Indiana Tribüne, Volume 28, Number 14, Indianapolis, Marion County, 8 September 1904 — Page 4
Jttdtana Tribüne,
8. September Wbü
Jndiana Tribüne. Herausgegeben von der utrnberg s. Indianapolis, Ind.
Harry G. Thndium t t Präsident. GeschaftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 26. Ai.tered zt ihe Pott Office of Indianapoli a tecond clai matter. Streiks und Corporationen. Der Streik der Fleischer, der Straßenbahnstreik in St. Louis, der Streik der Grubenarbeiter- in Colorado und der Streik der Textilarbeiter sollten doch endlich den Gewerlschastlern die Augen darüber össnen, daß sie nur als Spiel bälle von ihren eigennützigen Führern, von gewissenlosen Politikern und von den Corporationen benutzt werden. Streiks, die früher, als man an die Trusts der Riesencorporationen noch nicht dachte, gegen einzelne Fabrikbesitzer und Industrielle geführt wurden und zuweilen mit einem siegreichen Schluß für die lewerkfchastler endeten, haben die Gewerkschaftler verführt ihre Kräfte zu überschätzen. Sie wurden dadurch in Kämpfe mit den Riesencorporation'en gelockt, welche von Beginn an jeden Erfolg ausschließen und ihnen auch die Sympathie des großen PublikumZ, welches in große Unbequemlichleiten und Unkosten gestürzt wird, raubt. Die Sympathie des großen Publikums ist aber die stärkste Waffe, welche die Gewerlschzstltt haben. Unter dem früheren System als 23; trustungen noch nicht existirten, hatten die Gewerkschaften durch Ausstände viel zur Verbesserung der Lage der Arbei ter beigetragen, jetzt hat sich die Si tuation dermaßen verändert,' daß die organisirten Arbeiter andere Mittel ge brauchen müssen um sich gegen UeberVortheilung zu schützen. Das große Publikum ist durch die Erfahrung belehrt worden, daß es schließlich die Unkosten dieser Wirth schastlichen Kriege zu tragen bat. Die Kohlenbarone haben sich durch Erhö hung der Preise für jeden Pfennig Un kosten der ihnen durch den Streik erwuchs, mit Interessen bei den Kon summten scbadlos aebalten. 5efet scbon sind die Rechenkünstler deS Fleischtruft an der Aroett um genau yerauszurecynen, wie hoch nach der inAussicht stehen den Aberklärling deS Streikes die Fleischpreise geschraubt werden müssen um die durch den Streik erwachsenen Unkosten, natürlich noch mit einem anständigen Nebenprosit für die Ausre gung. Das Facit wenn sorgfältig gezogen ist leicht übersichtlich. Die Corpora, tion hat ihre Kraft und die Schwäche der Gewerkschaft erwiesen. Viele der braven Arbeiter sind gänz lich verarmt und so tief in Schulden gerathen, daß sie muthloS und ver zweifelt der Zukunft entgegensehen.' - Kleine Geschäftsleute, deren Kund fchaft aus den Fleischereiarbeitern be stand, sind an den Bettelstab gebracht. Rohheiten und Ungesetzlichkeiten wur den gegen sogenannte Scabs" ver übt, welche den Haß der unorganisirten grgen die organisirten Arbeiter noch schärfer gestalteten. Der Arme der mehr verdienen wollte, bekämpfte den Armen der etwas verdienen wollte. Früher unbescholtene ehrenhafte Ar beiter, die sich in den Kampf um Besserung ihrer Lage zu Gewaltthätigkeiten . hinreißen ließen, sehen schweren Freiheitsstrafen entgegen. Die Corporation allein triumphirt. Sie hat ihre Macht nicht nur den Ar beitern, sondern auch der Oeffentlich keit, der sie sofort die nöthigen Kriegs steuern auferlegen wird, bewiesen. ES ist wahrlich an der Zeit, daß die Gewerkschaften Führer sinden, deren Einsicht sie vertrauen können. Leute, die eS ehrlich meinen und solche, denen eS nicht nur darum zu thun ist, die Fonds der Streikkasse zu ihrer Verfü gung zu haben. Der Streik als Waffe gegen einen Millionentrust ist stumpf und hinfäl lig. Einschüchterungen und Boycotts können gegen diese Kolosse nichts aus richten. Das einzige Mittel ist die Wahlurne. Männer müssen in die gesetzgebenden Körperschaften gesandt werden, die nicht Knechte der Corporationen sind, sondern rfJC V, !mu V2a iuiyc, ucucii uu9 4uu,tiuciuurjyi vic einzige Richtschnur ist. Die schärfste Waffe gegen die Macht der ungesetzlichen Trusts ist nicht Ge waltthätigkeit, sondern Recht und Gesetz.
