Indiana Tribüne, Volume 27, Number 310, Indianapolis, Marion County, 22 August 1904 — Page 6
Jndiana Tribüne, 22. August 190a
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Die Universität Cambridge.
Freundlich grüßt sie den Besucher, die altehrwürdige Universitätsstadt Cambridge. Den klaren Fluthen deZ Cam, die still und geräuschlos zwischen üppigem Grün dahingleiten und überallhin Leben und Fruchtbarkeit verbreiten, verdankt sie nicht nur den Namen, sondern auch den Kranz paradiesischer Gärten mit prächtigem, schwellendem Rasen und stattlichen, schattenspendenden Bäumen. Auf ihnen ruht das Auge des Naturfreundes mit besonderem Wohlgefallen. Ringsumher aber breitet sich die fruchtbare Grafschaft Essex aus mit ihren reichen Getreidefeldern und fetten Weiden, doch nicht gerade reich an den landschaftlichen Schönheiten, die sonst der Süden Englands in so verschwenderischer Fülle darbietet. Im Innern welch mittelalterlicher Zauber! Eilfertig dahinschreitende Studenten und würdige Professoren, beide mit schwarzer Kutte und steifem Barett, auf den Straßen ein Stück lebendiger Poesie aus vergangenen Jahrhunderten, das die langweilige Prosa philisterhafter Alltagsmenschen der Gegenwart wohlthuend unterbricht. Dreitausend Musensöhne beDerHofvomSt. John's College. herbergt Cambridge, und ein reicher Born der Wissenschaft quillt hier, wo die berühmtesten Lehrer eine Wissensdurstige Jugend, darunter über dreihundert Vertreterinnen des zarten Geschlechts, unterrichten. Und dann, wohin das Auge blickt und der Fuß sich wendet, überall Kirchen und Kapellen, Universitätsgebäude und Musentempel aller Art im Stile jener anmuthenden und zugleich erhabenen Gothik, die Englands Kathedralen so vortheilhaft auszeichnet. Nur die uralte Rundkirche, das getreueste Abbild der Kirche des heiligen Grabes in Jerusalem, wohl das älteste Bauwerk dieser Art in ganz England, zeigt die Formen des wuchtigen Normannenstils aus dem 11. Jahrhundert, und der Castlehügel, der sich am nordwesilichen Ende der Stadt erhebt, weist auf die Zeit hin, da die Römer hier ein Emporium ihrer Macht angelegt hatten. Eine englische Universität, wie sie hier dem Auge sich zeigt, ist für den Fremden ein Gegenstand besonderen Interesses. Nichts, was das Ausland bietet, kann mit ihr verglichen werden. Wo einstens, an der Schwelle des 12. Jahrhunderts, drei Mönche des benachbarten Klosters Croyland in einer gemietheten Scheune täglich die Elemente der Philosophie, Mathematik und anderer UrWissenschaften lehrten, X?o späterhin im Mittelalter nur wenige Gebäude für die Zwecke einer Gesellschaft von Gelehrten Universität genannt sich erhoben: ein Haus mit Festsaal-, eine Bibliothek und Brücke über den Cam im St. John's College. ein Hörsaal, da zahlt der Besucher jetzt nicht weniger als 21 Colleges oder Stifte, deren Gesammtheit eben die Universität ausmacht. Diese Colleges, die ursprünglich nur für die Aufnähme würdiger armer Studenten bestimmt waren, geben Cambridge heute sein eigenthümliches Gepräge. Jedes von ihnen besitzt außer den Wohnungen der Studenten und Professoren vor allem einen geräumigen, oft mit allerlei Werken der Kunst, befonders Gemälden ausgestatteten Cpeisesaal, ferner eine besondere Kapelle und einen herrlichen Garten mit ausgedehntem Spielplatz für Cricket und Lawn - Tennis. An der Spitze steht der Headmaster, ihm sind mehrere Lehrer oder Fellows beigegeben. Die Studenten selbst zerfallen in sogenannte Scholars, besonders begabte, vom College unterstützte Studenten, die ihre Prüfung hinter sich haben und jetzt höheren Studien obliegen, Pensionäre oder gewöhnliche Studenten, die ihre Ausgaben selbst bestreiten, im College wohnen und dort auch ihren Tisch haben, endlich Sizars oder arme Studenten, denen die Pensions- und , Studiengelder zu einem Theile erlassen werden. Nur der Hörsaal fehlt. In der That werden im College auch keine Vorlesungen gehalten. Zu diesen hat sich der Student in die verschiedenen Hörsäle zu begeben, die in der Stadt zerstreut liefen.
