Indiana Tribüne, Volume 28, Number 9, Indianapolis, Marion County, 2 September 1904 — Page 4
Jndlana Tribüne, 2. September 19
Jndiana Tribüne. HtrauZgezeie von der utnbrg G. Indianapolis, Ind.
varry O. Thudium t t Präsident. Geschäftölocal: No, 31 Süd Delaware Straße. Telephone sss. r.tered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Die, Lungen" der veutschen Städte. D!e ungeheure Entwicklung, die die deutschen Städte im letzten Menschenalter genommen haben, stellte sie vor die Nothwendigkeit, der gewaltigen Zu nähme an bebauter Fläche im Interesse der Gesundheit und Schönheit der Städte ein angemessene Gegengewicht an öffentlichen Anlagen, Gärten, Parks u. f. w. zu geben. Sie waren da in ähnlicher Lage, wie die jungen ameri kanischen Städte, mit dem Unter schiede sreilich, daß die deutschen Ge meinden zumeist durch historisch gegedene Bedingungen in ihren GartenAnlagen eingeengt waren, indeß die amerikanischen Städte au dem Vollen und im großen Stile arbeiten konnten. Während daher in Chicago 5, in New Bork über 8 und in Boston gar fast 19 Quadratmeter Gartenanlage aus den Kopf der städtischen Bevölkerung kommen, ist die Zahl der deutschen Städte, die eS über 5 Quadratmeter per Kopf bringen, doch beschränkt. Immerhin besitzt München über 6, Dortmund 7, Freiburg lli und Caffel 16i Quadratmeter Garten Anlage per Kopf. ' Bei einzelnen Städten wirkten gerade die historischen Bedingungen insofern wieder günstig, als große alte staatliche oder königliche Gartenanlagen vorhan den waren, so in Rostock, Darmstadt, Wiesbaden, Stuttgart oder Potsdam, wo auf jeden Einwohner fast 23 Quadrat - Meter Gartenanlage kommen. Welch eine ungeheure Kulturarbeit je denfalls in den letzten 30 Jahren die deutschen Städte in der hygienischen und sozialen Bethätigung auf den Ge bieten des Gartenbaues geleistet haben, das zeigt ihre CollektivauSstellung auf der Düsseldorfer Gartenbau - AuSstellung, deren Ergebnisse Professor August Hoffmann soeben in einem eigenen Buche verarbeitet hat. Außer der Schaffung der Parkanlagen im engern Sinne nämlich ist da noch eine ganze Reihe weiterer Kulturarbeiten ins Auge zu fassen. Hierhin gehört zunächst die Anlage öffentlicher Spiel- und SportPlätze, die in Berlin zusammen 121 Hektar, in Dresden über 15 Hektar, in Altona und Magdeburg je 31 1 Hektar, in München aber gar 65 Hektar umfassen. Auch hat eine Reihe deutscher Städte umfangreiche Schulgärten zur Einführung der Jugend in die Kenntniß der Pflanzenwelt geschaffen. Die Schönheit und Gesundheit der Straßen ist ferner dadurch wesentlich erhöht wor den, daß ein großer Theil der Straßenzüge mit Bäumen bepflanzt und den Hausbesitzern darin die Schaffung offener Vorgärten zur Pflicht gemacht wurde. Gerade diese Straßenvorgärten und die baumbepflanzten Straßen bilden einen der charakteristischsten und angenehmsten Züge in dem Bilde der modernen deutschen Stadt. In Halle müssen z. B. alle Wohnstraßen solche Vorgärten, haben. Berlin besitzt 62 km, Bielefeld 31 km, Augsburg 21 km, Kassel 18 km Straßen mit Vorgärten, und was die BePflanzung der Straßen mit Bäumen angeht, so ist das in dieser Hinsicht Geschaffene zuweilen geradezu