Indiana Tribüne, Volume 28, Number 9, Indianapolis, Marion County, 2 September 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 2 September 1904

tvfot Liao Aang

Von japanischen Truppen besetzt. Rückzug der gesäumten russischen Armee. Kurokis Flankenbewegung. Der dritte Kampftag brachte den Wechsel des Kricgsglücks. Bahnverbindung mit Mulden unterbrochen. Die russischen Schiffe in Shanghai. Mirbach endlich entfernt.

Oft-Asien. Russen auf das rechte Fluß. Ufer zurück. St. Petersburg, 2. Sept. Die Kunde von der Besetzung von Liao Aang und dem Rückzug der russischen Armeen nach dem rechten Ufer des Taitse Flusses kam erst zu später Stunde einem kleinen Theile des Pud likumZ zur Kenntniß. Sie rief ungeheure Aufregung, und Enttäuschung hervor. Die meisten Leute waren mit dem Glauben schlafen gegangön, die russischen Waffen seien abermals siegreich gewesen und die japanischen An griffe abgeschlagen. Das Kriegsamt gab Dannerstag Nacht der Assoc. Presse eine Erklärung, wonach Kuroki'S Armee das rechte Ufer des Taitse Flusses kreuzte und der Rück zug der Russen notwendig wurde, um diesen Schlag abwehren zu können. Gen. Kuropatkin beschloß daher, seine Stellungen am rechten Ufer auf zugeben und die ganze Armee auf der andern Fluß-Seite zu concentriren. Diese Stellung ist ihrer Art und Lage nach die stärkste. Hier wird der große Kampf endgiltig zum AuStrag kommen. Die russische Armee vermeidet hier durch die Gefahr, durch den Fluß getheilt zu werden und hat den Vortheil der. Zusammengehörigkeit. Man darf daher die Operationen Kuropatkin'S nicht als Rückzug betrach ten, sondern vielmehr als Ausführung eines wohlerwogenen Plans. Liao Jang vom Feinve besetzt. Der Rückzug der Russen vom rechten User bedeutet die Aufgabe v o n L i a o I a n g, das am linken Jlußufer gelegen ist. Die Japaner besetzten die Stadt; aber die schwerste Aufgabe des Kampfes liegt noch vor ihnen, falls sich Kuropatkin nicht noch in letzter Stunde nach Norden zurückzieht. Es ist aber mehr als wahrschein lich, daß er sich zu einem Kampfe bis auf'S Ende entschließt. Bahnverkehr unter brachen. M u k d e n, 1. Sept., 9.27 AbZ. Der Bahnverkehr zwischen Mukden und Liao Jang ist unterbrochen. Die Wege sind unpassirbar. Die wichtigste KriegsNachricht. London, 2. Sept. Die Presse hält die Mukdener Depesche, wonach der Bahnverkehr zwischen Mukden und Liao Jang unterbrochen ist und die Straßen unzugänglich sind, als die wichtigste Nachricht von der Front. Die Blätter sagen, die Nachricht könne nur eine Bedeutung haben daß die Japaner die Bahn zwischen Liao Bang und Mukden in Besitz nahmen. Kuroki'S Flankenbeweg ung. St. Petersburg, 1. Sept. General Kuropatkin hat seine ganze Armee an das rechte Ufer des Taitse zurückgezogen, um sich Kuroki'S Flan kenbewegung zu widersetzen. Ponton Brücken der Japaner. Die Japaner wiederholten den Versuch, in der Nacht vom 31. August Pontons über den Taitse bei Liao Bang zu schlagen und dieser Versuch dürfte geglückt sein. Es steht daher nordwestlich von der Stadt sofort ein schwerer Kampf zu er warten. N o ch n i e g a b's s o l ch e b l u t i g e Kämpfe. Die Kämpfe bei Liao Fang haben an verzweifelter Tapferkeit der Angreifer und unbesiegbarerHarthäckigkeitder An gegriffenen Alles frühere in den Schatten gestellt. Die ganze Kriegsgeschichte erzählt von keinen derartigen Beschießungen, solchen Schlachten und, solcher Zähigkeii. ' Tag für Tag wurde von Scnnen- . aufgang bis zur Dunkelheit mit kaum einer Pause gelämpft. '

