Indiana Tribüne, Volume 27, Number 309, Indianapolis, Marion County, 20 August 1904 — Page 5
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Die letzte MohiKancrin. Eon AntZN Tschechow. AuS dem Russischen von St. G. '.- Ich und der Gutsbesitzer, Nittmeisier a. D. Dokukin, bei dem ich im Frühjahr zu Besuch war, saßen an einem herrlichen Frühjahrsmorgen in Großvaterseffeln und blickten träge zum Fenster hinaus. Cs war furchtbar langweilig. Pfui!" murmelte Dokukin. Es ist so langweilig, daß man selbst den Gerichtsvollzieher freudigst begrüßen würde!" Soll man schlafen gehen? dachte ich. Und wir sannen lange, sehr lange über das Thema der Langeweile nach, so lange, bis wir durch die längst nicht mehr gewaschenen Fensterscheiben, in denen sich ein. Regenbogen brach, eine kleine Veränderung bemerkten, die in dem Kreislauf des Weltalls eingetreten war: der Hahn, der neben dem Thor auf einem Haufen vorjähriger Reiser stand und bald den einen, bald den anderen Fuß emporhob (er wollte beide Füße zugleich emporheben), schüttelte sich plötzlich und stürzte, als ob ihn et was gebissen hätte, von dem Thor nach der Seite. Es kommt Jemand," lächelte Dokukin. Wenn der Teufel wenigstens Gäste herbeibrächte. ES würde immerhin lustiger werden." Der Hahn hatte uns nicht betrogen. In dem Thor erschien zuerst ein Pferdekopf mit einem grünen Joch, sodann das ganze Pferd und zuletzt ein dunkler, schwerer Wagen mit riesigen, unförmlichen Flügeln, die den Flügeln eines auffliegenden Maikäfers ähnlich sahen. Der Wagen fuhr in den Hof hinein, bog ungeschickt nach links um und rasselte pfeifend und keuchend nach dem Stall. Zwei menschliche Figuren saßen darin: eine weibliche und eine kleinere männliche. Der Kuckuck hole sie," flüsterte Dokukin, wobei er, mich mit erschreckten Augen ansah und sich die Schläfe rieb. Man hatte keine Sorgen, da hat sie der Teufel hergeführt. Nicht umsonst habe ich heute einen Ofen im Traume gesehen!" Was denn? Wer ist denn gekommen?" Meine Schwester mit ihremManne, hole sie...!" . Dokukin erhob sich und ging nervös
im Zimmer auf und ab. Mir ist ganz kalt um's Herz," brummte er. Es ist sündhaft, für die eigene Schwester keine Familiengefühle zu haben, aber glauben Sie's mir? es ist mir lieber, . einem Räuber- , hauptmann im Walde zu begegnen, als ihr. Wollen wir uns nicht verstecken? Mag ihnen Timoschka vorlügen, daß wir zur Versammlung gefahren sind." - Dokukin-rief laut nach Timoschka. Aber es war zu spät, um zu lügen und sich zu verstecken. Nach einer Minute wurde im Vorzimmer Geflüsier vernehmbar: ein weiblicher Baß floß. mit einem männlichen Tenor zusammen. Mach' mir unten die Krause gerade!" sagte der weibliche Baß. Wieder hast du die falschen Beinkleider angezogen!" Die blauen Beinkleider' hast du dem Onkel Wasilif Antipytsch geschenkt, die bunten sollte ich doch bis zum Winter aufbewahren," vertheidigte sich das Tenorchen. Soll ich den Shawl für dich mitnehmen, oder wünschest du, daß er hier bleibt?" Endlich öffnete sich die Thür, und in das Zimmer trat eine etwa vierzigjährige, starke, große, behäbige Dame im blauseidenen Kleid. Auf ihrem rothwangigen. mit Sommersprossen bedeckten Gesichte stand so viel blöde Wichtigthuerei geschrieben, daß ich sogleich verstand, weshalb Dokukin sie so wenig leiden konnte. Hinter der dicken Dame trottete ein kleines, mageres Männchen in einem bunten Rock, breiten Beinkleidern und Sammetweste. Er hatte schmale Schultern und ein glattrasirtes Gesicht mit einem rothen Näschen. Auf seiner Weste baumelte eine goldene Kette, die einer Lämpchenkette ähnlich sah. In seiner Kleidung, den Bewegungen, dem Näschen. in der ganzen unbeholfenen Figur war etwas von sklavischer Demuth und Bewegung verborgen. Guten Tag, Schwester!" sagte Dokukin. Die Dame lächelte sanft und legte ihre Lippen auf Dokukins Lippen. Erlauben Sie, daß ich Sie bekannt mache... Meine Schwester, Olimpiada Jegorowna Chlikin . . . Ihr Gatte, Dosijef Andreitsch ... Und das ist ein guter Bekannter von mir" . . . Sehr angenehm." sagte Olimpiada Jegorowna bedächtig, ohne mir die Hand zu reichen. Sehr angenehm!" . . . Wir setzten uns und schwiegen eine Minute. Nicht wahr, du hast keine Gäste erwartet?" begann Olimpiada Jegorowna, indem sie sich an Dokukin wandte. Ich habe selber, Brüderchen, nicht daran gedacht, zu dir zu kommen, aber ich fahre zum Adelsmarschall, und unterwegs"... Wozu fährst du zum AdelZmarschall?" fragte Dokukin. Wozu? Mich über ihn zu beklagen!" Die Dame zeigte- aus ihren Mann. Dosijef Andreitsch schlug die Augen nieder, zog die Füße unter den Stuhl und hustete verlegen in die Faust.