Ein Meisterwerk der typographi schen Kunst ist zur Vollendung ge langt: die mechanische Vervielfältigung deS gefammten Codice Atlantico" von Lionardo da Vinci, der einen der. be rtthmtcsten Schätze der Am brosiana bildet. Die Anregung zu diesem Unternehmen hat im Jahre 1894 die Accademia dei Lincei gegeben; seine Durchführung wurde durch reiche Beihilfen der italienischen Regierung und des verstorbenen Königs Humbert ermöglicht. Ein Jahrzehnt hat die Arbeit gedauert, von deren Umfang die Thatfache eine Vorstellung geben wird, daß 1384 Tafeln in Lichtdruck auszu führen waren. Der Codice Atlan tico", der feines Namen von dem großen, atlasartigen Formate hat, hat, seitdem ihn Liornado bei seinem Tode seinem Lieblingsschüler FranceSco Melzi hinterließ, mannigfaltige Man derungen innerhalb und außerhalb Italiens gemacht, ehe er vom Grafen Arconati der Ambrosiana zum Geschenk gemacht wurde. Napoleon I. entführte ihn nach Paris, 1814 kam er nach Mai land zurück. In diesem Codex hat Lionardo (wie bekannt, immer in Spie gelschrist!) eine große Anzahl von Gedanken über die verschiedensten wissen schaftlichen Probleme niedergeschrieben; eS sind speziell physikalische und kriegs wissenschaftliche Probleme, die er hier behandelt, Studien über Ballistik, Hy draulik, Flugmaschinen, Physiogno mik, dazwischen allerlei Erfindungen, auch physikalische Spielereien, wie z. B. Lampen mit automatischer Aus löschvorrichtung. Die Bedeutung der typographischen Vervielfältigung deS Codex liegt nun darin, daß -sie eine unerläßliche Vor arbeit für eine künftige Ausgabe der schriststellerischen Werke Lionardo's bil det. Seine Manuskripte sind bekannt lich über ganz Europa verstreut, ihr Inhalt gänzlich ungeordnet; und um Lionardo's Schriften in Zusammen hang zu bringen, muß man die vor.
handenen Manuscripte neben einander vor sich haben und in einander arbeiten können. Die Veröffentlichung der Werke Lionardo's aber ist darum erforderlich, weil schon aus den Frag menten so viel klar ist, daß Lionardo der Wissenschaft vielsach um drei und vierhundert Jahre vorausgeeilt und Entdeckungen, Erfindungen und Ge setze (das Gesetz von der Erhaltung der Krast!) aus der Fülle seines Genies heraus gefunden, hat, die erst lange Zeit später der vereinten Arbeit vieler wissenschaftlichen Geister wieder gelun gen sind. Der Codice Atlantico" ist aber eine der reichsten Fundgruben des gewaltigen Genies dieses- Universal menschen. ES sind 230 Exemplare von der Ausgabe hergestellt worden, die fast durchweg von den italienischen und auswärtigen Bibliotheken bereits bezogen sind. Ein Exemplar erhält Präsident Loubet als kostbares Anden ken an seinen diesjährigen Besuch in Italien. . Einbrüche an der Nordseite. Die Nachbarschaft der New Jersey Straße, sowie auch der Central Ave., war während der letzten Woche verschie dentlich von Einbrechern heimgesucht. Letzte Nacht nun lief in der Polizei ftation die Nachricht ein, daß in dem Hause No. 2432 Central Ave. schon wieder Einbrecher an der Arbeit seien. Da die Radlerpolizisten nicht zur Hand waren, machten sich Sergeant Woerner und ein Vertreter deS Telegraph" nach dem Schauplatze auf. Zum dritten Male innerhalb einer Woche war der Versuch gemacht, die Wohnung des bekannten Optikers im Dennison House, Bert Jaffe zu berauben. Glücklicher Weise wurde der Versuch gestern Abend ver eitelt, da die Frau deS Hauses zur rech ten Zeit erwacht war und ihren Gatten alarmirt hatte. In der Nacht von Samstag auf Sonntag war es einem Einbrecher, der das Fliegenfenster durchschnitten hatte, gelungen in'S Zimmer zu dringen und sich Herrn Jaffe'S Uhr anzueignen. Der Mann wird als ziemlich groß, mit hellem Anzüge und Schlapphut be, schrieben. Eine ganze Anzahl Ein bruchsversuche wurden aus der Gegend gemeldet. Das HauS deS Herrn Bam berger No. 2421 wurde gleichfalls mit einem Besuche beehrt; auch hier wurden die Diebe verscheucht, ohne daß sie viel Beute erlangten. Sam RogerS, der 526 West North Str. in einem Hinterhause wohnt, wurde um eine Geige, einen Anzug und $17 in Baar beraubt. Der Dieb ent kam mit seiner Beute.
