Indiana Tribüne, Volume 28, Number 1, Indianapolis, Marion County, 24 August 1904 — Page 4
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Jndiana Tribüne, 2. August WOHl
Jndiana Tribüne. HträuSsegeie von der Sutendtrg Es. Indianapolis, Ind.
vany O. Thudiuul t t Präsident. Geschäftölocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 29. Knteted at the Post Office of Indianapolia as second dass matter. Neutralität. Das Vorgehen der russischen Frei, willigen-Flotte, die als harmlose Kauf fahrtei'Schiffe Erlaubniß erhielten, die Dardanellen zu passtren, und dann plötzlich, ihre MaSke abwerfend, als Kriegsschiffe britische und deutsche PostDampfer kaperten, allen international len Gebräuchen zum Hohn, sollte der Welt doch genügend Beweise geliefert haben, wie gering Rußland seine Ver pflichtungen gegen die neutralen Mächte schätzt. Nun verlangt Rußland Schutz für seine in den Hafen von Shanghai geflüchteten Kriegsschiffe, welche, den Ge boten der Neutralität gemäß, nicht länger als 24 Stunden in einem neu tralen Hafen verweilen dürfen. Der chinesische Beamte wurde von den russi schen Commandanten einfach auZge lacht, als er darauf bestand, daß die Kriegsschiffe entwaffnet werden müßten. ' .Ob die Mächte erlauben werden, daß Rußland alle Rechte in Anspruch nimmt, aber keine eigenen Verpflicht tungen anerkennt? Fast erscheint eS so. China allein wagt eS nicht, die russischen Kriegsmaschinen quS dem Hafen zu jagen und doch ist eS dazu verpflichtet. Rußland stützt sich in fei ner Weigerung, die Neutralität China'S zu achten, auf die Beschlagnahme des Ryeshitelni- im Hafen von Che.Foo und behauptet, daß ein höchst Willkürlicher Bruch der Neutralitätsregeln vor liegt, der Rußland von aller Verpflicht imrg entbinde, die Neutralität China'S zu achten. Staatssekretär Hay bemerkte in der letzten Cabinetssitzung, daß durch die Ehe Foo Affaire möglicher Weise Complikationen hervorgerufen werden könnten. Sonst wurde die Frage im amerikanischen Cabinet nicht weiter er örtert, wenigstens nicht öffentlich. Rußland hat bei unserer Adminiftra tion wenig Ursache, ein Entgegenkom men zu erwarten. Graf Cassini mußte dies wohl wiffen, als er seineBeschwerde über den CheFoo.Vorfall (in Wash Zngton vorbrachte. Man erinnert sich hier sehr wohl der Wortbrüchigkeit Ruß lands, als es trotz wiederholter Verspre chungen am 8. Oktober l. I. die Mand schüre! räumen zu wollen, dort ruhig weiter Fortisicationen baute und auf Recht und Verträge psiff. Die Euter der Welt werden im gleich vertheilt seufzte der - Ele phantenjüger, als er erfuhr, daß man mit Bacilleniagd $100 täglich verdienen könne. Die Bacterien'Untersuchungs-Jn-dustrie ist gar nicht so ohne, und daß das Geschäft auch nicht einschläft, dafür sorgen schon die Verunglimpfer unseres Trinkwassers, welches der städtische .Sachverständige als rein undzuträg lich erklärt hat. Neter die Lage des deutschen Ar beitömarkteS im Juli sagt die Ar beitsmarkt-Korr.": Gegenüber der vielfach pessimistisch gefärbten Auffaffung über die Wirth schaftliche Lage, die während des letz ten Monats durch, eine Reihe von Er fcheinungen und Vorgängen noch be sonders genährt worden ist, muß dar auf'hingewiesen werden, daß die Lage deS deutschen Arbeitsmarktes sich im Juli wider Erwarten befriedigend ent wickelt hat. Normalerweise mußte man nach den Beobachtungen an den öffentlichen Arbeitsnachweisen in frü heren Jahren mit einer Steigerung des