Indiana Tribüne, Volume 28, Number 17, Indianapolis, Marion County, 12 September 1904 — Page 7
Jndlana Tribüne, 12 September 1904
A i
e Uomsn von Anton Freiherr v. Pcrfall i 0 o--o --0 - (Fortsedung. ,Jm Namen des Gesetzes löse ich die Versammlung auf!" erklärte der Mann fest und ruhig, indem er die dunkle Dienstmütze mit dem königlichen Wappen aufsetzte. Das wirkte! Man kannte die Folgen jedes weiteren Widerstandes. Verdrosfenes Gemurmel nur eine Stimme rief laut: Der Doktor soll leben!" Alle Köpfe wandten sich danach; als man aber Alban 'erkannte, der auf einen Stuhl gestiegen und den Hut schwang, da brach man in ein helles Gelächter aus. Alban wurde es schwarz vor den Augen, selbst der Doktor winkte ihm lächelnd ab. Da 'legte sich eine Hand auf seine Schulter. Komm, Vua!" flüsterte es in fein Ohr, und die Hand zog ihn herab. Ohne Widerstreben folgte er ihr es war der Fremde. Er hatte seine Kraxe auf dem Rücken und die Klinke der Thür schon in der Hand, die dicht neben dem Tisch in das Freie führte. Es war eine milde Nacht. Feucht blinkten die Sterne am schwarzen Firmament. Oben im Werk leuchteten alle Fenster. Der Fremde mit der Kraxe ging wortlos voraus, bergan. Wohin, Mann?" fragte Alban. Da, wo Du hingehst,- erwiderte der Alte fortschreitend. Also zum Wachter willst Du?Dem Fremden gab es einen Riß zur Seite, daß die Kraxe krachte. Er blieb stehen und wandte sich. Du bist doch beim Rohrbacher?" Da war ich, bis ich's nimmer erlitten hab bei ihm, jetzt bin ich beim Wachter, gleich da linker Hand" Du? Beim Wachter? Da linker Hand? Sag ja, ja" Der Fremde schwankte wie ein Trunkener, und der Kasten auf seinem Rücken schien ihn erdrücken zu wollen. Komm nur mit, Du kannst in mtu ner Kammer schlafen unter dem Dach" erklärte Alban. Schläfst Du in der Kamme? unter dem Dach?" Die Stimme des Fremden klang jetzt wie geborsten. Du red'st ja, als wenn Du sie kennen thatst," saaie Alban. Ich? Wie" soll denn ich? Geh nur, Vua! Geh nur! Ich find schon ein Quartier." Der Fremde bog ab zum Steg, der über den Rohrbach führte, und tauchte in der Finsterniß unter. Alban blieb stehen und griff sich an den Kopf. Was war das? Wie erschrak er, als er vom Wachter die Schirmmütze und zum Rohrbacher geht er ist er's, oder ist er's nicht? Und wenn er die ganze Nacht wachen mifß beim Rohrbacherhof, auskommen soll er ihm nicht. Alban sing, über den Steg, öffnete dorncyttg vaö Gatter, xtx noyrvacherhof war trotz seines neuen Aufputzes wenig verändert. Alban kannte jeden Winkel darin. Wenn der Rohrbacher den Fremden überhaupt vorließ, so waren sie in einem der unteren Zimmer, nach der Bergwerkseite. Kein Laut nur der Hund winselte leise, als ob er einen alten Freund wittere. Der Fremde war also im Haus. Im vorderen Zimmer brannte Licht. Alban schlich sich an das Fenster. Die weißen Vorhänge waren zugezogen, keine noch so kleine Oeffnung war gelassen. Der unförmliche Schatten eines Mannes zeichnete sich ab. Es war Alban, als ob ihn der Mann . mit dem Kasten warf. Eine Stimme war gedampft hörbar, einmal wurde sie ver ständlich. Ein scharfes Nein" der Rohrbacher sprach es aus. Zweimal wiederholte er es, dann erhob sich der unförmliche Schatten, bewegte sich hin und her, wurde kleiner. Bleib! Was verlangst?" Der Rohrbacher sprach es. D:e Antwort war unverständlich. aber feinen Namen glaubte Alban zu hören. Dann war es, als ob ein Schrank geöffnet wurde Geldgeklim Per ganz deutlich. Jetzt marsch! Und laß Dich nimmer sehn sonst alles hat sein End. Noch einmal, und i schwör Dir " Der Schatten bückte stch und verschwand, eine