Indiana Tribüne, Volume 28, Number 7, Indianapolis, Marion County, 31 August 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

Vrsvknz Sachsen. M.a a d e b u r a. . Dem Konserkatcr der -Denkmäler der Vrovinz Sacksen, Dr. Doering, ist vom Fürsten von V . v , - . i . 1 . cywarzeurg - viudoistadt das Eyrenkreuz 3. Klasse und dem Maurerpolier Andreas Lange aus Hohendodeleben dasAllgemeine Ehrenzeichen verliehen .worden. Aue. Der Kneckt Wilbelm Alberki aus Halle, welcher hier in Diensten bei vem Landwirtb Thierolf steht. war mit dem Dienstmädchen Martha Meister aus Schkölen in Seidewltz zum Tanzvergnugen gewesen. Das Mädchen, welches keine Äuneiquna zu dem Menschen hatte, mußte jedoch mit :hm nach Hause gehen, wooel er ihr drei Nevolverscküsse. den einen in den rechten Arm und zwei in die linkeBrust und bxe lmke Seite beibrachte. Die Leiche desMädchens ist auf dem PlanWege nach Aue hinter Meyhen gefunden worden. Der Thäter hat -sich-im Garten seines Dienstherrn erhängt. Freyburg a. d. Unstrut. Dit deutsche Turnerschaft hat einen herben Verlust erlitten, indem der eifrige Sammler und Leiter des Iahn - Museums und der unermüdliche Förderer der hiesigen Ermnerungs- und Nuymesbauten.Friedrich Wilhelm Schadewell von hier, in Jena infolge einer Darmoperation gestorben ist. alle a. S. Aus dem mengen Güterbabnhofe aerieth der Rangirer Friedrich Michgelis mit dem rechten Fuße unter einen rollenden Wagen, Dem Unglücklichen wurde das Glied abgequetscht, er besaß aber noch die fast unglaubliche Nervenstärke, sich das verstummelte Bcm selbst abzubinden. um einer Verblutung vorzubeugen. Bald darauf wurde er aufgefunden und in die Klinik gebracht. Wer frühere Stadtverordnete und Maschinenfabrikant Richard Vrinkmann, der .... ai, 5 i r layrelang im iaoioeroroneien-ö50l-rf . rn Y. . . r l. : .fl tegium eine junienoc jxüuc gcipicu hatte, ist verstorben. Vrinkmann war ein geborener Magdeburger. Kaulsdors. Auf der Äaynstrecke von Breternitz nach Eichicht wurde die schrecklich verstümmelte Leiche der Ehefrau des hiesigen Landwirths Koberstadt ausgesunden, 153 scheint Selbstmord vorzuliegen. L i st e r f e h d r a. Auf dem GeHöft des Landwirths Höhne entstand Feuer. Em dem letzteren gehöriger Schuppen, sowie Wohnhaus, Scheune und Stall des Nachbars Kralisch brannten nieder. Als Anstifter des Brandes ist der 8jährige Schulknabe Höhne ermittelt worden. R i m ö a ch. Gastwirih und Kaufmann Strecker fiel beim Kirschenpflücken vom Vaume und erlitt so schwere Verletzungen, daß er verstärk Provinz Westfaren. V u e r. Die dreijährige Anna Jeremias stürzte in eine Kalkgrube und erlitt so schwere Brandwunden, daß sie nach kurzer Zeit verschied. Die Mutter des Kindes, welche es aus der Grube holte, wurde dabei nicht unerheblich am-Fuß verbrannt. Bösperde. Sein goldenes Arbeitsjubiläum beging der Arbeiter Karl Ehristopherie bei der Firma Neuwalzwert. Der Mann erhielt außer verschiedenen Geschenken und Ehrungen seitens dsr Firmeninhaber und seiner Arbeitskollegen auch das Allgemeine Ehrenzeichen. Dortmund. Der Kaiser ließ der Freifrau von der Heyden - Rynsch zum 100. Geburtstage durch den Oberpräsidenten eine Tasse mit dem kaiserlichen Bilde und die herzlichsten Glückwünsche überbringen. Die Jubilarin heirathete 1824 den aus dem vormaligen Herzogthum Eleve