Indiana Tribüne, Volume 28, Number 9, Indianapolis, Marion County, 2 September 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 2. September 10(W , . , - - - - y - , - - , . . - - -
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Schweigen.
Skizze von Jy&ns Bethze. Er lehnt: an einer der küh!en Marmorfäulen, die den Saal umgaben, und sah in das Getümmel. Rauschende Gewänder, Perlen und blitzende Steine, Blumen, unendliche Blumen, und viel veilchenduftendes Frauenhaar. Und dann die wangengerötheten Gesichter. Die einen mit dem glücklichen Glanz der Zugend, andere, auch noch junge, mit den Mienen der Menschcn von Welt, die ihre Erfahrungen hatten, und dann ältere, die so gern hätten jung scheinen mögen, die sich aber von den tausend Genüssen des Daseins zu sehr hatten fassen lassen, als daß sich der Zug früherer Reinheit in ihren Mienen hätte erhalten können. Endlich auch müde, die gar nicht mehr Lust hatten, anders zu scheinen als sie roarcn. , Auf dem Ganzen lag der helle Schimmer einer Menge elektrischer Lampen. Das eintönige Stimmengesurr, bisweilen durch ein lautes Lachen oder einen Zuruf unterbrochen, wurde von den Klängen einer Streichkapelle übertönt, zu denen sich die Paare mit schnellem Athem drehten. Er stand ganz einsam, im Schatten eines Palmengewächses, an der rothen Säule, und sah dem Getümmel zu. Jetzt fiel sein Auge bei einer Wendung, die sein Kopf machte, in einen rechts von ihm auf weißem Grunde hängenden Kristallspiegel, der, an den Rändern breit geschliffen, in einen Rokokorahmen gefaßt war. Er mußte lächeln, als er sich in dem Glase sah. Er kam sich in diesem Aufzug so unendlich komisch vor. Er haßte diese glänzenden Feste, diese Massenvergnügungen, wo man nicht zu sich selber kommt, wo man aneinander vorübcrhastet, von einem zum andern schwärmt, ein paar fade Worte redet, nur um überhaupt etwas zu sagen, die Bekanntschaft von hundert neuen Menschen macht, die man morgen, nein, nach ein paar Stunden, schon wieder vergessen hat, ohne noch je recht ihren Namen gewußt zu haben, wo man einzig dazu da ist, die fürchterlichste aller Pflichten zu erfüllen, die darin besteht, daß man sein bestimmtes Pensum heruntertanzt und vielleicht noch etwas mehr. Wie er das alles verachtete. Er tanzte nicht gern. Er begriff nicht, wie die Leute dies Herumspnngen schon fmden konnten. Er fand es kinoisch. Gefellschaften, in denen er sich wohl fühlen sollte, mußten anderer Natur sein. Wenrge, die sich verstanden, in behagucher Stube, m der das Llcht der Tischlampe durch einen grünen Schirm gedampft war, in der das Feuer aus dem Kamin rothe Streiflichter auf den Teppich warf. Dazu eine ungezwunaene Unterhaltung oder eine hübsche Erzählung oder der Vortrag eines schönen Liedes das mochte er. Dann zündete er sich gern eine Clgarette an, sog mit innerem Vergnügen den aromatischen Duft in sich auf und nun flogen ihm die Gedanken nur so zu, und die Worte gingen ihm noch einmal so leicht von den Lippen. Er verstand dann meisterhaft zu er zahlen. Die einfachsten Geschichten umkleideten sich in seinem Munde mit einem Glanz von Poesie. Es waren meist einfache Geschichten, die sich im Sande verloren. Manchmal , aber auch solche, die sich zu einer kecken, Humorvollen Pointe zuspitzten. Und diese wußte er stets so prachtvoll herauszu bringen, daß die Wirkung immer ein unverfälschtes Lachen war. Aber was sollte er hier? Er suhlte sich nicht wohl. In diesen Tru bel paßte er nicht. Seine Augen gingen schon eine Weile suchend durch den Saal. Jetzt schienen sie gefunden zu haben, wonach sie