Indiana Tribüne, Volume 28, Number 20, Indianapolis, Marion County, 15 September 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

'McTyern. WJfl München. Dem Hausmeister im alten Nationalmuseumsgebäude Philipp Lampert wurde in Rücksicht auf seine seit 50 Jahren mit Treue und Eifer geleisteten Dienste die . Ehcenmünze des Ludwigs - Ordens verliehen. Seinen Verletzungen erlegen ist der im Eisenwerk Obersendling abgestürzte Schlosser Schreckeneder. Er ist verheirathet, doch kinderlos. Abensberg. In der Brauerei Zum Kuchelbauer" von Michael Sallek brach Feuer aus, dem das ganze Anwesen, bestehend aus drei großen Gebäuden, zum Opfer fiel. Der Kutscher Philipp Geib der hiesigen Gesellschaftsbrauerei, der mit einem leeren Bierfuhrwerk, auf dem noch ein Bekannter von ihm saß, von Oberngrub nach Hause fuhr, ist mit seinem Kameraden sehr schwer verunglückt. Am sehr steilen Teichatzerberg waren beide wohl eingeschlafen, und das nicht gehemmte Fuhrwerk schoß über die Pferde hinweg bergab, bis es am Steinbruch von der Straße abkommend, an einem Baum hängen blieb. Ein Pferd brach den Hals. Geib erlitt sehr schwere und sein Begleiter bedenkliche Verletzungen. - Lexpoint bei Piesing. Die Vermuthung, daß bei einem Brande, dem das Anwesen des Oekonomen Sebastian Anderl zum Opfer fiel, auch ein Menschenleben zu Grunde ging, hat sich leider bestätigt. Die 38 Jahre alte Frau des Besitzers kam in den Flammen um. Nürnberg. Wieder ein schwerer Unglücksfall durch Spiritus trug sich in der Gibitzenhofstraße zu. Die 33 Jahre alte Taglöhnersfrau Walburga Aumüller goß, als sie mit dem Wärmen von Essen beschäftigt war, Spiritus auf den Kochapparat auf. Es erfolgte eine Explosion der Spiritusflasche. Im Nu stand die Frau in Flammen. Obwohl der Ehemann auf die Schreckensrufe sofort herbeieilte und die Flammen erstickte, trug die Frau doch lebensgefährliche Brandwunden davon. Passau. Auf dem Rathhausplatze fand die feierliche Enthüllung der Gedenktafel für weiland Kaiserin Elisabeth zur Erinnerung an den 21. April 1854 statt, an welchem Kaiserin Elisabeth als Kaiserbraut auf bei Fahrt nach Wien vom Bayernland hier Abschied nahm. ReutbeiZeilarn. Zwei Krn der im Alter von drei und fünf Iahren des Oekonomen Joseph Wimmer wurden beim Spielen in einer Sandgrübe verschüttet und konnten nur als Leichen geborgen werden. Sulzbach bei Pfaffenhof e n. Die Oekonomiebaumeiftersfrau Freund hier stürzte von einem Kirschbäume und verletzte sich derart, daß der Tod alsbald eintrat. WolfertLgrün (Bamberg). In einem Heustadel brach Feuer aus, das infolge der großen Trockenheit und des Wassermangels reißend schnell um sich griff. In kurzer Zeit waren 17 Wohnhäuser, darunter das Schul$au3, 11 wohlgefüllte Scheunen und zwei Schuppen eingeäschert. 20 Familien sind obdachlos. Württemberg. Stuttgart. Rangirleiter Schwarz wurde auf dem hiesige Hauptbahnhof von einem Zuge erfaßt und sofort getödtet. Straßenbahnschaffner Staiger von hier sprang vom Neckargeländer in Heilbronn aus in den Neckar und ertrank. Seine Leiche wurde geborgen. An Staiger, der sich hier krank gemeldet hatte, waren Anzeichen von Geistesgestörtheit wahrnehmbar. Asperg (Ludwigsburg). Die dem Gustav Siebel gehörige Scheuer mit den darin aufgespeicherten Futtervorrathen ist völlig niedergebrannt. Das daneben stehende Wohnhaus des Be sitzers wurde ebenfalls vom Feuer ergriffen, konnte jedoch vor größerer Beschädigung bewahrt werden. B ö b l i n g e n. In dem Anwesen des Bauers Maisch in der Schasgasse brach Feuer aus, ' das Scheuer und Wohnhaus einäscherte. Da der Brand rechtzeitig entdeckt wurde und die Feuerwehr sofort energisch eingriff, konnten die engangebauten Nachbargebäude gerettet werden. Die Ursache desBrandes ist nicht bekannt. Eann statt. Beim Abschlagen eines Holzschuppens in der Wagenwerkstätte fiel dem in den 30er Iahren stehenden Zimmermann Graf ein Balken auf den Kopf. Er mußte in'Z Bezirkskrankenhaus überführt werden, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Der Verstorbene hinterläßt Frau und Kinder. Mötzingen. Der 24jährige Schuhmacher Sindlinger wurde von einem Hitzschlage betroffen und starb nach kurzer Zeit. N ü r t i n g e n. Dem Oberamtsdiener Sperrle wurde aus Anlaß seiner Zurruhesetzung die silberne Verdienstmedaille verliehen. 'Maden. Karlsruhe. An einem Neubau Ecke Vorholz- und Vürklinstraße stürzte der 27jährige Maurer K. Mall aus Söllingen beim Einziehen eines Gerüsthebels aus einer Höhe von 9 Metern herunter und verletzte sich so schwer am Kopf, daß er, ohne die BeNnnuna wiedererlangt zu haben, starb.