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Nicht alle Colleges werden gleich gewerthet. Reiche Stiftungen stehen den altenColleges zur Verfügung: Trinity College, King's College, Queen's College, St. John's College, Caius' College, Cläres College, Pembroke College und wie sie alle heißen mögen, deren Ursprung fast ein halbes Jahrtausend zurückreicht; aber sie
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Außen Ansicht der Kapelle v o n K i n g's C o l l e g e. kommen nur den Auserwählten zu gute, denen nach dem Wortlaut der Gründungsurkunde und dem Willen der Stifter der Eintritt in dieselben verstattet ist. . Zeitlebens rechnet es sich dann der Gelehrte zur höchsten Ehre an, einem dieser Colleges als Mitglied oder Fellow anzugehören. Wohl verdienen die interessanten Gebäude mit ihren abwechslungsreichen Formen und dem dunkeln Grün des Efeus oder der wilden Rebe, das ihre Wände bedeckt, unsere Aufmerksamkeit und unsern Besuch. Durch ein alterthümliches Portal, über dem sich öfters eine Art Thurm erhebt, treten wir in den meist mit schönem Rasen bewachsenen und zuweilen mit einem Brunnen geschmückten Hof, um den sich die einzelnen Gebäude gruppiren. Treten wir in eines von ihnen ein, so werden uns wohl zunächst die Studentenwohnungen gezeigt, je aus zwei Zimmern bestehend, die der betreffende Musensohn selbst mit Möbeln und Wandschmuck auszustatten hat. Von der Studentenwohnung begeben wir uns in den Speisesaal. An den Saal des altgermanischen HerrenHauses erinnernd, zeigt er überall eine imponirende Ausdehnung. Mächtige gothische Fenster lassen eine Fülle AndenUferndesCam. durch allerlei zierliche Glasmalereien gedämpften Lichtes eintreten, wodurch dem Raum, der z. B. in King's College bis unter das Dach reicht, jenes geheimnißvolle Halbdunkel verliehen wird, das in gothischen Kathedralen den Besucher so mächtig ergreift. Besondere Sorgfalt ist auf die Ausschmückung der Kapelle verwendet. Berühmt durch ihre kostbaren gemalten Fenster ist vor allem King's Chapel. Aber auch die andern Kapellen sind würdig, oft kostbar ausgeschmückt. Neben den Fenstern sind auch Hochaltar und Lesepult, sodann die Orgel oft künstlerisch werthvolle Stiftungen. Die reichsten Schätze des College finden sich in seiner Bibliothek angehäuft: neben einer Menge Wissenschaftlicher Bücher oft die kostbarsten Handschriften aus der Zeit des Mittelalters, werthvolle Drucke aus dem 15. und 16. Jahrhundert, sodann kostbare Münzsammlungen und Sammlungen römischer Alterthümer. Viele Gelehrte und Literaten haben bei ihrem Tod ihre gesammte Bibliothek dem College vermacht, aus dem sie hervorgegangen waren, berühmte Reisende einen Theil ihrer Funde 'überlassen. Jubiläum. Kommis: Herr Meyer, heute bin ich zwanzig Jahre bei Ihnen im Geschaft. Chef: Zwanzig Jahre? Da können Sie meine Geduld bewundern. ; E i n schlauer Pantoffelheld. Sie: Also, Mann, wir werden unsere Kleine Agrippina'taufen lassen, gewiß ein schöner Name!" Er (der diesen Namen nicht ausstehen mag, aber nicht zu widersprechen. wagt): Gewiß, em sehr schöner Nme. So hieß meine erste Liebe!" (Das Kind wurde Marie getauft.)
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ZNeik Habersack's Zchreibebrief.
