Indiana Tribüne, Volume 27, Number 306, Indianapolis, Marion County, 17 August 1904 — Page 6
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Europäische Nachrichten. Frovinz Wrandenöurg. Berlin. Wegen Kindesmordes ist eine Dienstmagd Marsch aus der Passauerstraße verhaftet worden. Sie fiel der Dienstherrschaft durch ihr verändertes Wesen auf. Eine Hebamme, die gerufen wurde, fand in ihrer Kammer die Leiche eines neugeborenen, ausgewachsenen, kräftigen und schönen Knaben, denen Genick einen bis auf den Halswirbel gehenden Schnitt aufwies. Der Kronprinz hat bei dem Sohne des Brauers F. W. Rüdiger, Stralauer Allee. 17. die Pathenstelle übernommen und den Eltern ein Pathengeschenk von 30 Mark übersandt. Bei dem Zusammenstoß mit einer Droschke wurde der 17jährige Hausdiener Georg 'Linger, der auf einem Rade durch die Tauenzienstraße fuhr, von dem Scheerbaum des Wagen so heftig an der Brust getroffen, daß er schon auf dem Wege nach der Unfallstation starb. Der allen Besuchern der Berliner Börse wohlbekannte alte Schnelle" aus dem Wolff'schen Telegraphen - Bureau beging seinen 70. Geburtstag. Der alte Herr, der Junggeselle geblieben ist, ist seit 30 Jahren an der Börse thätig und erfreut sich noch geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit. An einem Fliederbaum erhängte sich der 54 Jahre alteKohlenHändler Karl Riemann aus der Grünthalerstraße Ro. 6. Der Mann war früher Schmied, mußte aber nach einem Unfall vor zweiJahren seinen Beruf aufgeben. Das Motiv war Noth. Das 25jährige Jubiläum als Oberküfermeister in der bekannten WeinHandlung von Haußmann in der Jägerstraße feierte Christian Ehses aus Zcltmgen. Aus diesem Anlaß fand eine Feier statt, bei der dem treuen Angestellten von dem Geschäftsinhaber und dem Personal Geschenke überreicht wurden. Der Direktor der inneren Artheilung am Urban - Krankenhaus, Dr. Albert Fränkel, legte seine Thätigkeit als Privatdozent an der hiesigen Universität nieder, die er 25 Jahre hindurch ausgeübt ' hatte. Selbstmord durch Vergiftung mit Clkali beging der 39 Jahre alte Kaufmann Hauptmann a. D. Alexander v. Spitz, Thurmstraße 4. Potsdam. Oberstleutnant von Alten. Commandeur des 1. GardeUlanen - Regiments, erlitt bei einem Wagenunfall in der Neuen Königstraße schwere Verletzungen des Kopfes. Sein Befinden hat sich jedoch so geöesfert, daß eine völlige Wiederherstellung zu erwarten ist. Buch werder (Bobersberg). Eine folgenschwere. That ereignete sich hier, wo der Eigenthümer Brüst mit seiner Schwägerin in Streit gerieth. Im Verlauf desselben ergriff die Frau einen Stein, warf damit und traf Brüst. Dieser stürzte um und blieb todt liegen. C h a r l o t te n b u r g. Ein fchweres Sittlichkeitsverbrechen ist in dem Hause der Frau - des Kohlenhändlers Silbermacher, Kaiser Friedrichstraße 64, an ihrem drei Jahre alten Töchterchen aus erster Ehe, Elfe Vrusius, be-gange.