Indiana Tribüne, Volume 28, Number 22, Indianapolis, Marion County, 17 September 1904 — Page 7

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(Fortsetzung.)

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Wie Sie gethan, meinen Sie? Sehr schlau, das Mädchen daran zu erinnein " . Ander! hörte nicht auf ihn. llnb sein Spiel ist bereits verloren. Jawohl, Herr Melhart, es ist verloren. Ich will Ihnen sagen, wer Sie fmo Sie heißen Müller, nicht Melhart. Sie sind zweimal wegen Betrug und Unterschlagung vorbestraft und spielen nun den Aposiel der Menschenliebe. Sie haben gesiern eine Versammlung in das Unterholz berufen und sind mit Jhre7. blutdürstigen Redensarten bei den vernünftigen Leuten ziemlich abgefahren. Sie sind entlassen, Herr Müller und werden bis übermorgen Rohrbach ver-

lassen, wenn Sie sich weitere Unannehmlichkeiten ersparen wollen." Melhart blieb völlig ruhig, aber sein Gesicht bekam einen schrecklichen Ausdruck, die Lippen wurden ganz schmal, ein tückischer Blick ruhte auf Anderl. Ganz gut, also übermorgen ganz gut!" Anderl fühlte ein Unbehagen über die unerwartete Willfährigkeit desMannes. Er hätte eigentlich morgen sagen sollen. In einem Tag kann ein solcher Mensch manches Unheil anrichten. Ich warne Sie noch einmal!" wandte er sich an Afra. Lassen Sie sich mit dem Menfchen nicht ein. Ich bitte Sie darum als alter Freund. Was Sie auch glauben mögen, ich bin es doch geblieben." Du, Anderl Du ja Du " Längst verhaltener Schmerz brach auf in diesen dorten. Dann sagte sie in fester Stimme: Ich geh mit ihm alles gleich wohin. Gib Dir keine Müh, Ayderl." Anderl ergriff Resl an der Hand und verließ die Stube. . Jetzt habt Ihr es gehört, wer ich bin," unterbrach Melhart die schwere Stille. Er zitterte noch wie vor Erregung. Und ich bin es auch, ich leugne es gar nicht. Der ,Einrenker' bin ich, merkt Euch den Namen für alle Fälle. Ihr könnt Euch ein schönes Stück Geld verdienen, wenn Ihr ihn an das Messer liefert. Hc )t Ihr es nicht gehört? Und Du, Afra, Du willst es wirklich mit dem ausgemachten Schurken wagen?" Es war, als ob sie sich noch einmal besänne. I halt mein Wort, halt Du daZ Deine," erklärte sie. Afra dann komm!" Es gab für sie keinen anderen Weg mehr. War er fort, gähnte wieder die furchtbare Leere, aus der sich schlimmere Gespenster hoben, als er vielleicht beschwören konnte. Sie verließen zusammen die Stube. Alban hörte sie noch lange zusammen flüstern, ehe Afra hinaufstieg. Er war trunken von dem Erlebten und warf sich angekleidet auf das Lager. Einmal erwachte er. Drüben wurden Möbel gerückt, Stahle fielen um, Papiere wurden zerrissen, und durch die Bretterwand glimmte kurze Zeit ein rother Schein. Der Einrenker packt ein! Die arme Afra! Er schlief wieder ein. Sein Name wurde gerufen. Da fuhr er auf. Der Tag dämmerte schon. AU ban!" Afra stand unter 'der Thür. Alban, hast Du den Melhart net g'hört?" Wie soll i denn er schlaft halt noch " Habe schon g'schaut sein Zimmer ist leer. Mir is so angst Er hat so seltsam geredt bei mir oben" , Fort am End?" fragte Alban. - So

