Indiana Tribüne, Volume 28, Number 22, Indianapolis, Marion County, 17 September 1904 — Page 4

Jndtana Tribüne, 17. September 190,

Indiana Tribüne. HnausgeAtben von der utndrg Indianapolis, Ind.

yarry C. Thudium Präsident. GeschäftSlocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2V. Hnte ed at the Post Office of Indianapoli as second dass matter. Die Pullman'sche Arbeiterentlassung. (Abendpost.) Im Angesicht des bevorstehenden Winters hat die Pullman'sche Wagm dau.Gesellschaft ihre 7000 Arbeiter entlassen. Vor zwei oder drei Wochen wurde mit den Entlassungen angesangen. Darauf ist eine Abtheilung der großen Fabrttwerle nach der andern geschlössen worden. Gestern haben die letzten 1500 Mann den Lauspaß erhal ten. Und das ist Alles, was sie erhalten haben. Keine Mittheilung darüber, wann der eingestellte Betrieb wieder aufgenommen werden wird. Nicht einmal eine bezügliche Andeutung, nach der sie sich richten könnten. Nichts als die schroffe Notiz, daß ihre Dienste nicht länger benöthigt würden, und daß sie aufgefordert sind ihre Werkzeuge fortzuschaffen. Letzteres, nebenbei bemerkt, eine Aufforderung, wie sie nicht einmal während des großen Ausstände vor zehn Jahren erlassen worden ist. Man hat nur Muthmaßungen darüber, was. die Gründe dieses sonder baren Vorgehens sind. Die zunächst sich aufdrängende Vermuthung ist die, daß die Gesellschaft nichts zu thun habe und deshalb 'den Betrieb einstelle. Gerade diese naheliegende Vermuthung aber kann bei näherer Prüfung nicht bestehen. Ma hat allerdings schon seit . geraumer Zeit davon gehört, daß im Geschäft des lZisebahn-Wagenbaues ungewöhnliche Flauheit herrsche. Die Eisenbahngesellfchaften haben im Laufe der letzten Buhm"-Jahre, den ungewöhnlichen Anforderungen zu genügen, ungewöhnlich große Neuanschaffungen von Betriebsmaterial gemacht. Nun haben ste die Zahl ihrer Fracht- und sonstigen Wagen gewaltig vermehrt und sehen sich einem abnehmenden Geschäft gegenüber, dessen fernere Aussichten durch die ungünstige Gestaltung der Ernteverhältnisse noch verschlechtert werden. Aber wenn dies eine Abnahme im Wagenbau-Geschäft erklärt, so erklärt es oder bedingt es noch lange keinen völligen Stillstand des Geschäfts. Die beständige Abnutzung in dem riesigen Eisenbahnverkehr dieses Landes ist selbst von so riesigen Verhältnissen, daß Neuanschaffungen niemals ganz aufhören können; selbst in den schlechtesten Geschäftszeiten nicht. Auch sind gerade in Zeiten verminderten Bedarfs die Preisverhältnisse naturgemäß dem Besteller günstiger, welche günstige Gelegenheit wenigstens von den desserge stellten Eisenbahnen stets benutzt zu werden pflegt. ES hat denn auch den übrigen Wagenbau Gesellschaften im Lande bisher an ! Aufträgen nicht ge fehlt. Haben sie ihren Betrieb be schränken müssen, so haben sie ihn des wegen noch lange nicht aufgeben müssen. ES ist kein Grund ersichtlich, eS sprechen vielmehr alle Gründe dagegen, daß gerade die größte und leistungSfähigste Gesellschaft allein nicht im Stande sein sollte, sich einen Antheil an den noch umgehenden Bestellungen zu sichern. Also müssen für die Betriebseinstellung andere Gründe vorliegen. Man spricht von geplanten Lohnherabsetzun gen. Beamte her Gesellschaft haben ' seit einiger Zeit Bemerkungen fallen lassen, daß die Gesellschaft, weil sie durchweg Unionlöhne zahlt, sich im Nachtheil befinde andern Mitbewerbern gegenüber, die geringere Löhne zahlen. Vielleicht, daß dem so ist. Und wenn dem so wäre, so könnte dies zu der gesuchten Erklärung führen. Man könnte annehmen, daß die Gesellschaft die Ver luste der zeitweiligen BetriebZsperre auf sich nimmt, in der Erwartung, dafür durch künstige Lohnersparnisse viel fachen Ersatz zu sinden. Mit anderen Worten, daß die Gesellschaft die Ar. beiter durch Aushungern mürbe machen will, um alsdann, wenn sie nürbe ge worden, ihnen die Löhne zu beschneiden. DaS würde die getroffene Maßregel erklären, nicht sie rechtfertigen. Würde sie selbst dann nicht rechtfertigen, wenn die Gesellschaft gezwungen wäre zu der Lohnverkürzung, was in Anbetracht ihrer glänzenden Finanzlage wenig

