Indiana Tribüne, Volume 27, Number 305, Indianapolis, Marion County, 16 August 1904 — Page 6
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ugen angepakl. Künstliche Augen toerven schmerzlos eingesetzt. TAGGARTS BREAD Happy, happy Hoosiers Of this happy Hoosier city ! For less fortunate earth dwellers You rnay feel the deepest pity. Only think of rnany thousands AYho frorn here are far away, And do not get as you do now The PURITAN each day ! Joseph Taggart's Purttan Bread is sold by the Taggart Bakeries and By Grocers. Ask for it.
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Klndersreundschasten.
Liebe Mutter, denke mal, ich habe einen neuen Freund, mit dem ich heute immerzu qesplelt habe! Wie heißt er denn, Frikchen?" Hans heißt er, Mutter!" Wie denn noch, und wo wohnt er?" Das weiß ich nicht, Mutter, aber das ist doch auch ganz egal!" Du liebes vertrauendesKind! Die Zeit und das Leben werden Dich eines anderen belehren, ob aber eines besseren, ist immerhin die Frage! Trotzdem sollen wir solchen Gefühlsäußerungen unsererKinder nicht gleichgültig gegenüberstehen, denn was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten, und der Mensch, der bereits in der Jugend warmherzig Liebe gibt und nimmt, wird auch im Alter leicht empfänglich für Liebe und Freundschaft bleiben. Wie wir nun einer Oberflächlichkeit im Lernen, Wissen und Handeln bei unsern Kindern vorbeugen müssen, so sollen wir auch eme Oberflächlichkeit im Denken und Fühlen nach Möglichkeit zu verhindern suchen. Wählt unser Kind folglich einen Freund oder eine Freundin, so müssen wir uns zuerst davon überzeugen, ob wir auch mit der Wahl einverstanden sein dürfen, ob das bevorzugte Kind sittlich rein und guten Charakters ist. Ist dies der Fall, dann sollen wir diese Freundschaft sogar nach Krästen unterstützen, das heißt, den befreundeten Kindern Gelegenheit geben, sich zu se--hen und mit einander zu spielen, damit sich ihr sympathisches Gefühl für einander vertiefe. Haben sie dann eine feste Zuneigung für einander gefaßt, dann muß ihnen der Begriff der Treue beigebracht werden, damit die Freundschaft nicht bei der ersten MeinungsVerschiedenheit wieder auseinandergehe. Niemals können zwei Menschen, die Charakter besitzen, stets derseloen Meinung sein; aber es schadet nichts, daß ihre Ansichten oftmals entgegengesetzte sind, wenn sie nur in Liebe und gegenstltlgem Vertrauen wieder zusammentreffen. Die Pflichten der Freundschaft dürfen schon der Jugend nicht fremd bleiben; sie muß bei Zeiten nachgeben und Opfer bringen lernen, und zwar freudig und gern; ein Mädchen soll der Freundin zum Beispiel ein Spielzeug, mit dem sie selbst gern spielen mochte, abtreten, auf einen Leckerbissen verzichten, um ihn dem Freunde zu geben, und einsehen lernen, daß Freundschaft kein Ding ist, das wir heute aufnehmen und morgen fortwerfen dürfen Der Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht ihm nichts an, Als daß er Treu erzeigen und Freund- . schaft halten kann. Aeußere Gründe spielen beimSchließen der Kinderfreundschaften oft eine ebenso große Rolle, wie bei den Erwachsenen, denn gerade Kinder sind für solche äußeren Vorzuge empfanglich. Wie oft bevorzugt ein Kind das andere nur aus Genußsucht, weil dieses vielleicht das Kind reicher Eltern ist, das häufig Einladungen ergehen läßt, oder wie oft ist Eitelkeit der hiweggrund, wenn die auserkorene Freundin ein hübsches Gesicht hat, schöne