laß ihn laufen, besser is es am End" Net fort" No, was denn?" Was i da gefunden hab auf seinem Tisch." Sie hielt Alban die Hand hin. Ein Pulver lag darin. Alban roch daran. Das ist Dynamit." Mein Gott, das iö ja streng verboten," meinte Afra. Deswegen, weil es verboten is! Der hat schon vieles Verbotene gethan." Wenn er aber ein Unglück anrichtet er hat so was g'redt i hab es ja net verstanden Von in die Luft sprengen der ganze Berg thäi einfall'n, wenn er nur einen Finger rührt!" Aber sei doch kein Narr!" tröstete Alban riehr sich selbst, durch die Worte AfraS öeunruhigt. So schnell geht so was doch riet. Wie denkst Du Dir das? In die Luft spre-gen! Was denn? Wie denn? Den ganzen Berg? Zum Lachen!" Dabei machte er sich hastig zur Einfahrt bereit, zündete die Lampe an, stülpte den Grubenhut auf und folgte Afra. Es war eben Schichtwechsel,, im Schachthaus drängten sich die Ankommenden und Abgehenden. Höchst erregende Nachricht von Marbach war. eingelaufen. Heute Nacht hatte es dort zum dritten Male gebrannt, der Streik nahm große Dimensionen an. Ueber die Rohrbacher sei man im höchsten Grad aufgebracht, daß sie die Erwcrrtung, die man auf ihre Betheiligung gesetzt, so enttäuscht hätten. In diesem Augenblick betraten Afra und Alban die Schichthalle. Sofort waren sie umringt und mit Fragen nach Melhart bestürmt. Sie mußten es ja wissen als seine Hausgeno'en. Die Auskunft der beiden klang so unklar.

Verhaftet sei er nicht, aber nicht mehr zu Haus, sie wüßten selbst nicht. Die Erregung wuchs. Von Neuem erhob sich der Förderkorb, angefüllt mit Arbeitern.' Die erste Frage war wieder nach Melhart. Der is unten, Strecke 6," lautre die Antwort. Ein Narr is er! Wir sind froh, daß wir heraus sind. Di; ganze Verzimmerung laßt er euf einmal herausreißen. Der Rohrbacher hätt es befohlen, sie soll neu gemacht wenden. Aber das thut man doch net auf einmal, gleich auf zwanzig Meter wo der ganze Berg so locker u l! Diese Kritik gab den Gegnern Melharts rasch wieder Muth. Da hört Ihr es mit Eurem Melhart. Wir sagen's ja, ein Narr il r1 Die Zeit drängte, das Zeichen zur Abfahrt der Förderum; war gegeben, die Gewohnheit des Dienstes wirkte mechanisch. Die Hitze war schon wieder verweht, und der Korb sauste in die Tiefe. Afra und Alban mußten durch Strecke 6, um zu ihrer Arbeit zu gelangen. Die beiden gingen nun weiter, in

der Hoffnung, Melhart zu sehen. So, standen sie plötzlich vor dem Seiten-' gang, der zum Zimmer Bessys führte. Wenn es da nachbricht, kommt da oben kein Mensch mehr heraus," .meinte

Afra.

A was, so schnell bricht es n't nach," erwiderte Alban, die Decke musternd. Da müßt schon ein Wetter fchlag'n oder so was." Und dann ist ja niemand droben," meinte Afra. Das möcht i net behaupten, der Anderl nutzt seine Zeit, so lange der Alte in Marbach ist. Alle Tag fährt die Vessy mit ihm ein, gerad um die Zeit und da oben wart' sie auf ihn, bis er mit seiner Arbeit fertig ist. Das weiß er genau, der Melhart." Wenn es das wär" flüsterte Afra. scheu um sich blickend. Und das gelbe Pulver und eine Schnur ist dabei gelegen. Wenn i ihn doch warnen könnte, den Anderl " In diesem Augenblick vernahm man eine laute Stimme. Das ist ja ein Verbrechen! Unerhört! Augenblicklich schaffen Sie mir diesen Menschen fort! Es ist eine Lüge, keine Spur von einem Auftrag. Komm, Bessy! Jeden Augenblick kann ein Stein sich lösen." Afra und Alban spähten den Gang hinab. Es war Anderl, neben ihm stand ein kleiner Bergmann: das war Vessy. Afra zog ihn zurück, und ihm war es auch nicht darum zu thun, nach der gestrigen Begegnung Anderl zu sehen. Rasch bogen sie in eine Krümmung der Strecke. Wirst sehen, jetzt bringt er sie in das Zimmer," flüsterte Alban. Die Schritte kamen den Gang heran wenn 'er nicht in den Seitengang ging, war kein Entrinnen mehr. Zum letztenmal, Vessy Abschied für immer! Thut es Dir nicht leid um den heimlichen Winkel? Mir schon. Weißt Du noch das erstemal das schöne Märchen " Man hörte nichts mehr. Sie waren wirklich in den Seitengang eingebogen. Alban wollte vor, sie wohl warnen da hielt ihn Afra am Arm zurück. Der Ausdruck ihres Gesichts war völlig verändert. Laß sie! Sie thäten doch net auf uns hören! Und was soll denn auch geschehen? Hast ja recht. Komm zur Arbeit! Die is für uns für die andern" Afra vollendete den Satz nicht mehr etwas Unverständliches geschah: es war mit einem Mal Nacht. Ein dumpfes Rollen, Brüllen, oben oder unten. Zittern, Schwanken, Versten ringsum, eine dicke Luft, die den Mund füllte, den Athem hemmte, ein Drehen im Gehirn alles unverständlich, kaum zum Bewußtsein kommend nur einen Arm fühlte sie deutlich, der sie fest umklammernd, irgendwo hinzog.

