Indiana Tribüne, Volume 28, Number 14, Indianapolis, Marion County, 8 September 1904 — Page 6

Jndiana Tribüne, 8. September 1903.

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Je beißer der Tag, desto schlimmer fühlen wir, wenn wir an irgend einer Anordnung des Silage ns leiden z und wie viel besser fühlen wir, wenn lr sofort Dr. August Koenlg' Damburgev! Gvofm gebrauchen, das wohl bekannte deutsche Heil . Mittel. ff giebt nichts bessere. Sichere Kur. WlWWgBWz ..Warum nicht ihr Heimanziehend machen, durch den Gebrauch eines . . Garland Ofen. .... unö . . . . Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schon heit. Dauerhaftigkeit, Heilkraft und Spar samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gezeigt, m WILLIQ'S ...Möbcl-Handlung... 141- West W shington Straße. Häusliche Unzufriedenheit kann nicht ein reißen wo Joseph Taggart's Puritan das menschliche Leben so zufrieden gestaltet und den inneren Menschen befriedigt. Verkauft von den Taggart's Bäckereien und von Grocers. Fragt für Puritan. Puritan ist perfekt in Kruste und Krumme von Anfang bis Ende. Ich gebe Gesang-, Piano ...und.... Orgel-Unterricht w allra Phasen dieser Künste und garantire einen Schülern volle Zufriedenheit. Fidela A. bester.

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Europäische Nachrichten.

Frovinz $cW&a$xyx. Kassel. Beim Fensterputzen abgchürzt ist im Hause Reuterstraße 9 die Ehefrau des Monteurs Rieh. Sie war damit beschäftigt, ein Balkonfenster zu reinigen, bekam plötzlich das Uebergewicht und " ftür te auf die Straße hinab, wo sie mit schweren inneren Verletzungen, einem Bein- und einigen Knochenbrüchen liegen blieb. E r b a ch.' Der Regent von Braunschweig hat dem Stationsverwalter Heinrich Reue, hier, das Verdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Günsterode. Das Haus des Nikolaus Pfropf brannte nieder. Das Gebäude, in dessen Bodenräumen das Heu von 5 Ackern Wiese untergebracht war, brannte vollständig aus. Gerettet wurde nur das Vieh. Haus und Mobiliar waren versichert. Veträchtlichen Schaden erlitt die in dem Hause wohnende Mutter des Pfropf, da ihre ganze Habe verbrannte und nichts versichert war. H a n a u. Der 17jährige Sattlergeselle Louis Sämann aus Neustadt a. E. hat sich hier erschossen. Der junge Mann, der sich auf der Wanderschaft befand, setzte sich an der Leipziger Chaussee an die Straßenböschung und jagte sich eine Revolverkugel in's Hirn. Rüddinghausen. Zu der kürzlich erfolgten Tortschlagsaffäre im hiesiaen Walde verlautet, daß der Thäter, "der Schmied Koch, sich beim Gendarmen Scholl in Londorf gemeldet und die That eingestanden hat. Er giebt an, mit seinem Kollegen, dem 20 Jahre .alten Steinbruchsarbeiter Koch, in Zwistigkeiten gerathen zu sein. Koch wurde vorläufig in's Gefängniß nach Grünberg abgeführt. Die That geschah dicht hinter der Marburger Kreisgrenze auf Darmstädter Gebiet. Witzenhausen. Cigarrenarbeiter Franz von hier, der einen dreifachen Selbstmordversuch verübte, aber noch lebend' in's Krankenhaus