Indiana Tribüne, Volume 28, Number 5, Indianapolis, Marion County, 29 August 1904 — Page 6

Jttdiana Ttibünc, 2. August

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Europäische Nachrichten.

Hldenburg. Oldenburg. Hier verstarb der Oberschulrath z. D. Gottfried Ramsauer, eine um die Entwickelung des oldenburgischen Schulwesens hochverdiente Persönlichkeit. Birkenfeld. Dem Oberlehrer am hiesigen Gymnasium, Dr. Wagner, ist zum 31. August d. I. die erbetene Entlassung aus dem oldenburgischen Schuldienste ertheilt worden. Brake. Die Leiche des kürzlich ertrunkenen Fischers Finke von hier ist in der Nähe von Nordenham aufge funden und auf dem Atenser Kirchhof beerdigt worden. Sage. Abgebrannt ist die Scheune des Gastwirths Meyer, dke vzm Wirthshause gegenüber an der Chaussee stand. Varel. Auf dem Neubau des Bäckermeisters Mecklenburg an der Haferkampfstraße stürzte der im Alter von 66 Jahren stehende Garlich Theesfeld aus Borgstede in den Keller. Nach wenigen Minuten gab der Gestürzte seinen Geist auf. Schweiz. Bern. Notar Husson von Pruntrut (Kanton Bern) hat sich vor einigen Jahren mit Hinterlassung eines Defizits von einer Million Franken geflüchtet, ohne deswecn behelligt zu werden. Er soll sich in Kopenhagen aufhalten. Hiesige Blätter verlangen jetzt, daß Husson verfolgt und ausgeliefert werde. Basel. Schulinspektor Dr. Johann Wahrmund Heß - Burckhardt ging die Feier seiner goldenen Hochzeit. D i e r i k o n. Beim Brand eines Wohnhauses, welches fast aanz verbrannte, sind auch eine Anzahl Werthschriften und ein größerer Betrag an Banknoten zu Grunde gegangen. Beim Versuch, diese im Estrich verborgene Habe zu retten, erlitt der Besitzer Rüdi schwere Brandwunden. Lugano. Arzt und Patientin sind hier zugleich vom Tode ereilt worden. Dr. Cortazzi begab sich zu einer erkrankten Frau Ghezzi. Als er eben im Begriffe war, der Patientin eine Aetherinjektion zu machen, brach er plötzlich todt zusammen. Die kranke Frau starb kurz darauf an den Folgen des Schreckens. Graubünden. Banquier Rudolf Bayier aus St. Moritz stürzte durch den Lichtschacht eines unbewohnten Neubaues in Alveneu herunter und erlitt so schwere Verletzungen, daß er daran starb. Der Verstorbene war bei mehreren großen Hotelunternehmungen im Kanton betheiligt. Sankt-Gallen. Am 7. Juni war im Hagenbuchwalde bei St. Fiden die vom Regen bloßgewaschene verscharrte Leiche eines ermordeten vierjährigen Knaben gefunden worden, was sensationellen Vermuthungen und Gerüchten Raum gab. Jetzt liegt das Geständniß einer Damenschneiderin Frieda Keller von Neukirch (Thurgau), 25 Jahre alt, ledig, in LachenVonweil wohnhaft, vor, daß sie ihr uneheliches Kind Ernst, 1899 geboren, am 2. Mai mit Vorbedacht mittelst einer Schnur erdrosselt und am Thatorte verscharrt habe. Die Unglückselige will durch Mittellosigkeit zu der grausigen That getrieben worden sein. LuXemburg. Luxemburg. De Ingenieur Tony Lesort wurde von der Regierung provisorisch zum Unter - Aufsichtscommissär bei den Eisenbahnen ernannt. Das Haus Reiffers in der Väderstraße ist definitiv in den Besitz des Herrn Schneidermeister Steffen aus hiesiger Stadt übergegangen. E s ch. Vor dem Assisenhofe stand der Bergmann Dominik Ronconi aus Esch a. d. Alz unter der Anklage in Oberkorn den Bergmann Salvator Torelli ermordet zu haben. Das Schwurgericht erkannte auf Todtschlag und