vorwärts, seitwärts, dann auswärts c?. rr...

cie spronen einer ener lamkn qi unter die Füße sie stieg, die Luft war

reiner ... Da brüllte es wieder, dröhnte, zitterte, als ob der Schlund sich öffnen und schließen wollte, dann brach die Stütze unter ihren Füßen. Sie griff

nach oben, suhlte den Kopf Albans.

klammexte sich fest ein Rutschen und Rauschen und Poltern ein harter

Aufschlag die Besinnung schwand ibr

Alban umgab tiefe Finsterniß. Kein

Laut mehr, keine Bewegung. Er besann sich vergeblich, was geschehen. Wassertropfen fielen auf sein Gesicht. Es war ganz feucht. Das hatte ihn wohl geweckt. Dann betastete er sich,

ob er nicht träume und griff in ein kaltes Gesicht Afra! Jetzt kehrte die Erinnerung jäh zurück.und lein Schaue?

rieselte durch seinen Leib Sie waren

verschüttet! Begraben!

Alban riß die Augen weit auf, das schwere Dunkel zu durchdringen. Er horchte Nichts!- Nur die Ohren

summten im furchtbaren Schweigen. Afra!" Wieder berührte er das feuchte, kalte Antlitz Afra!" Keine Antwort. Aber einen leisen Athem fühlte er auf der Handfläche Ja, es war wirklich Leben, dessen Hauch er verspürte. Jetzt kam wieder der Muth, die Hoffnung. Nur Licht! Er hatte doch seine Lampe mit, am Gürtel. Er griff darnach nicht mehr da. Qualvolle Erkenntniß! Er erhob sich in Sitzlage und tastete umher eine Leiter er glitt mit der Hand die Sprossen herab und schrie laut auf vor Freude er berührte kaltes Metall die Lampe! Unversehrt! Jetz! fügte sich ihm in blitzschneller Reihe das Ret-tugswerk.

Mit zitternden Fingern suchte er in

seiner Tasche nach einem Streichholz; das fehlt keinem Veramann. Lange

findet er es nicht endlich! Ein schwefelgelber Funken verlischt das zweitemal gelingt es bis zur Flamme. Sie züngelt nach rechts, beleuchtet schwarzes

Gestein, erlischt, ehe er die Lampe be-

rührt. Jetzt heißt es haushalten, das

Todtenlichtl bewahren. Das drittem!

gelingt'? Em leises Knistern, eme Luft die Lampe brennt, düster.

strahlenlos aber sie brennt!

Da liegt Afra, den Kopf etwas hoher gebettet, dicht unter der Leiter, die aus

schwarzem Schutt und Gestein hervor-

schaut. Er halt die Lampe über sie.

Die Augen sind noch immer geschlossen,

aber die Lippen bewegen sich leise mit

den Athemzügen. Er rief Hallo! Ho!"

Es gab kaum einen Ton m dem engen Raum. Dann hielt er sich den Kovf

und suchte seine Gedanken zu ordnen. Plötzlich griff er nach dem Hammer im

Geroll! So was vergessen! Zum erstenmal suchte er den Raum ab, der ihm und Afra zum Leben geblieben. Etwa drei Meter lang, oben hängt ein Steinbloö über und läßt kaum Platz zum Knieen, offenbar im Sturz verklemmtes Gestein, nichts Ge-

fchlossenes. Die Leiter ragt aus griesi-

gem Schutt und verschwindet wieder nach vier Sprossen: vielleicht hielt sie

allein den Einsturz.