erstaunlich. So er reicht die Länge der bepflanzten Stra ßen in Köln 100 km, in-Dresden 139 km, in Hamburg gar 252 km und es bedarf keiner Auseinanderfetzung, wie wohlthuend das Bild der Stadt durch diesen Zug belebt wird. Endlich ist nach der Einrichtung zu gedenken, daß in einer Reihe von Städ ten wenig bemittelten Bürgern Gele genheit gegeben wird, unbebautes stüdtische Terrain gegen geringes Geld in Pacht zu nehmen und als Garten selbst zu bebauen. Man nennt diese Gärten nach dem Dr. Schreber in Leipzig, der den Gedanken zuerst verwirklicht hat. wohl auch Schrebergärten; und gerade in Leipzig existiren zahlreiche solcher Gärten von ungefähr je 150 bis 200 qm, deren Pacht 610 Pfennige pro qm betrügt. In zusammenhängenden Komplexen umgeben sie die Stadt, ein erfreulicher Anblick und eine vorzügliche Gelegenheit für den Städter, sich durch gesunde
Gartenarbeit' rüstig zu erhalten und durch enge Fühlung mit der Natur zu erfrischen. Auch in Kiel giebt es 2800 solche? Gärten: Wiesbaden, Frankfurt a. M. und andere Städte sind gleichfalls reich an ihnen.
In Friedrich Natzel, den Professor der Erdkunde an der LeipzigerUniversi tät, ist nicht allein der Begründer eines neuen Gebietes der geographischen Wis senschaft, sondern auch einer jener Vermittler zwischen der alten und neueu Welt dahin gegangen, die der Sache des Völkerfriedens und der Civilisation so unschätzbare Dienste leisten. Ratzel stammte aus ganz einfachen Verhältnissen, sein Vater war Portier am Schlosse zu Karlsruhe; er selbst wurde Apotheker, um seine Neigung zum Studium der Natur einigermaßen be friedigen zu können; erst später wandte er sich berufsmäßig dem Studium der Naturwissenschaften zu, und war bereits 20 Jahre alt, als er in Heidelberg als Student immatrikulirt wurde. Er widmete sich zuerst der Zoologie. Als er im Winter 186869 bei Charles Martin in Montpellier arbeitete, sandte er der Kölnischen Zeitungzoologische Briefe vom Mittelmeer ein, in der Absicht, sich durch diese schriftstellerische Leistung die Mittel zu einem Mikroskope zu verdienen, dessen er dringend bedürfte. Diese Zoologischen Briefe" wurden für seinen ganzen LebenSgang ein Wendepunkt. Die sichere BeobachtungS- und Darstellungsgabe die sie vertreten, machte die Kölnische Zeitung auf Ratzel aufmerksam, er trat in ihren Dienst und wurde von ihr nach Italien, Sicilien, in die Vereinigten Staaten, nach Mexico und Cuba gesandt. Erst auf diesen Reisen fand Ratzel seinen eigentlichen Berus: den des Geographen. Ihre schönste Frucht bildete sein großes Werk Politische und Kulturgeographie der Vereinigten Staaten von NordAmerika". die voll kommenste und wissenschaftlich kaum erreichte geographische Schilderung der Union, die ein Nichtamerikaner geliefett hat, und mit Holsts amerikanischer Verfassungsgeschichte zusammen die kostbarste Gabe, die die deutsche Wissenschaft dem amerikanischen Volke gespendetlhat. Welch? Fähigkeit Ratzel besaß, die gediegenste wissenschaftliche For schung in die populärste und gefälligste Form zu bringen, das zeigen inlbe sondere auch die Einleitungen, die er für Bädeker's Reifehandbuch der Vereinigten Staaten geslprieben hat, vollkommen mustergültige