Indiana Tribüne, Volume 28, Number 1, Indianapolis, Marion County, 24 August 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

Provinz "g?mrncro. Stettin. Die Leiche eines' Mannes wurde in der Oder an der Speicherseite treibend aufgefunden. Die vorgefundenen Papiere lauten auf den im Jahre 1877 geborenen Arbeiter Wilhelm Otto, Schallehnstraße 10 wohnhaft. Die Leiche wurde in die Schauhalle des Hauptfriedhofes geschafft. A l t d a m m. Erschossen hat sich der Unteroffizier Schulz von der 2. Compagnie hiesigen Trainbataillons. Schulz war seit längerer Zeit krank und ist erst kürzlich von einem längeren Erholungsurlaub zurückgekehrt. Unzweifelhaft ist die geistige Umnachtung die Ursache zu dieser unglücklichen That gewesen. B r e e g e. Im Hafen ertrunken ist der 9jährige Knabe des Steinsetzmeisters Luther aus Stralsund beim Angeln. ' Demmin. Auf dem Gute des Hofbesitzers Wilk, an der Landstraße zwischen Verchen und Borretin gelegen. brach ein großes Feuer aus, das in kurzer Zeit sämmtliche Wirthschastsgebäude mit todtem und leben dem Inventar zerstörte. Das Wohnhaus konnte gerettet werden. K ö s l i n. Auf dem Jamunder See ereignete sich während eines Gewittersturmes ein bedauerlicher Unfall. Ein mit'zwei Personen besetztes Voot kenterte und stürzten die Insassen in's Wasser. Während der eine Verungluckte, gerettet werden konnte, ertrank der andere, em m Deep zu Besuch werlender Marinesoldat Scharping. Swinemünde. Gemüsehändler Rudolf Pens machte in einem Anfall von Geistesstörung seinem Leben ein Ende. Stralsund. Verunglückt ist während der Tbätiakeit auf dem Bag ger Stralsund der 57jährige Schiffszimmermann Dornheck, indem er während des Betriebes in's Wasser fiel und ertrank. Der Verunglückte hinterlaßt Frau und vier Kinder. U s e d o m. Bei einem Gewitter zündete der Blik im Dorfe Carnin das Wohnhaus des Vauernhofbesitzers Treetz an. Durch die Nohroacher oegünstigt, griff das Feuer derart schnell um sich, daß in kurzer Zeit auck die Scheune und ein neuerbaute? Stall in Asche gelegt wurden. In Moratz er-. schlug der Blitz den Futtermeister Carl Gehrke. Provinz Schreswig-Ldolstein. Schleswig. Verliehen wurden: dem penstonirten Fußgendarmen Fcrdinand Teske zu Kolberg, bisher zu Haby im Kreise Eöernförde, das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens und dem bisherigen Bahnunterhaltungsarbeiter Hans Jensen zu Situ leerdt im Kreise Hadersleben das Allgemeine Ehrenzeichen. Borsfleth. Der zwanzigjährige Schiffer Bernhard Barkmann hierselbst fiel mit einem achtjährigen Knaben in die Krempau und ertrank. Der Knabe kam glücklich an' Ufer. Die Leiche des Verunglückten wurde bald gefunden. Drelsdorf. Dachdecker Friedrichsen verunglückte durch Zerreißen eines Taues im Gerüst. Der so jäh Verstorbene hinterläßt eine Wittwe. Flensburg. Das zweijährige Söhnchen des Norderstraße 107 wohnenden Arbeiters Jürgen Petersen fiel aus der Bodenluke auf den gepflasterten Hof herab und starb alsbald an den erlittenen schweren Verletzungen. Heiligen Hafen. Ertrunken sind in der Hohwachter Bucht bei AusÜbung ihres Berufes während eines Sturmes die beiden hiesigen Fischer Passau und Hildebrandt, die Frau und Kinder hinterlassen. Kiel. Geheimraih Dr. Wilhelm Seelig feierte sein 50jähriges Jubiläum als ordentlicher Professor der Nationalökonomie, Finanzwissenschaften und Statistik an der hiesigen Christian - Albrechts - Universität und gleichzeitig sein 60jähriges Doktorjubiläum. N e u m ü n st e r. Ein Unfall mit tödtlichem Ausgang ereignete sich hier. Der frühere Schornsteinsegermeister, jetzige Dampfkesselreiniger Wilhelm Hemmerlein Hierselbst war damit beschäftigt, die Außenluken der Lederwerke Wiemann im Kleinflecken hierselbst zu streichen. Zu diesem Zwecke hatte er'sich einen Fahrstuhl hergestellt. Plötzlich riß das Tau, an dem der Fahrstuhl hing. Hemmerlein stürzte aus beträchtlicher Höhe in die Tiefe und war sofort todt. O l d e s l o e. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feierten im Kreise zahlreicher Verwandten und Freunde der Zollverwalter und Oberkontrolleur a. D. Ketels und Gemahlin. Der Jubilar ist 1817 zu Eiderstedt geboren und kam 1872 -nach hier. Seine Gemahlin ist 1822 in Glücksbura geboren. Das Paar erfreut sich großer körperlicher und geistiger Rüstigkeit. U l z b u r g. In der Umgegend wurde die Leiche eines jungen Mannes aufgefunden, der sich mit einem Revolder erschossen hatte. Es handelte sich nach Ausweis der bei der Leiche gefundenen Papiere um den Knecht Karl Rosenhöft, geboren am 9. Februar 1831 zu Hamburg. Frovinz Schresicn. Ares lau. Kürzlich fuhr ein Arbeiter. Namens August Grunert,

mit ewem mit Eisen beladenen Hano-

wagen die Märkischestraße dicht hinter emem Rollwagen entlang. Als dieser plötzlich anhielt, wurde der Mann zwischen beide Wagen gequetscht und erlitt Rippenbrüche sowie andere schwere Verletzungen. Er wurde in das Allerheiligen - Hospital gefahren, woselbst er verstorben ist. Alt - Reichen u. Zu Tode geschleift wurde der Gutsbesitzer August Seidel. Beim Austreiben des Viehes auf die Weide verwickelte sich die Leine um die Hand, der Ochse ging durch und schleifte den Herrn todt h?im. B u n z l a u. Auf der Oberpromenade wurde das dreijährige Söhnchen des Bierverlegers Warstat von einem Bierwagen überfahren. Das Kind, dem ein Rad über den Kopf ging, wurde blutbedeckt in die elterliche Wohnung getragen und starb bald darauf. D e r s ch a u. Der Königliche Förster Neumann, der freundliche Wirth des Steinbruches, ist infolge eines Sturzes vom Rade in der Nähe des Kaffeehaufes Adam und Eva" tödtlich verunglückt. F a l k e n b e r g. Auf einer Wiese hinter dem hiesigen Schloß erschoß sich der Kellner Paul Kroll aus Beuthen O.-S., 28 Jahre alt. Als Motiv nimmt man ein unheilbares Lungenleiden an. Görlitz. Hier wurde bei der Ausübung des Rangierdienstes infolge eigener Unvorsichtigkeit der Rangirmeister Ernst Kaiser von hier vom Ueberführungszuge 33 überfahren. Der rechte Unterschenkel wurde ihm zermalmt, außerdem wurde er am Kopfe leicht verletzt und erlitt anscheinend innere Verletzungen. Heinrich au. Das Stellenbesitzer Karl Gerstmann'sche Ehepaar feierte das seltene Fest der goldenen Hochzeit bei großer Rüstigkeit. N i m p t s ch. Im benachbarten Tepliwoda brannte das dem Arbeiter Bruschke gehörige Wohnhaus in kurzer Zeit völlig nieder. DaS Haus war noch mit Schoben bedeckt. Petersdorf i. R. Bei einem starken Gewitter wurde der mit dem Verladen von Landholz beschäftigte Arbeiter Schwanit aus Kaiserswaldau vom Blitz erschlagen. Er hinterläßt eine Frau mit zwei kleinen Kindern. R a t i b o r. Dreher Koschorz aus Plania rettete in der Nähe der Eisenbahnbrücke einen zehnjährigen Knaben, der beim Spiel in die Oder gestürzt war. Koschor sprang in voller Kleidung in den Strom schwamm dem forttreibenden Knaben nach, faßte den bereits Bewußtlosen und brachte ihn mit vieler Mühe an's Ufer. Striegau. Der hiesige Lehrerverein veranstaltete im Deutschen Hause" Hierselbst dem Lehrer Wonneberger in Ober - Streit zu seinem 25jährigen Amts - Jubiläum