Indiana Tribüne, Volume 28, Number 14, Indianapolis, Marion County, 8 September 1904 — Page 7

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i Das Gcsrh Der Erde 1 I i i i liornan von Anton Frciherrn V.; Perfall 1 5-5--4955-(Fortsetzung.) Franz kam raWi wieder zur Besinnung. AIS er Afra näher betrachtete, schämte er sich wohl selbst der traurigen Nolle, die er eben gespielt. Senner Wetter! Ist das eine BrunhUd Deine Afra, Anden!" Bessy sah ihn sonderbar an. Sie Tochter vom Nachbar die Afra" erklärte Ändert ausweichend. 'Franz rüttelte sich gewaltsam auf. Er war groß und breit wie der Anderl, ein Reiter und Jäger, und jetzt packten ihn die Nerven und machten einen Schwächling aus ihm das verdroß ibn. ..Das kommt davon, wenn man so ein Mädl mitnimmt, ich mein Gott, :ch das Ware noch schöner ich nehm's mit jedem auf aber die Angst um Dich, Bessy, die ist mir in dib Beine gefahren, as hast Du in den Bergen zu suchen? Glaubst Du, die lassen sich von jedem mir nichts, dir nichts zwingen?" Ganz richtig," bemerkte Alban, der ruhig beobachtend im Winke! stand. Das lassen sie sich auch net " Ah, der Alban! Gar noch nicht gesehen," wandte sich Franz gegen Alban. Nichts?" Er machte eine Bewegung, als ob er nach etwas zielen wollte. 3 wußt net und noch weniger, wie Sie dazu kommen " erwiderte Alban abweisend. Mach doch keine Geschichten gefällt nur ja gerade nur zu ms ich wiederkomme, dann wirst Du mein Leibjäger und das arme Resl brauchte keine Angst mehr um Dich zu haben." Alban war sichtlich unangenehm berührt, fein Gesicht verfinsterte sich noch mehr. Von der also? Dann muß es wohl wahr sein" Ist es auch, mein Junge, und ich habe gar nichts dagegen, das gibt die Besten und ich will die Besten! Was kümmern mich die Kohlen nicht so viel aber die Jagd kümmert mich, die will ich haben weit und breit, Hirsch und Gems. Ja, das hätte ich bald vergessen, warum ich eigentlich zu Dir gekommen bin, Afra. Du sollst nam lich ein gutes Wort für mich oder vielmehr für meinen Vater einlegen betreffs der Jagd der Wachter kann viel machen m der Gemeinde." . Wer hat Ihnen denn das weisg macht, der Anderl vielleicht?" erwiderte Afra. Warum redt er denn net mit feinem Vater?"' wandte sie sich an Anderl. Der macht es schon, der macht ja alles! Der gibt alles her, Haus und Boden, Wald und Feld, Menschen und Vieher, 'naus bis zu den Wolken und 'nunter bis in die Höll, fein eignes Kind gibt er her wenn no wenn der Rechte kommt und Sie sind schon der Rechte verlassen Sie sich drauf Sie kriegen die Jagd." Afra führte Bessy in die kleine Stube nebenan, die nassen Kleider zu wechseln. In dem heimlichen Raum mit den bunten Heiligenbildern an der Wand, den gemalten Tassen und Bechern auf dem Gestell in der Herrgottseae, dem tadellosen, sauber aufgethürmten Bett, der nassen Kleider ledig, die ihren Körper frösteln machten, thaute Bessy rasch auf. Afra hatte etwas Mütterliches dagegen in ihrer bäuerlichen Schwere. Sie räumte die ganze Schublade aus, um die feinste Wäsche zu finden, und als zuletzt Bessy in ihrem ganzen Sonn tagsstaat vor ihr stand, im blaukarirten Spencer und rothen Flanellrock, da kam ihr selbst das Lachen, wie das so drollig faß auf dem zierlichen Körper; und Bessy hatte alles Leid vergessen, ihre Wangen glühten vor Vergnügen, sie konnte sich mcht satt sehen m dem Hand großen Spiegel an der Wand und überhäufte Afra mit der dankbaren Zart lichkeit einer Schwester, deren sich diese