und dann ist sie mit einem plötzlichen Entschluß flink von der Leiter herab. Sie wollte dem da drinnen schon zeigen, was Hans für eine Frau hatte. Sie war auf einmal gar nicht mehr ' Als zehn Minuten später Frau Anne hübsch frisirt mit der kokettesten Haarschleife, im tadellosen Schneiverkleid - jede Spur der Hausfrau abgestreift, in den Salon trat, saßen sie in dem hellerleuchteten Zimmer hinter dem reichbesetzten Theetisch in der gnügtester Stimmung, die beiden Herren Hans und der Athem' stockte ihr der Agent. Ah Anne! Das ist aber reizend, daß Du doch kommst. Nun kann ich Dir auch gerade meinen lieben, alten Corpsbruder Schmidt vorstellen." Meine gnädigste Frau " Der Große erhebt sich lächelnd. Ich glaube, ich hatte schon einmal das Vergnügen." Und es ward noch sehr lustig am Schluß des UnglückstageS. Hans ttichterS Tyrünen." Kapellmeister Dr. Hans Richter, dessen Name bei den Bayreuther Aufführungen viel genannt worden ist, trägt an seiner Uhrkette einen Maria Theresienthaler, von dem er selbst folgende Geschichte erzählt: Der Thaler ist ein Andenken an einen Tag, an dem ich weinte. Zum ersten Male dirigirte ich in der Probe eine Symphonie von Anton Bruckner, der damals zwar schon ein alter Mann war, aber als Componist noch nicht den verdienten Ruhm genoß; seine Werke wurden kaum jemals aufgeführt. Als die Symphonie beendet war, kam Bruckner zu mir. Er strahlte vor Begeisterung und Glück. Ich fühlte, wie er mir etwas in die Hand drückte. Nehmen Sie das," sagte er, und trinken Sie auf meine Gesundheit ein Glas Vier!" Richter nahm auch den Thaler und bewahrt ihn auf als Erinnerung an den ausgezeichneten Mann nd die Thränen, die ihm angesichts der Dankbarkeit des alten Musikers kamen, die sich mit solcher rührenden Naivität äußerte. MariaTampone, so wird aus Rom berichtet, ein ebenso hübsches wie ehrenhaftes Mädchen, verließ im blinden Vertrauen auf die Liebesschwüre ihres Geliebten das Vaterhaus in Cätomia und ging mit ihm nach Troina. Aber Giuseppe, -so hieß er, wurde ihrer bald überdrüssig, und Maria kehrte eines Tages entehrt zu den Eltern zurück. Da begab sich der Bruder Marias mit ihr zu dem Verführer, fragte ihn, ob er sein Eheversprechen halten wolle oder nicht, und als Giuseppi mit Nein!" antwortete, stieß er ihm den Dolch in die Brust, so daß der Berräther todt zu Füßen Marias zusammenbrach. . - AuSTokio stammt die nachstehende Zustammenstellung des Alters der japanischen Generale. Danach ist Marschall Jamagata 66 Jahre 2 Monate alt, Marschall Ojama 61 Jahre 8 Monate, General Graf Nodzu 62 Jahre 2 Monate (IV. Armee), Graf Katzura 56 Jahre 7 Monate General Baron Kuroki 60 Jahre 3 Monate (I. Armee), General Baron Oku 57 Jahre 7 Monate (H. Armee). General Baron Nogi 54 Jahre 7 Monate (IH. Armee), General Baron Kodama52 Jahre 4 Monate und General Prinz Fushimi 46 Jahre 2 Monate. Wenn man bedenkt, daß der Japaner allerspätestenS mit dem 50. Jahr in's Altentheil (rnkjo) zu gehen pflegt, so können diese Leute dem jun gen Japan wirklich zum Vorbilde die-nen.