Landbriefkasten werden von Uncle Sam energisch ge schuht.
, Daß Uncle Sam allen Ernstes und ganz energisch das Gesetz durchzuführen j gedenkt, welches die Zerstörung oder Beschädigung von Landpostkasten strengstens verbietet, geht wohl am besten aus einer Verhaftung hervor, die am Montag Nachmittag durch Deputy BundeSmarfchall Johann im südlichen Jndiana vorgenommen wurde. Derselbe verhaftete dort nämlich einen 25-jährigen jung verheiratheten Mann, Malachi Goodman mit Namen, dessen Heimath sich in der Nähe von ChreSney befindet und der von Posey Co., wo er den Sommer über als Farmarbeiter thätg gewesen, gerade wieder mit seiner Frau nach Spencer Co., zurückziehen wollte Gegen Goodman liegt die Klage vor, im letzten Mai mit einigen Kameraden zusammen in Spencer County einen Landbriefkasten, an dem die jungen Leute vorüberkamen, durch Revolver schüsse zertrümmert zu haben. Good man wurde sodann dem Bundeskom missär Wartmann vorgeführt, vor wel chem der Angeklagte versicherte, daß er an der Zerstörung des Kastens keinen Antheil gehabt, im Gegentheil seine Kameraden zurückzuhalten versucht hätte. Der Richter jedoch überwies ihn den Großgeschworenen. Ein Trio mißvergnügter Ehefrauen. Jennette Bradburn, die von ihrem Gatten John N. Bradburn geschieden sein will, bringt außer der Beschuldi gung, daß er sie verließ, daß er sie schlug und verwundete, daß er auch ihr Leben bedrohte und in der Nacht, wo er wußte, daß sie ohne Schutz war, so gar seine Drohungen - unter Vorzeigen eines Messers und NevolverS Nachdruck verlieh, so daß sie ihn aus Furcht ver lassen mußte. Ethel Willers sucht Scheidung , von Benjamin Willers, weil er sie geschla gen und zum Verlassen des Hauses auf gefordert haben soll. Sie sagt ferner, er sei ein Säufer und er habe sie ver schiedentlich mit dem Tode bedroht. Gegen die American Car Co. wünscht sie einen Einhaltsbefehl, damit dieselbe vom Gelde des Verklagten genügend zurückhalte, die Unkosten der Klage zu decken, weil sie selber völlig mittellos sei. Rhode M. Heß sucht Scheidung von Wm. H. Heß, dem sie vorwirft, daß er sie schlug, einmal auf öffentlicher Straße sogar und zwar so, daß ihr die Lippen bluteten. Auch soll er streitsüchtig gewesen sein. Da sie erst 20 Jahre alt ist, sagt sie, habe sie Im Haushalte natürlich keine Erfahrung und ihr Mann gab ihr, wie sie sagt, Auftrag, auf welche Weise sie dieses oder oder jenes zu thun habe, um dann später zu bewundern, daß eS nichtauf eine andere Weife gethan wurde; auf diese Weise machte er ihr, wie sie klagt, das Leben saUer. Spä ier verließ er sie ohne Grund. Sie verlangt neben der Scheidung, die Ob Hut über das der Ehe entsprossene Kind und $200 pro Jahr zum Unter halte, dessen S100 Alimente. Fensterscheiben und Spiegel putzt man am schnellsten schön blank, wenn man Schlemmkreide fest in ein Leinwandläppchen bindet, mit kaltem Wasser befeuchtet, daß die Schlemmkreide sich erweicht, und damit über die Scheibe.