Kleider trägt u. f. w. Die kleinen Wesen sollen bald erkennen lernen, daß sich der edelste Kern leicht unter einer schlichten Hülle verbirgt, daß Reichthum und äußerer Glanz allein noch lange nicht einen vollwertigen Menschen ausmachen. Der Einfluß einer Kinderfreundschaft ist also durchaus nicht zu unterschätzen, und es ist unbegreiflich, 'wenn Eltern, denen es nicht an Zeit gebricht, auf ihre Kinder zu achten, ihnen leichtsinnigerweise den Verkehr mit allen Kindern gestatten. Nichts ist weicher und eindrucksfähiger als ein Kinderherz, und besonders lebhaste, geistig rege Kinder können durch schlechte Gesellschaft leicht auf Abwege gerathen. Verbotene Fruchte sind doppelt fuß, und zu dummen Streichen sind schließlich alle Kinder mehr oder minder aufgelegt. Darum ist es Pflicht der Eltern und Erzieher, auf den Umgang der Kinder zu achten, denn nur so kann man sie vor bösen Eindrücken hüten, und indem man die Tugenden und Fehler der Gespielen lobt oder tadelt, schärft man die Urtheilskraft des Kindes und klärt feinen Blick für Gut und Böse. Allmählich lernt dann die Jugend selbst auf seine Umgebung achten, lernt das Edle vom Unedlen unterscheiden und wird sich naturgemäß in Zukunft nur zu guten Kameraden halten und die schlechte Gesellschaft zu meiden suchen. Selbstverständlich darf diese Erziehung nicht auf Kosten des Gemüthes gehen, und darum bemühe man sich, maßvoll im Urtheil zu bleiben und die kindlichen Gefährten niemals schroff zu verdammen. Es ist die alte Geschichte, daß sich derjenige, der erziehen will, zunächst selbst erziehen muß, denn gerade einem Kinde gegenüber kann man nicht vorsichtig und taktvoll genug sein; nur wer selbst viel Menschenliebe hat, wird auch im Stande sein, ein Kind zu einem liebevollen Menschen zu erziehen. Es gibt ja leider schon Kinder, die scheu und zurückhaltend jeden Verkehr zu weiden suchen, aber entweder liegt das am körperlichen Befinden, oder das Kind wird falsch erzogen, denn wie könnte sonst ein Kind schon Mißtrauen hegen, könnte sich schon vor den Menschen fürchten, wenn ihnen diese noch nichts zu leide thaten? Ein gesundes und glückliches Kind muß zärtlich und vertrauensvoll sein, besonders gegen seinesgleichen, und
darum sollen wir. unsern Kleinen Liebe
und Freundschaft nach Möglichkeit zu verschaffen suchen. Den wahren Werth der Freundschaft werden sie freilich erst in späteren Jahren zu schätzen wissen, wenn ihnen die Erkenntniß aufgegangen ist, daß Liebe und Freundschaft die beiden Blüthen an unserm LebensWege sind, die wir am meisten hegen und pflegen müssen, und daß die Menschen, die sich niemals an ihrem Duft erfreuen durften, tief zu beklagen sind. Die Speisewirthschaft des Pro fessorö. Von dem jüngst verstorbenen Leiter des Pasteur - Instituts, Prof. Duclaux, erzählt einer seiner Schüler, Herr Le Dautec, in der Revue Universelle" eine hübsche Geschichte. Als das Pasteur-Jnstitut eröffnet wurde," schreibt er, war die Rue Dutot noch nicht so bebaut wie heute; sie hatte kaum drei oder vier Häuser und war rings von Gemüsegärten umrahmt. Auch der Boulevard Pasteur (der damals noch Boulevard de Vaugirard hieß) war öde und verlassen, es war keine anständige Wirthschaft in der Nähe, und wir spürten nur mit Mühe eine elende Garküche aus, in der man uns für wenige Sous systematisch vergiftete. Das erregte den Grimm des Professors Duclaux. und eines Tages miethete er in einem Neubau eine kleine Wohnung, berief eine