Weswegen hast du dich über ihn zu beklagen?" Olimpiada Jegorowna seufzte. Er vergißt seinen Stand!" sagte sie. Was soll ich machen? Ich habe mich bei dir beklagt, lieber Bruder, und bei seinen Eltern, ich fuhr mit ihm zum Pfarrer Gregor, daß er ihm Lehren ertheile, und versuchte selber alle Mittel es führte zu nichts! Ich bin nun gezwungen, den Adelsmarschall zu belästigen" ... Was hat er denn gethan?" Gerhan hat er nichts, aber er vergißt seinen Stand! Zwar trinkt er nicht, ist friedlich, höflich, aber was nützt das. wenn er seinen Stand vergißt! Sieh mal hin, da sitzt er gebeugt, wie ein Bittsteller oder ein Unadeliger. Sitzen so die Edelleute? Sitze, wie es sich gehört, hörst du?" Dosijef Andreitsch streckte den Hals aus, hob das Kinn in die Höhe, wahrscheinlich, um sich hinzusetzen, wie es sich gehörte, und sah seine Frau ängstlich von unten auf an. So blicken Kinder, wenn sie schuldig sind. Als ich merkte, daß die Unterhaltung einen intimen, familiären Charakter annahm, erhob ich mich, um hinauszugehen. Frau Chlikin sah meine Bewegung. Das thut nichts, bleiben Sic sitzen!" sagte sie zu mir. Es ist nützlich, wenn junge Leute das hören. Sind wir auch keine Gelehrten, so haben wir doch mehr erlebt, als Ihr. Lasse Gott Alle so viel erleben, wie uns... Na, wir' werden schon bei dir Mittag essen. wandte sich Frau Chlikin an ihren Bruder. Aber wer weiß, ob es heute bei dir Fastenspeise gibt. Du denkst wohl nicht daran, daß Mittwoch ist?" Sie seufzte. .Laß für uns Fastenspeise machen, Fleisch essen wir nicht, das hilft nun nicht, Brüderchen." Dokukin rief Timoschka und bestellte FastenMittagbrot. Nach dem Essen fahren wir zum Adelsmarschall," fuhr Frau Chlikin fort. Ich werde ihn anflehen, daß er seinen Einfluß ausübt. Es ist seine Sache, darauf zu achten, daß die Edelleute nicht entgleisen." Ist denn Dosijef entgleist?" fragte Dokukin. Als ob du es zum ersten Male hörtest," sagte Frau Chlikin ärgerlich. Dir ist es auch ganz gleichgültig...
