Indiana Tribüne, Volume 28, Number 11, Indianapolis, Marion County, 5 September 1904 — Page 5

Jnbiana Tribüno S September 190iJ

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5 - 1A . Rankt KosmasZ und Vamian K Z ji s ist ein einsames Dorf, afigeiV gen von Welt und Straße. (Legen Norden baut sich ein breiter Äerg aus, der mit welt vorspringender Kuppe und schroffem Abfall das Dorf vor den rauhen Winken schützt. Eine weite Aussicht ist nicht von da oben, die vorliegenden niederen Berge verdecken die mächtigen Spitzen der Ortlergruppe sowie der Dolomiten, die man nach West und Ost hin sonst sehen würde, und ein besuchtes Touristenziel ist nicht in der Nähe. So ist das Dorf weltfremd geblieben auf seiner grünen Bergmatte, über der die Höfe zerstreut liegen. Ein zufällig hereinverirrter Wanderer bedeutet noch ein Ereigniß. Das größte Anwesen im Orte ist das der Philomena Dereser, welches auch als höchstes von allen, wie ein Adelssitz beinahe, den Ort beherrsch:. Die Besitzerin ist eine frische, lebhafte Frau, gegen Ausgang der Dreißig, und seit einigen Jahren schon Wittwe. Nach! dem Ableben des Mannes hatte sie die Wirthschaft übernommen, und da sie schon vorher, während der langen Krankheit des Bauern, alles allem hatte anordnen müssen, so war ihr die Leitung des Hofes nicht schwer geworden. Wenigstens meinten das die Bauern. Aber die Dercserin gab ihnen nicht recht. O mei," sagte sie seufzend, '3 ist doch eine andere Sach', wenn ein Mann da ist, der nach dem Rechten schaut." Ihre Tochter freilich, die Anna, die nun achtzehn Jahre alt wurde, und wie ein Almenrausch so rosig aus dem runden, hübschen Gesicht blickte, war damit nicht einverstanden. Wozu denn, Mutterl?" sagte sie. Ist's nicht besser,, wenn wir zwei allein da hausen und geht nit alles gut auch so? Ist doch der Peter ein tüchtiger Knecht, der so viel auf die Wirthschaft hält, als wär's feine eigene!" - Freilich, das ihai der Peter. Er war ein großer, stämmiger Mann aus dem Etschthale. Sein Vater hatte dort ein schönes Weingut gehabt, und der Peter Unterhofer hatte als wohlhaben der Mann sein Erbe angetreten. Da war ein nasses Jahr gekommen. Es regnete viel, oben im Gebirge gab es r f . s- . 'ii 4. l sr ip lazmere emuier, uno oie. u)icicger gingen stark ab. Die Etsch wuchs höher und höher und kam über die Ufer. Wo üppige Weinpflanzungen gestanden hatten, gingen trübe Wellen, die Gebäude standen im Wasser, die nicht besonders festgebauten stürzten zusamrnen. In einer Nacht war der Unterhofer ein armer Mann geworden, als ein armer Teufel zog er nordwärts, um ein Knecht zu werden, der Peter zu sein, der fremder Leute Brot aß. Bei der Dereserin hatte er es gut getroffen, hier galt der fleißige und umsichtige Mann etwas, und einige Jahre stand er nun schon da im Dienste. Während dieser Zeit war aus der trauernden Wittwe wieder eine lebenslustige Frau geworden und' aus dem kleinen Dirndl ein großes, schönes, nach dem die Buben im ganzen Thal ausschauten. Die Anna merkte es und sie lachte darüber. Nicht daß ihr Herz zarten Regungen unzugänglich gewesen wäre aber si? mußte immer vergleichen: den Peter mit dem dunklen Wirrkopf, mit dem fchwa?zen Vollbart und den blitzenden Augen, mit der ganzen kraftvollen Erscheinung, und die flachsigen Burschen aus dem Thal, die zwar auch ganz gute Menschen und nicht zu derachten waren, die aber neben ihm niemals bestehen konnten. Nun war's ein schöner Tag im September. Noch warm und doch schon mit der matten Sonne, die sich zum Sterben rüstet. Die Nächte