stam menden Assessor Frhrn. Bernhard von der Heyden - Rynsch und lebte seit dieser Zeit hier. Bemerkenswerth ist, daß alle ihre Kinder leben. Herberte. Vor einiger Zeit starb die Frau des Bergmanns I. Ham merstein und eine Woche später folgte das einzige, em Jahr alte Kind der Mutter nack. Die Zerstörung seines Familienlebens machte den Mann schwermuthig, so daß er kurzlich sei nem Leben selbst ein Ende machte. H a m m. Dem Rangirmeister Busse der Ruhr - Lippe - Kleinbahn wurden auf Bahnhof Hamm - Süd der linke Arm und Fuß abgefahren. Büsse wurde dem hiesigen Krankenhause überwiesen, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Lüdenscheid. Der 20 Jahre alte Arbeiter Ostermann, der m der Fabrik der Firma August Berghaus in Oberbrügge beschäftigt war, wurde von einem Treibriemen erfaßt und mehrere Male um die Transmissionswelle geschleudert. Die hierbei erlitte nen Verletzungen waren so schwer, daß er bereits auf dem Transport m das hiesige stadtische Krankenhaus ver schied. Paderborn. Hier starb plötzlich infolge Gehirnschlages der Pfarrer von Jggenhausen, Norbert Hansmeyer. Geboren am 9. Oktober 1845 zu Meer Hof,. empfing er die Priesterweihe am 18. Dezember 1869, wurde unter dem 27. April 1870 zum Schulvikar rn Haltheim und am 22. November 1836 zum Pfarrer m Jggenhausen ernannt. Veinprovinz. Köln. 5Oer 21 Jahre alte Sohn des Frr.herrn von Perfall stürzte von dem Balkon eines Hauses an der Spi-

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V1 1 " LJ I - t W i I bald infolge der erya-ltenen cyaoelVerletzungen. Die Verurteilung des früheren Fabrikanten Stadtraths Bauer zu mehrjähriger Gefängnißstrafe hat den jüngsten Sohn veranlag, sich an einer einsamen Stelle der UmWallung zu erschießen. Aachen. Ein -Großseuer, das m der Eudell Motor Compagnie beiHiaren ausgebrochen war, zerstörte- die Polier- und Montagehalle, die Motorpatlon, das Magazin, die Controlljtation, ein Bureau und einen Theil der Werkzeugmacherei. Der Schaden wird auf 400,- bis 500.000 Mark geschätzt. Bonn. Die Fabrik feuerfester Steine Mehlem wurde von einer Fai ersbrunst heimgesucht und zum aröß- , . fr 5 . r i i , r.. i . ien Ayni eingeaierr, iroy ipaierer Hilfe der von hier herbeigeeilten Feuerwehr. Düsseldorf. Auf dem BahnHof Erkrath kam der Bremser Strerath beim Rangiren zu Fall, wurde überfahren und sofort getödtet. Essen. Auf den Horder Eisenwerken gerieth der Rangirer Dederowskr zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde getödtet. Elberfeld. Durch ausströmndes Gas erstickte der hiesige Leh:er Theiß, der demnächst heirathen wollte. In der., neu eingerichteten Wohnung hatte sich ein Schlauch von dem GasHahn gelost. Die Eltern kamen an, um an der Hochzeit ihresSohnes theilzunehmen. Sie fanden ihn todt vor. K r e f e l d. Die Eheleute Heinrich Högel feierten das Fest der diamantenen Hochzeit. Großfeuer entstar.d in der Färberei Puller in der Florastraße. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. M e t t m a n n. Auf einem BauernHofe zu Klutenscheuer war der Besitzer v. d. Bey auf einen Baum gestiegen. Ein Ast brach entzwei und riß den Mann mit vom Baume herunter. Hierbei kam der Bedauernswerthe auf die Spitzen einer eisernen Egge zu fallen. wobei ihm die scharfen Spitzen in den Korper drangen, so daß er schwerverletzt liegen blieb. An seinem Aaskommen wird gezweifelt. O d e n k r r ch e n. Der etwa 50jährige Klempner Körvers hat sich erhangt. In einem Briefe hinterließ er die Zeile: Ich bin es satt, so weiter zu leben, ich trete die große Reise an. Als die That entdeckt wurde, roar Körvers bereits eine Leiche. Saarbrücken. Der sechzigiahnge JTwalide Oswald, in der Altstadt wohnend, ist in Abwesenheit seiner Frau, welche die Zimmerthüre abgeschlössen hatte, elend verbrannt. Er hatte die Gewohnhut, auch im Bette seinen Kalkstummel zu rauchen. Die Pfeife war ihm im Schlummer entfal len und hatte das Bett m Brand gesetzt. Frovinz Kcssen-?rassau. ! Kassel. Von der elektrischen Straßenbahn überfahren wurde eine ältere Dame, Freiin Agnes Treusch v. Vuttlar, als sie an der Ecke der Sophienstraße von selbst aus einem anderen Straßenbahnwagen herausgestiegen war und die Schienen überschritt. Die Verletzungen, welche sie davontrug, waren derart, daß sie im Krankenhause verstarb. Die hiesigen Lehrer G. Rüppel und H. Ruppert feierten ihr 25jähiges Dienstjubiläum als Lehrer an hiesigen Schulen. Beide Jubilare traten 1879 ihr Lehnamt bei der ehemaligen Kasseler Bürgerschule" an. F r a n k f u r t a. M. Der letztens an den Folgen eines Schlaganfalls im Vürgerspital gestorbene Schauspieler Albert Desprez ist 67 Jahre alt geworden. Er hatte am 8. März 1893 das Jubiläum seiner fünfundzwanzigjährigen Wirksamkeit am hiesigen Schauspielhaus gefeiert, ist also länger als 36 Jahre an der hiesigenBühne thatig gewesen. Die Frau des Schutzmannes Hallstein, Bornheimer Landstraße 7, die beim Schütten von Petroleum in's Heerdfeucr schwere Brandwunden erlitten halte, ist im Heiliggeist - Hospital ihren Verletzungen erlegen. F u l d a. . Die wegen Hehlerei in Untersuchungshaft befindliche Wittwe Lisette Koch von hier hat sich in ihrer Zelle erhängt. Es ist dies der zweite Selbstmord, der im hiesigen Amtsgerichtsgefängniß binnen Kurzem in der Kind'schen Brandstiftungsaffäre verübt wurde. Schlüchtern. Infolge BlutVergiftung verstarb im Kreiskrankenhause hier der Bauer L. Blum aus Gundhelm. Derselbe hatte eine Wunde an der Hand; zu gleicher Zeit behandelte er ein krankes Pferd und drückte diesem ein Geschwür auf. Bald darauf schwoll der Arm an und der beklagcnswerthe Mann mußte in's Krankenhaus gebracht werden, woselbst er verstarb. W e l l r o d e. Ein hier wohnender Landwirth und Besitzer einer Ziegelei, Lich?, circa 60 Jahre alt, war mit dem Aufladen eines Fuders Heu beschäftigt und fiel bei dem Befestigen des Heubaumes so unglücklich vom Wagen herunter, daß er das Genick brach. Licho war sofort todt. Ein schlechter Arzt. Frau: Aber Karl, die ganze Praris vernachlässigst Du über Deinen sportlichen Vergnügungen; eben schickt der Bäckermeister das Honorar... der ist auch wieder gesund 'worden

. Vom Jnlaude. DenarößtenKlumven voll-