Arbeiten, denen überhaupt in dieser Art vielleicht nur noch Seindorff'S Aufsätze in dem Bäde ker'schen Handbuche über Aegypten zur Seite zu stellen sind. Ratzel'S Stellung in der Wissenschaft wird jadoch noch dadurch besonders be stimmt, daß er eine neue Seite der Geographie entwickelte. Das ihn' be schädigende Problem war der Einfluß der Erde, ihrer Formen, ihrer Er scheinungen und ihres Lebens auf die Formen und die Entwicklung der menschlichen Kultur und der Geschichte. So schuf er, gleichsam als der Testamentövollstrecker des großen Karl Rit ter, die Menschenerdkunde" die Be zeichnung Anthropogeographie bat er geprägt. Eine seine größten Leistun gen auf diesem Gebiete stellt noch sein letztes Werk dar, die Politische Geographie oder Geographie der Staaten, des Verkehrs und de Krieges", wo cr den Zusammenhang zwischen dem StaatSleben und .den natürlichen Be dingungen des Bodens auf das geistvollste und überzeugendste darstellt. Wer beispielsweise in diesem Buche seine Ausführungen über die Bedeutung des Raumes als politischen Faktors liest über die politischen Wirkungen weiter und enger Räume, über das Verhältniß zwischen Raum und Völker zahl, und über den Verkehr als Raum bewältige?, der wird sich der Anerkennung nicht verschließen, daß Fried rich Ratzel zu jenen Forschern gehörte, die dem menschlichen Denken neue Bahnen öffneten. I n der Kakaogewinnung steht unter allen Gebieten der Erde der Guayaquil-Distrikt in Ecuador an der Spitze. Der Distrikt erzeugt mehr Kakao als ganz Afrika, das sich in vielen Theilen für die Kakaokultur besonders gut eignet. Die Röhrenleitung von den Petroleumfeldern Bakus am kaspischen See nach Vatüm am Schwarzen Meere wird innerhalb des Jahres 1903 fertiggestellt werden und die Petroleum - Transportkapazität verdoppeln. Die Leitung hat eine Lange von 560 Meilen. Ein Theil der Leitung, in einer Ausdehnung von 143 Meilen am östlichen Ende, ist bereits seit etliehen Jahren im Betriebe.
Sanitätsrath Dr. Schmidt geehrt. Bei einem von dem Vundcs-Vorort veranstalteten Fcst-Csscn. Der Gast in Ncde und Toast gefeiert.
Sanitätsrath Dr. F. A. Schmidt ans Bonn war gestern Abend der Ehrengast bei dem vom Bundesvorort veranstalteten Banquet im Deutschen Hause. Prof. Carl Emmerich fun girte als Toastmeister. Er begrüßte den Gast in den mit Topfpflanzen aller Art geschmückten Räumen, nachdem die ersten Gänge eines reichhaltige Menu's aufgetragen worden waren, mit einer herzlichen Rede und forderte sodann den 2. Sprecher des Nordamerikanischen Turnerbundes, Herrn Rodert Nix, in Vertretung deS ersten Sprechers, Herru Herm. Lieber auf, einige Worte an die Anwesenden zu richten. Herr Nix sprach etwa wie folgt: Meine Damen und Herren! Als die stolze Roma fast die ganze bekannte Welt bezwungen hatte und ihrer Weltherrschaft nur noch im Norden der ragende Fels germanischer Freiheitsliebe im Wege stand; als die Römer längst mit den einfachen Sitten ihrer Vorfahren gebrochen hatten und bei ihren Fest- und Gastmahlen den Wohlstand der geknechteten Völker verpraßten; als das Germanenthum mit wuchtigem Schwertarm schon das flammende Mene Tekel des Zusammenbruchs des Weltreiches auf die