Indiana Tribüne, Volume 28, Number 6, Indianapolis, Marion County, 30 August 1904 — Page 7

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Von Zwricn gclicbt , Uomsn von Alkred SaNen K40000030000 (Fortsetzung.) Ich habe Tage hindurch nichts anderes denken können der arme, kleine Schelm immer wieder flog mein ganzes Empfinden nach Neustadt und trauerte mit Ihnen, Walter " Er erwiderte nichts. Schwer nickte er nur mit dem Kopfe. Tori fuhr selbstvergessen fort: ' Ich weiß ja, wie lieb man sie hat, solch holde Knospen geschah's doch auch um eines Kindes willen, daß sich mein Leben so, wie es nun gekommen ist, gestaltete" Groß und fragend sah Walter sie an. Um eines Kindes willen?" Ja. In diesem Hause lebte ein mutterloses Kind, das ich Wer alles lieb gewann. Und so wurde ich feine zweite Mutter." Er vermochte sich nicht zu bezwingen. Dicht stand er plotznch vor ihr. In übergroßer Erregung versagte im ersten Augenblick sein Athem. Dann stieß er mit verzweifelter Kraftanstrengung hervor: Deshalb haben Sie geheirathet, Tori? Nur deshalb?" Da mußte sie sich zusammenzuckend abwenden und war unfähig, auf seine heiße, rauhe Frage auch nur emen armen Laut zu entgegnen. Er aber wußte jetzt, daß sie in ihrem Haufe keine fröhliche Herrin war, fondern eine arme Dulderin mit einem kranken Herzen. Er war nach Weimar 1 gekommen in dem unwiderstehlichen Drang, zu erfahren, ob es so sei. Jetzt wußte er's. Ja, es war so. Was nun? Er hatte sich diese Frage früher selt samerweise gcr nicht vorgelegt. Und jetzt wollte keine Antwort, das beklemmende Dunkel erhellend, aus seinem gemarterten Hirn aufsteigen. ' Ein dumpfes Schweigen lagerte zwifchen den beiden jungen Menschenkindern. Tori raffte sich zuerst auf. Ein herzzerreißendes Lächeln trat auf ihre Lippen. Sie erinnerte sich, daß sie ja die Hausfrau sei und die Pflicht habe, den abgerissenen Faden des Gespräches Wieder anzuknüpfen. Walte:, ich kann Sie jetzx nicht meinem Gatten zuführen. Er ist mit Klein-Ellen ausgegangen. Sie wollten einen längeren Spaziergang machen. Vielleicht sprechen Sie noch einmal vor? Morgen kehrt auch mein Bruder, der bei uns wohnt, von einer Konzertreise zurück. Er würde sich gewiß freuen werden Sie noch einmal kommen?" Ja, Tori ja, gnädige Frau, ich komme noch einmal, wenn Sie gestatten," versetzte der junge Bildhauer mit befremdender Starrheit in Ton und Haltung. Ich möchte doch gern das Kind kennen lernen, um ' dessentwillen " Ein flehender Blick aus Toris Auaen verhinderte ihn, den Satz zu vollenden. Er gab sich einen Nuck. So will ich mich jetzt verabschieden. Aber ehe ich gehe, habe ich noch eine Bitte. Tori, wollen Sie mir nicht ein paar von den weißen Blumen dort schenken? Ich liebe sie so sehr, die weißen Blumen." Zögernd und verst'andnißlos sah ihn die junge Frau an. Dann aber nahm sie doch zwei, drei Stengel und reichte sie ihm hin. Verwirrt und leise sagte sie dabei: Ein paar Blumen auZ dem Garten ja, darauf hat wohl ein lieber Gast Anspruch." Walter schob die Blumen in seine Vrusttasche und verneigte sich dankend. So werde ich mir morgen um diese Stunde wieder die Ehre geben." Er ging, ohne daß er vorher noch einen Augenblick ihre Hand in der seinen gehalten. Sie hatte nicht mehr die Kraft gehabt, sie ihm zu reichen. Als draußen die Gitterthür zufiel, glitt sie mit einem erstickten Aufweinen an einem Stuhl nieder auf den Teppich. 24. Kapitel. w ur wenige Minuten gönnte firifc Tori die arausame ErO' holung dieses vollständigen Zusammenbruchs. Dann fuhr sie auf und blickte scheu um sich, ob wohl inzwischen Jemand in das Zimmer getreten sei. Nein, es war Niemand da. Sie schwankte hin zu den Thüren, die nach dem Garten führten, und fchloß ste sorgfaltig. Nun war sie unbeobachtet. Nun konnte sie noch einmal niedersinken und m ohnmachtgleichem Daliegen Kraft sammeln, um die furchtbare Erregung der vergangenen Viertelstunde wenigstens in ihrem Aeußeren zu verwischen. Denn das mußte sein. Ihr Gatte durfte nicht erfahren, wie unsagbar im glucklich sie sei. Ja, unsagbar unglücklich! Sie war wohl unglücklich gewesen vom ersten Tag ihrer voreiligen Ehe an. Jetzt aber erschienen ihr .alle vergangenen Leiden nur als kleine Nadelstiche. Jetzt erst war das Maß ihres Unglücks voll, gerüttelt voll! Sei: sie Walter wiedergesehen, seit er vor ihr gestanden er wieder ein freier Mann, wahrend sie Auf dem niedrigen Sopha, in defsen

