Indiana Tribüne, Volume 27, Number 310, Indianapolis, Marion County, 22 August 1904 — Page 5
Indiens Tribüne, 22. August 190tl.
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Der Sebensretter: Humoreske von I. Merkl. Na, Herr Huber, Sie sehen übe: gut aus, Sie waren wohl in der Som merfrische?" So fragte der EisenHändler Guttenberger seinen Freund, der heute zum ersten Male wieder am Stammtisch erschienen war, nachdem sechs Wochen gefehlt hatte. Herr Huber, der einen schwunghaften Mehlhandel en gros betrieb, war ein komischer Kauz. Man hätte, wenn man ihn beobachtete, glauben können, er wäre in seiner Jugend taubstumm' gewesen; denn er pflegte seine Gedanken und Gefühle mit Vorliebe durch allerlei äußerst anschauliche Hand- und Gesichtsbewegungen überaus drastisch zu illustriren. So ipg er denn auch dieses Mal, bevor er sich ausließ, eine Miene, als hätte er auf einen hohlen Zahn gebissen und fuchtelte mit der linken Hand ärgerlich in der Luft herum, wie wenn er eine lästige Mücte verjagen wollte. Sommerfrische," brummte er vor sich hin. Sommerfrische! Weil unsereiner es so schön hat!" Na, wen Sie's nicht machen könnten, Herr Haber, was wollte da der Mittelstand thun?" Huber zuckte mit den Achseln, und das wollte heißen, daß er schon einer derjenigen sei, denen es auf ein paar Tausender nicht ankäme, daß er aber in dem Urlaub, den er sich gegönnt, keine rechte Freude erlebt habe. Mit den Weibern, da hat's immer was," knurrte er, und seine Hände stie- . gen mit bewegten Fingern in die Höhe, wodurch r andeuten wollte, daß nach seiner Ansicht das Ewig - Weibliche eine Neigung zum Explodiren, ksitze, die ihm und seiner Ruhe wieder einmal einen gefährlichen Streich gespielt habe. Ich wär' überhaupt daheim geblieben. Was hab' ich denn draußen? Unsinn! Bin nur wegen meinem Mädel fort, wegen der Liesel. Verrücktes Frkuenzimmer! Ich sag' Ihnen, Her? Guttenberger, Sie sind fein heraus, Sie können lachen, Sie haben lauter Buben; aber unsereiner, der nur ein - einziges Kind bat und noch dazu einen solchen eigensinnigen Balg . . . Er faltete die Hände wie zum Gebet und bewegte sie in rührender Weise. , Das kennen S' ja, Herr Guttenberger, wenn die jungen Herren meinen, daß ein Mädel ein bisserl Geld hat und ein hübsches, srisches Gesichteil, wie die heutzutage drum 'rurn schwänzeln. G'rad' aufpassen mußt! Helfen thut's aber nichts. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen das erzählt hab', daß meine Liesel, mein einziges Kind, heuer im Winter einen Privatdozenten kennen gelernt hat. und daß sie sich den durchaus eingebildet hat. , Einen PrZvatdozenten! Ich frage Sie,' was thu' denn ich mit einem Gelehrten? Meieorologe ist er, Wettermacher! Wifsenschaftlich gebildeter Laubfrosch ... So was! Ich brauch' einen Geschäftsmann als Schwiegersohn, der sich auf das Fallen und Steigen der Getreidepreise versteht, . das ist mein Mann. Also, ich hab' mir alle Müh' gegeben, ihr diesen Menschen aus dem Kopf zu bring.cn. Geredet hab' ich wie ein Buch, aber natürlich völlig umsonst. Ich sag' Ihnen, ich hab' die ganzeWissenschaft ins Haus gekriegt, die zunehtuende Trübung, die wechselnde Bewölkung, die Neigung zur Gewitterbildung mit nachfolgender Abkühlung und Niederschlägen Lieber Gott, ich lüg' nicht, aber ein Dutzend derweinte Sacktücheln sind jeden Tag im Waschkorb gelegen. Es hätt' nimmer lang gut gethan, so hätte ich mir einen besonderen Regenschirm kaufen müssen, damit ich mich vor dieser Nässe hätte einigermaßen schützen können. Nun, den' ich mir, das kann nicht mehr länger so fort gehen. Ich hab' mich also darauf besonnen, wie ich die Geschichte mir vom Hilfe schaffe und das hab' ich so angepackt: ich