ständig reinen Goldes, der noch t Im Staate Montana gefunden wurde, behauptet Jack Kllppel nahe dem Briggs Claim am .Sucker Creek gefunden zu haben. Es ist ein glattes, fast rundes Stück Gold und hat einen Werth von $475. JnderNahevonHarward am West River, Anne Arundel County, Md., hat Frau Galloway Cheston eine Angora - Katzenzucht vor einigen Jahren eingerichtet, welche sich als ein zahlendes Unternehmen erwiesen hat. Die Frau fing mit sechs Katzen an und hat zur Zeit über 30 Stück, nachdem sie eine Menge bereits zu hohen Preisen verkauft hat. Sie erzielt $25 bis $30 pro Stück. E i n Namensvetter .des russischen Oberbefehlshabers Kuropatkin traf dieser Tage mit dem Dampfer Philadelphia" in New York ein. Er führt den Vornamen Leizer, und war nach sechsmonatlichem Dienste in der russischen Armee desertirt. Freunde waren ihm behilflich, nach England zu entkommen. Zwei Monate hielt er sich in London auf und dann wollte er hier sem Glück Probiren. Damit hat er nun allerdings kein Glück gehabt. denn die Elnwanderungsbehorden haden ihn für einen nicht wünschenswerthen Einwanderer erklart und seme Deportation angeordlset. Als Kuropatkin hörte,, daß er zurückgeschickt werden sollte, brach er zusammen und sagte, man werde ihn in Rußland unfehlbar erschießen. Er athmete auf, als er horte, daß er nicht nach Rußland, sondern nur nach dem nächsten englischen Hafen zurückbefördert werden werde. In dem kinderreichen Harlem, N. F., herrscht seit Kurzem freudige Aufregung, denn Wm. C. Smith, der Eigenthümer eines neuen Apartmenthauses, hat angekündigt, daß dieses Unikum eines New Jorker Miethskolosses fast vollendet sei.Diese Nachricht hat besonders unter den Familien Freude erregt, bei denen der Kindersegen noch nicht erschöpft zu sein scheint, denn, wenn man Frau Fama Glauben schenken darf, so hat Herr Smith erklärt, er wolle denjenigen Eltern, denen der Storch in seinem Hause ein Baby bringen sollte, einen Monat Miethe freigeben, ein Zwillingspaar ist sogar mit zwei Monaten bedacht. Ja, noch mehr! Die oberste Etage des sechsstöckigen Gebäudes soll den dort geborenen Kindern sogar als Spielplatz reservirt werden, und auch der Hofraum soll für diesen Zweck hergerichtet werden. Kein Wunder, daß der Besitzer dieses Storchennestes" vor Applikanten keine Ruhe findet. Männer, Frauen und Kinder aus allen Theilen von Ionkers, N. Y., hatten unlängst eine berechtigte Schadenfreude, als sie nach dem Napperhan River pilgerten und nit ansahen, wie der wohlhabende Fischer Nathan Engel in den Fluß ttatete und einen Korb fauler Fische mch dem anderen mit seinen Händen hkrausschleppte und ans Ufer trug. Eigel mußte das, denn der amtirendi Stadtrichter ?lrwin in Nonkers h ttt ihn dazu verurtheilt. Vor einiaec Zeit fanden Bewohner in der Mchbarschaft von Garden' Straße, d:ß Hunderte von faulen Fischen während der Nacht in den. Fluß geworfen waren. Anzeige bei der Poli.ei und dem Gesundheitsamt wurde er'tattet, aber Abhilfe wurde nicht geschaffen. Als der Gestank in der ganzei Nachbarschaft unerträglich wurde, zeigte man die Sache beim StaatsGisundheitsamt an. Die Polizei fced dann alsbald den Uebelthäter, und Richter Irwin fällte das etwas scnderbare, aber ohne Frage gerechte Urtheil, daß Engel, welcher die Fische in'Z Wasser geworfen hatte, dieselben mit eigenen Händen wieder herausholen mußte, und die Bewohner von Ioikers hatten, ihren Spaß. Eine gefährliche Reise durch die Luft machte in Newark. N. I.., James McGowan. Er fungirte als Aufseher, als. man einen ungefähr 1)00 Pfund schweren Küchenherd in das zweite Stockwerk eines Gebäudes schaffen wollte, und stand auf dem Fenstergesims des zweiten Stockes, als er den acht Arbeitern das Zeichen zum Ziehen gab. Es dauerte ungefähr 10 Minuten, bis