Indiana Tribüne, Volume 28, Number 2, Indianapolis, Marion County, 25 August 1904 — Page 6

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Indianer Tribüne, 26. August 190

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Bachveöer

Europäische Nachrichten.

Provinz Weftfaken. Bochum. Auf der Zeche Graf Schwerin" gerieth der Hauer Gleißner unter herabfallendes Gestein. Er war sofort todt. V l e i w ä s ch e. Der Sohn der Wittwe Sprenger wurde, als er allein in derThongrube beschäftigt war, durch nachrutschende Erdmassen verschüttet. Arbeiter, welche im selben Augenblicke die Grube verlassen hatten, gruben den Verunglückten sofort wieder aus, fanden ihn aber nur als Leiche vor. Der Verstorbene war erst kürzlich vom Militär entlassen worden. Dortmund. Den Verletzungen durch Verbrennen erlegen ist ein 18jähriges Mädchen, Käthe Nadowski, welches beim Zubereiten von Eierspeisen demKocher Spiritus nachschütten wollte, wobei derselbe explodirte. Die Staatsanwaltschaft hatte die Leiche beschlagnahmt, gab dieselbe aber frei. Die Brückenbaufirma Aug. Klönne feinie ihr 25jähriges Jubiläum. H U st e n. Auf der Strecke HüstenSundern gerieth das Fuhrwerk des Mühlenpächters Vielhaben in der Nähe der Hüstener Mühle unter einen Zug. Der Magen wurde vom Zuge gänzlich zertrümmert. Der Lenker des FuhrWerks, der Knecht Hülten - Schmidt, wurde auf der Stelle getödtet. Wen die schuld an diesem Unglücke trifft, muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. Jserlohn. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich in der Unnaerstraße. Der Rentier Osthoff, der ein arbeitsvollesLeben hinter stch hat, hatte sich ein Kursbuch in einer Buchhandlung geholt. Beim Verlassen des Ladens trat er auf das Geleise der elektrischen Bahn und wurde, ehe er zurückspringen konnte, von dem ankommenden Straßenbahnwagen erfaßt. Dem Unglücklichen wurden beide Beine abgefahren und der Tod trat nach kurzer Zeit ein. Vheinprovinz. Köln. Tagelöhner August Groschke, geboren in Pollnow, Provinz Posen, tödtete hier seineFrau durch Halsabschneiden. Die Leute lebten im Unfrieden. Als die Frau nach Hause kam, gerieth sie mit ihrem Mann wieder in Streit und schlug mit der Faust nach ihm. Nachdem sie sich zu Bett begeben hatte, faßte der Mann den Entfchluß, sie zu tödten. Er schlief in der Küche, am Tisch sitzend, einige Stunden und brachte dann seiner im Schlafe liegenden Frau eine Messerwunve am Halse bei. Die Frau erwachte und es entspann sich ein Kampf, der damit endete, daß Groschke seiner Frau dit Schlagader des Halses durchschnitt. Einige Stunden später stellte sich der Thäter der Polizei. Aachen. Arbeiter Goldbach neckte einen kaum 4 Fuß großen, etwa 40jährigen Mann, der ihm in der Promenadenstraße begegnete, worauf dieser den Arbeiter ohne Weiteres erstach. Barmen. Die in Rödigerstraße wohnende 80 Jahre alte Wittwe Abraham Stöcker erlitt am 11. Mai d. I. durch einen Fall von der Treppe einen Oberschenkelbruch. Auf Anordnung eines Arztes wurde ihre Aufnahme in's St. Petrus - Krankenhaus angeordnet, wo sie kürzlich infolge der Verletzung gestorben ist. Düsseldorf. Dem Unteroffizier Fischervon der 8. Compagnie des Niederrheimschen Füsilier - Regiments No. 39 Hierselbst ist die Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Der Wackere hatte am 26. Januar unter Einsetzung seines Lebens eine Frau aus dem Schwanenspiegel vom Tode des Ertinkens gerettet. Essen. Auf der Zeche Schleswig wurde der Bergmann Heimplatz durch niedergehendes Gestein erschlagen. E l ber fe ld. Todt in seinem Bett aufgefunden wurde der Fabrikarbeiter Heinrich Fiene. Die Todesursache konnte nicht aufgeklärt werden. Es wird angenommen, daß sich Fiene vergiftet hat. Der Verstorbene war längere Zeit bei den Farbenfabriken beschäftigt, wodurch es ihm nicht schwer wurde, sich in den Besitz von Giftstofsen zu setzen. K l e v e. In dem benachbarten Carlcar brannten die gesammten Oekonomiegebäude des Landwirths Pollmann nieder. Das Feuer griff so schnell um sich, daß fast die ganze Viehhabe in den Flammen umkam. Provinz $ccxiaaau Kassel. Sein 25ja'hriges Jubiläum in der Firma des Commerzienraths Otto Vogt konnte Prokurist Karl Eigenbrodt, Weserstraße liy2, begehen. Der Jubilar zählt zu den bekanntesten und geachtetsten Mitgliedern seines Standes in hiesiger Stadt. 1879 trat Eigenbrodt als Buchhalter in das Geschäft der Kunstmühle von O. Vogt. Um das kaufmännische Vereinsleben hat der Jubilar sich besonders verdient gemacht. Sein 23jähriges Jubiläum im Dienste der städtischen Armendirektion beging StadtObersekretär .Hoffmeister. Dem Jubilar wurden anläßlich des Tages die verschiedensten Ehrungen zu Theil. Frankfurt. In der Turnhalle der Bornheimer Turngesellschaft in der Mainkurstraße wollte der 17 Iahre alte Schlosser Karl Spies aus Friedbera, der erst seit Kurzem hier weilt, sich als Mitglied des Vereins angemeldet hatte, aber noch nicht auf-