eine Festfeier. Vrovinz Sachsen. Magdeburg. , Dm Direktor Reuter ist bei seinem erfolgten Rücktritt von der Leitung der Maschinenbauschule der Kronenorden dritter Klasse durch den Regierungs- und Gewerbeschulrath Meyer überreicht worden. A k e n. In Treppichau wurde durch Explosion der Gasäthe? - Anlage im Brüning'schen Saale während eines Radfahrfestes das Kind des Besitzers lebensgefährlich verletzt, während dieser selbst erhebliche Verletzungen erlitt. Die Ursache der Explosion ist nicht genügend aufgeklärt. V L l l b e r g. Letztens ertrank in der Saale das 10jährige Töchterchen des Obcrbrauers Herold. Das Kind war beim Spielen die Uferböschung hinuntergerutscht, und erst später wurde die Leiche gelandet. Gatersleben. Ohne jede Veranlassung schoß der Arbeiter Kuntze, der aus unserem Orte ausgewiesen wurde, der 14jährigen Struwe mit einer Flinte eine volle Schrotladung in den Kopf, so daß das arme Mädchen schwer verletzt zusammenbrach. Zwei Männer ergriffen den Mordbuben unter einer Brücke. H a l l e a. S. Einen grausigen Tsd tjat derSchulknabe Paul Bode von hier erlitten. Er schwänzte vielfach die Schule und trieb sich umher. Zuletzt wagte er sich aus Furcht vor Straft nicht in die elterliche Wohnung zurück; er fristete sein Leben durch Vetteln und verkroch sich in einem Holzschuppen an der Mansfelder Straße unter geschnittenen Holzblöcken. Schließlich konnte er sich aber nicht wieder herausarbeiten, so daß er in elendester Weise umkam. L a n g e n s a l z a. Als der Feuerwerker Siebert mit der Herstellung von Feuerwerkskörpern beschäftigt war, explodirten plötzlich diePulvermassen und verbrannten ihn am ganzen Körper, besonders schwer am Kopfe. Siebert wurde in's Krankenhaus gebracht. Vor mehreren Jahren ist ein Druder des Verunglückten durch eine derartige Explosion zu Tode gekommen. R i st e d t. Ihren 100. Geburtstag beging die Altsitzerin Wittwe Matthies; sie erfreut sich einer Verhältnißmaßig guten Gesundheit. Torgau. Bei einem schon vor einiger Zeit eingetretenen Gasrohrbruch an der Ecke . der Leipziger und Breite Str., der dieFolge einesWasserrohrbruchs und einer dadurch hervorgerufenen Unterspülung des Gasrohrstranges war, erkrankte die in dem EckHause wohnende ledige, 26 Jahre alte Adele Ehring unter Vergiftungser-

scheinungen. Letztens ist sie denolgen dieser Vergiftung erlegen. Walternienburg. Der 60jährige Altsitzer Peter Natho wollte einem Bullen eine neue Kette anlegen. Der Bulle wurde scheu und sprang auf den alten Mann los, der gegen die Krippe gedrückt wurde und so schwere innere Verletzungen erlitt, daß er bald darauf starb. Provinz gbanixovev. Hannover. Eine Verzweiflungsthat verübte die unverehelichte, etwa 23jährige Arbeiterin Melanie Behr, Rehbockstraße 25 wohnhaft. Sie hatte ein Liebesverhältniß mit einem Arbeiter, der Vater ihres Kindes war, und den sie auch zu hnrathen hoffte. Kürzlich begab sich ihr Bräutigam in die Wohnung der Behr, in der Absicht, sich von ihr zu verabschieden, was er auch that. Kaum hatte der Mann das Haus verlassen, als das Mädchen, das wiederum inHoffnung lebte, in die 3. Etage eilte, sich ein Taschentuch in den Mund preßte und sich aus dem Fenster auf die Straße stürzte. Die Unglückliche erlitt einen Genick- und Schädelbruch und war sofort todt. Ihre Leiche wurde in das gerichtliche Todtenhaus geschafft. B e n n i g s e n. Das Beisner'sche Wohnhaus ist total niedergebrannt. Einige Möbel wurden gerettet, dagegen sind Hühner und Schweine mit verbrannt. Die Bewohner wurden erst durch den