wahrscheinlich ist. Aber selbst ange nommen, sie wäre dazu gezwungen, so

würde deswegen die Art und Weise ihres Vorgehens noch immer eine ganz unerhörte Rücksichtslosigkeit sein. Sie konnte, wenn die Sachen so lagen, mit den Arbeitern Rücksprache nehmen; konnte sie bekannt machen mit den un günstigen GeschäftZverhältnissen, konnte sie wenigstens fragen, ob sie angesichts der Lage nicht freiwillig zur Annahme der nöthigen Lohnherabfetzung sich verstehen wollten. Das zu thun, wenigstens das zu thun, war einfache MenfchlichkeitsPflicht. Daß es nicht geschehen ist und nicht geschieht; daß die Arbeiter auf die Straße gesetzt werden ohne ihnen irgend welche Erklärung zu geben; oder ihnen zu sagen oder auch nur an zudeuten, wann und unter welchen Umständen sie auf Wiederaufnahme des Betriebes zu rechnen hätten ist nicht bloß eine Rücksichtslosigkeit sonder Gleichen, sondern ist eine empörende. ruchlose Hartherzigkeit und Unmeusch lichkeit. Wie immer die Sachen lagen, was immer die Beweggründe waren das war man den Arbeitern schuldig, daß man ihnen die Auskunft gab, die man geben konnte, so daß sie wußten, woran sie sind und sich darnach richten konnten. Jetzt sitzen die Tausende von Arbeitern mit ihren Familien da, ohne Beschäftigung, ohne Verdienst, ohne zu wissen wo ein und wo aus. Man verschweigt ihnen, auf wie lange Zeit die Betriebssperre geplant ist; verschweigt ihnen, ob und unter welchen Bedingungen sie auf Wiederanstellung rechnen können; verschweigt ihnen, ob oder ob nicht eine dauernde Beschränkung der Arbeitskräfte in Ausstcht genommen lst. Sie find demzufolge außer Stande, sich schlüssig zu werden hinfichtlich dessen, was unter den Umständen das Beste für sie ist: Die Sperre mag nur auf Wochen) sie kann auf Monate geplant fein. Während in einem Falle es für die meisten rathsam sein würde, zubleiben, wo sie sind und auf die Wiederaufnähme des Betriebes zu warten, würde im anderen Falle für viele die Nothwendigkeit eintreten, so rasch als mög' lich, selbst auf Kosten eines Umzugs nach anderen Orten, anderweitige Be schästigung zu suchen. So schlimm angesichts der ungünstigen Jahreszeit die Arbeitslosigkeit der Arbeiter an. und für sich schon ist, wird fie noch unsäglich verschlimmert durch die damit ver knüpfte Qual der Ungewißheit. Wer immer den Plan dazu ausgeheckt hat, kein Urtheil ist zu scharf zur Verdammung seiner Herzlofigkeit. Der verehrliche Gasophist der News" tanzt wieder mal einen Ta rantella" über Fuel"-GaS, Er sollte doch endlich darüber, im Klaren sein, daß die Gesellschaft nur eine Sorte Gas und zwar Leuchtgas herstellt und zur Fabrikation- von Fuel"-GaS keinen Freibrief hat. Mit demselben Rechte könnte verlangt werden, daß die Elec tric Light Eo. nur den halben Preis für electrischen Strom erhalten soll. wenn derselbe zu Heizzwecken anstatt zur Beleuchtung benutzt wird. Aber scharfe Controlle sollte darüber geführt werden, daß den Bürgern das Leucht gas in vorgeschriebener Leuchtkraft ge liefert wird. Grundeigeuthums Uebertragungen. William P. Habig an Edmund V. Treßler, Lot 16, KappeS & Naltner'S S. Meridian Str. Add., nahe der Gürtelbahn. William F. C. Witte an Anton H. W. Witte, Theil See. 9, Township 15, Range 5, Franklin Township. $1, 826. Frederick H. C. Schäkel an William F. C. Witte, Theil von Sec. 10, Township 15, Range 5, Franklin Township. $3,300. Mary W. C. Brinkman u. And. an Herman List, Theil von Lots 19 und si0, Moores Add., westlich von Shelby, südlich von Prospekt, S1500. Michael E. Loughlin an Carrie C. Loughlin, Lot 49, Ray's Subd. Außenlot 159, östl. vom Stadt-Hospital. 8100. ' John C. RuckelshauS an Alexander B. Schumacher, Lot 38, Bruce Place Add., östlich von College Ave., nördlich von 23. St. $2,000. Mary E. Burnworth an Murray F. Hill, Theil von Sec. 16, Tshp. 17, Range 5, Lawrence Township. 2,500. 3 Raucht die B0NANZA.