Thür fiel zu. Es war die höchste Zeit für Alban. Der Kopf glühte ihm. Er war es! Und was noch dahintersteckte, das muß er jetzt erfahren . eher laßt er ihn nicht er hat ein Recht darauf. Rasch eilte er vor das Haus. Eben noch sah er die Gestalt des Fremden im Dunkel verschwinden, auf dem Weg nach dem Bergwerk zu. Vorsichtig schlich er nach. Der Weg verengte sich e:ne Zeitlang zwischen zwei Hügeln, um dann auf dem großen, von den Grubengebauden umgebenen Platz zu munden. Es war stockdunkel, nicht die Hand vor den Augen war zu sehen. Hier mußte er ihn stellen, hier konnte er ihm nicht ausweichen. Jetzt war er dicht hinter ihm. er hörte seinen schweren Athem. Alban faßte nach ihm und bekam den Lederriemen des Kastens in die Hand. Der Mann stieß einen Ruf des Schreckens aus und machte einen vergeblichen Versuch, auszureißen. Du bist der Rosnermartl?" fragte Alban. Er fühlte das Zittern des Arms,, den er hie.lt. .
Das Gcfch der Erd
Und wenn ich's bin, was nacher?" Dann bist Du mein Vater?" flü-
sterte Alban. Das könnt em jede? sagen," Es wird's aber keiner sagen, der nicht muß Alban heiß ich, beim Wachter bin ich Knecht." Der Arm, der sich erst sträubte, wurde immer kraftloser. Kennst ihn net, den Wachter? Aber seinen Vater hast doch kennt der um gebracht worden ist mit emer Hacken. Den hast Du kennt." Der Mann wehrte sich vergeblich gegen den rauhen Griff Albans. I weiß rn schon alles! Aber von Dir will ich's hören, eher laß i Dich net. Bin ich der Sohn eines Mörders, oder bin ich es net? No, wenn Du's net anders haben willst, eh ich mich von Dir erwürgen laß " keuchte der Alte unter dem immer krampfhafter sich schließenden Griff Albans. Ja, Du bist's!" Alban stieß einen zähen Schrei aus. Der Alte prallte, plötzlich losgelassen, gegen die Böschung des Wegs. Aber net ich allein, hörst Du. Alban Du mußt mich hören Alban, net ich allein der Rohrbacher" Alban faßte von Neuem seinen Arm. Der Rohrbacher red weiter was ist mit dem Rohrbacher " In dem Augenblick traf greller Lichtschein die Köpfe beider. Was ist denn da los? Ei sieh da, der Herr Alban." Alban blickte in das Gesicht des jungen Lüdemann, ihm dicht zur Seite ein anderes, das ihn völlig verwirrte: das Gesicht Nesnls, und dahinter tauchten noch andere auf, er erkannte Anderl und die Lüdemannstochter. Reserl lachte und war bester Laune, ein Duft von Blumen ging von ihr aus und während er vergebens um Fassung rang, entglitt der Entsetzliche seinen Händen und verschwand vor seinen Augen in der Nacht, während er geblendet, von Scham und Schande erfüllt, vor der glänzenden, helle Lebenslust athmenden Gesellschaft stand. Was hat er denn so Entsetzliches angestellt, der Alte?" fragte Franz Lüdemann. Was Ihr gleich streng seid! Und wcnn man Euch nur mit dem kleinen Finger anfaßt, ist aleich der Henker los." Hat er nich! einen Namen genannt Rohrbacher " fragte Anderl. der jetzt, in städtischer Kleidung, für Alban nichts mehr gemein zu haben schien mit diesem Namen. Ja, den hat er genannt," sagte Alban berausfordernd. viun, und wie kam er dazu?" fragte Anderl. Doch ganz einfach," meinte Franz. Dein Vater wird ihm den Weg gewiesen haben, dem Strolch!" Das Wort zündete in Alban. In dem Augenblick fühlte er sich diesen Männern gegenüber als der Beschützer des Elenden, den er selbst eben fast zu Tode gewürgt. Da irren Sie sich, Herr, der Strolch hat ein altes Recht auf den Rohrbacherof, das Sie ihm mit allem dem Zeug Da oben net ablösen können" Jetzt gehn wir, Anderl, jetzt käm er in das ricktiae Fahrwasser." bemerkte franz. Könnte für