Indiana Tribüne, Volume 28, Number 2, Indianapolis, Marion County, 25 August 1904 — Page 4

Judjana Tribüne, 2S. August 1904.

Indiana Tribüne. Herausgegeben von der Outcnftcta G. Indianapolis, Ind. Harry O. Thudinm ... Präsident.

GesÄäf tS local: No, 31 Süd Delaware Straße. Telephone Lös. Entered at the Post Office os Indianapolis a second class matter. Der NnabHängige. Die wirthfchastlichen Planken in den Platformen der beiden großen Parteien find einander so verblüffend ähnlich geworden, daß der unabhängige SSäh ler diesmal eine schwere Wahl haben wird. Die einzigen größeren Gegensätze Ixe gen in der Expansionspolitik, welche die Demokraten verurtheilen und im Tariff, den sie revidiren wollen. Doch hatt, da ist die Planke von der Sena torenwahl durch Volksabstimmung in der dem. Platform, die vielen Wählern recht wichtig erscheinen wird. Der Gedanke an sich ist ja auch schön und zeitgemäß, aber ob eine Senatoren Wahl durch öffentliche Abstimmung besseres Material in den Senat brin gen würde, bezweifeln wir, wenn nicht zugleich den politischen Parteimaschinen ein Ende gemacht wird, und Aussicht dafür ist nicht vorhanden. Die Parteibosse legen den Wählern die fertig gedeichselte Slate" vor. die, wie das Volk glaubt, von seinen Dele gaten bestimmt wurde. Die Partei anhänger stimmen für die Eandidaten mit ebenso unfehlbarer Sicherheit wie die Majorität in der Legislatur, wenn das Gebot an sie ergeht. Es würde also schließlich doch auf eins heraus kommen, ob auf Gebot der Bosse ein Mann von der Legislatur oder durch Volksabstimmung in denSenat gewählt wird. . Als Planke nimmt sich die Sache etwa fo gut aus wie die Profperitäts Versprechungen der Republikaner.. Die anderen angeführten Unterschiede find ebenfalls von nicht besondererWich tigkeit. Für den Unabhängigen dürfte eS sich also in der Hauptfache um die Eigenschaften und Fähigkeiten der beiden Eandidaten handeln. Auch hier wird ihm die Sache nicht allzu leicht gemacht. Roosevelt ist ein fähiger und patriotischer Präsident. Seine Fehlerund Schwächen sind wie ja bei einer der Oeffentlichkeit gehörenden Person selbst verständlich von seinen Kritikern aufgedeckt worden. Von Parker kennt man bislang nur seine Tugenden, die ihn in jeder Beziehung empfehlen, überfeine Schwächen, die er als Sterblicher auch hat, nicht. . Man sieht also, daß der unabhängige Wühler, der seinem Gewissen genügen will, kaum abwägen kann, wem er den Vorzug geben soll. Aber er kann sich mit dem Gedanken beruhigen, daß, zu welcher SeiteZ sich auch seine Wahl eigen würde, er keinen Schaden angertch tet hat, weil beide Männer würdig find. Das Deutschthum von Jndianapo l.S sollte am Germanischen Eongreß", der am 16. und 17. September in St. LouiZ tagt, ein reges Interesse nehmen. Dem AgitationS-Eomite welchem der Verband Deutscher Vereine die Arran gementZ übertragen hat, ist es gelungen, von der Vandalia Bahn treffliche Bedingungen für Specialcar etc. zu der billigen Rate von $6 für Hin und Rückfahrt zu erlangen. Hervorragende Germanisten aus allen Theilen der Welt werden bei die ser Gelegenheit im Palast der Nationen auf der Weltausstellung zusammentreffen. Delegationen von Deutsch'Ame rikanern aus allen größeren Städten der Union werden anwesend sein, das Deutschthum von Indianapolis darf nicht zurückstehen. In den Märchen und Sagen der Völker, wie in den Dichtungen früherer Zeiten finden sich viele phantastische Schilderungen von wunderbaren Bege benheiten, welche in der Wirklichkeit ganz unmöglich zu sein schienen und daher mächtig auf die Phantasie der Zuhörer und Leser wirken mußten. ES ist häufig darauf hingewiesen worden, daß die modeme Technik nicht wenige dieser unmöglichen" Dinge möglich gemacht ja durch greifbare Wirklichkeit weit übertroffen hat. Die Eisenbahn hat die Siebenmeilenstiefel der deut , schen VolkSfage ebenso in den Schatten gestellt, wie der Phonograph die einge

