Indiana Tribüne, Volume 28, Number 10, Indianapolis, Marion County, 3 September 1904 — Page 6
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Jtidiana Tribüuc, 3. September 190U V Europäische Nachrichten.
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Der OfomüatSQcsdjuiorne. Don Georg zZusse.Z.lmz. Vor drei Wochen hatte Nikolaus Timar auf dem Csabajder Kirchweihfest den Laci Bezzeg todtgeschlagen. Beide hatten den Kopf voll Wein, Stöcke in den Händen und den alten Haß in den Seelen gehabt. So geriethen sie aneinander. Taö Kirchweihfest von Csabajd ist dadurch berühmt, daß alljährlich eine: oder der andere dabei erschlagen wird. Es ist zu viel überschüssige Kraft in der Bevölkerung. Diese Rauferei kam aber nicht auf die übliche Weise zustande. Laci Venea suchte die Gefahr. Das war eine gute Z:it, Nikolaus,! als ich Deinem Weibe noch von d?r Kirchweih Geschenke brachte." So sing er an. 2a mein Weib aus dem Spiel!" Wüßte nicht warun-.! Sie war auch nur ein Mädchen wie alle andcren." Aber Du bist kein Bursche wie die anderen!" So! Was bin ich denn?" Ein Lump!" Die Beleidigung kam dem übermüthigen, boshaften Burschen gerade recht. Er hob seinen Stock. Jetzt wird sich's zeigen, Tima, wer der Lump ist." Der Kampf dauerte kaum eine Minute. Timar bekam einen Hieb über den Kopf, aber das schwächte die Wuckt seines Knüttels nicht. Mit furchtbarer Gewalt traf er die Schläfe Lacis, daß dieser auf der Stelle todt hinstürzte. Gegen sechzig Menschen sahen zu, aber nicht einer zeigte sich ungewöhnlich erregt. Sie wußten, daß Laci Bezzeg dem Weibe Timars schon lange übles nachredete und waren auf ein böscs Ende gefaßt gewesen. So pflegt es zu geschehn," sagten sie wnse und phlegmatisch. Nikolaus floh noch an demselben Abend. Sein Weib rang die ganze Nacht hindurch die Hände und schrie Jesus Maria. Bei Tagesanbruch jedoch ging sie wie gewöhnlich auf das Feld. Die Arbeit geht allem voran. Nur am Sonntag, in den Feicrstuden, überließ sie sich ihrer Angst, und Unruhe. Was wird aus ihr ohne Mann werden? Wie wird sie mit der Arbeit fertig werden? Die Kinder sind noch zu klein. Nicht einmal zum Gänsehüten kann man sie gebrauchen! W'.e schön war es bisher. Sie und ihr Maun verrichteten die Feldarbeit, die Schwiegermutter kochte und wusch daheim. Nun war alles über den Hausen geworfen, des einen Burschen wegen, den sie nie hatte leiden können! Am dritten Tage nach dem Kirchweihfesi berief man sie auf das Komitatsamt. Em zunger Komitatsgeschworener befragte sie über den Todtschlag. Ich weiß nicht mehr, wie der gnädige Herr selber. Nur, daß ich im Elend bin, das weiß ich besser." Thränen rannen über ihr gesundes, rothbackiges Gesicht. Man sah es ü,x aber an. d"ß es ihr wohlthat, sich einmal ausklagen zu können. Zu Hause erzählte sie ihrer Schwiegermutter alles, was man sie gefragt hatte. Man fragte mich sogar, ob ich Lacis Geliebte war. Ach, des Teufels Großmutter war seme Geliebte nlcht ich!" Die alte knochige Vauernfrau schüt telte langsam den Kopf. Vielleicht wäre es besser gewesen. Du hattest ,m7 gesagt." Daß Laci Bezzeg mein Geliebter war?" .Ja." Aber wie soll ich die Unwahrheit reden?" Damit das Komitat ihn nicht todt hetzt." Die junge Frau sah eine Weile starr vor sich hin. Nein, Schwiegermutter," sagte sie dann fest. Es wäre schlimmer, wenn ich seine Seele quälte." Am anderen Tage, als sie Hanf trocknete, kam e'.n Schafhirt auf einem Esel
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durch den bewalkgt werden. Der ww okOardul verfehlt nie. die schlimmsten Fälle von gestörter Menstruatlon, niederdrückenden Schmerzen und Frauenschwäche zu lindern. Die wunderbaren Heilkräfte dleser Medlzrn haben Tausende von verzweifelnden Leidenden in Erstaunen gesetzt, indem sie ihnen rasch die Gesundheit wiedergaben. (5s ist überflüssig zu sagen, daß Wine 0s Cardui Tausende von kranken grauen kurirt hat, die als unheilbar aufgegeben worden waren. SerWine of Cardui ist ein mildes Tonic, das iede Frau gebrauchen sollte. Jeder Apotheker verkauft $1.00 - Flaschen. Macht heute einen Versuch mit dem WINE OF CARDUI !