Nicht :m geringsten wehrte. Und die Ruhe da heroben in dem Stüberl gegen da unten puh! Sei froh, daß Du nichts weißt davon. Jammerschade ist es für Euer schönes Dorf, ich habe eZ dem Papa schon oft gesagt; wenn es nach mir ging, kein Loch ließ ich in eine Wiese graben. O, eine ganze Woche komme ich herauf zu Dir Du sollst mich schon lieb gewinnen. Bin ich nicht stark und gesund?" Dabei reckte sie die Arme von jugendlich herber Form. Afra war schon halb qewonnen. Qt tobt der Widerspruch der Wirklichkeit mit ihrer Erwartung wirkte günstig auf ne. Was that denn da der Anderl dazu sagen eine ganze Woche. Der Anderl. Warum?" Es lag eine solche Unbefangenheit in dem Ton, daß Afra m Verlegenheit kam. Na, i mein halt i könnt es ihm auch gar net verdenken " Afra schlug die Augen nieder, ihr Mund zitterte. Afra! Närrchen!" Bessy lachte herzlich. Allerdings, ich bin ja in sei nen Armen gelegen! Hat das recht ko misch ausgesehen? Und Du hast ae glaubt )Du warst eifersüchtig! O, ich weiß alles er hat kein Geheimniß vor mir brauchst Dich gar nicht zu schämen, Afra, mich freut das ja so, ich möcht gerne Eure gute Fee spielen, alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Wart es nur ab, bis ich wieder komme jetzt kennen wir uns ja. Was schaust Du denn so ernst?" Afra sah sie regungslos an, ihre Au-

gen waren feuchi plötzlich ergriff sie

beide Hände Bessys und küßte sie. .Aber A-ra!-Das war ich Ihnen schuldig, Fräulein i bin ein recht garstiges, g'hässi. ges Dmg. Ist ja mcht wahr, bist Du ja gar nicht ein bischen mißtrauisch seid Ihr wohl da herinnen das ist alles. Aber jetzt nicht mehr gegen mich nicht nicht wahr, Afra?" Afra druckte ihr die Hand. . Draußen am Herdfeuer erzählte Franz Lüdemann wahre Räubergeschichten. Er war jetzt wieder völlig munter und glaubte sich in den Augen Anderls und Albans gewissermaßen rechtfertigen zu müssen. Als.Bessy eintrat, sprang Anderl auf und sah sie mit unverhohlener Bewunderung an, auf ihn wirkte die Maskerade doppelt verführerisch. So wenn Ihnen der Herr Vapi sehen thä't. Die Alm müßt her," sagte er, den Blick mcht von dem Madchen wendend. Die paar Worte verdarben Afra wt der alles. Da thät er sich hüsch hart mit der Alm" Laß Dir nichts weismachen, Bess;,' bemerkte Franz. Du paßt nicht herein in das Zeug." Ich werde mich schon noch hincmwachsen in das Zeug, warte es nur ab. Nicht wahr, Afra! O, wir verstehen uns trefflich! Am liebsten blieb ich gleicn heroben und ließ Euch allein nach Rohrdach hmunterkraxeln. Wird uns auch nichts anderes ubriq bleiben bei dem Wetter als hier ble:ben," meinte Franz. Hast Du Platz für uns, Afra?" Bessy war außer Rand und Band über den Vorschlag. Nur müssen wir Botschaft an die Eltern schicken, die sich ont zu Tode angstigen. Der Anderl hat vielleicht die Güte" Der Anderl bleibt Sie besorgen das, Alban," erklärte in befehlendem Ton Franz. Sie hab' mir mx zu schaff n wenn Sie mich bitten vielleicht " I bitt Dich drum, Alban," sagte Afra. Du? Ja, dann" Er griff sofort nach dem Bergstock, warf feinen Wettermantel über. B'hüt Gott mit einander." Grüß mir das Resl Trotzkopf! rief Franz ihm zu. Sie soll uns morgen entgegenkommen ich erwarte sie" Alban erwiderte nichts, aber einen Blick warf er auf Afra, den diese wohl verstand. Em unheimlicher Mensch!" begann Franz, wie er draußen war. Wie habt Ihr Euch den aufhalsen können, An derl? Und wie er sich so gewissermaßen als der Beschützer De.iner Schwester