frorenen Trompetentöne Münchhausens und der Telegraph die ruhmredigen Worte Pucks in Shakespeares Som mernachtstraum": In 40 Minuten will ich einen Gürtel rings um die Erde legen" (2. Akt 1. Scene). Nachstehend möchten wir zu diesem Gegenstande einen kleinen Beitrag liefern, der zeigt, daß man vor Jahrtausenden in Indien bereits die Leistungen unserer vollen detsten Automobile antizipirt hat, d. h. daß eS unseren Technikern gelungen ist, den Traum eines indischen MärchendichterS wahr zu machen. (D.f.W.)

Der geistvolle französische GeschichtSschreiber und Kunsthistoriker Hippolyte Taine hat bekanntlich in der Geschichtsschreibung das Prinzip des Milieus zuerst zur vollen Durchführung gebracht. So hat er in seiner Reise in Italien" die Leistungen der italienischen Kunst aus der Natur des Landes, seinem Klima, dem Charakter und den Beschäftigungen des Volkes u. s. w. hergeleitet. Der Gedanke an sich war nicht neu; er hat schon Herder vorgeschwebt. Während eS aber Herdsr, der durchaus kein systematischer Geist war, bei der Anregung bewenden ließ, erfahren wir jetzt mit Erstaunen, daß wir in keinem Geringeren, als Goethe, den unmittelbaren Vorgänger Taine'S zu erblicken haben. Goethe hat Jta lien, dem Lande seiner Wiedergeburt, immer tiefe Liebe und Bewunderung bewahrt; und er beabsichtigte, die Schuld der Dankbarkeit durch ein gro ßeS zusammenfassendes Werk über Jta lien abzutragen. Das war bekannt; allein über die Natur deS Werkes bringt der neue Band der großen Weimarer Ausgabe von Goethe'S Werken sehr merkwürdige Mittheilungen. Goethe selbst präzisierte seine Absicht in einem Brief an einenFreund folgendermaßen: Ich sehe schon die Möglichkeit vor mir, eine Darstellung der physikalisch: Lage im ' allgemeinen und besonderen, deS Bodens und der Kultur, von der ültesten bis zur neuesten Zeit und des Menschen in seinem, nächsten Verhältniß in diesen Naturumgebungen. Auch ist Italien eins von den Län dern, wo Grund und Boden bei allem, waS'geschieht, immer mit zur Sprache kommt. Höhe und Tiefe, Feuchtigkeit und Trockne, sind bei Begebenheiten viel bedeutender, und die enlscheidenden Abwechselungen der Lage und der Mit terung haben auf Kultur des Bodens nnd der Menschen, auf Einheimische, Kolonisten, 'Durchziehende mehr Ein fluß als in nördlichen und breiter ausgedehnten Gegenden." Hier haben wir also TaineS Idee auf das klarste karge legt, ja mehr als daS: wir sehen Goethe bereits die Grundlinien der höchst mo dernen Wissenschaft der geographischen Anthropologie ziehen. Dabei ist noch bemerkenswerth, daß Goethe in den KreiS seiner Betrachtung bereits Dinge hineingezogen hat, deren kulturhistori sche oder völkerpsychologische Bedeutung die Wissenschaft erst jetzt allmählich er kennt. So wollte er den Volksgesang, die alteZ Kirchenmusik, das Kunstge werbe, die Sprichwörter, die verschiede nen Formen der Jagd und des MilitärS, die Spiele und den Tanz in seine Darstellung der italienischen Kultur und Kunst verweben. Wie also die Naturwissenschaft Goethe heute allgemein als den Vorläufer Darwins an erkennt, so wird ihn nun die Kulturge schichte als TaineS Vorläufer ansehen müssen. IM Staats-Stener-Behörde. Die Staats-Steuerbehörde hat die Steuerlisten für 1904 aufgestellt und zeigen dieselben eine Erhöhung des Werthes deS Grundeigenthums um $1,109,177 netto. Die Expreß u.Nvturgasgesellschasten zeigen die größte Abnahme, erstere, weil ihnen verschiedene Privilegien ent zogen worden sind, und letztere infolge eingetretenen GaSmangels. Dagegen haben die Dampfeisenbahnen einen Zuwachs von S1;028,276, welcher noch von den Straßenbahnen mit einem Bestand von $1,735,222 überboten wird. Hierauf folgen, die Telephon-Gefellschaften mit $557,231 Zuwachs. Die Oel-Compagnien sind $1,283, 999 zurückgegangen und die Expreß Gesellschaften $340,543; dann folgen die TranSport-Gesellschaften mit $50,. 796 und die Telegraphen-Gesellschaften mit $39,931 Rückgang. Gottlied L eukhardt, Die gemüthliche Ecke," Ecke Noble und Market Str