.Bist Du Nikolaus Timars Weib?" Das'bin ich." Der Schafhirt stieg vom Esel und trat ganz nah' an sie heran. Ich bringe Dir Nachricht." Bon meinem Mann?" Von ihm! Geh' heute Nacht in das Efortaer Röhricht, jenseits der Birken, in die Hütt: des Wiesenwächters. Dort findest Du ihn. Aber sage Niemanden ein Wort. Ich wünsche Dir alles Gute!" Geb' Gott Dir dasselbe!" In der .?acht suchte sie ihren Mann auf. In d?r drückenden Stille war nur das Zittern und Schwanken des NLrichts wie tausend leise, murmelnde Stimmen ?u vernehmen. Sie sprachen nicht viel miteinander. Wer kann dafür? sagte er traurig. Dann bat er sein Weib, ihm Wäsche zu bringen. Er wolle fort, weit foü von hier, ssl'n Erfahrener" hatte ihm einen Dien jenseits derDonau besorgt. Gott wisse allein, ob er jemals wiederkehren wude. Sage der Mutter nichts, ehe ich fort bin, es könnte gehrlich sein." Bei Tagesanbruch aelanate sie wieder nach Haus. Die alte Bäuerin hatte ihr Fernsem bemerkt und empfing sie fmster. Wo warst Du die Nacht über?" Auf der Czarnower Pußta" Was hattest Du dort zu thun?" Der Heurechen wegen" Sie erröthete bei dieser Lüge. Die Alte faßte sie scharf in's Auge. Das ist nicht wahr! Ich glaube Dir Nicht!" Was kann ich dafür, wenn Ihr mir nicht glaubt." Pfui, Du schlechtes Weib!" Ein häßlicher Verdacht stieg in ihr auf, der sie um jede Selbstbeherrschung brachte. Sie trug emen Topf m der Hand, mit dem sie nach der jungen Frau warf. Das Geschirr traf ihre Schwiegertochter mitten auf die Stirn. Mit einem leisen Wehlaut taumelte diese zuruck. Dann bückte sie sich und begann die Scherben aufzulesen. Ihr wißt nicht, was Ihr thut," sagte sie leise. Der ruhige Ton brachte die empörte Bäuerin zur Besinnung. Eine dumpfe Ahnung tauchte m ihr auf, daß sie ihrer Schwiegertochter Unrecht gethan hatte. Sie lief zum Brunnen und reinigte sie von dem niederrieselnden Blut. Bis zum Abend wagte sie nicht mehr zu reden. Desto schärfer gab sie aber auf alles acht, was die junge Frau that. Als diese gegen Abend Weißwäsche einzupacken begann, stahl sie sich verlegen näher. Trägst Du das zu ihm?" fragte sie flüsternd. Zu wem sonst?" Bei Tagesanbruch." Ich werde Pogacseln backen!" Das können Sie thun." Als es dämmerte, machte sich die junge Frau, ein schweres Bündel auf dem Rucken, auf den Weg. Eme furchterliche Traurigkeit drückte auf ihrem Herzen. Vielleicht sehe ich meinen Mann heute zum letztenmal, dachte sie. Und er ist doch der Vater meiner Kin der " Sie fing zu weinen an. Es war schon Herbst. Schwarze Krähen strichen mitunter ganz dicht an ihrem Haupt vorbei, von Hunger gequält und mißtönig krächzend. Sie sah ihnen zu, wie sie schwerfällig durch die Luft kreisten. Alle würden dcs Abends in ihr Nest zurückkehren; nur ihr armer Mann durfte nicht nach Haus. Sie verließ die Landstraße und ging feldüber dem Röhricht zu. Sie hatte kaum einige Schritte gemacht, als ihr ein Herr, das Jagdgewehr auf der Schulter, entgegenkam. Aufblickend erkannte sie ihn: es war der KomitatZgeschworene, der sie damals verhört hatte. Tief erschrocken grüßte sie ihn. D Komitatsgeschworene war ein athletischer junger Mann, mit Adlernase, hoher Stirn und großen braunen Augen. Uebrrascht sah er die Grüßende an. Was trägst Du da für ein schweres Bündel. Kind?" ' ......