Eine der ältesten Personen unserer Residenz, die 90 Jahre alte Frau Wilhelmine Mayer, Wittwe des gleichnamigen Bergmanns, wurde kürzlich zu Grabe getragen. Die Verstorbene erfreute sich bis in die letzten Tage einer großen geistigen Frische, während das körperliche Wohlbefinden sehr zu wünschen übrig ließ; denn seit dem Jahr 1896, wo sie beim GroßherzogZ - Jubiläum im Gedränge verunglückte, lag sie ununterbrochen zu Bette. Albbruck. Bei Auszahlung des Lohnes in dem Steinbruch von Pampi kam es zu Streitigkeiten, wobei ein italienischer Arbeiter Pampi durch Messerstiche schwer verletzte. Der Bruder des Verletzten, welcher zur Hilfe herbeieilte, erhielt ebenfalls mehrere Messerstiche, auch wurde ihm von dem Thäter ein Ohr abgebissen. Schließlich wurde der Wüthende auch verletzt und kampfunfähig gemacht. Doffenheim. Der hiesige Landwirth Georg Riesenacker wurde von der Arbeit im Weinberge nach Hause geholt, um in seinem Stalle einem Pferde nachzusehen, welches von Leibweh befallen war. Noch nicht lange, im Stalle, bekam er von dem Pferde einen Schlang mit dem Hufe auf die Stirne und letztere wurde zerschmettert. Sofort in das Spital nach Heidelberg verbracht, starb er, ohne die Besinnung mehr erlangt zu haben. Heidelberg. Wegen Sittlichkeitsveraehens sollte hier der Sprachlehrer Van Hout aus Balk (Holland) in seiner Wohnung verhaftet werden. Er zog dabei ein langes Messer und versetzte dem Schutzmann einen tiefen Stich in den linken Oberschenkel. Personen, die dem verwundeten Schutzmann zu Hilfe eilten, wurden auch mit dem Messer bedroht; sie verabreichten dem Wüstling eine Tracht Prügel. K o n st a n z. Beim Baden erlitt in einem hiesigen Schwimmbassin der ledige, 33jährige Portier GotthardBarmettler einen Schlaganfall und starb sofort. Mannheim. Im RangierbahnHof wurde dem 29jährigen verheiratheten Wagenwärter I. Zoller während eines Rangirmanövers von der Maschine der linke Fuß oberhalb des Knochels abgefahren. Spranthal (Breiten). Letztens entdeckte der 48jährige Straßenwart Kühner, Vater von '8"KMern, daß sich ein Holzblock (Zecke) bei ihm festgesetzt habe, entfernt ihn, brachte aber den Kopf des Thieres, das sich zu fest schon' eingebissen hatte, nicht heraus, trotz verschiedener Versuche. Es stellte sich Blutvergiftung ein und innerhalb kurzer Zeit war der kräftige Mann eine Leiche. Sankt Georgen (Villingen). Im Anwesen des Holzbildhauers Emil Haas brach Feuer aus, wodurch die Gebäulichkeiten zerstört wurden. Ueberlingen. Das 3jährige Söhnchen des Taglöhners Schlichth'ärle in der Grabenstraße hier stürzte 3 Stock hoch zum Fenster hinaus, erlitt einen schweren Schädelbruch und starb kurze Zeit darauf. Vheinpfakz. Speyer. Die Frau des Zimmermanns Polinski hier erhielt aus Heidelberg die Nachricht, daß ihr , dortselbst als Schreiner in Arbeit stehender Sohn erster Ehe, Heinrich Mayer, 26 Jahre alt, sich erschossen hat. GerS heim. In der Müllerschen Falzziezelfabrik wurde , der 16jährige Fabrikarbeiter Maurer aus dem nahen Kerzenheim getödtet. Der Fahrstuhl hat ihn am Hinter.kopf so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintrat. Godramstein. In Abwesenheit ihrer Eltern, die auf dem Felde arbeiteten, wollte das 9 Ihre alte Töchterchen Vertha des Ackerers Peter Riebel Feuer anmachen,um dasAbendessen zu kochen. Das Mädchen verwendete zum Feueranmachen Petroleum, wobei der Petroleumbehälter explodirte. Die Kleider des Kindes wurden vom Feuer ergriffen und bald stand daö Mädchen in Flammen. Die erlittenen Brandwunden waren