Ecke sie kauernd kniete, hätte sie mit beiden Händen nach sich' schlagen mögen, r r ... . . ' vi.

weil, ic 0 zu oenien vermocyie. uozx sie konnte nicht anders. Aus all den Erschütterungen, mit denen das Wiedersehen auf sie eingestürmt war, erhob sich auf einmal in wild trotziger, sie hämisch niederwerfender Sieghaftigkelt dieser eme entsetzliche Gedanke, der sie widerstandslos zu Walter hinreißen wollte, zu dem jungen Wittwer von weniq Wochen, in dessen Auaen vielleicht die Thränen um den Verlust der Gattin noch nicht einmal getrocknet wa-

ren. gen gestellter Fragen. Nein, nein," wimmerte sie, die ge- Da gab es in der Seele des gealterballten Fäuste am Mund. Ich will ten, kränklichen und trotz alledem ra-

das nicht!" Wie konnte es nur sem! Gleich emer Verworfenen kam sie sich vor. Der furchtbare Gedanke war wohl auch schon in ihr gewesen, als Walter noch vor ihr gestanden, aber dann ganz gewiß nur dunkel und unklar. Da hatte sie so innig mit dem Schwergeprüften um sein Kind trauern können. Jetzt aber war das wie von einem rasenden Sturmwind hinweggeweht blaß, schemenhaft, in weiter, weiter Ferne sah ste das Bild des verunglückten Kindes sie selbst mit ihrem großen Unglück, sie selbst in Fesseln und Banden, die sie nicht entließen hin zu dem so Heißgeliebten, war der ausschließliche MittelPunkt ihres qualvollen Denkens und Empfindens! Und noch eins! Weshalb war Walter wohl zu ihr gekommen? Weshalb hatte er sie so seltsam angesehen, in so seltsamem Ton zu ihr gesprochen? Blumen hatte er von ihr erbeten mit Worten, die sie nicht verstanden. Was war das alles? Wie sollte sie dem Anprall solch selig

unseliger, sie durch alle Höhen und Tie- Ich empören gegen die dunkel andränfen reißender Eindrücke widerstehen genden Gewalten. Allein, es erhoben und standhalten, sie. die arme, schwache sich sofort heftige Gegenstimmen, die

Tori? : Wie würde ihre Ehe sich in Zukunft gestalten? Diese Ehe! Ach, um der holden Ellen willen hatte sie einen qroßen. schrecklichen Irrthum begangen! Sie war die Gefahrtin eines Mannes geworden, der freilich sein Kavalierwort hielt, der nichts von ihr beaehrte. was sie ihm nicht frei-

willig zu schenken gesonnen war. Aber Walter Böhme hatte gleich zu Einsie hatte schon in den ersten Tagen nach gang des Gesprächs geäußert, daß er