Eine Schatzkammer in einem verschwundenen Koffer. Der Polizei ist es immer noch nicht gelungen, deS Mannes habhaft zu wer den, welcher vor Kurzem hier in den Besitz eines Koffers gelangte, welcher eine Broche aus 26 Diamanten gebildet, ein Diamanten-Halsband, ein Dutzend Ringe, Spitzen und seidene Garderobestücke enthielt. Dieser Koffer wurde von der Frank Bird Transfer Co. aus Ver sehen an einen gewissen Abraham Bra verman, welcher an der Norwood Str. logirte, abgeliefert. Als der Irrthum entdeckt wurde, war der Empfänger mit der ihm so unverhofft zugesandten Schatzkammer verschwunden und Bra verman, welcher seinem Namen in den Augen der Polizei durchaus keine Ehre machte, ist, trotzdem die Polizei in den verschiedenen Städten auf ihn fahndet, uoch nicht aufgefunden worden. Der Inhalt des Koffers, welcher einer Bo ston, Mass., Dame gehörte, hatte einen Werth von $2000.

Arbeit für die Großgeschworenen. Frank I. Gleason, welcher während der kürzlich stattgefundenen Rennen dem Wesley Parther ein auf einen Gewinn von $8 lautendes Ticket aus der Tasche stibitzte, wurde gestern unter der Anklage des Diebstahls an die Großge schworcnen überwiesen. Sein Ver theidiger war der Ansicht, daß, da das Wetten auf Pferde ungesetzlich ist, ein derartiges Ticket in den Augen des Ge setzeS nicht mehr Werth hätte als ein L otterie-Ticket, also gar keinen. Die beiden im Claypool Hotel ange stellt gewesenen Laufburschen Bernhard Benson und Ralph Colburn, wurden ebenfalls an die Großgeschwo renen überbunden. Sie hatten aus den Zimmern mehrerer Gäste Schmuck fachen gestohlen. Eine menschliche Beftie. , "i ' Unter der Anklage deS mörderischen Angriffs auf feine Frau wurde gestern dem Polizeirichter der Weichensteller Jack" Beatty vorgeführt. Derselbe hatte vor einigen Abenden zunächst seinen 11jährigen Stiessohn in brutaler Weife mißhandelt, dann seine Frau, welche ihrem Sohne zür Hülfe kam, zu Boden geschleudert und ihr mehrereSchläge in'S Gesicht versetzt, so daß sie einen Bruch deS Nasenbein'S davontrug und schließlich daS Bewußt sein verlor. . Der Richter änderte die Anklage in die deS thätlichen Angriffs um und verurtheilte sodann den brutalen Bur schen zu 6 Monaten Arbeitshaus. Sein Vertheidiger opponirte dagegen, indem er erklärte, daß fein Client des mörderischen Angriffs, also eines ' Ver brechenS angeklagt war, mithin hätte an die Großgeschworenen überwiesen werden müssen, da der Polizeirichtcr keine Jurisdiction in dem Falle hatte. Richter Whallon schickte Beatty einstweilen in's Gefängniß und erklärte heute die Argumente in dem Falle hören zu wollen. Ein Festtag der Waisen im Riverside Park. Die Indianapolis Loge No. 13 der ElkS gab gestern den Zöglingen der verschiedenen Waisenhäuser ihr alljähr licheS Kinderfest im Riverside Park. Um 9:30 Uhr Vormittags erfolgte vom Hauptbahnhof die Abfahrt der Kinder in CarS, welche die Straßen bahn-Gefellschaft unentgeldlich zur Ver fügung gestellt hatte und hatte sich baS Seniff'fche Damen Orchester angeschlössen, welches auf der Fahrt nach dem Park lustige Weisen ertönen ließ. JedeS Kind erhielt 1 Schachtel Lunch und 1 Schachtel Candy. Auch war dafür gesorgt, daß die armen Kinder keinen Durst litten und waren die edlen ElkS unermüdlich, dieselben mit hoch feiner Milch und EiScream von bester Qualität zu erquicken. ES war für jeden Menschen und Kinderfreund ein wahres Vergnügen, zuzusehen, wie eS den lieben Kleinen, die sich malerisch auf dem Rasen gruppirt hatten, gut schmeckte. Dann wurde durch Spiele aller Art für die Belustigung der Kleinen ge sorgt und krönte eine Dampferfahrt auf dem White River das LiebeSwerk der großherzigen ElkS. Das Hauptverdienst um dasselbe hat Vorsitzer Ortho D. BaleS erworben, den seine Genossen und Logenbrüder thatkräftig unterstützten.

Ein ungemuthlicher Gast der Bastille.