Römerwälle geschrieben: da rklang in Rom bei Festgelagen von üppigen Polstern her als Gruß für die Gäste ein kurzes Bene vobis". Wurde nach dem Brauche des Nomen bibere" oder NamentrinkenS dem Freunde oder der Geliebten ein mBene" dargebracht, so mußten von der ganzen Tafelrunde so viele Becher geleert werden, als der Name Buchstaben enthielt. Die neuzeitlichen Festmahle haben das Trinken auf ein vernünftigeres Maaß beschränkt. Wir leeren ein einziges Glas bei ausgebrachtem Trinkspruch als Zeichen unserer Zu ftimmung; und fehlt uns auch der rö mische Sklave, der den Wein mit Was ser mischte, so können wir in dieser Beziehung uns getrost auf den modernen Weinhändler verlassen. Wenn wir auch nicht so viel trinken, wie die Älten, so haben wir dafür die Zahl der Trinksprüche beträchtlich erhöht; und wenn diese von Dauerrednern beant wartet werden, so müssen nur zu ost Ohr und Geist büßen für die Schonung des Magens. Die Vorortsbehörde deS Nordamerikanischen Turnerbundes, welche stets das Wohl des g a n z e n Menschen im Auge behält, hat daher für heute Abend die Zahl der offiziellen Trinksprüche sowie die Dauer der Reden auf ein aus kömmliches Minimum beschränkt. Ich weiß, Sie werden eö als eine Ihnen erwiesene Wohlthat empfinden, wenn ich Ihnen allen, meine Damen und Herren, als Willkommgruß des BundesvorortS nur das einfache antike Bene vobis" zurufe. Als Vertreter des aus der Sommerfrische noch nicht zurückgekehrten ersten Vorsitzenden deS Turnerbundes, unsereS allverehrten Hermann Lieber, wurde mir der angenehme Austrag zu Theil, auf die Bedeutung unseres heutigen Zusammenseins mit wenigen Worten hinzuweisen. Nachdem Redner an die von dem Vorredner gesvrochenen Worte angeknüpst hatte, schloß er etwa wie folgt: Nachdem die Welt . Ausstellung Behörde in St. Louis beschlossen hatte, eine besondere Abtheilung für LeibesUebungen einzurichten, stellte sie die Aufgabe, die Vorführungen und Wett kämpfe auf dem Turnfelde durch VortragScyklen zu ergänzen. Wie auf fast allen AustellungSgebie ten dem Deutschen Reiche die Führerschaft zuerkannt werden muß, ' so auch auf diesem Gebiete der Vortrüge über daS Turnwesen. ES gelang der AuSt Der aus der Weißtanne m den Wäldern Maines gewonnene Kaugummi wird rar, und die SchulMädchen, welche sich an diesem Ginn" zu delektiren pflegen, haben für diesen hinfür mehr zu berappen. Das Pfund jener Leckerei kostet jetzt $1.35. Modern. Guten Tag, Frau X., wir haben uns ja wohl ein Dutzend Jahre nicht geseh?! Ihr Töchterlein kommt wohl nun bald aus der Schule?" Aus der Schule? Die hat schon die dritte Verlobung hinter sich!"
stellungsbehörde, als Vertreter Deutsch, lands einen Gelehrten zu gewinnen, der durch seine grundlegenden Schrif ten über die Physiologie der LeibesÜbungen" sich längst einen Weltruf er worben und feit Jahren aus der Ferne auf Entwickelnng und Hebung des Turnwesens in Amerika befruchtend eingewirkt hatte Herrn Sanitütsrath Dr. Schmidt aus Bonn. Seinen Vorträgen in St. Louis lauschte die Elite unserer Turnlehrerschaft; sie wa ren das Beste, wzZ unseren Turnlehrern auf der Ausstellung geboten wurde. . Nachdem Herr SanitätSrath Schmidt seinen VortragSCy!luS beendet