-: hin und her fährt, sogleich aber mit einem Tuche nachwifcht, bis sie ganz rein sind. . Gebrauchte Korke neu zu machen. Man schütte gebrauchte Korke in ein Gefäß und gieße heißes Wasser darauf, in welch letzterem sie 30 Stunden liegen können. Mit einer Bürste werden dieselben in lauem Wasser abgewaschen und in eine Mischung von einem Theil reiner Salzsäure und 20 Theilen Wasser gelegt. Nach einer Stunde nimmt man sie heraus, spült sie ab und trocknet sie aus einem Ofen, worauf sie das Ansehen neuer Korke bekommen. Froschschenkel gedämpft. Die Froschschenkel werken gewaschen, mit Butter, fein gehackten Zwiebeln, Petersilie, etwas Champignon, ein wenig Knoblauch, drei Netten, einem Lorbeerblatt vermengt, gesalzen, mit einem Kochlöffel voll Mehl bestreut und gedämpft.. Hierauf mit einem Glaschen Weißwein und etwas Fleischbrühe Übergossen und zehn Minuten langsam gedünstet, zuletzt wird eine Mischung von vier Eigelb, zwei Eßlöffel süßem Rahm, sowie der Saft einer Citrone beigemengt, heiß gemacht, in einer tiefen Schüssel angerichtet und mit But-terteig-Plätzchen garnirt.
Biberfelle und lUampurn. Qrigluelle Münzen" in der frühen tnert kanischen olonialzett. In den frühen amerikanischen Kolo nial-Zeiten war in diesem Lande Gell so gut wie gar nicht vorhanden; bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts bestand die Währung aus Biberfellen und Wampum. , Wampum nannte man Perlen aui Muscheln. Die Muschelschale wurde ir Stücke gebrochen, auf einem Stein bis zur ungefähren Dicke eines Pfeifenrohrs abgeschliffen, in bestimmte Längen geschnitten und durchbohrt. Danr wurde es auf Faden gezogen. Zuersi galten vier Stücke Wampum einen hol. ländischen Stüber oder 80 einen hol ländischen Gulden; später, aber sän! der Werth bedeutend. Es wurde nämlich schlecht bearbeitetes, leicht zerörechliches, nicht durchbohrtes Wampum in Umlauf gebracht. Und es gab auch damals schon Regierungen, welche sich vergeblich bestrebten, durch Verordnun gen ein festes Werthverhältniß zwischen Biberfell und Wampum herzustellen. So erschien 1641 von Seiten der Regierung eine Verordnung, worin darüber geklagt ward, daß sehr schlechtes, unpolirtes Wampum von Orten, wo es 50 Prozent billiger zu haben sei, importirt werde und das gute polirte Wampum ganz vertrieben habe. Es wird deshalb Jedermann verboten, unpolirtes Wampum anzunehmen oder zu zahlen. Im Jahre 1647 erfolgt eine neue Verordnung, wonach bis auf Weiteres loses, unpolirtes Wampum im Verkehr bleiben darf; doch sollen alle unvollkommenen, zerbrochenen und nicht durchbohrten Perlen ausgesammelt und zu Bullion erklärt werden, welches zu den üblichen Preisen in den offiziellen Bureaus angenommen wird. Im Jahre 1630 wird in einer neuen Verordnung über die tägliche Entwerthuna des Wampum von Neuem ernstlich Klage geführt, und es werden zur VerHinderung weiterer Einfubr schlechten Wampums feste Preise gesetzt. Im Jahre 1657 erfolgt ein Klagelied über die unerschwinglichen Preise, indem eine Kanne Essig 10 bis 20, eine Kanne Oel 4 bis 5 Gulden, eine Kanne französischer Wein 40 bis 45 Stüber, zwei Quart Bier 14 bis 15 Stüber und ein Biberfell 11, 12 und mehr Gulden in Wampum koste. Und es wird deshalb verordnet, daß für ein Biberfell nur 8 Gulden bezahlt werden sollen; daß das Wampum in Hohlmaßen gemessen und nur bei kleineren Summen als 2j Stüber gezählt werden solle. Aber die Kaufleute lassen sich für ein Biberfell 11, 12 und mehr Gulden bezahlen und machen bei Verkäufen von Lebensmitteln zwischen Biber und Wampum einen Unterschied von 30, 40, ja 50 Prozent. Im Jahre 1658 ist das Biberfell auf 16 Gulden Wampum gestiegen, und auf alle Lebensmittel wird ein Aufschlag von 80, 90, ja 100 Prozent gemacht. Jetzt wird Wampum für einen Handelsartikel erklärt, ausgenommen für einige der nothwendigsten Lebensmittel. Für diese werden die Preise in Wampum vorgeschrieben, und znxn; im Verhältniß von 1 Silber: lj Biber: 2 