hab' im Stey rischen drunten ohnehin Geschäfte gehabt, die Anwesenheit erforderten, und da ich gewußt habe, daß der Professor im Juli Ferien hat, so war ich kurz entschlossen, die Liesel mit sammt ihren Schmerzen und Stürmen zusammenzupacken und imJuni mit ihr fortzureisen. Bis wir wieder zu Hause gekommen wären, so hab' ich gerechnet, sitzt der Laubfrosch auf irgend einem Schweizer oder Tiroler Bäumerl und die Luft ist rein. Zeit gewonnen ist alles gewonnen, so arg, hab' ich gemeint, wird die Lieb nicht sein, daß ihr Feuer nicht auslöscht, wenn nicht immer von Neuem nachgeschürt wird. Es hat einen harten Kampf gekostet, aber ich hab's halt doch durchgesetzt und eines schönen Tages sind wir in Graz angekommen. Graz ist ein fei- . nes St'ädtel, und meine Liesel hat sich zusehends erholt .und ist bis auf sechs Taschentücher täglich zurückgegangen, was immer ein Erfolg. war. Dort hab' ich mit meinen Geschäftsfreunden viel verkehrt, die Liesel war viel eingeladen, was sie auch auf on1 dereGedanken gebracht hat und schließlich hat sie sich sogar herbeigelassen und hat auch gelacht, wenn alles lustig war und hat nur mehr zum Kaffee ein Glasel voll Thränen von sich gegeben, und wenn sie zufällig eine Wetterkarte hat hängen sehen oder ein Barometer. Ja, noch mehr. Passen S' nur auf. Der Haggenmüller Franz, ein Spezi von mir, hat einen Sohn, der heißt aucb ftanil. dem bat die Liesel bescm-
ders gefallen nd der hat ihr auch siel ßig den Hof gemacht. Das war natürlich Wasser auf meine Mühle, denn der Alte hat Geld, der Sohn ist Prokurist bei ihm, ein tüchtiger Mensch und ein lieber Kerl. Also hab' ich mich schön stad verhalten, damit sie nicht etwa scheu wird und glaubt, ich sei ein Planer, der sie da hineinhetzen will. Nur Zeit lassen, das ist bei solchen Geschichten die Hauptsache. Und wie ich der Meinung war, sie hätt' so ziemlich angebissen, hab' ich den Franz! eingeladen, ob er nicht mit uns so eine kleine Nucksacktour machen möcht', weil er sich doch besser auskennt im Landl wie wir, u. s. w., was man halt da für Sprüch' macht. Der war gleich mit Leib und Seel dabei, na, die Leut' wissen ja, daß wir auch nicht auf der Brennsuppe daher geschwömmen sind, und wir packen auf und in die Berge hinein. Ein bissel frostig war die Liesel schon immer, ich hab' mich genug darüber geärgert, wo doch er eine so gute Partie war, aber sie ist überall mit ihm hinauf und ich, wissen S', mir thut das Steigen nicht recht gut, ich bin meistens in den Hütten zurückgeblieben. Ja, ja. Und einmal, na ... so viel hab' ich in meinem Leben nicht gelacht, sitzen wir beisammen auf so einer SchutzHütte und da war Ihnen eine Gaudi nicht zum beschreiben. - Wiener Komiker waren da, die haben Geschichten gemacht, daß man hätt' schreien können, und einen feinen Wein hat's gegeben und Zither gespielt haben sie und nachher haben sie zum Tanzen angefangt un meine Liesel ist halt doch auch aufgewacht, sie war ja sonst immer ein fideler Kerl kurz, das war der schönste Abend seit langer, langer Zeit. Denken S', Herr Guttenberger, wenn ich selber mittanze! Gegen ein Uhr, ich war schon ziemlich müd', stürzt auf einmal ein Hirtenbub herein irnj schreit: Hilfe, Hilfe, die Wandeln hängen s' drinn, schießen thun s' und schrei'n ... Hilfe!" Wir sind fürchterlich erschrocken. Ja, wer ist's denn? Der Bub hat's aber nicht gewußt, Engländer sind's, hat er gemeint. Na, alles ist aufgebrochen, Fackeln haben sie geholt, Laternen, Seil,Stangen, kurz alles mögliche. Wir sind auch mit getrabt und wie wir nach drei Stunden hin gekommen sind, wo der Bub' das Schießen gehört hat, was sehen wir da? Einen Ballon, den der Wind in das Gewände hineingetrieben hat, der sich dort