geschafft wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Mitekdeutsche Staaten. B r a u n s ch w e i g. Die Leiche des Kaufmannes Probst, der auf einer Kahnfahrt in der Nähe von Hollands Garten verunglückte, ist durch den Flußpolizisten Busch etwas oberhalb von Hollands Garten gefunden worden. Der Verstorbene, der Nichtschwimme? war, ist' zweifellos mit dem Kahn umgeschlagen und ertrunken. E i s e n a eh. Weichensteller Hermann Staps von hier sprang auf einen noch im Fahren begriffenen-Gü-terzug, der rangirt werden sollte, und brach dabei den Fuß. Staps wollte die Nebengeleise überschreiten, war aber nicht dazu im Stande. Er stürzte hin und die Maschine des heranbrausenden Schnellzuges warf' ihn zur . Seite. Durch den Stoß wurde ihm der Schädel zerschmettert, sodaß der Tod sofort eintrat. D e t m o l d. Das hiesige Schwuraerickt verurtbeilte die 17iäbriae Dienstmagd Wittig aus Unna, die den Hof ihrer Dlenstherrschaft m Brand gesetzt hatte, weil sie aus dem Dienst fort wollte, zu 2 Jahren Gefängniß. G e r a. Der von dem hiesigen Gericht wegen Sittlichkeitsvergehen steckbrieflich verfolgte ZeichenlehrerSchallwltz hat sich der Staatsanwaltschaft selbst gestellt und ist in Haft genommen worden. Der von hier flüchtig gewordene Buchhalter Stumpf ist in Berlin verhaftet worden. Bei Stumpf, der geständig ist. wurden von den veruntreuten 1600 Mark noch Sc0 Mark vorgefunden. Großstöbnitz. Unweit der hiesigen Station an der Glauchau Geraer Bahnlinie wurde der Handarbeiter Conrath aus Zürchau vom Zuge überfahren und todtnch verletzt. Hermannsbad bei Laus i g k. Oberstleutnant a. D. Fedor von Koeppen, bekannt als Verfasser patriotischer Schriften, ist hier im Alter von 74 Jahren gestorben. C o b u r g. Der Regierungsverweser hat dem Staatsrath Messmer, der seit über vier Jahrzehnten in herzoglichen D:ensten steht und m den wohl verdienten Ruhestand trat, den Titel Geheimer Staatsrath" verliehen. Die hiesige Strafkammer verurtheute den Schulknaben Hugo Kirchner von Goldlauter be: Stuhl, der seinen Va ter in drei Fällen zu vergiften ver sucht hatte, indem er in eine für dm Vater bestimmte Arznei Salz- und Schwefelsäure goß und zweimal in das Mittagessen giftige Substanzen mischte, zu vier Monaten Gefängniß. Der Junge hatte diese That aus Ra che für' von seinem Vater erhaltene Züchtigung begangen. S a l z u n g e n. In der hiesigen prächtig geschmückten Stadt feierte der Schmalkalden - Fulda , Turngau sein 11. Gauturnfest verbunden mit dem 25jährigen Jubiläum des Gaues. S ch l e i z. Bei einem der letzten in unserem Oberlande aufgetretenen schweren Gewitter schlug der Blitz auch in den Kirchthum. der schon seit vielen Jahrhunderten stehenden Kirche zu Friesau bei Ebersdorf und setzte den Thurm sofort in Brand, dabei gleichzeitig die Kirche mit beschädigend. Durch sofortiges Ekngreifen lonnie der Brand wieder gelöscht werden. Weimar. Der ordentliche Professor Friedjof Smith, Lehrer an der hiesigen großherzoglichen Kunstschule, gedenkt, sich ani'Ende des laufenden