derartige, daß es unter gräßlichen Schmerzen den Geist aufgab. Eisenberg. In der Tongrube der Firma Adam Schwalb verunglückte der Tongrubenarbeiter Mathäus Götz, 25 Jahre alt, dadurch, daß er von herabfallender Erdmasse zusammengedrückt wurde. Zuerst glaubte man, daß nur geringe äußere Verletzungen an einem Beine vorhanden seien, bald aber zeigte es sich, daß er schwere innere Verletzungen davongetragen halte, und bald daraus starb er. L a n d st u h l. Der vor etwa 30 Jahren von hier nach Amerika ausgewanderte Franz Schanne ist in Baltimore gestorben und hinterläßt zwei Millionen Mark, aber keine direkten Erben. Die Erbschaft wird deshalb den Kindern seines schon früher verstorbenenVruders zufallen, die sämmtlich Arbeiter sind. Neustadt. Zu Tode gestürzt ist der 10jährige Knabe Wilhelm Vetter, Sohn des Maurers Karl Vetter, in der Stadtgasse wohnhaft. Er machte sich auf dem Holzspeicher der Neitmeyer'schen (früher Burkhardt'schen) Wirthschaft zu schaffen, lehnte sich dabei über die Fensterbrüstung hinaus, bekam aber das Uebergewicht und stürzte kopfüber in den Hof. .

Die ..Ämerilia."

Gewaltige Dimensionen deö neuen deutschen Nicscndampfcrs. Moderner Leviatyau 2c Amerika" in Vergleiche lni, dem Kölner Tora Länge, Breite und Tiefe des Ozcanriesen-Monü-mentalwerke alS Pygmäen. Wer eins der modernen Riesenschiffe, die in immer größerer Anzahl die Meere durchqueren, auf dem Wasser liegen sieht, empfängt trotz aller Größe des Anblicks doch nicht den vollen Eindruck von der Mächtigkeit desDampfkolosses. Um den stärksten Eindruck nach dieser Richtung hin zu haben, muß man ein .solches Schiff im Trockendock sehen, wo kein Wasser die Hälfte seines Körpers verbirgt. Der Schnelldampfer, der sich in seinem Elemente wiegt, nimmt überdies auch durch die aefällige Form seiner technisch schönen Linien und durch die vollendete Leichtigkeit feines .Schwimmvermögens viel von dem unmittelbaren Eindruck des Kolossalen hinweg. Beim Stapellauf eines solchen Schiffes scheint es zunächst, als wollte die zu Wasser stürzende Masse des stählernen Schiffsleibes in ihrer furchtbaren Schwere unaufhaltsam auf den Grund rennen, dann kommt ein Augenblick, da die aufgewühlte Fluth das Ungethüm gleichsam mit gewaltigen Armen umspannt und zum Stillstand gezwungen hat, um es alsbald mit einer wahrhaft imponirenden Kraft und Leichtigkeit hoch aus dem Wasser zu heben. Ist das Schiff im Wasser- so muß man an Bord gehen, auf der Kommandobrücke stehen, in die Ladeschächte hinabblicken, durch die schier endlosen Flure zwischen den Kabinen schauen, um das ganze Gefühl von der Riesenhaftigkeit des Schiffes zu haben. Selbst unter den Einwanderern hat nicht Jedermann ein Schiff wie .Deutschland" oder Kaiser Wilhelm" Kölner Dom und Amerika." II." zu Gesicht bekommen, noch weniger beim Stapcllauf, auf der Werft oder im Dock. Unsere Leser wird die 'bildliche Darstellung interessiren, die zu dem Zwecke angefertigt worden ist, um die .Maße des demnächst größten, zur Zeit im Bau befindlichen Riefendampfers Amerika" der Hamburg-Ame-rika-Linie deutlich zu machen. Die Amerika" soll nach ihrer Vollendung in den Hamburg-New Forker Dienst eingestellt werden und der Beförderung von Frachten und Passagieren dienen. Ihre Abmessungen sind 673 Fuß Länge, 76 Fuß Breite, 53 Fuß Tiefe, 23,500 Vrutto-Registertonnen Rauminhalt. Das Schiff wird etwa 570 Reisenden in der ersten, 300 in der zweiten, 280 in der dritten Kajüte und außerdem 2300 Zwischendeckern Unterkunft gewähren. Nun zeigt unsere bildliche