Local-PolltischeS.

, Thomas Taggart, Vorsitzer des de mokratischen National-Comites befindet sich zur Zeit in der Stadt. Während deS gestrigen TageS hatte er im Grand Hotel Conserenzen mit vielen prominenten demokratischen Politikern des Staates, mit den Mitglie. dern deS StaatS'ComiteZ und mit verschiedenen Candidaten für Staats- und County'Aemter. Herr Taggart wird sich heute Abend nach French Lick und Anfang nächster Woche nach Chicago begeben, um dort angeblich das westliche Hauptquartier zu etabliren. Wm. R. Morrison von Waterloo soll zum Leiter dieses HauptquartierS auserkoren worden sein. DaS demokratische Staats Comite hat angeordet, daß am 26. Sevtember eine zweite Legislatur Convention in dem District, welcher von den Counties Putnam und Montgomery gebildet wird, abgehalten werden soll. JameS P. Goodrich, Vorsitzer des republikanischen Staats - Comites ernannte gestern Albert Tripp von North Vernon zum Mitglied des FinanzComites des Staats - Comites. Die übrigen Mitglieder sind C. E. Coffin und C. D. Pearson von Indianapolis, N. T. De Päuw von New Albany und I. W. McCardle von New Richmond. Der gestern abgehaltenen Sitzung des demokratischen Staats - Comites wohnten außer den Mitgliedern desselben, Tom Taggart und fast sämmtliche Candidaten für StaatsAemter bei. ?5t" sortiere Stadt. Man schreib: unZ aus Zwickau: Das hiesige Landgericht wird sich demnächst mit einem interessanten Prozeß zu beschäftigen haben. Kläger ist die Stadt Zwickau, Beklagte sind zwei alte bergbauende Gesellschaften. Die Stadt behauptet, daß infolge der immer weiteren Ausdehnung der Kohlengewinnung sehr erhebliche und bedrohliche Erdsenkungen im Weichbilde de: Stadt bis zu rund zwei Meter vorgekommen, Häuser beschädigt, Gasund Wasserrohre gebrochen seien, und man die öffentliche Sicherheit als g:sährdet ansehen .müsse, da Ueberschwemmungen entstehen könnten; auch sei ein Sinken des Grundstückswerthes unausbleiblich. Die Stadt hat die betreffenden Gesellschaften aufgefordert, die entstandenen umfangreichen Höhlungen durch Verversatz", d. h. durch das neben den Kohlenadern lagernde Gestein auszufüllen, was das Nachsinken des Erdreichs aufhalte. Die Gesellschaften erklärten sich im Hinblick auf die möglicherweise in die Millionen spielenden Kosten des Bergversatzes hierzu nur unter der Bedingung bereit, daß die Stadt eine Enischädigung gewähre. Die Stadt lehnte das ab und beschütt den Instanzenweg des Verwaltungs - Streitverfahrens, hatte aber kein Glück damit, da ein Ministerial-Entscheid ihr die Kosten allein aufbürdete und das Oberverwaltungsgericht sich als unzuständig erklärte. Der Streit wird nunmehr im Wege des Zivilprozesses ausgetragen werden, der die Gefahren des Bergbaus für die Sicherheit und wirthschaftliche Wohlfahrt der Stadt objektiv beleuchten wird. Bei der Gedenkfeier in Marslatour haben sich fünf Redners darunter Oberst Tonot, serner der Präfektvertreter und ein Deputirter, durch Revanchereden hervorgethan. Es fielen Redensarten, wie Pulvc? trocken halten". Frankreich vergißt nie", Es marschirt vorwärts". Toujours en vedetie". Sonst haben sich keine Zwischenfälle ereignet. Die Bramarbasse können lange reden. Gcvankcnsplittcr. Wirklich jung war nur der, der eS bleiben kann. Ein lastiger Schwätzer ist ein Mensch, der nichts weiß und keine Gelegenheit versäumt, uns dlcses mitzuthcllcn. Die Helden von einst hatten vor nichts ff u r ch t , die modernen haben dor nichts Respekt. Erweise Wohlthaten so, als wenn du selbst dafür danlen muhtest. Auch auf dem Misthauf?n der Silo findet man oft ein iiornchcn Wahrheit. Es gibt Wunden, die wohlthun, Narben, oi( schmerzen. Geduld ist unermüdliche Tapferkeit. Unter, innerer Werth wird heutzutage 7entenZ der Inhalt der Börse verstanden. No. 3. Drakos Palmetto Wine. Eine freie Vroöeflascbe wird iedem Leser die er Zeiwng kostenlos zugesandt, der an chroni topfuna. Katarrb der Sckleimbäute. ttonaeslion cyen aaenöescvweroe. Blavunaen. sycr der Leber oder der Nieren oder Entzündung der Blase leidet. Eine Dosis per Tag gibt so sornge Linderung, lurierr avwiur, oaut oas NervenMem auf und schasst einen arökeren. reineren und relaieren Vorrat an x?iiu. ünfundsieSia Cents kostet in Avotbeken eine große Flasche, die gewöhnliche Tollargröße. aber seder Leser dieser Zeiwng. der Medizin gebraucht, erhält eine Probeslasche Trake'S Valmetto Wine kostenfrei, wenn er an die Träte ttormula Company. Trake Building, Chicago, Ju., oarum schreibt.

