Indiana Tribüne, Volume 28, Number 11, Indianapolis, Marion County, 5 September 1904 — Page 1

O oo Usssseeessgf Tage, und 8 Sonntagsblatt S 2ÄSS5S3 Tage und H y O VCi nC; Mr 1 p 5onntags!att 2 lOc Per Woche. 3 10 per Woche. U 1OM.O-0 lxO ä LSLSLSSSSSS Erscheint seden StartrmUtag Indianapolis, Ind., Montag, 5. September um Jahrgang 28, No. 11.

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Der Arbeiter-Tag

Wurde hier heute durch eine Parade und Er LssnuJg deS CarnevalS begonnen. Anläßlich deS Arbeiter-TageS fand heute Vormittag die übliche Parade der Arbeiter-Anionen ftatt. Dieselbe bestand aus 8 Divisionen ; Groß.Marschall war Martin Q'Mara und Assistent.Marschall Fred June, man. Die Marschlinie war wie folgt : Von Washington und East Straße westlich an Washington Str. zur Meri dian Straße, nördlich zum Circle, westlich zur Market Straße, zur Jllinois Straße, südlich zur Washington, östlich an Washington Straße zur Vir. ginia Avenue. DaZ Picnik fällt bekanntlich heute aus und statt dessen ist ein Straßen Carneval arrangirt worden, welcher nach Schluß der Parade eröffnet wurde. Derselbe wird in Verbindung mit der Robinson Amüsement Co." von Cincinnati an der Alabama und Louistana Str. südlich vom Viaduct abgehalten und zahlreiche Attractionen find engagirt. Von diesen seien erwähnt: Das Deutsche Dorf," in welchem. die Be sucher sich erfrischen können, die be rühmte Schwimmkünstlerin," Cora Beckvith; die Alte Plantage"; . der Eisenbahn.Ueberfall"; das Traum land"; Vaudeville Vorstellung"; das FerriS Rad" u. f. w. Der Carnival wird die ganze Woche dauern. Jeden Abend um 11 Uhr wird ein Feuerwerk abgebrannt werden. Concerte werden von der Robinson'S Royal Italienischen Capelle gegeben werden. Die Parade. Die Parade heute Vormittag gestaltete sich zu einer imposanten. Kurz vor 10 Uhr marschirten die Brigaden der organisirten Arbnter unter den Klän gen ihrer lZusikcapellen den ihnen an gewiesenen Sammelplätzen zu und als sich das Haupt der gewaltigen Armee zur Parade in Bewegung setzte, waren nicht weniger wie sechstausend Arbeiter mit 27 Mufikcapellen in Reih und Glied. Verschiedene der in Reih und Glied marschirenden Unionen waren in schöne Uniformen gekleidet und riefen unter den taufenden der Zuschauer un geheuren Beifall hervor. Der Parade . vorauf marschirte eine Anzahl Polizr ften unter Commando von Capt. Hy land. Die Parade bewegte sich der vorgeschriebenen Marschroute entlang und löste sich auf dem CarnevalPlatze, südlich vom Viaducte auf. Die kleine Zeltstadt dort erfreute sich heute eine ausgezeichneten Besuches; im Gesamm ten find etwa 20 verschiedene Schau stellungen dort. Nüssen verloren 200 Kanonen. St. Petersburg, 5. Sept. Es wird hier gemeldet, daß General Kuropatkin 200 Kanonen verlassen mußte, als die Japaner Liao Jang be' setzten. Einzelne derselben, wird hiw zugesetzt, waren in den Kämpfen beschä digt, während die übrigen auf Oberbe fehl hin beschädigt wurden. ,, Versuchten einen Eckstein zu rauben. Nachdem sie vergeblich versucht hat ten, in die Holy Angels Kirche, Ecke 23. und Northwestern Ave., einzubre chen, machten sich die Diebe daran, den Eckstein des Gebäudes auözubrechen. In ihrer Arbeit wurden sie jedoch'von dem der Kirche gegenüber wohnenden Kaufmannspolizisten Bennett gesehen, der sofort mehrere Schüsse auf die Rüu ber abgab, ohne jedoch zu treffen. Leider sind dieselben entkommen. Die in dem Steine vermutheten Werthsachen bestehen nach Aussage des Predigers James Carrico in für dieRäuber völlig werthlosen Papieren. Die Königliche Kunstgewerbe Schule in Nürnberg wird demnächst auch weibliche Kunstbeflissene zum Studium zulassen.