waren schon kühl und man mußte darauf gefaßt sein, daß die weißen Flocken bald ihr Spiel beginnen würden. Sie kamen hier schon früher als unten im Etschthal. Die Anna Dereser saß hinter dem Hause und hatte sich eine Arbeit vorgenommen.an der sie nachdenklich schaffte. Es war ihr in der letzten Zeit manchmal so sonderbar zu Muthe gewesen, sie trug eine Angst mit sich herum, die sie oft des Nachts nicht zum Schlafen kommen ließ. Sie war sich nicht darüber klar geworden, bis ihr eines Tages einer der Bauern sagte: Die Mutter will scheint's wieder heirathen!" Da wußte sie, warum die Bäuerin jetzt wieder so lustig und jugendlich war und bei jeder passenden Gelegenheit ihren besten Staat anlegte. Es dunkelte schon an diesem Abend, nur von der Kuppe jenseits der Alm kam ein hellerer Schein herüber in's Thal. Der Berg hatte bereits sein Schneemützchen aufgesetzt Anna legte ihre Arbeit zur Seite, es fiel ihr ein, daß sie sich noch einen Gang zum Nachbarhofe vorgenommen hatte. Wie sie über die sanftgeneigte Grashalde hinschritt, da hörte sie ihren Namen vom Hausier rufen, zwei-, dreimal. Dann war ts still. Sie wandte sich um und ging zurück. Bevor sie wieder um die Ecke bog, hörte sie reden. Da blieb sie hochathmend stehen; sie war schnell gelaufen, und das Herz klopfte ihr heftig.

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j - - ic - 33 Eine Ciroicr Geschichte. Von Ö'tl flcroll 1 o i3 war der Peter. mit dem die Baue-' rin sprach. Ist das Dirndl nicht da?" fragte er. Soll ich es suchen gehn?" Wär' nit schlecht!" antwortete Philomena lachend. Sie find't den Weg schon allein heim. Aber Dir thät's woh! Vergnügen machen." Er wehrte ab. Das hab' ich nit g'sagt." O mir ist schon, als steigst dem Madel nach, Peter!" sagte Philomena leiser. Aber das sag ich Dir" Was?" Er unterbrach sie plötzlich mit tiefem Laut. Du weißt, Haus und Geld gehört mir und bei mir dürftet Ihr nit bleiben." Es war einen Augenblick ganz still. Weshalb denn nit, Bäuerin?" begann er dann. Sie antwortete nicht darauf, und er wiederholte seine Frage. Hast was gegen mich, Bäuerin?" Hast schon zu der Anna gesprochen. Peter?" fragte sie zurück. Na, na wie käm' ick dazu?" Gut!" sagte sie hastig. Peter Du bist hier nur der Knecht, aber wenn Du der Herr sein möchtest es stand' bei Dir." Philomena hatte es ihm hastig zugeraunt und lief nun schnell in das Haus zurück. Peter Unterhofer stand noch' an der Thür und blickte in die fallende Dunkelum rnnein. Ihm war beklommen ZU Muthe, als ob er einen Schlag aufden Kopf bekommen hätte. Er hatte stets die Bäuerin gern gehabt, aber ohne dabei etwas zu denken. .Daß es so kommen sollte hatte er me erwartet. Anna lehnte an der Hauswand, leise erschauernd. Das war es, was ihr wie ein böser Traum manchmal durch den Smn gefahren war. Für sich hatte sie noch nichts verlangt; aber wenn sie daran dachte, daß die Mutter wieder heirathen würde, da hatte sie doch stet mit angstvollem Herzen gebetet, daß es nicht der Peter sein möge, den sie sich erwähle. An der Hauswand längs der Gallerie war Holz aufgeschichtet. Sie drückte ibren Kopf an die Scheiter, daß es ihr weh that. Das stand nun so klar vor ihr: die Mutter wollte den Peter heirathen, und sie selbst sie hatte ihn auch lieb! Sie stand eine ganze Zeitlang, dann raffte sie sich auf und ging , in die Stube. Da stand die Abendsuppe auf dem Tisch und das Gesinde darum versammelt, man wartete nur noch auf sie. ' Und man betete wie immer, aber bei ihr war es doch etwas anderes. Die Gedanken wollten nicht bei