Angebots gegenüber dem Vormo nat rechnen, thatsächlich stellt sich aber eine, wenn auch äußerst geringe Ab nähme deSlAngebotö heraus. Seit Mai d. I. geht das Angebot auf je 100 of. sene Stellen von Monat zu Monat zu rück, währendZeS im Vorjahr von Mo nat zu Monat stieg. Dabei ist die Differenz zu Gunsten deS laufenden JahreS an und für sich schon beträchtlich, sodaß . an der sort dauernden Besserung der Lage deS Ar beitSmarkteS nicht gezweifelt werden kann. Auf je 100 offene Stellen !a men an den öffentlichen Arbeitsnach
weifen im Juli deS laufenden Jahres 120,8 Arbeitsuchende, gegen 120,9 im Juni und 123,4 im Mai. Im Vorjähr dagegen waren die entsprechenden Ziffern bei den gleichen Nachweisen im Juli 151,0 gegen 147,4 im Juni und 146,3 im Mai. Die Differenz zwischen den Vergleichsmonaten der beiden Jahre ergibt also eine Abnahme deS Angebots im laufenden Jahre um 22,9 Arbeitsuchende im Mai, 26.5 im Juni und 30,2 im Juli. Zu dieser qünfti gen Gestaltung deS Arbeitsmarktes hat die in diesem Jahre besonders starke Nachfrage nach Arbeitskräften in der Landwirthschaft viel beigetragen. Da russische Wanderarbeiter infolge deS russijch'japanischen, Krieges schwie riger zu beschaffen waren, als in ande ren Jahren, so mußte die Zahl der einheimischen Arbeitskräfte möglichst steigern gesucht werden. AuS diesem Grunde war die Nachfrage nach Arbeitern für die Landwirthschaft auch an den öffentlichen Arbeitsnachweifen, die doch in erster Linie für den gewerbli chen Arbeitsmarkt in Frage kommen, im Juli recht erheblich. Neben der Landwirthschaft absorbirte das Bauge werbe einen erheblichen Prozentsatz deS Angebotes. Wer da glaubt, daß die Bericht erstatter der großen amerikanischen Zei tungen nicht peinlich gewiffenhaft sind, der braucht nur ihre Meldungen über unsere jetzigen PräsidentschaftsKandi daten zu lesen. Wenn man bedenkt, daß ein Präsident der Ver. Staaten eigentlich doch nur der Bannerträger seiner Partei, die Verkörperung ge wisser Prinzipien und Ideen ist, so er
scheint eS schon überflüssig, langath mige Berichte über. die intellektuellen Eigenschaften der verschiedenen Kandi daten zu bringen; denn eS darf doch wohl als sicher angenommen werden, daß die nationalen Partei Conventio nen nur solche Männer als Präsident schaftS-Kandidaten ausstellen, die gei stig zu diesem Amt befähigt sind und deren Charakter Eigenschaften zumal die moralischen, über jeden Zweifel er haben sind. Geradezu lächerlich, ja sogar absto ßend, wird es dagegen, wenn in spal tenlangen Ergüssen das Haar und die Augen, der Mund und jede Falte im Gesicht, ja sogar die Arme und Beine eines Kandidaten anatomisch genau kritisirt und zergliedert werden und wenn jede, auch die kleinste Eigenart oder Gewohnheit an die Oeffentlichkeit gezerrt wird, wenn der Tonfall seiner Stimme gelobt, die Art, sich hinzu setzen, getadelt, oder sein Räuspern und sein Ausspucken gefüllig", seine Gangart dagegen Plump und ungra ziöS", feine Begrüßung dagegen gen tlemanlike" gefunden wird. Aehnliche Tiraden müssen die Leser bei jeder Präsidentschafts Kampagne über sich ergehen lassen, aber so schlimm, wie bei dem jetzigen demokratischen Präsi dentschaftS.Kandidaten Richter Parker ist der Unfug doch wohl noch nie ge trieben worden. Den Vogel hat in dieser Beziehung ein Korrespondent deS N. I. Herald abgeschossen; denn er hat bereits ausgesunden, daß "Herr Parker ein großer Freund von Pump kin Pie" ist. Wäre