Vo. 853. Se'öZrter Mister Edithoi! Wie ich nach selles Entertehnment morgends aus mein Bett sin, do hen ich aefühlt, als wann die ganze Nacht en Brickblack mit siwwe Stories uff mich gelege hätt. Ich sin so ausgeteiert gewese, daß ich hardlie in en Posischen gewese sin,' mei Augedeckel uffzumache. Ich hen gefühlt, als wann an jedem en Brickstein hänge deht. Denke Se awwer auch emol, was ich den Obend zuvor alles mitgemacht hen. Sell is zu viel for en einzelne Mensche gewese. Am mehrschte hätt ich gegliche, von mein Schapp zu riseine, awwer mein Kopp war zu uffgemickst, als daß ich so en Schreiwebrief hätt uffmache könne. Ich hen mich mit größter Müh un wenn ich en speschel Effert gemacht hen, so weit gedreßt, daß ich mich vor die Menschheit hen sehn losse könne un dann sin ich daunstehrs, bikahs e Koppche Kafsie hen ich doch hen müsse. Wie mich die Selma gesehn Hot, do is se ganz roth in ihr Fehs.geworde; se is, was mer uff deutsch nennt, gebloscht. Meik, Hot se gesagt, ich will kein Trubel mehr rehse, awwer letzte Nacht das Hot einiges geböte. Denk emol, die feinste Lehdies in unsere Zittie hen es siende müsse, wie deine Ecktersch mitaus puttinier gar nicks an in die Hahl sin komme un mitgedanzt hen, ei tell juh, das is schacking gewese. An die Stehtsch duht das ja ahlreit genug gucke,, awwer wann mer in so klohse Totfch mit die Piebels komme duht, dann is das different. Ich kann nit sehn, daß ihr Mennfohks so ebbes stende könnt. Ich sin schuhr, daß du viel Trubel damit hawwe duhst. Ich hätt off Kohrs die Selma e Ecksplennehschen gewwe könne, awwer ich hen nit dazu gefühlt un dann hen ich se ja auch nit so viel for blehme könne. Well, ich hen mei bische Breckfest gehabt un dann sin ich nach die Zittiehabl gange. Ich sin hardlie in mei Affis gewese, do Hot mich der Mister Mebr schon Wort geschickt, das er mich sehn wollt. Jetzt geht's los, hen ich gesagt; awwer ich hen mein Meind uffgemacht, daß ich for mei Reits feite wollt. Ich sin hin gange un der Misier Mehr Hot e Fehs gemacht, als wann er in die vergangene Nacht den Gohst von feine Schwiegermutter gesehn hätt. Meik, Hot er gesagt, die ganze Taun is eckseitet; heut Morgen rn schon siwwe Dellegehschens dagewese, wo en ferchterliche Kick gerehst hen un verlangt hen, daß ich for deine Resingnehschen frage soüt. Se hen gesagt, wann in e pvblick Hahl for e Preiwet Pahrtie so ebbes gemacht deht wern, dann deht die Bolies eneisteppe un deht die ganze Krut rehde. Wann awwer en poblick Ausser in e poblick Vilding in Front vonalle poblick Affissersch so en Schoh gewwe deht, das wär zu viel un die Sach mißt gestoppt wer'n. Ich hen nicks mit die Piebels duhn könne un hen gesagt, daß ich mit dich en Tahk hawwe . wollt un deine Easplennehschen höre wollt. Do hen ich gesagt: Mister Mehr, hen ich gesagt, ich will dich emol ebbes sage. In die erschte Lein sin ich for den Schoh nit zu blehme, bikahs ich hen gar keine Eidie nit davon gehabt, daß so ebbes häppene deht. Dann noch e anneres Ding, selle Schohs sin in die größte Zitties in unser Kontrie arig in Steil un die Piebels bezahle bis zu zehn Dahler e Ticket, for hinzugehn. Unsere Taun is noch wehbäck in die Zuvielifehschen u es dauert immer e Zenscherie, bis unsere Zittisens ausfinne, daß es annerschtwo auch noch Leut giebt, wo zu etwas emaunte. Ich muß sage, persennellie hen ich's ganz gut gegliche un ich weiß e ganze Latt, wo's auch immensli inscheut hen. Wann ich nit arig mißtehken sin, dann Host du's auch gegliche. Was jetzt meine