tüchtige Köchin und richtete die Speisewirthschaft Microbe (Tor" ein. Wir Kostgänger zahlten mit rothen Pappkärtchen, die am Ende des Monats für jeden von uns zusammengezählt wurden, worauf wir eine lächerlich geringe Summe zu entrichten hatten. Diese Summe deckte nicht einmal die Unkosten der Speisewirthschaft, die infolge dessen immer mit einem Deficit arbeitete. Ich hoffe, daß diese Enthüllung den Fiskus abhalten wird, vcn den Erben des verstorbenen Professors noch nachträglich die von ihm nie bezahlte Concessionssteuer für den Betrieb der Wirthschaft einzufordern. Die zur Deckung des Fehlbetrages und zur Bezahlung der Miethe und der Köchin erforderlichen Summen konnten nur dadurch aufgebracht werden, daß Duclaux großmüthig sein ganzes Gehalt opferte. Ich weiß nicht, ob die Speisewirthschaft Microbe d'or" noch heute besteht: '1893 war sie noch da, aber jetzt ist ja die Rue Dutot vollständig ausgebaut und zählt viele Restaurants, so daß die Professoren nicht mehr Gastwirthsrollen zu geben brauen." CJ-' 1 Hackbraten. Hierzu nimmt man je einenTheil Ochsenfleisch, Katofleisch und Schweinefleisch, hackt es, nachdem man alles in Würfel geschnitten, recht fein, gibt zu drei Pfund Fleisch vier Eier, genügend Salz und Pfeffer, feingehackte Zwiebeln, Petersilie, zwei geriebene Scheiben Weißbrod, reibt ein wenig Muskatnuß daran und mengt alles gut untereinander, formt zwei längliche oder runde Kuchen und bratet sie in heißer Butter oder Fett auf beiden Seiten in änderthalb Stunden goldbraun, sodaß sie eine härtliche Kruste bekommen, gießt in den Rückstand etwas Fleischbrühe oder Wasser, rührt y2 Löffel Mehl dazu und macht eine Sauce, die man aufkochen läßt. Zu - diesem Braten paßt Kartoffelsalat, der recht saftig sein muß. Kalbsschnitzel in Citronensauce. Man schneidet aus einer saftigen Keule Schnitzel und klopft sie gut. Dann bringt man in eine breite Kasserolle 2 Quart Wasser (für 8 Schnitzel) und eine fein gehackte weiße Zwiebel mit dem nöthigen Salz zum Sieden. Nun kocht man die Schnitzel schnell gar, aber nicht zu weich, und richtet sie in etwas von ihrer Brühe an. In einer Sauciere reicht man folgende Sauce dazu: Man reibt die Schale von einer halben Citrone mit dem Messer oder auf dem Reibeisen ab, bringt damit 3 Unzen Butter zum Sieden und rührt 46 Kaffeelöffel voll bestes Weizenmehl hinein. Alsdann gibt man eine halbe Obertasse voll kaltes Wasser daran, rührt hiervon einen dickcnBrei, löst ihn mit der durchgeseihten Kalbsbrühe auf, fügt den Saft einer Citrone bei und läßt Alles dick kochen. Außerdem reicht man italie nischen Reis dazu. Diesen gibt man trocken in eine handhohe cylindrische Form, in die man zuerst etwas frische Butter gethan hat, dann gießt man nur so viel kochendes Wasser über den Reis, daß er' eben bedeckt ist. Diese Form deckt man mit einem schließenden Deckel zu und stellt sie m ein heißes Wasserbad, wo sie bleiben muß. bis der Reis gar ist. Man stürzt ihn dann aus eine mn frischer Butter belegte, flache Schüssel. ' Er behält seine Form und die Körner bleiben einzeln, werden nicht breiig, was für italienischen und orientalischen Reis das Haupterforder niß ist. D e r G e t z l g e. Herr: Hier, Herr Doktor, ist der Betrag Ihrer Rechnung." Arzt: .Erlauben Sie, das ist ja nur die Hälfte." Herr: Stimmt trotzdem; Sie haben mich während des Scharlachs behandelt, das ist eine Kinderkrankheit, und Kinder" bezahlen bekanntlich überall dleQälste."