Entsetzliches Ende eines Bremsers.

Robert B. Kyle in grauenhafter Weise ver. stümmelt. DaZ Dispensarium wurde gestern Vormittag gegen 9 Uhr benachrichtigt. daß auf den Höfen der Pennsylvania Bahn im Ostende ein Mann verunglückt war. Als Dr. Hawley mit der Ambulanz dort anlangte, erfuhr er, daß derselbe bereits nach dem St. Vincent Hospital überführt worden war. Der Verunglückte war Robert W. Kyle, welcher bei der Bahn als Bremser angestellt war. Er war in Ausübung seines DiensteS von dem Dache eines Waggons eines im Fahren begriffenen ZugeS ge fallen und die Räder des Zuges waren über ihn hinweggerollt. Beide Beine und ein Arm waren vom Körper abgeschnitten worden. Er wurde sofort nach dem genannten Hos pital gebracht, wo er schon nach wemgen Minuten seinen Geist ausgab. Er war verheirathet und wohnte 130, Ost Summit Straße. Ein jugendlicher Strakenbandit Führte in belebter Gegend einen Raub anfall aus. Während Frau Fannie Dellinger von 1141 Spann Ave. letzte Nacht um 10 Uhr an Ecke der Maryland Straße und Virginia Ave. auf eine StraßenbahN'Car wartete, kam plötzlich ein farbiger Junge auf fie zugesprungen und entriß ihr das Portemonnaie, welches sie in der Hand hielt. Ehe die Frau sich von ihrem Schrecken noch erholt hatte, war der jugendliche Straßenbandlt längst verschwunden. Groß war im Uebrigen seine Beute nicht, denn die Börse enthielt nur eint ges Wechselgeld und ein Pincenez. Einer grokcn Gefahr Entgingen die Passagiere eines Vandalia Zuges mit knapper Noth. Demselben Vandalia Zug, welcher vor einigen Wochen bei Plainsield ent gleiste, stieß gestern Nachmittag auf der Fahrt von St. Louis nach dem Osten und zwar auf derselben Stelle abermals ein Unfall zu. Ein Rad des Tenders brach und es ist als ein Wunder zu bezeichnen, daß keine Entgleisung erfolgte ; verletzt wurde ebenfalls Niemand. Der Zug fuhr zur Zeit mit einer Geschwindigceit von 60 Meilen die Stunde. Es dauerte vier Stunden, bis der Schaden wieder ausgebessert war. Sergeant Sagermann'S An greiser noch am Leben. Herman A. Simon von 32 N. Se nate Avenue, welcher am Freitag Abend den mörderischen Angriff auf den Ser geanten Hagermann ausführte, befindet sich im Stadt'Hospital noch immer im kritischen Zustande. In der.Nacht zu. vor war er bereits aufgefunden worden. Der Sergeant befindet fich im Vincent Hospital auf dem Wege der Besserung. Wasser - Karneval. Der Indianapolis Canoe Club ver anstaltet heute Abend beim Riverside Park ein WasserCarneval, für welchen außerordentliche Vorbereitungen getrof ten und, um ote. Affaire zu emem überaus glanzvollen zu gestalten. . DeS Einbruchs beschuldigt. Die Radler . Polizisten Askin und Duncan bugsirten letzte Nacht den 21 jährigen Charles Scholtz, 144 W. Arizona Str. in die Polizei-Station. Er soll in das Haus 516 S. Illinois Str. eingebrochen sein.