Resingnehschen anbelange duht, so sin ich einige Zeit rettig, euch zu ekammedehte. Ich hen's nit nöthig, mich zu battere un mich insolte zu losse; awwer ein Ding will ich Dich sage: sobald ich rieseine, dann geht der Boliestiereckter, die ganze Boliesfohrs, die Schehlfohrs un die Hälft von die Feuermänner. Ich gehn dann in's Schohbißnes un gewwe in dies hier Taun die erschte Performenz un ich bette dich einiges, daß ich schon dvei Dag vorher mei ,,'Stendingruhm onlie" Seins aushänge kann. So jetzt weißt du, wie die Sache stehn un jetzt kannst du mei Resingnehschen einige Zeit hen. Der Mehr war gcschehrt wie alles, wie ich ihn so meine Pläns entwickelt hen; er Hot gesagt: Meik, halt an, du weißt gut genug, daß ich dein Freund sin un immer zu dich sticke, awwer wann so die Zittizens gelaufe komme un kicke, dann sin ich in e böse Ficks; heut Nacht hen mer Kaunzel - Mietung un do will ich den Kehs emol vorbringe un dann wolle mer sehn, was zu duhn is. Dann sin
i ich Widder in meine Ossis un se?) kann Jhne sage, daß Widder alles in en gut Schehp is. In die Kaunzelmietung hen se e Resolluhschen edaptet, wo drin gesagt is, daß ich for das, was ich gedahn in den Jnterest von die Zittie alle Kredit verdiene deht; ich hätt nit nur e förschtkläß Boliesfoors geheiert, ich hätt auch selbst Burklersch geketscht un hätt die Zittizens e Entertehnment gewwe, das nach den- metropalliten Steil gewese wär. For das alles sollt ich en Rehs in mei Wehtsches hen. Ei tell iuf do hen ich doch Widder gut gefühlt. Un es is fonni gewese, wie alle Leut, ganz pertickeler die Lehdies, wo so gekickt gehabt hatte, zu mich komme sin un mich kohngrettulehtet hen un mich gefragt hen, doch recht bald widder so en Entertehnment uffzumache. Sehn Se, so is alles noch zum Gute ausgedreht un wer Hot Widder den Wickterie don getrage? Mich selbst. Mit allerhand Riegards Juhrs Trulie, Meik Habersack, Eskweier un Scheriff von Apple Jack Holie Terrer Kauntie.
Aegyptische Thieryeilkunde. Bon ägyptischer Thierheilkunde gibt ein Papyrus Nachricht, der 1889 von dem Engländer Petrie in einem Schutthaufen von Kahun gefunden und von F. L. Grifsith herausgegeben wurde. Diesen Veterinär - Papyrus von Kahun hat der Thierarzt Neffgen in Mülheim a. R. zum Gegenstand einer interessantem Untersuchung gemacht, um die dort angeführten Thierkrankheiten u. f. w. vom StandPunkt der heutigen Wissenschaft zu beleuchten. Wr finden darin u. a. folgendes über die Behandlung eines augenkranken Ochsen. Nach den Rathschlügen des Papyrus beginnt die BeHandlung des Ochsen mit einer Zauberformel; wenn diese gesprochen ist, soll man das Thier beiseite stellen, den Körper von Kopf bis zu Fuß mit kaltem Wasser bespritzen, und dann seinen Körper mit trockenem Henesch (vermuthlich einer Art Gurke) oder Melonen abreiben und ihn mit Henesch räuchern. Nach'verschiedenen anderen unverständlichen Vorschriften heißt es weiter: Du sollst ihm einen Aderlaß machen (eig. verwunden) auf seiner Nase und an .seinem Schwanz und dann zu ihm sagen: An diesem Schnitte stirbst du oder wirst wieder gesund durch ihn. Wahrlich, ein guter Trost für den armen Ochsen, mit dem man heute nicht weit käme. Aber trotz des Unsinns, den er enthält, ist der Satz doch von großem Interesse für uns, denn er lehrt uns, daß die alten Aegypter schon die Ausführung und Bedeutung des Aderlasses kannten und ihn auch an solchen Stellen vornahmen, wo auch wir ihn anzubringen gewohnt sind: am Schwänze und auf dem Nasenrücken, in der Nähe des