Wampum, oder für einen Stüber Silber konnte man ebenso viel kaufen, wie für anderthalb Stüber in Biberfellen, oder 2 Stüber in Wampum. Im Jahre 1662 erfolgt eine weitere Reduktion des Wampumwerthes von 16 auf 24 weiße Stücke auf einen Stüber Silber. In Massachusetts wurde Wampum als Zahlmittel schon 1661 abgeschafft; in Neu-Niederland (dem heutigen New Fork) scheint es sich noch bis um Ende des Jahrhunderts erhalten zu haben. Wenigstens wird noch 1693 das Fährgeld zwischen New Jork und Vrooklyn mit 2 Pence Silber oder 8 Stücken in Wampum bezahlt. Langes Leben. Der angesehene Londoner Arzt Sir Hermann Weber hat einen größeren Aufsatz veröffentlicht, der die Mittel und Wege zur Erreichung eines langen Lebens erörtert. Weber faßt am Ende seiner' Darlegungen das Vorgebrachte in folgende Regeln zusammen: 1. Erhaltung aller Organe in kräfkigem Zustand. 2. Erkenntniß und Bekämpfung krankhafter Tendenzen, mögen dieselben ererbt oder erworben sein. 3. Mäßigkeit im Essen und Trinken und anderen körperlichen Genüssen. 4. Reine Luft in dem Hause und außerhalb desselben. 5. Regelmäßige Körperbewegung an jedem Tage und bei jedem Wetter; in vielen Fällen auch Athembewegungen, sowie Fuß- und Klettertouren. 6. Früh zuBett und früh wieder auf. Dauer des Schlafes nur 67 Stunden. 7. Tägliches Bad oder Abreibungen; je nach der Konstitution warm oder kalt oder auch beides. 8. Regelmäßige Arbeit und geistige Beschäftigung. 9. Selbsierziehung zur Freudigkeit, Ruhe des Gemüths und, zu einer hoffnungsvollen Lebensanschauung. 10. Bekämpfung der Leidenschaften und nervösen Angstgefühle. 11. Ein kräftiger Wille, der das Individuum dazu zwingt, gesund zu leben und Alkoholita und andere Stimulantien, sowie Narkotika und Analgetika zu vermeiden. - In China kommen mehr Hmrickwngen vor als sonstwo auf der Erde. Sie erreichen jährlich im Durchschnitt die Zahl von 12,000.
Drimtalischc S'chkinrhcn. cmlctyete Ekzemänncr als Begleiter allein.stehender Frauen aus der Pttgersahrt. Trotz der Vielweiberei gibt es im Orient eine nicht geringe Anzahl von Frauen, welche keinen Gatten besitzen. Das sind nicht etwa ehelos gebliebene Mädchen denn alte Jungfern kennt man im Orient nicht sondern Wittwen oder geschiedeneFrauen, deren Zahl stets sehr groß ist. Diese beiden Kategorien von weiblichen Wesen sind nun nicht selten im Besitze genügender BaarMittel, um sich den Lieblingswunsch aller Mohammedaner, eine Pilgerfahrt nach Mekka, erfüllen zu können. Die Sitte verbietet ihnen jedoch, eine solche Reise ohne männlichen Schutz, d. h. ohne Gatten zu unternehmen. Sie müssen sich also einen solchen suchen. Dabei sind sie denn auf ein schlaues Auskunftsmittel verfallen. Bei den Schiiten in Persien ist der Abschluß einer Ehe auf eine bestimmte Zeit schon für eine Stunde gestattet. Dort kommt es daher vor, daß eine Wittwe mit einem untergeordneten Manne für die Dauer der Reise die Ehe schließt. Ganz ähnlich verfahren nun die reiselustigen Mohammedanerinnen anderer Länder. Sie wallfahrten nach Mekka oder Medina und vermählen sich dort, natürlich gegen gute Bezahlung, mit einem Manne, der sich nach Beendigung der Pilgerfahrt wieder von ihnen scheiden läßt. Unter seinem Schutze können sie dann die heiligen Orte ungestört besuchen. Die so gemietheten Ehemänner rekrutiren sich zum größten Theile aus den Fremdenführern der beiden Städte, welche infolge dieser Sitte ein glänzendes Geschäft machen. Es ist einmal vorgekommen, daß