Indiana Tribüne, Volume 27, Number 307, Indianapolis, Marion County, 18 August 1904 — Page 3

Jnbiana Ztföüne, 18. August 19 ol.

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St

,niiv benachrichtigt.

Demokrat. Vicc-Präsidcntschasts-Candidat empfangt seine ossicicllc Nomination.

Seine Auslassung über die Arbeiter-Frage. Pythias-Nitter. Entdeckter

Dynamit-Anschlag. Senator Hoar Arbeiterführer H. S. D a v i S formell b en a ch r i ch t i g t. WhiteSulphur Spring S, 17. August. Henry Gassaway DaviZ wurde heute formell davon in Kenntniß gesetzt, daß er der Candidat der demokratischen Partei für die VicePräsidentschaft ist. Herr DaviS nahm die Nomination in einer kurzen Rede an, welche die Ansichten von Richter Parker über die Geldfrage wiederholt und den Entschluß kundgibt, den Wahlfeldzug erfolgreich zu Ende zu ühren. Ueber' daS Verhältniß von Arbeit und Capital bemerkte Redner: Aus DaviS Rede. In der Sprache unserer Platform ind die Rechte der Arbeit sicherlich nicht weniger heilig und nicht weniger zerstörbar als die Rechte des Capitals." Die Zeit ist günstig, um die Wahrheit dieser Behauptung zu betonen. DaS höchste Recht des Eigenthums ist daS Recht sich selbst und die Arbeit seiner t r j f Y eigenen yanoe zu oen&en. cy elbst habe vor Jahren als Lohn-Ar beiter gewirkt und ich weiß, was es heißt, sich sein Brot im Schweiße seines Angesichts zu verdienen. Ich war stets der Ansicht und meine Ueberzeugung kam von der harten Schule der Erfahrung, daß nach Art seiner Thätigeit und den Unterhallskosten gemessen. Jedermann ein Recht auf volle Entöhnung für seine Dienste besitzt. Meine Erfahrung als Lohnarbeiter ,md meine Verbindung mit der Arbeit haben mich in gleicher Weise den Werth demokratischer Principien gelehrt; denn durch sie wird dem Niedrigste der stärkste Schutz seiner individuellen Rechte, der höchste Ansporn zu jenem Geiste der Unabhängigkeit und der Liebe zur Selbsthilfe, welche die lauterften Charaktere erzeugen und die Grundlage für die bestmögliche Regierung bilden. Die Feier im HotelGarten. Die Notisications-Rede hielt der Co-mite-Vorsttzende, Abgeordneter Williams aus Mississippi. Die Ceremonie fand im Garten des Hotels statt, der ein natürliches Amphitheater bildet. nach allen Seiten von der Redner-Tri-büne aufsteigend und durch hohe Eichen geschützt. Der Tag war prachtvoll, die Lust still und klar. Aus Virginien und den Grenzstaa ten hatten sich Hunderte begeisterter Demokraten versammelt; Bahnzüge brach' ten Andere aus weiterer Entfernung. Rauhe Gebirgssöhne kamen zu Pferde, zu Fuß und zu Wagen mit ihren Famitten. Die Feier war durch die größte Einfachheit bemerkenswerth. Die be rühmte Capelle der Stonewall Brigade aus Staunton, Va., von Gen. Jackfon, spielte patriotische Weisen. Vorsitzender Taggart hatte gestern depeschirt, daß er unmöglich abkommen könne. Der einzige Vertreter der N. I. Demokraten war Parry Belmont. Herr DaviS, der bei bester Gesundheit I und Stimmung schien, bewegte sich ungezwungen unter der Mengr auf den breiten Hotel-Verandas unn sprach mit zahlreichen Leuten in den Hotelgangen. Demokraten von Jdaho. L e w i st o n, Jda., 17. August. Henry Heisfeld von Lewiston, früherer Bundessenator, wurde von der demokratischen Staats - Convention durchZuruf als Gouverneurs-Candidat aufgestellt. Hart 'S Deportation. New Bork. 17. August. Auf Befehl des Handels - Sekretärs wird Rev. Hart, der in Brooklyn letzte Woche in Haft kam, am Sonntag auf dem Dampfer Germanic der amerikan. Linie deportirt. Armselige Geschichte. L o u i s v i l l e, Ky., 17. Aug. Außer Stande, die nöthigen Pferde für die Brigade-Ossiziere nebst ihren Stä ben zu bekommen, beschloß heute Gene ral Carnahan die Revue zu unterlassen. Sie bildete stets die GalaFeier bei dem Pythias. Feldlager und allein auf dies Erelgniß bereiteten sich viele Compag nien vorher Wochen lang vor.