aufwlelt! Ich glaube wirklich, er macht sich Hoffnungen darauf. Dieses reizende Geschöpf und der Kerl!" Gern hat's ihn doch das weiß i," erklärte Afra ohne Rückhalt. Und am End, so weit Aber hören Sie, Afra, erwiderte Franz jetzt ganz erregt, es gibt doch Veränderungen im menschlichen Leben, die man beruckuchtigen muß. Vor einem Jahr mögen Sie ja recht gehabt haben aber letzt Rohrbach ist ooch nicht mehr das alte Rohrbach und die Familie Rohrbach keine Bauernfamilie mehr. Sie können es mcht mehr sein" In Afras Gesicht zuckte es bedenklich. Ist das wahr, Anderl?" wandte sie sich zu diesem. Ihr seid keine Bauern mehr, wollt keine mehr sein? Anderl wich ihrem Blick aus. Wollen? Man will aar viel.was man nimmer kann aber deswegen das ändert doch nix zwischen uns. Meinst? Der Herr memt schon. wie ich ihn verstanden hab." Aber Afra," mischte sich etzt Bessy drein, die sich über ihren Bruder argerte. Der Herr meint heute viel, was er morgen nicht mehr meint ich kenne den Anderl besser, der bleibt ein echter Rohrbacher sein Leben lang. So, und jetzt gebt Euch die Hände. Habt Euch ja doch lieb weiß schon wäre noch schöner, wenn die Kohlen daran was ändern könnten." Bessy ergriff die Hand Afras und druckte sie an die des Anderl. Na, wird es! Wollt Ihr Euch nicht versöhnen? Ich schaue weg, Du auch. Franz." Sie kehrte dem Paar lachend den Rucken. Afra sah mit einer innigen Frage auf Anderl, ein weher Zug um den Mund' gab dem Antlitz etwas unendlich Ruhrendes auch schon war sie wie da mals in der Sturmnacht auf dem Steg, und doch war es eher Mmew als Liebe. was Anderl in diesem Augenblick fo bewegte. Er drückte :nmq ihreHand.sie er widerte den Druck, und die Gluth eines neuen Glückes färbte ihre Wangen roth. Aber Ihr feid langweilig, Kmder," sagte Bessy und wandte sich um. "Da sah sie die hellen Thränen in den Augen Afras und verstand alles. Komm, Afra, ich bin müde die zwei sollen auch schlafen gehen und verführe mir ihn nicht ganz, Franz, hörst Du! Sonst kriegst Du es mit mir zu thun." Bessy zog Afra Mit sich in das Stubchen ne benan und sperrte die Thur zu. Gott sei Dank, daß wir nun endlich allein sind! Ach, ist es da gemüthlich." Bessy sah die bunten Bilder an der Wand an, schmucke Jäger, rothbackige Dirnen, dazwischen die Mutter Gottes, die Schwerter im Herzen. Afra saß schweigend auf d?r Bank und verlor keinen Blick von Bessy. Sie hätte dem Mädchen um den Hals fallen können, so viel Dank und Neigung fühlte sie noch nie zu einem weiblichen

Niesen und unUr& reate srck in ihr

etwas wie Neid; sie kam sich so armselig vor. so finster, so alt, so häßlich. Warum bist Du denn so ttauria. Afra? Noch nicht zufrieden? War er nicht lieb mit Dir, der Anderl?" ?kbnen zulieb war er es ia " erwiderte sie niedergeschlagen, Sie machen aus einem ja, was Sre wollen! Unv eh Sie kommen sind, bab ick ftfen alles Böse g'wünfcht, und jetzt möcht ich Ihnen das Handerl küssen." Bessy sah Afra aroß an. Ja. ja. warum denn das alles?" Das wein i selber net. nur eins weiß i, daß Sie ganz recht haben, wir a'bören nimmer ber auf die Welt, wi Bauernleut, kein Licht, kein Luft in dr Haujer, Nichts als Haß und Neid un, Feindschaft." Afra! Das sagst Du Du? 3a. aber eben hast Du Dich ganz anders " Afra barg ihr Antlitz m die blaue Schürze und weinte bitterlich in der Anast ihrer 'Seele, und Bessn Lüdemann kniete vor ihr und pries das stille Gluck des Dorfes, nachdem sie sich hmausaesebnt aus allem Glanz ibres Lebens. 