verlangten. . Sie wurden etwas größer und nahmen ein lebhafteres Leuchten an. Auch kaute er mit nervoser Ungeduld an femem Schnauz bart, und sein Kopf reckte sich etwas nach vorn. Das Mädchen, auf dem sein Auge lag, ging am Arme ihres Tänzers langsam durch den Saal, um sich zu verschnaufen, und fächelte sich Kühlung zu. Sie trug ein Kleid aus mmbeer- . farbener Seide, das Hals und Nacken offen ließ. Die Haut schien zart wie Sammet und war so blendend blaß wie die Narzissenblüthen, die auf ihrem Busen lagen. Und die Formen waren so welch und stolz zuglerch wie der Aus druck ihres unverschleierten Auges. Die Stirn war bleich. Nur m den Wangen war eine sanfte Röthe, so sanft und hermlich, wie sie aus Zungen Apfelbluthen glänzt. Sie sprach wenig und schien nie zu . fragen. Jetzt legte sie ihren Arm auf die Schulter des Mannes, neben dem sie schritt, um den Tanz wieder aufzuneh men da setzte die Musik ab. Er sagte ihr Worte des Bedauerns und führte sie auf ihren Platz, wo sie sich mit einer kurzen Verbeugung von ihm trennte. Die Augen des Mannes an der Marmorsaule starrten immer noch auf sie. Da setzte die Musik wieder ein. mit einem Walzer von Strauß. Er zupfte an seiner Weste, trat aus dem Schatten hervor und durchquerte das Parkett. Nun. bemerkte sie ihn. Sie fuhr leise zusammen. Ihre Brust hob und senkte sich schneller, so daß die Narzissen in ein hutsames Zittern kamen. Er drang noch rechtzeitig zu ihr, ehe ein anderer kam. Sie erhob sich; er fragte:
Ab Sie sind wohl schon verpflich-
tet-" Sie erwiderte nichts daraus. Sie nahm seinen Arm, und nun tanzten sie-. Sie sprachen kein Wort. Sie suhlten sich und schwiegen. Er merkte, wie ihre Brust an seiner schlug. Er bätte ibr am Xinr Zn'S OK? ntUiU itxx: Ju; yao' Dich liev," und aueo ihr war so, als müsse sie es thun. Aber sie ließen es Beide. Es war ihnen schon so oft so ergangen. Sie wußten, sie nebten sich, und wenn sie sich fern waren, waren sie krank nach einander. Aber die erlösende Worte fanden sie nicht. Es waren zwei wunderliche Menschen; sie schämten sich, ihre Regungen laut werden zu lassen; sie empfänden so 'htiß, aber sie waren zu verstockt, ihre Empfindungen in Worte zu kleiden. Tihx war. als müsse sie weinen. Warum waren sie sich gegenüber auch in Worten so ungeschickt? Er war es doch sonst nicht. Und es stahl sich auch wirklich eme Thräne aus ihrem Auge. Aber sie verging schnell, und keiner hatte sie bemerkt auch, er nicht. Als die Instrumente verstummten, hatten sie noch kein Wort weiter gewechselt. Aber er hatte, wahrend sie an seiner Brust lag, einen Entschluß gefaßt: es sollte ein Ende werden! Waren sie denn ' thörichte Kinder? Wollten sie sich durchaus hmqualen, bis es zu spät wurde? Bis sie sich verloren hatten? Er fraate sie. als er von ihr Abschied nahm: Darf ich Sie morgen zum Reiten abholen?" Ja bittet Um welche Zeit?" Nachmittag nach vier." Sie aaben sich die Hand und tauchten schnell ihre Blicke ineinander. Dann schieden sie. Er beaab sich zur Garderobe, lieft sich seinen Pelz reichen, setzte seine Cigarette in Brand und ging in die schneehelle Wmternacht hinaus, in der die endlosen Sterne klar, klar am blauen Himmel standen. Nachmittags halb fünf ritt er bei ihr vor. Es war eine klingende Kälte. Der frisch gefallene Schnee knirschte unter den Hufen des Gauls, über dessen Fell sich eme Neiskruste gezogen hatte. Tihx Vferd. ein Rappe, wurde schon von einem Reitknecht auf und ab geführt. Er sprana aus dem Sattel und überaab die Aüqel dem Knecht. Da trat sie aus der Thür. Sie trug ein schwarzes Kostüm und einen flachen