der ochzeit bearnfen, daß in dem gealterten, kränklichen Mann ein wildes, alühendes Hoffen ttbte. Dieses Hoffen war kernesweas. wie sie anaenomv I men', Durch oic Kraft eines gereiften, festen Willens zu einem Aschehäuflein zusammengesunken, das der Athem kameraoiazasNlHer reunoasi ioril r m . . .er f . f i r I viles, um.fur iiiuere, reinere esuole Plan zu iazassen. Nem, ste sah ja, wie ihr Die so tief einge umenen Augen oes anen in . ( e ti ii ... ? I verzehrendem Ausdruck auf Schritt und rill solgien, ne iai?, wie er in lyrer Nähe erbebte, sie fühlte sich von feinen wilden Gedanken schwül und bang umweht, auch wenn er sich nicht im gleichen rwiiri- vr.r.f. I maume mil ivr oesano. Worte der Luge und Verstellung waren's gewesen, mit Denen i;c ihren ruder Ernst bewogen hatte, in der Villa m i i w rv I

zu wohnen. Sie wollte ihn nur in ihrer zen Zuvorkommenheit des lieb:nswürunmittelbaren Nähe haben, weil sie sich diaen Sausberrn saate: .Dann wer-

fürchtete vor ihrem Gatten. Aber das yaue lie mqi auszuprecoen gewagl. So stand's um ihre Ehe. Und nun war Walter vor sie hingetreten, mit so eiaenthümlichen Worten und befremdeten Blmen, unv machte ihr die Bewältigung der schweren Aufgäbe, äußerlich gelassen den Weg dieser . . - . . ., . I 6ye voll vlngit uno agen zu geyen, kläglich zunichte! MV 1 i. "

Denn nun mußte ste mit ihrer brennenden Augen sollten nebeneinanschwachen Kraft nach eine? ganz an- der bersckireiten und in ieder Minute

deren Richtung hin Wälle aufwerfen, wollte sie sich nicht jämmerlich überrumpelt sehen. Trotz alledem wußte sie schon jetzt, daß diese Ueberrumpelung früher oder später doch ihr Loos fein würde, und wenn sie sich bis an die Zähne wehrhaft zeigte! Das stand ihr bevor! Dunkelstes und Bitterstes! Wie verzweifelt griff sie mit den Händen in die Luft um dann abermals den brennenden Kopf rn die Polsier zu wühlen, in dem sehnsüchtigen Bedürfniß nach einigen Augenblicken dumpfer. Bewußtlosigkeit. Da aber klopfte es an die Thür. &it mußte stcy ausreazl lezen, raia) das hereingefallene Haar aus der Stirn streichen und Herein" rufen. Ein Dienstmädchen war da, das

Aufschluß wegen eines Schrankes er- deres dachte er in der' ersten Zeit. Es bat, der in der Wäschekammer einen war wirklich nur ein großes, unendanderen Platz erhalten sollte. liches Mitleid in ihm mit der schlanken,

Ton suhlte, daß es ihr nicht möglich sein würde, in ruhigen, sachlichen Worn S? nni ne ÖsrtVrtPTsimrr zi! nähert So erhob sie sich und ging mit dem w vii. tw.utuv wv a cmiiwjc t : iuuu;c yliiuuÄ. Am anderen Tag sprach Walter Böhme abermals in der Parkvilla vor. Heule traf er ven Hausherrn an. vur ven vielgereiiten uno meiersayrenen Alexander Erlbeck, dessen Scharf, 1 1 t . . Y blick überdies durch seine körperlichen und seelischen Leiden gesteigert worden war, bedürfte es nur der Unterhaltung w i v ... r "Yt weniger Mmmen, um verauszusumen, daß zwischen dem jungen Gast und i.?mer rau. vie jo ma uno unrumg r!l9 S r. ÜiCMf!! (Oa. !(ima uuicu iuß, iicMucawic aiuiiawi bestanden, als sie sonst die Zugehörigtat zur gleichen Hnmath Mit sich zu bringen pflegt. . rv i pt..... niexanoer isiioea yaile iq oamais, als Tori ihm ihr Jawort gab und fin"er mnzusuzie, ieoe yaoe ni zu ri . ri. f . jti

verschenken, natürlich gesagt, daß eine unglückliche Herzensangelegenheit aus rn c i . r