Du denkst selber nicht allzu viel an deinen Stand. Wir wollen einmal den jungen Herrn fragen. Junger Mann," wandte sie sich an mich, schickt es sich nach Ihrer Meinung, wenn ein wohlgeborener Mann sich mit jedem Pack einläßt?" Es kommt darauf an, mit wem," stotterte ich. Na, beispielsweise mit dem Kaufmann Gusew. Ich lasse diesen Gusew nicht an die Schwelle, und . er spielt mit ihm Dame und frühstückt bei ihm. Ist es passend, wenn er mit dem Schreiber zur Jagd geht? Wovon kann er mit dem Schreiber sprechen? Der Schreiber wird nicht einmal wagen, einen Laut von sich zu geben, geschweige sich zu unterhatten, wenn Sie es wissen wollen, geehrter Herr!" Ich habe einen schwachen Charakier." flüsterte Dosijef Andreitsch. Ich werde dir Charakter beibringen." drohte ihm die Frau und schlug wüthend mit dem Ring auf die Stuhllehne. Ich lasse es nicht zu, daß du unsere Familie blosstellst! Wenn du auch mein Mann bist, werde ich dich doch blamiren. Du mußt es verstehen! Ich habe dich unter die Leute gebracht! Die Familie der Chlikins ist eine heruntergekommene Familie, und wenn ich. eine geborene Dokukin, ihn geheirathet habe, so muß er das schätzen und fühlen! Es kostet mich genug, mein Herr, wenn Sie es wissen wollen! Was hat es mich gekostet, ihn in den Staatsdienst zu bringen! Fragen Sie ihn nur! Wenn Sie es wissen wollen, so hat mich ein einziges Examen zum ersten Rang dreihundert Rubel gekostet! Und weshalb schinde ich mich? Glaubst du, Dummkopf, daß ich es deinetwegen thue? Rede es dir nur nicht ein! Mir ist die Familie unseres Geschlechtes theuer! Wäre nicht die Rücksicht auf die Familie, du wärest längst in der Küche bei mir verfault, wenn du es wissen willst!" Der arme Dosiief Andreitsch horte zu, schwieg und kroch ganz in sich zusammen, ich weiß nicht, ob vor Angst oder vor Schande. Auch bei Tisch ließ die strenge Gattin ihm keine Ruhe. Sie wandte kein Auge von ihm und verfolgte die geringste seiner Bewegungen. Streu Salz in die Suppe! Du hältst den Löffel falsch! Rücke die Salatschüssel ab, sonst bleibst du mit dem Aermel daran hängen! Zwinkere nicht mit den Augen!" Er aß hastig und krümmte sich bei ihrem Blick, wie ein Kaninchen unter dem Blick einer Riesenschlange. Er verzehrte mit seiner Frau das FastenMittagbrot, warf aber gierige Blicke auf unsere CotelcttL. Bete!" sagte zu ihm die Frau nach Tisch. Bedanke dich bei dem Bruder!" Nach Tisch ging Frau Chlikin in das Schlafzimmer, um auszuruhen. Als sie das Zimmer verlassen hatte. packte sich Dokukin bei den Haaren und ging im Zimmer auf und ab. Ein unglücklicher Mensch bist du, Brüderchen," sagte er schwer athmend au Dosüef. IS babe eine Stunde
mit ihr verbracht und bin ganz milde; wie hältst du es mit ihr all' die. Tage und Nächte aus... ach! Ein Märtyrer, ein unglücklicher Märtyrer bist du! Ein Jünger von Bethlehem!" Dosijef zwinkerte mit seinen kleinen Augen und sprach: Madame sind streng zu mir, das ist wahr, aber ich muß Tag und Nacht für sie zu Gott beten, denn ich sehe darin nichts als Wohlthat und Liebe." Ein verlorener Mensch!" Dokukin schüttelte abwehrend mit der Hand. .Und es qab eine 5Zeit, da er in Bersammlungen Reden hielt, und eine neue Säemaschine erfand. Die Heze hat den Menschen zusammengeritten. Ach!" Dosijef!" ertönte der weiblicheBaß. Wo steckst du denn? Komm hierher, jage mir die Fliegen weg!" Dosijef Andreitsch erzitterte und lief auf den Spitzen in's Schlafgemach. Pfui!" spuckte ihm Dokukin nach.