4. Kapitel. ie Aufschließung der Kohle im Rohrbacher Thal bedeutete jetzt schon, ehe noch der erste Hunt" befördert war, einen entschiedenen SiegLüdemanns über seine Feinde. vwnrt hrt3 ihn nT5 hin vphen des ?a V rTT 9 V ' - ges, den Erzeuger neuer, ungeahnter Werthe, und seine früheren Gegner dersäumten es nicht, das dem großen Mann erwiesene Unrecht wied:r gut zu machen. Die Gemeinde Rohrbach war der Gegenstand allgemeinen Neides. Lüdemann baute em neues Schulhaus, stellte die Wasserleitung des Werkes unentgeltlich zur Verfugung, sorgte für Verdammung der Wildbäche, und wenn einer außerdem emen Schmerz hatte, war seine Hand auch immer offen. Ludemann selbst war durchdrungen von dem Glauben an sein Unternehmen, das ihn zum endgiltigen Sieg seiner wirthschaftlichenAnschauungen führen sollte. Nur ein Haus in Rohrbach stand ihm als uneinnehmbares Vollwert gegenüber: der Wachterhof. Von ihm prallten alle Anstürme wirkungslos ab. Der letzte Rest zähen Bauerntyums hatte sich darin verschanzt gegen ihn. Am liebsten hatte er den Wachter um irgend einen Preis ausgekauft. Da kam er aber gut an. Der Mann lachte ihm in's Gesicht ob er denn glaube, einen Rohrbacher vor sich zu haben, ob er sich erkundigt habe, woher der Name Wachter" käme? Sehens da oben den zerfallenen Thurm?" Dabei zeigte er auf ein Stück Mauerwerk, das einen Buchsenschuß über den Hof zwischen Hagebutten- und Schlehdornsträuchern sich erhob. Daher komm n wir, da sind wir als .Wachter' vom Thal g'sess'n, vor Krieg und Feuersg'fahr und wenn a der Thurm schon lang eing'fall'n is, bleib i do der Wachter, so lang i leb." Zuletzt gab sich Ludemann zufrieden. hier war wenigstens ein offener Feind, der viel schlimmere saß im eigenen Lager, im Rohrbacherhof der Großvater! Das war em geradezu gefahrlicher Mensch, im Innersten des Herzens sein erbittertster Feind, mit dem er um jeden Schritt vorwärts ringen und dabei noch den Wohlwollenden spielen mußte, um nicht alles zu verderben. Der Schein, den er so sorgfältig auf der Brust trug, machte ihn zum Mitbesitzer der Grube, der nicht zu umgehen war, und der Alte verstand es vortrefflich, jed: Emwilligung gewissermaßen sich abkaufen zu lassen. Nicht gegen baar Geld, oder irgend einen persönlichen Vortheil damit war er bei seinen geringen Vedurfmssen nicht zu haben der Kaufpreis war immer irgend ein Vortheil für den Hos, einmal eine kleine Grunderwer bung, zu der man sich bequemen mußte. oder eme Verbesserung. Das Bedenklichsie aber war:' Pan kratz blieb nicht unbeeinflußt; der Alte verstand es trefflich, zur rechten Zeit den Bauern in ihm wachzurufen. Da gab es nur ein Mittel, die Rohrbacher mußten an der Wurzel gefaßt und aus ihrem Erdreich gehoben werden dann waren sie m semer Hand. Und das gelang ihm. Anderl sollte doch einmal in die Geschäfte eingreifen können und etwas Tüchtiges lernen, anstatt auf dem Hof zu verkümmern. Der Hinweis auf die Vergangenheit semer eigenen Familie, aus ?hr gewaltl ges Wachsthum und die Parallele, die er mit anderen zog, machten Pankratz rasch gefugig. Anderl kam in die Stadt, um auf emer Bergmannsschule seine Studien zu beginnen; in vier Jahren könnte er so weit sein, in das Werk einzutreten das Weitere versprach Lüdemann selbst zu übernehmen. , Nachdem einmal der Anderl fort, war es ein leichtes, Pankratz zu bestimmen, die Schwester ihm folgen zu lassen. Was sollte sie in Zukunft noch als Vauerndirn, man müsse doch wissen, was man wolle, .a, es sei eine schreiende Ungerechtigkeit gegen das Mädchen, ihr nicht eine den neuen VerHältnissen angemessene Stellung zu verschaffen. Zum' erstenmal empfand der Pankratz etwas wie Vaterliebe. Es wurde ihm Angst im verlassenen Haus allein mit dem Alten und dem Alban. Er erbat sich wenigstens den Sommer als Frist, dann sollte sie in Gottes Namen dem Anderl folgen. Es war Herbst. Und Rohrbach wetteiferte heut mit der phantastischen Buntheit, der Natur ringsum, mit den