eS da nicht auch ungemein wichtig, festzustellen, welches Quantum dieser schwer verdaulichen Speise Herr Parker zu konsumiren ge wohnt ist und wie es mit seinen Ver dauungS'Funktionen bestellt ist? ES könnte unter Umständen das Wohl und Wehe der Ver. Staaten davon abhän gen, denn ein verdorbener Magen hat schon manches Uebel angerichtet ! (M.fr) Spurloses Verschwinden eines wohlhabenden Farmers. Jeffersonv i lle, 23. August. Charles B. Goodwin von Utica, Ind., meldete gestern der Jefferfonviller Poli zei, daß fein Vater, der Farmer AmoS Goodwin feit dem 31. Juli spurlos verschwunden sei und gleichzeitig ver lieh der junge Mann dec Befürchtung Ausdruck, daß sein Vater kiner größer ren Summe Geldes wegen, die er an sich hatte, ermordet wurde. Allem Anscheine nach sind die Befürchtungen deS jungen Mannes grundlos, denn fein Vater wurde in Jeffersonville am Nachmittag des 3. August gesehen und zwar im Courthause, wo er sich eine Heirathslicenz ausstellen ließ. Es sieht also aus, als ob Goodwin, anstatt ermordet worden, zu sein, sich auf seiner Hochzeitsreise befindet oder irgendwo im Stillen die Flitterwochen verbringt, wenn er überhaupt getraut worden ist, denn trotz aller Bemühun gen konnte gestern nicht der Prediger oder Friedensrichter gefunden werden, der Herrn Goodwin getraut hatte. Goodwin ist ein wohlhabender Mann und befitzt neben anderem Land die fruchtbare ZwölfmeilenJnfel im Ohio.
Die neue Bäckerei der Grocers' Baking Co.
Die neue große. Bäckerei, welche die Grocers' Vaking Co. an der W. New York Str. No. 973975, errichten ließ, ist ziemlich fertiggestellt und kommt Mitte September oder Anfang October in Betrieb. Der Company gehören 189 Grocers als Mitglieder an. Dieselbe wurde vor einem Jahre von W. Clwurner, H. Shortemeyer und Marion Steele in's Leben gerufen. Nur Kleinhändler dürfen Mitglieder werden und keiner darf mehr als S2000 Actien besitzen. Die Beamten sind: William Kothe, Präsident; Phil. Cornet,Vice-Präsident; Will. Elmarner, Secretär; Henry Shortemeyer, Schatzmeister. Charles Rinne, Will. Rathert und Rufus MulliS find Direc toren. Superintendent ist Ch. Kappel aus St. Louis. Die Bäckerei wird $60,000 kosten und wird nach dem Muster der bedeu tendsten und modernsten Bäckereien im Lande eingerichtet fein. Der Betrieb erfolgt ausschließlich durch Maschinen und ist derselbe genau so eingerichtet, wie in der großen Brodfabrik, die kürz ich in St. LouiS gebaut worden ist. Sie ist zwei Stockwerke hoch und jedes Stockwerk hat mehr als 8500 Quadratfuß Bodenfläche. Im ersten Stockwerk befinden sich nur Oefen für Brotbäckerei neuesten Systems, im zweiten Stockwerk sind der Teigraum, die Kuchenbäckerei und das Mehllager, welches 20 Waggonladungen Mehl faßt. , In der Kuchenbäckerei wird ein Ofen aufgestellt, welcher aus 8 Pfannen be steht, die fortwährend in Betrieb find, und liefert derselbe alle 24 Stunden 20,000 Laib B:ot. Die Gesammtleistung der Brotfabrik kann fich auf ungefähr 100,000 Lalb in einem Tage belaufen. Für größte Reinlichkeit und Sauber keit ist auch in allen übrigen Abtheilungen bestens gesorgt. A Saatenflands-Sericht. Dem wöchentlichen Saatenstandsbe richt deS Wetterbureaus für Jndiana entnehmen wir Folgendes: ' Die fürchterliche Hitze, welche Wochen lang angehalten und allen Saaten rie fig geschadet hat, ist am letzten Don nerftag und Freitag durch reichliche und langsame Regen im ganzen Staate ge brachen worden. An den