Schwere Anforderungen an die Transportfähigkeit beider Seiten stellten die Verwundeten ; das fchnrie rigste Problem bildet aber die Beschaffung der Vorräthe und Munition nach jedem Punkt der sich 10 bis 20 Meilen weit erstreckenden Gefechtslinie. SiegeSfreude in Tokio. Tokio, 1. Sept. Tokio hallt vor Jauchzen und Hochrufen über den Sieg bei Liao Bang wieder. Laternentragende Haufen ziehen unter den Rufen Banzai" dvrch die Straßen. Die Einzelheiten über den heutigen Kampf sind mager. S h a n g a i, 1. Sept. Ein japanisches Torpedoboot fuhr heute hier ein, wahrscheinlich mit Depeschen für die Flotte. Der Mittwochs. Kamp f. St. Petersburg, 1. Septbr. Die Schlacht voni;Liao Bang war heute früh 6 Uhr wieder aufgenommen worden. Der gestrige Kampf trug einen verzweifelten Charakter; er wüthete ununterbrochen von Tagesanbruch bis Mitternacht und die Verluste müssen ungeheuer sein. Kuropatkin gibt das Rückzugssignal. Um 3 Uhr Abends gab Gen. Kuropatiin, nachdem er seine äußerenZStellungen den ganzen Tag gegenüber den schärfsten Angriffen gehalten,? den Befehl zum Rückzug auf die HauptSchanzwerke vor der Stadt. Ein furchtbar blutiges Ringen. Die japanischen Angriffe waren vor nehmlich gegen das russischejCentrum, östlich vom Laietung Hügel, nahe der Bahn und 3 Meilen von Liao Bang, gerichtet. Das Infanterie und das ArtillerieFeuer war weit heftiger als jemals zuvor in diesem Kriege. Am meisten litt die Division Kondratovitch. Bajonett-Angriffe folgten einander Schlag auf Schlag, während das Artillerie-Feuer keinen Augenblick aufhörte. Die Todesfallen im M a i S f e l d e. Sobald die Japaner erkannten, daß

die Russen sich aus ihrer äußern Stellung nach Süden zurückzogen, nahmen sie den Angriff wieder auf, obwohl es völlig dunkel war. Unter diesem Anprall stellten sich die Russen den Japanern von Neuem. Die Russen hatten eine große An zahl Fallgruben gegraben, die sorgfältig unter dem chinesischen Mais versteckt waren. In diese Gruben stürzten die Japaner zu Hunderten und ihre Reihen geriethen in Verwirrung. Als die Russen in ihre alten Stellungen zurückkehrten, fanden sie diese TodesFallen mit Todten und Sterbenden gefüllt.

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Ceneral Kuroli, der Haupt-Commandirende der japanischen Truppen.

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Das Stadtthor von Lias Bang, der gestern von den Japanern besetzten Stadt.

Erst um Mitternacht Ruh'e. Das Musketen-Feuer und der Kanonendonner dauerten bis Mitternacht, als sich endlich Ruhe über das blutige Schlachtfeld herabsenkte und die Soldaten sich da niederlegten, wo sie noch eben gefochten. Aerzte waren die ganze Nacht in Thätigkeit und die Verwundeten wurden von chinesischen Kulis nach Liao Bang geschafft. Kuropatkin gilt als ge schlagen. Tokio, 1. Sept. Die Japaner griffen heute früh die Höhe westlich von Hainlintun und die Hochebene west. von Shoushaupao mit Erfolg an. Die russischen Linien wurden durch brachen und die Russen wahrscheinlich nachher zum Rückzug auf Centrum und rechten Flügel genöthigt. Marquis Oyama tegraphirt, daß feine Verluste bei diesen Angriffen schwer waren. Man glaubt hier, daß Kuropatkin geschlagen und daß der Besitz von Liao Bang nur eine Frage von Stunden ist. Kuroki'S Verluste vom 24. bis 23. August betrugen 2255. Dampfer kommt frei. Ehe Foo, .1. Sept. Sir Robert Hart, Chef des chinesischen Hafen Zoll'WesenS, verfügte, daß der Dam pfer Jndependent" undelästigt nach New Chwang fahren dürfe. Der Dampfer, welcher Contrebande an Bord hat, war von den chinesischen Zollbehörden zurückgehalten worden, da hierdurch die Neutralität deS Ha fens verletzt werde. Kuropatkin nach Liao Bang zurückgetrieben. Die heutigen Depeschen zeigen, daß sich das Schlachtglück in Liao Bang zu Gunsten der Japaner gewandt hat. Kuropatkin, auf dem rechten Flügel und Centrum schwer angegriffen und im Rücken durch eine starke Abtheilung, welche den Tai Tse Fluß gekreuzt, bedroht, wurde gezwungen, sich aus seiner Verteidigungslinie auf die befestigte Stellung zurückzuziehen, welche er in der Stadt Liao Bang und ihrer unmittelbaren Umgebung errichtet. Der Rückzug des russischen Centrums und rechten Flügels führt Voraussicht lich zu einer ähnlichen Bewegung der äußersten linken Linie und zu einer Concentration von Kuropatkin's Armee nach der trefflich verschanzten Stellung in Liao Bang.