. Lieber Arbeiter Unterst.-Werein.

Eine erfolgreiche Theater-Vorstellung. Der H.' Lieber Arbeiter Unterst.. Verein" hat mit seiner gestrigen Thea ter-Vorstellung, welche in der Sudseite Turnhalle abgehalten wurde, einen hübschen Erfolg errungen. Die geräumige Halle war bis auf den letzten Platz besetzt und das zahl reiche Publikum schien mit den Leistun gen der Darsteller, dem Beifall nach zu urtheilen, sehr zufrieden zu sein. Zur Aufführung gelangte das Schau spiel Eine delikate Frage". Daffelbe ist reich an effectvollen Sce. nen nnd feffelte das Interesse der Zu Hörer von Anfang bis zu Ende. Das Zusammenspiel war ein flottes und da die Darsteller sehr gut memorirt hatten, so kamen keine nennenswerthen Störungen vor. Auf die Einstudirung deS Stückes hatte Herr Fred. Hartmann, welcher die Regie führte, augenscheinlich viele Mühe verwendet. . Die Mitwirkenden, welche sämmtlich mit Lust und Liek'e spielten, waren die Herren Fred Hartman, Frank Staab, John Grady, Wm. Braun, Charles Wagner, Charles Braun, sowie die Damen Frl. Bertha Braun, Frl. Lena Rueter und Frl. Rena Jackson. Die Ausstattung des Stückes war geschmackvoll und lieb nichts zu wün schen übrig. Nach der Vorstellung wurde noch manches Stündchen fröh lich das Tanzbein geschwungen. Der Verein besteht seit 5 Jahren und erfreut sich einer großen Mitglieder zahl. Co. A. Phthian Guards. Die Co. A deS Verb. Orden der PythiaS Ritter hielt gestern Nachmittag im Saale der Germania Halle unter dem Commando von Capt. ForbeS militärische Uebungen ab. Der Cap tain war mit den Leistungen seiner Truppe sehr zufrieden. Eine 8200,000 - Klage gegen John Mitchell. Vor annähernd 8 Monaten reichte Alexander Wales, ein Advokat, eine 8200,000-Klage für angeblich geleistete Dienste gegen John Mitchell, den Prä stdenten der Ver. Mmenarbeuer von Amerika ein. Aller Voraussetzung nach wird diese Klage im September in Jinghamton, N. I., verhandelt wer den. Der Stadt Anwalt von . In dianapolis , Henry Warrum, wird die Vertheidigung Mitchell'S in Händen haben. Wales giebt an, daß er derjenige gewesen, der Mitchell die nöthige Anleitung gab, den großen Anthracite Kohlenstreik zu dem gewünschten Ende zu führen, wäh rend die andere Seite behauptet, daß der vom Präsidenten Roosevelt aus geübte Druck den Streeik beendigte. Wales, gerade so wie andere, unter breiteten zur Zeit einen Plan, der sei ner Ansicht nach zu einer Lösung der Angelegenheit leiten werde. Dieser Plan sei aber weder gebraucht noch gefordert, sagt Anwalt Warrum, und aus diesem Grunde ist die Klage eine ungerechte. in . Dlebstähle in Sülle und Fülle. " Folgende Diebstähle wurden gestern in der Polizei'Station gemeldet: Von Carrie Jackson,' Bridgeport, ein Koffer mit Kleidungsstücken; derselbe wurde aus dem Wartezimmer der Plainsield Jnterurban Bähn gestohlen. Von R. H. Allen, 320 Temple Av.. werthvoller Hund. Von Walter Miller, 1121 Madison Ave., Pferdegeschirr. Von Geo. Lehman, 1224 Ost New Vor! Str., eine Waage. Von Frau Hübe, 220 Oft 25. Str. ein Zmeirad. Der Wirth Charles Pearson von 1357 Shelby Str. berichtete, daß in der Samstag Nacht bei ihm eingebro chen wurde. Der Dieb schleppte eine Anzahl Flaschen mit Whiskey davon.