Der Schreiner Andr. I. Ashcraft von 29 Eastern Ave., welcher am Dienstag, weil er Symptome von Irrsinn zeigte, in eine Zelle der Polizeistation untergebracht wurde, wurde gestern nach dem Gefängniß überführt. Am Nachmittag wurde er von einer aus zwei Aerzten und einem Friedensrichter bestehenden Commission auf sei nen Geisteszustand geprüft und für irr sinnig befunden. Stundenlang bis spät in die Nacht hinein geberdete er sich wie ein Rasender und er tobte und wüthete, daß den anderen Insassen der Bastille Angst und bange wurde. Wie ein wildeS Thier rannte er in seiner Zelle auf und ab, unaufhörlich schreiend. Erst gegen Mitternacht hatte er ausgetobt. Die Aenderung eines Namens gewünscht. Chas. I. Prinz, 26, der Sohn von Charles und Louife Prinz, reicht ein Gesuch auf Abänderung seines Na menS in Dawson ein. Er giebt an, daß sich seine Mutter wieder verheirathete, als er noch ein kleiner Junge war, und daß er seitdem unter dem Namen seines Stiefvaters bekannt ist. Er verheiratete sich unter diesem Namen und unterzeichnete Briefe und Doku mente als Chas. Dawson und ersucht aus diesem Grunde das Gericht, ihm die Beibehaltung desselben zu erlauben. Einem Äerzschlag erlegen. In der benachbarten Ortschaft Fischers Switch wurde gestern der 71 jährige Farmer John W. Huff, wäh rend er nach Tische seine Zeitung las, von einem Herzschlage befallen und er sank entseelt zu Boden. An Grökenwahn leidend. Peter Anderson, ein Schwede von Geburt, wurde gestern nach dem Cen tral Jrren-Asyl gesandt. Er leidet am Größenwahn und bildet sich u. A. ein, daß er riesige Ranche im ser nen Westen besitzt und daß er dazu auserkoren sei, Alice Roosevelt zu heirathen. Nach seinem Tode sollen sodann der Präsident und der König von Schweden seine Erben sein. Kurze Depeschen. Helena, Mont. Schatz-Secretär Shaw eröffnete die republikanische Campagne in Montana mit einer An spräche. . Er ist der Gast von ExSe nator Th.' H. Carter. Rolling Fork, Miss. Albert DaviS und Dave FieldS, zwei Gattin Mörder, wurden auf dem gleichenSchaf fott gehängt. Eine große Menge wohnte der Hinrichtung bei. Neapel. Cardinal Satolli traf nebst Gefolge mit dem Dampfer Sar degna aus New Jork ein. H a v a n a. In einem Streit zwi schen 300 Werft-Arbeitern und Streikern kam ein Mann um'Z Leben und 3 wurden verwundet. Eine eigenartige Klage hat der frühere italienische Consul in Montreal, Signor Jnternoscia, gegen den Vater einer Dame eingereicht, mit der er verlobt war. Er verlanatSchadlosHaltung für die ihm während der. erlodung erwachsenen Auslagen und Nachtheile und fordert u. a. für 463 Stunden, die er seinerBerechnung nach in der Gesellschaft seiner ehemaligen Braut zugebracht hat, eine Entschädi gung von .$2.00 für die Stunde. HalbDresdenmachtsich, wie von dort berichtet wird, auf dem bis auf eine schmale Fahrrinne trocken gelegten Grund der Elbe zu schaffen. Zwei Jungen haben beim Buddeln in Sand und Schlamm ein Portemonnaie mit 29 Mark in Gold gefunden! Seitdem ist in Dresden das Goldfieber epidemisch geworden, und die liebe 5uaend. darunter aber auck recht viele große Kinder," wühlt und grabt und schaufelt tm Eloeoett nach versunkenen Schätzen. Nun sind zwar, wie es heißt, noch mehr Goldstücke auf dem Vrunde der Elbe gefunden worden. aber die find falsck und aus einer Kupferlegierung hergestellt. . Die Münzen sind ganz den Zwanzigmarkstücken ähnlich, tragen auf der Avers feite das Bildniß Kaiser Wilhelms II., und sind sehr gut nachgemacht. Die Münzen sind bereits mit Erfolg in Zahlung gegeben worden. Bor Annahme derartiger Münzen als Zwanzigmarkstücke wird gewarnt und zugleich bemerkt, daß die wissentliche Verausgabung solcher Münzen als Münzverbrechen bestrast wird.