-, 'worden. Der Verdacht, das Verbrechen verübt zu haben, lenkte sich auf den 37 Jahre alten Portier des Hauses August Vendrich. F r a n k f u r t a. O. , Kesselschmied Hildebrandt aus der Eisenbahn-Cen-tralwerkstätte brachte seiner Frau einen tiefen Messerstich in die Lende und dann sich selbst einen Schnitt am Halse bei. Seine Verletzungen lassen eine Wiedergenesung erwarten, der Zustand der Frau erscheint hoffnungslos. N e u d a m m (Neumark). Aus Eifersucht verwundete der Tuchmacher Thomala seine Braut, die Tochter de2 Gärtners Moßner. durch einen Revolverfchuß lebensgefährlich und tödtete sich alsdann selbst. Schöneberg. Bureau - Assistent Karl Fanselow feierte sein 25jähriges Diensijubiläum. S t e g l i tz. Das Feierabendhaus für deutsche Lehrerinnen und Erzieherinnen, Viktoriastraße 11 Hierselbst, blickte auf ein 25jähriges Besteben zurück. Aus Anlaß dieses Jubiläums fand eine Feier im Hause' statt. Provinz Hsipreußen. - K ö n i gs b e r g. Aus einem Fenster der dritten Etage ist das Kind Erna Salomon im Hause Friedmannstraße No. 33 herabgestürzt. Es hat bei dem Sturz so schwere innere Ver-
letzungen erlitten, daß es mit dem Unfallwagen nach dem städtischen Krankenhause gebracht werden mußte. Bei einer auf dem Sackheim ausgebro? 'chenen Schlägerei hat das Messer eine verhängnisvolle Rolle gespielt. Der Arbeiter Aspodien erhielt zwei Stiche m die linke Seite, die seme Ueberfuhrung nach dem städtischen KrankenHause nothwendig machten. Dort ist er bald nach seiner Einlieferung verstorben. Beutnerdorf. Die Arbeiterfrau Krzossa hatte ihre beiden Kinder, von denen das eine drei Jahre, das zweite fünf Monate alt ist, in derWohnung allein zurückgelassen. Der ältere Knabe hatte sich auf die Wiege des kleinen gesetzt und war eingeschlafen. Als die Mut'er zurückkehrt, lag der Säugling unter , seinem Bruder, und war erstickt. Braunsburg. Trotz strengen Verbots badeten mehrereFüstliere vom hiesigen Bataillon in der Passarge an
umrlaubter Stelle. Der Füsilier Klemt der 10. Compagnie gerieth dabei in eine tiesere Stelle und ertrank. Sermsdorf. Ein hier todt auf-
'gefundenes Mädchen iK als die21jährige Tochter des Elgenthumers Erdmann aus Schönborn erkannt worden. Sie ist hier auf dem Tanzboden gewefen, wo der Kriegerverein das Fest der Fahnenweihe feierte. Später ging sie nach Hause und wird von jungen Leuien begleitet worden sein, die unterwegs ein Verbrechen an ihr verübten. Kraupischken. Ein schreckliches Unglück ereignete sich in der Ziegelei zu Moulienen. Als der Ziegelbrenne? Gerwenat von hier dieVrandwache hatte, fprüHkz ihm beim Schürcn des Feuers mehrere Funken auf seine Kleider, welches er nicht beachtete. Plötzlich stand er ganz und gar in Flammen.- An seinem Aufkommen wird gezweifelt. P i l l k a l l e n. Bei einer Schlägerei zwischen hiesigen Arbeitern und auswärtigen Knechten erhielt der Losmann Schweizer aus Ußpiaunen mit einem Steine einen so derben Schlag gegen die Stirn, daß er einen doppelten Schädelbruch erlitt und starb. Der Thäter ist nicht ermittelt worden. Rössel. Ein trauriger Unglücksfall traf den trotz seines hohen Alters von beinahe 87 Iahren noch immer Rüstigen Lehrer emer. Franz Lingman von hier. Als derselbe die von dem Hofe seines Grundstücks zum Wohnhaus führende Treppe bestiegen und gerade im Begriff war, das Haus zu betreten, stürzte er die Treppe hinunter und wurde von seinen Angehörigen besiinnungslos dort aufgefunden. Bald darauf verstarb