Darstellung die höchste Kirche der Welt, den Kölner Dom, und den Dampfer Amerika," hochgestellt. Das Schiff, 673 Fuß hoch, überragt den Kölner Dom, 518 Fuß, um fast ein Viertel seiner Länge, um genau 155 FUß. Die Berliner Siegessäule hat eine Höhe ton 202 Fuß. Man stelle das Hermanns-Denkmal des Teutoburger Waldes (188 Fuß) darüber, dann noch das Kyffhäuser-Denkmal (149 Fuß), und man hat noch reichlich Platz für das 115 Fuß hohe Niederwald-Denk-mal, bis die Schiffslänge der Amerika" ausgefüllt ist. Ein Eüterzng muß außer Maschine und Tender 26 Wagen lang sein, um vom Bug bis zum Heck der Amerika" zu reichen. Ueber die Schiffsbreite und Höhe belehrt die Hamburg-Amerika-Lmie, indem sie einen Querschnitt des neuen Dampfers vor ihr neues Hamburger Geschäftshaus stellt, einen 161 Fuß breiten und 83 Fuß hohen Bau. Da nimmt die Schlffsbreite fast'die Hälfte des machtvollen Hauses ein, bis fast an den Dachfirst reicht die Höhe .des Schiffsrumpfes ohne die Deckaufbauten, und um gut die Hälfte der e bäudehöhe erheben-sich die Schornsteine des Schiffes über das Dach des Ee schäftshauses hinaus. Zweifellos zeigen diese Bilder so gegenständlich als nur irgend möglich, bis zu welcher Mächtigkeit der moderne Schiffbau g?diehen ist. In Texas gibt es Weidegründe von mehr als 1,000,000 Acker Ausdey nung.

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Der Cylinderhut. Humoreske von C. A. Henning. Der Mensch soll nicht eitel sein, das ist ein alter Weisheitssatz. Aber er ist es dennoch und diese Erfahrung ist ebenso alt. Eines Tages kam mein Freund Ludwig aus irgend einem Provinzstädtchen nach der Residenz, um bei irgend einer Excellenz wegen irgend eines dienstlichen Kummers persönlich vorstellig zu werden. Leider aber war Excellenz nicht zu Hause, und mein Freund mußte also unverrichteter Sache wieder abfahren. Du könntest aber so gut sein", sagte er beim Abschiede zu mir, und mir in der Zwischenzeit meinen Cylinder aufheben. 53 ist so unbequem, ihn auf der Eisenbahn mitzuschleppen; wie leicht kann etwas dran kommen, und dann ist er beim Teufel. Ich habe ihn aber erst vor vierzehn Tagen gekauft, und er hat mich baare zwanzig Mark gekostet. In vier Wochen komme ich ja ohnedies wieder!" Und damit stellte er in der selbstversiändlichen Annahme meiner Zustimmung die bekannte komische Pappschachtel auf meinen Tisch und ließ mich mit ihr allein. Ich hatte niemals in meinem Leben einen Cylinderhut besessen. Denn erstens war ich noch nie in die Lage gekommen, einen solchen zu brauchen, und zweitens hatte ich kein Lberflüssiges Geld für diesen Luxus. Nichtsdestoweniger aber hatte ich oft genug meine Freunde beneidet, wenn sie am Sonntag Vormittag mit einer solch glänzenden Kopfbedeckung paradirten; denn die Welt liebt den Schein, und in einem eleganten Cylinderhut scheint" man sehr viel. Das erste also, was ich that, nachdem mein Freund die Thür zugemacht hatte, war, daß ich meinen Gehrock anzog und dazu den Cylinder aufprobirte. Er stand mir Prächtig! Nie hätte ich geglaubt, daß sein Kleidungsrequisit einen Menschen so zu seinem Vortheil verändern könnte. Und da hatte mich auch schon der Eitelkeitsteufel beim Kragen! Denn nicht zufrieden mit dem Erfolg in meiner stillen Klause, wartete ich voll Ungeduld auf den kommenden Sonntag, um mich all meinen Freunden in dem erborgten Glänze zeigen zu können. Und als dann der Sonntag kam, kam mir gleichzeitig eine Idee. Ich verkehrte nämlich ab und zu bei einer Familie, einer Wittwe Namens Maier und ihrer Tochter