Hatte Arbeit. Schwierige Arbeiter, und Gelehrteberse und ihre Obliegenheiten. Es ist eine oft gehörte Klage, daß die Menschen zu viel, zu lange unv zu schwer arbeiten müssen; sie hat schon längst auch die Gesetzgeber beschäftigt. Aber eine Frage ist die, welche Leute am schwersten arbeiten. Wenn .uns der Lehrer in der Schule das Bergmannsleben schilderte, bedauerten "hrir die armen Häuer ungemein. Sie sehen zwar den Silberglanz, ohne daß sie indessen viel davon haben, aber nicht den goldenen Strahl der Sonne. Zudem stehen ? sozusagen fortwährend mit lebendigem Leibe im Grabe. Noch härter ist das Loos der Männer, die in der Sächsischen Schweiz die riesigen SandsteinWürfel von den Bergwänden absägen, viele Centner schwere Quadern. Wenn da die unterste Fläche ausgeschnitten wird, müssen sich die Männer mit Hammer und Meißel in liegender Stellung oft viele Jards tief unter die Felsen hineinarbeiten und dabei viel Staub schlucken. Sie werden gut bezahlt, aber ihr Leben ist kurz, und die Gefahr ist groß, daß, je weiter sie vordringen, unvorhergesehene Ereignisse es plötzlich vernichten. Daß die Spinner und Weber eine ungesunde, schwere Arbeit haben, wurde anläßlich des Krimmitschauer Ausstandes ausgiebig erörtert. Die Nieter in den großen Eisenwerken müssen tagelang, wochenlang, ihr ganzes Leben lang in großen Eisenkesselröhren liegen und ihre Hämmer gegen die einzuschlagenden Niete einstemmen, auf die von außen her schwielige Arme mit robuster Kraft erbarmungslos zuhämmern. Wie viele Hammerschläge braucht es ,da zu jedem einzigen Niet, und der Niete in jedem einzelnen Kessel sind viele. Hunderte. Viele von diesen Schmieden leiden schon nach kurzer Zeit an ihrem Gehör. Aber auch manche gelehrte Berufe bedingen ein saures Brot und ein schlimmes Dasein. Wer in den Bibliotheken und Archiven die großen Nachschlagefolianten in die Hcnd bekommt, die Seite für Seite nichts als Namen- und Zahlenvermerke aus vielen hundert Aktenstücken, Urkunden -und Büchern aufweisen, der steht 'auch da vor einem mühevollen Lcbenswerk. Die Astronomen müssen wochenlang durch das große Fernrohr einem und demselben Planeten oder Kometen nachgehen, nächtelang alle Sterne jedes Grades aufschreiben, die nach einander dasselbe Feld eines im Fernrohr aufgespannten Netzes von Spinnwebfäden durchqueren. Dabei müssen sie fortdauernd oft die unbequemsten Stellungen einnehmen, sogar platt unier dem Rohre liegen, wenn dieses etwa senkrecht, himmelan gestellt ist, dazu