oer neiMngenyeii oes jungen, iuucu Geschöpfes ihre Schatten in die Gegenwart herurerwerse. ycun vurcyzucne es ihn auf einmal schlagartig, daß es Walter Böhme sei, der die Hossnungslosigkeit, jemals das Herz seines junaen Weibes zu gewinnen, uoer tön verhängt! Bald hatte er sich von der Nichtigken seiner Ahnung überzeugt. In ihrer Verwirrung gingen die beiden jungen Leute ahnungslos in die Falle einiger geschickt und scheinbar unbefansend verliebten Mannes em wildes Ningen. Dieser zunge Bildhauer also war's, dem das Herz seines Weibes gehörte! Daran zweifelte Alexander Erlbeck keinen Augenblick mehr, wenn er auch einstweilen noch nicht wußte, warum die Beiden nicht , hatten glücklich werden können. Doch das durste ihm ja vorläufig vollständig Nebensache sein. Die Hauptsache war etwas anderes, ein heißes, übermächtiges Gefühl, das sich in seiner durch namenlose Leiden verfinsterten Sezle ausbreitete wie ein Strom, der über feine Ufer tritt. Es war jetzt ja in feine Hand gegeben, sich zu rächen für, alle die Leiden, die er erduldet hatte und noch erdulden mußte! Alexander Erlbeck war gewiß von Grund aus kein unedler Charakter, allein die Qual der letzten Zeit war zu groß gewesen, als daß sie nicht die Widerstandskraft der reineren Gefühle seines Innern hätte abstumpfen sollen, Wohl hatte es auch jetzt, in der Entscheidungsminute des stummen, erblt terten Kampfes, der in ihm tobte, den Anfchem, als wolle sich sem besieres ihm dämonisch zuraunten: Weshalb sollst Du allein leiden? Nein, nein, wenn Du siehst, wie andere neben" Dir schmachten in den Banden gleicher Hoffnungslosigkeit, so wird das Deinen eigenen Schmerz erträglicher gestal ten! Schon Tausende haben vor Dir nach diesem letzten, gräßlichen Beruhigungsmittel gegriffen thu's ihnen nach! wahrscheinlich einige Wochen m Welmar verbringen werde. Er hatte in der Kunstlerkolome der kleinen Residenzitadt einen lunaen Maler wieoeraefun firn ptrrpTactt tn MNimsftPTT näh'eraetreten war, und Max Asperger war es in seiner friscken. resoluten Art elunaen. dem verstörten und melanckor ' lischen Freund das Versprechen abzunehmen, eine Zeit lang in den anregen den Künstlerkreisen Weimars zuzuhrinaen. dann werde er schon wieder y. ' den Wea in den Sonnensckem Des Xie f,ens zurückfinden. " ' ... Nur zu gern hatte stch satter zum Bleiben überreden lassen, Auf diesen Plan des jungen BildHauers kam jetzt Alexander Erlbeck zu svrecken. Ein kaum wahrnehmbares. unter dem erarauten Schnurrbart ver- . stecktes satanisches Lächeln umspielte seine Livven. während er mit der aanden Sie hoffentlich recht oft den Weg zu uns finden, mein verehrter Herr Böhme! Meine gute Meinung müssen Sie ja erst noch erproben. Aber jedenfalls sind Sie über?cuat. dan ück mein Schwager und meine Frau sehr freuen werden, Sie recht oft bei uns zu seben." I i ij-' xj r u i . . . ja, er mochte nur kommen! Die Beiden mit den blassen Gesichtern und die verhängnißvolle Gluth in ihren Herzen höher emporlodern fühlen! Daß die getrennten Flammen in seligem Sichfinden nie und nimmermehr in einander scblaaen konnten dafür würden schon zwei wachsame Augen sorgen. Und in diesen Augen würde der fahle Schein jener Nimmersatten Genugthuung flackern, die aus den Leiden anderer ihre trübe Nahrung zZebt! Wirklich begann nun ein unsägliches Martyrium für die beiden armen jungen Menschenkinder Tori und Walter, Toris Lippen waren stumm, aber in ihn Augen war ein unausgesetzter Schrei nach Hilfe und Erlösung. Und Walter zermarterte sich Kopf und Herz, wie er diese Hilfe, diese Erlösuna brinaen könne. An nichts an blassen Dulderin. Und er kam nicht los von der herzI .V. rc.fet;ts W I j.CllCl KtilUtll VLIUU IlllUUUU. UUK Cl Clllt arone. aroße Schuld auf sich aeladen. I r i vi- i f arum mimte er aucu oas mm fin den, dem namenlos trauriaen Qinüeeben eines schönen bolden Menschenlebens Einhalt zu thun, Wandlung zu schaffen in dieser Unerträglichkeit! Er "" - " - " mußte! Freilich mit schwachem Men schenarm über die Wolken binauslan gen und von dorther die Erleuchtung, den seaensrcicken Rath zur erlösenden That Holm wie vermochte er das? I ' ' ' . Unzählige hatten so schon den Arm emporgereckt und er war ohnmächtig wieder niedergesunken, leer war die Ipvis i r . i f t negeno ausgeipreiZie Hano geone Unl Man kam aus dem derbst in den Winter hinein, und zwischen Tori und y ' Walter blieb die alte Noth, nein, sie wurde noch aröner! I . Denn Walter war imwifchen mne.