Hut. um den em hinten herab yan gender Kreppschleier geschlungen war. Die Auaen brannten groß darunter hervor. Ihr Haar saß in Form eines festen Knotens IM Nacken. Sie sah bleich aus. Ihre Züge waren marmorn still wie immer, wenn sie ihm aeaenuber stand. Er zoa den ut. und sie reichte ihm die Hand. Er half ihr auf den Rücken ihres Thieres; dann saß er selbst auf. Und nun ritten sie neben einander da von. Sie sprachen blutwenig und das Gleichgiltigste von der Welt. ' Wohin sie zu reiten befehle? Sie nannte ein Wäldchen, das etwa eine halbe Stunde vor der Stadt lag. Dann waren sie wieder still: aber es war keinem von ihnen peinlich; sie waren es schon gewohnt. Als sie durch das Stadtthor gernten waren, lern eine weite, schnurgerade Chaussee vor ihnen. Sie war mit alten Pappeln bestanden, die kahl m die Dezemberluft ragten. Zu beiden Zeiten dehnten sich unermeßliche Felder, von Schnee begraben, nur hier und da von einem todten Baum überragt. Zuweilen floa eme Krähe oder em ganzer Schwärm von diesen Vögeln, deren Nester sich dunkel in dem Pappelgeäsi abhoben, lärmend darüber hin, um irgendwo Rast zu machen und im Schnee zu picken. Das war das einZiae Leben in dieser Oede. Es begann schon zu dunkeln. Die Sonne war untergegangen; der Mond stand als eine halbe, noch matte Suberscheibe gerade über der Straße, und wenn man sich Mühe gab. konnte man auch schon einige Sterne unterscheiden. Aber der Himmel dunkelte schnell. Und je mehr die Dunkelheit wuchs, desto leuchtender wurde der Silberglanz der Gestirne. Die Reitenden hatten emen Galopp angeschlagen. Sie behielten ihn bis zu dem Wäldchen bei. das nun mit seinen schneebehängenen Tannen, auf denen das Mondlicht wie im Märchen schimmerte, dicht vor ihnen lag. Die Chausfee durchschnitt es. Sie machten Kehrt. Es wurde Zeit, daß sie an den. Heimweg dachten. Und t schwiegen. Nur das Schnaubn und Getrappel der Pferde und manchmal ein Vogelruf zog durch die- Wlnterlust kein Laut emer menschlichen Stimme. In feiner Brust tobte es. Er hatte es sich gestern Abend gelobt, heute em Ende zu machen. Er sah erregt geradeaus. Da.bemerkte er, wie sich die Lichter der nebelumhüllten Stadt langsam aus der Dunkelheit lösten mehr und mehr heller und Keller. Es lief ihm siedend heiß durch den Körper. . Wenn es heute nicht geschah, geschah es nie. Uno die Stadt war schon so nahe. , Er fühlte einen beengenden Schmerz in der Nähe seines Herzens. Und dann, nach der langen, langen Stille, sprach e? die Worte, über die. als sie über seine Lippen kamen, er selbst erschrak:
-Sie waren so schön gestern Abend.
Anni. Ich hätte Sie küssen mögen" Warum haben Da bereute sie's schon wieder, noch ehe sie ausgesprochen. Sie biß die Lippen zusammen, stieß dem Psecde die Svoren in die Weichen und sah nach rechts, ihm abgewandt, zu Boden. Dort flogen ihre Schatten über das blaulich glänzende Schneefeld, gespenstisch groß und scharf umrissen: Zwei schlanke Thiere unl darauf zwei jugendliche Menschen. S:e etwas vor ihm und höher als er. Ihr Schleier hinter ihr waareckt im Winde. Nicht lanae blickte sie so. Sie suhlte vlönlich. w e sich em Arm um ihre Taille legte. Und sie war gar nicht entrüstet hierüber. Sie zuckte nicht einmal zusammen. Es schien ihr ganz in der Ordnung so. Sie hco den Kopf: Seine Augen waren dicht vor ihren. Sie lächelte und legte nun auch den Arm fest um seinen Leib, so daß i ' . - ' . - . er ihre Rechte in der seinen halten konnte. Worte kamen nicht über ihre Livven. Das verstanden sie nun einmal nicht. Aber diese Lippen suchten einander. Und fanden sich. Der Schatten