im Winter, wenn sich der Sternhimmel am besten beobachten läßt, in ungeheizten Räumen, trotz aller Kälte, damit die Gläser nicht anlaufen. Die Zweischenzeit verbringen sie bei schwierigem, eintönigem Berechnen, um Thatsachen aus dem zu gewinnen, was sie erspäht haben. Sonnenbäder. Die wenigsten Menschen ahnen, in welcher Weise man die Sonne dazu benutzen kann, um die Gesundheit des eigenen Körpers zu heben. Dies geschieht, indem man den völlig entkleibeten Körper den Strahlen der Sonne etwa eine Viertel- bis halbe Stunde aussetzt und darauf eine kühle AbWaschung vornimmt. Durch ein derartiges Sonnenbad wird zunächst die ausscheidende Thätigkeit der Haut ungemein angeregt. Ferner wirkt die Sonne auf die Ausammensetzung des Blutes ein und verbessert .dasselbe wesentlich. Insbesondere werden viele Krankheiten, wie Bleichsucht, Blutarmuth, Gicht etc., durch Sonnenbäder ganz oder theilweise zum Verschwurden gebracht. Wer es irgend kann, nehme daher täglich im Sommer ein Sonnenbad. Scheint die Sonne in das

Zimmer, und weiß man sich unbeobachtet, so vermag man auch zu Hause mitten in der Stadt ein Sonnenbad zu nehmen. Bequemer haben es die Landbewohner, welche sich einen kleinen Verschlag zimmern, der kein Dach hat, und in dem man völlig ungenirt den Genuß des Sonnenbades auskosten kann. Sehr zu empfehlen sind auch die von vielen Naturheilvereinen errichteten großen Sonnenbäder für gemeinschaftliche Benutzung. Dieselben bieten jeden Komfort. Doch mache man es sich zur Regel, nur so lange im Sonnenbad zu bleiben, als man sich behaglich fühlt, sowie die heißen Strahlen der Mittagssonne nicht direkt auf den Kopf einwirken zu lassen, sondern einen leichten Strohhut zu tragen. Rubcholz. In Niedersachsen , existirt noch der von Bauern qeübte Brauch, das Holz zu Särgen für die Familienangehörigen auf dem Hausboden oder sonstwo zu verwahren. Dort findet man oft mächtige eichene Bohlen, die schon der Großvater hat legen lassen, und nur wenn ein Todesfall im Hause eintritt, darf davon genommen werden. Der Sarg wird dann im Hause oder in der Scheune des Bauers selbst durch den Tischler des nächsten Ortes gezimmert; viele Bauern haben auch ihre eigene Tischlerwerkstatt. Das Holz wird hie? und da Rauholt genannt, von rauhen (ruhen), also Ruheholz. Auf einem andern Platze des Speichers lag das Holz zum Kistenpant, aus dem die Möbel zur Aussteuer gebaut wurden; diese Sitte, die Möbel im eigenen Hause arbeiten zu lassen, wird nur noch wenig geübt.