Auges, letzteres besonders bei akuten Augenerkrankungen. Wejvn nun auch die Kenntnisse in der Medizin bei den alten Aegyptern nicht so weit her waren, wie man meist anzunehmen geneigt'ist, so ist es doch gewiß von Interesse und ein ehrenvolles Zeugniß für die altägyptischen Veterinärmediziner, daß die von ihnen erkannte Wirkung des Aderlasses sich derartig bewährt hat, daß noch heute unsere Thierärzte und Aerzte diesen schon vor Jahrtausenden erprobten Eingriff als ein vorzügliches Mittel anerkennen und viel anwenden. Körpergröße und Vegadung Das Verhältniß zwischen Körpergroße und geistiger Veaabung. beziehungsweise Charakter hat schon öfters nachdenkliche Köpfe beschäftigt. Die Folgerungen, die man dann aus den allgemein bekannten Eigenschaften der Riesen und Zwerge zog, führten stets ZU dem Schluß, daß die mittlere Körpergröße auch in dieser Beziehung ihre Vortheile haben müsse. Neuerdings hat sich nun ein englischer Forscher, der bekannte Physiologe Havelock Ellis, mit diesem Thema etwas mehr wissenschaftlich" beschäftigt und dabei ist er zu folgendem Ergebniß gekommen: Die Mittelgröße ist bei gewöhnlichen Menschen" häufiger als bei bedeutenden." Unter hundert Gewöhnlichen sind 62 mittelgroße und nur 38 zu lang oder zu kurz Gewachfene. Dagegen beträgt der Antheil der Mittelgroßen an den Bedeutenden nur 22 Prozent. Unter hundert Bedeutenden sind 22 mittelgroß, 37 klein und 41 groß. Havelock Ellis hat diefen Ausstellungen ein ungeheures Material zugrunde gelegt und sie sind gewiß nicht uninteressant. Ihr Werth erscheint uns aber doch reckt problematisch, und wer sie recht bedenkt, wird auch gewiß keinen Anlaß haben, um feine eigene Persönlichkeit mit Schmerz oder mit besonderer Freude zu betrachten. Ob wir nun klein oder groß oder Mittel sind es gibt ja nach Havelock Ellis bei jeder Körpergröße Gewöhnliche und Bedeutende, wenn auch mit verschiedenem Prozentsatz. Verschnappt. Untersuchungsrichter: Leugnen Sie, doch nicht; der Zeuge hat ausdrücklich zu Protokoll gegeben, daß Sie versucht hätten, ihm die goldene Uhr zu entrei ßen." Angeklagter (eilig): Also, es war wirklich Gold? Na, das sollte ich gewußt haben!"
Das Japanische Manchester. ie Spinn, rstadt Osaka und ihre industrieLe Bedeutung. Die Spinnstadt Japans, die nicht nur das Land selbst, jondern zu einem Theile bereits China und Korea mit gröberen Baumwollwaarcn versc:gt. ''t der bekannte Hafenort Osaka, einstmc..Z die Residenz der japanischen Kaiser. Schon im Mittelalter war Osaka, ein lebhafter Handelsplatz und wenn erst nach Fertigstellung des Panaakanals einmal die großen Baumwlle-Vcr-räthe vom Mississippi auf bill'.ge Wr.'e nach Japan gelangen können, wird 's auch in seinen Webereien bald rrit Lancashire wetteifern. Osaka liegt an der japanischen Binnensee, die wie ein riesiger Fjord mit Schären und Riffen sich an 124 Meilen lang von Schimonoseki bis Ma!ajama erstreckt, und deren Ufer und Inseln Landschaften von gefeierter Schönheit darbieten. Die Stadt ist erbaut auf dem Delta des Abflusses des Biwasces (an dem die alte Hauptstadt Japans, Kioto, liegt), und dieser Fluß, der Jodogawa, durchzieht die Stadt in kielen Kanälen oder Grachten und Fleeten, so daß man wohl von einem japanischen Hamburg" oder auch Venedig" reden könnte, wäre nicht die ganz und gar japanische Art der Stadt noch allenthalben deutlich, wenn auch d!e Einführung des modernen Fabrikbetriebe den Bau von Steinhäusern an Stelle der landesüblichen Holzbauten unerläßlich gemacht hat. In hohem Maße reizvoll