Geriebener Schwindler ans dem

Gefanguik entflohen. Eheckfälscher Charles Greely wieder auf freien Füßen. Dem Charles I. Greely, welcher seit Monaten Insasse des GesüngnisseZ war, gelang es in der Samstag Nacht aus demselben zu entziehen. Er war in der Bastille ein sog. Trustee" genoß als Solcher mehr Freiheiten, als die übrigen Sträflinge. Seine Flucht bewerkstelligte er vom Keller aus. Greeley stand unter den Anklagen deS Erlangens von Geld unter falschen Vorwänden und der Fälschung. Er hatte vor Monaten Henry Bolte um S600 beschwindelt und die Merch antS National Bank mit einem gefälschten Check um $225 geleimt. Hierauf war er aus der Stadt entflohen; er wurde später in Minnea polis verhaftet und sodann nach hier zurückgebracht. Sein Prozeß sollte in den nächsten Wochen stattfinden. Serbflfeft des Mannerchor Damen-BereinS. Alle Anzeichen deuten darauf hin. daß das Herbftfest, welche der Män nerchor DameU'Verein am nächsten Samstag den 10. September Nach mittags und Abends im Deutschen Park veranstaltet, eine glänzende Affaire werden wird. Für Unterhaltungen der Besucher wird in ausgiebigster Weise gesorgt werden. Die Dekoration des Parks wird eine feenhafte fein. Am Nachmittag ist Preiskegeln für Damen und Herren, während für die Kinder Spiele arrangirt worden sind; am Abend ist gemüthliches Tanz kränzchen. Frau August Woerner nd Frau Albert Minier stehen an der Spitze des Comites, welches die Vorbereitungen für das Souper zu treffen hat. Dieses Comite hält morgen. Dienstag Nachmittag um 2 Uhr im Deutschen Park eine Sitzung ab. Frau Franz Happersberger wird das Scepter in der Bude führen, wo schmackhafte Butterbröde zu haben sein werden. Das Saal'Comite besteht aus fol genden Herren: John P. Frenzel jr., Morton Traub, Robert Sweeney, Pau Kraus jr., Delos Alig, Otto Kraus, Ferdinand Murr, Hailey Rhodeham mel, Carl Adam, John Kiemeyer, William Kiemeyer, Irwin HapperSberger, Ernst Keller, Emil Keller und Harry Hoaman. Die letzte Rnhefiätte. Die Leiche deS Charles L. Hare, welcher am Samstag in den Fluthen des Fall Creek freiwillig feinen Tod suchte, wird heute nach Franklin über führt und dort am Nachmittag beerdit werden. Hinaus in'ö Freie ! Der gestrige Sonntag mit seiner idealen sommerlichen Witterung war so recht darnach angethan, die Jndianapoliser in'S Freie zu locken und Viele konnten dieserLockung nicht widerstehen. Die Mehrzahl wanderte nach den öf fentlichen ParkS, Garfield-, Militär und Brookfide-, sowie nach dem Fair view'Park hinaus, woselbst Concerte stattfanden, um vor Anbruch der nun in Bälde zu erwartenden herbstlichen Witterung noch einmal beim herrlich sten Sonnenschein einige schöne Stunden zu verleben. Personal-Notizen. Herr und Frau Michael Leu Itx sind von ihrer Europareise wohl und munter wieder zurückgekehrt. Herr John Beyerödorfer der beliebte und zuvorkommende Be Herrscher der Bar in den Räumen deS Unabhängigen Turnvereins empfing gestern anläßlich seines 36. GeburtS tageS viele Gratulationen.