Hawjahres aus seiner amtlichen Stel-

lung zurückzuziehen, um sich lediglich seiner Privatthätigkeit zu widmen, die ihn sehr stark in Anspruch nimmt. 'Mayern. München. Die vor zwei Jahren bereits einmal von Feuer heimgesuchte Klövfer'sche Parkettfabrik ist völlig niedergebrannt. Der Schaden ist, da viele Holzvorrathe vernichtet sind, sehr groß. Die im Walde zwischen Mühlfeld und Erling überfallene Viktoria Schöttl ist in Andechs gestorden. Der muthmaßnche Thater konnte auch nicht dingfest gemacht werden. A u e r b a ch. Nach kurzem WortWechsel hat der 56jährige Tagelöhner Matthias Neumüller seinem' 26jährigen Sohne je einen Messerstick) in den Kopf und in den Rücken versetzt. Die Verletzungen sind so schwer, daß der junge Mann denselben erliegen wird. Der Vater wurde verhaftet. V a m b e r g. Zwischen Hrrschald und Altenburg überschritt die fünfzehnjährige chmiedtochter Dumberg das Bahngelelse an einem nur mit Drehscheibe versehenen Uebergang, nachdem eben der von Nürnberg kommende Schnellzug die Strecke passirt hatte. Sie bemerkte, nicht, daß der Bamberger Schnellzug auf dem anderen Geleise herankam, wurde von ihm erfaßt und vor den Augen ihrer nur wemge Schritte entfernten Mutter sofort getödtet. D a ch a u. Be: einem hier aogehaltenen- Pferdefprungrennen wurde der verhenathete Bauer Georg Notensteiner von Günding überritten und am Kopfe schwer verletzt. Außerdem erlitt der Verunglückte einen rechten Unterschenkelbruch. F u r t h. Kurzlich wüthete emSchadenfeuer in der Spiegelrahmenfabrik von N. Hemmersbach. Die Entstehungsursache ist nicht bekannt. Es brannten vier Arbeitssäle aus, und große Holzvorräthe sind vernichtet. Landshut. In der Jsar nach t der Achdorfer Eisenbahnbrücke ertrank bei der Vornahme von Pionieruoungen der Unteroffizier Eisenhut vom 2. Schweren Reiterregiment. Die Leiche wurde aefunden. Nürnberg. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den 27jährigen ledigen Braugehilfen Georg Ringel von Dienkdorf, der in der Nacht auf den 20. Januar im Buckenhofer Wäldchen seine schwangere Geliebte Eva Niersberger aus Kornhofstadt erstochen hatte, wegen Mordes zum Tode. Regensburg. Die Leichen der bei einer botanischen Exkursion ertrunkenen beiden Schüler, des Kreiskasseoffiziantensohns Alfons Bauernfeind und des Kaufmannssohns Joseph Winter, wurden unweit der Un glücksstelle ausgefunden. Spitzendorf bei Tittlingen. Hier lebt noch ziemlich rüstig Josepha Weishäupl, ein Mütterchen im hohen Alter von 104 Jahren. Uffenherm. Dem Stadtschreiber Georg Karl Schörg wurde mit Rücksicht auf seine fünfzig Jahre lang in Treue und Elfer geleisteten Dienste die Ehrenmünze des Ludwigsordens verliehen. W ü r z b u r g. In der Kaserne des hiesigen 2. Feldart. - Regts. erhängte sich der Kanonier Friedrich, angeblich aus Furcht vor Strafe. Württernoerg. Stuttaart. Eine in weiten Kreisen bekannte Persönlichkeit, der Stadtuhrmacher Friedrich Gutekunst, hier, ist lM Alter von 74 Jahren ge storben. Der Verewigte hatte wäh rend eines Menschenalters das wich tiae Amt eines Stadtuhrmachers gewissenhaft versehen und genoß denRuf als ein Meister in seinem Fache. Der Vorstand der hiesigen stadtischen Sparkasse, Verwalter Keller, beging sein Lojähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß liefen bei dem verdienten Beamten von allen Seiten Glückwunschschreiben ein, u. a. auch vom Stadtvorstand, Ober - Burgermeister Gauß. Die Beamten und Angestellten der städtischen Sparkasse ließen ihrem Vorstand durch eine Abordnung ihre Gluckwunsche aussprechen. - Eningen. Bauer Joh. Georg Hagmann, der kürzlich das Unglück hatte, beim Herabgleiten von einem Heuwagen sich den Stiel einer Heugabel in den Unterleib zu stoßen, ist in Tübingen seiner schweren Verletzung erlegen. Feuerbach. Von den beiden kürzlich Verletzten lt dem Unglück in der Hauff'schenFabrik hier ist der eine, Joh. Blank, Vater von fünf unerzoge nen Kindern, gestorben. Großbottwar. DaS dreijährige Kind des hiesigen Bauwarts Jakob Aufrecht spielte an einer an ein Haus angelehnten Maurerspeispfanne; die Pfanne stürzte um und schlug das Kind todt. Untersuchung ist eingeleitet. Hall. Der ca. 69 Jahre alte Tagelohner Johannes Winter von Mit telbronn, Gemeinde Frickenhofen, O. A. Gaildorf, gegen den demnächst vor dem hiesigen Schwurgericht wegen ver suchten Todtschlags verhandelt werden L , . w - ? w sollte, yar na) :m nmisgerangnig erhängt. Winter hat vor einiger Zeit seine Fvau mit Beilhieben schwer verletzt. Ludwigsbnrg. Der erblindete Privatmann Kaspar Scherer stürzte in seiner Wohnung eine Treppe herab. Er wurde in vaö Stadtspital - ver bracht, wo er starb. Als Todesursa ch wurde Schädelbruch festgestellt.

Zessugello Noten.