aber ist der Anblick dieses lebhaften Hafens mit seinen Werften, den Schuppen, den Speicherhösen, auf denen vielfach Mädchen die Ladearbeit verrichten. Europäisch Firmenschilder wechseln in bunter Folge ab mit denen in chinesischen Schriftzeichen, ebenso wie im Hafen die modernen Dampfer neben den alten Dschunken ankern. Auf den Grachten ist ein eifriges Hin und Her von flinken Booten,. die entlang gleiten an den schmucken Bauten und zierlichen Gärten, die auch hier, mitten im Arbeiterviertel und Geschäftshafen, der Japaner nicht entbehren mag. Ueber die Hunderte von Brücken drei sind eiserne geht der Verkehr unablässig hin und her. Morgens und Abends ist es ein Rennen über die Brücken an 100,000 Arbiter und Arbeiterinnen begeben sich früh in die Fabriken und das Surren der Tausende von Spindeln beginnt, eine Freude für Ebisu, den Gott der Arbeit, der mit dem Goldfisch an der Angel abgebildet wird. Abends, wenn die Arbeiterschaar:n heimwärts eilen, macht dann Gott Hotei, der stets lachende, muntere und sehr feiste Gott -der Zufriedenheit, den Ueberschlag vom Gewinn des Tages. An Osakas alte Tage erinnert das befestigte Schloß Oschiro, das der Nationalheld Hidejoschi 1383 erbaut hat und in dem später, 1615. seine Frau und sein Sohn in den Flammen umkamen, als Jjejasu Osaka erstürmte. Ein herrlicher Raum ist der Buddhatempeldes Himmelskönigs Tennodschi, der mit seinen vielen Nebengebäuden einen großen Raum bedeckt. In der Goldhalle des Tempels steht das vergoldete Kupfer-Bild der Göttin Kwannon, das 660 der König von Kudara (in Südkorea) an die Kaiserin Kimme! schickte. Das Götterbild mußte mehrfach die Mißgunst des Volkes erfahren, zweimal, nach dem Ausbruche der Best, als man von Kwannon vergebens Hile erfleht hatte, wurde ihr Bild in dei Kanal geworfen. Heute beginnen, mei : als es gut ist, die fast 900.000 Einwohner von Osaka anstatt des kupfernen vergoldeten Kwannon - Bildes immer offener und einzig den Götzen Gold zu verehren. Auch in dieser letzteren Hinsicht ähnelt das Manchester in Japan ganz seinem Vorbilde, Englands Manchester. Origineller Baknhof. Das Muster an Einfachheit in der Anlage und Besorgung eines BahnHofes, so vermeldet ein deutschländischer Ve?i!"zterstatter, dürfte in Petriroda, zwischen Eotha und Ohrdruf, Thüringen, zu finden sein. Der dortige Bahnhof, der noch ganz neu ist, besteht aus einem Stacket mit Thür, eine? Laterne, einer Laternenleiter und einem Schilde, das den Namen der Ciation bekannt gibt. Als Bahnhofshalle d'ent das Himmelsgewölbe, das im Süden mit dem Thüringer Walde wirkunasvoll dekcrirt ist; man bedarf hier wcd:r irgend eines Gebäudes, noch, irgend eines Beamten. Trotzdem hat man die Bahnsteigsperre von Anfang an eingeführt. Wenn nämlich der Zug kommt, steigt der Schaffner heraus, geht an das Stacket, öffnet die Thür und läßt die Reisenden aus Petriroda eintreten. W'e kommen diese zu Fahrkarten? Hier hat man Temperenzler und Alkoholiker zu unterscheiden. Die letzteren haben in dem etwa fünf Minuten entfernten Dorfe die Gastwirtschaft aufgesucht und dort vom Wirth ein Glas Bier und eine Fahrkarte verlangt. Die Te:i perenzler läßt man. ohne Fahrkarte durch die Stacketthü? schlüpfen und achtet nur darauf, daß sie sich in Got5a oder Geo-genthal ihren Fahrschein nachträglich kaufen.
DirZztcrschicirsal. Schmierendirektor (einem jungen Schriftsteller das eingereickte Stück zurückgebend): Trösten Sie sich, junger Mann; wir haben sogar schon Stücke von Schiller, Goethe und Lcssing abgelehnt."