Feuerlärm geweckt. Der Vesitzer des Hauses war mit den Schafen im Felde. Als man ihn herbeiholte, war sein Haus schon halb eingeäschert. E i n p e d e. Hier brannte das Wohnhaus des Schlächters und Abbauers Kuhlmann nieder. In einem Fcuerungsschuppen brach das Feuer, welches wahrscheinlich von spielenden Kindern angelegt ist, aus. Die Flammen ergriffen alsbald das Wohnhaus und äscherten dasselbe ein. Lüneburg. Kürzlich erschoß sich hier der 16jährigeSohn des Ober-Roß-arztes a. D. Kunze wegen gekränkten Ehrgefühls. Dem- jungen Manne, Schüler des hiesigen Gymnasiums, war wegen Zeichnens von Karrikaturen vom Lehrer eine Karzerstrafe zudiktirt worden. Da ihm deswegen auch zu Hause noch Vorhalte gemacht wurden, erschoß er sich. Osnabrück. Ein Mitglied des althannoverschen Hauses HammersteinLoxten, die Stistsdame Freiin Elisabeth von Hammerstein, Schwester des ehemaligen Landwirthschafts - Ministers, ist hier gestorben. S t a d e. Der Raubmörder Meyer aus Sumpf - Dobrock wurde hier durch den Scharfrichter Engelhardt hingerichtet. Meyer hatte am 6. October v. I. in Langenfelde bei Cadenberge dem Gastwirth Strunck 5060 Mark geraubt und ihn dann ermordet, und wurde am 3. December v. I. vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt. Seine dem Reichsgericht gegen das Urtheil eingelegte Revision wurde verworfen, auch das Gnadengesuch an den Kaiser wurde zurückgewiesen. - W u n st o r f. Der Diener Hermann Soltau, der bei Herrn v. Wangenheim beschäftigt war, stürzte beim Kirschenpflücken von dem Baume und erlitt einen Bruch desSchädels und des Unterschenkels. Soltau wurde mit der Bahn nach hier in's Krankenhaus ge-schafft.

Erblindet während des Badens ist kürzlich bei Wakefield in Massachusetts ein junger Mann Namens Louis Adleman, welcher überhitzt sich schwimmend im dortioen Quannapowitts - Sre tummelte. Die Erblindung ist eine vollständige. Augen - Spezialisten erklären, der Fall sei ein sehr seltener und er sei auf eine plötzliche Lähmung des' Sehnerven urückzuführen. E infrivolerFaschingsscherz, den sich eine Anzahl junger Burschen in Altrip (Pfalz) leistete und der schon den Selbstmord eines betheiligt gewesenen jungen Ehemannes verschuldete, hatte ein ernstes Nachspiel vor der Frankenthaler Strafkammer. Die Angeklagten, der Bäckergeselle Max Hellert. Adam Hört, Baumann Karl Hauk, Fr. Kirsch, Heinrich Hauk, Joh. Kotier und Max Kirsch, sämmtlich in Aljrip, waren beschuldigt, am Faschingsdienstag kirchlicheEinrichtungen dadurch verspottet zu haben, daß sie unter der Gefolgschaft einer großen Menschenmenge einen Leichenzug veranstalteten, bei welchem ein als Todter verkleideter Bursche in einer Backmulde unter Absingung von protestantischen Kirchenliedern durch das Dorf getragen wurde. Die Mulde sammt Inhalt wurde von der Rotte dann an geeigneter Stelle niedergesetzt, worauf der die Amtstracht eines Protestant!schen Pfarrers tragende Hellert eine Leichenrede. hielt. Hellert, der Urhe ber der ganzen Sache, hatte sich schon am Vorabend zum protestantischen Kirchendiener begeben und diesem höhnend mitgetheilt, der Pfarrer sei krank, er sei dessen Vikar und werde am nächsten Tag eine Beerdigung halten. Das Gericht verurtheilte Hellert zu einer Gefängnißstrafe von 4 Monaten und die übrigen Angeklagten zu Straftn von 2 und 3 Monaten. A u ch e i n M ä r t y r e r. Mein lieb's Weiberl ist wirklich eine recht angenehme Köchin! Entweder sie verpfuscht ein Gericht gründlich oder sie ißt es vor Freude gleich selbst auf, wenn ihr 'mal eines gelungen ist!"