Fron

Iroa.,

No. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schiffsscheine nach und vo i Eurova. An- nnd verkauf ausländischen Geldes. Mre Kimder sollten früh im Leben über den Werth von kleinen, ersparten Geldsummen unterrichtet werden. Dadurch wird das Sparen zur Macht der Getvolinheit, welche denselben die Ersparniß von größeren Summen im späteren Leben leicht macht und Erfolg im Leben versichert. c nimmt Depositen von 25 Cents und aufwärts entgegen und bezahlt 3 Prozent Zinsen, halb jährlich am 1. Mai und 1. November verrechnet. Kapital - $1,000,000.00 Ueberschnh - - 225,000.00 Osfieen im Compagnie Gebäude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Die Staats-Fair. Für die Dauer der StaatZ.Fair werden von den Eisenbahnen Retour ticketsmit 8-tägiger Giltigkeit ausgege ben und werden die Tickets vom Wlon tag, den 12. September bis Samstag den 19. September giltig sein. . Diese Vergünstigung der Eisenbahnen hat das Publikums den Bemühungen des staatlichen Ackerbau-BureauS zu ver danken und bezweckt, den Besuch der Fair zu einem recht zahlreichen zu gestalten. Der Platz für Geflügel auf den Staats Fairgründen ist um -1200 Quadrat-Fuß vergrößert worden, ' da eine sehr reichhaltige Beschickung der Fair erwarte! wird. Sommerfest. Heute Abend findet an der 23. Str. und Nordwestern Ave. die Eröffnung deS SommerfesteS der Kirche zum hei ligen Engel" statt und dauert dasselbe 3 Abende. Der Festplatz wird taghell durch elektrisches Licht beleuchtet und besorgt die ZeitungSjungen-Kapelle der Indianapolis NewS" die Mustk. Ein Kanonenschuß wird den Beginn der Festlichkeit anzeigen und verspricht die selbe nach den getroffenen umfangrei chen Vorbereitungen und Genüssen, welche geboten werden, einen großarti gen Verlauf. Auf dem Festplatze be findet fich ein erstklassiges Tingeltangel, ein Fischteich, ein wirkliches Klondike, wo jeder Besucher Gold graben kann, lebende Bilder etc. Auch wird jeden Abend ein Frei Rundreisebillet zur Weltausstellung verloost. Rom. Der Papst genehmigte die Ernennung von -Ambrose AgiuS zum apostolischen Delegaten auf den Phi lippinen in Nachfolge deS verstorbenen ErzbifchofS Guidk. Niedriger Fahrpreis nach California via Pennsylvania Linien. August 15. bis 27. einschließlich, und vom 28. bis 9. September ein schließlich. ExcurfionS - Tickets nach San Francisco und Los Angeles, in Anbetracht des dreijährigen EonclaveS der Knights Templar und Sovereign Großloge I. O. O. F. werden über Pennsylvania Linien verkaust. Für völlige Information bezüglich Fabr preis, Route u.f.w., spreche man bei den Ticket-Agenten dieser Linien vor, oder schreibe an W. W. Richardson, Distrikt Passagier-Agent, Jndianapo US, Ind.

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