sterbend. Welt-Ausstellung. verhaftet.

Entdeckter DynamitAnschlag. Colu mb u s. O., 17. Aug. Ein Anschlag, das Zuchthaus in die Lust zu sprengen, wurde heute früh entdeckt. Man fand Dynamit und andere Ex-Plosiv-Stoffe; einige der Gefangenen stehen unter Veidacht. Senator Hoar sterbend. W o rch e st e r, Mass., 17. August. Senator S. F. Hoar liegt im Sterben. Sein Sohn sagte heute, der ehrwürdige Senator hätte vielleicht noch höchstens 3 Tage zu leben. Starker Besuch erwartet. Weltausstellungsplatz, St. Louis, 17. Aug. Die Ausstellung ist in die zweite Hälfte ihres Bestehens eingetreten; der Gesammtbesuch bis heute stellt sich in runden Zahlen auf 7,000,000. Ohne Zweifel wird die zweite Hälfte den bisherigen Besuch um mehr als das dreifache übertreffen. Das kühle Wetter tritt jetzt ein, die Ausstellung ist bis auf alle Einzelheiten vollständig und die Verdienste des gro ßen Unternehmens sind weithin bekannt geworden. Der Hauptclerk beim Besuchs-Depar-tement, F. L. Turner, hat sein Entlassungsgesuch eingereicht. Arbeiter. Führer verhaftet. New York, 17. Aug. Philip Weinseimer, der Führer in dem gegenwärtigen Streik der Bauhandwerker, wurde heute verhaftet. Die Anklage lautet auf Erpressung. Kläger ist S. Essig und der Betrag, um den es sich handelt, 81000. Stadt-Marschall erstachen. Madisonville, Ky., 17. Aug. Wie heute aus Dixon verlautet, wurde Stadt-Marschall Overby erstochen, als er einen Betrunkenen in Haft nehmen wollte. Verunglückt und beraubt. Shelbyville, 17. August. Vergangene Nacht wurde zwischen hier und Fairland William Hardy aus LouiZville, Ky., von einem Bahnbeam ten bewußtlos aufgefunden und nach dem Kennedy Hospital verbracht. Daselbst erzählte er, nachdem er wieder zu sich gekommen war, daß er mit zwei Kerlen auf dem Knickerbocker-Zug von Indianapolis gefahren fei. Sie hätten auf der Plattform gestvnden, Bier ge trunken und sich dann auf die Wagen stufen gesetzt. Was dann mit ihm ge schehen sei, wisse er nicht, nur vermisse er seine Uhr und S10 Baar. Als seine Wunden verbunden waren, verschwand er aus dem Hospital wieder. Klvndike Saloon geschloss e n. Columbuö, 17. Aug. Auf Befehl des Mayor Parker ist der Klondike Saloon, in welchem sich der Mord des alten Farmers Bryce Burns zugetragen hat, geschlossen worden. Der Coroner setzt seine Untersuchung fort und die Polizei ist froh, daß sich Daniel David Wagner und Geo. Hayes in ihren Händen befinden. Einer von diesen beiden ist der Mörder. Monroe wird gefangen gehalten wegen Trunkenheit, unordentlichen Betragens und Angriffes mit der Absicht zu tödten. Pude Wafferd wird als Zeuge festgehalten. W e i t e r e O p f e r. Chicago, 17, Aug. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Schnell zug der Chicago Great Western Bahn und dreier elektrischen Straßenbahnwagen kamen heute vier Personen um's Leben; eine Person wurde tödtlich, und etwa 40 sind schwer verletzt. DaS Unglück ereignete sich an der Kreuzung der 43. Ave. und den Gelei sen der Chicago Great Western Bahn. Der Zug lies in die Stadt ein, und, wie verschiedene Augenzeugen aussag ten, mit großer Fahrgeschwindigkeit. Albany. Ore. Waldbrände in den Cascaden östlich von Lebanon wüthen über ein ausgedehntes Gebiet. 36 Quadrat-Meilen Wald sind bereits vernichtet. '