auf dem SchneeseiZ . ' ' haltt sich verändert. Es war jetzt ein Monstrum mit acht Beinen und zwei Kövfen. was dort lies. Aus einem Rücken saß, ein seltsam verschlungener Menschenknauel. Ein Mrnschcnkcnncr. Der Dichter und Schriftsteller Na thaniel Sawthorne. ein ebenso scharf sinniger Menschenkenner als warmher ziger Menschenfreund, wirkte in den Jahren 1853 bis 1857 als Generalkonful der Ber. Staaten m der engliscken Hafenstadt Liverpool. Die Geschäfte eines Konsuls einer großen Macht in einer Seestadt, wie Xiifcer vool ist. sind wohl die denkbar manniafaltiasien. die es gibt, und er muß fortwährend auf der-Hut sein, damit er von dem geriebenen Aolk der Seeleute. das sich tagtäglich mit den verschiedensten Wünschen und Anliegen auf dem Konsulat einfindet, nicht uber's Ohr gehauen wird. Emes Tages fand sich auf dem Konsulat em iunger Bursche von etwa sunfzehn fahren ein. der scheu und verlegen um freie Rückbeförderung in die Heimath bat, die er, um in der Fremde sein Glück zu versuchen, heimlich verlassen habe. Der Sekretär des Kon suls. dem die Erzählung zu abenteuer lich erschien, um wahr zu sem, wies ihn barsch ab. indem er sagte, er glaube nicht, daß er ein Amerikaner sei, son dern daß er -nur auf billige Art eme Freifahrt nach Amerika herausschlagen wolle. Der Junge betheuerte weinend die Wahrheit seiner Worte und bat, den Konsul persönlich sprechen zu dürfen. Doch erst nach einer Weile verstand sich der Sekretär dazu, ihn m das Zimmer awthornes zu fuhren. Er that es endlich mit den Worten: Hier ist ein Bursche, der Sie persönlich zu sprechen wünscht. Er behauptet, Amerikaner zu sein, aber ich glaube, daß er lugt. Paviere besint er nicht. Hawthorne wendete sich langsam dem Jungen zu, blickte ihm aufmerksam in das blasse, von Hunger und Leiden zeugende Gesicht und fragte: Du willst also eine Freifahrt nach Amerika? .Ja. Serr Konsul." Und Du behauptest, Amerikaner zu sein?" . Ja. Herr." Aus welchem Staat?" Massachusetts." Aus welcher Stadt?" -Aus Salem." So. so. aus Salem?" sagte sin nend der Konsul, der gerade aus dieser Stadt stammte. Dann den Jungen wohl eine Minute lang scharf anblickend, fragte er plötzlich: Aus wessen Obstgarten pflegtest Du mit Deinen Kameraden die schönsten Aepfel zu mausen? Aus dem Garten des alten Scimmilte Folsom," platzte der Gefragte her vor, wahrend glühende Nöthe sein Ge sicht übergoß. Ganz recht," antwortete Hawthorne lächelnd. Und zu dem Sekretär gewendet, der das seltsame Berhor staunend mitangehört hatte, sagte er: Geben Sie ihm emen Paß: es ist alles in Ordnung, bezieht er doch seine Aepfel auf dieselbe Art und von demselben Lieferanten, von dem ich sie in meiner Jugend bezog. Glückliche Reise, mein Junge, und grüße mir 'die eimaiy: Japanische Grausamkeit. (Aus dem Simplizissimus.") Ein grausamer Fall von Mißhandlung russischer Gefangenen durch die Japaner wird gemeldet: Bei Hsientschang wurden die Gefangenen ausgetauscht und 16 russische Soldaten, die sich gerade an anstandige Behandlung gewohnten, ihrem Truppenkorper zurückgegeben. GcÄankcnsplittcr. In der Wüste kommen die Kameele zur Geltung. Verlobungen geschehen meist unüberlegt: denn erst wenn eine zurückgeht, heißt's: .Sie haben sich's überlegt. Nicht alles Korrigircn ist wirkliches Verbessern. Manchen braucht man nicht erst zu Gast zu laden, um ihn satt zu knegen. Die gleichen Moden kehren wieder, aber die Mensckcn denken lim etwas anderes da bei. (v . - (?Z seufzt manche? unter einer Last, der gar nicht weiß, wie er erst seufzen würde. wenn er sie nicht yatte.
Egyptischr Hochzcttobräuchc.