Ein netter Bahn-Jnspector

Derselbe wurde beim Diebstahl von Weizen erwischt. Unter der Anklage deS Kleindiebstahles und des Einbruchs in einen Frachtwagen, verhafteten die RadlerPolizisten Hull und Grifsin den L. . & W. Wagqoninspektor A. I. Peterson. Als die Radler eintrafen. hatte er bereits acht Säcke mit Weizen aufgestapelt und war gerade dabei den neunten, mit dem aus einem in den Boden deS Waggons gebohrten Loche strömenden Weizen zu füllen, als die Polisten eintrafen um ihn zu verhaften. Peterson wohnt 2507 Bloyd Ave. Bedeutendes Feuer am Sonntag Morgen. In dem von der Robert Hawtins Weoden & Willow Ware Co." bewohn ten Gebäude No. 213 Ost Maryland Str. brach gestern Morgen gegen 8 Uhr aus noch bisher unbekannter Ursache ein Feuer aus, welches in Folge des vielen in dem Hause ausgestapelten leicht brennbaren Materials reichliche Nah rung fand. Es gelang jedoch der Löschmannschaft das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Dasselbe soll einen Schaden für die Firma von etwa 85000 verursacht haben. Das Gebäude, welches Eigenthum des Herrn Tobias Roch ist, wurde zum Betrage von $500 beschädigt. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Neue Schule eingeweiht. Die neue Schule der Ev. lutherischen CmmauS'Gemeinde von der Orange und Laurel Str. wurde gestern unter entsprechenden Feierlichkeiten und reger Betheiligung der Mitglieder der Ev. luth. St. Paulus .Gemeinde durch Pastor Theo. Schurdel, den Seelsorger der Emmaus Gemeinde unter eindrucksvollen Ceremonien eingeweiht. Der St. Paulus Männerchor be theiligte sich in hervorragender Weise an der Feier. Ein kurioses Wandgemälde. Der berühmte Maler Hogarth in London wurde einst zu dem sehr reichen, aber geizigen Lord Leslie gerufen, damit er die Halle seines neuen Edelsttzes mit einem großen Wandgemälde, den Zug der Kinder Israels durch's Rothe Meer, verfolgt von Pharao und seinem Heere, darstellend, ausschmücke. Der Maler forderte hundert Euinien und sagte, als ihm der Lord zwanzig geboten hatte: Da ich mich in einer großen Geldklemme befinde, will ich die Arbeit für dieses Geld übernehmen, doch verlange ich, daß mir der Betrag im Voraus bezahlt wird." Er erhielt sogleich das Geld und den Schlüssel zur Halle, damit er am nachsten Morgen sein Werk beginnen könne. Kaum war die Sonne aufgegangen so erschien er mit einem Anstreicher, der einen großen Eimer mit ziegelrother Farbe und einen riesigen Pinsel trug. Noch ehe sich der Lord aus den Federn erhob, war die Hinterwand der Halle in ein blutiges Roth getaucht. Hogarth prüfte fein Werk, rief dann den Herrn des Hauses und sagte ihm, als er die Halle betrat: Es ist fertig!" Was ist fertig?" fragte der Lord erstaunt und rief mit einem Blick auf die rothe Wand: Was stellt das vor?" Das Rothe Meer!" sagte Hogarth mit ernster Selbstgefälligkeit. Das Rothe Meer?" stotterte der Nabob, denn er fing an, Unrath zu wittern. Aber wo ist denn Pharao? Wo sind seine Reisigen?" Sämmtlich ertrunken!" Wo aber zum Kuckuck ! sind die Kinder Israels?" Die," sagte der Maler mit einer artigen Verbeugung, die haben bereits glücklich das andere Ufer erreicht!" Die Einnahmen Bayerns für das nächste Finanzjahr werden auf 441,325.326 Marleschätzt. London er Blätter verös fentlichen ein Schreiben des Premier Ministers Balfour an ein Unterhaus Mitglied. Der Minister betont dnm, daß er eine Fremdengesetzgebung für sehr wichtig halte und keine Zeit verlieren werde, die Schwierigkeiten zu onämpfen, die einer derartigen Ge schgebung im Wege ständen.

Nachrichten aus Zndiana.