Unerhörte Greuel.

Pöbel von Statesboro, 18a , ermor det weitere Farbige. Statesboro, Ga., 17. August. Es fanden trotz allem noch weitere Unruhen statt. Ein Neger wurde erschössen 5 Meilen von der Stadt auf. gefunden, 2 Neger wurden in ihrer Hütte Nachts von unbekannten Schurken ermordet. Statesboro, Ga., 17. Aug. Nach der heftigen Ausdehnung, welche die Verbrennung von zwei Negern mit sich brachte, ist heute Alles ruhig hier. Der Gerichtshof hat sich vertagt, die Truppen sind nach Savannah zurück und die kleine Stadt bietet wieder das übliche Aussehen. Ein Gerücht, einer der Gefangenen sei freigelassenen und gelyncht worden, hat sich bis jetzt nicht bestätigt. St. L o u s, 17. Aug. Der heute angelangte Gouverneur Terrell von Georgia richtete richtete sofort eine Depesche an den General'Adjutanten der Georgia Miliz, worin er volle Untersuchung des Statesboro LynchmordS anbesiehlt. Flammenvon Hunderten bekämpft. Cincinnat i, 17. August. Die großen Holzhöfe von C. Crane & Co. geriethen Mittags in Brand und die Flammen wütheten bis 2 Uhr. DaS ganze Departement wurde ausgerufen, da daS Feuer anderes Eigenthum ergriff. Von den Crane'schen Sägemühlen ist keine abgebrannt, dagegen eine große Holzmasse nebst anderem Material. Ueber 200 Angestellte der Firma und Hunderte andere betheiligten sich an den Arbeiten, um eine Weiter-Ausbreitung der Flammen zu hindern. Die Flammen, die sich angesichts der Trockenheit rasch ausdehnten, gewährten einen solch prächtigen Anblick, daß zahlreiche Boote auf dem Flusse mit Zuschauern besetzt waren, ebenso die Kentucky Ufer von Tausenden. Ausstellung undregierende Fürsten. Washington, 17. Aug. Nachforschungen im Staats-Departement ergaben die Thatsache, daß durch das Departement keine Einladung an irgend einen regierenden Fürsten zum Besuche der Weltausstellung erging. Die Regierung beabsichtigt derartige Einladungen nur auf ausdrückliche Weisung des Congresses zu erlassen. Der Congreß bewilligte kein Geld zur Bewirthung königlicher Besucher; außerdem erscheint eine Bevorzugung nicht wünschenöwerth und die Einladung aller gekrönten Häupter Europas nach St. Louis auf RegierungsUnkosten ist nicht gut durchführbar. Falls derartige Besucher aus eigenem Antrieb kommen, wird der Präsident dafür for gen, daß ihnen jede mögliche Aufmerkfamkeit erwiesen wird; aber Einladungen kann er nicht erlassen. Bayerische Prinzen. San F r a n c i s c o, 17. Aug. Die Prinzen Georg und Konrad v. Bayern, welche unter dem Titel Grafen v. Wartenburg eine Tour durch den amerik. Continent machen, trafen hier in Begleitung des Herrn v. Reitzenstein ein. In Mexico waren sie Gäste des Präsidenten Diaz; von hier aus gehen sie zur Welt-Ausstellung. Die schwarze Hand". Italienischer Kindesrauber entgeht mit Mühe dem Lynch'Tode. P i t t S b u r g , Pa., 17. August. Ein unbekannter Italiener, der die kleine Helen White entführen wollte. wurde heute in Allegheny nur durch die Polizei vor dem Lynch-Tode gerettet. Der Italiener gab dem Kinde Zucker werk und trug es auf feinen Armen weg, als ihn ein Nachbar sah und ihm die Kleine entriß. Bald verbreitete sich daS Gerücht, es fei das Werk der italie nifchen Gesellschaft Die schwarze Hand" und an 1000 Leute umzingelten ein Haus, in das sich der Italiener geflüch tet hatte. ' Lynch-Drohungen erschollen; man versuchte, den Mann zu greifen, und erst nach Ankunft der Polizei zerstreute sich die Menge. Da der Mann nicht englisch sprechen kann, nannte ihn die Polizei James Flesch.