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Eier auf den Wochenmarkt," erwiderte sie stöbernd und verlegen. Merkwürdig. So viel ich weiß, ist heute nirgends Markt. Uebrigens sind in dem Bündel keine Eier." Die junge Frau mußte die Augen niederschlagen. Der Komitatsherr trat näher an sie heran. Was hast Du denn da auf der Stirn?" . Gegen einen Maulbeerbaum bin ich gerannt." So, so. Weißt Du was, Du gehst zu Deinem Mann! Nicht wahr?" ,'JchZ" Der Komitatsherr legte ihr die Hände auf die Schulter. Hör mal: Ich habe gestern die Ichten Zeugen verhört. Dein Mann ist ein N'arr und hält die Sache für vi:! gefährlicher, als sie ist. Wenn Du es gut mit ihm meinst, dann führe mich zu ihm. Mehr als ein Jahr bekommt er nicht!" Der gesunde Instinkt der jungen Frau fühlte, daß er es ehrlich meinie. Nach kurzer Ueberlegung sah sie ihn voll Vertrauen an. Kommen Sie mit, Euer Gnaden!" Bald waren sie mitten im Röhricht. Stellenweise bis zu den Knieen im Wasser watend, neckte der junge Herr die Frau fortwährend mit ihrer Angst, so daß sie über und über roth wurde vor Freude. Ja, wenn der liebe Gott ihr so helfen wollte! Mit einem Mal brach ein wilder, heiserer Schrei aus dem Rohr. Als die Bäuerin ihr Antlitz dieser Richtung zuwendete, sch sie ihren Mann mit erhobenem Knüppel auf sich zu rennen. Du Judasweib! Verrathen hast Du mich!" Beide erkannten im Moment die Eefahr. An der Büchse des KomitatsHerrn knackten die Hähne. Dort bleibst Du, Miklos, oder" Mit blutunterlaufenen Augen, keuchend vor Wuth, blieb der Angerufene stehen. Er wagte keinen Schritt mehr. Ein geladenes Gewehr spricht eine zu beredte Sprache. So, Miklos, jetzt wollen wir venünftig reden." Ich habe mit dem Herrn nichts zu reden!" Na, vielleicht doch. Zunächst trag mir mal mein Gewehr. Da nimm!" Er trat n den Verdutzten heran und reichte ihm das Gewehr. Beide Läufe sind geladen," erläuterte er vertraulich. Der Flüchtling wußte nicht, wie ihm ges chah. Warum gebt Ihr mir das Gewehr?" fragte er stotternd. Damit Du siehst, daß ich mich nicht vor Dir fürchte und um Dir zu zeigen, daß ich Dir nichts Böses thun will!" Nicolaus Timar war sich in seinem kleinen Gehirn immer noch nicht ganz klar, was das zu bedeuten hatte. Was sollte er aber lyrni? Er halte Das geladene Gewehr des gnädigen Herrn in der Hand, und nichts blieb ihm übrig, als ihm und seiner vor Freude immer Jesus-Maria" schluchzenden Frau ganz still zu folgen wie ein Lämmchen erst in das Komitatsgefängniß und dann in das alte ruhige Leben des in der Heimath gebliebenen! (Bitte gute Freundin. Mit dem Schleier werde ich doch vor Belästigungen sicher sein." -ftbei ohne denselben noch