geworden, daß er all die'Wochen hmdurch gleichsam mit verbundenen Au gen cinhergzgangen war. In einer Abendstunde war's, tief im verschnei-

ten Park. Da überkam ihn plötzlich eine große, beseligende Ruhe, aus der wie ein Strn die Gewißheit hervorleuchtete, daß es ihm doch noch gelingen werde, aus der schmerzlichen Berworrenheit, in die er sich und Tori verstrickt sah, alles zu einem glücklichen Ende zu fuhren. Mitleid war es gewesen, das ihn bisher in den Spuren der schönen Tori festgehalten hatte? Nein, nein, er wußte es nun auf einmal besser! Süß und köstlich durchströmte es fein ganzes Sem,' daß er Tori liebte, nebte mit einer Liebe, wie er sie vorher nicht gekannt mit jener hohen klaren Liebe, die unerschütterlich fest sieht wie ein Fels, der von den Fluren der. Erde in die Unendlichkeit des Himmels hineinreicht! So liebte er Tori! Und der Größe solcher Liebe munte die Lösung der Aufgabe, an der er bisher verzweifelt, erreichbar sem! Nach solchen gehobenen Stunden fühlte sich Walter Böhme freilich nur zu oft wieder ohnmächtig zu.Bcden gewarfen, so daß er Zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervorstoßen mußte: Und es soll doch sem, wie ich will!" . . Wenn er nur einen Theil seiner trotzigen Kraft in To'.is Herz hätte verpflanzen können! Allein sie trug alles Leid so still, und ergeben. Sie dachte gewiß nicht einmal an die Möglichkeit, daß sie vor ihren Gatten hintreten könne mit dem Schrei auf den Lippen: ,Gib mich frei!" Und dann Klein-Ellen. Sie hatte mit ihren zarten Kinderhänden Mauern und Walle aufgerichtet, an denen sich Walter wieder und wieder die Stirn wund stieß. Klein-Ellen! Das war das Schwersie! An dem schönen Kind vorüber, das er oft zu hassen meinte. zu der Geliebten hm zu gelangen! Sollte sich ja eine Scheidung zwischen den Gatten vollziehen, aber unter du Bedingung, daß Klein-Ellen bei dem Vater blieb, so war Tori im Stande, im lehten Augenblick noch zu rufen: Nein, nein, dann bleibe auch ich!" Walter trug trotz alledem den Kopf von Tag zu Tag trotziger und steifer im Nacken. Auf seinem Gesicht trat nicht selten ein verbissener Zug hervor, eine wilde Entschlossenheit glühte m seinen Augen. Er wollte, und mußte die Geliebte im Arm .halten! Und er fühlte sich in feiner Liebe reich genug, ihr alles zu ersetzen, was sie um feinetwillen aufzugeben gezwungen war! So wollte er ihr's auch sagen! Vielleicht trug die andrängende, räthselhafte Macht des Frühlings zu dem raschen Entschluß bei, der ihn an emem Vormittag, da er den Hausherrn abwesend wußte, m die Villa führte. Er fand Ton m ihrem Zimmer am Schreibtisch. , Sie. quälte den müden Kopf mit den Zahlenreihen der Wirthschaftsrechnung. (Fortsetzung folgt.) öcyntyel. Allerlei Interessantes aus allerlei Gebiet Für Jeden etwas. Die Kriegsstärke des russischen Heeres wird auf 3,620,000 geschätzt. In Texas leitet eine Frau, die an der Cornell-Universität graduirte, eine Sägemühle. Die Zahl der Chines e n , welche zur Zeit in Japan ihre Erziehung erhalten, ist rn den letzten Monaten auf über 1000 gestiegen. Chinas Bevölkerung beziffert sich nach dem letzten Census auf 426,447,000, das ist etwa ein Biertel der gesummten Bewohnerschaft der Erde. Ulcrt7 tvtetjY Fräulein: Das Publikum ist nicht recht ,warm' geworden, wie neulich Ihre Gedichte vorgelesen wurden! D i ch t e r (eifrig): )ho, ge schwitzt haben sie! Das gascherl." Führer: Für'n Aufsteig zur Windalm , nehmen S' nur a Paar schwaarere Schuh sunst wu'n S' f.:'t.fcii uinu lutuii