hochgelegenen Stellen ist der Regen gerade noch zu rechter Zeit gekommen und steht eine gute Ernte zu erwarten. ' Dagegen hat der fürchterliche Sturm, welcher im öst lichen und halben mittleren Theil des Staates gewüthet hat, bedeutenden Schaden angerichtet und die reichliche Hälfte aller Felder verwüstet. Die Obstbäume haben durch den Sturm ebenfalls großen Schaden erlit ten. In einigen Gegenden ist eine gute Pflaumenernte .zu erwarten, während die Aepfel eine geringe Durchschnitts ernte ergeben werden. Hafer und Wei zen sind zum größten Theil schon gedroschen, ersterer ist ausgezeichnet gerathen, während der Weizen miserabel ist. Ta bak hat durch die Hitze sehr gelitten und wird einen Ausfall ergeben. Tomaten sind in colossalen Mengen geerntet wor den und wird in Washington County nächste Woche mit deren Conservirung begonnen. Melonen find infolge der Hitze sehr zurückgeblieben. Die Pickles sind verdorrt, doch hofft man, daß der Schaden geheilt wird, weil die Ranken frische Triebe angesetzt haben. Mit dem Umpflügen der Aecker wird wahrscheinlich überall in der nächsten Woche begonnen werden. Local-Politisches. Harry Starr von Richmond wird der Vorsitzer veS Executiv-ComiteS des republikanischen StaatSComiteS sein. Die anderen Mitglieder sind Adam Beck von Huntington, Wm. Geake von Fort Wayne und L. G. Rothschild von Indianapolis. ,,, . Polizeiliches Allerlei. Gestern machte das PolizeiBulletin, welches seit mehreren Tagen ausge blieben war, wieder sein Erscheinen. Dasselbe enthielt ein Verzeichniß über mehrere in den 'letzten Tagen vorge kommene Diebstähle, über welche be reits berichtet wurde. D e r 50jährige, anGeistesstörungen leidende Schwimmer Andr. I. Aökraft von 29 Eastern Ave. wurde letzte Nacht seiner eigenen Sicherheit wegen in eine Zelle der Polizeiftation eingesperrt.
Ein Macedonler an die BundesGroßgeschvoreuen übewiesen.
Andrew Geargeoff, dessen Wiege einst im fernen Makedonien stand, wurde ge ftern vom Bundescommissär Moores an die Großgeschworenen überwiesen. Er ist beschuldigt, sich einen registrirten Brief, welcher 817.50 enthielt und für seinen LandSmann Anton Steykoff be stimmt war, widerrechtlich angeeignet zuhaben. Der Letztere hatte in den Steinbrüchen bei Greencastle gearbeitet, als er in Folge eines Unfalles schwer verletzt wurde und sein hiesiges Quar tier wieder aufsuchte. Mittlerweile hatten seine in den Steinbrüchen arbei tenden Landsleute eine Collecte für ihn abgehalten, deren Ertrag $17.50 ergab. Dieses Geld hatten sie ihm ge schickt. Der Brief, welcher die Summe enthielt, war von Georgeoff annectirt worden. Das Verhör bereitete einige Schwierigkeiten, da es durch Vermitt lung eines Dolmetschers geführt wurde. Die Bürgschaft des Angeklagten wurde anfänglich auf 8100 festgesetzt; dieselbe wurde jedoch auf $75 ernie drigt, da er selbst im Stande war, die sen Betrag zu liefern. Hl Grundeigenthums Übertragungen William P. Brown an Edward P.. Fitzgerald, Theil von Lot 1, Square 23, Vermont Str., nahe Jersey Sie., $4,440. Cora W. Walter an Daniel G. Williams, Lot 56, Marietta Park, nördlich vom ArdeitShause. Wilhelm Kohlstaedt an ChaS. Nel son, LotS 63 und 69, Sharp'S Wood side, südlichvon den Pennsylvania Eisenbahn.Werkstütten. $1175. Hiram Plummer an.Roy S.Wellock, Lot 16, Hubbard u. A. Subd., Süd ost.Add., südlich von Prospect Str., östlich von Shelby. $1000. C. M. Smith an Martha A.THompson, Theil von Lot 277, Martin's