sicherer." Nvrratken. Ist die Halskette auch ganz echt, Fritz?" So gut und echt wie Deine Liebe, Elly." Aber höre mal, daß Du so knickerig bist, glaubte ich doch nicht!" Vin neues Mort. Photograph (zum Lehrling): Zum Donnerwetter, das ist nun schon das sechste Bild, was Sie verschmiert haben, Sie sind ja schon mehr ein Pho togra.vieh. Mildernder Umstand. Vertheidiger: Der Angeklagte hat wohl die Papiere gestohlen; aber schon am anderen Tage gab es einen argen Kurssturz, wodurch er einen aroken Verlust erlitt."
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i '.'.US ettev Nttttvcrl)Snle. Die Räurerromautik" stirbt auch dcr denThc.'n Berlins nil aui vinc wirkliche Räuberhöhle ist im Grünewald entdcät worden. Ihr Bewohner wurde verhaftet. In der Nacht vorher war in Spandau in der Grunewaldsiraße ein Einbruch versucht worden; der Thäter wurde gestört und mußte flücbten; es war. wie man noch bemerken konnte, ein Mann in Matrosenuniform. Am folgenden Tage wurde er in der Nähe der Stadt gesehen, und nach schleuniger Benachrichtigung der Polizei wurde seine Verfolgung aufgenommen. Er suchte sich in dem zum Grunewald gehörigen Gehölz unweit der RuhlebenerSchießstände in Sicherheit zu bringen, und dies wäre ihm auch kvohl gelungen, wenn ihn nicht mehrere des Weges kommende Soldaten gestellt hätten. Nach verzweifelter Gegenwehr wurde der mit gewaltigen Körperkräften versehene Mann verhaftet und, da man wegen seiner Bekleidung zunächst annahm, er gehöre dcr kaiserlichen Marine an, zur Militärwache der Jnfanterieschießschule in Nuhleben gebracht. Bald stellte es sich aber heraus, daß er wohl bei der Marine gedient hatte, jetzt aber zum Tragen der Uniform keinerlei Berechtigung besaß. Er wurde darauf der Polizei in Spandau übergeben. Nach den bei ihm Vorgefundenen Papieren ist er ein LZjähriger Schlosser Namens Gavellek aus dem Kreise Leobschütz. Bei seiner Verfolgung in der Forst war nun auch die Erdhöhle entdeckt worden, in der vieles Diebeshandwerkzeug, gestohlene Gegenstände, Eßvorräthe, Stiefel etc. sowie auch auf den Namen des Verhafteten lautende Ausweispapiere vorgefunden wurden. Dies war zweifellos der Schlupfwinkel des Verbrechers, der schon seit Wochen in der Gegend gesehen worden ist. und dem man jetzt die zahlreichen in der näheren und weiteren Umgebung des Grunewalds in letzter Zeit verübten Einbruchsdiebstähle zur Last legt. Aber noch ein anderer schwerer Verdacht lastet auf ihm. Seit einer Woche ist ein 18jähriges Dienstmädchen. Klara Bauer, das im Restaurant Seeschloß" zu Pichelsberge beschäftigt war, spurlos verschwunden. Durch eine Freundin der Vermißten ist bereits festgestellt, daß Klara B. noch am Montag, 1. August, sich in Begleitung des Verhafteten befunden hat, der sich für den Unteroffizier der Marine Hans Leichter aus Kiel ausgab. Ferner ist ermittelt, daß Gavellek alias Leichter das junge Mädchen, das ohne Kopfbedeckung war und Arbeitsklcidung trug, am Sonntag. 