ZUadn'dcr CcOcu.

kwtionalgcrichte, Leidenschaften und Armuth der Bevölkerung. kiäschereien und LZauchen- PfandleihgesSzöf' te, Reklame und Lottospiel Umfang des BettelS ttnnfthallen Madrids Klima. Ltraienmusikate. Die Spanier, so erzählt ein Reisender, stnd große Näscher. Madrid ist die genäschigste Stadt, die ich kenne. Jedes dritte Haus enthält einen Laden mit Zuckerzeug und kandirten Früchten; . keine Mahlzeit wird ohne eine, zwei oder drei süße Speisen verabreicht. Der süße Schinken ist ein Nationalgericht, und Reis mit Milch und Zimmt essen hier die erwachsenen Männer wie anderwärts die Babies. Wer nicht gerade eine Cigarette im Munde hat, kaut eine Süßigkeit. Zweierlei Ladcnschildern begegnet man in Madrid auf Schritt und Tritt. Zuckerbäcker preisen die einen und Pfandleiher die anderen an. Aus einem einzigen Theatervorhang, der in den kleineren Theatern stets mit Ankündigungen bemalt ist, habe ich fünf Inserate von Pfandleihern gefunden. Man schemt hier also alles zu versetzen, um sich Zuckerzeug zu kaufen, wenn man nicht gerade dem Lottoteufel verfallen ist, wie vier Fünftel der Bevölkerung, die, ein paar Adelige mit prachtvollen Equipagen abgerechnet, unsäglich arm scheint und nur auf den Haupttreffer wartet, der es möglich machen soll, nach Paris zu gehen oder auszuwandern, je nach dem Stande. Die Zr.hl der Bettler in Madrid geht in die Tausende. Man vermag keinen Schritt zu thun, ohne um ein Almosen angegangen zu werden, keine Bewegung auszuführen, ohne ein Kind, das einem zwischen die Füße läuft, einen Säugling, der einem entgegengehalten, einen verdorrten Körpertheil, der einem gereicht wird, mit dem Beifügen: Eine Kleinigkeit, Cavalienj, por cl arnor dc Dios (Herr! Gott wird's Ihnen lohnen!)." Die Leute betteln auf alle Weise, leidenschaftlich, zähe und phlegmatisch. Sie betteln an bestimmten Plätzen vor einer Kirche, betteln, wenn man ihnen gerade begegnet, betteln aus Noth, Be ruf, oft scheint's, aus Langeweile. Sie verlangen Geld oder auch eine Eiga rette. Geraucht wird in Madrid nämlich immer. In den Gängen der Academia. die eine Sammlung wundervoller Meisterwerke ist, wird lustig geraucht, und in der Bibliothek, die jetzt die Zeichnungen aus dem Prado enthält und die in oft noch ungeordneten Mappen Schätze der Graphik birgt, schreitet man mit funkelnder, brennender Cigarre .einher. Ich sah dorten emen Beamten, der alle fünf Minuten seine Cigaretien mit der brennenden Asche aus dem Ofen anzündete, zwei Schritte von Durers, Belasl quez', Goyas, Rubens' Zeichnungen. Man glaubt, in den Frühling, in heiße Sonnenländer zu fahren, wenn man nach Madrid reist. Aber man fm det den Norden, eine nüchterne Begetatmn, eme Gegend ohne helle, frucht bare Farben. Das Licht ist stark, und die Sonne gibt manche frohe Minute. Aber kühle, kalte Abende und Nächte sind die Regel, und der Spanier weiß. warum er seinen Mantel mit einer herrischen Bewegung so faltet, daß