verurtheiltc ihn zu fünfzehn Iahren Zwangsarbeit. Straßen. Arbeiter fanden im Straßengraben einen Greis, der in den letzten Zügen lag und bald starb. Die Leiche wurde agnoscirt als die des 70jährigen früheren Arbeiters Johann Gindt aus Dippach. F'roVittZ Wrnnöen0urg. Berlin. Aus einem seltsamen Grunde hat sich die 53 Jahre alte Weberfrau Elisabeth Bartels aus der Wöhlertstraße das Leben genommen. Sie litt seit einem Vierteljahr an den Zähnen und hatte sich bereits sieben Zähne ziehen lassen. Nun fürchtete sie, alle zu verlieren, und dann nicht mehr beißen zu können. Dieser Gedanke trieb sie in den Tod. Unter dem Vorwande, einen Besuch machen zu wollen, verließ sie ihre Wohnung, ging nach dem Hausboden und erhängte sich in ihrem Verschlag. Die Leiche des 73 Jahre alten Privatiers Edmund Prinz vom Wilhelmsufer No. 2 wurde von der Strafkammer mit Beschlag belegt. Der alte Mann machte für seinen Schwiegersohn, den Gastwirth Kriebitz, einen. Gang und wurde in der Jnvalidenstraße in der Nähe der Sandkrugbrücke von einer Droschke angefahren. An den Verletzungen, dieer dabei litt, starb er im Augusta-Ho-fpital. Die Kriminalpolizei sucht den schuldigen Lenker des Wagens. Von halbwüchsigen Burschen übel zu-

aerichtet wurde .der 33 Jahre ' alte

Tischler Ewald Wagner aus der Berlichingenstraße No. 20. Als er auf dem Heimwege von der Markgrafenstraße, wo er beschäftigt ist, mit dem Straßenbahnwagen über den Königsplatz fuhr, wehte ihm der Hut vom Kopfe. Er sprang ab, um ihn wiederzuyo:en, und stieß dabei etnen jungen Burschen an, der ihm im Wege stand. Der Bengel fiel mit zwei Begleitern sofort über ihn her und alle drei bearbeiteten ihn mit Stöcken und Fäusten, sodaß er' aus mehreren Kopswunden blutend, nach der Charit6 gebracht werden mußte. Die Uebelthäter entkamen. Den Wirkungen des Giftes erlag die 38 Jahre alte Ehefrau Margarete des Bierabziehers Kynast aus der Waldenserstratze 23, die Lysol getrunken hatte. Die Frau litt im dergangenen Jahr an der Kopfrose und wurde dadurch so nervös, daß sie drei Monate in einer Nervenheilanstalt zubringen mußte. Vor einiger Zeit kehrte sie als gebessert nach Hause zurück. Als Kynast von der Arbeit heimkehrte, fand er kürzlich seine Frau wie todt auf dem Fußboden liegen. Neben ihr stand eine Flasche mit Lysol, die sie halb ausgetrunken hatte. Ueberfahren und schwer verletzt wurde der Sohn des Zimmermeisters Fliest, Rostockerftraße 12 wohnhaft. Als der Knabe den Fahrdamm an der Ecke der Rostocker- und Huttenstraße überschreiten wollte, wurde er von einem Lastwagen erfaßt, und die Räder gingen ihm über den Leib. Potsdam. Ein Säbelduell hat zwischen zwei Fähnrichen der hiesigen Kriegsschule stattgefunden und mit der schweren Verletzung des einen Duellanten geendet. Beim Kroquiszeichnen waren die Fähnriche v. Wedell vom 17. Feldartillerieregiment und v. Heintze von einem Dragonerregiment mit einander in Wortstreit gerathen, der schließlich in Thätlichkeiten ausartete. Fähnrich v. Wedell wurde dabei von dem Fähnrich v. Heintze geohrfeigt und ließ diesen zum Säbelduell fordern. In der Reitbahn der Kriegsschule wurde das Duell ausgefochten. Der beleidigte-Fähnrich v. Wedell brachte dabei seinem Gegner schwere Wunden an der Nase, Stirn und Wange bei, sodaß V. Heintze nach dem Garnisonlazarett gebracht werden mußte, v. Wedell erhielt unbedeutende Verletzungen. Charlottenburg. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem Neubau Mommsenstraße 11. Der Zimmermann Schulz glitt beim Rücken eines Balkens in der vierten Etage aus und stürzte hinunter, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Er hinterläßt eine Frau, mit der er feit einem Jahre verheirathet war. K L p e n i ck. Von einem Brauerwagen überfahren und getödtet wurde' der hiesige Maurermeister Gräfel, als er mit dem Zweirad in der Nähe von Nieder-Schöneweide auf der Chaussee fuhr. Der Verunglückte wurde schwer verletzt nach seiner Wohnung, gebracht und starb dort. L a n d s b e r g a. W. In der neuen Jutefabrik erlitt der Magazinverwalter Gengler, welcher erst kürzlich aus Mannheim hier eingetroffen ist, durch d :n Absturz eines Balkens einen schweren Schädelbruch. Der Bedauernswerthe verschied nach kurzer Zeit. N e u e n h a g e n (Ostbahn). Beim Baden ertrank hier der 13jährige Schüler Hermann Kolberg, der jüngste Sohn des Eigenthümers Frierich Kolberg. R i x d o r f. Bei der Explosion einer Löthlampe erlitt der 15 Jahre alte Klempnerlehrling Heinrich Geller! tödtliche Brandwunden. Frovinz Hstpreußen. Königsberg. Vom Dache des Neubaues am Münzplatz ist der Dachdecker Hermann Liedert. wohnhaft Hippelstraße No. 3, herabgestürzt und hat dabei den Tod gefunden. Sanitätsarzt Dr. Alexis Magnus, ein angesehener Mitbürger und geschätzter Arzt, ist gestorben. Groß - Friedrichsgraben II. Besitzer Ferdinand Beyer hatte seine Pferde zum Holztreideln hergegeben. Die sonst ruhigen Thiere würden plötzlich durch das Knallen mit der Peitsche seitens des Führers scheu, zerrissen die Treidelleine und gingen durch. Beyer, der zufällig auf dem Damm stand, versuchte die rasenden Thiere aufzuhalten, wurde hierbei aber umgerannt und erlitt außer anderen Verletzungen einen schweren Schädelbruch. H e i l s b e r g. Kaufmannslehrling Moschall war von Kaufmann Kirschick zum Abladen von mehreren Fäsfern Cement nach dem Bahnhofe geschickt worden. Durch einen Unglücklichen Zufall geriethen mehrere Cementfässer von über 3y2 Centner Gewicht in's Rollen und quetschten den Lehrling, der starke Verletzungen am Kopse, im Gesichte und am Munde erlitt. Nach Anlegung eines NothVerbandes wurde der junge Mann in das hiesige Kreislazarett überführt L ö tz e n. Ertrunken ist der Kanonier Moris der 5. Batterie 16. Feld-artillerie-Regiments. Derselbe war mit seiner Batterie auf dem Marsche öon Arys nach seiner Garnison in Staßwinnen einquartirt. Um sich die freie Zeit zu vertreiben, unternahm er mit einem Kameraden auf dem dortigen See eine. Kahnpartie. Infolge heftigen Schaukelns kippte der Kahn, und beide Insassen stürzten in's Was-

ser, wobei Moris seinen Tod fanb, während sein Kamerad sich zureiten

vermochte. Memel. Baggermeister Fernau kehrte auf einer dienstlichen Fahrt mit dem Matrosen Siedler trotz des stürmischen Wetters zum Baggerschiff am Schweinsrücken zurück. Leider scheint er dem Sturme zum Opfer gefallen zu sein, denn bald darauf barg ein dänischer Capitän das gekenterte Boot und erstattete Anzeige. Die Leichen sind nicht gefunden worden. Pillau. Im Arrest erhängt hat sich mit 'den Schnürsenkeln seiner Schuhe der Fußartillerist Jalschus von der 11. Compagnie des FußartillerieRegiments von Hindersin. Den Grund für den Selbstmord will man in der Furcht vor der Strafe suchen. Jalschus