den frommen Worten bleiben, sondern gingen hinüber zum Peter. Eine Woche später war es, als Philomena ihrer Tochter kopfschüttelnd nachsah. Was ist's nur mit der Anna!" sagte sie leise zu sich selbst. Sie schaut so blaß aus und geht herum mit einem Gesicht, als ob sie die Nächte durchweinen thät'." Der Peter bemerkte es auch, und es schnitt ihm in's Herz. Er hatte sich vorgenommen, wenn er die Anna allein treffen würde, ein paar Worte mit ihr zu reden, aber immer wich sie ihm aus, wo sie seiner auch nur ansichtig wurde. Er wieder that das gleiche der Bäuerin gegenüber. Er konnte sich nicht entschließen, zu sprechen, um Philomena anzuhalten, so verlockend es für den armen Burschen auch fein mochte. Sie war sechs Jahre älter als er, und den Kopf und die Brust hatte er so voll von dem lieben jungen Dirndl so vermied er eine Entscheidung, so lange es anging. Die Anna nahm von Tag zu Tag mehr ab. Sie saß meist still umher und lachte nicht mehr wie früher, kam auch fast gezwungen nur zu den Mahlzeiten Philomena wurde das Herz darüber schwer. Sie hatte ihr einziges Kind lieb, und wenn sie auch nicht geneigt war, in eine Heirath der Anna mit dem Peter zu willigen, Kummer sollte das Kind doch nicht haben. Am Sonntag nach dem Kirchgang redete sie der Anna gut zu: .Was ist's nur mit Dir? Red' halt endlich!" Das Mädchen zwang das müde Gesicht zu einem Lächeln, aber die Augen blickten traurig drein. Nichts ist's, werd' nur ein wenig krank sein." . Das krank" glaubte Philomena gern, das wenig" nicht. Ich will den Doktor Rainer von drunten holen lassen, Annl. daß er Dir eine Medizin verschreibt." Davon wollte sie nichts wissen. Nur Ruhe und vielleicht, wenn sie fort könnte aus dem Dorf irgend wohin, nur hinaus! Und dabei liefen ihr die hellen Zähren über die Wangen. Vielleicht hörte draußen das Herzeleid- auf. Philomena nahm ihren Kopf zwischen beide Hände. Ja, wohin willst Du denn, Annl, draußen in der Welt haben wir Niemand, zu dem ich Dich schicken l'ßml'." Aber dann fiel ihr doch . ein, daß draußen Jemand fei, zu dem zu gehen gut für die Anna wäre. Wenn Du eine Wallfahrt machtest zu den guten

Heiligen Kosmas und Damian (Zwillingsbrüder, die im dritten Jahrhundert die Heilkunde in Cilicien ausübten. Sie wurden, da sie sich als Christen weigerten, den Göttern zu opfern, im Jahre 303 enthauptet), die drunten bei Bozen in einer Kirche sind! Die sind so gut und haben schon in allerlei Krankheit und Gebresten geholfen." Die Anna nickte. Ja. das will ich thun, und Du kommst r?.it." ; Die andere Woche machten sich die beiden auf zu. der Wallfahrt, -und der Peter begleitete sie mit einem wohlgek'Zttten Wiirfsacf bis ZUM Nttcksten Ort von wo das Gepäck durch Geschirr hinab nach Voz?n befördert werden sollte. Die Frauen wollten den weiten Weg zu Fuß zurücklegen, wie sich das für Wallfahrer ziemt. Vor dem ersten Orte, bei einer Wegbiegung, stk.nd der Oberförster plötzlich vor ihnen, der in der Nähe auf feiner Försterei hauste. Der Dereserhof wandert wohl aus?" sagte er lustig. Er war immer zu allerhand Schnurren aufgelegt. Wie geht's, Philomena, und wohin soll's?" Sie sah ihn unwillig an. Ob er nicht merkte, daß sich auf dem Gange, den sie thaten, Scherze nicht schickten. Zu den Frommen gehörte er freilich nicht; die Jägersleut sind halt alle keine Kopfhänger. Auf einer Wallfahrt sind wir, Oberförster, und Ihr thätet schon besser. Ihr gäbt uns den Weg frei!" sagte sie ernst. Was hast denn verbrochen, Bäuerin, daß Du eine Wallfahrt thust?" fragte er und faßte dabei