Uciscn vor 75 Jahren. Wie man um 1830 von Brüssel über Ost ende nd Tovcr nach Lonvon kam. Die Brüsseler sahen den ersten Eisenbahzug am 5. Mai 1831. Bis dahin mußten sie sich mit der Schnellpost begnügen, die durchschnittlich neun englische Meilen in der Stunde zurücklegte. Im Jahre 1830 bedürfte man zur Reise von Brüssel nach Ostende, wenn alles gut ging," 13 Stunden. Eine Fahrt nach London war ein Ereigniß. und der Herr, der dort gewesen war, galt für einen unerschrockenen Reisenden. Der Brüsseler, der sich nach England wagte, fuhr in aller Frühe ab und traf nach 13stündiger Schnellposifahrt Abends durchgerüttelt in Ostende ein. Einige Entschädigung brachte ihm ein reiches Abendessen im Hotel de la Couronne," dem einzigen anständigen Gasthof. den die Stadt damals besaßt Hiernach machte er einen kleinen Gang am Strande, und zwar mit einer Laterne in der Hand, denn eine Straßenbeleuchtung kannten die Ostender noch nicht; dann ging's zu Bett. Das einzige Mittel zur Ueberfahrt zwischen Belgien und England war ein kleiner Segler, der jede Wache zweimal die Reise machte. Das Vördertheil des Schisfes war für das schwere Gepäck bestimmt; die Reisenden hielten sich in einer nach hinten gelegenen Kabine auf, die ungefähr zwölf Personen fassen konnte, aber seiten besetzt war. Waren Wind und See günstig, so dauerte die Ueberfahrt an zehn Stunden, andernfalls oft doppelt so lange. Der elende Kutter wurde derart hin- und hergeworfen, daß schon nach viertelstündiger Fahrt alles seekrank war. In Dover stürzte man nach dem Gasthof Zur Kanone," der dem Landungsplatz gegenüberlag, und wartete bei einem guten Mahl auf die große Post (Mail Coach), welche die 116 Meilen von Dover bis London in 16 Stunden zurücklegte. Die Reise von Brüssel umfaßte also, abgesehen von der Nacht im Gasthof und der Zeit, die man auf das unregelmäßig abfahrende Schiff warten mußte, mindestens 31' Stunden. Das erste Dampfboot, der Pyroscaphe," erschien in Ostende erst am 17. Oktober 1834, und es bedürfte noch mehrerer Jahre, bis man von Brüssel nach Ostende mit der Bahn sahren konnte. Der Zuckcrgcnuß. Wenn ein Arzt ein Mittel erproben will, so nimmt er irgend ein geeignetes Versuchsthier, sucht diesem dasselbe beizubringen, beobachtet die Wirkung und schließt auf den Menschen. Wenn wir diese Prozedur mit dem Zucker versuchten, würden wir finden, daß fast alle Thiere begierig nach einem Stück Zucker sind. Das Pferd, der Hund, der Affe, der Papagei, der Kanarienvogel und viele andere Thiere verzehren den Zucker mit großem Behagen. Wenn er schädlich wäre, würde die Natur den Thieren einen Widerwillen oder einen Abscheu dagegen eingeflößt haben. Es ist wunderbar, daß im Gegentheil das Thier den Nährwerth des Zuckers erkennt, obgleich dieser ein chemisches Kunstprodult ist. Wo die Natur so deutlich für den Werth des Zuckers als Nahrungsmittel spricht, da brauchte eigentlich der Arzt nur zuzustimmen. Nun haben aber auch außerdem viele Versuche, z. B. bei den Soldaten, bei Bergsteigern, Bergleuten, Schiffern und anderen angestrengt Arbeitenden die kraftspendende und krafterhaltende Eigenschaft des Zuckers auf's Klarste dargethan, ja der Arzt verordnet sogar Kranken Zuckerwasser und läßt die Arzneien fast sämmtlich durch Zucker versüßen oder mit Zucker verreiben. Der Zucker ist also