hatte im angetrunkenen Zustande nach einem Unterofficr, der ihn wegen einer Zeugenaussage vor dem Kriegsgericht schlecht behandelt haben soll, mit einem Wasserglase geworfen. Schönwiese (Soldau). Der 14jährige ?ohn des Besitzers Radzanowski wurde durch den Blitz auf der Stelle getödtet; der älteste Bruder wurde nur betäubt und konnte wieder zum Leben zurückgerufen werden. Der jüngste Bruder ward vom Blitz an den Knien getroffen und betäubt, er erholte sich aber bald wieder. Der in das Haus fahrende Blitzstrahl hatte nicht gezündet. O diese Frauen! Er: Was, schon wieder einen neuen Hut? Ich habe Dir doch erst vor acht Tagen einen gekauft! Sie: Ja, da bist Du selbst schuld. Bis Du ihn kauftest, hast Du Dich so lange bitten lassen, daß er jetzt schon nicht mehr modern ist! In der Jnstruktionsstunde. Unteroffizier: Nun. Kulicke, sagen Sie mir 'mal, wo liegt denn die Wüste Sahara?" Kulicke (schweigt). Unteroffizier: Aber, zum Kuckuck Sie altes Kameel sollten das doch wissen!" Die beiden F r a n z o f e n, die unlängst in Wilhelmshaven von einem Depotfeldwebel als Spione zur Haft gebracht wurden, weil sie sich durch Photographiren verdächtig gemacht hatten, sind wieder freigelassen worden.' Nach der vorläufigen Festnähme der Fremden durch das Marinegericht wurden beide dem Amtsrichte?' vorgeführt, der nach erfolgter Prüfung der Vorgänge unverzüglich ihre Freilassung verfügte. Wie verlautet, hat sich in ihrenPapieren nichts Verdächtiges vorgefunden; dieselben sollen vielmehr in Ordnung gewesen sein, auch soll sich in ihren Koffern und Taschen nichts weiter als zahlreiche Geschäftspapiere, meist ReklameProspekte für die von ihnen vertretenen Firmen, vorgefunden haben. Die Reisenden, ein Ingenieur und ein Weinbauer, waren kurz vor ihrer Verhaftung in Wilhelmshaven von Oldenbürg zugereist. Ueber ein Kutscherfest in der Arbeiterbörse wird aus Paris geschrieben: Den streikenden Pariser Droschkenkutschern war von dem Herausgebe? der Petite Republique", Herrn Gerault - Richard, ein Wagen mit einem Pferde zur Verloosung geschenkt worden. Seither hat Herr Gerault - Richard sein Geschenk noch vervollkommnet, indem er aus einer einfachen Droschke einen Landauer gemacht und dem ersten noch ein zweites Pferd hinzugefügt hat. Die Summe von 500 Francs gehört ebenfalls zu dem Gewinnst. Anläßlich der Verlossung fand in der Arbeiterborse eine große Festlichkeit statt, an der alle Kutscher, die sich an dem Streik betheiligt hatten, mit ihren Familienangehörigen und Freunden theilnahmen. Den Anfang bildete eine Art Bankett, dem eine Theater- undMusikaufführung der Mitglieder des Conservatoire de Mimi Pinson" folgte. Die Musikstücke und Vorträge fanden vollen Beifall, nur als zwei der jungen Mädchen ihre Künste im Fechten zeigen wollten, erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Man wollte keine Waffen sehen, denn die Waffen sollten überhaupt abgeschafft werden. Nach den Aufführungen fand die Verloosung statt; der glückliche Gewinner fuhr am nächsten Tage stolz, zum Neide aller Kameraden, mit dem neuen Gefährt durch die Straßen der Stadt und gefiel sich sehr mit dem neuen Gefährt und den hübschen Pferden. Benutzte Gelegenheit. Richter: Warum haben Sie denn bei der Schlägerei demSchauspieler Brüller eine Hand voll Haare ausgerissen? Angeklagter: Ich wollte so gern eine Locke von ihm zum Andenken.