nach ihrer Hand. Ich hab' schon allweil g'meint, Du mußt viel Sünden zu bereuen haben." Sie wollte vor ihm' zurückweichen und trat an den Wegrand herüber, von wo ein kleiner steiniger Hang abfiel. Da gab unter ihren Füßen der Boden nach, und sie glitt hinab in das Geröll mit einem lauter! Schmerzensfchrei. Der Oberförster sprang ihr nach und half ihr wieder herauf. ' Hast Dir was than, Dereserin?" fragte er besorgt, 's ist mir leid, daß Du meinetwegen g'fallen bist. Aber einen Spaß wirst Du doch verstehen!" Philomena schüttelte unwillig den Kopf und begann zu klagen. Eine Hand blutete ihr und mit dem linken Fuß konnte sie nicht gut auftreten, er schmerzte bei jedem Schritt. Der Oberförster trat heran und umfaßte sie mit seinem Arm. Wenn ich Dich so stütz', geht dann das Laufen?" Sie versuchte und fand, daß es so leidlich ging. So könnten wir zwei beide zusammen wieder hinauf in den Dereserhof gehen," sagte er. Laß das Annerl allein die Wallfahrt machen; 's kann ja auch der Peter mitgehn, und mögen s' recht gut für uns zwei beten, damit ich auch einmal mit in eine Bitt' hineinkomm'." Die'Anna'sah ihre Mutter frageno an. Das war ihr nicht unangenehm, mit demPeter zu gehen, das ganze Thal hinaus, und unten durch das Etschgelände, wo es so warm und schön sein sollte. Philomena überlegte. Sie selbst konnte unmöglich mitgehen, Und auf der Wallfahrt umkehren das sollte Anna auch nicht; dem armen Dirndl that die Fürbitte der Heiligen sehr noth. So entschloß sie sich, die beiden allein zieh:n zu lassen, während sie mit dem Oberförster heimwärts ging. Anna und Peter wanderten schweigend den Weg dahin. Zur Seite sprang der Wildbach. Er hatte es so gar eilig, hinab in den sonnigen Süden zu kommen. Das Thal grub sich immer tiefer in die Berge ein; während oben bei ihrem Dörflein die Lehnen sanft abfielen, wurden es nun steile Wände, die hoch emporragten. Das Ablegen des Gepäcks hatte der Peter vergessen, er trug den schweren Rucksack weiter, ohne daß man ihm die Last anmerkte. Gegen Mittag machte er Rast. Bist müd, Dirndl?" fragte er leise. Sie schüttelte mit dem Kopf. Er zog ein Stück Brot hervor und wollte ihr davon geben, aber sie nahm es nicht. I will fasten, bis i den lieben Heiligen meine Bitt' vorgebracht hab'." Dann zogen sie weiter. Ein kühler Wind war von droben durch das Thal gekommen, aber allmälig verlor er sich. Wärmere Luft schlug ihnen liebkosend entgegen, und. endlich blieb das enge Thal hinter ihnen, und sie wandelten durch den weiten lachenden Thalkessel von Bozen der Stadt zu. Anna war noch nie da herausgekommen. Sie hatte erzählen hören, daß es' schön in der Stadt sei, aber so schön hatte sie es sich doch nicht gedacht. Sie ging nun dicht neben Peter her, hatte seine Hand gefaßt, um ihn nicht zu verlieren, und sah in scheuem Staunen um sich. Im Pfauen" hatte Peter seinen Rucksack abgelegt und gesagt, daß er am anderen Tage wiederkommen werde. Sie gingen nun unter den Lauben entlang, und am Obstmarkt kaufte er eine Weintraube. Oben in ihrem Dorfe gab es die nicht. Schaust so blaß aus, Dirndl, iß die Traube!" Anna nahm sie aus seiner Hnd und trug sie mit sich, aber sie rührte die Beeren nicht an. In ihrer Brust war ein seltsames Wogen und Drängen, das ihr fast das Mieder sprengte. . Da mußie wohl ein Wunder geschehen, wmn die lieben Heiligen helfen sollten. Die Liebe zu dem Peter sollte di? Wallfahrt von ihr nehmen, und sie fühlte doch, wie sie, in ihr immer mehr und mehr anwuchs, wie sie feine Hand am liebsten nimmermehr losgelassen hätte.