Damen noch recht unerquicklich werden." Doch Resl hörte nicht darauf, zog den Arm aus dem ihres Begleiters und trat zu Alban. Ihr Gesicht, von blonden Locken umgeben,' leuchtete so frisch und lieblich wie je aus der rothgefütterten Kapuze, die sie auf den Kopf gestülpt hatte. Alban, sei nicht so bös. ich kann ja nichts dafür, daß Du den Hof verlassen; wär net g'schehen, wenn ich zu Haus g'wesen wär. Weißt schon, war ja oft so. Ein rechter Starrkopf bist Du! Bist Du mir auch bös? Warum denn? Können doch nicht alle Leut traurig sein. Willst wieder kommen? Soll ich es machen? Ja? Thät mich selbst freuen. Du g'hörft ja zu uns, so lang ich denk. Willst? Ja? Dann red ich mit dem Vatr." Alban sah wortlos auf das liebliche Gesicht im grellen Licht der Laterne. War es denn möglich? Noch nie fühlte er deutlicher die Kluft, die sich zwischen Resl und ihm geöffnet, als bei diesen vom Mitleid diktirten Worten. Und doch übertönten sie alle die Stimmen des Hasses, die ihn augenblicklich durchzitterten. Er sagte: Jetzt lassen wir's schon, wie's ist. Ich dank Dir schön. Resl!" Dann verschwand das lichtvolle Bild in der Nacht, nur ein Schein gaukelte weiter dem Hof zu, nur ein paar Worte tönten noch herüber es war des jungen Lüdemann Stimme: Armer Teufl!" Sie wirkten wie ein Stoß in's Genick. Alban taumelte förmlich vorwärts darunter, dem Hof zu. Die Gesellschaft betrat ihn eben in heiterster Laune. Die Thür fiel in's Schloß. Alban besann sich. Rechi hat er ja, der Herr, und ob er ein armer Teufel war es gab heute Nacht nur noch einen ärmeren in ganz Rohrbach, und den will er jetzt aufsuchen den Mann mit der Kraxen! Er fand ihn aber nicht, trotzdem er alle Kneipen durchstöberte und überall nach ihm fragte. Niemand hatte ihn gesehen. 6. K a p 5 t e l. er Rohrbacher hatte sich das doch anders vorgestellt: glatter, rascher im Erfolg. Wenn man schon das baare Geld ausgräbt! Da war ja nie Geld zu sehen, im Gegentheil, jeden Augenblick war eine Nachzahlung nothwendig. Freilich mußte es einmal kommen, bald sogar, und der Werth wuchs in's Unermeßliche, 'aber wenn man'Z halt nicht
hat? Dann muß der Lüdemann vor-! schießen, auf sein Konto schreiben, und j die Rechnung wird immer größer. Ganz umsponnen hat er ihn schon. Dabei muß man doch auftreten, was draufgehen lassen. Dieser Punkt gewann für Pankratz eine bedenkliche Bedeutung. Alle alten Rohrbacherleidenfchaften regten sich. Die Traumbilder seines ganzen früheren Lebens drängten zur Verwirklichung. Sie waren nichts weniger als ausschweifend, ja, es waren eigentlich immer nur zwei, um die sich alle Dinge gruppirten: stolze Rösser, vor feschen Wagerln, und eine Jagd, die sich sehen lassen kann, Gems und Hirsch nach Verlangen, wie halt die großen Herrn. Was die Jagd anbetraf, zeigte er eine Energie, die ihm sonst völlig fremd war. Da gab es kein Hinderniß, keine Schwierigkeit, die er nicht überwand, keinen Bauernkniff, den er nicht kannte, um zum Ziel zu gelangen, binnen einem Jahr war die Jagd der ganzen Gebirgskette in den Händen Lüdemanns. Und so wenig Interesse dieser 'auch an der ganzen Jägerei hatte, so schmeichelte ihn doch das Bewußtsein dieses viel beneideten Besitzes. Außerdem hatte er wenigstens eine Verwendung für den Rohrbacher, der von da ab sich keinen Deut mehr um das ganze Werk kümmerte und den Oberjägermeister spielte. Der Hof glich jetzt eher einer Försterei. Die Front über den Altanen schmückten Geweihe, auf. der Seitenwand prangte an Stelle des ehemaligen Florian mit dem brennenden Haus ein Hübertus mit dem weißen Hirsch, an den Stall schloß