Die Vrautsahrt. Von C. Wm. Draeger. Josef Tompkins war der Urtypus eines echten Hinterwäldlers, wie man sie zur Zeit dieser Geschichte nur in den Prärien finden konnte: groß, stark und muskulös. Das Auge blickte feurig, sogar wild darein; das Gesicht war dunkelbraun gebrannt von Luft und Sonne. Seine Frau war nur ein klein wenig kleiner wie ihr Mann; dafür hatte sie aber mehr als das Doppelte des Umfanges von diesem, so daß man gut zwei solche Männer wie Josef Tompkins daraus hätte formen können. Der Blick ihres Auges war feurig, glanzvoll, fest, und ihr ganzes Wesen war dementsprechend; aber trotz ihres Umfanges war ihr Gang flink, leicht und von Schwere des Körpers auch keine Spur an ihrem Gange zu merken. Ihr Mann pflegte sie seine liebe kleine Frau zu nennen. Sie war ebenfalls ein Kind der Wildniß und aufgewachsen unter den Kämpfen und Schwierigkeiten in derselben ums tägliche Brot. Sie verstand sowohl die Büchse wie das Messer zu führen und stand ihren Mann im wildesten Kampfe. Da sie auch noch für ihre alte Mutter zu sorgen hatte, so war diese Aufgäbe für ein Mädchen immerhin keine leichte, da sie auch noch die Farmwirthschaft mit zu besorgen hatte. Und wenn sich ja einmal Reisende in die Prärien, wagten und sie kamen an die Ansiedlung von Josef Tompkins, so fanden sie stets eine gastfreundliche Aufnahme und wurden auf's beste h wirthet; denn Frau Tompkins lieh sich's nicht nehmen, das Beste, das Küche und Keller aufzuweisen hatten, ihren Gästen aufzutragen. Bei solcher Gelegenheit pflegte Tompkins gern zu erzählen, wie er seine kleine Frau gekapert. Es war vor vielen, vielen Jahren, als ich aus Virginien kam und mich hier ansiedelte," begann Tompkins seine Erzählung, .und es war hier noch alles Wildniß und nichts als Wald und Wald auf viele, viele Meillen in der Runde. Da gab es natürlich viel Arbeit, die Riesen dieses Urwaldes zu bewältigen, zu fällen, zu zersägen und zu zerspalten und die Stämme auszuroden, um das Land für den Ackerbau nutzbar zu machen. Aber wir waren freilich unser fünf Mann: mein seliger Vater und meine drei Brüder; aber trotzdem gingen doch Jahre darüber hin, ehe wir eine Pflugschar in die Erde setzen konnten. Freilich haben wir auch tüchtig gegessen, das versteht sich ja schon von selbst, denn diese Arbeit machte Appetit. Da kam's, daß der Winter zu Ende ging und der Frühling seinen Einzug hielt denn unser Fleischvorrath ging zur Neige und wir mußten darauf bedacht sein, unsern Vorrath zu erneuern. Da war es denn nothwendig, daß wir aufdie Büffeljagd gingen, und dies war auch keine kleine Arbeit, denn sie kostete Zeit, Geduld und Vorsicht, denn mit diesen schwarzen Bestien läßt sich nicht spaßen. Wir beschlossen also, auf die Jagd zu gehen und volle acht Tage daran zu setzen. Wir nahmen noch fünf Mann, die sich 15 Meilen von hier angesiedelt hatten, mit, so waren wir unsere zehn Mann. An einem schönen Morgen rückten wir schon zeitig aus und gingen auf ein Gebüsch zu, wo wir eine Salzlecke zu . finden hofften, da die Büffel in deren Nähe zu grasen