gefangen hat, nicht mehr weg kann, und den die Berzluft immer an den haarscharfen Felsen auf und nieder zieht, so daß alle Augenblicke das größte Unglück hatte passiren können. Also, da war wirklich ' allerhöchste Zeit. Der Hüttenwart und seine Knechte sind schleunigst mit den Seilen hinaufgekraxelt und haben den armen Teufeln von oben das Seil zugeworfen, das von diesen dann an dem Ballon befestigt worden ist. An diesem Seil haben sie sich herunterlassen solsen. Drei Stunden haben wir geschuftet, daß uns der Schweiß inStrömen über den Buckel gelaufen ist, bis endlich der letzte Mann in Sicherheit war. Es waren zwei Engländer, die waren so erschöpft, daß sie sich der Länge nach aufs Gras geworfen haben; wie wir aber dem dritten ins Gesicht geleuchtet haben, da hat sich's herausgestellt, daß er sehr munter und ich um so matscher war. Ich weiß gar nimmer wie das eigentlich zugegangen ist. Ich kann mich nur erinnern, daß ich plötzlich neben mir einen Schrei gehört habe, daß ich vor Schrecken mich auf die Bocksledernen habe fallen lassen, daß der Fremde zu jodeln begann und meine Liesel wie narrisch um den Hals gepackt und eine Viertelstunde lang abgebusselt hat. Haben S' eine Ahnung, wer das war? Vor mir, vor meinen eigenen Augen, vor allen Leuten! Und ein Jubel war das und ein Geschrei ... Endlich habe ich doch den Kinnbackenkrampf überwunden gehabt und mich wieder ein bissel zusammengeklaubt und sieh' auf, geh hin und klopf dem Doktor auf die Schulter, da dreht er sich um, umarmt mich und fangt aufs Neue zu jodeln an, ich sei sein Lebensretter und er werde mir das nie vergessen sein Leben lang, und so drückt hat er mich, daß ich gar nimmer hab' 'schnaufen können. Und daneben ist die Liesel gestanden, in jeder Hand ein Taschentüchel und hat gerade hinaus geheult. Vor Freud natürlich. Ich weiß nicht, ich bin doch sonst ein harter Knopf, mich macht nicht leicht einer, wenn er mich beim Gemüthsgipfel erwischen will; aber ich war halt so außer Rand und Band, daß ich auch weich worden bin und ganz Hirntappig. Liesel, hab' ich gesagt, ich kann's nicht mehr erschnaufen, leih mir ein Sacktüchel! So viel Du magst, Papa," hat's gesagt. Und wie die zweie gesehen haben, daß ich schwach geworden bin, sind sie natürlich mit aller Macht übe? mich hergefallen. " . Schau, Papa," hat die Liesel gemeint, du hast ihm das Leben gerettet, jetzt mußt du auch ja sagen, sonst wäre das die größte Grausamkeit, die es geben kann, sonst hättest ihn ge scheiter hinunterstürzen lassen, dann
war' ich auch nachgesprungen und' Zetzl wär' dann alle Qual vorbei und wir wären wenigstens im Tod vereint ... hu hu!" - Prrr! Schaun S'!, lieber Freund, weil ich ihm das Leben rette, muß ich ihm mein Mädel geben! Ein ' solcher Kohl! Habe nie etwas Aehnliches gegessen .... aus Ehre. " Das ist aber gelungen," sprachGuttenberger, dann darf man ja gratuliren?" Huber zog sämmtliche Falten seines Gesichts zusammen, daß er für einen, der ihn nicht kannte, fast schrecklich anzuschauen war. Wissen S', dumm sind wir schon, aber " Und nun glättete sich feine Miene wieder, er kniff das linke Auge ein und im anderen blitzte es verrätherisch auf. So einen Zufall, Herr Guttenberger, den gibt's nicht leicht. Aber einen Telegraphen gibt's und Kanarienvögel, die hinterm Rücken ihrer Eltern Planereien treiben. Die Landung wird sich der Laubfrosch schon ein bissel wo anders vorgestellt haben .... na ja, ich kann nichts beweisen, drum will ich auch nichts behaupten. Lasfen wir's halt leben, Herr Guttenberger, wir waren ja auch nicht anders, wie Wir jung waren! Prost!" Er trank und dann fuchtelte er wieder in der Luft herum, als wenn er ganze Bienenschwärme verjagen müßte.