er Hals und Mund deckt. Und doch ist man in dieser kühlen Stadt mit ihrem silbern nen Land und der dünnen Luft, in dieser Stadt mit der armen Umgebung und den granitenen Feldern dem Suden nahe und orientalischer Art geneigt. Das zeigt die Frechheit der Bettler so gut wie die Mißachtung des Lebens, die jeder Stierkampf andeutet; das tönt aus dem elenden Gesang der Straßenmustkanten, die unten zu allen Zeiten ihre Noten zupfen, ihre Stimme zittern lassen. Sie haben den allertraurigsten Ton in der Kehle, ihre Worte wecken die weichsten Regungen, erfüllen mit Sentimentalität von Treue und Liebe, Verlassenheit und dem Gedächtniß der fertten Geliebten. Der Bettler läßt seine Romanze verklingen und verlangt nun sein Kupferstück. Vor el arnor de Dios." um por el arnor do Dios kauft man in Madrid Zeitungen, Bildchen und Zuckerzeug. Druckfehlerteufcleicn. Den höchsten Grad der Unverschämt heit scheint der Setzkastenkobold iungst erreicht zu haben. Der Berner Mannerchor hat das erfahren; das Programm zu feinem Konzerte in der Martinskirche in Chur ist durch diesen Geist auf's grausamste entstellt worden. Zu dem gefühlvollen Liede: Stell' aus den Tisch die duftenden Reseden, die letzten rothen Astern trag' herbei" hat er eine Variante für Feinschmecker erfunden: Die letzten rothen A u st e r n trag' herbei" hieß es auf dem Programm. Das wäre immerhin noch harmlos ganz schlimm aber ist der zwette Streich. .Hoch strahlt vom F i r n e n ch 1 1 d Freiheit dem heh res Bild" heißt es in der VaterlandsHymne aus dem Calven-Festfpiel. Was wurde daraus? Hoch strahlt vom Firmenichrld... Schrerirliciio MaUze. Professor: Der infame Mensch hat mich gröblichst beleidigt' Ich hab' ihn aber auch einen Lump geheißen! G a i t i n : Hm, und das ließ er sich gefallen?" P r of e s s o r : Ja ich habe es aus Assylisch gesagt!"

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Alaö. ?6 Hauptquartier. 07 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Dhl 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 24 Alabama und 16. iZ& Zentral Ave und 15. 126 YandeS und 15. 127 Vrockside und Jupita 28 Central Ave und 17. iU.9 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 52 Bellefontaine und?. i34 College Ave und 28. .35 Delaware und 13. i36 Alabama und North ?Z7 Ncwnann und IS. i38 Eolleg Ave und 14. Z9 Cornell Ave und IZ. iil FandeS lind 19. 42 Highland Ave uns ia. xii Tecumseh und 10. US New Jersey und 22. '46 Alvord und 17. .47 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und 16. .48 College Ave und 22. .49 College Ave und 27. S2 Park Slve und 22. .53 L E u. W Bahn u. 22, l4 Ramsey Ave und 10. i56 Stoughton u New i57 AtlaS und Pike. i5S loyd und Pawpani. :LS No. 21 Cpritzenhaul SrighUsood :ti Arden und Trpot tSZ Brigytwood und 25. kU Rural und Lloyd itS St. Clair u. Levstone t7 Arsenal Ave und 23. leg ellefontawe und iS. 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