Auf den Stumpf

anvidatDavis spricht voraussichtlich in den zweifelbaften Staaten. E f o p u , N. V., 17. Aug. Fast jede Delegation audem Westen drängt Richter Parker, auf .eine Stump-Tour während der Campagne' zu gehen und alle zweifelhaften Staaten zu besuchen. Dieses Ziel hatte der heutige Besuch von G. V. Menzies.. Mout Vernon, Ind., und von John Spencer, Evansville, Ind., im Auge. Die Herren fanden fo viel Ermuthigung, daß sie bei Herrn Parker über achteten, um die Angelegenheit einer westlichen Tour zu besprechen. Seit der Notisicationsfeier wurde ein solcher Druck auf ihn geübt, daß Herr Parker versprach, die an ihn ergangenen Einladungen in ernste Erwägung zu ziehen. Wald-Lrände. M i f f o u l a, Mont., 17. Aug. In den Bergen von Vonita, 24 Meilen von hier, wüthen schwere Waldbrände. Der Brand enstand vor 4 Tagen und griff mit rapider Schnelligkeit nm sich. Seit einigen Tagen bekämpften 70 bis 100 Mann das Feuer ohne erkennbaren Erfolg. C a b i n e t s - S i tz u n g. Washington, 17. Aug. Das Cabinet befaßte sich heute vornehmlich mit. einer Besprechung des AnnahmeSchreibens des. Präsidenten auf die republikanische Nomination. Das Dokument war jedem Mieglied zu Anregungen übergeben worden und kam heute zur Verlesung; es ist nahezu vollständig. Die erfolgreiche Beend!gung der türkischen Verhandlungen gab zum Austausch von Glückwünschen Anlaß. Deutsche theologische Studenten. Bis zum 1. Oktober 1303 gab es in Deutschland 7 katholisch-theologische Fakultäten, neben den evangelischen an den Universitäten Bonn, Vreslau und Tübingen, während die Universitäten Freiburg, München. .Munster und Würzburg ausschließlich katholischtheologische Fakultäten haben. Mit dem 1. Oktober 1903 trat die neue katho-lisch-theologlsche Fakultät in Straß bürg in's Leben. Damit ist die Zahl der katholisch-theologischen Fakultäten auf 8 gestiegen. Die Zahl der imma trikulirten Studenten an diesen Fakul täten beträgt im gegenwärtigen Seme ster insgesammt 1770, von denen Bonn mit 322 Studirenden die größte Anzahl auszuweisen hat; daran reihen sich Breslau mit 294, Münster mit 283. Freiburg mit 208, Straßburg mit 200 (davon 175 aus Elsaß-Lothringen, 23 Preußen und 2 Hessen), Tübingen mit 177, München mit 166 und Würzburg mit 120. Dazu kommen die theologischen Sektionen an 6 bayerischen Lycem mit 610 Studirenden, sowie das Lyceum Hosianum m Braunsberg, Ost Preußen, mit 23 immatrikulirten Studirenden. Ihnen gegenüber stehen insgesammt 2123 Studirende der evangelischen Theologie. An solchen Studirenden hat von den Universitäten Halle den stärksten Besuch, 312; es sol gen Leipzig 278, Berlin 260, Tübingen 177, Erlangen 164, Marburg 150. GLttingen 112, Greifswald 106, Bonn 86, Breslau und Königsberg je 75, Gießen 74 Heidelberg 71, Straßburg 64 (davon 35 Elsässer), Jena 50, Kiel 35 und Rostock 34. Kurze Depeschen. 17. August. Ausland. R y d e, Insel Wight. . Die amen kanische Schoner-Jacht Jnzomar" gewann die Haupt-Wettfahrt für große Jachten bei der Albert Jacht-Club Regatta im Solent. Schiffsnachrichten. Angekommen: New York: Barbarossa" von Aremen; Hekla" von Copenhagen; Oceanic" von Liverpool. Dover: Pennsylvania" von New Jork. New Jork: Lombardia" von Genua und Neapel. Copenhagen: Hellig Olav" von New Bork. -Antwerpen: Switzerland" von Philadelphia. Liverpool: Michig'an" von Boston; Westernland" von Philadelphia. Abgefahren QueenStown: Jvernia" von LiverPool nach Boston. Neapel: Prinz Oskar" nach New Bork. New Bork: Nord America" nach Neapel und Genua; Majegic" nach Liverpool; U. S." nach Christiansand nnd Copmhagen.