der Verunglückte. Provinz Westpreußen. D a n z i q. Dem ordentlichen Professor für Theoretischen Schiffbau und Entwerfen der Schiffe an der hiesigen Technischen Hochschule, Johann Schütte. ist der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen worden Der Arbeiter Kollmann wurde nach einem kurzen Wortwechsel von dem schon bestraften Arbeiter Albert Lietzau in Ohra erstochen. Kollmann war erst im April von der Marine entlassen worden. Der Mörder wurde verhaftet. F a st r o w. Fuhrmann Dahlke war auf dem hiesigenBahnhof mit dem Verladen von Holz beschäftigt, als bei dem Transport eines Balkens die an der Ladevorrichtung befindliche Kette brach und der schwere Balken auf die Brust Dahlke's fiel und ihn sofort tödtete. Graudenz. Einen schweren Unfall erlitt Frau Rittmeister Wolf. Die Dame hatte in einem Selbstfahrer eine Spazierfahrt unternommen, als plotzlich in der Nähe des Tivoli" das Pferd vor der elektrischen Straßenbahn scheute und durch seine heftigen Sprünge das Gefährt umwarf. Frau Wolf wurde auf das Straßenpflafter geschleudert und erlitt schwere KopfVerletzungen. Kamin. Bei einer Schlägerei wurde der Arbeiter Karl Buthke von hier von dem 18 Jahre alten Knecht Mrozek durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Der Thäter wurde sofort verhaftet. Kulm. Lehrer Grabowski-Kulm.-Dorposch beging sein. 25jähriges Dienstjubiläum. Die Lehrer des Conferenzbezirks Gr. - Lunau und des Lehrervereins der Kulmer Stadtniederung hatten sich 'im Hause des Jubilars zu der Feier versammelt. Neuenburg. Zur Feier des 50jährigen Bestehens des Gustav Adolf - Zweigvereins war 'die otadt festlich mit Fahnen und Laubgewinden geschmückt. Der Festzug. an dem die Geistlichen, die Vorstandsmitglieder, die Kirchenältesten und Gemeindevertreter theilnahmen, bewegte sich vom Pfarrhause zur Kirche. Generalsuperintendent Dr.Döblin hielt die Festpredigt. . Riesenburg. Beim Regimentsexerzieren des hiesigen Kürassier - Regiments No. 5 stürzten der Unteroffizier Holz und der Kürassier 'Radtke, beide von der Eskadron, von ihren Pferden und erlitten durch Hufschläge so schwere Verletzungen, daß sie in das Garnisonlazarett befördert werden mußten. Provinz "gommero. Stettin. Beim Spielen am Gascanal fiel der 7 Jahre alte Sohn des Schuhmachers Frankenberg ins Wasser und ertrank. Trotzdem Hilfe sofort zur Stelle war, konnte der Knabe doch nur alsLeiche herausgezogen werden. Alt da mm. Ein schwerer Unglücksfall mit tödtlichem Ausgange ereignete sich auf der Chaussee zwischen Hohenkrug und Grünwald. Der 16jährige Richard Krüger aus Massow fuhr mit einem Zweirade, gerieth unter einen mit Dung beladenen Wagen, wurde überfahren und schwer verletzt. Groß - Poberow. Der 15 Jahre alte Hofgänger Ehlke fiel beim Transport einer Drillmaschine auf der Chaussee bei Zolbekow von der Mafchine herab, und wurde von dieser überfahren. Greifenberg. In geistiger Umnachtung haben sich die Schwestern B?rtha Kroß, geb. Greul, und Amalie Greul in einem Zimmer ihrer gemeinsamen Wohnung erhängt. .Jahrelanger Kummer und Sorgen hatten be'i beiden'Damen, die schon in den Fünfzigern standen, zur Geistesstörung aeführt. ' ' '
Vom Trinken.