L gerl'brn in ?cr ?'!andschurci. Unter welch scheinbar unbedeuien
dcn Umständen die russischen Truppen in der Mandschur?! zu leidm haben, zeigt ein Brief eittes Augenznigen, M. Gruljew, welcher in der russischen Zeitschrift Naswjedtschik" folgendes schreib!: Eine furchtbare Plage für Men schen und Pferde bilden die zahllosen Schwärme von Mücken, fliegen und abullchen Insekten, wie sie in diesen Gebieten wahrend der warmen Iah reszeit vorkommen. Nur derjenige, der es miterlebt bat, fami das Schreck liche der unerbittlichen und unaufliör lichen Angriffe dieser kleinen Thier, chen begreifen, irnd man lernt es, sie auch zu fürchte. Weder bei Tag noch bei Nacht hat man vor ihren Anfällen Ruhe, sie verleiden cii:em das Essen, Schlafen, kurz jede Erholung. In manchen Gebieten ist die Existenz von Mciischen und Thieren überhaupt so gut wie ausgeschlossen. Die Luft ist da von den genannten Insekten derart geschwängert, ban man den Eindruck hat, als ob sich eine große, die ganze Gegend bedeckende Staubwolke ständig oberhalb des Bodens erhebe, si? hemmen alle Lebcnsbedingungen, ma chen jede physische und selbst geistige Thätigkeit unmöglich. Um existieren zu können, umgeben sich die Truppen stets mit Lagerfeiiern aus übelriechenden Düngerhaufen, womit sie sich wenigstens zur Noth vor diesem zu dringliÄM, nimmermüden. Feinde schützen. Entfernt man sich auch nur wenige Schritte von diesen Feuern, so ist die Benutzung eines dichten Netz schleiers unentbehrlich, will man nickt vor Schmerz, Uebelkciten oder nervö ser Aufreguug krank zusammenbrcchen. Tenn diese Insekten dringen hau. fenweise . überall ein, :n die Augen, Ohren ,dic ?ase und den Mund.Selbst Pferde drängen inftinktiv zu den ran chenden Lagerfeuern und gehen oft in folge der Ueberfälle der gedachten In sekten zugrunde. Die nothwendige Benützung der Netze bringt anderer seits viele linbequemlichkeiten mit sich. Diese Netze verursachen ein starkes Schwitzen des darin eingehüllten Kop. fes, das Athmen wird auch verhindere und die Folge davon sind heftige Kopf. schmerzen und dergleichen. Auch ist das Sehen erschwert, die Benützung einer Karte, einer Brille oder gar das Zeichnen eines Krokis sehr behindert. Das beste Mittel gegen dieses Unge mach war noch ein etwa eine Elle an ger, drei Viertelellcn breiter Sack aus Tüll, welchen ick derart über den Kopf gezogen trug, daß der runde Boden dieses Sackes auf der .appe auflag, während das offene Ende bis über die Brust herabhing. Diesen Sack benütz te ich Tag und Stacht und war so ziemlich aber bei weitem nicht vollstan big gegen die gedachte Plage ge schützt. Auch mußte ich diesen Sack oft sorgfältig reparieren und noch öf tcr erneuern lassen." Ueber den Nauvmord an dem Geld vricfträg:r Eyrct in Schlettstadt im Elsaß wird gemeldet: Um 1 Uhr hörte man im Haue Ecke Walken- urtd Rittergasse laute Hilferufe, ein junger Mann stürmte ohne Hut die Treppe hinunter uno eilte aus der Stadt hinaus. Im Zimmer fand man den Geldbciefträger Ehret blutüberströmt und bewuß.ws. Der Mörder flüchtete in dieFelder nach Ebersheim zu, von Feldhütern, Gendarmen und Jägern des Jägerbataillcns mit Knegshunden verfolgt. De: Briefträger starb gegen 8 Uhr am Thatort, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Er hatte einen furchtbare.i