31. Juli. Abends vom 'Seeschloß" abgeholt hatte. Gavellek giebt dies zu, will aber über den späteren Verbleib des Mädchens nichts wissen. Klara Bauer stammt aus Warschau; sie hat seit acht Tagen kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben; ihre Habseligkeiten und Papiere befinden sich noch bei der Dinstherrschaft. Mit ihrem geheimnißvollen Verschwinden wird der Verhaftete in Verbindung gebracht. Netter P o st m e i st e r. Thomas Tichenall, Postmeister zu Pleasant Hill, W. Va.. wurde von Postinspektoren verhaftet und dem Gefängniß übergeben. Er ist angeklagt, durch die Post Cirkulare versandt zu haben, worin er vorgab, im Schatzdepartement zu Washington als Graveur angestellt zu fein, und sich erbot, gegen Einsendung von ZI nachgemachte Banknoten im Werthe von 10 zuzuschicken. Sein? Korrespondenz weist Namen und Personen in allen Theilen des Landes auf. die willens waren, auf den Handel einzugehen. Die Zahl der Pe r s on e n , welche sich angetrieben fühleu, an etwas zu nagen oder zu kauen, ist viel größer, als man gemeinhin vermuthet. Die Fingernägelbeißer sind bekannt. Es gibt aber Leute, welche, sei es infolge einer Geschmacksverirrung oder infolge einer psychischen Krankheit, Holz, Pelz, Tuch oder Anderes nagen, zum großen Schaden für ihre Gesund-heit.
Freie Släök,. Hamburg. An Bord de5 im Kohlenhafen liegenden englischenDampserö Liewart" stürzte der Matrose Knutzen beim Befestigen eines LadeRaumes in den leeren Raum hinab. Der Abgestürzte, der sehr schwere Verletzungen erlitten hatte, verstarb unter den Händen des herbeigerufenen Heildieners. Die Leiche wurde nach dem Hafentrankenhaus gebracht. Ertrunken ist bei der Grevenhofschleuse dcrKoch Aug. Timmer von der hollänö'schen Tjalk Welvaart". Beim Wasserschöpfen fiel der Koch überBord und konnte trotz, der sofort herbeigeeilten Hilfe nicht gerettet werden. Die Leiche wurde gefunden. Dem Arbeiter GLttsche fiel, als er an der Polizeiwache am Grünendeich vorüberging, ein eiserner Hammer auf den Kop der ihm den Schädel zertrümmerte. Bor kurzer Zeit wurde bei der Werft von Blohm & Voß die bereits in Verwesung übergegangene Leiche eines Mannes geborgen und nach der Leichenhalle des Hafenkrankenhauses gefahren. Die Leiche ist jetzt als die eines 28 Jahre alten Leichtmatrosen Robert Kruse, der in der Hopsenstraße gewohnt hat und seit Februar d. I. vermißt wird, erkannt worden. Bremen. Am Weser - Außendeich crlrank der 17jährige Schiffszimmcrmonnslehrling Fritz Lucht. Einem Badegast war der Schirm in's Wasser gefallen; Lucht sprang, um ihn herauszuholen und damit eine ausgesetzte Belohnung von 60 Pfg. zu gewinnen, in's Wasser, doch verließen den jungen Menschen, welcher seine Schwimmkunst überschätzt hatte, bald die Kräfte. Vom Ufer angestellte Rettungsmaßregeln waren vergeblich. Scüulvorsteher a. D. Entholt seierte mit seiner Gemahlin das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Bei seinen 80 Jahren ist Entholt ebenso wie seine Gattin noch