Nb die Art der Einnatzme von Ylüsflgkei ten bei Mensch und Thier. Sowohl beim Menschen als auch bei den Thieren stellt die Mundhöhle einen luftverdünnten Raum dar, der, wenn die Zahnreihen und die Lippen aufeinander liegen, nach allen Seiten hin luftdicht verschlossen ist. Diese LuftVerdünnung" in der Mundhöhle wird vielfach beim Trinken verwerthet, denn es ist ein bekanntes Gesetz, daß die Natur leere Räume auszufüllen sucht. Der Mensch nimmt die Flüssigkeiten auf verschiedene Weise zu sich. Trinkt er aus einer Flasche, so legen sich die Lippen um den Flaschenrand luftdicht herum. Durch das Herabziehen des Unterkiefers, das Herabziehen und Abplatten der Zunge wird dann in der Mundhöhle ein noch stärker luftverdünnter Raum erzeugt. In diesen luftverdünnten Raum strömt die Flüssigkeit hinein, wird dann durch die Zunge nach hinten geschoben und darauf in die Speiseröhre hineingepreßt. Trinken wir aus' einem Glas oder schlürfen wir Suppe aus einem Löffel, so ist der Mechanismus wieder ein anderer. Wir ziehen in diesem Fall, da der Mund leicht geöffnet ist, die Luft in den Mund und die Lunge ein, und dieser Luftstrom reißt nun die Flüssigkeit mit in die Mundhöhle, von wo er wieder durch die Schluckbewegung in die Speiseröhre befördert wird. Bei diesem schlürfenden Trinken heben wir das Glas unwillkürlich nie höher, als bis die Oberfläche der Flüssigkeit die Zungenspitze berührt. Wir gießen also die Flüssigkeit nicht in den Mund hinein. Geschähe dieses, so könnte die Menge der zufließenden Flüssigkeit leicht zu groß werden, es könnte der regelrechte Verlauf der Schluckbewcgungen gestört werden, und Tröpfchen sich in den Kehlköpf verirren. Daß wir die Flüssigkeit wirklich nicht in die Mundhöhle hineingießen, sondern das Glas oder den Löffel immer nur so hoch heben, bis die Flüssigkeit die Zungenspitze berührt, kann man ersehen, wenn ein Mensch von einem anderen getränkt wird. Wenn beispielsweise eine Mutter ihrem Kinde ein Glas an den Mund führt, so hat sie es nicht im Gefühl, ob die Flüssigkeit nur bis an die Zungenspitze reicht oder höher steht. Meist ist das letztere der Fall. Die Flüssigkeit wird also jetzt in den Mund hineingegossen, und darum geschieht es so häufig, daß sich Kinder, denen von anderer Hand das Glas an den Mund gehalten wird, verschlucken. Das Rind und das Pferd verengen ihr Maul zu einer feinen Spalte und saugen durch sie die Flüssigkeit ein. Das Schwein steckt dagegen die Schnauze in die Flüssigkeit, öffnet die Schnauze ein wenig und zieht die Flüssigkeit in die luftverdünnte Maulhöhle ein. Ganz ähnlich trinken die Schmetterlinge, die ebenfalls ihren Rüssel in die Flüssigkeit hineinstecken. Wenn der Hund säuft, so steckt er nur die Zunge in die Flüssigkeit hinein, erhebt dann die Zungenspitze, so daß von ihr und von den erhobenen Seitenrändern der Zunge ein kleiner Theil der Flüssigkeit eingeschlossen wird, und schleudert diese nun in die Maulhöhle. Die Katzen lecken die Flüssigkeit auf, sie tauchen die Zunge ein und ziehen sie darauf, mit Flüssigkeit benetzt, schnell in das Maul zurück. Die Luft in Stadt nd Land. Die Zusammensetzung der Luft auf dem Lande und in der Stadt ist in jüngster Zeit von G. H. Vailey umfassenden Untersuchungen unterzogen wo?den. Es ergab sich unter anderem, daß Landluft, aber auch solche in gering bevölkerten Stadttheilen in 10.000.000 Volumeinheiten Luft ein Volumthil Schwefel enthält. In dicht bevölkerten Stadttheilen steigt dagegen dieser Schwefelgehalt im Winter auf das Zehnfache, im Sommer auf das Fünffache. Nebelige Luft enthält unter ungünstigen Verhältnissen bisweilen sogar den 30- bis 50fachen Gehalt an Schwefel wie die Landluft. Die chemische Untersuchung der aus nebeliger Luft stammenden festen Niederschläge zeigte, daß diese zu 39 Prozent aus Kohlenstoff, 12z Prozent aus Kohlenhydraten, aus 4 Prozent Schwefelsäure, 1.4 Prczent Salzsäure, 2.6 Prozent metallischern Eisen, 2 Prozent organischer Materie und 31 Prozent mineralischer Stoffe, wie Kieselsäure, Kochsalz u. s. w., bestanden. Am bedeutendsten ist der Gehalt der Luft an organischen Substanzen, und pathogenen Bakterien in dicht bevölkerten Vierteln der Städte. Die schwarzen Nebel der industriereichen Großstädte haben sich während ds vergangenen Jahrhunderts ununterbrochen vermehrt. Sie sind nicht nur direkt schädlich wegen der gesundheitfeindlichen Substanzen, die sie enthalten, sondern auch deshalb, weil sie die direkte Sonneneinstrahlung behindern, deren bakterientödtendc Wirkung auf die untersten Luftschichten, den Erdboden und die Wasser der Oberfläche, von größter Wichtigkeit ist. . Ein s r e u n d n a ch b a r l i ch e s Benehmen zeigte die russische Verwaltung in Grajewo. Aus Anlaß eines Militärconzerts zum Besten der Vermundeten im russisch-japanischen Kriege wurden die Bewohner von Prostken nicht nur herzlich dazu eingeladen. sondern die Eisenbahnverwaltung gewährte, wie die Lycker Ztg." mittheilt, auch freie Fahrt mit Extrazug hin und zurück. Grenzkarten und Leg!iimationen wurden nicht 'verlangt und die Theilnehmer an der Fahrt aufs freundlichste aufgenommen.