pflegten. Wir hatten diese aber noch gar nicht erreicht, als wir auch schon eine schwarze, unabsehbare Fläche wahrnahmen. Es war eine Vüffelherde, wie wir sie noch nie von solcher Größe gesehen. Da wir jedoch noch mehrere Meilen davon entfernt waren, so rückten wir vorwärts, um auf Schußweite nahe zu kommen. Sie mußten abix wohl den Wind haben, denn plötzlich hob der vordersteBüffel, welcher der Führer zu sein schien, seine dicke Nase in die Luft, nahmWind, und vorwärts trabte die ganze Herde und legte in aller Gemüthlichkeit mehrere Meilen zurück, wir rückten ihnen natürlich nach. So ging es einige Meilen weit, bis sie wieder anhielt und graste. Wir versuchten wieder auf Schußweite nahe zu kommen, sie mußten aber wieder Wind bekommen haben, denn sie trabten plötzlich wieder davon, und wir natürlich hinterdrein. So ging es den ganzen Tag. Endlich, der Wind mußte , sich gedreht haben, gelang es uns, ihnen nahe zu kommen. Aber wir waren zum Tode erschöpft, denn wir hatten den ganzen Tag noch keinen Bissen gegessen und waren todtmüde. Wir verabrede-' ten, daß jeder sich sein Thier aussuchen solle, und dann wollten wir zugleich schießen. Eben hatten wir angelegt und wollten schießen, als wir einen Aufruhr unter den vordersten Büffeln bemerkten. Wie auf Verabredung legten wir wieder ab. Vorzugsweise war es ein Kalb, das wie toll umhersprang und den alten Büffeln auf den, Rücken zu klettern schien. Es sprang von einem zum andern, und es hatte den Anschein, als wäre es verrückt geworden. Aber auch die alten Büffel waren unruhig geworden und liefen hin und

her, und wieder andere verfucylen vergeben5 vorwärts zu kommen, dann sielen sie wie todt ins Gras. Das war doch aber zu toll. Wir konnten uns den Vorgang garnicht erklä' ' D' Kalb hatte offenbar die aanze Aufregung hervorgerufen und war der Urheber derselben, das war uns klar. Wie aber war das Fallen der Büffel damit in Verbindung zu bringen? Und doch rührte es scheinbar von dem Kalbe her. Konnte aber ein Kalb solche Verhcerüng in einer Herde anrichten? Und doch war es hier geschehen, da keine andere sichtbare Ursache vorhanden war. Als wir noch rathlos dastanden, hin und her riethen, und nicht wußten, wie wir uns zu dieser Scene zu verhalten hatten, verließ das Kalb die Herde und kam gerade auf uns los. Es scüttelte feine lange zottige Mähne, bohrte die Hörner tief in die Erde und warf Sand und Gras in die Höhe. Jetzt war der Moment gekommen zu schießen, wenn wir nicht einen Kampf mit wilden Thieren aufnehmen wollten. Wir legten, wie auf Verabredung, an, und brüllten dabei wie die Büffel selber. Eben wollten wir schießen, als das Kalb sich schüttelte und das Fell zur Erde fiel und ein hübsches Mädchen sich aus der Umhüllung schälte. Wir standen da wie versteinert. So etwas hatten wir noch nicht erlebt: Ein Mädchen als Büffelkalb mitten in der Herde. Das war zu neu für uns, als daß wir gleich Worte hätten finden können, unserem Erstaunen Ausdruck zu geben. Sie schien sich an unserem Erstaunen zu weiden, dies sah ich an ihrem Gesichtsausdruck. Endlich