sich ein solcher Pseudo-Ehemann während der Scheinehe sterblich in seine Arbeitgeberin verliebte und nachher nicht in die Scheidung willigen wollte. Für eine westeuropäische Frau wäre die Lage sehr unangenebm gewesen; die Orientalin aber kannte ihre Glaubensgenossen und die Macht des Goldes. Sie bestach die Berufsgenossen ihres liebeglüihenden Gatten, und diese zwangn den Widerstrebenden zur Herbeisührung der Scheidung dadurch, ' daß sie sein Benehmen für eine Schmach ihres Standes erklärten, die außerdem geeignet sei, das ganze Gewerbe in den Augen der Frauenwelt in Mißkredit und für die Zukunft um seinen guten Verdienst zu bringen. Ccdcrnholz. Das Holz unserer Bleistifte wird von den Cedern geliefert. Die berühmten Cedern des Libanon sind zwar noch nicht ausgerottet, aber sie sind doch im Lauf der Jahrtausende-in ihrem Bestand zusammengeschmolzen, 'so daß sie für eine industrielle Äirwerthung kaum noch in Frage kommen. - Wichtiger sind daher die rothen Cedern geworden, die im Gebiet der Ver. Staaten sehr verbreitet sind. Diese Bäume haben eine große Anpassungsfähigkeit an das Klima, indem sie sowohl in den nördlichtn winterkalten Gegenden am Ontariosee wie auf der schon mit fast tropischem Pflanzenwuchs begabten Halbinsel Florida vorkommen. Nach Westen hin bildet das Felsengebirge die Grenze ihrer Verbreitung, während sie sich nach Osten 'bis an die Ufer des Ätlantischen Ozeans hinziehen. Die bedeutendsten Bestände an Cedernwäldern haben die Staaten Tennessee und Florida. Neuerdings hat die Abtheilung für ForstWesen am Ackerbau-Departement der Ver. Staaten ihrer Untersuchung ein erhöhtes Interesse zugewandt. Nach den bisherigen Forschungen würde es leicht sein, den überaus nützlichen Baum noch weiter zu verbreiten. Das Holz der rothen Ceder ist von hervorragender Beschaffenheit und namentlich von großer Festigkeit, indem es der Fäulniß einen starken Widerstand entgegensetzt. Die größte Bleistiftfirma in Deutschland hat sich selbst einen kleinen Wald von Cedern angelegt, um im Bezug dieser für sie unentbehrlichen Holzart nicht auf das Ausland angewiesen zu sein. In den Ver. Staaten werden zur Fabrikation von Bleistiften jährlich etwa 125.000 Cederbäume verbraucht. Dieser Betrag ist recht erheblich. und man hält daher Maßnahmen für unerläßlich, um der Abnahme der rothen Ceder, in Amerika vorzubeugen. E i n Telegraphenkabel nach Island soll demnächst von der Großen nordischen Telegraphengesellschaft mit Unterstützung des dänischcn Staates gelegt werden. Bisher verhandelte man mit Schweden, Norwegen, dem Deutschen Reiche-und England wegen einer jährlichen Unterstützung für längere Zeit erreichte hiermit aber, nicht die. gewünschten Resultate. An dem neuen Projekte betheiligen sich nur die genannte Gesellschaft und der dänische Staat. Das Kabel wird von den Shetlandsinseln über die Faröer nach Island gehen und rund 2,000,000 Kronen kosten; eine direkte Äerbindung mit Dänemark würde mindestens ,3.000,000 Kronen erfordern. . Verächtlicher Geiz. Der Straßenbahn-Kondukteur Brophy in Vrooklyn, N. F., fand in feiner Car eine Reisetasche, die $1500 w Baar enthielt, und als er seinen Fund der Eigenthümerin, einer vornehm gekleideten Dame, zurückgab, bot sie ihm einen Vierteldollar als Belohnung an. Brophy wies das Geldstück zurück, worauf die Dame es auf einen Sitz legte und entrüstet davonging. ..
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11 tat Cfl.