DU mau im Lnde dcö Lkhedive sreit Der Brautzug. Wie sonst im Orient, weiß auch in Egypten der Heirathskandidat vor der eigentlichen Vermählung . so gut wie nichts von seiner Auserwählten. Denn es ist lediglich Aufgabe der Angehörigen, durch Vermittlung bestimmter Vertrauenspersonen die ersten nöthigen schritte zu thun. Handelt es sich um ein heirathslustiges Töchterlein, so wendet man sich an emen Wekil, im anderen Falle an eine Khalbeh." die beide in den geeignetsten Familien Zutritt haden und nun Umschau nach dem Brautigam bezw. der Braut halten. Haben sie diese ausfindig gemacht, so handelt es sich um die wichtigste Frage, von deren Lösung das Zustandekommen des Hnrathsvertrages abhangt: die Hohe des vom Bräutigam zu erlegenden Mahr" (Brautschatz). Von der vereinbarten Summe sind zwei Drittel sofort zu erlegen, während ein Drittel auf alle Fälle für die Frau reservirt bleibt, um ihr beim Tode des Gatten oder unfreiwilliger Scheidung eine momentane Unterstützung zu gewähren. Denn nach dem Koran genügt schon das Wort: .,Jch verstoße Dich!" zur Lösung des ehelichen Verhältnisses. Ist nach Erledigung dieser Vraliminarien der Ehekontrakt glücklich abgeschlössen, so werden in Eile die nöthigen Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen, die in möglichst kurzer Zeit im Hause des Bräutigams stattfinden soll. Am letzten Tage ihrer Jungfrauschast begibt sich die Braut mit ihren Jugendgespielinnen. Verwandten und Anderen m feierlicher Prozession m s Bad. Voran schreiten die Musikanten, dann folgt die Braut, bis auf die freibleibenden Augen dicht m bunte Teppiche gehüllt, auf dem Haupte die mit Flittergold beklebte paplerne Krone, um ihre künftige Wurde als Herzenskonigm an zudeuten, unter einem buntfarbigen, nur nach vorn offenen Baldachin, der an vier Stangen getragen wird. In ihrer Begleitung befinden sich höchstens die allernächsten Verwandten. Der Aufenthalt im Bade benutzt sich nach Stun den. Denn hier wird geschmaust und getrunken, geraucht und allerlei Kurzwell getneben, und bei wehmuth!g-hel-teren Gesängen und monoton klingender Instrumentalmusik, fliegen die letzten Stunden harmlosen Jugendgluckes schnell dahin. Am folgenden Tage erfolgt der Einzug der Braut in das Haus des Bräutigams, der, nachdem er lange in banger Erwartung geharrt hat, hwaufeilt zur Erwählten, deren er bisher noch me ansichtig geworden war, und nun das erste Beisammensein mit derselben feiert. Draußen vor der Thür harren die Dienerinnen, deren Freudengeschrei allen Bewohnern des Hauses verkündet, daß der Gatte mit der Erkorenen zufrieden ist. Ein fröhliches Mahl, wenn möglich, unter freiem Himmel und oft auf Tage ausgedehnt, beschließt die Feier. Vielfach ist es auch Brauch, daß zur Unterhaltung des süßen Pöbels allerlei Akrobaten, Zauberer und Leute ähnlichen Schlages dem Hochzeitszuge voranschreiten. Da sieht man Fechter, die gar grimmig mit ihren hölzernen Schwertern auf einander zuschlagen, . Wasserträger (Sakkas"), die unter der Last ihrer mit Wasser oder Sand gefüllten riesenhaften Schläuche einherkeuchen, und andere mehr. Früher soll es einmal vorgekommen sein, daß ein junger Mann den Zug eröffnete, der mit einem Schwerte sich den Oberarm durchbohrt hatte, und die Menge weidete sich an dem unter den verhüllenden Tüchern hervorquellenden Blutstrome! DaS Esclöfcst in Dünkirchen. Au Anfang September wird in der französischen Hafenstadt Dllnkirchen alljährlich das traditionelle Eselsfest gefeiert. Sobald es zu dunkeln beginnt, erhebt sich ein Getute und Geblase auf Muscheln und Hornern, wahrend aus allen Enden und Ecken der Stadt bunte Laternen auftauchen. Musikkorps mit Kerzentragern ziehen auf und vertheilen sich in den Dünen, sie blasen und flimmern ohne Rast und Ruhe. Es handelt stch bei dem Feste um den helligen Martin, der seinen Esel verloren hat. Die fromme Sage erzählt, daß der heilige Martin einen Krankenbesuch in Dünkirchen machte und seinen Esel inzwischen an einem Hausthor anband. Das Grauthier aber langweilte und fürchtete sich in der Dunkelheit, machte sich los und lies davon. Als nun der Heilige von seinem Trosibesuch zurückkehrte, fand er zwar den Zaum seines Thieres vor. aber der dazu gehörige Esel fehlte. Die Neuigkeit verbreitete sich mit Windeseile m dem ganzen Ort und zeder Bewoh ner eilte mit einer Laterne herbei, um das verlaufene Reitthier des heiligen Mannes zu suchen. Man leuchtete herum und' schrie aus Leibeskräften nach dem treulosen, fluchtig gewordenen Esel. Und richtig, dem allgemei nen Volksgeschrei stellte sich das Thier wieder, und feit jener Zeit wird von der schreilustigen Jugend von Dünkirchen alljährlich dort das Eselsfest gefeiert. DerDiebstahlvon Al ierthümern aus den vorge schichtlichen Dörfern in den Thälern der Nebenflüsse des Colorado und des Gila hat.die Archäologen in Aufregung versetzt. Sie fordern legislatives Einschreiten, um die Rumen zum Nutzen der Studenten der Ethnologie zu er halten.