Russische Kaperschiffe nicht gefunden. London, 1. September. Die Bemühungen des Geschwaders am Cap der Guten Hoffnung, Verbindung mit den Schiffen der russtsch-n Freiwilligen Flotte, Smolenök" und St. PeterS bürg, herzustellen, führten bisher zu keinem Erfolge. Reparatur. Arbeiten eingestellt. S h a n g a i, 1. Sept. Die Re paraturArbeiten an dem russischen Kreuzer Askold und dem Zerstörer Grozovoi sind auf Befehl des britischen Gesandten eingestellt, da das Dock britischen Bürgern gehört. China derfügte, daß die Mannschaften beider Schiffe nach Rußland zurückkehren. Der japanische Consul verständigte

heute die Consuln der neutralen Mächte, daß jedes Schiff, das mit den Mann fchaften der beiden russischen Schiff den Hafen verläßt, von japanischen Kriegsschiffen gefangen wird. Stakelberg verwundet. St. Petersburg, 1. Sept. General Stakelberg, Führer des ersten oft-stbirischen Corps, wurde am Mittwoch auf der Süd-Front verwundet, blieb aber auf dem Kampfplatz. Liao B a n g, 1. Sept. Ein Cor refpondent der Affoc. Presse, Kiraloff, der bei Gen. Zarontaoff'S Corps den Operationen folgte, wurde gestern durch die Brust geschossen. Großbritannien. Gegenstück zum Fall L o s m i s. London, 1. September. C. B. Spahr von Kingsbridge, N. B-, ein Journalist, fiel oder stürzte sich selbst am 30. August vom Dampfer Prinz Albert" in's Wasser. Das Ereigniß geschah zwischen Östende und Dover. Dem amerikanischen Consul in Dover wurde der Vorfall, der an den LoomiS Fall erinnert, gemeldet. Deutschland. Mirbachgehtdoch. Berlin, 1. Sept. Freiherr von Mirbach ist auf sein wiederholtes Er suchen von seinem Posten als CabinetS chef der Kaiserin und Verwalter ihrer Wohlthätigkeitsfonds enthoben worden. Außerdem legte Mirbach die Stellungen, die er bei verschiedenen religiösen und WohlthätigkeitS.Gesellfchaften inne hatte, nieder; er bleibt aber Hofmarschall der Kaiserin. Das Ausscheiden Mirbachs aus seinem Wohlthäligkeits . Wirkungskreis kommt nicht überraschend und hängt mit den Enthüllungen des Pommern Bank-Prozesses zusammen. Kurze Depeschen. 1. September. Inland. B l o o m i n g t o n, Jll. Perry Lundy und Frau Woods von Lincoln wurden von einem Zuge auf der Stelle getödtet. N e w B o r k. Der Gouverneur ernannte E. M. Cullen, Brooklyn, zum Nachfolger A. B. Parker'ö als Oberrichter am Appellhofe. Cleveland, O. Dr. E. G. Simons, ein angesehener Arzt aus Ripley, N. F., wurde in der Vorstadt Glenville durch einen Lake Shore-Zug getödtet. San Francisco. Trans. portdampfer Thomas- fuhr nach Manila mit etwa 300 Rekruten, zahlreichen Passagieren und $1,127,000 Philip. Pesoö in Gold.