Stich im Rücken, außer dem war die Hand mehrfach zerschnitten. Im Zimmer bemerkte man Spuren eines heftigen Kampfes. Hut. Manschetten und Schirm hatte be: Mörder zurückgelassen. Um 11 Uh wurde der Mörder, in einem Kor feld? liegend, von dem Oberfeldhüler Köni beschließen und festgenommen. Er versuchte noch den geladenen Revolver, den er nebst 20 Patronen in der nasche trug, zu ziehen, es g:!ang König jedoch, ihm die Masse abzunehmen uno ihn widerstandslos zu fesseln. D'r Mörder, der EmilBökm he'ßt, ist 1873 in Straßburq geboren, war zuletzt In Kolmar als Bildh'uer thätig und hatt: vor einigen Tagen den Konkurs ange meldet. Er fuhr vcn Kolmar nach Straßburg, gab dort die Postanweiiunq auf und kehrte dann nach Schiet! siadt zurück. Bei seiner Vernehmung nr -f ... f . r . ... cr ..r i . gao noym an, er izaoe oen nqiac?i nicht todten, sondern nur unsck'ädlich machen wcllen, um ihn dann zu berau ben. Als der Briefträger das Geld auf den Tisch zählte, versetzte ihm V'öbm mit einem Messer einen Stich in den Rücken. Es entstand ein zweifeltes Ringen zwischen dem Mo? der und seinem Opfer' und erst al? Ebret anfing, um Hilfe zu sckwn. ließ der Mörder von ihm ab und lief davon. Böbm. ein innge? Mensch von 26 abren ha bereit? ein? A''chtkau8 strafe in Ensisheim hinter sich. Für eine StradivariGeige wurde in London letzthin ein Rekordpreis von 5700 (M00) erzielt. Das Instrument hatte insofern eine interessante Vorgeschichte, als es vor 30 bis 40 Jahren von einem volksthürlichen Srnßenmusifcnüen, Jack, der Maler" genannt, für 30 Shilling erworben uk. lange Jahre zur Winterszeit in der Straßen Londons gespielt worden war.
SSNllcrclvs::?lorvc. In Deutschland ereigneten sich von
2.883 bis 1900 nicht wenige? als 950 Selbstmorde von Schülern. Ter GcHeime Med:z:nalrath Professor Dr. Eulenburg schreibt darüber in der Wochenschrif: Um; ehern'': Versuchen wir. das vorläufige Eesammtergebniß zusammenzufassen. um den Antheil, den Haus und Schule andem Zustandekommen der Schulerselbstmorde haben mögen, ohne Voreingenommenheit abzuschätzen. so muß sich die Wagschale unzweifelhaft tief zu Ungunsten des Hauses herabsenken. Gewiß ist auch die Schule nicht von Mitschuld freizusprechen; mit ihren schematischen, in mancher Hinsicht veralteten und rückständigenEinrichtungen, mit ihrem naiden Konservatismus, der immer gutgläubig überzeugt ist, daß das, was vergangenen Generationen getaugt habe, auch der neuen, so ganz anders beschaffenen Generation in gleicher Weise tauglich sein müsse; mit ihrer zu geringen Berücksichtigung der Schülerindividualitäten und diesen gegenüber Vielfach versagenden erzieherischen Leistung. Indessen das sind Mängel und Uebelstände, die zum großen Theil dem Betrieb der Schule als öffentlicher, den allgemeinen Staatsnothwendigkeiten angepaßter Institution unvermeidlich anhaften und deren nachtheilige Folgen überdies viel weniger zur Geltung kommen würden, weil? der Schule nicht schon vielfach ein von vornherein ungeeignetes, minderwerthiges und belastetes Schulermaterial zuginge, und wenn ihre Bemühungen nicht durch die schädigenden Einflüsse in Haus und Familie oft in so schroffer Weise durchkreuzt und lahmgelegt würden. Von dieser Seite müssen auch die Hebel zur Verhütung und Abhilfe wesentlich angesetzt werden." Gegen