Seißt auch genau den Weg?"frag!e sie, als sie jenseits Ör?:5 bi'; Straße fürbaß schritten. " I hab' schon g'fragt, drinnen in der Stadt, 's ist noch a Stund' zu gehen!" Und sie gingen gesenkten Hauptes weiter. Anna hatte schon immer auf Leidensstationen geachtet, aber es kamen keine. Nun sprach sie still im Gehen die Gebete für die Wallfahrt. Der Abend kam allmälig, und mit der sinkenden Dämmerung rückte auch das Wanderziel heran. (5in paar Dächer. die aus dem Laub der Kastanien drüben am Verghang hervorschauten, daneben ein graues Kirchlein.- Sie stiegen hinauf; langsam und mit klopfendem Herzen das Mädchen. Vor der Thür des Bauernhofes saß ein Mann und schaute in die Dämmerung. Er erhob sich, als die Wallfahrer zu ihm traten, und sah sie erstaunt an. Zum heiligen Kosmas und Damian wollt's eine Wallfahrt machen?" fragte er zögernd. Aber Leut', das ist doch nit hier!" Peter berichtete, daß man 'ihn auf seine Frage nach der Kirche von Sankt Kosmas hierher gewiesen habe. Ist schon recht, aber die Kirch' ist alt und verfallen und schon lang aufgelassen. Die Reliquien san in der Kirche in Glanmg, das ist eine Stund weite? oben am Berg." Anna und Peter sahen sich rathlos an, aber dann sagte sie mit einem Seufzer: So wollen wir halt weiter gehen nach Glaning." Er beugte sich zu ihr herüber. Bist müd, Annl, hast den ganzen Tag nichts g'gessen!" Es geht noch!" meinte sie. I hab' a rechte Freud' darauf g'habt, daß i heut noch zur Kirch' komm'." Sie wollten nun wieder weiter wandern, aber der Bauer gab es nicht zu. Uebermüdete Wallfahrer dürsten von seinem Hause nicht fortgehen, sagte er und nöthigte sie hinein in die Stube. Der Weg nach Glaning war ja auch in der Dunkelheit für Fremde nicht zu finhen, da konnten sie Hals und Beine brechen dabei. Und sein Haus habe schon noch Platz für die beiden Wänderer auf eine Nacht. Sie saßen drinnen in der großen Stube und aßen zu Nacht. Anna war es seltsam zu Muthe zum ersten Male war sie übe? Nacht vom Hause fern. Sie hätte Heimweh bekommen, wenn nicht der Peter neben ihr gesessen und ihr zugesprochen hätte. . N , Dann wurde sie hinaufgeführt in's obere Stockwerk, in eine weißgetünchte Stube, in der das Bett stand. ' Peter hatte abgelehnt, im Hause zu bleiben; er bereitete sich drüben in der alten Kirche, in welcher der Bauer seine Futter- und Holzvorräthe aufbewahrte, ein Lager auf dem Heu. Im HauZ war alles ruhig geworden. Anna saß auf der Bettstatt und träumie. Sie war so müde vom langen Weg, und dennoch wollte ihr kein Schlaf kommen. Es gingen ihr fromme Gebete und sehnsüchtige Liebeslieder durch den Kopf. Und die Kammer war so hell vom Mondschein draußen. Das ' Mädchen trat an's Fenster, öffnete leise und schaute hinaus. Das war freilich fchön in silbernem Mondesduft glänzte das Thal, und die Bergwände zu beiden Seiten standen wie aus blauem Edelgestein aufgebaut. Da fiel ihr Blick wieder zur Erde und gewahrte Peter, der drüben an der