Endlich befreit. Luise v. Cobura täl scht'die Wach' samleit ihrer Kerkermeister.

Bad Elster, Sachsen, 1. Sept. Prinzesstn Luise v. Sachsen-Coburg entfloh Dienstag früh allein aus ihrem Hotel. Im Hotel-Garten erwarteten sie 2 Frauen und ein Mann; Alle fuhren darauf eilig in einem außen stehenden Wagen davon. öin gewisser Gratz der im Hotel wohnte und seit Montag Nacht verschwunden ist, dürfte die Flucht der Prinzessin als Agent des Leutnants Mattonich . Kegtevitch bewerkstelligt haben.. ES ist dies der Mann, mit dem Luise 1892 durchging. ' Die Prinzessin hatte Montag Abend, unter scharfer Bewachung ihres Arztes und einer Hofdame, das Theater besucht. Vor 3 Wochen war ihr gestattet worden, die Heilanstalt bei CoSwig, wo sie als Gefangene gehalten wurde, zu verlassen. Man hatte ihr für diesen WiederEintritt in die Welt anziehende Co stüme verschafft und sie durste abermals die prachtvollen Juwelen tragen, die zu ihrer Mitgift gehörten, als sie Philipp von Sachfen-Coburg heirathete. Nach dem Theater speiste die Prinzessin sn ihren Zimmern und ihr Erscheinen wurde erst Mittwoch früh bemerkt, wo sie vermuthlich schon nach der Schweizer Grenze unterwegs war. Außerhalb der Stadt bestiegen einige Insassen des Wagens ein Automobil und der Wagen behielt seine rasende Geschwindigkeit bei, wahrscheinlich um etwaige Verfolger zu täuschen. Voraussichtlich befand sich die Prinzessin in dem Automobil. Die Spur deS Automobil führt nach Hof ; ob die Prinzessin dort den Zug nach München nahm oder im Automobil weiterfuhr, ist ungewiß. Schiffsnachrichten. Angekommen: New Bork: Carpathia" von Liverpool; Von Moltke" von Hamburg; Baltic" von Liverpool. Liverpool: Aurania" von New Bork, über QueenStown. Havre: La Lorraine" von New Bork. Venedig: G'rnüa" von New Bork, über Neapel und Messina, weiter nach Trieft. Bremen: Trave" von New Jork. Abgefahren: x New Jork: Laurentian" nach Glasgow; Deutschland" nach'Hambürg, über Plymouth und Eherbourg; La Bretagne" nach Havre. Queenstown: Haverford nach Philadelphia; Majestic" nach New Bork. Liverpool: Cymric" nach Boston; Kensington" und Perifian" nach Montreal' Noch kein Einvernehmen. K n o x V i l l e , Tenn., 1. Sept. Auf der Gruben-Conferenz kam bisher noch kein Einvernehmen zu Stande. Das Resultat der Verhandlungen läßt sich schwer vorhersagen. General Kuropatkin, der russische

iffV ?-s"'4'sy'' v- ' i, - 5 ,: " ? Ws$i-y if qV Hi;yUH Wfifyg-. -V r ' :?,-- it'JMt: Wi$J&&s,l'- , 55??xB' . ' ;?.;:.v . fJjPyfJ&SfJ'SA "5. i t 'Y f kWfflffiMMW' fz ''JsU ' ' i . 445tftfZ ''y'''y'4'Z ' rrfSffsjrSJ SV: ' j AVfr&K' ' 'Mchv MMre'WBj MMN K SUUBMMW M W HMsMchM m y iXky KiJy'1 1 f WBpWM m fx'xK u:u m 4b ert M MOV .M m M i,., , t x x M-Xi v i K f"A - i ? v ; Ä ;v" hl XßtW ' 9'4T n vsV x Vf II XX ' USW ( j ! v vyll tsjjx 'vVX '' " w A Afk&i ) v J i f T -. i p. . .... (AA -'.V - :m . M ißW .T' 4, . -ft vi -?m:i -'m J. ' ßP ?V&: V, - , 1 r tiy i I z&&??- : '. - -1., v " t.o-vi ..rrijta .j.