Feucrsichcre" Gebäude. dlOtilqt technische Erfahrungen infolge des

großen Brandes in Baltimore. Sehr interessant und wichtig sind die Erfahrungen, die man nach dem großen Brande in Baltimore, Md., hinsichtlich der sogenannten Feuersicherheit von Gebäuden gemacht hat. Zu den von dem Feuer ergriffenen Gebäuden gehörte ein dem Continental Trust gehöriges, das zwei Jahre vorher mit einem Kostenaufwande von 51,500.000 errichtet worden war. Es besaß 16 Stockwerke über de? Ecdzbeifläche und galt als ds modernste Bauwerk in der Stadt m Bezug auf Feuersicherheit. Die unteren Stockwerke waren aus maspvem Granitstein hergestellt, während das Eisenfkelett der oberen Stockwerke mü dem besten Ziegelmaterial ausgemauert war und Terra!ottaplatten als Ornament!rung verwendet wurden. Auch sur den techstuhl wurde Eisenkcnstruktwn ver wendet. Die Inneneinrichtung des Cebäudes bestand, abgesehen von Möbeln, Teppichen, Vorhangen, aus vollständig feuersicheren Stoffen; die Treppen waren aus Marmor und d!e Böden aus Beton herzestellt, und starke Mauern trennten die einzelnen Abtheilungen des Bauwerkes. Nach dem Brande zeigle sich aber, daß gerade dieses Gebäude total zerstört war und vollständig niedergerissen werden mußte, also an eine Rekonstruktion nicht zu denken war. Die Wirkung der Hitze an den verschiedenen Baumaterialien wurde von den Architekten untersucht, und man fand, daß Police Steines wie Marmor und Granit, der Hitze des Feuers mehr Widerstand boten als rohe Außenseiten, jedoch Sprünge erhielten und Stücke im Gewichte von 6 bis 3 Pfund abbröckelten. Verschiedene steinerne Säulen, die die Frontmauern des Ccntinental Trust-Gebäudes trugen, waren reduzirt auf die Hälfte ihrer Ursprunglichen Größe. Ein ganz eigenthümlicher Fall im Gegensatz zu den angenommenen absolut Fire ProofVuildings" ist an einem. Gebäude beobachtet worden, deen Mauern aus ganz gewöhnlichem Ziegelmaucrwerk hergestellt waren und dessen Bauart im Allgemeinen nichts weniger als feuersicher zu bezeichnen wäre. Gerade dieses Haus wurde kaum vom Feuer berührt, abgesehen durch geringe Schäden, wie gesprungene Fenster und angebrannte Gesimse. Die drei anstoßenden Häusern brannten dagegen vollständig nieder. Dieselbe Beobachtung hat man auch bei dem GouvernementWaarenhausgebäude gemacht, das von vier Seiten von einem Flammenmeer umgeben war und wenig Schaden erlitt, trotzdem die Bauart als nicht modern bezeichnet werden konnte. Die Architekten haben dann