Vom gering. Seme Bedeutung für die Küstenbevölkcrung Tcutschlands.
Der Hering als Wappeuticr-HcringSzüge. Bücklinge nd Sprottcn Unter falscher Flagge TaS (finsalzen uud Konskrviren der eingesaugeucn oisU. sftnsO hi. h(r CScrtrn ff?t W-n V V ,V.V frühen Mittelalter in der Geschich!: der deutschen, skandinavischen, englischen und schottischen Küsienbcvölkerung g:-. spielt hat, ist bekannt. Sein Erscheinen war das Ereigniß des Jahres, für dessen günstigen Ausfall man in den Kirchen betete. Unzählige Legenden sind mit dem Hering verknüpft, viel: Städte- und Geschlechtswappen enthalten ihn; wo er auftrat, ohne vorher gesehen zu sein, schrieb man sein Kommen meist dem Eingreifen von Heiligen zu. Ein solch:? Heringszug bietet einen eigenthümlichen Anblick; wie eine komPakte, glänzende, in allen Farben schillernde Masse von großer Tiefe. Länge und Breite bewegt er sich mit großer Geschwindigkeit vorwärts, so daß die Fischer aufpassen und schnell bei der Hand sein müssen, um die oft nicht wiederkehrende Gelegenheit gut auszunutzen. Zweck dieser jährlichen Wanderungen oder Expeditionen der Heringe ist das Laichen (Eierlegen). Sie wählen mit Vorliebe stille Gewässer aus und verlassen sie nach beendetem Geschäft, dagegen Pflegen die späteren Sprößlinge eine gewisse Anhänglichkeit an die Meeresgegend zu bewahren, wo sie zuerst als Laich sich aufhalten konnten. Ein Thier, unter dem nur verhältnißmäßig wenige den Hering vermuthen, ist der Bückling. Er ist ein Hering, der sich von seinen gesalzenen und sauren Brüdern nur dadurch unterscheidet, daß er geräuchert ist und alle seine Eingeweide noch in sich trägt. An der holländischen Küste lebte um das 14. Jahrhundert ein Heringsfischer Namens Böckel oder BeZel. Dieser erfand eine früher nicht bekannte Manier, den Hering und andere Fische, wie die Anchovis, Sardinen, und wie sie genannt wurden, zuzubereiten. Zuerst mit Salz bestreut und getödtet, mußten sie so einiae Aeit lieaen bleiben und wurden dann in den Rauch gehängt. Das Rauchern betrieb schon Boctel mit vielem' Raffinement, indem er mit derschiedenen ausgewählten Holzarten seinen Fischen einheizte, und seme Me thode hat sich zum Theile bis aus UNsere Tage erhalten. Eme Menae kleiner ermae. oic na türlich Sardinien nie gesehen haben, kommt unter dem Namen Sardinen auf den Markt. Ebenfalls werden mehr Christiamaanchovis," als man glaubt, in deutschen Gewässern gefangen und zubereitet. Eine Bücklingstadt ist Kiel, wo viele Menschen von dem Ertrag dieses Fanges und dem der glelchfalls geräucherten llemen, sehr fffimrrrfh nf im krotten und der Sckol len oder Klunkern leben. Der Serinas sang Hebt sich dort immer mehr, zumal selt der Eröffnung des Kaiser Wu-belms-Kanals. der nun reaelmäßia von Heringen und andern Fischsorten passirt oder bevölkert wird. Wenn hier und besonders in den nördlichen Hasen Norwegens und Großbritanniens die Zeit herannaht, so liegen schon tagelang vorher Wachtboote auf dem Wasser, um die armen Thiere rechtzei-, tig zu bemerken, und das ist wegen der ungeheuren Massen nicht schwer. Auf Zeichen oder die Botschaft begeben sich dann alle verfügbaren Boote in bestimmter Ordnung und Reihenfolge mit ihren Netzen dorthin und füllen sich bis beinah zum Sinken mit der kostbaren Beute. An Land zurückgekehrt, beginnt sofort das Ausweiden der Fische. Fässer stehen bereit, ebenso Salz zum Konserviren, und jung und alt, Mann und Frau greifen mit an. um die Waare sofort einzupacken und zu versenden, denn die Arbeit leidet