aenommen war, am Reck die sogenann

te Riefenwelle üben. Er stürzte neben die Matratze und blieb bewußtlos liegen. Das Blut quoll ihm aus Mund und Nase und der Tod trat nach kurzer Zeit ein. Der. Unglückliche hatte einen Schädelbruch erlitten. Der in ien 70'er abren siebende " BadeanMtdesitzer und Aepfelweinwirth Easpar Schenk stürzte, als er sich an seiner an der Obermainbrücke gelegenen Vadeanstalt auf dem äußeren Gang etwas zu schaffen machte, in den Main. Er trieb bis zur alten Mainbrücke, wo er als Leiche geländet wurde. Schenk war ein sehr guter Schwimmer; man nimmt an, daß der Sturz in den Ma;n infolge einer Ohnmacht oder eines Schlaganfalls erfolgte. Gelnhausen. Der bei Breitenborn verunglückte Fuhrmann Höflich ist an den Folgen der erhaltenen Verletzungen verschieden. H a n a u. Der Sohn des Schreiners Strauß von hier wurde bei Station Arnstadt i. Th. von der Eisenbahn überfahren und getödtet. Karlshafen. Der hier sehr beliebte und geachtete Hauvtmann Rosenhagen hat sich im JnvaUdenhause auf der Landungsbrücke an der Weser erschossen. " Mttcrdcutsche Stanken. Braunschweig. Obermaschinenmeister Wilhelm Bertram hier beging sein 60jähriges Berufsjubiläum. Seit 1863 ist er ununterbrochen bei der Firma Joh. Heinr. Meyer hier in Stellung. Ehrsen. Vom Blitz erschlagen worden ist dtt auf dem Felde beschäftigt geweseru, im Dienste des Gutsbesitzers Nacke stehende Arbeiter Witte. Er war sofort todt. Eisenberg. Im benachbarten Petersberg ist das Anwesen des Landwirths Titscher vollkommen abgebrannt. Der Besitzer ist gesänglich eingezogen worden, da er im Verdacht steht, das Feuer angelegt zu haben. G e r a. Die. hier verstorbene Commercienräthin Werber hat der Stadt sieben sehr werthvolle Gemälde hinterlassen, die dem städtischen Museum einverleibt werden sollen. Jena. Auf dem Schießstande wurde der Gefreite Mauersberger von der 9. Compagnie des hiesigen 94. Insanierte - Regiments mit einer Schußwunde in der Brust todt aufgefunden. Student der Medizin Noth aus Friedrichroda hat sich hier erschossen. Was ihn zum Selbstmord trieb, ist nicht bekannt. K ö t h e n. Im benachbarten Großwülknitz war der 74 Jahre alte Arbeiter Bröse mit Kohlenabladen beschäftigt. Hierbei muß der auf etwas abschüssigem Terrain stehende Wagen in Bewegung gerathen sein. Der alte Mann wurde von dem Wagen umgeworfen und die Räder gingen ihm über die Brust. Er wurde bewußtlos aufgefunden und erlag schon nach kurzer Zeit den schweren Verletzungen. Klein - Ebersdors. Bei einem Gewitter schlug der Blitz in das Anwesen des Gemeindevorstehers Pitzel und zündete, so daß das schöne Besitzthum in kurzer Zeit zum größten Theil eingeäschert wurde. - R u d o l st a d t. Obermaler der Porzellansabrik Ernst Söhne, B. Mackeldanz, beging sein 50jährige Arbeiter - Jubiläum. Stützenbach. Das Gasthaus zum Roß ist völlig niedergebrannt. Das Feuer griff so schnell um sich, daß eine im Erker wohnende Familie mittelst Leiter gerettet werden mußte. Wintersdorf. Der hiesige Militärverein feierte unter Betheiligung von 30 Vereinen sein 25jähriges Bestehen. Der Herzog ließ durch den Kammerherrn v. Seckendorf auf Meuselwitz einen Fahnennagel überreichen. Hafselfelde. Der 63jährige Gelegenheitsarbeiter Busse, gebürtig aus Hohegeiß, erhängte sich im hiesigen Amtsgerichts - Gefängniß, wo er eine dreimonatliche Strafe fürWidersetzung gegen die Staatsgewalt zu verbüßen hatte. Da diese Bestrafung die 37. feines Lebens ist, so wurde festgestellt, daß er die Hälfte seiner Lebenszeit hinter Schloß und Riegel zugebracht bat. B e i einer Besteigung des Matterhorns sind zwei Deutsche, die Herren Dich aus Nürnberg und Ellensohn aus Mailand, die ohne Führer den Aufstieg unternahmen, infolge eines starken Schneesturms in schwere Gefahr gerathen. Der ganze Tag war schon stürmisch gewesen. Die Touristen erreichten um 1 Uhr den Gipfel. Beim Abstieg 600 Fuß unter dem Gipfel überraschte sie ein starkes Schneegestöber; da ihre Spuren verwischt waren, getrauten sie sich nicht weiter und banden sich an das eben dort im Felsen angebrachte Seil, von Zeit zu Zeit um Hilfe schreiend. Einige Führer, die in der Clubhütte am Fuße des Matterhorns auf günstiges Wetter warteten, hörten diese Hilferufe und stiegen bis zur alten Hütte, kehrten aber wieder zurück, da sie keine Rufe mehr vernahmen und dasSchneegestöber ein Höhersteigen unmöglich machte. Am folgenden Morgen suchte eine Hilfskarawane von 14 Führern das Matterhorn vollständig ab.vjSie fanden die zwei Herren noch am gleichen Fleck verhältnißmäßig wohlerhalten. In der Nacht um 12 Uhr langten die beiden Herren mit den Führern im Hotel Schwarzsee an.