sich ein Hundezwinger, in der Remise stand ein flotter Jagdbreak. Und der Rohrbacher selbst hatte sich seiner Umgebung fleißig angepaßt. Er ging nur mehr in Jägertracht, streng berglerisch, aber doch bereits mit dem Kavalierschnitt, wie er ihn an den Jagdgästen Lüdemanns beobachtet. Die Roßalm war zwar noch in seinem Besitz, aber nicht mehr bezogen, sehr einfach, weil er einen Futterstadl für das Hochwild oben errichtet und er auf diese Weise von Lüdemann die doppelte Rente herausschlug. Dafür war aber ein Geschäft in Aussicht, für das der alte Rohrbacher ibm sickerlick 0 verziehen hätte. Der Wachter wackelte bedenklich. Seine fortgesetzten Prozesse hatten ihn. nicht nur ruinirt, sondern zuletzt auch noch dem Enteignungsgesetz überantwortet, von dem Lüdemann, beständig durch Schadenersatzklagen belästigt, nun rücksichtslos Gebrauch machen wollte. Dann fiel das Wachteranwesen dem Bergwerk zu, und er konnte sich davon an Grund nehmen, was er wollte, und zum Rohrbachhof schlagen, das war dann nur mehr Sache zwischen Lüdemann und ihm. Es war jetzt alles im besten Gang. Der Alban war glücklich aus dem Haus, eine Schwierigkeit, die er sich viel größer gedacht. Da tauchte auf einmal der Unglücksmensch auf, der Rofnerrnartl; mitten in der Nacht kam er ihm
auf den Hals. Erst wies er ihn kurz ab. Was er ihm denn nachweisen könne, als daß er ihn durchwischen ließ. aus Mitleid für feinen Buben. Ader das Schlimme war, er konnte ihm etwas nachweisen: daß er nach der unseligen That baare zweihundert Gulden von dem Rohrbacher ausbezahlt bekommen hat als Reisegeld, als Schweiggeld, als Vlutlohn, alles gleich das konnte man nehmen, wie man wollte, und man wird es schon richtig nebmen. Was aber das Schlimmste war. der Schuft verstand es trefflich, den Alban auszuspielen, ihn als sttts drohendes Gespenst vorzusetzen. Wenn der Bursch um die Sache weiß, ist er verloren, in seinem eigenen Haus nimmer Herr. Die nächsten Tage hielt er vorsichtig Umschau nach Alban. Er war nicht zu sehen, aber Afra kam ihm in den Weg. Da erhielt er eine Auskunft, von der er nicht wußte, was er davon halten sollte. Alban war den andern Tag nach dem Erscheinen des Alten auf die Weißalm gezogen, um für den Sommer oben zu bleiben. Wird ihm die Luft schwer worden sein herunten," meinte Afra. Ich weiß net, Du kommst mir auch so vor, als ob Dir der Athem schwer ging!" . Das wüßt ich net." erwiderte der Rohrbacher, man muß sich nur nicht immer gegen den Wind stellen wie Dein Vater nacher schnauft sich überall leicht. Was spreizt er sich denn so? Das laßt sich ja alles im Guten machen. Auf das Geld käm es uns ja net an baar ausbezahlt den ganzen Kram. Also!' Die Welt ist groß, im Land draußen bekommt Ihr ein Rittergut um das Geld " Oder gleich nach Amerika noch lieber, gelt, Rohrbacher," erwiderte Afra mit höhnischem Lachen. Daß .eine Ruh ist für alle Zeiten damit meinst Du! Da kennst Du aber den Wachter schlecht. Noch ist es nicht aus." Damit ließ sie ihn stehen. Da -hatte man den deutlichsten Beweis, daß es mit den Leuten im Guten nicht ging. So mußte es anders gehen. Unter einem andern Dache hält er es doch nicht aus, der Wachter also muß ihm das Dach genommen werden. Naus muß er, eher war kein Friede für ihn in Rohrbach. . Auf der Weißalm saß der Alban, eigentlich wollte er gleich den andern Tag nach der Begegnung mit dem Rofnermartl seinen Dienst beim Wachter kündigen, in dessen Haus nach den Erfahrungen der Nacht kein Bleiben mehr für ihn fein konnte. Aber das ging nicht so leicht. Ob :r glaubt, es wäre schon dahin mit ihm.