hatte, folgte er einer Einladung des BundesVororts zum Besuche unserer Stadt. Als der Ehrengast des heutigen Abends weilt er in unserer Mitte. Redner schloß mit einem dreifachen, kräftigen Gut Heil! auf den berühmten Gast, in welches Alle Anwesenden ein stimmten. Unter rauschendemBeifall ergriff nun der distinguirte Gast Herr Dr. Schmidt das Wort. Er dankte in bewegten Worten für die ihm röiederfahrene Ehrung und zollte seinen deutschen Lands leuten warme Worte des Lobes für die Errungenschaften, die sie in Verfol gung deutscher Ideale, die mit der ReichSangehörigkeit nichts zu thun ha den, als amerikanische Bürger zu erzielen wußten. . In einfachen aber desto eindringlicheren Worten gab Redner seiner Ueberraschung Ausdruck über die großen Leistungen des Deutsch AmerikanerthumS. Seine eigene, so verdienstvolle Thätigkeit auf dem Ge biete körperlicher Jugenderziehung erwähnte er in so bescheidenen Worten, daß ihm die Sympathien der Zuhörer nur so zuflogen. Seine markigen, wir möchten sagen, knorrigen Worte trugen den Stempel innerster Ueberzeugung. Ungekünstelt und echt war jedes feiner Worte. Der laute jubelnde Zuruf der Hörer bewies, daß er, ohne blüthenreiche Rhetorik gebraucht zu haben, voll und ganz als ernster Trüger seiner Wissenschaft gewürdigt wurde. Andere Redner des Abends waren die Herren Philipp Rappaport, Leo Rappaport, Chas. R. Williams von der NewS", der ebenso wie Frau May Wright Sewall in recht flüssigem Deutsch eine interessante. Ansprache hielt. Frau Sewall ließ sich in besonders anregender Weise über die Eindrücke, die sie während ihrer jüngsten Anwesenheit auf dem internationalen Frau en-Congreß in Berlin erfuhr, aus. Der kulturelle Fortschritt Deutschland's in den letzten zehn Jahren sei ein fadelhafter, sagte die liebenswürdige Dame, welche, wenn ihr ein be sonders markanter' deutscher Ausdruck fehlte, sich die Nachbarschaft von Herrn Nix zu Nutze machte und selbstverständ lich bereitwilligste Hilfe von ihm erhielt. Hatte Herr Williams, der Kleinig keiten", wee wees wie deutsche Kunst und Musik, welche Abwechselung in das strenöse amerikanische Leben brächten, lobend erwähnt, so zollt Frau Sewall der deutschen Gründlichkeit gegenüber amerikanischer Oberflächlichkeit hohen Tribut. Ihre Ansprache war eine der in teressantesten des Abends und man war ehrlich überrascht, als man erkannte, wie trefflich die liebenswürdige Dame ihren Gedanken in deutscher Sprache Ausdruck zu geben verstand. Ansprachen und Toaste folgten nun in schneller Folge und donnernde Hochs wechselten mit begeisterten Gut Heils" auf den distinguirten Gast, der noch einige Tage hier verweilen wird, ab.
Vorbehalt. In ein Bureau tritt ein Herr von wenig Vertrauen erweckendem Äußeren. Der Beamte, der nicht gern an einen Unwürdigen eine Höflichkeitsphrase verschwenden will, empfängt ihn mit den Worten: -Mit wem habe ich eventuell die Ehre?" Kein Frauenkenner. Junger Herr: Ich würde einmal nur 'ne Frau heirathen, die sich freut, wenn ihre Freundin ein schönes, neues Kostüm hi. Aeltere Dame? Die soll, ten Sie gelade nicht nehmen. Herr Doktor, denn'die ist nicht aufrichtig!"
Allgemeiner Wetter- und Ernten Bericht.