Verwendung der Bricsta? . in als ter und neuer Zu. Geschichtliches von der Vricstav dcnzuchtTe? Sport im Vlterthum-Daro Rothschilds Lustboteu-Tle Taubenpost während der Belagerung von VariZ. Schon in grauer Vorzeit wurde der rege Heimathstrieb der Brieftaube zur Nachrichtenübermittlung vor dem Feinde ausgenutzt. Die Hieroglyphen Egyptens bilden die ältesten Urkunden dafür; auch über den Fluren des alten Hellas schwebten gar oft die eilige Kunde bergenden Fittiche der fliegenden Boten, und Julius Easar verdankte in Gallien manch kriegerischen Erfolg dem rechtzeitig gefaßten Entschluß zum Aufbruch, hervorgerufen durch warnende und klärende Botschaft der der Heimath zustrebenden Thiere. Ferner meldet uns die Chronik, daß der Kalif von .Bagdad, Nureddin Mahmud, im 12. Jahrhundert im ganzen Reiche in angemessenen Entfernungen Taubenthürme errichten ließ. Jedenfalls kann man den Orient als Heimath des Brieftaubenwesens ansehen; in Alexandnen verrichten die Brieftauben noch jetzt gewöhnliche Botendienste. In Europa sollen deutsche Kriegsheere, aus den Kreuzzügen heimkehrend, die nützlichen Vögel zuerst importirt haben. In der neueren Zeit lassen sich viele mteressante Beispiele für die Nützlichkeit der Taubenpost anführen. Nathan Rothschild in London erhielt durch die befiederten Postboten die ersten Nachrichten über Napoleons Feldzüge und benutzte dies zu gelungenen Spekulativnen. Bis 1850 bediente sich auch das Neuter'sche Bureau zwischen Aachen und Brüssel der Taubenpost, und 1870 fand man in Holland, Belgien und Frankreich eine eifrige Pflege der Brieftaube. ' Den Anlaß zu erner regelrechten militärischen Organisation des Brieftaubendienstes gab aber erst der Erfolg, den die Franzosen wahrend der Belagerung von Paris 187071 mit Tauben erzielten. Es gab damals 62 Vrieftaubenbesitzer in der französischen Hauptstadt, man hatte aber vor der Einschließung versäumt, die Thiere nach außerhalb zu schaffen. Indessen waren aus dem Norddepartement etwa 200 Brieftauben nach der Festung hineingebracht worden, unter denen sich allerdings wenige gute Flieger befanden. Seitens des Gouverneurs, General Trochu, wurde in Verkennung der zu leistenden Dienste der Sendboten merkwürdigerweise erst von der Taubenpost Gebrauch gemacht, als alle anderen Nachrichtenmittel versagten. Man brachte nun die Tauben mittelst Luftballon herau? und erhielt fortan nur durch sie Nachrichten von außerhalb. Ein Photograph in Tours hatte die Anfertigung der mikroskopischen Depeschen übernommen, die auf besonders zubereiteten Kollodiumhäutchen hergestellt wurden. Dieselben konnten je 16 Folioseiten mit etwa 3000 Depeschen aufnehmen, so daß jede Taube, die bequem 18 solcher Häutchen tragen konnte, 6400 Depeschen, die etwa Gramm wogen, zu befördern vermochte. Nach den offiziellen Berichten haben von den 360 verfügbaren Brieftauben zwar nur 73 Paris erreicht, es ist aber trotzdem keine der 60 exportirten Depefchenserien verloren gegangen. Im Ganzen sind etwa 115,000 offizielle und annähernd 1,000.000 Privatdepeschen m die nur auf dem Luftwege zugängliche Hauptstadt hineingetragen worden! Mit einem Schlage wandten nach diesen bemerkenswerthen Erfolgen alle Heeresleitungen ihre Aufmerksamkeit der Brieftaubenzüchtung und der Verwendbarkeit der Taubenpost im Kriegsfalle zu. In Deutschland gab das Geschenk einiger Brieftauben an den Fürsten Vismarck im Jahre 1872 den Anlaß zu einer praktischen Durchführung der vorher ernstlich erwogenen Idee der Errichtung von Bneftaubenstanonen. Der große Kanzler überwies die Tauben dem Zoologischen Garten und veranlaßte das Kriegsminisierium.. Stahonen zu gründen. Gegenwartig sind auf allen Festungen' Bneftaubenstatio nen eingerichtet, eine Hauptstation besteht in Spandau, und außerdem gibt es eine Anzahl Zuchtstationen zu je 200 . f i onrt Y i auoen. ias gezammie immiax Vrieftaubenwefen ist der Inspektion der Telegraphcntruppen unterstellt. Im Etat des Reichsheeres figuriren circa 100,000 Mark für die geflügelten Luftboten, und besonderen Werth hat die Vereinbarung der Militarverwaltung Mit dem Verbände deutscher Vrref taubenliebhaber-Vereine, die sich titx pflichtet haben, eine bestimmte Anzahl ihrer Brieftauben in gewisser militärisch nützlicher Hinsicht auszubilden und diese Flieger im Falle eines Feldzuges der Heeresleitung zur Verfügung zu stellen. Die Berliner Gemeindeschulen bevölkert ein Schülerheer von 219,673 Kopsen. Nach der letzten Frequenztabelle bestehen in Berlin 271. Gemeindeschulen Mit 4720 Klassen, davon' 4231 in eigenen, 533 m ge mischten Schulhäusern. Unbesetzt sind 41,763 Plätze, es könnten also 261, 436 Schüler beiderlei Geschlechts un tergebracht werden. Automobile dürfen nach einer Bundesverordnung nicht unter eigener Motorkraft auf Fahrboote auffahren oder sie verlassen.