Die innere Lage Japans. Kritik der Negierung. Dem Reuter'schen Bureau" geht ein

langer Bcncht ans Tokio 311, der viel Interessantes enthält, und dem wir lachstehende Mittheilungen entnehmen: Die auffallendste Erscheinung ist die. dan die politlsä'cn Parteien und deren Zeitungen sich seit Ausbruch des Krieges jeder polltlschen Besprechung entkalten, die den Eindruck erwecken könnte, daß innerhalb Japans Uneinigkeit herrsche. Damit lst nlcht gesagt, daß man die Poutlk der Regierung allge mein billigte, sondern der orrewon' dent des Neuter'schen Bureaus" ist vielmehr davon überzeugt, daß sich die 5Zritik hörbar machen wird, sobald die eigentliche Gefahr verschwunden lst. So betrachtet man belspielswelse die Bedingungen, unter denen die Anleihe in London und New Äork aemacht wurde, als erniedrigend für die japanische Ehre. Vor allen Dingen hält man es für durchaus überflüssig, daß die Zolleinkunfte als Sicherheit angeboten wurden, und als besonders beeinträchtigend erscheint die Bestimmung der Zahlung der Jahreszinsen in zwölfmonatlgen Zatzlungcn. Da diese Ve stiminung in dem kaiserlichen Erlasse durch deil die Anleihe autorifirt wurde, nicht verzeichnet war, schließt man, daß sie die Folge eines Privatabkommens ist. Anslcht derJapaner über den K r i c g. Die Japaner sind fest davon überzeugt, daß sie in dein Kriege Sieger bleiben werden. . Sie weisen oaraus hin, oasz selvst lyre Kavallerie, die für den schwächsten heil des Heeres aalt, sich den Kosa fan trotz des Rufes, der diesen vor ausging, mehr als gewachsen zeigte. Man macht darauf aufmerksam, daß die Kampfesweise der Kosaken vcral tet sei, während die japanische Kaval lerie nach den modernsten Grund' sahen ausgebildet wäre und dabei den knegcnschen Geist der Rasse besitze. Dle flnanzlclle Lage. Die finanzielle Lage Japans wird als günstiger bezeichnet als man erwartet hatte. Die Kosten des Krieges wa ren bisher geringer, als man vor. aussah. Sie erreichten bisher nur zwei Drittel der Schätzung. Der Handel mit dem Auslande litt nicht wahrnehmbar, aber die Nothwendig seit der Charter von Schiffen für militärische Zwecke hat natürlich die Einnahmeil aus dem HandelstransPortwesen verringert. Den schwer sten Verlust erlitt Japan jedoch durch das Fernbleiben der Touristen. In Friedenszeiten nimmt Japan jährlich zwei Millionen von ?)en von Vesu chern ein, die aus allen Theilen der Welt, besonders aus England und Amerika, nach Japan kommen. Der Krieg . hat die Besucher ln diesem Jahre offenbar abgeschreckt. Dabei ist man überzeugt davon, daß der Krieg ein langwieriger sein wird und verhehlt sich nicht, das; Japan verpflichtet ist, eventuell seinen letzten Pfennig zu opfern, um aus diesem ristenzkampfe siegreich hervorzugehen. Die Ernteausstchten sind außerordentlich günstig. Die Produktion von Rohseide übertraf die des Vorjahres, und Japan bcsi.tzt die Mittel, werrn nöthig, den Krieg noch zwei Jahre fortzusehen. o LZttsst'l:,c5 osts!