Indiana Tribüne, Volume 28, Number 3, Indianapolis, Marion County, 26 August 1904 — Page 5
Jndiana Tribüne, 26. August 1904U
Ein paar Handschuhe. AuS dem Schwedisch? von Wilma Lindhe. Dann gehe ich lieber ganz shne Handschuhe," sagte Sigrid Werner ärgerlich, während sie an dem zur Hälfte angezogenen Handschuh riß. Aber, liebes Kind," antwortete Frau Werner und blickte einen Augenblick von ihrer Arbeit, einem Strumpf, auf, den sie gerade stopfte. Du öekamst ja erst im vorigen Jahre Handschuhe." Meiner Ansicht nach müßte Tante Vertha doch begreifen, daß ich solche Fausthandschuhe, wie sie selbst, nicht tragen kann." Aber Sigrid. Ich bitte Dich." In der ganzen Schule findest Du keine einzige, die mit solchen Handschuhen gehen würde," versetzte Sigrid mit zurückgehaltenen Thränen. Was fehlt ihnen denn aber nur?" Siehst Du denn nicht, Mama, wie plump und ungeschickt breit die Fingerfpitzen sind?" Du hast sie nur nicht ordentlich angezogen." Und dann haben sie eine entsetzliche Farbe. Willst Du sie nicht selbst nehmen?" Ich habe ja weit kleinere Hände als Du." Dir ist es aber doch sonst gleichgültig, was Du trägst?'' Weißt Du das so gewiß?" Nun, Du ziehst Dich doch immer so dürftig an, und ich meinte nur " Frau Werner blickte auf, und in ihren Augen lag etwas, was Sigrid veranlaßte, die ihrigen niederzuschlagen. Du müßtest Dir eigentlich auch ein Paar neue Handschuhe kaufen," sagte sie bescheidener. Darin hast Du recht. Nöthig hätte ich sie schon lange." Dann nimm' diese und kauf' mir ein Paar andere." Ich habe kein Geld, um Handschuhe zu kaufen." Aber die Altardecke dort?" Sie ist noch nicht fertig." Du sagtest ja aber, daß sie noch heute fertig würde." Es klang wie ein leichter Vorwurf. Dann müßtest Du morgen ohne Strümpfe gehen." Ich kann sie ja selbst stopfen," meinte Sigrid etwas beschämt, wir sprachen doch schon gestern darüber." Wenn Du das willst, mußt Du auf die Schlittenfahrt heute Mittag und die Tanzstunde heute Abend verzichten, und das möchte ich nicht. Ich gönne Dir die Vergnügen." Sigrid saß still da und . folgte mit ihren Blicken der mageren Hand der Mutter und der Stopfnadel, die die Wollfäden durch den Strumpf führte. Wie gut, arbeitsam und genügsam die Mutter war. Keine war wie . sie! Wäre sie doch nur weniger ärmlich und schlecht gekleidet es war ja unrecht und sündhaft von ihr gedacht und sie bat den lieben Gott deshalb um Verzeihung. Sie schämte sich aber, mit der Mutter zusammen über die Straße zu gehen und sich in ihrer Gesellschaft von den Mitschülerinnen sehen zu lassen. Daß sie nicht so war,wie sie sein sollte sah sie ein. Aber wie schwer war es auch, immer das Rechte zu thun und zu denken. Fanny Borg hatte gestern wieder neue Handschuhe an, hellbraun, die ganz zu ihrem Kleide paßten," sagte sie plötzlich. Fanny Borg! Vergleichst Du Dich mit ihr?" Ein hoffnungsloser, müder Ausdruck spiegelte sich in dem von Humor und Gram gefurchten Antlitz der Mutter ab. Das würde sich schon lohnen. Denn sie ist ja die Reichste in der Schule." Und Du bist die Aermste." Wenn Du nur wüßtest, Mama, wie schwer das ist." Das weiß ich. Du mußt nur nicht so viel daran denken." Das sagst Du so leicht, Mama. Du sitzt den ganzen Tag zwischen Deinen vier Pfählen und siehst nicht, was draußen vor sich geht. Deshalb fühlst Du die Armuth auch nicht so, wie ich sie empfinde," Darin magst Du recht haben." Du solltest einmal zu Borgs kommen und sehen, wie sie leben." Es wäre besser, wenn