5'chtammbaocr. Die Nrt ihre, Anwendung nd ikzre heilkrüs. tige Wirkung. In den letzten Jahrzehnten sind bis wohlthätigen Wirkungen der Schlammbäder, die aus den schlammartigen Niederschlügen des Ä!eerwassers und gewisser Mineralbäder bereitet weiden und in ihrer Wirksamkeit den Moorbädern ähnlich sind, immer deutlich erkannt worden. Der Schlamm (Fango) von Battaglia in Oberitalien ist besonders berühmt, weil er zur Versendung gelang vielfach als Zusatz zu Bädern bei gichtischen Leiden benutzs wird. Dieser Schlamm ist reich an Kalk, Magnesia und Eiscnverbindungen. Als Schwefelschlammbäder erfreuen sich eines besonderen Rufes die in Acqui (Italien), Saint-Amand-les-Eaux und Aix-les-Bains (Frankreich), Kemmern (Kurland), Loka (Schweden), Pistyan (Ungarn), Warasdin (Kroatien). Dik warmen Schwefelquellen von Samt-Amand-les-Eaux im französischen Departement Nord wurden schon zur Römerzeit zu Schlammbädern benutzt. Dil Quellen befinden sich etwa II Meilen vom Orte selbst. Man gräbt den Schlamm aus dem Erdreich, das jenk durchrieseln. Das Badeetablissement befindet sich auf einer umwaldeten Anhöhe. Die Bäder werden über Nacht auf die erforderliche Temperaturhöhe gebracht und früh am Morgen genommen. Da oft Bäder von vier, fünj Stunden Dauer verordnet werden, ist die Einrichtung getroffen, daß die Badenden in der Regel nur durch Vorhänge voneinander getrennt sind, welche aufgezogen werden können, sobald Neigung zu gegenseitiger Unterhaltung besteht. Die Badewannen sind in den Boden eingelassen und so überdeckt, daß der Patient durch ein rundes Loch mit dem Unterleid in das Bad schlüpft, während der Oberkörper, leicht bekleidet, an dem Deckel eine Stütze findet. Er dient auch als Tisch. Die Seeschlammbäder bestehen aus den schlammartigen Ueberresten untergegangener Organismen, die sich in Meeresbuchten mit thonigem Boden niedergeschlagen haben. Man findet sie namentlich an den Küsten nördlicher 'Meere. Viel besucht ist zum Beispiel wegen feiner Seeschlammbäder das kleine norwegische Städtchen Strömstad. Die heilkräftig..' Vadgyttja" wird nördlich von der Stadt gegraben und nach vorheriger Zubereitung verwendet, und zwar in folgender Weise. Nachdem der Kranke im Badehause sich entkleidet hat, wirder auf einen Stuhl gesetzt und mit warmem Wasser tüchtig abgebraust. Darauf bedeckt man den Körper mit einer Schicht erwärmten Seeschlamms, und der Badewärtei reibt