New York Str. Add., nördlich von der Cot ton Mills. $1000. , Benjamin F. KuhnS an Carey M. Kuhns, LotS 121 und 122, 2. Section Rosemont, südlich vom Jrren-Hospital. S1000. Henry W. Avery an. Asa. Mathis, Theil von Section 26,' Township 17, Range 2, Pike Thownship. $2500. Catherine M. LewiS an Joseph A. Raach, Lot 27, Washington Square, westlich der Fairgründen. $1,000. Allen Myers an Alfarata Bailey, Lot 7, Myer's Nord Illinois Str. Add. nördlich der 34. Str. S3.000. ' Jda E. Sefengut an Alvin Pfiffe rer, Lot 1, Milligan'S Park Place Add. nahe SpadeS Park. $1,000. Mary R. Owens an Orda L. Van Deman, Lot 5, Myer'S Subd. Theil 4. Brookfide Add. nahe SpadeS Park. $700. Elizabeth H. C. Rieber an' Lillian M. Shelby, Lots 166 und 167, Rea gan Place, Bellefontaine Str. nahe 24. Straße. $1,500. Grundeigenthum im Werthe von 8125,612.86 wechselten in der verflos. senen Woche den Besitzer. Julia E. Smith zc: an Albert E. Metzger, Theil des nordwestlichen Vier telö, Section 21, Township 15, Range 4, Perry Township, $900. Meliffa A. McWorter u. A. an Laura B. House, Lot 59, Highland Place, östlich vom County Arbeitshaus. $3000. Willoughby G. Walling an Wm. F. Koehler, Lot 49, King's Subd. von Bryan'S Add., östlich von Woodruff Place. $500. LouiS Newberger an St. ClairPar ry, ein Theil der Lot 30 in Pratt's Subd. der Außenlot 172, Meridian Straße, südlich von der 10. Straße. $15,000. Daniel Williams an Cora Walker, Lots 109112 in Shoemaker's Subd. eines Theils von Oak Hill, westlich von Brightwood. $1000. Sarah Martin an Elizabeth M. Gowdy, Lot 3. Millikans Sub., nahe 27. und College. $4500. I John Rosenberg an John A. Rosen berg u. A., Lot 40, CoffmanS Subd. Außenlot 101, südlich von Virginia. $3000. Alvin Pfisterer an Charles H. Sis senguth, Lot 1, MilliganS Park Place Add., nahe SpadeS Park. $1000. Simeon Frazier an Robert E. Moore, Theil von Lots 26 und 27, Downey & OhmerS Woodland Park Add., Jrvington. $4.;00.
Der LZülktritt des Generals de Nc. grier. Ueber die Gründe, die den General de N6grier, Befehlshaber des 7., an der Ostgrenze stehenden Armeekorps und Mitglied des obersten Kriegsraths, veranlaßt haben sollen, als Generalinspekteur des 12., 16. und 20. Korps seine Entlassung zu fordern, berichtet eine Pariser Korrespondenz: Die genannten Korps sind längs der Ostgrenze aufgestellt und sollten dem Gesetze gemäß auf Kriegsfuß gehalten werden. Nurc hat aber General de N6grier ' die Wahrnehmung gemacht, daß namentlich das 20. Armeekorps nicht einmal die Effektivbestände, die für den Friedensfuß vorgesehen sind, aufzuweisen hat. Ueberdies soll es ihn verletzt haben, daß er einen General, der vor einiger Zeit auf seinen Antrag hin zur Disposition gestellt worden war, an der Spitze einer Grenzdivision mit einem höheren Grade in der Ehrenlegiern wiederfand. So berichten natsonallistische Blätter wie die i bert6", der Gaulois". das Echo de Paris", die Patrie". Sie kommen dem Einwände zuvor, daß General de N6grier, dessen Empfindlichkeit bekannt ist, vielleicht einen Vorwand suchte und fand, um freiwillig seinen Rücktritt zu nehmen, weil er im Oktober die A!tersgrenze erreicht und gehört haben soll, daß er nicht im aktiven Dienste erhalten werde, obwohl er. darauf Anspruch hätte, da er vor demFeinde kommandirt hat. General de N6grier war im August 1899 zur Zeit des DreyfusProzesses in Rennes wegen einer Mittheilung an die Presse von dem damaligen Kriegsminister