Jetzt hatte sein Auge die rechte Stelle entdeckt zum Bergmannszeichen. Im losen Geröll dringt der Ton nicht weiter, nur im festen Gestein. Er hebt den Hammer, klopft erst leise, einmal der Ton ist gut, elastisch dann stärker der Athem steht ihm still Das ist doch Antwort aber von oben, nicht von unten. Ein leiser Ton schwingt durch den Felsen wie aus endloser Ferne afrx es ist ein Ton! Wie von einem Kinderfinger aber es ist ein Ton, ein Zeichen des Lebens, der in das Grab dringt und es mit Hoffnung füllt. Licht und Hoffnung! Die Schauer des Todes weichen von Alban. Es klopft zweimal, das heißt, zwei Lebende sind hier. Es antwortet m't zwei Schlagen in dem gleichen Tempo Alban erschrak! Zwei Lebende antworteten. Kam die Antwort vr den Helfern, so mußte sie anders lauten: ein fortgesetztes Klopfen. Er versuchte es noch einmal. Wieder zwei Schläge! Jetzt war es schrecklich klar: sie tcrni&i von zwei Mitverunglüten. Verschütteten, irgendwo in der Nähe. Es war nur die Verbindul.g mit einem anderen Grab, die hergestellt war, nicht mit dem Leben. Im' Augenblick sank ihm der Muth.

Da bewegte sich Afra und seufzte

Er beugte sich über sie Sie sah ihn

groß an. Mein Gott! Was is denn? Alban!" Sie stieß einen wilden

Schrei aus, der gegen den Felsen prallte: Begraben!"

Alban tröstete sie. Hilfe sei nahe.

Er klopfte wieder. Die Antwort kam. Horst? Das ist net weit. Bis morgen haben sie uns schon. ? Thut Dir was weh?" '

Afra legte die Hand auf ihre Brust.

Der Athem ging ihr schwer. Das

hat der Melhart dem Anderl hat es

gegolten.

Alban stutzte. Dem Anderl? Die

Richtung der Antwort die Leiter

der Anderl hat geantwortet. Aus dem Zimmer der Vessy kommt sie der Anderl und die Bessy! Also muß er

zum Anderl, sonst ist alles verloren. Von oben kommt keine Hilfe oder sie

kommt ZU spat.

Der Lebensdrang erwachte. Er nahm

die Leiter, beleuchtete lieaeno die über

hängende Decke, prüfte sie mit seinem

Hammer alles fest; aber dicht bei der Leite? gab es einen anderen Klang einen hoffnungsvolleren: hier war kein

festes Gestem, nur Schutt hatte sich ge

stemmt. Wenn es glückte, so glückte es

da.

Er versuchte es mit dem Stiel des Hammers, stieß dagegen Schuttge1 I -f W P P

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IV V V V VVV fVV Vr durch. Und wohin sollt-e er mit dem

Abraum? Sein eigener Todtengräber werden? Und wenn das Wasser stärker nachdrang, der Fels sich lockerte? Mein Gott! Mein Gott! Zum erstenmal

lief ihm das Grauen über den Rucken. (Fortsetzung folgt.)

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Kanoefahrt. Harry Wright von

fc?t. ouis. eine Gattin und em

Freund machten den Versuch, in einem

Kanoe die Stromfchnellen des Mera-mec-Flusses, Mo., zu passiren. Das Fahrzeug kippte um und Frau Wright

ertrank. Vielsagend. Missionar (zum Kannibalen

Häuptling): Ich möchte doch wessen, was aus meinem Vorgänger geworden ist." H ä u p t l i n g : O, der hat seinen Aufenthalt nach dem Jnmrn

erleat." . Mohllneinend.

Mutter (zum jungen, talentlosen Maler): Weißt Du, Otto, verkaufen thust Du doch kein Bild da

solltest Du doch wenigstens aus Spar

samkeit beide Seiten der Leinwand be-

malen!

Gras Keller.

Ueber den gefallenen russischen Ge neralleutnant Grafen Keller gehen uns von befrcimdetcr Seite nachfol gende Mittheilungen " zu. Cr ent.