und bürstet diesen tüchtig in die Haut ein. Eine zweite Schlammschichi wird dann auf den Körper gebracht, und diesmal das Reiben und Bürsten besonders an den leidenden Theilen geübt. Nachdem eine warme Brause der Schlamm wieder entfernt hat, steigt der Kranke in eine Wanne mit MineralWasser, in der er während des Bade mit Seetang frottirt wird. Eine abermalige Brause macht den Beschluß. Magyarisirte Namen. Wer das Budapest ungarische Amtsblatt in die Hand nimmt, findei darin gewöhnlich jeden Tag ein bizwei Spalten, die mit ministerieller Genehmigungen von Namensänderungen gefüllt sind. Solche Genehmigungen werden in Ungarn immer anstandslos ertheilt, wenn es sich darum handelt, einen fremdklingenden Namen in einen magyarischen zu verwandeln; alle anderen Namensänderungen werden in der Regel rundweg abgewiesen. D'.i nach Taufenden zählenden Namensmagyarisirungen haben in den letzter. Jahren eine solche Verwirrung geschaf. fen, daß es heute, schlechterdings unmöglich ist, aus dem Namen irgendwelche Schlüsse auf die Nationalität v ziehen. Di-'s gilt in erster Reihe vcn den Politikern, und selbst die uliramagyarische äußerste Linke ist vol magyaristrter Namen. So hieß de? Abgeordnete Polonyi, einer der meistgefurchteren Rabulisten der Unabhängigkeitspartei, früher P o l l at .s ch e k , der Abgeordnete Veszi, zuz Zeit wohl der übertriebenste Chauvini im Abgeordnetenhaufe, Weiß, dii Eigenthümer der beiden größten ungarischen Zeitungen, Rakost und Legrady. Kremser bezw. P o l l a k. Dez Präsident der Ugron-Partei, Szederkenyi, hieß S ch ö n a g e l , der gewesene Ackerbau - Minister Darany' G r i e s k o r n. Nicht besser verhält es sich mit den Namen der Künstle: und Schriftsteller. Der Maler Munkacsy hieß ursprünglich Lieb, ce: Maler Philipp Laszlo Laub, du Malerin Vilma Parlaghy Brachf e l d, der Violinkünstler Nemeny' Hoffmann. Was die Gelehrten betrifft, so hieß der ehemalige Erziehe: des Kronprinzen Rudolf, Bischof Ronay, früher L e i n i n g e r , der Arzj Professor Koranyi Kornfeld, der Historiker Konyi K o h n, de: Orientalist Vambery. V a m b e r -g e r. Nach alle dem wird es nicht wnter auffallen daß der Erfinder der ungarischen Tortenspezialität, Dobosz ursprünglich D u n t a s z a k . de: Erzeuger des besten ungarischen Champagners, Törley, aber Schmier! hieß. V o n den portugiesischen Bauern können 80 Prozent weder lesen noch schreiben. .