ungewöhnlich rüstig. Lübeck. In der nahe bei Schwartau belegenen Trenter Knochenmühle brach Feuer aus, wodurch alleGebäude bis auf die Umfassungsmauern zerstört und der reiche Inhalt derselben und die maschinellen Einrichtungen vernichtet wurden. Die EntstehungsUrsache ist unbekannt. Schiveiz. Bern. In der Wollspinnerei und Leinwandfabrik Schetty & Schill in der Matte brach ein gefährlicherBrand aus. der beträchtlichen Schaden verursachte. Die Brandursache ist Nicht genau festgestellt. Basel. Die älteste Einwohnerin hiesiger Stadt, Frau Margarethe Munzinger Gürtler, vollendete das 100. Lebensjahr. Sie wurde geboren 1804 in Arlesheim als Tochter zweiter Ehe desGeometers Mathias Gürtler aus Allschwil. Sie heirathete 1829 den Notar Munzinger aus Ölten. Seit 1876 ist sie Wittwe. Frau Munzingers Erinnerungen reichen zurück bis in's Jahr 1807. Glarus. Die Leiche des seit Kurzem vermißten Schneidermeisters Rubesch von hier wurde am Fuße des Gamchigletschers gefunden und nach Reichenbach gebracht. G e n f. Am Mont Saleve ist Georg Laurier, Angestellter des hiesigen statistischen Bureaus, abgestürzt und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. L a n g n a u. Im Giebelwald verunglückte der 69 Jahre alte Niklaus Gerber; er war mit Beerenpflücken beschäftigt gewesen, verfehlte dann auf dem Heimweg beim sogenannten Siebelbord den sehr steilen Fußweg, stürzte den Hang hinunter und brach das Genick. Laufen. Beim Baden in derBirs oberhalb des Stauwehrs der ThonWaarenfabrik ertrank der CoiffeurgeHilfe Oskar Faulhaber aus Schlesien. Die Leiche ist geborgen. M o n t i l i e r (F r e i b u r g). Ein Brand zerstörte das HauS der Frau Lutz, das von 7 Haushaltungen bewohnt war und eine GuillocheucWerkstätte enthielt. Fast die ganze Fahrhabe blieb in den Flammen. Zürich. Am Säntis ist beim Blumenpflücken Musikdirektor Wälli aus Zollikon über eine 650 Fuß hohe Felswand auf der Bodmeralp abgestürzt, wo sein Leichnam gefunden wurde. cftevvei(&mgttQxm. Wien. Oberleutnant des 98. Infanterie - Regiments Anatol Neumann Rotter v. Spallart, ein Sohn des verblichenen Hofrathes Professor Franz Xaver v. Neumann - Spallart, wurde im großen Festsaale der Universität zum Doktor der Philosophie promovirt. Der vierjährige Franz, Sohn der Hilfsarbeiterin Therese Heindl, wurde mit lebensgefährlichen Brandwunden am ganzen Körper im Bette liegend aufgefunden. Der Knabe dürfte in Abwesenheit seiner Mutter mit Zündhölzchen gespielt und die Bettwäsche in Brand gesteckt haben. -Auf furchtuare Weise ist die 13jährige Volksschülerin Theresia Brechelmacher, Ottakring, Hafnerstraße No. 134 bei ihrer Mutter wohnhast, um's Leben gekommen. Obwohl gewarnt, wollte sie auf dem Ottakringer FriedHofe ihre Kleider zum Trocknen auf einen Baum aufhängen. Um auf die Aeste zu gelangen, stieg sie auf einen Grabstein, der seit zwanzig Jahren steht. Beim Hinabsteigen löste sich der 40 Kilogramm schwere Stein von dem ncM ud erschlug das Mädchen.