brennrothen Buchenhalden, den grellgelben Ahornen alles war Farbe. Leben. Fahnen webten in bayrischen und

deutschen Farben, jedes Haus war bekränzt, und dazwischen drängten sich die aroemreudiaen Trackten des baüni&en Oberlandes. Alles deutete auf einen ganz außerordentlichen Tag, auf ein Ereianin von aroner ''tuna für das einst weltvergessene cohrbach. v Und das war er auch: der Eröffnungstag der Grube Rohrbach. Der ganze Kreis betheurgte sich daan. die böcksten Vebörden. Das war eine Sache des Vaterlandes, von unabeyoarer Tragweite für Rohroach und ;as aanze Tbal.' Und Lüdemann war der Mann dazu, diese Thatsache in ein glorreiches Licht zu rucken. Er kannte die zündende Kraft solcher Feste, die anger namwirkt. als man aewohnllch glaubt. Eben war das Sockamt ?.u Ende. Die Schaar der Andächtigen und Bevorzugten, die in der Kirche Platz gefunden, strömte in die dicht davor gedrängten Massen. Man stieß sich, drängte vor und zurück, die Stauung war geradezu gefahrdrohend. Plötzlich trat eine feierliche Stille ein die wo gende Menschenmasse erstarrte förmlich. Zum Knchenportal heraus zog m Reih und Glied eine Schaar junger, schmucker Männer in noch nie gesehener Tracht. Sie trugen schwarze Mutzen mit blauweißem edcrbusch, schwarze Blusen mit blauen Aufschlägen; das Leder um die Hüften, die gekreuzten Hämmer auf der Mütze ließen keinen Zweifel: die Bergmannschaft, die Lüdemann in nagelneuer Tracht aufgeboten. Nichts Schmuckeres und Lustigeres konnte man sehen und doch fürchtete man sich davor, als ob der Feind im Anzug wäre. Die Mannschaft theilte sich, bildete auf Kommando eines Mannes mit silberner Auszeichnung auf dem Kragen streng militärisch Spalier, die Musik setzte ein, die Fahnen der Vereine wehten. der Pfarrer trat heraus im Amtsornat mit den Geistlichen, Ministranten und Meßnern, und dicht hmter dem Pfarrer schritt er, auf dem jetzt alle Augen ruhten, der Wohlthäter des Thals, inmiten zweier hoher Beamten in voller Uniform, gefolgt von einem ganzen Stab von Herren Herr Lüdemann, im schwarzen Rock und Cylinder, und neben ihm, das war das Ueberraschendste, der Rohrbacher! Der Rohrbacher in seiner vollen Tracht, dem schwarzen Rock mit den Silberknopfen, dem breitrandigen dunklen Filzhut, wie man ihn immer des Sonntags m der Kirche gesehen.' Das war ja deutlich genug, ein Symbol, das jeder verstand, der Bund zwischen Herren und Bauern: da oben soll er feierlich geschlossen werden mit priesterlicher Weihe. X Und noch einmal blieb einem der laute Zuruf im Mund stecken, so überstürzten sich die Ueberraschungen. Hm ter dem angestaunten Paar folgten zwei weitere: zuerst das Rohrbacher Reserl, ganz in weiß wie eme Brautiungfer, geführt von einem noblen jungen Herrn :m Frack, dem jungen Ludemann selbst! Und dahinter noch was Seltsameres: der Anderl mit der Ludemanntochter! Dieses Bild brachte die Idee des Ganzen erst so recht zum Ausdruck jetzt war kein Halt mehr, lauter Jubel erhob