memfe miffirauisch ier Wachter, und auch Afra sprach von den Ratten, von denen es heißt, daß sie ein Schiff ver-
lassen, wenn es an s Sinken kommt. Ja, er glaubte zu bemerken, daß er ihr ernstlich weh that damit. Da war es aus mit dem ganzen Vorsatz. Wenn sie auch nichts anderes zusammenführt als der gemeinsame Kummer, sie waren doch Freunde geworden inmitten des Schweigens im Wachterhaus, das suhlten sie Beide. So nahm er den Vorschlag des Wachters, auf die Weißalm zu ziehen, auf der allerhand Vorarbeiten nothig waren, an. Wenigstens war er aus der Kammer erlöst, in der es ihm das Herz abdruckte. In der Einsamkeit da oben legte er sich das Erlebte zurecht. Es war nichts Gewisses, und doch genügten die Aeußerungen des Rofner vö!lig, um ihm em-klares Bild von der ganzen Geschichte zu machen. Der Verworsene war ein Werkzeua m den Händen des Rohrbachers kein Zweifel! Der wahre Schuldige war dieser, der jetzt im Glück steckte, während der andere heimathlos umherirrte wie ein gehetztes Wild. Das war eine der graufamsten Ungerechtigkeiten, von denen er sich von Jugend aus umgeben sah. Die ganze Welt da unten erschien ihm im feindlichen Licht. Das Wachteranwesen unterminirten sie von allen Seiten, um den Alten auszutreiben. diese Lüdemanntochter nimmt der Afra i ex- c i r i t l s"l - ? oen A.noerz, oer iyr geyori qai mu mo und Seele und dieser windige Franz! Da hielt er inne das war nicht wahr die Resl Ware Nie für ihn gewachsen gewesen das lustige Ding und er der traurige Bursch mit dem Schandsleck, den er herumtragen muß sein Lebtag nein, der Mensch hat ihm nichts genommen, einfach weil ihm nichts zu nehmen war. Doch diese Schlußbetrachtung stimmte ihn nichts weniger als milder im Gegentheil gab es denn für ihn und seinesgleichen noch was anderes als Kampf mit der ganzen Welt da unten? Wer weiß, wie lang die Weißalm noch dem Wachter gehört. Unterdeß laßt sich ja da heroben ein wenig Krieg führen! Warum denn nicht? Das war ja alles eins! Was braucht d:r Lüdemann die ganze Jazd weit und breit? Der Gedanke erfaßte ihn so, daß er fast eine Pflicht gegen sich selbst darin sah, ihn auszuführen. Das Blut des Vaters rührte sich wieder in ihm. Es fielen in der nächsten Woche wiederholt Schüsse im Lüdemann'jchen Jagdrevier. Der Krieg Albans yatte in den Bergen begonnen. Der Hochvog! hatte jetzt, seitdem die Roßalm leer stand und nur im Winter als Futterplatz verwendet wurde, einen reichen Hochwildstand, während das Geiskar, das die Weiß- von der Roßalm schied, von jeher ein hervorragender Eemsplah war: das war jetzt alles Lüdemanns Revier, wohin es den Alban am meisten zog. Aber Alban war vorsichtig und verschlagen. Er war der Bauernjäger, der vom Wachter dem 5kaadbesiker auf der Weißalm, seinen Erlaubnißschew hatte, welter nichts. Nächste Woche war große Herrenjagd bei Lüdemann. Das hatte man ihm pünktlich zugebracht, Tag und Stunde und den Jagdplan, den der Rohrdacher ersonnen. Da galt es, zuvor das Revier tüchtig zu beunruhigen. Jeder Erfolg machte sie noch begehr licher, und die Weißalm ist dem Rohr bacher schon lange ein Dorn im Auge. Zweimal hatte er schon eine erfolgreiche Streife unternommen, das Hoch wild auf dem Hochvogl so beunruhigt, daß kein Stück mehr darin stand. Heute war ein regnerischer Tag, die Nebel brauten auf der Alm das