der schwere Küchenherd in der gewünschten Höhe schwebte. McGowan hatte von seinem. StandPunkt aus kräftig mitgezogen und gab Befehl, die schwere Last noch ein klein wenig höher zu ziehen, wobei er selbss das Seil mit festem Griff von Neuem umspannte. In diesem Augenblicke zerriß jedoch das Tau zwischen McGowan und den unter ihm ziehenden Leuten; der Küchenherd stürzte mit 'ürchterlichem Gepolter zur Erde, während McGowan durch den gewal:igen Ruck wie ein Ball bis zum Dach des Gebäudes in die Höhe geschnellt vurde. Hier kam er mit dem Balken und der Rolle des benutzten Flaschenzuges in Berührung und nachdem sein Körper eine halbe Drehung gemacht hatte, stürzte er kopfüber aus einer Höhe von 50 Fuß a:lf d'-e Erde. Als man herbeilief, glaubte Jeder eine Leiche zu finden; doch McGowan, der zwar bewußtlos geworden war, kam bald wieder zu sich und es stellte sich heraus, daß er außer einer Anzahl Hautabschürfungen und einer stark blutenden Kopfwunde keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten hatte.

Vom Auslande.

Anläßlich des Projekts, ein Automobilmodell zur VerWendung von Provianttransporten im Kriegsfalle herstellen zu lassen, hat man in Paris eine Statistik aufgestellt über die Abnahme der Pferde und die Zunahme der Automobile seit dem vorigen Jahr. Die Automobile haben, besonders in Paris, im Verlauf des letzten Jahres, wieder einen immensen Aufschwung genommen, doch treffen die Befürchtungen, die man vielfach hegte, daß die Pferde in dem Maße abnehmen würden, daß die ganze Zucht in Frankreich zurückgchen und in absehbarer Zeit aufhören müsse, nicht zu. Im Ganzen giebt es in Paris in diesem Jahre genau 869 Pferde weniger als im vergangenen. Daraus kann man noch keine Schlüsse ziehen. Um wirklich eine Abnahme in der Anzahl der Pferde wahrnehmen zu können, müßte man die Zählungen etwa vier oder fünf Jahre fortlaufend betreiben. Eine berühmte alte Zeitung, der Pariser Daily Messenger", früher Galignanis Messenger", die älteste englische Tageszeitung auf dem Contincnt, hat plötzlich ihr Erscheinen eingestellt. ,Sie wurde am 2. Juli 1814 von- den Brüdern Galignani begründet und zählte unter ihren ersten Abonnenten viele Berühmtheiten, darunter den Herzog von Wellington. In den Werken vieler englischer Dichter spielt das Blatt eine Rolle, so bei Dickens, Thackerey, Wilkie Collins u. a. Im Messenger" las Lord Byron den Artikel, auf den er sich bezog, als er sagte: Ich wachte eines Morgens auf und fand mich berühmt;" in ihm erschienen auch viele Briefe Byrons. An der Zeitung und der englischen Buchhandlung in der Rue de Rivoli verdienten die Brüder Galignani ein Vermögen von fast $20.000.000, das zum größten Theil für philantropische Zwecke ausgegeben wurde. In den letzten Jahren machte sich die Concurrenz amerikanischer Zeitungen sehr stark fühlbar, so daß das Aufhören des Messenger" nicht ganz überraschend kommt. Ueber eine scheußliche Unthat wird aus Hessen berichtet: Vor Kurzem brannte es in Windesheim bei Alzey in der Wohnung des Büchsenmachers Stoffel, wobei sein 40 Jahre alter, geisteskranker Schwager Johann Steiner ein Opfer der Flammen wurde. Stoffel und sein 14 Jahre alter Sohn wurden verhaftet, da die Leichenschau ergab, daß Steiner vor dem Brande dadurch ge tödtet worden war, daß ihm beide Beine abgehackt