Du dort nicht verkehrtest." Könntest Du sie auch beneiden, Mutter?" Frau Werner war zu eifrig mit ihrer Arbeit beschäftigt, als daß sie die weitere Frage der Tochter beachtete. Diese ließ aber nicht nach. Mama, sage aufrichtig, hast Du noch nie einen Menschen beneidet?" fragte sie. Ja, mehr als einmal." Da leuchtete es in Sigrids Augen auf. Die Mutter hatte also auch ihre Fehler. Sie kennt auch den Neid. Das fühlte sie als eine Erleichtruan. Mehr als einmal," rief Sigrid glücklich aus. Ja, wenn ich sah, daß andere Mutter ihren Kindern eine Freude machen konnten, wenn ich sah, daß sie ihnen nichts abzuschlagen brauchten, und in erster Linie, wenn ich sah, daß sie die Zukunft ihrer Kinder sicher zu stellen vermochten. Ja dann, Sigrid, konnte ich sie beneiden." Sigrid antwortete nicht, aber dasselbe Gefühl von einem Unrecht, einer Sünde, das sie in der letzten Zeit in
mer wieder erqriff, , bemächtigte sich ihrer. Es wird Zeit, daß Du Dich anklei-. dest," sagte die Mutter einen Augenblick später und Sigrid freute sich, daß sie gehen konnte. Als sie das Schlafzimmer, einen dunklen, nach dem Hofe gelegenen Raum betrat, lag alles für sie bereit: Schuhe, Kleidung, Haarrosette, Schärpe, Brosche und Armband, der einzic e Schmuck der Mutter, den die Tochter aber schon seit einem Jahr benutzte. Auch das Waschwasser war für sie hingestellt und der Spiegel der Bequemlichkeit wegen an das Fenster gerückt. Dies alles war sie so gewohnt und Sigrid pflegte gar nicht, mehr darüber nachzudenken. Aber heute fühlte sie eine Art Unwillen gegen die Mutter. Warum ließ sie sie das nicht selbst machen? Sie hatte die Mutter doch nicht darum gebeten. Sie wollte zum Tanzvergnügen bei derselben Fanny Borg, die sie beneidete. Nicht aus dem Grunde beneidete, wie die Mutier aus Liebe zu einer anderen, sondern aus reiner innerer Schlechtigkeit und Selbstsucht. Vielleicht hatte Tante Bertha recht. Es war etwas so halbes und schiefes in allem und doch durfte sie das Bestehende nicht ändern! Bist Du jetzt so weit, daß ich Dir Dein Haar machen kann?" rief die Mutter aus dem Nebenzimmer. Ich werde mich selbst frisiren!" lautete die Antwort schnippisch und unfreundlich. . Du willst Dich selbst frisiren," sagte die Mutter, während sie sich erhob und die Arbeit hinlegte, das kannst Du ja nicht." Es ging auch nicht. Das hatte Sigrid schon eingesehen. Sie war deshalb kurz vor dem Weinen, als sie der Mutter den Kamm überließ. Was ist Dir, liebes Kind?" fragte die Mutter zärtlich, während sie das krause goldige Haar streichelte und Sigrid sich wand, als fei ihr die Berührung unangenehm. Es quälte sie auch, die bewundernden Blicke der Mutter zu sehen, die auf ihr ruhten, als sie in einem wirklich hübschen, beinahe eleganten Kleide dastand. Adieu!" sagte sie nur und warf in aller Eile den Mantel über. Sie wollte sich selbst helfen, wollte die Hilfe der Mutter nicht in Anspruch nehmen. Adieu!" erscholl es noch einmal mit Thränen in der Stimme. Dann eilte sie die Treppe hinunter. Was mag dem Kinde nur zugestoßen sein," dachte Frau Werner, als sie allein zurückblieb. Sigrid hatte sie nicht, wie sonst, geküßt. Das emPfand sie bitter und schmerzhaft. Frau Werner hatte spät geheirathet, und ihre Jugend war mühsam und. freudlos gewesen. Deshalb genoß sie doppelt das Glück, das die Liebe und die Fürsorge des Gatten ihr bereiteten. Er war ein strebsamer Arbeiter gewesen und die Einkünfte hatten zur Führung ihres einfachen Haushalts