Hildegard. Wir hatten oft Ausflüge mitsammen gemacht, hatten uns gemeinsam an Tanzunterhaltungen und dergleichen betheiliqt, und wenn sonst kein Anlaß zu einem Zusammentreffen vorlag, so machte ich kurzer Hand meinen freundschaftlichen Besuch. Für solch eine Gelegenheit kam mir nun der Cylinder meines Freundes wie gefunden. Damit konnte ich bei Fräulein Hildegard gewaltig Eindruck fchinden". Wie ich so auf dem Wege zu der Maier'schen Wohnung dahintänzelte, fiel mir ein, daß mir mein verändertes Exterieur noblesse oblige die Verpflichtung auferlegte, den Eindruck meiner Erscheinung durch einige zu überreichende Blumen zu vervollständigen. Und so trat ich denn in einen Laden und taufte ein paar prächtige Rosen. Die Damen waren beide zu Hause, wie mir das Dienstmädchen versicherte, doch als ich in den Salon trat, traf ich daselbst nur Frau Maier allein. Sieh da, der Herr Candidat", sagte sie mit einem kurzen staunenden Aufleuchten in ihrem Blick. Wir hatten schon immer erwartet, Sie wieder einmal bei uns zu sehen." Sehr verbunden gnädige Frau", erwiderte ich. Einer solchen Güte gegenüber kann ich es ja nur als eine lange vernachlässigte Pflicht " O, bitte recht sehr, Sie erweisen uns eine hohe Ehre damit, mir und meiner Tochter " (Was der Cylinder nicht alles ausmachte! Ich sah es ganz deutlich, wie der Blick der Frau Maier abwechselnd auf diesen und auf meine Blumen fiel.) Sie machen mich stolz und glücklich zugleich, gnädige Frau", erwiderte ich mit soviel ausgesuchter Höflichkeit, als es ein funkelnagelneuer Cylinder nothwendig macht. Wenn ich so kühn sein dürfte zu hoffen, daß dem gnädigen Fräulein mein Besuch ebenso angenehm und zum Zeichen ihrer Gunst diese Blumen " Aber natürlich, Herr Candidat ich werde sie gleich rufen. Hil de ga a ard!" Ich hatte mich inwischen auf einen Fauteuil niedergelassen, den Cylinder auf den Knieen, die Blumen nachlässig über die Krempe gelegt. Ich war ganz ersichtlich in den Augen der Frau Maier um hundert Prozent gestiegen und war voll Dankes gegen meinen' Freund Ludwig, der mir indirekt zu diesem Erfolge verholfen hatte. Jetzt öffnete sich aber die Thür und Fräulein Hildegard erschien. Auch bei ihr galt ein erster bewundernder Blick meinem 'Hut, ein zweiter den Blumen, und dann übergoß eine tiefe Nöthe ihr ganzes Gesicht. Sie war zu meiner großen Genugthuung von einer sichtlichen Befangenheit, sie lag ganz im Banne meines Cylinders, doch die würdige Frau Mama

half ir alsbald daraus. Denke Dir, Hilda, die Ehre und die Freude! Der Herr Candidat ist gekommen, um . Dich um Deine Hand zu bitten." Ein Blick voll.schwiegermlltterlicher Zärtlichkeit traf mich, meinen Cylinder und die Blumen, während Fräulein Hildegard Miene machte, mir um den Hals zu fallen. O, Kunno", lispelte sie, ich habe Dich schon immer geliebt!" Ich äh Frau Hildegard Fräulein Maier das' ist der Hut gehört ja gar nicht mir Fräulein Kunno irrt sich " Na, na, lieber Schwiegersohn, nur nicht so befangen", begütigte Frau Maier, und dann sagten sie immer abwechselnd die Tochter etwas und die Mutter etwas und ich vielleicht auch, doch wußte ich nicht was, und erst als ich mich wieder auf der Straße befand, den unseligen CylinderHut im Nacken wie ein verspäteter Ballgast am Aschermittwoch, da kam mir allmählich zum Bewußtsein, welch tückischen Streich mir das Schicksal gespielt hatte. Ich bei meinen Grundsätzen und last not least bei meinem schmalen Einkommen ein Ehecandidat?! Das war ja unmöglich! Ich mußte das MißVerständniß so schnell als