Lerwundct an Bord.

Bei den erschütternden Nachrichten über die-Einzelheiten der Seegefechte im gegenwärtigen Kriege fragt der Laie unwillkürlich: was geschieht denn mit den Kranken und Verwundeten an Bord eines modernen Kriegsschiffes? Es ist klar, daß mit dem Fortschreiten der Schiffsbautechnik, .der Artillerie und des seemännischen Apparates auch die' Hygiene und Kran-ken-und Verwundetenfürsorge Schritt gehalten haben, zumal in Deutschland, das unbestrittenermaßen der führende Staat in Fragen der Medizin ist. Ganz abenteuerliche Vorstellungen macht sich der Laie oft über das, was mit Verwundeten und Kranken auf den Kriegsschiffen im Frieden und Gefecht geschieht. Es ist daher wohl von Interesse, einmal die Verwunde-ten-und Krankenfürsorge auf den modernen Schlachtschiffen zu studiren m ? t (""" - r X . -,r -ZtA ' ' 1 7 ;mnwffllM'v s. rji-.. Tteri&ivf.. j ipA r? iw,, i .K i'f u-mmmrv Am mm In den Schwingekojen des Friedenslazaretts. und sich klar darüber zu werden, in welch ingeniöser und vollendeter Weise auch in dieser Richtung den moderen Fortschritten der Wissenschaft Rechnung getragen wird. Wir haben zu unterscheiden zwischen der Kranken- und Verwundetenfürsorge im Frieden und der im Gefecht. Für den Friedenszustand dient in erster Linie eauf dem Oberdeck untergebrachtes, geräumiges, dem Licht und der Luft reichlich zugängliches Lazarett. Die Besatzung eines großen Schlachtschiffes beläuft sich auf 700800 Menschen, und es Wird jedem begreiflich erscheinen,' daß immer der eine oder andere dieser vielen Menschen revierkrank" ist. Leichte Verletzungen beimHantiren an Bord, innere Erkrankungen, Katarrhe usw. fehlen nie ganz, so däß das Lazarett fast immer einige Insassen aufweist. Unser erstes Bild gibt uns einen Blick in dieses Lazarett, und zwar in den Gef'echtsverbandplatz, unterWassergepanzert. Theil, wo die sogenannten Schwingekojen aufgestellt sind. Es sind dies geräumige, mit hohem Holzrand versehene Bettladen, die an zwei am Kopf- und Fußende befindliche Zapfen so aufgehängt sind, daß sie seitlich schwingen können. Somit werden die Insassen dieser Betten den seitlichen Schwankungen des Schiffes, dem Schlingern, entzogen. Die Wände des Lazaretts wie alle Möbel sind mit Emaillefarbe gestrichen, tadellos sauber und abwaschbar, und die Einrichtung bietet alles, was irgend nöthig ist, in der denkbar vortheilhaftesten Raumausnutzung. Der Luftwechsel im Lazarett wird durch Ventilationsschächte herbeigeführt, die. von elektrischen Ventilatoren versorgt, gute, reine Luft in die Räume hineinpressen. Das Lazarett enthält neben den erwähnten Betten und dem Zubehör einen ausreichenden Raum, der, durch Ein Verletzter amMaschin e n g e f ch ü tz. eine wasch- und desinfizirbare Leinengardine abgeschlossen, zum Operationsraum. umgewandelt werden kann. Ein eiserner Schrank für Verbandstoffe, ein Tisch zum Aufstellen der nöthigen Instrumente und Apparate sowie ein allen Bedürfnissen genügender Desinfektionsapparat vervollständigen das Inventar dieses Operationszimmers. . Durch einen kleinen Gang vom Lazarett getrennt befindet sich die Schifssapotheke, in welcher alles, was an Medikamenten und MedikamentZubereitungen ben'öthigt wird, hergestellt werden kann. .