Von dcr Zarin.
In einem interessanten Artikel über die Zarenfamilie von Hugo Ganz heißt es unter Anderem: Des Zaren iimider Sinn zeigt sich vor allem im Verhältniß zu seiner Mutter, der Kaiserin-Wittwe, die noch heute, unterstützt von den rcaktionären Mitgliedern des Hauses, die eigentliche Kaiserin spielt und der jungen Gattin des Zaren bitteres Herzeleid bereitet. Es ist ein öffentliches Geheimniß, daß das Verhältniß zwischen den beiden Frauen keineswegs ein ungetrübtes ist, was wiederum seine Rückwirkung auch auf die Zarenehe felber übt. Die Kaiserin-Wittwe hat auf keine ihrer Funktionen zu Gunsten ihrer Schwiegertochter verzichtet, die sich in Folge dessen in ganz schiefer Position fühlt und darüber bitter klagt. Nach der russischen Auffassung steht übrigens der jungen Zarin keines der von ihr beanspruchten Rechte ' zu, so lange die kaiserliche Mutter lebt, und so verargt man es ihr, daß sie ihre sögenannte Ambition nicht zügeln kann. Aber auch die Kaiserin-Mutter ist keineswegs beliebt, wenigstens in liberalen Kreisen nicht. Denn ihr schiebt man die Verantwortung dafür zu, dciß ihr Sohn sich von den Traditionen seines Vaters noch immer nicht befreien kann, der zwar ein. strengrechtlicher, aber ein eiserner Despot war. Der jungen Zarin aber verübelt man im Volke, daß sie noch keinen Knaben geboren, und bei Hofe, daß sie ihre englischen Sympathien nicht verleugnet. Ein alter Freund des Zarenhauses aber versichert, daß es eine charmantere, aufrichtigere und herzlichere Frau als diese junge Hessin überhaupt nicht gebe. Sie sei ganz verschüchtert unter all den Feinden, die sie umgeben und auf jede ihrer Mienen lauern. Wo sie sich aber sicher fühle, da komme ihre fröhliche süddeutsche Natur zum Durchbruch und sie könne heute noch tollen wie ein kleines Kind. Für die Harmlosigkeit ihres Herzens spreche doch, daß sie auf nichts stolzer fei als auf ihren Kartoffelsalat, den sie. virtuos bereite. Uebrigens das gibt auch dieser Gewährsmann zu ihr Köpfchen hat sie. und für einen Ehemann mag sie nicht immer die bequemste Genossin sein. H e r stellung von K a x i 0 f f e l st ä r k e. In sparsamen Haushaltungen auf dem Lande bereitet man die Kartoffelstärke selbst, indem man die Kartoffeln sauber schält, auf einem Reibeisen reibt, zu der geriebenen Masse etwa fünfmal so viel Wasser gießt und das Ganze durch das Seihtuch schlägt. Der daraus gewonnene Bodensatz wird noch einigemal mit Wasser geschlemmt und ist zuletzt zum Gebrauch fertiger Stärkerückstand. Weniger bekannt ist aber, daß die von dem Stärkezusatz abgegossene Flüssigkeit gekocht und erkaltet als Seife zur Wäsche verwendet werden kann. Namentlich soll dieses Kartoffelwasser vorzüglich für gefärbte Sachen anwendbar sein, da es nicht im Mindesten die Farbe angreist. Seidenzeug soll durch Kartoffelwasser Glanz und Steife zurückerhalten, wenn es nicht in anderem Wasser nachgespült wird. Ein Versuch mit diesem Mittel ist den Hausfrauen jedenfalls zu empfehlen, da dasselbe ja überdies nicht mit großen Kosten verknüpft ist. Fehler bei der Schweinef ü t t e r u n g. Im Großen und Ganzen wird die Schweinefütterung von unzähligen kleinen Landwirthen noch recht unzweckmäßig betrieben. Der Grundsaß vieler Landleute, d:n Schweinen möglichst viel wässerige Nahrung zu