diese Ausführungen des Dr. Eulenburg wendet sich die Kreuzzeitung," indem sie sagt: Wir wollen nicht in eine längere Erörterung dar über eintreten, wie weit die Schule für diese beklaaenswerthen Erscheinungen verantwortlich gemacht werden kann. Das eine aber müßen wir sagen, daß den naiven Konservatismus" der Schule nicht die geringste Schuld trifft. Im Gegentheil wäre es für die junge Generation von den allerwohlthätigsten Folgen, wenn die Schule zu ihren früheren bewährten Einrichtungen zurückkehren und durch einfachere Gestaltung ihres, jetzt viel zu komplizirten Lehrganges die Ueberlastung der Schüler bekämpfen wollte. Es fehlte nur, daß man auch noch Stenographie. Volkswirthschaftslehre und Hygiene als obligatorische Lehrgegenstände einführte, um die Nervosität zur allgemeinen Krankheit unserer Gymnasiasten zu machen." Ys wird niÄtö daraus. Bekanntlich versuchte es Japan, in Südamerika Kriegsschiffe zu kaufen. Ueber diesen Handel berichtet die in Berlin erscheinende Tägl. Rundchau": Wegen des Verkaufs chilcnicher und argentinischer Kriegsschiffe erfahren wir aus bester Quelle Folgendes: Der Congreß Chiles autorisirte im Mai d. I. in außerordentlichen Sitzungen die Regierung, an das nordamerikanische Haus fflint & Co. die beiden gepanzerten Kreuzer Macabueo" und Esmeralda" für 1,030,000 Pfd. Sterl. zu verkaufen. Der Congreß bestimmte aber zugleich, daß das Haus Flint die neutrale Macht, welche die Schiffe übernehmen solle, angeben müsse. Flint & Co. erklärten nun wiederholt, sie kauften die genannten Schiffe für die Regierung der Türkei und seien auch bereit, den Kreuzer ..Prat" für 300.000 Lstrl. zu übernehmen. Die Regierung Chiles fragte hierauf direkt bei der Türkei an und erhielt die Antwort, daß die Hohe Pforte von der ganzen Sache nichts wisse, nie in Verhandlungen mit Flint & Co. gestanden habe usw. Darauf brach die Regierung in Santiago die Verhandlungen mit Herrn Flint und seinem Vertreter ab, und die Idee des Verkaufs wurde vorläufig aufgegeben. In der gleichen Weise hat sich die argentinische Regierung benommen. Von dieser wollten Flint & Co. die Kreuzer Pucyredon" und Belgrano" gleichfalls zu einem relativ hohen Preise kaufen. Auch hier forderten Regierung und Congreß von Herrn 55lint, er solle die zur Zeit nicht kriegführende Macht nennen, welche die Schiffe' zu erstehen wünsche. Als auch hier die Türkei vorgeschoben wurde, beauftragte die Regierung ihren Vertreter in Pari?, mit dem dortigen türkischen Botschafter zu sprechen. Dieser erklärte, daß die Vforte allerdings eine französische Gesellschaft beauftragt habe, für die Türkei einige Schiffe zu erstehen. Mit dieser Auskunft war man in Buenos vlires niuzt zufrieden, son dern wandte sich gleichfalls direkt an die türkische Regierung. Es ist aber sicher anzunehmen, daß . auch diese? Kauf nicht perfekt wird. Studirende sind im laufenden Sommer an den sämmtlichen deutschen Universitäten nicht weniger als 39,531 immatnkulirt, gegen 37,881 im Win ter und 37,813 im Sommer vorigen Jahres. Vor zehn Jahren betrug die Gesammtzahl nur 28,103, also etwa 11,000 weniger gegenüber dem Som mersemester 1904. Galgeluntcrr. Nun. wie geht's?" Danke, bcsser. Spaie jetzt mächtig Gelder." Nanu, wieso denn?" Ich schicke meine Manuskripte erst gar mcht meh ab."