wurden; dann war die Leiche ans Bett gebunden und so verbrannt worden. Stoffel ist sechzig Jahre alt. und hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich. Sein Schwager mußte die schrecklichsten Martern durch Stosfel aushalten. So mußte er sich vor Stoffel hinknien, worauf Stoffel ihm mit einem Gewehr an den Ohren vorbeischoß. Auch seine Kinder und seine beiden verstorbenen Frauen hatten sehr viel unter ihm zu leiden. Als sein Sohn einmal im eigenen Garten Stachelbeeren naschte, soll Stoffel dem Kinde die Fingerspitzen abgeschnitten haben, ja einem anderen Sohne soll er sogar in seiner Wuth einen ganzen Finger abgehackt haben. Bei der Verhaftung dieses Ungeheuers in Menschengestalt mußte die Polizei schützend eingreifen, da der Unmensch sonst gelyncht worden wäre. Stoffel ist geborener Hesse und hat den , Feldzug 187071 mitgemacht. Da . er sich damals einem Vorgesetzten widersetzte, wurde er vom Kriegsgericht zum Tode verurtheilt, jedoch vom Großherzog begnadigt. Afrikanischer Enthu. s i a s m u s. Was hört man denn von Ihrem Freunde, der vor einigen Jahren nach Afrika gegangen ist?" O, der . wirkte drei Jahre lang als Missionar bei einem wilden Stamme, war dort sehr beliebt und bekehrte sämmtliche Eingeborenen. Als er endlich fort wollte, da veranstalteten die guten Leutchen ein groß?H AbschiedsFestessen, und na, bei dieser Gelegenheit wurde er im Enthusiasmus mit verspeist!" Unmöglich! Fräulein: Das Edelweiß hätten Sie mit eigener Lebensgefahr für mich gepflückt? Sagen Sie die Wahrheit, Herr Meier, Sie haben's gekauft?!" Studiosus: Aber ich bitte Sie, gnädiges Fräulein,... Ende des Monats!" Gemüthlich. . . . .Wie, Johann, während meiner Abwesenheit haben Sie einem Patienten einen Zahn gezogen?" Ach, das war nur ein Bauer, Herr Doktor der versteht ja doch nichts davon!"

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0 n rwv S-UUL jl. X T I--tr iiif tN dst )l!ttj UÜU (lilll -I- i .- .. ............ -.1? . I n grün gewordene Karaffen gieße man einen Eßlöffel verdünnter Salzsäure und schüttele eine Weile tüchtig um. Di: Karaffe wird dann ganz klar sein, doch vcrsäume man es nicht, sie ordentlich nachzuspülen. Eine einfache Ameisenfalle in den Häusern besteht darin, daß man einen Teller dünn mit Speck bestreicht, der die Ameisen anlockt . und festhält. Wenn der Teller voll ist, so streift man mit einem Lappen die Ameisen ab und stellt die Falle wieder auf. Durch Ob st gefärbte Holzkellen und Quirle müssen kurze Zeit in Chlorwasser kochen; dann k:äftig gescheuert und in kaltem Wasser nachgespült werden; in letzterem lasse man die Sachen unter wiederholtem Erneuern des Wassers einige Stunden liegen, damit sich der Ehlorgeruü verliert. . i l de Ente, gedämpft. Man legt die Ente vier bis sechs Tage in gewöhnlichen Weißwein und läßt sie dann in etwas Weißwein und starler Fleischbrühe sowie Butter, Speck, Gewürz, einem Lorbeerblatt und ein wenig Citronenschale fest zugedeckt gardämpfen. Vor dem Anrichten kann man die Sauce entfetten, noch ein wenig Rothwein hineingießen und in beiden Fällen die Sauce mit in Wein zerquirltem Kartoffelmehl absämen. F i l t r i r e n. Einen Bogen Filtrirpapier faltet man zuerst zweimal zusammen und knickt ihn nochmals nach der Mitte, daß er im Ganzen strahlenförmig gefaltet ist. Man