Kirchenthür lehnte. Er schaute auch hinab gen Süden. Anna hielt sich ganz still. Ob es ihm wohl einfallen würde, herauf nach ihr , zu sehen? Freilich konnte er nicht wissen, daß sie nach so langem Weg die, schöne Zeit noch am Fenster verträumen würde. Plötzlich schrak sie zusammen er schaute herauf und hatte sie gesehen. Annerl?" fragte er leise. Ja. Peter." Er wandte sich zurück zu dem großen Kastanienbaum, der am Ende des Hauses stand, und klomm dort empor. Dann kam er .auf einem Aste herausgekrochen, daß er ziemlich nahe bei ihr war. : Peter, Du fällst ab!" sagte sie ängstlich. Er lächelte nur. Laß nur, Annerl. i weiß schon, wie weit i gehen darf." Er faß dann ganz ruh!g, und sie sah seinen dunklen Kopf voll vom Mondschein beleuchtet. Schau, Dirndl, da drunten bin i zu Haus," sagte er endlich langsam und deutete mit der Hand hinab, und mir scheint, i werd' bald wieder z'rückgehen!" Sie stieß einen leisen Schreckensruf aus. Warum willst fort von uns, Peter? G'fallt's Dir nimmer?" Er fuhr sich in sein dunkles Kraushaar. G'fallen, Dirndl mir thät's sehr gut g'fallen bei Euch, aber, da drunten ist's auch fchön. I denk', i will schaun, in meiner Hcimatb anzukommen!" . Anna schwieg einen Augenblick. Dann sagte sie leise: So schön wie heut ist mir noch keine Nacht geschienen, mir ist, i dürft heut' auch mehr reden als sonst. I weiß, ' Peter, weswegen Du fort willst." Du?" fragte er unqläubig. Ja wegen der Mutter. I Hab's g'ho'r Er lachte verlegen. Nit deshalb. Dirndl. Weny Du's wissen willst wegen Dir. Die ganzen Tag her hab' i net recht g'wußt, was i thun soll. ab?r heut', wie wir so schön zusammen g'wandert sind, Hand in Hand, und "0 ganz still und friedlich ist's g'wesen, da hab' i denkt, 's wär' a Sünd'. wann i a

andere nehmet, wo i Di so gern har?, Dirndl. Und wann die andere, noch so reich is! Da will i lieber fortgehn." Willst mich mitnehmen, Peter?" fragte sie leise. I bin a armer Mann, Dirndl, und Dir thät's nit behagen bei mir. Du bist a ganz anderes Leben g'wohnt." Sie schüttelte mit dem Kopfe. Den ganzen Weg hab' i zu den lieben Heiligen bitt', daß sie es gut machen sollen.' Wie das hab' i dummes Madl nit gewußt. Und schau, Peter, sie wollen's ja gut machen." Dirndl," sagte er und holte tief Athem, itzt, wenn i bei Dir wär', i nähm' Dei Köpsl, Dei liab's, und herzet und küsset Dich. V'hüet'Di Gott für die Nacht!" Er kletterte leise zurück und lehnte dann wieder drüben an der Kirchenthür, daß sie ihn sehen konnte. Der Himmel hing voll Sterne, der Mond ging strahlend feine Bahn und schien eitel Glück auf das Thal auszugießen. . Wenig Schlaf war den beiden Wallfahrern in dieser Nacht gekommen, aber am Morgen schauten sie frisch und la-rk.-nd in die Welt, n der ftriiEe brachen sie aus nach Glaning, setzt nicyt mehr mit Bitten, nur noch mit Dank für die lieben Heiligen. Deshalb ging's auch gleich den steilen Berg empor, nicht die eigentliche Wallfahrtsstraße, die schon drinnen in Gries hinausführt. Oben beim Schloß standen sie still, Peter legte seinen Arm um das Mädchen, und sie schauten nach Süden. 