üc?S?cn. Ein Bravourstück russischer Posibeamten theilt das Archiv für Zost und Telegraphie mit. In einem beim Postamt H. aufgeführten 4.9 Kilogramm schweren Zostpacket, mit 13.700 Mark Werthangabe, an eine russische Handels- und Jndustnebank adressirt, befanden sich Soldbarren, die sich bei der zollamtlichen ' Eröffnung des Packeis am Bestimmungsort als Bleibarrcn entpuppten. Die Sendung war vom deutschen Auswechselungspostamt in E. unbeanstandet und mit dem richigen Gewicht von 4,9 Kilogramm dem rufsiscyen Grenzpostkontor m K. überwiesen worden; dasselbe Gewicht war auch im Zollrevisionssaale des rufstschen Grenzortes festgestellt worden. Am Bestimmungsorte (Moskau) war das Gewicht auf 3,78 Kilogramm zusammengeschrumpft, es handelt sich also um eine Eewichtsmiuderung von über einem 5Nlogramm. Das Rcttogewicht der Goldbarren betrug 4.84 Kilogramm, die Bleibarrcn wogen nur 3.73 Kilogramm; Netto- und Bruttogewichtsunterschied stimmten also überein. Der Absender erhielt nun vom Adressaten telegraphisch Kenntniß von dem Verschwinden der Goldbarren und erhob sofort bei der zuständigen Oberpostdirekiion Anspruch auf Schadenersah nebst Verzugszinsen. Auf mehrfache deutscherseits ergangene Ersuchen, den Absender für russische Rechnung entschädigen zu dürfen, erwiderte die Generaldirekton der Posten etc. in Petersburg zunächst, daß die erbetene Einwilligung nicht vor Beendigung der wegen der Beraubung in Rußland eingeleiteten 'strafgerichtlichen Untersuchung ertheilt werden könne. (!) Erst Jahr und Tag später erhielt der Absender, der die deutsche Postbehörde auf Zahlung der 13,700 Mark verklagt hatte, sein Geld zurück. Der verlangte Zinsbetrag wurde ewas beschnitten, da nach der Postpacketübereinkunft die Zahlung des Ersatzes durc das Aufgabepostamt spätestens innerhalb eines Jahres stattfinden soll, das deutsche Postamt aber angesichts des geschilderten Verhaltens der Petersburger BeHorde nicht in der Lage war, früher den Esakbetraa verauslagen zu können.

(SUrcn und Gedenkvalle &u Gra velotte. ' Kurz nach der Erbauung des aus freiwilligen Gaben des deutschen Vol-j kes und seiner Fürsten im Jahre 1S25 errichteten Aussichtshurmes bei Gravelotte faßte die Meher Vereinigung zur Schmückung und fortdauernd.! Erhaltung der Kriegergräber und Denkmäler von Metz den Plan, diesem Thurme durch die innere Ausstattung mit Ehrentafeln für die bei Metz betheiligt ge-