völlig ausgereicht. Als er aber kurz nach Sigrids Geburt starb, war nichts als eine kleine Pension zurückgeblieben, und hätte Tante Bertha, die Schwester des Verstorbenen, nicht hin und wieder geholfen, so hätte Frau Werner sich und ihr kleines Töchterchen kaum ernähren können. Frau Werner, die eine geschickte Stickerin und an Arbeit gewöhnt war, verdiente mit ihren Arbeiten Fahnen, Bannern, Altardecken u. s. w. allerdings ganz gut, es reichte aber nicht aus, um auch Sigrids Erziehung zu bestreiten. Sie liebte ihr Kind von ganzem Herzen. Für die Kleine arbeitete sie, für sie hoffte sie, ihretwegen träumte sie von einer Zukunft. Nacht und Tag wachte sie über sie, und während sie ihr alles opferte, gönnte sie sich keine Zerstreuung, keine Erholung, kein Vergnügen. Sigrid ging immer hübsch und sauber angezogen, während sie selbst ihrer ärmlichen Kleidung wegen nur selten das Haus verließ. Auch für Sigrids Erziehung opferte Frau Werner mehr, als gut. Leider war der Erfolg nicht dementsprechend. Im Umgang mit den Altersgenossinnen aus den vornehmsten und reichsten Häusern der Stadt wurde Sigrid verwöhnt und anspruchsvoll. Was sie aber lernte, stand, obgleich sie fleißig und recht begabt war, durchaus nicht im Verhältniß zu dem Gelde, das ihr Unterricht kostete. Die praktische Tante Bertha, die ein Posamentiergeschäft hatte und sich gut stand, begriff dies wohl, und nicht selten sprach sie in ihrer schonungslosen Weise der Schwägerin und Nichte gegenüber ihre Ansicht aus. sfc Bei Fanny Borg war Tanzkränzchen. Nur junge Leute unter zwanzig Jahren. Alles war aber zeitgemäß arrangirt. Die Jugend sollte ihr Leben genießen. Das ganze prachtvolle Haus war erleuchtet, acht Militärmusiker spielten, die Tanzkarten trugen daö Monogramm der jungen Wirthin in Gold. Kostbare Kotillongeschenke, Erfrischungen aller Art und ein opulentes Diner mit den verschiedenartigsten Weinen. Es ging recht munter her namentlich ' nach dem Souper. Sigrid Werner war, wie immer, sehr begehrt, denn sie war eine der hübschesten Tänzerinnen und verstand es, sich lebhaft zu . unterhalten. Dazu war sie auch so gut gekleidet, daß man ihre Armuth ganz vergaß.
Heute Abend sind Sie nicht recht in Stimmung, gnädiges Fräulein," meinte ihr Tänzer Harald Bor Sohn des Hauses, angehender Abiturient und Sigrids Schwärmerei. Fühlen Sie sich nicht wohl?" O ja," antwortete sie und tanzte weiter. In Wirklichkeit mußte sie aber die Thränen zurückhalten. Denn in ihren Gedanken sah sie unausgesetzt die mageren weißen Hände der Mutter, die unermüdlich stickten und stopften. Sie dachte an die Opfer, die sie ihr brachte, und ihr Entschluß war gefaßt. Sie konnte die Pracht und den Ueberfluß in diesem reichen Heim nicht länger ertragen. Sie wollte nach Hause zu ihrer armen Mutter, zurück und wollte ihr sagen, daß sie mit ihrem bisherigen Verkehr brechen und ihr helfen wollte, das Brot für sie beide zu verdienen. Schnell entschlossen riß sie sich los. Sie dürfe die Mutter nicht länaer warten lassen," sagte sie. Alles Bitten vermochte nicht, sie zu halten. Als die Thür des reichen Hauses sich hinter ihr schloß, überkam sie ein Gefühl der Erleichterung. Zu Hause brannte die Lampe wie gewöhnlich. Sigrid hatte im Flur ihre Sachen abgelegt und trat auf den Zehenspitzen ein. Ob die Mutter wohl schon schlief! Ja, das that sie. Da saß sie mit der Altardecke auf dem Knie, die "oldene glänzendeStickerei lag auf dem grauen verblichenen Kleide. Der