stammte einer alten deutschen Familie,

deren Name auch in der preußischen Armee, wo er heilte noch mehrfach vor treten ist, einen guten Klang hat: so fielen z. B. im Kriege gegen Frankreich 187071 allein sieben Grafen Keller. Der Urgroßvater des Gefal lenen war preußischer Gesandter in St. Petersburg zur Zeit der Regierung König Friedrichs des Großen. Seine Gemahlin war eine Prinzessin Wittgenstein. Der aus dieser Ehe ent sprossene Sohn wurde in Petersburg im Hause des Feldmarschalls Fürsten Wittgenstein erzogen und später sein Adjutant. 1812 führte er ein Regi ment in der Schlacht von Vorodin'o. Er war mit einer Gräfin v. Vorch ver ehelicht. Sein Sohn, also der Vater des jetzt gefallenen Generals, war russischer Senator und früher, während der kurzen Autonomie Polens unter dem Großfürst Konstantin, Minister des Innern in Poleli. Der gefallene General Graf Theodor E. Keller wurde im Pagenkorps erzogen, war Kammerpage der Kaiserin Maria Aleran drowna, wurde mit 17 Jahren Kornet bei den Chevalier Garden, wo er später die Leibschwadron kommandir te. Mit 25 Jahren eilte der junge Rittmeister nach Serbien und führte eine Kavallerie Brigade. Nach Ve endigung des Krieges trat er in russi sche Dienste zurück und wurde als Oberst in den Generalstab versetzt. Im Jahre 1877 sehen wir ihn zuerst bei General Nadezky am Schipkapaß kämpfen, sodann im Stäbe Skobelews, dessen Chef damals der jetzige Höchstkommandirende in der Mandschurei, General Kuropatkin, war. Auf dem Schlachtfelde von Scheinowo wurde 5wropatkin verwundet, und noch auf dem Schlachtfelde selbst ernannte Sko belew den jugendlichen Grafen Keller zu seinem Stabschef. Man erinnert sich wohl noch des bekannten Erlasses Skobelews an seine Offiziere nach je ner Schlacht: Sollte ich morgen fal len, so gehorchet Keller! Er kennt meinen Plan!" , Marih in Südwcstafrika. Ueber die schon erwähnte Theilnahme des früheren Vurengenerals Maritz an den Operationen der deutschen Truppen gegen die Hereros verlautet jetzt offiziös: Der Bedarf der in Südwestafrika im Felde stehenden Truppen an Pferden sowie an Zug- und Schlachtvieh ist zum Theil auch durch Beschaffungen aus der benachbarten Kapkolonie gedeckt worden. Bis ungefähr zur Mitte Juni waren von Kapland zur Verschiffung nach Südwestafrika gebracht worden: 1310 Pferde, 420 Maulthiere, 1400 Zugochsen und 70 Ochsenwagen. Die Transporte sind ausgeführt worden durch den Dampfer Horfe Castle" der Union Castle-Linie, der zweimal benutzt wurde, durch den deutschen Dampser Teck", den Dampfer Eduard Bohlen" der WoermannLinie und den Dampfer Hellenes" der Houston-Linie. Für den Juli war die Verschiffung von weiteren 1600 Zugochsen nebst 80 OHsenwagen sowie von 450 Schlachtochsen in Aussicht genommen. Das Generalkonsulat in Kap' stadt, das diese Beschaffungen bewirkt hat, wurde von dem Truppenkomman do ersucht, für die Ochsengespanne auch die erforderliche Anzahl von Treibern anzuwerben. Das Generalkonsulat

hat, um wirklich zuverlässige und er-

fahrene Treiber zu erhalten, unter Zustimmung des Generals v. Trotha mit dieser schwierigen Aufgabe den früheren Vurenkommandanten Maritz beauftragt, und diesen selbst gleichzeitig als Transportführer angeworben.' Im übrigen find als Treiber nach Möglichkeit Reservisten der deutschen Heerestheile oder der deutschenMarine angeworben worden, die gegebenenfalls in Südwestafrika in die Truppe eingestellt werden können. Mit einer Verwendung des Burenkommandanten als landeskundigen Berathers des Generals v. Trotha scheint es danach nichts zu sein. Tte WeiHdeit alomonis scheint ein Urtheil inspirirt zu haben, das soeben der Römische Prätor gc sällt hat. Zwei niedliche Ballet-Ralte.i aus Mailand Cesarina und Teieja sotten, sich in Rom, wo sie im QLo--stanzi-Z.heater auftraten, bei einerBür .erssamiie e!nquartirt. Es kam aht: zwischen Mietherinnen und Wirth zu n Streit, und letzterer war so ungalani und ... thöricht, die jungen Damen mit sanfter Gewalt vor die Thür v setzen, indem er sie am Arm ergriff. Der Unglückselige! Wie zwei Furien stürzten sich Cesarina und Terest ans den Wirth und richteten ihn mit Fin gernägeln, Fäusten, Fußtritten der maßen zu, daß er ohnmächtig wurde Ja die holde Cesanna ergriff sogar eine Schere, um den Lebensfaden ce armen Herrn Taddei so hieß das arme Wurm direkt zu durchschneiden. Nach eingehender Prüfung pSachlage sprach der Prätor ... die bei den losen Vögel frei. und verdonnert, Signor Taddei auf fünfzehn Tage ins Loch. Weishnt Salomonis! Aus der Kathedrale in Nizza ist ein silberner Schrein mit Reliquien der heiligne Rosuliu gestohlen worden. Der Diebstahl hat in der Stadt das arökte AufseKen erreat.

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