festgestellt, daß Ziegelsteine und Terrakotta der Hitze weit desseren Widerstand bieten, als natürliche Steine.. Die Resultate der Eisenkonstruktionsuntersuchungen ergaben, daß in den allermeisten Fällen die Eisenkonstruktionstheile so ausgeglüht waren, daß an eine Benutzung derselben in den Fällen, wo es sich nur um eine innere Rekonstruktion der Gebäude'" handelte, nicht gedacht werden konnte. Messungen an Gebäuden, dessen Außenmauern stehen geblieben waren, haben mit wenigen Ausnahmen gezeigt, daß si nicht aus dem Lothe gekommen waren. Japanische Toldatcnkarten. Die Heeresverwaltung Japans hat für die im Felde stehenden Truppen eine besondere Art von Postkarten anfertigen lassen, die den Bedürfnissen der Krieger und der Familienangehörigen in gleiche? Weise entgegenkommen. Man ist von dem Gedanken ausgegangen, daß der Soldat auf dem Kriegsfchauplatz wohl die Lust'aber nicht die Zeit haben könnte, einen deutlich geschriebenen Gruß in die Heimath zu senden, und daß es den Eltern oder der Gattin zu Hause mehr darauf ankommen wird, eine Nachricht vom Befinden des Sohnes oder Mannes zu erhalten, als eine Beschreibung seiner Abenteuer. So hat man Karten drucken lassen, deren Text lautet: Ich theile Euch mit, daß ich lebe und gesund bin. Meine Adresse kann ich Euch nicht schreiben. weil ich nicht weiß, wo ich morgen sein werde. Aber Eure Briefe werden mich treffen, wenn Ihr genau beachtet, was auf der Vorderseite der Karte gedruckt ist. Grüße an alle Lieben." Diese Karte hat der Soldat mit seinem Namen zu unterzeichnen und der Feldpost zu übergeben, die sich dieser Familiengrüße mit der gleichen Aufmerksamkeit annimmt, wie der amtlichen Depeschen. Jeder Soldat hat c' , Anzahl dieser Karten erhalten. y Ansichtskarten für Hausbesitzer. Ein findiger Hamburger Hausbesitzer hatte vor einiger Zeit den Einfall, alle seine Miethskasernen zur bildlichen Darstellung für eine Ansichtskarte zu benutzen, und auf die Wohnungsgesuche in den Tageszeitungen versendet er statt der Offertbriefe diese Ansichtskarten, die alle Daten über die Anzahl der Räume, Miethspreise, prächtige komfortable Ausstattung" u. s. w. enthält und mit photographischen Illustrationen versehen ist. Dies praktische Verfahren hat bereits lebhafte Nachahmung gcfunden. Im britischen U n t e rHause wurde vor Kurzem festgestellt, daß 30 Mitglieoer der Irischen Ratio-nalisten-Parte! unterschiedliche Straftermine bei harter Arbeit im Gesängniß abgesessen haben.