rechte Wet ter. um das Geiskar auszuleeren. Sie sollten nur kommen mit dem ganzen Troß, keine Schale sollten sie mehr finden. Er sperrte die Alm zu und stieg aufwärts der Schneid zu, singend und pfeifend, mit dem Bergstock absichtlich aufstoßend. Vorher bog er abseits in die Latschen und holte aus sicherem Versteck den Stutzen. Lautlos schlich er dem Grat zu, trotz des Nebels, der ihn wie ein schützender Mantel umgab, jede Deckung benutzend. Der Kessel des Geiskars lag vor ihm. Ein kalter Wind zog herauf. Er horchte alles still! Wenn er das Gemswild austreiben wollte, mußte er es bei dem Wind direkt angehen, sonst rührte es sich nicht. So stieg er eine wohlbekannte Scharte hinab, bis auf den Jagerfteig, der nngs durch die Wände des Geiskars führte. Da wurde Wild flüchtig, der Sems pfiff ertönte, wurde da und', dort erwidert. Bald war der ganze Kessel glücklich ausgetrieben, und zwar, wie Alban aus dem Geräusch des abgehenden Gerölls deutlich hörte, nahm die Flucht des Wildes die Richtung nach dem Weißalmrevier. (Fortsetzung folgt.) KaMntrr. Zahnarzt (nachdem er eme halbe Stunde an dem kranken Zahn herumaebobrt hat): Jetzt ist die Sprechstunde für Unbemittelte zu Ende, t- . . .11 mein Herr; wenn icn weiier zieqcn rrr ri.it; enft sst tnitfiVrr uu, lujitt gwci jutuit, i.tuv Sie moraen wiederkommen! (Gixx idealer Geldvriettrager. Studiosus: Haben Sie kein Geld für mich?"-G e l d b r i e f . träger:' Nein, aber ich könnte dem Herrn Studiosus etwas pumpen." ,
Im Wein liegt Wahrheit. In seinem Journal d'un Baude velliste", das diesmal von den Gcnüssen der französischen Küche handelt, erzählt Ernest Blum von einem lustigen Diner mit dem Komiker Dupuis:
Während der jugendliche Liebhaber meist sehr wenig ißt, um seine ideale Schlankheit stch zu erhalten, ist der Komiker gewöhnlich ein Freund der guten Küche. Auch Jos6 Dupuis, der feine Humorist von dem Theater des Bari6t6s, war einer gutbesetzten Tafel nicht abhold und verstand stch sehr gut auf die Finessen der Kochkunst. Eines Tages hatten Albert Wolsf und ich ihn eingeladen, mit uns zu essen, um ihm dabei eine Rolle in einer Revue", die wir beide verfaßt, hatten, aufzuhängen. Wir setzten uns also in einem kleinen Restaurant fest und baten Dupuis, das Menu zu bestimmen. Dupuis bestellte und bestellte, so daß wir beide mit Beunruhigung an die Rechnung dachten, und Wolff mich leise tröstete: Wenn er nur erst in unserem Stücke spielt, dann schlagen wir auch diese Kosten mit raus!" Wir aßen dank der weisen Fürsorge Dupuis, der ein exquisstes Diner zusammengestellt hatte, wirklich glänzend; durch vas gute Essen aufgefrischt, durch die Weine ein wenig angeheitert, geriethen wir 'N eine mittheilsame Stimmung, während Dupuis seelenruhig ordentlich aß und trank, seine Kaltblütigkeit indessen völlig bewahrte. Wissen Sie." fing schließlich Albert Wolff an, M will Ihnen einen guten Rath geben. Lassen Sie stch von uns nicht einfangen; spielen Sie in der Revue" nicht, es ist nicht viel damit los, ste stammt fast ganz von mir!" Nein, von mir!" schrie ich dazwischen und schenkte mir ein frisches Glas Wein ein. Sie sind doch ein zu großer Künstler, um solch Schundzeug unter die Leute zu bringen. Das würde Ihnen keine Ehre ma chen." Ach," fing ich wieder an. man wird vielleicht gar meinen, die Dumm