Das Lchaukel-Neli. Jagd-Humoreske von August Gotthard. Heinrich, der junge Forstgehilfe, ein schmucker, kerniger Bursche, hatte eine herzige Liebe zu Marie, der schönen Tochter des alten Försters, welcher mitten im Walde wohnte. Um das Forsthaus erhoben uralte Buchen ihre vom Herbst goldig gefärbten Häupter, und wenn die Sonne durL die Bäume in die niedrigen Stuben strahlte, und Heinrich in seinem Zimmer, die Schußwaffen sorgfältig putzend, dem munteren Gesänge lauschte, der aus der ebenerdigen Küche kam, dann ging es wie ein Schimmer von seligem Glück über die hübschen Züge seines wettergebräunten Antlitzes; denn Marie war es, die unten in der Küche die lieben Lieder sang, die im Volke gang und gäbe sind. Und Heinrich dachte daran, daß auch Marie ihm nicht abgeneigt zu sein schien; schon oftmals hatte sie ihn doch mit eigentlich recht verliebten Augen angeblickt, wie er bemerkt zu haben glaubte. Oder war es nur Irrthum von ihm? Denn richtete er einige Worte an das hübsche Mädchen, dann suchte sie wie ein schüchternes Vöglein sich aus seiner Nähe zu entfernen, was unseren Heinrich jedesmal recht verdroß. Kam aber der Sonntags-Jäger, der Sohn des reichen Spielwaarenfabrikanten Kurzer, aus der nächsten-Stadt, mit. seinem Kneifergesicht und den spindeldürren Waden, die in rothledernen Schaftstiefeln steckten, dann strahlte Marie förmlich vor Freude. Sie konnte gar nicht genug den albernen Erzählungen zuhören. Heinrich lachte, wenn er daran dachte, daß der Spielwaarenfabrikant eigentlich noch niemals etwas Anderes geschossen hatte als Löcher in die Luft. Aber riesig verdroß es urlseren Forstgehilfen, daß Marie diesen rothledernen Schaftstiefelträger so bevorzugte. Vergebens sann Heinrich darüber nach, wie er wohl den Rivalen unschädlich machen könnte. Als Heinrich in den nächsten Tagen zufällig auf dem Boden des Forsthauses zu thun hatk und dort ein altes Schaukelpferd sah, kam ihm jedoch plötzlich der erlösende Gedanke. Still vergnügt erkundigte sich der junge Jäger beim Förster, ob der Rottzlederne zur nächsten Treibjagd komme, und lustig pfiff der schmucke Bursche vor sich hin, wenn ihn von nun an der Weg, wie es oft der Fall war, zu einer Jagdkanzel in der Nähe führte. Der Tag der Treibjagd war gekommen. Der Rothlederne war mit verschiedenen. Freunden im Forsthause erschienen und beeiferte sich, Marie, der Försterstochter, den Hof zu machen, was deren Mienen sichtlich aufheiterte. Infolge dessen blickte Heinrich finster vor sich hin, nur ab und zu erhellte ein Strahl geheimer Freude sein betrübtes Antlitz. Glücklicherweise brach der Rothlederne bald mit seinen Freunden auf. Die Hunde bellten. Es ist die reinste Gigerljagd!" meinte Heinrich zum alten Förster, welcher in den weißen Bart lachte. Draußen blies der Diener des Rothledernen einen Jagdruf durch ein funkelnagelneues Horn in den Wald hinein. Dann gingen die Jäger in's Gebüsch zu ihren Jagdkanzeln, zu denen die Treiber das Wild hinscheuchen sollten. Einsam auf seiner Jagdkanzel stand der Sohn des reichen Spielwaarenfabrikanten Kurzer. Schon war eine gute Zeit verstrichen; rechts von ihm hatten bereits die Büchsen geknallt, aber ihm war noch nichts vor die Mündung gekommen. Die Sache begann langweilig zu werden. Blickte er aber auf sein schönes Jagdkostüm, so erfüllte ihn hoher Stolz. Doch was ist das? Ein Knistern wird hörbar! Ein Raffeln im Gebüfch! Und siehe, dort ein Meh, welches schüchtern den Kopf durch das Buschwerk steckt Und jetzt guckt es wieder und jetzt noch einmal! v Die Büchse an die Wange reihen, losdrücken, war für den jungen Nimrod eins. Dann blickte er hinüber. Ach," seufzte er. das Reh , lebt noch!" Wieder streckte es den Kops durch das Gebüsch. Noch em Schuß! ' Donnernd ballte er durch den Wald.
Und Kurzer schaute wieder hinüber.