Sängerfest in Peru. Peru, i. Septbr. Heute fand hier das Stiftungsfest des Deutschen Gesangvereins statt. Zahlreiche Sän. ger aus Fort Wayne, Alexandria, Anderson, Wabash und anderen Städten nahmen an demselben theil. S5000 Perle. OwenSville. 4. Sept. Die werthvollste Perle, die jemals im Wa bash gefunden worden ist, fand dieser Tage der Muschelsucher James Dixon in der Nähe von hier. Dem Manne sind von einem New Jorker Perlen käufer S5000 für das Prachtstück ange boten worden, doch hat er diese Offerte als zu niedrig noch auSgeschlagen. Kein Freund derDeutschen. T e r r e Haute, 4. Septbr. Edwin I. Bidaman, welcher morgen Mittag das Amt des Bürgermeisters von Terre Haute antritt, hat gestern seine Ernennungen gemacht. Aus der Liste geht hervor, daß der neue Mayor das Deutschthum der Stadt ganz und gar ignorirt hat, denn nicht ein ein ziger Deutsch.Amerikaner ist auf der Liste zu finden. Apoteker bestraft. Fort Wayne, 4. Sept. Fünf undzwanzig von den hiesigen Apothe kern, daö heißt sämmtliche Apotheker, die zur Retail DruggistS Association" gehören, wurden vom Richter Dünne von Chicago zu je $5 Strafe und Ko sten wegen Mißachtung des Gerichtes verurtheilt, zu derselben Strafe, wie die sämmtlichen 2500 Mitglieder ge nannter Verbindung. Dieselben hatten nämlich einen Apo theker in Chicago, Namens Platt, ge boycottet, daß heißt, fie hatten, weil er nicht zu der Verbindung gehörte, die Lieferanten veranlaßt, ihm keine Waare zu verkaufen. Platt habe dann einen richterlichen Befehl erwirkt, wonach die en gros Verkäufer angehalten waren, ihm so gut und' zu denselben Preisen zu verkaufen, wie den zu der Verbin dung gehörenden Apothekern, da dieS aber trotzdem nicht geschah, wurde gegen sämmtliche 2500 Apotheker eine Klage wegen Mißachtung deS Gerichtes eingeleitet. Originelle Schulfeier. C y n t h i a n a, 4. Sept. Eine originelle Schulfeyer fand gestern in der Nähe von Cynthiana, Posey Co., statt. Es war nämlich 50 Jahre her, seit in der dortigen Montgomery Schule Un terricht abgehalten wird, und eine An zahl der ersten Schüler wohnen noch jetzt in dortiger Gegend. Diese alten Schüler waren in dem Hause versammelt, wo sie vor 50 Iah ren die Schulbänke drückten und den Tag durch einige Schulstunden feierten, wie sie vor einem halben Jahrhundert abgehalten wurden. Col. Charles L. Jewett kehrt seiner alten Liebe zurück. New Albany, 5. Septbr. In New Albany hat die Nachricht, daß Col. Charles L. Jewett seine Absicht össent lich kundgegeben hat, in den Schooß der demokratischen Partei zurückzukehren, kleinerlei Ueberaschung erregt. Seit der Nomination von Parker und DaviS haben deS ColonelS Freunde einen sol chen Schritt erwartet. Herr Jewett war früher immer ein Demokrat und nahm im politischen Leben eine geach tete Stellung ein. Die Freisilberbewe gung im Jahre 1896 zwang ihn, aus der Partei auszuscheiden und er war seither mit den Republikanern afsiliirt. Jetzt aber, wo die Silberfrage abgethan ist, und ein Goldmann an der Spitze d'eS Nationalen Tickets der Demokratie steht, kehrt er zu der letzteren zurück. Er gehörte als Demokrat mehrere Termine hindurch der Staatslegislctur an und war zweimal Sprecher des In dianaer Abgeordnetenhauses. Er diente mit Auszeichnung als Vorsitzer des StaatS'Central'ComiteS, und un ter seiner Leitung erfocht die Demo kratie mehrere glänzende Wahlsiege. . . tZT Raucht die Tish I Mingo.