möglich aufklären, ehe es ruchbar und mir ein Rückzug unmöglich wurde. Aber trotz alledem die Blamage und der Aerger! Und das alles von dem dreimal verwünschten Cylinder! Hätte er mir gehört, ich hätte ihn mitten auf der Straße in tausend Fetzen zerrissen, aber zum . Glück gewann meine Vernunst noch rechtzeitig die Oberhand über mein Temperament. Doch Zorn und Aerger hatten mir gleichwohl die Kehle so ausgedörrt, daß ich kein lautes Wort hätte hervorbringen können. Ich trat deshalb in ein nahegelegenes Restaurant und ließ mir eine Flasche Wein geben. Hastig stürzte ich ein paar Gläser hinunter, und meine Erregung ließ etwas nach. Dafür aber packte es mich von der moralischen Seite, und in grausamer Selbstironie ob meiner Eitelkeit und deren Folgen ging ich mit mir ins Gericht. Nachdem dies zur Genüge geschehen war, dachte ich ans Fortgehen und wollte nach meinem Hute greifen allein, er war nicht mehr da! An seiner Stelle hing ein verwaschener und zerrissener Tirolerfilz am Nagel, auf den sich nunmehr meine Blicke eine Zeit lang in schmerzlicher Resignation richteten. Also gestohlen! Der Hut meines Freundes Ludwig gestohlen! Von ruchloser Hand o! Mit wilder Hand packte ich endlich den Wildschlltzendeckel, der mehr zu meinem Innern als zu meinem Aeußern paßte, stülpte ihn auf den Kopf und eilte meiner Wohnung zu. Dort schrieb ich im Laufe des Nachmittags zwei Briefe; den einen an Frau Maier, meine verflossene Schwiegermutier, den anderen an die Firma in der Provinzstadt Ludwigs um einen Cylinder No. 54 gegen Nachnahme. Denn wenigstens Ludwig sollte von meiner Blamage nichts erfahren.

EinensonderbarenPolizeicommissär hat die Gemeinde Boom bei Antwerpen. Ueber den Mann, der Rutsaerts heißt, cirkulirten schon seit längerer Zeit allerlei seltsame Gerächte äußerst delikater-Natur. Die vorgesetzte Behörde sah sich veranlaßt, den excentrischen Beamten auf einen Monat zu suspendiren. In einer der letzten Nächte jedoch leistete sich der Herr Polizeicommissär einen neuen Streich, der wohl seine sofortigeAmtsenthebung zur Folge haben dürfte. Um Mitternacht wurden die Bewohner der Rue de l'Eglise durch laute Hilferufe auö dem Schlafe geschreckt. Diese rührten von zwei Frauen her, Mutter und Tochter, die in der Straße als Modistinnen etablirt sind. Beide waren im Hemd aus dem Fenster gesprungen, well sich Einbrecher in ihrer Wohnung befinden sollten. Eine Anzahl Nachbarn drang darauf in Begleitung des Gem:indedieners in das Haus ein und fand dort unter dem Ladentisch versteckt den Polizeicommissär, der vom Hof her in die Wohnung eingestiegen war. Was er dort wollte, wird die von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Untersuchung ergeben. Lillian Russell's japa. nischer Wachtelhund hat, wie aus Saratoga, N. F., berichtet wird, ein dia mantenbesetztes Halsband, hal $1800 kostet. Es ist ein Geschenk des Millionärö Jesse Lewisohn. der zu den eifrigsten Verehrern der schönen Lillian gehört. Die Schauspielerin hält von ihrem Hund sehr viel und läßt ihn niemals außer Augen. Nur Herrn Lewifohn gestattete sie zuweilen, mit dem Thier spazieren zu gehen. Auf einem solchen Spaziergang kam Lewisohn kürzlich an einem Juwelierladen vorbei. Einem plötzlichen Antriebe folgcnd, ging er hinein und fragte nach einem diamantbesetzten HundehalLband. Das hatte der Juwelier nun zwar nicht, aber er schlug vor, ein Armband um den Hals des Thieres zu thun. Herr Lewisohn war so entzückt von der Idee, daß er ohne Murren den geforderten Preis von $1800 bezahlte.