sich, donnernde Hochs aus Ludemann, dem sich der Name Rohrbacher" beimischte. Und der Lüdemann nickte herzlich nach allen Seiten und das schöne Fräulein winkte mit dem Vlumenstrauß. Der Zug bewegte sich den Berg hinauf, gefolgt von der stürmischen Menge. Am Wachter vorbei. Das Anwesen allein lag völlig schmucklos, verödet in der bunten Umgebung. Man riß schlechte Witze, rief nach dem Wachter. Nichts rührte sich. Nur Anderl entging nicht das Gesicht Afras am bekannten Stallfenster; es war wachs bleich, der Blick starr auf ihn gerichtet. Er fühlte, daß er es nie wird vergessen können m der Welt draußen, daß es ihn verfolgen wird sein ganzes Leben lang. In der festlich geschmückten Halle empfingen die 'Arbeiter mit brennenden Grubenlampen den Zug. Die Festtheil nehmer sammelten sich vor dem Förder gerüst, dessen düsteres Wesen Guirlanden und Embleme verdeckten. Nachdem die Weihe mit einem allgemeinen Gebet eingeleitet war, sang em Mannerchor das Lied Herr der Hohen und Tiefen. Die hoe Halle nahm den Gesang auf, und es war, als ob aus der gähnenden Tiefe die Antwort heraufschallte. Da rauf spendete der Priester den Segen und besprengte das Gerüst mit dem geweihten Wasser. (Fortsetzung folgt.) Beim Herausnehmen der Radieschen hüte man sich, die Nachbarpflanze zu entblößen, drücke ev. dieselbe fest und bedecke sie wieder mit Erde, da sonn die Haut an der entblöß ten Stelle leicht rissig wird und das m F 1 1 navikscoen zu yauicn anjangi. DaS größte Trockendock in den Ver. Staaten befindet sich be Algier nahe New Orleans, La. Das der Bundesregierung gehörige Dock ist 525 Fuß lang und kann das größte Schiff tar Ver. Staaien-Flotte aufnehmen. Nierenhache e. Die gebratene Niere mit ihrem Fett wird fein gehackt, dann läßt man ein kleines Stück Butter mit einer aehackten Zwiebel gelb werden, Niere, Salz, Muskatnuß, ein?n Eßlöffel voll saure Sahne darin durchkochen und streicht di auf geröstete Brscbmtten

MMbMW g IfKVVVlKN. Cleveland, Oncinnati, Chicago & St. couis Railway.

St. Louis Abgang tgl 8.12 05Vm 12 2053m 6 40Vm tgl äg 00Vm 6 p 810 4593 d s.. 11253m 11 45Srn 3 15Nrn Ace.. 5 0051m .. .. 7 05Nm Cleveland New Aork & Pgh Ltd New Aork Ltd tägl s. . St Loul Vioii N B Pgh St L Exp soltthwenern L:m tgl Wash & St L Exp tgl St LnuiS Erpreß täal. St. LouiS Ltd tägl il s Tene Haute d Mat'n American Expreß tägl. St Lou ö Pgh N F Extg8 4 20 m American Erpreß täalicb 4 40Vm Muncie Ft B5 ck B H Erp.. 7 05Vm N S B Lim täglich 8 d. . . 7 30Vm Clevlano Acccm 10 4553m Anderson Exp p .: 11 3023m NS ck B Lim, täal da.... 2 5503m Union City V Elkh Ace tägl 5 SONm xm(ietM(ttr TV tagt d fcs. 6 15m New Aork & Pgh Lm, tgl s. 8 55Nm Cin cinnat Ein & Louö Nachtexpreß tgl g 3 45Vm St Louö & Ein Nachtexp tgs 4 25Bm Cincinnati Exp täg 3 7 3593m Cincinnati Srvrek, tägl 12 ONm Cincinnati Lim tägl p 2 55Nm Louiöville Erpreß 2 55Nrn Cincinnati Accorn 4 OONrn Ein Wash Rich Lim tgl d o s 6 O'N n Sine & Wash 8 L :g d & p 6 l5Nm Thieag o Chicago Nachtexpreß tägl s.. 12 lOVrn Kankakee Accorn 7 0093m Chicago Fast Expreß tgl d p 11 5093m White City Speeial s d & p. 3 20Nrn LaFayette Accorn 5 25Rrn Michigan Benton Harbor Expreß. 7 Michigan Mail Erpreß p. . .11 Elkhart Ace täglich 6 Peoria Veoria Expreß täglich s ....12 Peoria Exvreß öc Mail 7 Western Expreß täglich p d. .11 Champaign Accom 4 Peoria ColumbuS Expreß tägl 4 Ohio Special tägl 3 Lynn Accorn 6

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