's wird a armseliges Leben sein, was wir da unten führen müssen. Dirndl," sagte er, aber 's ist schön in meiner Heimath da unten, und i denk, wir woll' glücklich sein dabei." O," meinte sie. stolz, i bring' Dir schon was mit, Peter, vom Vater her, und i denk', auf a klein's Anwesen wird's wohl gnua sein." Er lachte. Wie's auch ausgeht, schmal oder reichlich, Furcht hab' i jetzt keine mehr." In Glaning verrichteten sie ihre Andacht bei den Gebeinen der heiligen Märtyrer Kosmas und Damian, und als die , beiden glückstrahlenden Menschen. schieden, da wußte der geistliche Herr, daß eine Bitte erhört worden war. Es war spät am Abend, als sie wieder in den Dereserhof zurücklehrten. Ein Stück hatten sie fahren können, so daß sich die Heimkehr noch an diesem Tage hatte ermöglichen lassen. Philomenas Fuß war inzwischen wieder gut geworden. Sie sah die Beiden mit Staunen an und trug ihnen das Abendessen auf. Mir scheint, Euch ist's gut 'gangen, Ihr schaut so lustig aus. Mir mir war auch nit schlecht in die zwei Tag. Ich hatt' Euch was zu sagen darfst Dich aber nit derschrecken, Annl. I i will wieder heirathen!" . Das Mädchen fuhr empor. Du, Mutter?" Philomena drückte sie auf den Stuhl nieder. I nehm' Dir den Peter nit," sagte sie erröthend, i mein' doch, er is zu jung für mich. I werd' dem Oberförster sei' Frau und zieh' mit hinauf in's Forsthaus. Er sitzt so allein da oben mit die Jagerburschen, und auf die Dienstboten ist kei Verlaß, wann es keine Frau im Hause gibt. Auf dem Dereserhof da mögt Ihr Beide hausen. Der Peter kommt für die Wirthschaft gut aus. Wir haben uns das gestern überlegt, als der Oberförster mit mir da heraufgekommen ist. Ihm hat's noch lange nie so gut geschmeckt, wie gestern bei mir, und i hab' auch a Freud g'habt.. Er ist so ein lustiger Mann!" Und es wurde so, wie Philomena gesagt. Sie selbst ist eine stattliche Oberförsterin geworden, und auf dem Hofe leben Peter und Anna in stillem Glück. In einer Ecke der Bauernstube hängt ein Bild der lieben Heiligen Kosmas und Damian, und mit den schönsten Sommerblumen, die es da oben auf den Halden gibt, schmückt es die junge Bäuerin. Der alte Satz. Das Kreisblatt" in Altkirch, Elsaß, brachte jüngst die folgende AnZeige: Hirsingen sucht tüchtigen Mann zum Aufziehen der Thurmuhr. Lohn: zunächst keiner, später bei guten Leistungen verdoppelt." Das erinnert an eine Anekdote vom alten Wrangel. Einst brachte am Neujahrstage dem alten, reichen, aber geizigen Feldmarschall eine Militärkapelle ein Ständchen. Der alte Herr dankte dem Kapellmeister, lupfte seinen Geldbeutel und fragte: Was habe ich den Leuten denn voriges Jahr gegeben?" Excellenz haben bisher nichts gegeben," meinte der Kapellmeister verlegen. Nun, dann wollen wir diesen Satz auch ferner beibehalten!" sagte befriedigt der Feldmarfchall.