durchaus keinen Aufschub, da der Hering nicht wie andere Fische noch an der Luft eine Zeitlang weiter lebt, sondern sofort stirbt, wenn er aus dem Wasser kommt. Seit einiger Zeit wird der Fang auch in großem Maßstab mit Dampfern betrieben, wodurch eine reichere Ausbeute in "kürzerer Zeit möglich ist, aber wie für den Seefifchfang überHaupt, so auch für die Heringe die Gefahr allmäliger Verminderung, wenn nicht Ausrottung des Bestandes besteht. Da man nun, wie oben angedeutet, durch die Laichstellen einen Anhalt hat. so würde eine systematische Schonung wohl möglich und sehr nöthig sein. Dazu gehörte aber dann auch eine internationale Vereinbarung und ihre strikte Jnnehaltung oder Überwachung. Die Tamnlen. Die Tamulen, ein Zweig der Drawidarasse, sind einer der gebildetsten und edelsten Volksstämme in Vorderindien. Sie sind durch ihre Formenschönheit bekannt und man schätzt ihre Zahl auf 16,500,000. Ihre Sprache hat eine eigene, aus dem Sanskritalphabet abgeleitete Schrift, eine alte, reiche Literatur, die bis in's 10. Jahrhundert zurückrejcht und neben zahlreichen Uebersetzungen auch ausgezeichnete eigrne Werke enthält. Die Tamulen sind von dunkler Hautfarbe, Mit angenehmen Zügen, reichem Haar und grogen dunklen Augen. Aus ihrer Verbindung . mit den Hindus sind die Singhaleftn hervorgegangen.
euer - Signale.
i ??mstzlv kni Varket 9 Engliff'I Oper, Haut i East und NDorl 7 Neble und lüichigan 9 N. Jerjey u. Nag Ad i Pine und North Varkrt und Pine -1 Vermont nahe East SJ. 8 Spritzenhaus Mass, ve nahe 911 iS Telware und Walnut 4 . Jersey Central A. i5 Masi. URd Corne22Ä fd iu:d 11. etrce :7 Park Ave und 12 Et, . Columbia und Hillsid i9 Highland Ave u. Pratt kl JUinoi und Ct. J04 U Pennsvlv. und Pratt U Meridian und 11. Ctr Tw. 6 Tpriz?nhauS i.6c nahe JUinotö t EenateAveu. StCIa i7 IttinoiS und Michigan IS De tfylvania und 14, 19 Enat Ave. und 13. n No. 1 Cpritzenhauk Ins Sve naheMichigan 52 Meridia und LZalnut 1 California u Vermont & Blake und New Dott Je Ind. Av. u. et, Clair 37 City Hospital 58 Blake und NortH 38 Michigan und LZne il No. 6 Sprltzenhau! Washington nahe 2Be il Ssendorf u Wash. 4S Missouri New York & Meridian u Wash Jllmoii und Ohis 7 Capitol Vv. u Waff 43 ingan'A Porkhaul Straßenbahn Still SB. Washington Stt 1 No. 10 Spritzenhaus Jllinoi u Werrill Bi Illinois u Louisiana k LZeftund Couty West und McCarty es Senate rve. u Henry 57 Meridian und Aay No. 4 Spritzenhau MadisonSv.nMorriI 59 Madilon Lv.uTunlop No Haken Leiterhau Couth nahe Delavar u Penn, u Merrill 3 Dkkwan u. RcEartö LA Vaft und ücSaxt New Jersey u.rÄ 7 virg.v.uradshas 68 Gast und Prospekt UKng und Higy n No. 11 Spritzenhaus Cir Ave. mch Huren Tl Eäst lmd Surgia 7t Ceda? und ein 74 Davidson u Seorgia 75 English Äv. Pine 7 Chelby und Vate n No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Ehelby TV Fletcher Av. u Sdelby 81 Market u. New Jersey 8 Delaware und Wash. 53 Saft u Washington 54 New Dork u. Davids 85 Taubstummen Anstaä 65 Ver. Staaten Arsenal 37 Oriental und Wash. ö Frauen-Refonnat. 91 No. 15 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. 92 Meridian u. Heoraia. 93 Meridian und Eouth 94 Pennsyl) u. Louisiana 5 Virgini Ave u, Llsd. 98 HsiHtauartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohick 23 No. 16 Spritzenhaus is. und Llsh. 124 Alabama und 16. 125 Central Zlve und 15. 149 Part Ave ccd 1. 212 Capital H nd 17. 213 Pennshiv. u. Michia 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 21 Pennsvivania und 22, 17 Meridian und 1. 