dem menschlichen Organismus durchaus nicht schädlich, fcndern sehr nützlich. Daß häufige? Zuckergenuß bei Kindern die Caries der Zähne fördert, kann nur dann der Fall sein, wenn die Kinder nicht gewöhnt werden, die Zähne gehörig zu reinigen und den Mund nach dem Essen auszuspülen. Sonst würde auch der Genuß des Obstes, des Honigs, des Kuchens eine schädliche Wirkung auf die Zähne haben. NusflscheS Tchriftstcllerkeim. In Petersburg wurde jüngsthin der Grundstein zum Bau eines Heims für Schriftsteller und Dichter gelegt. Von einem verstorbenen Philantropen wurden für den Literaturfonds 150,000 Rubel (1 Rubel gleich 76 Cents) testamentarisch bestimmt, welcher Summe 100,000 Rubel zum Ankauf eines großen Grundstücks entnommen wurden. Das Haus wird zwei Etagen haben und vorläufig für zwölf Personen eingerichtet sein. Bei der Aufnahme in dieses literarische Heim" werden hauptsächlich Belletristen und Kritiker berücksichtigt, die unverheirathet, krank und alt sind. Für jeden wird ein besonderes Zimmer mit voller Pension bestimmt; außerdem wird das Haus ein gemeinsames Speisezimmer, einen Salon und eine Bibliothek enthalten. Ein Zimmer nebst Penston wird monatlich 512 kosten. Das Asyl bekommt eine schöne Gartenanlage, und es sollen später noch einige Wohnungen für ganze Familien gebaut werden. Das Haus soll spätestens bis zum November d. I. fertiggestellt werden. Die meisten tödtlichen Blitzschläge in der Union ereignen sich in den mittelatlantischen Staaten. Dann kommt das Ohiothal mit Tennessee. und an dritter Stelle das mittlere Mississippithal.

Altgrikchischc Fcucrnolizci. peuersbrünste in Tempeln und Anordnunqe zu ihrer Bkrtzutung. Der schlimmste Feind der altgriechischen Tempel, die in älterer Zeit weit mehr Holzbau enthielten als man gemeinhin im Anblick der erhaltenen Marmortempel annimmt, war das Feuer. Bei fast allen größeren Ausgrabungen liest man im Fundbericht von verkohlten Pfeilern und Dachbalken. Vergegenwärtigt man sich dazu die einsame Lage der meisten Tempel auf wasserarmen Anhöhen, das festliche Treiben an den Ehrentagen des Gojtes mit ihren zahlreichen Brandopfern, das Uebernachten der Pilgermassen in Baracken und Säulenhallen dicht beim Tempel, so erscheint die Feuersgefahr um so größer. In der That war man sich ihrer im Alterthum wohl bewußt, und gerade in allerneuester Zeit haben inschriftliche Funde gelehrt, wie man durch polizeiliche Vorschriften der Gefahr zu begegnen suchte. Eine dieser Urkunden stammt von der Insel Amorgos. Dort war im vierten vorchristlichen Jahrhundert in der Stadt Arkesine nahe dem altberühmen Heratempel ein neues Gebäude für Tempelzwecke errichtet worden. Dieser Neubau war durch folgende wohlerhaltene Warnungstafel geschützt: Senat und Volk haben auf Antrag des Orthesileos beschlössen: Es ist verboten, Feuer anzuzünden im Heraion, bei dem neuen Gebäude an der Ecke, beim Tempel selbst und beim Lykeion; wer es aber dennoch thut, zahlt zehn Drachmen in die heilige Kasse der Hera." Am größten war die Gefahr stets in den Tempeln des Asklepios, des Heilgottes, wo allnächtlich Hunderte von Pilgern und Kranken oft mit der ganzen Familie zu übernachten pflegten, um während des Schlafens über der unterirdischen Behausung des Heilgottes im Traume feine Rathschlüge und Rezepte zu empfangen. Eine