geben, ist entschieden zu verwerfen. Hierdurch wird nämlich das Kauen und die damit verbundene sehr wichtige Einspeichelung der Nahrung umgangen. Das Schwein hat recht gute Zähne und große Speicheldrüsen, weshalb man solche Nahrung reichen kann, die genügend gekaut werden muß. Ganze Körner, von Jugend auf verabreicht, erfüllen ihren Zweck viel eher, als wenn dieselben fein gemahlen und mit Wasser angerührt werden. Ganz unzweckmäßig ist es auch, wenn das Schrot zu einem Brei angerührt wird, wie es-häufig geschieht. Die Schweine schlingen eö alsdann, ohne zu kauen, herunter. Das Schrot gebe man allein in einem Trog, sorge aber dafür, dß sich stets Wasser in einem Trog daneben befindet: Jundessenator als Kinderfreund. Auf seinem herrlichen Landsitze bei Butte, Mont., gab Vundessenator Clark ein großartiges Fest für die Jugend, bei welchem mehr wie 3000 Kinder glänzend bewirthet wurden. Clart gibt ein solches Fest jedes Jahr, wozu die Kinder aus der ganzen Umgegend eingeladen werden. langes Warten aus Klienten. Vor dem .Polizeirichter Hine in St. Paul. Minn.. erschien kürzlich H. P. Hall, der Nestot der Journalisten des Nordwestens, und wollte wissen, wie man es macht, wenn man einen Prozeß-Fall verschieben lassen will. Der Richter gab ihm lachend die nöthige Auskunft und fragte dann nach dem Grund. Mit ernstem Gesicht erklärte ihm Hall,, daß er vor 49 Iahren zum Anwaltsstand zugelassen worden fei; die ganzen 49 Jahre habe er aber vergeblich auf einen Klienten gewartet, den er jetzt endlich bekommen habe. Besagter Klient war eine Dame in St. Paul, die von einer Chicagoer Schneiderin wegen gelieferter Kleids? aus .$140 verklagt worden war. Hall verlangte eine Verschiebung der Gerichtsverhandluna. -
llntcr Trümnlkrn begraben. XU fRefte der Hauptstadt eines alte Neger reichS im Sudan. Der von der Pariser Akademie der Inschriften zu Altertumsforschungen nach dem Sudan entsandte französische Offizier Desplagnes hat die Stelle entdeckt, wo das alte Kukia oder Kukiya, die erste Hauptstadt des Sonrhaireiches vor Niederlassung der Askiadynastie in Garo (Gao, Gogo), lag. Kukiya erhob sich am südlichen Ende des großen schiffbaren Theiles des mittleren Nigers, der es mit dem ganzen Sudan von Kaukau bis Kurussa verband, in der Gegend, wo der mächtige Fluß durch zahlreiche Felsgebilde in eine Menge von Kanälen getheilt ist. Von Kukiya zogen die Sonrhai (SongHai) aus, um den ganzen westlichen Sudan zu erobern und zu beherrschen und das größte Negerreich zu gründen, das es gegeben hat. Nach dem Tarikh es Sudan, der Haupturkundenquelle, die wir von Timbuktu und dessen Umgebung besitzen, liegt die' Gründung Kukiyas weit zurück, denn es heißt dort, daß es schon zur Zeit der Pharaonen bestanden habe. Später, um das Jahr 1000, nahm der 15. Sonrhaikönig den Islam an. Garo, das seit dem Ende des 9. Jahrhunderts mit Uargla, dem wichtigsten Handelsmittelpunkt im Norden der Wüste, Verbindungen unterhielt, war in der Nähe von Kukiya errichtet worden und trat später an dessen Stelle als Hauptstadt. Doch ist bis 1652 auch noch von Kukiya als einer sehr blühenden Stadt die Rede. Es verschwand um die Mitte des 18. JahrHunderts, und zwar soll es von den Tuareg zerstört worden sein. Ueber seine Lage gehen die Ansichten der Forschungsretsenden sehr