Was Ney mate tmm noch: Bonnerwetter Das Bied siebt a verdammt fei: im fteucr!" fluckte er vor sich hin. Warte, dir blase'ich das Lebenslicht heute doch noch aus!" Mit diesen Morten eröffnete tr tm furchtbares Schnellfeuer auf das Reh. Und der Wald erdröhnte von dem rasenden Geknalle. Der Hund Kurzers aber verkroch sich ängstlich. Von allen Seiten liefen jetzt die staunenden Jagdzenossen und die lachenden Treiber dabei. Auch Heinrich und der alte Förster kamen. Der Diener viies m s neue Jagdhorn aus Freude, daß die Jagd, wie er meinte, heute ein fo glänzendes Resultat hätte, denn so viel sei doch noch nie geschaffen worden. Keiner von den äaern batte Zwar etwas getroffen, aber Kurzer zeiqte vzvzno uno woruos vorusregung aus die' Stelle im Gebüsch, auf welche er sein Jagdschnellfcuer gerichtet hatte. iüie Hunde heulten. Alles eilte auf den bezeichneten Busch zu, große Spannung lag in al len Mienen. Und was war hinter dem Busch: Ein unversehrtes Schaukel Pferd, dem man em Reygehorn mit em paar Nägeln auf den Kopf befestigt hatte. . Em Strick fllbrte von dem so vollendeten Schaukel-Reh zu dem Baum, hinter welchem der Hallunke, wie ihn Kurzer, der dieSvrache endlich wiedergefunden hatte, entrüstet nannte, gestanden haben mußte, der Hallunke, der das künstliche Reh dem SpielwaarenFabrikanten so freundlich sechsmal zunmen lieft. Die Treiber lachten, dieForster lachten. Der alte Förster meinte, der Spaß sei ein Vermögen werth! Die ct-t rti . . Ruinen rouien iom vor acycn uoer den struvviaen. weisen Bart. Soaar die Sonntagsjäger lachten. Nur Kurzer nicht. Er gab dem Diener die Flinte, drehte sich herum und enteilte mit langen Schritten. Zwar fiel er über eine Baumwurzel, aber rasch stand er wieder auf, und wie der Wind ging es hinaus, hinaus aus . dem düsteren Wald. Nie hat man ihn dort wiedergesehen. Daheim im Forsthause berichtete der alte Förster seiner Tochter den Kapi-tal-Spaß. Heinrich war dabei. Als d Vater lachend seine Erzählung geendet hatte, blickte Marie den Forstgehilfen schelmisch an und sagte: Das Schaukelpferd wird wohl " . Doch sie konnte ihre Worte nicht vollenden. Ein Bote kam und brachte ein Telegramm von der nahen Station: ' Kündige Jagd, Kurzer," war der Inhalt. ,Der Förster ging' mit dem Voten hknaus, um ihm einen näheren Rückweg zu zeigen. Heinrich und Marie befanden sich allein. Ach. wie schade, daß Herr Kurzer nicht mehr kommen wird," meinte Marie. Er hat mir doch so manche Freude durch sein komisches Wesen und Reden bereitet!" Da leuchtete es in des Jagdgehilfen Augen, und er frug sie, was sie wohl hätte sagen wollen, wenn der Bote sie nicht unterbrochen haben würde. Daß Sie das Schaukelpferd von unserem Boden holten," antwortete Marie. Aber ich wollte Sie nicht verrathen!" Und ein inniger Blick strahlte zu ihm hinüber. Da ging es wie ein gewaltiges Sehnen durch das Herz des schmucken Ja gers. Er beugte sich herab und küßte Mariens Hand. Und Marie ließ es geschehen, daß er sie dann zärtlich umarmte. Da trat aber der alte Förster herein. Ueberrascht blickte er auf daZ junge Liebespaar. Also liebt Ihr Euch doch?" rief er froh aus. Schon hatte ich alle Hoffnung aufgegeben, daß Du, Heinrich, einst mein Nachfolger im Amt und Haus werden würdest!" Vater," sagte schüchtern Marie, die Schuld daran hat nur daS Schaukel-Reh!" Die findige Post. An meine liebe Braut Hedwig, zur Zeit in Bad Nauheim in Deutschland" so lautete, wie man aus Deutschland schreibt, infolge einer Wette zwischen zwei Herren in Riga die Adresse einer Postkarte, deren Adressatin sich seit einiger Zeit in Bad Nauheim besano. Aus der dickleibigen Kurliste der letzten Wochen wurden mit heißem Bemühen" die zahlreichen Hedwigs amtlich herausgezogen und als dann im Vriefträgerzimmer festgestellt, daß eine darunter fast täglich Briefe und Karten aus Rußland erhielt, was als Indizienbeweis starken Verlobtseins" aufgefaßt wurde. Und richtig, diese Annahme täuschte nicht, und ohne Zeitverlust gelangte die Kar, te thatsächlich in die zarten Hände der Adressatin. Verlegenheii. Huberbauer: I' hab' was gmerkt. Bet der nächsten Wahl muß V Vürgermeista wer'n die Bauern wollen'S net anders! . . .I' machat mir aa' so viel net d'raus, wenn's net wegen der Ansprach' wär', die i' halt'n muß. Sonst hab' i' s' alleweil Lumpen und Spitzbub'n g'heib'n, und jetzt soll i' auf amal sag'n: Meine Herren" -
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