Parlamentarischer Enpsangö-adenÄ.
tzumoreZke von Fredy Bill. . Aber Fritz, so spät kommst Du an und so abgespannt siehst Du aus. Wo warst Du denn eigentlich?" ' Wie oft soll ich es Dir wiederholen, ich war zum parlamentarischen Empfangsabend bei Seiner Exzellenz dem Minister von Himmelburg." Die beiden Personen, welche also sprachen, waren der Reichstagsabgeordnete Fritz Heller und Klara, seine Gattin. Sie befanden sich in dem Zimmer eines Berliner Hotels. Trotz seiner Müdigkeit konnte der Abgeordnete nicht widerstehen, das Abendblatt zu lesen, welches seine heutige Reichstagsrede enthielt. Um es sich bequem zu machen, entledigte er sich des Fracks und zog den bequemen Hausrock an. Frau Klara nahm, ihrer Hausfrauenpflicht eingedenk, den Frack vom Sessel, über den er nachlässig geworfen worden war, befreite das Knopfloch von einem Orden, den sie sorgfältig verwahrte, und begann dann die Tascken des Fracks zu untersuchen. 'Aber Fritz, was ist denn das?" rief sie aus, eine Narrenkappe aus Seidenj?apicr hervorziehend.. Liebes Kind, ich habe dir doch so ost gesagt, du möchtest mich bei der Arbeit nicht stören. Ich lese soeben eine geistreiche Rede, welche " Erst jetzt blickte er auf und bemerkte das bunte Ding, das seine Frau in den Händen hielt. Ach das meinst du? Das stammt eben von einem Knallbonbon her." Giebt es denn bei Herrengesellschaften auch Knallbonbons?" 'Nur ein Scherz des Ministers. Es lagen Verse dabei, so z. V. in meinem Knallbonbon die witzigen Zeilen: Rede, wie du, wenn du schweigst, Wünschen wirst, geschwatzt zu haben." Das ist aber weder witzig, noch geistreich." So, meinst du? Man kann doch nicht gleich aus dem Stegreif geniale Dichtungen schaffen." Stegreif? Aber du sagtest " Die junge Frau legte die Karnevalsmütze schweigend bei Seite und griff abermals in die Tiefen der Fracktaschen. Fritz!" Was giebt es denn schon wieder?" Was ist das für eine blaue Schleife?" Blaue Schleife? Wie kommt denn die in meinen Frack? Aha, nun besinne ich mich. Die Schleife steckte mir Ihre Exzellenz, die Frau Ministerin, persönlich an, indem sie sagte: Ein kleines Zeichen der Anerkennung dem bedeutendsten Redner des Reichstages." Aber Fritz, Du hast doch während der ganzen Session nur heute eine kleine Rede gehalten und zwar zu Gunsten unseres Postgebäudes. Sonst hast Du doch konsequent geschwiegen." Eben das fand die Ministerin so anerkennenswerth." Dann freilich," sagte die Gattin und brachte nun einen kleinen, zusammengelegten Zettel ans Tageslicht, ettrnnt - Marke zur Schönhettsconcunenz," las sie. Es wird gebeten, den Namen der schönsten Dame auf die Rückseite des Zettels zu schreiben und denselben in die Urne zu werfen." Auf der Rückseite war von der Hand deö Abgeordneten geschrieben: Anna, die Neapolitanerin." Da bin ich doch neugierig," mau melte Frau Klara und hielt dem Gemahl daS Zettelchen vor die Augen. Auch vom heutigen Empfangsabend, Fritz?" Natürlich, ein Stimmzettel." Ein Stimmzettel? Ja, das sehe ich. Ich habe aber noch nie gehört, daß eine Neapolitanerin, Namens Anna, zum Mitglied des deutschen Reichstags gewählt worden wäre." Das behaupte ich auch nicht, liebes Srnd." sagte Fritz Heller, und bei sich
dachte er:' Nur'RÜhe! Nur Zeit gewinnen!" Nimm's nicht übel, daß ich so neugierig bin " Äewahre, ich nehme Dir gar nichts übel, Du bist doch meine liebe Klara, komm, gieb mir einen " Wer ist Anna, die Neapoletanerin, Fritz?" Merkwürdig, ich muß Dir alles erklären was Du doch bei einigem Nachdenken selbst herausfinden könntest. Wir sprachen gerade vom italienischen Handelsvertrage, und da sagte der Minister: Apropos, meine Herren, haben Sie schon meine Galerie italienischer Schönheiten gesehen?" Die meisten verneinten. Da zeigte er uns ein Album mit etwa hundert Photographien schöner Italienerinnen. Man stritt, wer die Schönste sei. Da erhob sich Se. Exzellenz und sagte: Meine Herren, ich habe diesen Streit geahnt