de Galliffet zur Disposition gestellt worden. Zwei Jahre später berief ihn der Kriegsminister General Andr in den Oberkriegsrath und ernannte ihn zum Armeeinfpekteur. . Eine stürmische Dcntmalscnthül lung gab es in Pistoza. Das zu enthüllende Denkmat gal: dem italienischen Rationalhelden Garibaldi., Da aber die Stadtverwaltung in den Händen der Klerikalen ist, die Garibaldi als Kirchenschänder verabscheuen, so hatte man nicht einmal jemanden finden' können, der sein Denkmal in Obhut nahm, unv der Abg. Morelli Gualtierotti hattö nur als Abgeordneter des Ortes, nicht als Unlerstaatssekretär geladen werden dürfen. Der Festredner, der im Namen der Königstreuen sprach, entfesselte nun aber auch den Unwillen der Sozialdemokraten und: Anarchisten. Als er von der liberalen Politik des jugendlichen Königs sprach, erhoben diese einen solcken Lärm, daß er mehrere Blätter seiner Rede überspringen mußte, ehe er fortfahren konnte, und der Schluß seiner Rede, der an die Vereinigung Garibaldis mit'Mazzini, dem Republikaner, und dem Re Galantuomo erinnerte, weckte abermals stürmische Einsprüche und Pereat-Rufe gegen die Monarchie. Der sozialistische Festredner war der Abg. Lollini. Als cr in seiner sozialistischen Auffassung der Feier so weit ging, die Regierenden von Italien seit 1860 zu einer Sühnewallfahrt nach diesem Denkmal aufzufordern, legte sich der Polizei-Jnspektor ins Zeug und erklärte, den Abgeordneten in diesem Tone nichtt weiter reden lassen zu können. Natürlich entstand jetzt ein wahres Teufelskonzert, der Sozialisten mit Pfeifen und Heulen und dann ein allgemeines Gedrängedas in eine wilde Flucht ausartete und den nachfolgenden Fefaua. zu einem Einzelspaziergang spärlicher ; . Gruppen machte.
Leutnant a. ?. Wessel. Es bestätigt sich, daß der vor etwa 14 Monaten in San Remo festgenommene ehemalige deutsche Leutnant Hellmuth Wessel, der seither in dem Genueser Gefängniß 'Marassi in Untersuchungshaft saß, dem deutschen Generalkonsul in Genua übergeben und in Begleitung von drei deutschen Polizisten an Bord des Dampfers Zieten" zur Rückbeförderung nach Deutschland eingeschifft worden ist. Die Verhandlungen wegen der Auslieferung zwischen den beiden betheiligten Regierungn waren außerordentlich langwierig, zumal da die italienischen Rechtsbeistände Wesscl's ihn' in der.Falienischen Presse als einen Märtyrer hinstellten. Wessel, der wegen Hochverraths von der deutschen Regierung gesucht wurde, ist nun auf Grund der folgenden Vergehen ausgeliefert worden: 1) Unrechtmäßige Aneigung von 370 Franken zum Nachtheil eines gewissen Hauptmanns Becker; 2) Fälschung von Privaturkunden; 3) Urkundenfälschung und Betrug. Die Genueser Zeitungen widmen dem Fall Wessel spaltenlange Artikel, die der italienischen Regierung den Vorwurf machen, sie habe, um Deutschland gefällig zu sein, sich minbestens eine Unkorrektheit zu schulden kommen lassen, da die sämmtlichen Wessel zur Last gelegten Vergehen in Belgien ihren Thztort hatten, und weil von dem benachtheiligten Hauptmann Becker, der unterdessen gestorben ist, kein Strafantrag gestellt worden sei. Außerdem habe dann die italienische Regierung den Schluß des italienischen Parlaments abgewartet, um sich dessen Kontrolle zu entziehen. DemBamberger Erzdischof Josef Schork wurde anläßlich seines goldenen Priesterjubiliiums von der Stadi Bamberg das Ehrenbürgerrecht verliehen.
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