Kopf war gegen die harte Stuhllehne gestützt, die Augenränder geröthet, die Hände hingen schlaff nieder und in der ganzen Stellung war etwas so Todmüdes, daß Sigrids Herz sich vor Entsetzen krümmte. War das Schlaf oder Tod? Auf dem Tjsch, zwischen dem Nähzeug jetzt fiel ihr Blick darauf lag ein Paar neuer Handschuhe, hellbraun. Da stieg etwas in ihr auf, etwas, das dem Brausen eines großen Wassers glich, dann stürzte sie vor die Füße der Mutter und benetzte ihre Hände mit Thränen. ' Was fehlt Dir? Was fehlt Dir, mein Liebling?" Frau Werner war plötzlich wach geworden. Sigrid konnte nicht antworten. Sie schluchzte nur, als müsse ihr Herz bersten. Hat Jemand Dich gekränkt? Sage, was ist Dir? Sprich!" sagte die Mutter in höchster Angst. Verzeih mir, verzeih mir!" flehte Sigrid. Was hast Du gethan?" Da erhobSigrid sich. Tante Vertha hat ganz recht daß ich es nicht früher eingesehen habe." Tante Bertha?" Ja! Und ich will nicht länger zur Schule gehen, will Fanny Borg und keine von den anderen wieder treffen. Ich will für Dich, Mutter, arbeiten. Du sollst Dich meinetwegen nicht mehr abmühen und abplagen. Das will ich nicht, kann ich nicht mehr ansehen." Die letzten Worte schrie sie förmlich. Du will nicht mehr zur Schule gehen wie kommst Du nur auf den Gedanken?" Du weißt ja, daß Tante Bertha es immer gewollt hat, daß ich zu ihr komme, und daß ich jeden Tag eine gute Stellung in ihrem Geschäft erhalien kann. Damit fällt das Schulgeld und alles das andere fort. Ich kann mich selbst kleiden und von meinem Verdienst steure ich zu unserem Haushalt bei." Sigrids Antlitz strahlte vor Freude; Frau Werner saß aber schweigend da, während Thräne auf Thräne an ihren Wangen niederrann. Wie hatte sie sich in ihrer großen Liebe geirrt, wie hatte sie sich an ihrem Kinde versündigt, daß sie so hoch mit ihm hinauswollte und sie in Verhältnisse sandte, die ihr nur zum Nachtheil gereichten. Wie dankbar war sie ihrem Schöpfer dafür, daß der gesunde Sinn ihres Kindes trotzdem noch nicht der Eitelkeit und Vecgnügungssucht unterlegen war, daß Sigrid selbst den Weg zur Bescheidenheit und strebsamen Arbeit gefunden hatte. Mein liebes Kind," sagte sie leise, während sie die goldigen Locken der Tochter streichelte, ich habe weit, weit mehr, als Du, gefehlt."
Die angebissene Wurst
Aus Bochum wird berichtet: Eine hiesige Dame, die mit ihren beiden Söhnen in Münster zu Besuch weilte, kam auf drollige Weise zu der Bekanntschaft des durch seine Schnurren bekannten Professors Landois. Bei der Besichtigung des Landois - Denk-mals,-das sich der originelle Gelehrte, wie bekannt, selbst gesetzt hatte und das ihn in seiner gewöhnlichen Tracht Gehrock, Cylinder und lange Pfeife darstellt, erinnerte sich die Dame, daß ihr ein Vetter bei der Beschreibung des Denkmals mitgetheilt hatte, zu den Kuriositäten desselben gehöre, daß aus einem Schlitz' des Gehrocks eine angebissene Wurst hervorgucke. Die Frau umkreiste mit ihren Söhnen mehrfach das Denkmal, ohne die Wurst, die eine Erfindung des Vetters war, zu entdecken. Da steckt plötzlich aus der gegenüberliegenden Tuckesburg Professor Landois den Kopf zum Fenster heraus und fragt die Frau, was sie denn eigentlich suche. Schmunzelnd hörte der alte Herr die Mär des Vetters; dann sagte er lachend: Jo, de Wurst hät de Käl nu wol schon freiien!" Sprach's und verschwand wieder in seiner Tuckesburg.
3Ku(isi als Heilmittel. Interessante Versuche im Berliner Charite-Krankcnhause.