Ein heftiges Erdbeben, wie es seit vielen Jahren nicht verspürt worden ist, hat die Stadt Wellington und Umgebung auf Neuseeland heimgesucht. Mehrere öffentliche Gebäude wurden schwer beschädigt, und viele Privatfirmen und Familien haben große Verluste erlitte:'.. Menschenleben sollen nicht in Mitleidenschaft gezogen sein. Die Erderschütterung wurde sowohl auf der Nord- wie auf der Wdinsel wahrgenommen. ,

Feuer - Signale

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LMsiana 44 West und South WestundMcTarty b Senate Lve. u Henry 57 Meridian und Nay fflo. i CpritzckhWs Madison Lv. MorriS tt Madiion Slv.uDunlop U NoHakn LeiterhauI South nahe Delawar, UPm.urA 3 Delawan n. UcSartS Ti Vast und ÜrEarH Ne Jersey .VeniU 7 irg. Lv. n radsha e Gast und Prospekt Bicking und High n Too. ii Spritzenhaus Lir Llve. nahe Huro 7 Gck'i und Georgia 71 Sed und Elm 74 Davidson u Eeorgia 7 english Av. Pine n Lhctty und Laie 3 5b.S Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby J$ Fletcher Av. u Cbeliy 61 Market u. New izersey SZ Delaware und Wash. 55 Saft u Washington S4 New Dork u. Tavidsor 65 Taubstumm SInstaä HL er. Staaten Arsenal 37 Orient! und Wash. 8S FraumrReformat. 1 No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Sitz. 92 Meridian u. Teorqia. Z Meridian und Louth 4 PennsylS u. Louisiana 95 Lirgmi Ave u. Zllai. 96 Hauptauarticr. 07 Grand Hotel. 93 Capital Av und Dhlt 23 No. 16 Cpritzenhau 16. und 5lsh. 24 Alabama und 16. i5 Central Ave und 15. 126 Z)ndeS und 15. 127 Brooksid und Jupit 126 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 31 Alabama und 11. iZi Bellesontawe und'. 34 College Ave und 2L. ;35 Delaware und 13. i36 Alabama und NorH 37 Net?mann und 19. 133 College Ave und 14, i3 Cornell Ave und 13. (41 DandeS tm'o 19. 42 High land Ave und ia., .43 Tecurnfeh und 10. U5 Nkw Jersey änb 22. -46 Alvord und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus Hilside Ave und 16. 48 College Ave und it. i43 College Ave und 7. 162 Park Av und 22. .55 L E U. W Bahn u. 22. (54 Namsey Are und 10. t56 Stoughton u Newme '.57 AtlaS und Pili. i53 Bloyd und Pazz2Zs. i69 No. 21 Spritzenhaus Lrightwood . Arden und SCtipct 163 Brigytwood und 25. 164 Rural und Llodd :5 St. Clair u. 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Die so bezeichnete Signale werde nur do Xhvm Wächter angegeben da an den betretende Streß kreuzunge keine AlarmIZSe? anaekcht find. Chicago und der große Nordweften dia mm, Maska-vawaii-Plztlipdine Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Pff- Won der Monon 47. St?. Station, Chicago, find nur S Minuten "Mittelst elektrischer ar nact den Union Liehdöfen Frenclr lilck Springs, njtm Orange Countn Hochland. ffamillen-Hotel unter neuer GeschästSleitung. Pluto, Proserrine md BowleS Quellen. Beste rüneralwasser dr Eelt. Awei Züge täglicb via Greencaftle. Ticket-Ofsicen : Umcn Station, Atassachusett 7lv, und SS West Washington Straße. R.P.Alges, . Distrikt Pass. Agent, Indianapolis, Ind. . H.McDoel, S. H. R o c! w e ll. B?as. und Sen. 5?gr. BerriebSIttter Frank I. Reed, ,?.P,ks. Agent. Sbicaao. III.

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