wesenen Regimenter den Charakter einesGedenkthurmcs zu beleihen. Roch ehe dieser Plan vollständig zur AuSführung gelangen konnte, ergab sich die Nothwendigkeit, wegen Errichtung der Feste Kaiserin" den Thurm abzutragen. Der Militärfiskus zahlte an die Landesverwaltung, in deren Eigenthum der Thurm übergegangen war. eine den Baukosten entsprechende Entschädigung. wofür die Landesverwaltung die Verpflichtung übernahm, einen Ersatz für den Thurm herzustellen. Wie die Straßburger Post" schreibt. mußte nach jahrelangen Verhandlungen zwischen Militär- und Landesbehörden aus Gründen der Landeskertbeidiqung auf den Wiederaufbau eines Thurmes im Schlachtfeldbereich überhaupt verzichtet werden, und es kam nun auf Anregung der Verein!gung zur Schmllckung der Kriegergräber m Errichtung einer Ehrenhalle in Frage. Von den vorgeschlagenen Plätzen fand der von der Vereinigung bezeichnete Platz hinter dem Kriegsfriedhofe zu Gravelotte allgemeine Billigung. Eine weitere Berzögerung erlitt die Ausführung dadurch, daß der Entwurf infolge des Entschlusses des Kaisers, die Gedenkhalle mit einer vom Bildhauer Knauer auszuführenden Engelsfigur auszustatten, mehrfachen Aenderungen unterworfen werden mußte. Inzwischen führte die Vereinigung zur Schmückung der Kriegergräber mit erheblichen Mitteln, die zum Theil von den an den Kämpfen um Metz betheiligten Regimentern zuflössen, die Vorarbeiten zur inneren Ausschmückung der Gedenkhalle aus. Insbesondere ließ sie vom Metzer Bildhauer Knittel die Bronze-Relief-bilder aller Heerführer, sowie über 200 Marmorgedenktafeln ausführen, sodaß nach Errichtung der Gedenkhalle deren innere Ausschmückung ins Werk gesetzt werden kann. Gleichzeitig werden die Namen der bei Metz gefallenen 18,000 deutschen Krieger gesammelt und regimentsweise auf Pergamentpapier verzeichnet. Diese Pergamente werden in der Gedenkhalle versenkt, und eine gleichmäßige Ausfertigung wird im Vezirksarchiv zu Metz hinterlegt werden. Während so die Landesverwaltung als Bauherr im Namen der ehemaligen Stifter des Aussichtsthurmes die Gedenkhalle aufbauen läßt, wird die innere Ausschmückung wesentlich das Werk der gedachten Veremlgung sein, die sich schon vielfache Verdienste um die Erhaltung und Verschönerung der Schlachtfelder erworben hat. Die Ehrenhallc wird ein Denkmal für alle deutschen Krieger bilden, die an den Kämpfen um Metz betheiligt waren, und als Schlußstein unter den Hunderten von Denkmälern um Metz hervorragen. Das Denkmal soll in Anwesenheit des Kaisers im Mai 1905 eingeweiht werden. Taö Wcltpoftöczttmal. Die vom schweizerischen Bundesrath bestellte internationale Jury für' das Denkmal zur Erinnerung an dieGründung des Weltpostvenuis . hat N5.ch langer Zeit wieder eine Sitzung abg:halten, UM die im engzren Wettbewerb befindlichen Entwürfe zu beurtheilen. Sie hat beschlossen, dem Bundesrathe den von Ren6 de St. Marccaux, BildHauer in Paris, eingesandten Entwurf endgültig zur Ausführung zu empfehlen. Der Künstler ist schon b:: mehreren wichtigen Wettbewerben aus gezeichnet worden. Für die Errichtung des Denkmals hat der Weltpostverein die verhältnißmäßig geringe Summe von 136,000 Mark ausgeworfen. Da,) Denkmal, das in zwei Jahren fertig sein muß, soll in Bern in der Mitte des Steinhauerplatzes an der oberen Bun desgasse ausgestellt werden. Die Ent würfe.die an der engeren Konkurrenz theilgenommen haben, werden jetzt in der Parlamentsbibliothek ausgestellt. Der zur Ausführung vorgeschlagen: Entwurf von Ren6 de St. Marccaur war bei der ersten Berner Ausstellung viel angefochten worden. Er stellt Vi: an einer Felsenspitze klebende Erdkugel dar; rings herum schweben tanzend? Frauengestalten, die sich Briefe vo Hand zu Hand reichen. Das Ganz ist kühn hingeworfen und sehr fein gearbeitet; als monumentales Denkmal aber schien es keinen Eindruck zu machen. Man wundert sich daher' seh: daß die vom Bundesrath eing:se Jury gerade diestn Entwurf gewä'! hat. Einen Steckbrief hinter dem früheren Rechtsanwalt und Notar Merleker hat der Untersuchungrichte? bei dem königlichen Landgerich! I Berlin soeben erlassen. Merleker, der bekanntlich zu dem ebenfalls steckbrieflich verfolgten Millionenerben" Alphons Röhll in Beziehungen stand. wird wegen Begünstiaung, Betruges und Untreue zur Verhaftung gesucht; er steht im 42. Lebensjahre und hat seine aus Frau und mehreren Kindern bestehende Familie , in Merlin zurück-gelassen.

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