Das Wetter-Bureau der Ver. Staaten veröffentlicht unterm 30. August folgenden Allgemeinen Wetter und Erntebericht für die am vorigen Montag abgelaufene Berichtswoche : Obwohl das Wetter während deö letzten Theiles der Woche im Ohio thale der Region der unteren Seen, den mittleren atlantischen und den Neuenglandstaaten abnorm kühl war, war doch die Temperatur im Ganzen genommen, dem Reisen der Feldfrüchte günstig. Theile der südatlantischen und der östlichen Golfstatten litten durch übermäßigen Segen, wüArend in einem großen Theile der mittleren und West lichen Golfstaaten Dürre herrschte. Gelegentliche, um diese Jahreszeit sehr ungewöhnliche Regen gingen in Ealifornien nieder und in den westlichen PlateauDiftrikten. AuS dem mittleren Wyoming wird gemeldet, daß die Temperatur auf den Gefrierpunkt fiel und aus Colorado, Montana und Theilen von Ohio, Pennsylvanien und New Jork werden schwache Fröste gemeldet. Trotzdem kühles Wetter die rasche Entwicklung deö Maifes im Ohiothale und den Seeregionen verhindert hat, hat sich die Pflanze im Allgemeinen doch entschieden gebessert. Ein großer Theil der Maisstauden, welche während der vorhergehenden Woche in Jndiana und Illinois durch Wind zu Boden geschlagen wurde, richtet sich wieder auf. In der Sommerweizen produziren den Gegend von Minnesota und in den Dakotas hat eS während der Woche fast gar nicht geregnet, so daß da Wetter für die Ernte und daS Dreschen günstig war. Etwas des früh gesäten Weizens ist im nördlichen Dakota noch unreif und Rost fügt dem spät gesäten Weizen in jenem Staate Schaden zu, weshalb ein großer Theil desselben nicht geschnitten werden wird. Von Jdaho, Washington und Oregon wird allgemein berichtet, daß der Weizenertrag die Erwartungen getäuscht hat. Die Aussichten auf die Aepfelernte sind fortgesetzt gut, in New Vork. Neu England und der Region de? oberen Seen jedoch treffen vbn den Staaten in den mittleren Thälern ungünstige Berichte ein. Außer in Theilen von Neuengland und den mittleren atlantischen Staaten, wo die Kartoffeln mehr oder minder durch die Fäule gelitten haben, wird eine ausgezeichnete Kartoffelernte erwartet. In den mittleren Thälern und den mittelatlantischen Staaten sind bereits gute Fortschritte mit dem Herbstpflügen gemacht worden. GewaltsamesEnde einer Ehe. Jda Stebbins von Pueblo, Col., lebte seit zwei Jahren von ihrem Manne getrennt und arbeitete auf einer Farm. Kürzlich erhielt sie den Besuch ihres Mannes, der drohte, die Thür ihres Zimmers einzubrechen, als sie ihm den Zutritt verwehrte. Die Frau nafan einen Revolver, den ihr ein Tochterchen reichte, und schoß durch- die Thür. Die Kugel fuhr dem Manne in den Kopf und tödtete ihn auf der Stelle. Mörderischer Stier. Auf einem Weideplatz zu West BoylZton, Mass., wurde der 14jährige Angell, welcher für den Farmer Stewart Vieh hütete, von einem wüthenden Stier mit den Hörnern aufgespießt und unter schrecklichen Verstümmelungen getödtet. Er war aus einem Bostöner Heim für verlassene Kinder bei dem Farmer untergebracht worden. , Mehr Tageszeitungen, als in irgend einem anderen Staate der Union, werden in Pennsylvanien herausgegeben. Ihre Zahl beträgt im Keystone"-Staate 213, gegen 207 im Staate New Fork, 171 in den sammtlichen Neuengland-Staaten, 361 im ganzen Süden und 1212 im ganzen Westen. In Illinois erscheinen 181 Tageszeitungen, in Ohio 172 und in Jndiana 157. Die Gesammtzahl der in den Staaten und Territorien Onkel Sams publizirten Tagesblätter beläuft sich auf 2333; an Zeitschriften aller Arten erscheinen 22,223. Deutschlands AußenHandel während des ersten Halbjahrs 1904 bewerthet sich in der Einfuhr auf Z795.000,000, oder $25, 750,000 mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres, während der Werth der Waarenausfuhr sich auf $627,000,000 bezifferte, eine Zunahme von 21,260, 000. Die Baumwolleneinfuhr stieg um 12,000,000, während die Getreideeinfuhr um 5.000,000 zurückging. Unter der Ausfuhr weisen folgende Branchen Zunahmen, auf: Maschinen und Instrumente 55,750,000, Kattunwaaren 5,500,000, Getreide 3,750,000 und Wolle, und Wollenfabrikate endlich 3.000.000. Die Eisenausfuhr ging um 3,000,000 zurück.