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DleZ eben beschriebene Lazarett sv wie die Apothe-e können selbstverständlich nur in Friedenszeiten in Betracht kommen, denn da eZ sich auf Oberdeck und ungeschützt befindet, wäre es den feindlichen Geschossen preisgegeben, und die Insassen würden ein Opfer des Geschützseuers werden. Es muß daher für die Zeiten des Gefechts ein anderer Raum vorgesehen sein, der, soweit überhaupt möglich, geschoßsicher genannt werden kann. Es ist dies der sogenannte Gefechsverbandsplatz, ein unter der Wasserlinie und innerhalb des Panzergürtels mittschiffs gelegener großerRaum, in den bei Beginn des Gefechts die Kranken des Lazaretts sofort gebracht werden, und wohin auch alle im Gefecht Verwundeten geschafft werden. Der Raum ist künstlich erleuchtet und erhält seine Lrft durch reichlich angebrachte und vorzüglich funktionirende Ventilatoren. Das zweite Bild zeigt uns einen Theil des Gefechtsverbandplatzes; Zm Hintergrund sind die Wascheinrichtungen, rechts davon Regale zur Aufnahme des Desinfektionsapparats und der Instrumentenkästen, im Vordergrund steht der Operationstisch. Man gelangt zu diesem Raum durch ein sogenanntes Luck, eine in der Decke angebrachte Oeffnung, durch die unter gewöhnlichen Verhältnissen eine steile, leiterartige Treppe führt. Dieser Raum ist gegen feindliche Geschosse durch eine mächtige Panzerplatte geschützt. Eine bedeutungsvolle Rolle spielen die Transportapparate für Kranke und Verwundete an Bord. Der Laie darf sich nämlich nicht vorstellen, daß sich in einem modernen Panzer so viel

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Der Verletzte wird im Trage st uhl zum Luck getragen. verfügbarer Raum findet, um bequeme Gänge und Treppen anzulegen; bei der nöthigen äußersten Ausnutzung des Raumes stnd die Treppen mehr Leitern, die Oeffnungen, durch die sie führen, sehr eng und somit für Verwundete, die getragen werden müssen, nur schwer passirbar. Es kommt daher vor allem eine sogenannte Transporthängematte zur Verwendung. Sie ist aus Segeltuch gearbeitet, durch Eschenplatten versteift und gestattet, den Patienten so einzuschnüren, daß er an den oben angebrachten Tauenden wie ein Paket, einer Mumie ähnlich, entweder gehißt oder herabgelassen werden kann. Ist dies geschehen, so bringt man ihn zu dem nach dem Gefechtsplatz führenden Luck und läßt ihn durch dieses herab, um ihn auf das Lager oder den Operationstisch zu bringen. Es handelt sich nicht immer darum, vom Deck nach dem Gefechtsverbandplatz Kranke herabzulassen, es kommt auch nicht selten vor. Verletzte, Ohnmächtige und Kranke von den unteren Schiffsräumen nach dem Oberdecklazarett zu befördern. Auch hier tritt die TransPorthängematte in Aktion. Noch ein zweites Transportmittel findet VerWendung. Es ist das der sogenannte Tragestuhl. Wir sehen in den Vildern, wie ein bei der Bedienung desMaschinengeschützes Verletzter aufgehoben und mittels Tragestuhls zum nächsten Luck befördert wird, um von dort in den Gefechsverbandplatz herabgelassen zu werden. Deshalb. A.: Du heirathest also wieder, wen denn?" B.: Die Sckiwester meiner verstorbenen Frau!" A.: Warum denn, ist sie schön, reich?" B.: Nein, keines von beiden!" A.: So, warum heirathest Du denn?" B.: Offen gestanden: Damit es bei einerSchwiegermutter bleibt!" Die Frau eines Brüsseler Schusters erhielt jüngst die Nachricht, daß eine in Paris verstorbene Tante ihr 180,(W Francs hinterlassen habe. Der Schuster war unvorsichtig genug, diese fröhliche Botschaft seinen Freunden zu erzählen und einer von ihnen entführte die Frau in dem Augenblick, als sie sich anschickte, nach Pa-' ris zu reisen um die Erbschaft zu erheben. Der Mann reiste dem losen Paare nach, traf es in einer Weinwirthschaft, zog einen Revolver und verlangte von seinem Freunde dieFrau zurück mit den Worten: Einen solchen Streich spielt man einem Freunde nicht, wenn seine Frau gerade geerbt hat!" Der Liebhaber theilte diese Ansicht nicht, nahm dem Schuster die Waffe ab und prügelte ihn durch. Die Gesellschaft wurde nach der Polizeiwache gebracht, wa die beiden Freunde sich versöhnten. Die Erbschaft wurde in drei Theile getheilt, und 6er Entführer durfte die ungetreue Frau be-halten.