hatte ich mich soweit gesammelt, daß ich ihr mein Erstaunen über ihren Muth zu erkennen geben konnte. Du hast aber mordsmäßig dazwischengefahren, sagte ich endlich, Du bist ja ein Mordsmädel. Und Ihr, sagte das Mädchen, habt mich zum Tode erschrocken. Dafür habt Ihr Strafe verdient. Da, nimm dies, Du Gänserich. Im selben Augenblick brannten mir auch meine Ohren wie helles Feuer, und es war mir, als stände unser alter Theekessel auf dem Feuer und sänge sein Lied dazu, wie er es immer thut, wenn das Wasser nahe am Kochen ist. Aber ein Mordsmädel wars doch. Sie hatte Courage, die Kleine, und das gefiel mir. Und hübsch war sie auch, das ist wahr. Ich schien ihr aber auch nicht zu mißfallen. Aber, sagte ich, wer bist Du denn und wo wohnst Du? Dort drüben. Du Gänserich, indem sie einen Punkt in der Prärie bezeichnete. , Wie aber bist Du auf den Gedanken gekommen, dich unter die schwarzen Bestien zu wagen? frug ich weiter. Ich bin mit meiner Mutter allein, und mein Bruder ist in die weite Welt gegangen und hat uns allein gelassen, sagte sie darauf. Mein Vater ist todt. Unser Fleischvorrath war zu Ende, und ich mußte für neuen sorgen. Ein junger Indianer hatte mich gelehrt, dies Fell zuzurichten, und wie ich es machen müsse, wenn ich Büffel stechen wolle. Diese Nacht schlich ich mich leise unter sie und wartete die Zeit ab, wo ich mein Handwerk ausüben konnte." Nun, Ihr habt es ja gesehen, sagte sie. Ich wollte nun eben nach Hause gehen und die Pferde holen, um das Wild fortzuschaffen, als ich Euch, und Eure Absicht sah, zu schießen. Dies mußte ich verhindern. Ich verließ also die Herde und ging gerade auf Euch los. Aber als ihr anlegtet und dabei brülltet wie die Büffel, mußte ich eilen, um in Eure Nähe zu kommen, damit ich meine Vermummung abwerfen und Euch meine wahre Gestalt, meine menschliche Abkunft vor Augen führen konnte, noch ehe Ihr zumSchusse kamt, sonst war ich verloren. Nun bin ich hier. ,Nun helft mir aber auch, meine Büffel nach Hause bringen. Natürlich waren wir willig und bereit dazu. Wir schafften dasWild nach ihrer Farm, wo wir in derselben Nacht noch ein Viertelchen vom Jüngsten" verzehrten, und wobei ich Gelegenheit nahm, mir das Mädel genauer anzusehen. Aber sie that das Gleiche, und ich schien ihr auch nicht übel zu gefallen. t Natürlich kam es noch in derselben Nacht zu einer Erklärung. Sie gab freudig ihr Jawort. Es fehlte nur noch die Trauung, und wir mußten geduldig warten, bis ein Reiseprediger kam, der uns zusammenfügte. Endlich kam auch dieser, und wir wurden ein Paar. Aber das sage ich Euch," fuhrTompkins in seiner Erzählung fort, es war die schönste Beute, welche ich je von der Jagd nach Hause gebracht, ohne einen Schuß zu thun." Das war die Vrautsahrt von Josef Tompkins.

Vetheuerung. BalduinS Braut ist häßlich?!" Ich sage dir: soviel Geld ribt's ja aar nicht!" ' Zutreffend. Richter: Außer dem Fahrrad haben Sie dem Zeugen auch seinen Sportanzug gestohlen?" Angeklagter: Nun ja, was will er denn auch mit dem Sportanzug, wenn er das Rad nicht mehr hat?"