und einen kleinen Scherz vorbereitet. Hier sind Stimmzettel. Jetzt wollen wir abstimmen, welche Dame die schönste ist. Nun, ich schrieb die Neapolitanerin auf, um kein Spielverderber zu sein, vergaß aber, den Zettel in die Urne zu werfen, da der Unterstaatssekretär Quälmeier mich gerade in eine interessante nationalökonomische Debatte gezogen hatte." Der Abgeordnete war aufgestanden und ging ärgerlich hin und her. Als nun Frau Klara wieder in die Tasche griff, blieb er vor ihr in Erwartung des Kommenden stehen. Ein zerknittertes Papier kam zum Vorschein. Er entriß es ihr, sie griff danach, es ?ntspann sich ein kleiner Kampf und das Resultat war, daß das Papier in zwei Theile zerrissen wurde, von denen die bessere Hälfte den größeren davon trug. Fritz Heller besah den Fetzen, der in seiner Hand zurückgeblieben war, und als er daraus die Worte: Krollisches Etablissement" las, steckte er ihn befriedigt ein. Du bist aber komische Fritz. ES ist mir unerklärlich, warum Du eine Speisekarte vor mir verbergen willst." Die ist wahrscheinlich vom vorigen Jahre." Keineswegs, hier steht das heutige Datum." Zeig einmal. Richtig, es ist das Menu von der heutigen Abendtafel." So? Läßt der Minister bei seinem Menu die Preise dazuschreiben?" Die habe ich selbst hingeschrieben. Ich wollte zusammenrechnen, wie theuer ein solches Abendessen in der Stadt Athen" gekommen wäre." , Daö erstemal, daß ich Anlagen zur Oekonomie bei Dir bemerke." Hast Du noch nicht genug aus den Taschen hervorgeholt?" rief er entsetzt. Es ist nur noch eine Tasche übrig. Mir sind Deine Erinnerungen an den parlamentarischen Empfangsabend zu interessant, als daß ich irgend etwas übergehen könnte, und sieh, meine Mü,. he ist reichlich belohnt. Hier habe ich noch eine Pappnase erwischt. Ich will Dich gar nicht fragen, wie diese Nase in die Tasche gekommen ist. Ich bin überzeugt, Du würdest mir sagen, Du hättest diese Nase von Deinem Borgesetzten erhalten, weil Du Dich zu eisrig den Rechtsarbeiten widmest, und zu wenig an Deine Beamtenkarriere denkst. Oder Du könntest noch richii ger sagen, Du habest diese Nase mitgebracht, um sie Dir von Deiner Frau ertheilen zu lassen, dafür, daß Du sie stundenlang in dem Hotel einer wildfremden Stadt allein läßt, ihr einredcst, Du gingest zu einem Parlamentrischen Empfangsabend, Dich dann irgend welchen gottlosen Vergnügungen überläßt, in später Nacht müde heimkehrst und zu Deiner Entschuldigung die unglaublichsten Schwindeleien vorbringst." Liebe Klara, ich bin zerknirscht und will beichten, ehe ich einschlafe. Einer meiner Collegen schilderte mir den Maskenball des Corps de Ballet, der, wie alljährlich, so auch heute, im Krollschen Etablissement stattfand, so verführerisch, daß ich mich bethören ließ, den parlamentarischen Empfangsabend zu schwänzen und mit ihm zu gehen. Es war aber riesig langweilig. Hast Du mir jetzt noch etwas vorzuwerfen?" Ja. daß Du mich nicht mitgenommen hast." Renommage. Weißt Du's schon, Gustl? Unser Freund Karl hat sich erschossen!" Ja.weshalb denn?" Wegen gänzlich zerrütteter Vermögensverhältnisse!" Du lieber Gott! Wenn ich mich deswegen hätt' erschießen wollen, wä'r ich mein ganzes Leben lang noch nicht aus dem Pulverdampf herausgekommen!" Kleines Mi ßverstandn i ß. Herr von Stritzow ist zum ersten Mal auf einer Hochgebirgstour. Gleich im Anfang seilt ihn der Führer beim Ueberschreiten einer nicht gerade gefährlichen Stelle an. Na, was is denn das!?" sagt Herr von Stritzow erstaunt, glauben Sie vielleicht, ich gehe Ihnen mit dem Führerlohne durch?" Zu viel verlangt. Der kleinen Erna fällt das Butterbrot auf die Erde, , natürlich mit der gestrichenen Seite nach unten; weinend läuft das Kind zur Mama. Erzürnt wendet sich die junge Hausfrau an die Köchin: Ich muß Sie schon bitten, daß Sie den Kindern das Butterbrot nicht immer auf der verkehrten Seite strei chen!"
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