Beruhigende Wirkung leichter Musik-Tyste , malische und erfolgreiche Experimente in Nervenheilanstalten Richtige Ausvah! der Musikiustrumente. Jeder Arzt, der die körperlichen Leiden seiner Mitmenschen zu heilen berufen ist, muß in erster Linie ein Arzt der Seele sein. Die moderne Heilkunde hat auch immer mehr das Bestreben, Mittel und Wege ausfindig zu machen, durch welche auf die Seele lies Kranken und auf dessen geistige Sphäre in einer für die körperlichen Funktionen günftigen Weise eingewirkt werden kann. Als ein für diese Zwecke unsch'ätzbares Mittel hat man die Musik kennen gelernt. Daß die Seelenstimmungen, die unser Innerstes bewegen, durch den Zauber der Musik in andere Bahnen gelenkt, gemildert und geläutert werden, ist eine unbestrittene Thatsache. Die Musik als Heilmittel in Anwcndung zu bringen, hat man vor Kurzem sehr interessante Versuche im Berliner Charite-Krankenhause angestellt. Authentische Berichte geben von diesen Vorkommnissen folgende Schilderung: An nahezu 200 Kranken, welche in die hellerleuchtete und gut geheizte Kapelle geschafft worden waren, wurde das Experiment vorgenommen. Als alle vollzählig versammelt sind, brausen plötzlich feierliche Orgelklänge durch den Raum. Still und andächtig lauschen die Anwesenden, und auf ihren Eesichtern spiegelt sich eine tiefe Rührung. Ihr Blick ist hoffnungsfreudig nach oben gerichtet in dem beseligenden Glauben an ein baldiges Genesen. Die letzten Orgelklänge sind schon, längst verhallt, aber noch immer herrscht im großen Raum ein tiefes, andachtsvolles Schweigen. Auf das Präludium folgen Frauenchöre, ein Harfenfolo, Gesang mit Violinen-, Orgel- und Harfenbegleitung und ein Zusammenspiel von Violine Cello, Harfe und Orgel. Es gelangten fast nur ernste getragene Weisen zum Vortrag." Ob nun eine derartige Uebersättigung mit ernster, schwermüthiger Musik, die doch ohne Zweifel die tiefsten Saiten des Menschenherzens berühren und unter Umständen sogar erschütternd wirken muß, für die Empfindsamkeit eines Kranken immer das richtige Mittel ist, hat man von autoritativer Seite vielfach bezweifelt. Die Resultate der Versuche entsprechen denn auch nur zum kleinen Theil den gehegten Erwartungen. Bei der Mehrzahl drr Patienten wurde gerade die entgegengesetzte Wirkung hervorgerufen von dem, was man hatte erzielen sollen. Den meisten, ging die Musik sehr nahe, so daß sie in eine Art von Schwermuth verfielen, manche wurden sogar so tief erschüttert, daß eine Verschlimmerung des Zustandes eintrat. Der Schluß, den man aus diesen Erfahrungen ziehen kann, ist also der. daß man die Musik als Heilmittel in einer anderen F?rm darreichen muß. Wenn dieselbe eine heilende Wirkung ausüben soll, so darf sie den Kranken nicht erschüttern, aufregen oder niederdrücken, sondern sie muß ihn erheitern, besänftigen und zerstreuen. Von diesen Grundsätzen ist man auch in den Nervenheilanstalten ausgegangen, in denen besonders in neuester Zeit die heilende Einwirkung der Musik systematisch und mit Erfolg ausgenützt wird. Gerade hier erweist sich die Mu sik, wenn die Anwendung derselben in maßvoller Weise vor sich geht, als ein unschätzbares Mittel, um die kranken Seelen zu beruhigen. f Die Auswahl der Musikstücke ist bei diesen Experimenten von großer Wichtigkeit. Man soll nur solche Tonstücke heraussuchen, die nicht schwer zu fasen, sondern für den Hörer leicht verländlich sind. Ein einfaches Volkslied wird selten seinen Zweck verfehlen, unter Umständen braucht man sich auch nicht zu sträuben, mit einer Operettenmelodie oder einem Strauß'schen Walzer aufzuwarten. Man hat ferner die Erfahrung gemacht, daß die tiefen Töne stets ein Gefühl des Niedergedrücktseins erwecken, während die hohen -Töne Empfindungen der Erleichterung und des Frohsinns hervorrufen. Auch nicht jedes Musikinstrument ist dazu geeignet, bei der Verwendung für Heilzwecke in Betracht zu kommen. So soll man zum Beispiel die getragenen Klänge des Harmoniums, die Akkorde der Harfe, die sonoren Töne deZ Cello und den rauhen Vaß bei solchen musikalischen Veranstaltungen möglichst ausschließen und sich lieber der leichteren Musik des Klaviers, der einschmeichelnden Töne der Violine, Klarinette oder Flöte bedienen. Ein S e i d e n -G r o ß i n d u -st r i e l l e r. Der unlängst verstorbene Seidenindustrielle Robert Schwarzen-bach-Zeuner in Zürich beschäftigte in seinen Unternehmungen in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Italien und Amerika 13,000 Arbeiter und Angestellte. Die bezahlten Löhne erreichten im Jahre 1903 die Höhe von 10.600,000 Francs ($1,974,009). Der Rohseidenverbrauch war im Jahre 550,000 Kilogramm (1,212,530 amerikanische Pfund) oder fast der Betrag eines Mittelertrages der französischen Seidenernte. Der Verkaufswerth der erstellten Seidenstoffe betrug im Jahre 1903 ungefähr 50.000.000 Francs.
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