Langlcbigkcit. Mittel zur Erreichung eines hohen Alters und lebende Oeweisstücke. Von einer Anzahl berühmter Medi ziner, wie Kußmaul, Dettweiler und anderen, ist es bekannt, daß sie in ihre: Jugend schwächlich waren, dies Schwäche aber durch eiserne Befolgunc

der Gesundheitsregeln überwanden unc ein hohes Alter erreichten. Auch bei Pfarrer Kneipp ist hier mit einzurech nen, sowie .Sir Hermann Weber in London, der über 40 Jahre lang leiten der Arzt des Deutschen Hospitals in London war und auf dem Gebiete bei Schwindsuchtsbekämpfung einen Weltruf genießt. Weber stammt aus einer kurzlebigen, durch Alkoholismus und Gicht geschwächten Familie. Dennoch hat er es zu dem respektvollen Alter vor 80 Jahren gebracht, und er erfreut sich heute noch einer beneidenswerthen körperlichcn und geistigen Frische, die ihm noch unlängst eine anstrengende Reise in Egypten gestattete. An die Spitze seiner Mittel zur Erreichung eines hohen Alters stellt Weber Bewegung in frischer Luft. Bei jedem Wetter soll man spazieren gehen, einmal in der Woche einen vier- bis sechsstündigen Spaziergang machen. Das ist mehr wie alles andere im Stande, das Herz und die Gefäße in gutem Zustande zu erhalten. Klettern in den Bergen wirkt wie ein Jungbrunnen und ist vorzüglich für das Herz. Herz und Lunge sollen außerdem - durch Freiübungen, Athemübungen und Zimmergymnastik gestärkt werden. In der Ernährung ist Mäßigkeit zu verlangen, langsames Kauen und gründliches Durchspeicheln. Täglich ist am Morgen em Bad zu neh men, längeres Schlafen wie 6 bis 7 Stunden ist vom Uebel. Die Nerven hält man nun am besten frisch durch fortgesetzte geistige Arbeit; nichts ist daher schädlicher für alte Leute, die sich vom Geschäft zurückgezogen haben, als Mangel an geistiger Thätigkeit. Sie sollen stch daher mit Kunst, Literatur oder Sammeln beschäftigen. Günstig für die Lebensverlängerung endlich wirkt eme optimistische, heitere Lebens auffassung. Zur Krankenpflege. Das Amt der Krankenpflegerin ist em gar wichtiges und verantwortungs volles, da die Genesung des Erkrankten nicht allein von der Kunst des Arztes und dem Heilbestreben der Natur abhängt,, sondern auch die angemessene Pflege und Wartung von wichtigem Einflüsse ist. Zwar besitzt nicht jeder die ' erforderlichen Eigenschaften zur Krankenpflege, denn außer körperlicher Kraft und Gesundheit sind em Uebre, ches Gemüth, Geduld und Ausdauer nothwendig.. Wer diese Eigenschaften mcht besitzt, der mag am Krankenbette eines lieben Angehörigen Selbsterzie hung üben. Die Krankenpflegerin muß stets unverdrossen bleiben, und nie darf der Kranke merken, daß ihr eine Mühe zu groß ist. oder irgend eme Handrei chung ihr Widerwillen einflößt. Allen Wünschen des Kranken, sofern diese nicht den arztlichen Vorschriften zuwi verlaufen, muß bereitwilligst entgegen gekommen werden; will er letztere nicht befolgen, so bestehe man freundlich, aber mit Festigkeit darauf. Nie lasse sich die Pflegerin eine Besorgniß merken und nehme selbst dem Schwerkranken die Hoffnung nicht, weshalb auch niemals im Krankenzimmer geflüstert geklagt oder geweint werden darf. Man bemühe sich, dem Kranken stets heiter entgegenzutreten, da eine freundliche Umgebung, sowie ein nettes, trauliches Krankenzimmer, das allen Ansprüchen an einen gesundheitsmäßigen Aufenthalt genügt, auf das Gemüth des Kranken einen wohlthatigen Einfluß ausüben. Kraftleiftuugen von Indianern. Unter den Völkerstämmen, die sich durch große Körperkraft auszeichnen, sind insonderheit die füdamerikanischen Indianer hervorzuheben. Sie sind mehr herkulisch gebaut, als schön. Ein deutscher Reisender traf m den Urwal dern Brasiliens zwei, 121 bezw. 115 Jahre alte indianische Schwestern an, die noch sämmtliche Zähne besaßen. Von den Feuerlandern konnte manch mal einer von zwei englischen Matro sen nicht leicht überwältigt werden. Die in den Bergwerken von Chile arbeitenden Hapiris schleppen täglich 12 Mal aus einer Tiefe von 80 Nards Lasten von über 200 Pfund Gewicht herauf. Die .indianischen Lastträger m Peru tragen auf der Reise am Stirnriemen auf dem Rücken Kisten, die weit über einen Centner wiegen. Mit dieser Lasi legt ein solcher Indianer den über 20 Stunden langen Weg von Pasco nach Lima in drei Tagen zurück. Bei jeder Arbeit vermochte der Indianer die mehr körperliche Anstrengungen zu ertragen, als der stärkste Europäer oder Nordamerikaner. Auf seinen Schultern trägt er die Reisenden meuenwei über die verschneiten Andenp'ässe, und in den Minen arbeitet er mit Werkzeugen, die europaischen oder nordamer. kanischen Bergleuten zu schwer wären Die Indianer von Caracas tragen au Reisen Lasten von ungefähr zwei Cent nern, und die von Quito vermögen fast den ganzen Tag über auf dem Rücken ein Gefäß zu tragen, das 60 bis 70 Quarts Wasser enthalt. Der Alkohol iömus wird nur äußerst selten in der italienischen Armee angetroffen. Im Jahre 1901 waren nur 25 Falle zu verzeichnen, denen die Hilfe des Hospitals in An svruch genommen werden munte.