auseinander, doch heißt es im Tarikh es Sudan, daß Askia Daud am 24. März 1549 in Kukiya zum Herrscher ausgerufen und am 30. März desselben Jahres in Garo eingezogen sei. Es war daher anzunehmen, daß die alte Hauptstadt nicht weit von Garo und am Niger lag. Nach langen Forschungen gelang es Desplagnes, die Frage zu lösen. Unter Führung des Häuptlings Jssa von der Insel Beutia, der als ein Abkömmling der Askia erkannt wurde, fand er die Ueberreste Kukiyas. Es lag etwa 93 Meilen südlich von Garo und 60 Meilen flußaufwärts von der gegenwärtigen Station Donuso, gegenüber Beutia, das die Eingeborenen jetzt ncch auch Kotia, Kokia und Kukia nennen. Bei der Wanderung durch die Trümmer, wo man weithin unbestimmte Bodenerhebungen von Thon erblickt, die' mit Resten von irdenen Gefäßen, Steinsplittern und Bruchstücken von Sandstein besät sind, bezeichnete Jssa die Grabhügel mehrerer Sonrhaihäuptlinge, feiner Vorfahren. Die Grabsteine tragen zahlreiche arabische Inschriften, die Desplagnes photographisch aufnahm, um sie der Pariser Akademie zu unterbreiten.
Der englische Mcdarduö. Zu den Los- oder Lurtagen, die nach der Volkssage einen entscheidenden Einfluß auf die Witterung eines bestimmten Zeitraumes haben sollen, gehört in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Polen der Medardustag (8. Juni), dessen Trockenheit oder Nässe auf sechs Wochen den Ausschlag gibt. Ein Seitenstück zum heiligen Medardus ist in England St. Swithin, nur daß die dort an ihn geknüpften Lurtage am 15. Juli beginnen, Swithin, der im 9. Jahrhundert lebte, war Erzieher des Königs EthelWolf (836858) gewesen und wurde nachher Bischof von Winchester. Er starb am 2. Juli 862 im Rufe der Heiligkeit, da er sich durch große Mildthätigkeit ausgezeichnet hatte. Auf seinen besondern Wunsch wurde er auf dem an die Kathedrale stoßenden Kirchhof begraben. Einige Zeit nachher befahl König Edgar, die Leiche in der neben dem nördlichen Thor dieser' Kirche erbauten Kapelle beizusetzen. Als dies aber am 15. Juli geschehen sollte, fiel starker Regen ein, der 40 Tage anhielt, und zwar, wie es in der Legende heißt, weil der Himmel den Frevel an der Leiche verhindern wollte. Nach den 40 Tagen oder sechs Wochen aber erfolgte trotzdem die Ueberführung der Leiche zu der Kapelle, und im Anschluß hieran entwickelte sich . der Aberglaube, daß einem regnerischen 15. Juli weiteres sechswöchiges Regenwetter folgen werde. ' Verbotene Bekränzung. Als letzthin der preußische Eisenbahnminister v. Budde, auf einer Jnspektionsreise begriffen, in HannoverschMünden anwesend war, bemerkte er auf dem dortigen Bahnhof einen mit grünen Zweigen geschmückten Sonderzug deö Eisenbahnvereins Northcim, der einen Ausflug unternommen hatte. Der Minister ordnete sofort die Entfernung der Ausschmückung an. Im Anschluß hieran ist von der Eisenbahndirektion Kassel eine Verfügung erlassen worden. daß in Zukunft bei keinem derartigen oder anderen Vergnügungszuge ein Ausschmücken' der Wagen mit Zweigen u. s. w. erfolgen darf, weil hierdurch leicht Unzuträglichkeiten entstehen könnten. Norwegens Adelsthing (Herrenhaus) nahm ein Gesetz an. welches den Verkauf nationaler Reliquien, wie alter Münzen. Waffen, Runen-Jn-schriften, Ueberresten von . WikingerSchiffen u. s. w. in's Ausland ver-bietet.