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5 No. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europa?. Schiffsscheine und öS' Eurova. 2In- und verkauf ausländischen Geldes. Ein beständiges Wachsen eines Geschäftes, lange Jahre hin durch, legt Zeugniß von dessen Eha rakter und Stabilität ab, und bietet die größteSicherheitfür Ersparnisse. arii niTtitt Depositen von 25 Cents und aufwärts an und bezahlt 3 Prozent Zinsen daran, halbjährlichem Mai und November eines'jeden Jahres, verrechnet. Kapital - $1,000,000.00 Ueberschuh - 225,000.00 Ossicen im Compagnie Gebäude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Furchtsamer Bräutigärn. Fräulein Mabel Nenaud aus Farmington, Mo., hatte mit ihrer Mutter die weite Reise nach Chicago unternommen, um sich dorten mit ihrem Bräutigam Frederick Devon zu vermahlen. Sie fanden in dem Hotel, woselbst die Ceremonie stattfinden sollte, den Geistlichen und mehrere ladene Gäste, aber der Bräutigam war nicht erschienen. Am nächsten Morgen, kam Devon zu seiner Braut und deren Mutter und erzählte ihnen, er sei überfallen und um seine ganze Baarschaft beraubt worden. Seine Kleider seien ihm dabei zerfetzt worden, und es sei ihm deshalb unmöglich gewesen, in einem solchen Zustände zur Hochzeitsfeier zu kommen. Frau Renaud schenkte den Angaben Devons keinen Glauben, und dieser gestand schließlich auch, die Räubergeschichte erfunden zu haben, weil er Angst vor der Heirath bekommen habe. Devon wollte nun gutmachen, was er aus Angst versäumt, allein Fräulein Renaud wollte nun nichts mehr von ihm wissen und wies die Liebesanträge des furchtsamen Bräutigams beharrlich ab. Kühne Seefahrt. Das kleine Segel-Canoe Tillikum" von Vritisch-Columbia, welches nur einen Tonnengehalt von 2j Tonnen hat und im Jahre 1843 von einem alaskanischen Indianer aus dem Stamm eines einzigen Baumes ausgeschnitten wurde, ist dieser Tage von Ponta-Delgada auf den Azoren nach London in See gegangen. Die Tillikum" trat im Mai 1901 von Vancouver eine ahrt nach Europa über verschiedene Inseln im pazifischen Ozean, Kap Horn und die Azoreninseln, an. Der Lenker des Fahrzeuges ist Kapitän Boß, welcher das Wagniß in Begleitung eines Mannes Namens Harrison unternommen hat. Das Canoe hatte bis zu seiner Ankunft in Ponta-Delgada bereits nahezu 40,000 Meilen zurückgelegt. (ßlirlidjeö Bekenntnis Kritiker: Können Sie das hohe C eine Minute lang aushalten?" Tenorist (einer Tirolergesellschaft): Ich könnt's schon aushalten, aber 's Publikum not!" Sein Standpunkt. S t u d e n t (in der Zeitüng lesend): Die Sicherheit in unserer Stadt nimmt immer mehr ab das merk' ich auch; alle Auaenblicke läuft man einem Gläubiger in oie Hände!" Kasernennotlilntko. Seht den Einjährigen Schreiberling! Bon d-5 Lebens Wellen, von der Liebe Wellen und von des Mondes Silberwelle hat er gedichtet, aber die Bauchwelle kann er nicht!" Nrrsttjnapnt. Hausherr: Sie kommen mir bekannt vor; haben Sie mir nicht 'mal Rothwein verkauft?" R e i s e n d e r: Gott soll mich behüten da wär' ich nicht wieder zu Ihnen gekommen!"
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WM tat Co.