heiten seien von Ihnen." Sparen Sie stch lieber für die Lustspiele von Meilhac auf!" Und von Hal6vy." Wir müssen halt mit den kleinen Schauspielerinnen auszukommen suchen" Ich danke Ihnen, meine Herren," sagte nun Dupuis zu uns, Sie sind wirllich Ehrenmänner; ich wrd: Ihren Rath befolgen." Nun verlangte man die Rechnung, wobei uns beide ein leichtes ' Schaudern überlief. Und es war wirklich ein stattliches Sümmchen, das wir da angewandt hatten, um oen Mann von unseremStück abzuschrecken. Doch der große Komiker war auch ein Ehrenmann; er nahm den langen Zettel, auf dem alles aufgeschrieben stand, rasch an sich und sagte zu uns: Erlauden Sie! Da ich nun nicht spiele und Sie mir einen so vortheilhaften Wink gegeben haben, muß ich doch bezahlen." Und davon ließ er stch nicht abbringen. Eine so zarte Seele habe ich freilich nicht allzuoft, bei einem Schauspieler gefunden. . . ein östcrrc Hischer Ossizier wegen ffalscttungen flüchtig. Der Oberleutnant Stefan von Jekelfalussy vom 15. österreichisch-ungari-schen Husarenregiment, ein naher Äerwandter des Sektionschefs im Kriegsmarschallamt Ludwig v. Jekelfalusy, ist nach Amerika geflüchtet. Ueber die Gründe, die ihn zu diesem Schritt veranlaßten, wird folgendes gemeldet: Stefan von Jekelfalussy galt als ein begabter, schneidiger Offizier und ausgezeichneter Sportsmann. Allgemein war man der Ansicht, daß ihm eine glänzende Karriere bevorstehe. Er ergab sich jedoch bald der Spielleidenschaft und kam häusig aus seiner Garnison Gyoenygeyoes nach Budapest, wo er in den Unterhaltungslokalen wohlbekannt war. Größere Verluste im Turf- und Kartenspiel steigerten rasch seine anfangs geringe Schuldenlast. Als seine Lage unhaltbar zu werden drohte, verstand sich seine Familie dazu, seine Verpflichtungen in Höhe von 80,000 Kronen zu tilgen. " Bald nach diesem Arrangement wurveJelerfaluny nach Wien versetzt, wo er die Bekanntschaft einer Schauspielerin machte. Seine Apanage reichte nicht aus, um die Wünsche der Künstlerin zu befriedigen. Jekelfalussy trieb daher bei Agenten Geld zu Wucherzinsen auf. Bei mehreren Juwelieren wurden ihm Juwelen im Werthe von 20,000 Kronen kreditirt. Da seine Familie diese neuen Schulden nicht begleichen wollte, verlobte sich Jekelfalussy, um den Offiziersrang nicht zu verlieren, mit einem reichen Mädchen. Der Bräutigam aber setzte seine kostspielige Lebensweise fort und verkehrte nach wie vor mit der Schauspielerin.' Um zu Geld zu gelangen, scheute er vor Wechselfälschun gen nicht zurück. Er übergab mehreren berüchtigten Geldagenten Wechsel beHufs Eskomptierung, derenUnterschriften durchweg gefälscht waren. Jekclfalussy hoffte von der Mitgift seiner Braut die gefälschten Wechsel einlösen zu können. Die Verlobung wurde aber rückgängig gemacht, als man von .dem unsoliden Lebenswandel Jekelfalussy' Kenntniß erhielt. Er setzte nun du Verwerthung gefälschter Wechsel fort, und als der Verfallstag herangerückt war, befand er sich bereits auf der Flucht nach Amerika. Die von ihm durch Wechselfälschungen erlangten Summen sollen zusammen ungefähr eine halbe Million Kronen betraaen. Der Erzbischof Csaszka, Haupt der ungarischen Diöcese Kalocsa, ist gestorben. -
...Warum nicht ihr Heim.. anziehend machen, durch den Ge brauch eines
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