legt ihn dann auseinander und paßt ihn in einen Trichter, durch den man die Flüssigkeit filtriren will. Sind in der Flüssigkeit Kerne und Schalen, so läßt man sie vorher durch ein Tuch seihen, um das Filtriren nicht unnöthig zu erschweren. Alte Fässer zu reinigen. Ehe man alte Fässer zu reinigen beginnt, muß man erst, ehe man heißes Wasser hineinbringt, die Fässer mit einer Bürste tüchtig ausbürsten, um den Schimmel zu entfernen. Vor allen Dingen muß die innere Wandung d?s schimmeligen Fasses mittelst Bürste und kaltem Wasser sorgsam gereinigt werden. Dann erst wird die weitere Reinigung mittelst Dämpfen oder hcißem Wasser vorgenommen und man setzt dem Wasser zum Reinigen gebrannten Kalk oder Soda oder Schwefelsäure oder auch schweflich-saurcn Kalk zu. Gebrauchte Feilen kann man reinigen, indem man sie etwa eine Minute lang in einen Dampfstrom von 40 Pfund Druck auf den Quadratzoll hält. Nach Verlauf dieser Zeit sind alle Unreinigkeiten entfernt und die Feile wieder wie neu. Das Nachsch'ärfen solcher Feilen geschieht mittelst eines Säurebades (ein Theil Salpetersäure, drei Theile Schwefelsäure, sieben Theile Wasser), worauf ein Wasserund Kalkmilchbad, dann das Einfetten der Feilen mit einer Mischung von Oliven- und Terpentinöl und schließlich das Abbürsten mit fein pulverisirtem Koaks folgt. K r a u t k l ö ß e. Man schneidet' die zarten, inneren Blätter eines großen Krautkopfes von den Rippen, wirft sie einige Minuten in kochendes Wasser, kühlt sie dann ab und hackt sie fein, worauf man sie mit reichlicher Butter und Salz weichdämpft und erkalten läßt. Dann mischt man Pint süßen Rahm, zwei ganze Eier und zwei Eigelb, noch etwas Salz, Muskatblüthe und Weizenmehl oder geriebene Semmel dazu, daß sich feste Klöße daraus formen lassen, kocht sie in Salzwasser, übergießt sie mit brauner, in Butter gerösteter Semmel und gibt sie zu Entenbraten, Rauchfleisch, Schinken u. s. w. H u m m e r - S a u c e. Die Schalen, Scheeren und Beine eines gekochten Hummers stößt man im Mörser fein, schwitzt sie in Butter und kocht sie mit 1j Quart weißer Bouillon langsam eine Stunde. Dann verkocht man di?le durch ein Haarsieb gegossene Brühe mit heller Vuttermehlschwitze zu einer säumigen Sauce, gibt Salz und Muskatnuß hinzu, einen Löffel Hummerbutter (welche man aus den Hummereiern bereitet hat, oder statt dessen Sar-dellen-oder Krebsbutter), zieht die Sauce mit einigen Eidottern ab, nachdem man zwei Eßlöffel voll kleinaeschnittenes Hummerfleisch damit vermischt hat, und servirt die Sauce gewöhnlich zu Lachs. Heißes Wasser gegen D u r st. Zur Löschung des Durstes trinkt man in Japan heißes Wasser. Bei uns bekämpft man das durch die Hitze hervorgerufene Gefühl der Uno:haglichkeit durch kalte Getränke. Thaisächlich wird aber durch kaltes Getränk nur die Schweißabsonderung befördert und dadurch das Durstgefühl auf'S Neue hervorgerufen. Anstatt den Magen mit allen möglichen kalten Flüssigleiten zu überschwemmen, nehme man bei großem Durst eine Tasse warmen Kaffee oder Thee, besser noch eine Tass: Bouillon, welche die Nerven anregt, ohne eine Erschlaffung im Gefolge zu haben. Hauptsächlich aber versäume man nie, dem Magen jedesmal feste Nahrung zuzuführen, bevor man kalte Flüssigkeiten zu sich nimmt.

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