213 Cavital Ave ur.d 23 21 i roadway und 10. 25! JllinriS und Vlültet 234 Nc. 14 Spritzenhaus Aknwood und 30. 235 IllinviZ und 33. Annetta und 3C 237 No. 9. SpritzmhÄt Vitll und 9Uir 258 vdell Larder Srrtt 39 Ilal'el und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St. Clai, 242 Cldridge und 23. 312 Oest und Walnut 15 West und 12.' 314 Howard uns ib, 315 Torbet und Paca 31 Capital Ave und 317 Northwestern Ave cu 318 Gent nd 18. 819 Canal und 10. 324 Cerealine WorkS 324 Vermont und L?n 325 BiSma,tu Erandtnetk 32 No. 29 EpritzenhauS Haushville. 327 Michigan u. eimeS, 32S Michigan u. Concord 41 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave v&totgh 416 Missouri KentuckyA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und S kwndbauS 13. Washington. 425 Irren-Hospital. 424 Miley Ave u.JDuS 425.Wasy. und Harr 42 No. 18 Spritzenhn W. Washiigto 427 Olkver und Lira) 23 Oliver und OSgood 429 Nordhke und ZZork 431 Hadley Av tu Morr 432 Riva Ave u. Morrii 434 River Ave und Sky 435 Hardwg u. Vig 4 R ? 4Z5Harding und ONvei 487 No. 19 epritzenhq? Morri l und Xcttdfcu S HswaH vr.7 43 etOtffCKtS 1 Stitat und C 452 Howard und L 453 Mor? und SLOfta 455 Lamtert und Vniwi 57 NordySr Ave n. Vm cx WorlS 512 Weft ud Ray 513 I!entucktzAvu.VerrS 14 Meridia und Morr5 kl JllinoiS tut ftanW 617 Morrii und Dakts 18 Morr und Cvur ch 819 Capital A, u McCar 521 Meridian und Pols 3 Pine und Lord 624 Madiso Ave u LtncsÄ 92 Meridian und Belt SV 627 Carlo und Siay 323 Meridian und A?i?e 9 veridian u. AayIwnd b?l Meridian u. N.-Ca. I 632 No. 17 SpritzentuS MorriS nah Ueft 12 McKerncund Douaö. 13 Saft n. Lincoln tm 614 East und Seecher 1 Wright uns Eandert 17 McCarty und Beat; 13 New Jersey u vir Av 71 Spruce uns Prospect 713 Enzlish Ade. u. LaunI 714 State Ave u.ettS 716 Shelly imd keccha 716 State Ave unfe OranlZ 718 Orange und Laurel 719 Shell,? u. Giaoat As 711 fitnßtcn2Lu Puoii 72 Fletcher Ave u. Cpni 714 Statt Ave u. Pkas 7i6 Prospekt und ?1easanj 72 Orange und Harlas 723 Libetty nd Men 729 Noble und South 61 No. 15 SpritzenhcaL Ost Washington 61 Market und Noble kl4 Ohio u. Highland t 815 Michigan u. Highlan? ,31 Market u Arsenal ZI S17 Ost Elair tt Union Bahn Gelnse. E21 Pan Zarllt SH P 623 Vermont und WakotZ 624 Wash. und State Atz. 65 Madden'SLoungeFLd 8 Tücke? und Dorsey L27 Wash. und Bevile SUa 629 No. I Spritzenhaus BeviLe nah Michig 631 Southeafter I Woodside. 632 OaH. und Tearb, 84 Sothcher cn Arsenal Kdtt. 6X5 New Dork d Zta$TJ 91 I2inrU und Mary! 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I Schlge, Löafferdruck ab. 1 Echlöge, 12 Uhr Mittags. Die so bezeichnet Signal werden nur Vom kh Wächter angegeben da an den betreffende Strafe keuzungcn keine AlsnuvSen anaebmcht sind. Chicago und der große Nordwesten via (Nl''l'vlls Olakka-vawaii-VbtltPpine Inseln. Vin tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Mono 47. Etr. Station, dlcagö. fllld Svurö Minuten raittelft elektrischer Sar na e Union Liehdöfen Frencii LIck Spring, Indem Orange Tounty Hochland. ffami!itn-H,tl unter neuer Geschastkleirung. Pluto, Proserxine md Bowle Quellen. Beöes Mineralvager der Seit, wei Züge täaliS via SreeJcastte. Ticket-Ofeea : Union Station, Massachusetts v und Weft Washington Straße. R. P. A l g e . Tlftrilt Dass. Agent, JndianavoliS, Ind. .H.McDoel. rt.H.8? d Präs. und Sen. Mgr. BetttebSIeite? FrankJ.Reed, Sen.Pzfs. Agent. bicago.Ill. ,
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