Amerikanischcr Lcviathan.

2 er skr den Pafsogierdlenst im Stillen Ozea bestimmte Tampscr Minnesota." Einen sichtbaren Beweis davon, daß die Schiffsbauindustrie in den Ver. Staaten einen Vergleich mit anderen Ländern nicht zu scheuen braucht, liefert der neue Doppelschraubendampfer Minnesota" der Great Northern Steamship Co.; der vor Kurzem für den Passagierverkehr im Stillen Ozean in den Dienst gestellt wurde. Xtz Dampfer, der in den Schiffsbauhöfen der Eastern Shipbuildir.J Co. ZU New London, Conn., erbaut wurde, ist ten

riesigen Dimensionen, und seme Allsstattung und alle Einrichtungen für die Sicherheit und den Komfort der Passagiere müssen als mustergiltig bezeichnet werden. Die Minnesota." ein Schwesterschiff der vor einiger Zeit dem Verkehr übergebenen Manchuria," hat ein Teplacement von 35,000 Tonnen. Der neue Leviathan ist etwa 630 Fuß lang, 73Z Fuß breit und feine Höhe vom . Kiel bis zur oberen Navigationsbrücke kommt der eines zehnstöckigen Eebäudes gleich. Seine Schnelligkeit beträgt

15 Knoten die Stunde. Der Dampfer besitzt fünf stählerne Decks und ist in unzählige wasserdichte Kompartements getheilt, um bei einem Unfälle das Eindringen des Meerwassers zu verhindern. In der Höhe von 6 Fuß über dem Kiel befindet sich ein starkes stählernes Deck, das gewissermaßen als Reserveboden des Schiffes dienen soll, wenn dieses auf ein Riff geräth und der Schiffsboden beschädigt wird. Für die Passagiere ist alle und jede Bequemlichkeit vorhanden, um die 15tägige Reise über den pazifischen Ozean angenehm und genußreich zu gestalten. Von den sogenannten Staats-Kabinen sind die meisten mit einem eigenen Badezimmer versehen, und alle Kajüten sind trefflich ventilirt. Außer einer elegant ausgestatteten Bibliothek gibt es einen kosigen Damen-Parlor. ein Rauchzimmer, ein Kafe, in welchem zu allen Tagesstunden servirt wird, und einen großen Spielsaal auf dem Promenadendeck für die Kinder. Der Dampfer bietet Raum für 218 .Passagiere erster und 63 zweiter Kajüte. Das Zwischendeck ist für den Transport von 1300 Mann Truppen oder 2400 Zwischendecklern eingerichtet. Für die chinesischen Reisenden befindet sich ein eigener Raum zum Opiumrauchen auf dem Schiffe. Die Mannschaft besteht aus 250 Köpfen. Sehenswürdigkeiten in ihrer Art sind die riesigen Kühlräume, die nicht nur zur Unterbringung - es Proviants für die Reise, sondern fluch für den Transport eines gewaltigen Kargos von Fleisch und anderen Lebensmitteln bestimmt sind, und die gewaltige Anläge zur Erzeugung der Elektrizität. Letztere