derartige Kuranstalt ist jüngst auf der Insel Paros aufgefunden worden. Auch sie war durch eine Feuerpolizeiverordnung geschützt, worin es heißt: Es ist verboten, in den Baulichkeiten nach Westen hin Feuer zu brennen, auch nicht mit Kohlen zum Kochen; ebenso ist es verboten, in dem Bache zu fischen und dann Feuer anzuzünden, damit nicht der Tempel in Gefahr kommt oder die Weihgeschenke Schaden erleiden; wenn aber einer der Kranken gegen diese Vorfchrift vrstößt. soll ihn der Tempeldiener in Strafe nehmen." Auch gab es im alten Griechenland schon Anordnungen über den Feuerlöschdienst. So übte z. B. die Stadtpolizei in der Felsenbürg Pergamon eine scharfe Aufsicht aus über alle Cisternen und Brunnen. die es in den Privath'äusern gab. Der Hausherr war zu ihrer Instandhaltung verpflichtet, und die Astynomen mußten mindestens einmal jährlich diese Wasserbehälter besichtigen und konnten säumige Besitzer durch Strafen von 100 Drachmen zur Reinigung und Neubedeckung der Cisternen zwingen. Die Sprengwirkung eines Blitzes ist kürzlich unter merkwürdigen Umständen beobachtet worden. Ein 50 Fuß hoher Nadelbaum, eine HimalayaCeder, stand dicht neben einem Hause. Die Insassen des Hauses sahen dem eingetretenen Gewitter von einem Fenster aus zu, von dem jene Ceder nicht sichtbar war, dagegen eine nur etwa 30 Fuß weiter ab stehende Araucaria. Plötzlich zeigte sich auf letzterer eine eigenthümliche Feuererscheinung, als ob ein Schwärmer durch die Zweige niederging und sie zu Boden drückte. Gleichzeitig erfolgte ein furchtbares Getöse wie von tausend Pistolenschüssen, das von einem Geräusch begleilet war, als ob die Zweige der Araucaria zusammenschlügen. Unmittelbar darauf stieg eine Dampfwolke aus dem Rasen empor, auf dem die beiden bezeichneten Bäume standen. Die Untersuchung ergab, daß der Stamm der Ceder vollständig zerstört war. Die Spitze war etwa 30 Fuß über dem Erdboden abgebrochen und anscheinend gerade heruntergefallen, da sie dicht neben dem Stamm fast senkrecht im Boden steckte. Der Haupttheil des Baumes war ungefähr drei Fuß über dem Rasen in zwei Theile zersplittert, die nach rechts und links auseinandergefallen und auch an sich noch zerborsten waren. Die Beobachter bemerkten den eigenthümlichen Schwefelgeruch," der bei Blitzschlägen gewöhnlich auftritt, aber an keinem der Bäume waren Spuren von Verbrennungen zu entdecken. Der Vorgang kann nur so erklärt werden, daß sich der Saft in dem kräftigen Baum durch die Wirkung des Blitzes in Dampf verwandelt und den Stamm auseinandergesprengt hat. Immerhin bleibt das erwähnte Aufsteigen einer Wolke aus dem Rasenplatz merkwürdig. Das Vlutschwitzen." Eine in Märchen und Sagen vielverwendete Erscheinung, das sogenannte Blutschwitzen." hat jetzt eine einfache Erklärung gefunden. Wie Dr. Delbanco mittheilt, der einen Fall von rothem Schweiß genau beobachten konnte, handelt es sich in solchen Fallen um Produkte eigenartiger Pilze und Bazillen, welche theils an den Haaren kleben, theils in der Harrwurzel sitzen. Eine Reinkultur dieser Pilzmassen sonderte einen blutähnlichen Saft ab. In ähnlicher Weise kommt auch der hie und da beobachtete rothe, rothgelbe und blaue Schweiß zustande. Der Zustand 'läßt sich durch Waschungen in einfacher Weise beseitigen.

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