Zvikmgerschiffe. Ihre EinriZitung und crotze TeetüchtlgkeZ. BcgrZbnih dcr Häuptlinge. Bei Slagen in der Nähe des Christiaiafjords, Norwegen, ist man neulich an die Ausgrabung eines Wikwgerfahrzeugs, das man in einem grcßen Hügel entdeckt hatte, gegangen. Früher ausgcgrabene WiZingerschiffe werden in Christiania und in Kiel verwahrt. Tiefe Fahrzeuge waren so seetüchtig, dajj mit ihnen, obgleich sie kein Deck hatten, Reisen über den Atlantischen Ozean ausgeführt werden konnten. Um dies in besonders überzeugendcr Weise darzuthun, baute man in Norwegen gelegentlich der Chicagccr Weltausstellung ein Wikingerschiff, das sich bei dcr Fahrt' über den Atlantischen Ozean tr;fflich bewährte. Es war genau dem Fahrzeug nachgebildet, das jetzt im Garten der Universität in Christiania zu sehen ist nd im Jahre 18L0 in der Nähe von Sandefjord ausgegraben worden war. Hier lag das Wikingerfchiff in einem Hügel von 10 Fuß Höhe und' 164 Fuß Durchmesser, und VON ähnlichem Umfang ist auch der Hügel bei Slagen. Das Sandesjordschiff gehörte zur Gattung der Langschiffe oder Kriegsschiffe und hatte an jeder Seite 16 Ruderlöcher. An der ganzen Länge der beiden Schiffsseiten fand man bei der Ausgrabung mehr oder minder gut erhaltene Schilde. In der Mitte des Fahrzeuges lag eine Grabkammer, in der der betreffende Häuptling beigesetzt war, denn in der Heidenzeit war es allgemein Brauch, einen Wikingerhäuptling mitsammt seinem Schiff in einem Hügel zu bcerdigen. Dies ging aller Wahrscheinlichkeit nach in der Weise vor sich, daß das Schiff von den Pferden des Häuptlings auf den Strand gezogen wurde. Der Vordersteven war gegen die See gerichtet. Um den Mast stellte man dann aus schweren Baumstämmen eine Grabkammer her und schlug den Mast in der Höhe der Grabkammer ab. Hierauf legte man den Häuptling in vollem Kriegerstaat in die Kammer. worauf sie verschlossen und mit Birkenrinde bedeckt wurde. Pferde und Hunde des Häuptlings erschlug man und legte sie neben dem Fahrzeug nieder. Schließlich bedeckte man das Fahrzeug mit blauem Thon und warf über dem Ganzen einen Hügel auf. Das Sandefjordschiff, das eine Länge von 101 Fuß hat und wunderbar gut erhalten ist, stammt aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. Roch bedeutend älter ist jedoch das in Kiel verwahrte Wikingerschiff, denn dessen Entstehungszeit fällt in's 5. Jahrhundert. Es wurde im Jahre 1863 in Nydammoor beim Alsensund gefunden, wo es anscheinend versenkt worden war, da sich an der einen Seite ein Loch befand. Auch dieses Fahrzeug zeigte, daß die alten Nordmänner schon vor der WUingerzeit Meister im Schiffsbau -waren. Im Gegensatz zum Sandefjordschiff, das einen Mast trug, war das Nydamboot ein Ruderfahrzeug von 95 Fuß Länge, das an jeder Seite für 14 Ruder eingerichtet war.

Die ginrikisha-Vten-schen-Kraftwagen findet man von Ceylon an in ganz Ostasien. Die Japaner nehmen, wahrscheinlich mit Unrecht, die Erfindung für sich in Anspruch. Sicher ist, daß die Wagen vor dem Jahre 1863 in Japan noch unbekannt waren. Für die öffentlichen Volksschulen in Deutschland betragen die Aufwendungen nach den Angaben des neuesten Statistischen Jahrbuchs insgesammt 415,193.000 Mark. Von dieser Summe werden 120,357,000 Mark aus Staatsmitteln gedeckt. Danach trug der Staat 23.33 Prozent. Dieser Prozentsatz erhöht sich in verschiedenen Bundes staaten, während Preußen hinter dem Durchschnitte zurückbleibt. Oberbefehlshaber bei Liao Jang.