liefert nicht nur die Beleuchtung in allen Theilen des Fahrzeugs, sondern auch die nöthige Kraft zur Betreibung der zahlreichen Bentilationsfächer, zur Regulirung des Steuerapparates u. s. w. Ter Dampfer wird durch Doppelschrauben-Expansionsma-schinen von über 10.000 Pferdekräften betrieben. Die Maschinen sowohl wie die Kessel befinden sich in zwei gesonderten wasserdichten Abtheilungen, so daß der Dampfer mit eigener Kraft selbst dann die Reise fortsetzen kann, wenn eine der Maschinen durch eindringendes Wasser unbenützbar wurde. Die Rettung Ertrinkender. Der Vorstand des Hamburger Seeamts veröffentlichte vor Kurzem folgende auf reicher Erfahrung beruhende Vorschriften und Maßregeln, die bei Rettung Ertrinkender zu beachten sind. Dieselben lauten: 1. Wenn man sich einem Ertrinkenden nähert, rufe man ihm mit lauter, fester Stimme zu. daß er gerettet sei. 2. Ehe. man in's Wasser springt, entkleide man sich so vollständig und schnell wie möglich. Man reiße nötigenfalls die Kleider ab; hat man aber keine Zeit dazu, so 'löse man jedenfalls die Unterbeinkleider am Fuß, wenn sie zugebunden sind. Unterläßt man dies, so füllen sie sich mit Wasser und halten den Schwimmer auf. 3. Man ergreife den Ertrinkenden nicht, so lange er noch stark im Wasser arbeitet, sondern warte einige Sekunden, bis er ruhig wird. Es ist Tollkühnheit, Jemanden zu ergreifen, während er mit cm.TT -n v. . o it..i iru mtuzii luiiif 1 1, uuu iucc rs lyui, setzt sich einer großen Gefahr aus! 4. Ist der Verunglückte ruhig, so nähere man sich ihm, ergreife ihn beim Haupthaar, werfe ihn so schnell wie möglich auf feinen Rücken und gebe ihm einen plötzlichen Ruck, um ihn oben zu halten. Darauf werfe man sich selbst ebenfalls auf den Rücken und schwimme so d:m Lande zu, indem man mit beiden Händen den Körper am Haar festhält und den Kopf desselben, natürlich mit dem Gesicht nach oben, sich auf den Leib legt. Man erreicht so schneller und sicherer das Land, als auf irgend eine andere Art und ein geübter Schwimmer kann sogar zwei bis drei Personen über Wasser halten. Ein großer Vortheil dieses Verfahrens besteht darin, daß man in den Stand gesetzt wird, sowohl seinen eigenen, wie auch des Verunglückten Kopf über Wasser zu halten. Auch kann man in dieser Weise sehr lange treiben, was von großer Wichtigkeit ist, wenn man ein Boot oder sonstige Hilfe zu erwarten hat. Eine junge Dame in der Stadt New Fork packt in den dortigen Hotels den Gästen die Koffer. Ihre erste Tageseinnahme in. diesem eigenartigen Berufe belief sich auf $17.