Crtnmg tn SCctttfctlsttiD. Der bekannte Schriftsteller Jerome K. Jerome schreibt in Mainly about Peoplc" über seine Eindrücke von Deutschland Folgendes:
In den größeren Städten Deutichlands eriitirt bekanntlich die sehr nachahmenswerthe Vorschrift, daß Straßcnpassanten kein Papier oder sonstiae verunzierende Tm aus oi? Strafen werfen dürfen. Ein britischer General a. D. schildert nun tnt dies bezüglichen Erfahrungen in folgender ergötzlicher Weise: Ich riß bei e'.'.i Besuche in Dresden, nicht wissend, daß es eine derartige Verordnung giebt, einen soeben gelesenen Brief in hundert kleine Fetzen und warf diese aus die Straße. Sofort trat ein Schutzmann an mich heran und machte mich in äußerst höflicher Weise auf die mir unoekannte Vorschrift aufmerksam. Ich dankte dem Manne für seine freundliche Mittheilung, saate ihm sogar. daß ich wünschte, wir hätten in London eine solch: vorzügliche Vorschrift, und versprach, in Zukunft etwaige Papierschnitze! in meine Taschen zu versenken. Das sei ein sehr löblicher Vorsatz, meinte der Beamte, deutete aber mit einer Geberde, die deutlich sagte: Was soll aber mit den Schnitzeln da werden, auf meine auf dem Pflaster 'zcrstreuten Brieffetzen hin. Lächelnd erwiderte ich, das wüßte ich selber nicht, aber der Schutzmann wußte einen Ausweg, der darin bestand, daß ich, der britische General a. D. mit dem üblichen Schmerbäuchlein, natürlich zum Gaudium der Straßenjugend, auf allen Vieren Herumrutschen und die Schnitzel auflesen sollte. Der Beamte gab zwar das Peinliche dieser Lage zu, wußte auch einen anderen Ausweg, und dieser bestand darin, daß ich, der britische General a. D., natürlich gefolgt von einer schadenfrohen Menge, dem Schutzmann nach der vielleicht drei Meilen entfernten Wache folgen sollte. Das ging denn doch erst recht nicht. Ich erbot mich dann, einen Knaben zu dingen, der für mich den Fehler wieder gut machen sollte, aber der Schutzmann erklärte mir mit derselben höflichen Entschiedenheit, daß dies dem Wortlaut des Gesetzes nicht genügen würde. Ich dachte schon daran,' den Kerl niederzuschlagen, kam aber doch zu der Ueberzeugung, daß von den beiden Alternativen die erstere denn doch die weniger unbequeme sein würde, und so machte ich mich nolens volens an die Arbeit. Aber ich hatte nicht gedacht, daß das Auflesen von Papierschnitzeln von den staubigen Steinen eine solche Arbeit sei. Es währte volle 'zehn Minuten, bis ich den letzten Schnitze! zum Gaudium von Tausenden erwischt hatte. . Aber es ist dennoch ein sehr gutes Gesetz, ich wünsche nur, ich hätte es früher gekannt!" Ich besuchte eines Abends mit einer Amerikanerin ein deutsches OpernHaus. Dort ist es obligatorisch, daß die Damen die Hüte ablegen. Aber die Amerikanerin ist daran gewöhnt, BcrOrdnungen im eigenen Lande zu mißachten. Sie erklärte dem Logendiener entschieden, daß sie den Hut aufbehalten werde. Der Logendiener aber erklärte ihr, daß sie dies nicht dürfe. Beide wurden schließlich etwas kurz angebunden. Ich nahm die Gelegenheit wahr, mich abzuwenden, um mir ein Programm zu holen. Ich fand immer, daß es besser ist, je weniger Personen in eine Auseinandersetzung verwickelt werden. Meine Begleiterin erklärte schließlich dem Logendiener, es sei ihr gleichgültig, was er sage, sie werde ihn nicht weiter beachten. Der Logendiener schien überhaupt nicht zu den Redegewandten zu gehören und es mag fein, daß er durch diese Ankündigung noch mehr decouragirt wurde. Er machte wenigstens keinen Versuch, zu antworten. Alles was er that, war, daß er sich vor die Logenthür stellte.. Nebenbei gesagt hatte der Logendiener eine Schult:r.relte von etwa 3z Fuß. Mit der gleichgültigsten Miene der Welt 'blieb er vor der nur 4 Fuß messenden Lcgenihüre ruhig stehen. Ich wollte, wie gesagt, ein Programm kaufen. Als ich zurückkehrte, hielt meine Begleiterin den Hnt be'.e!!s in der Hand und hatt? schon die Hutnadel hineingesteckt. Ich glaube, sie dachte im Auaenblick. es sei das Herz des Logendieners. Und wieder wünschte ich. daß es ein solches Gesetz auch bei uns in Enaland aebe." j Wie aus M e s j i n a gemeldet wird, wurde der frühere Versag-lieri-Hauptmann Mancinclli wegen Verdachtes der Theilnahme an dem Hochverrath des Hauptmanns Ercolessi verhaftet. Mancinelli wurde seinerzeit wegen Unregelmäßigkeiten kassiert. Die durch die Agencia Stefani" verbreitete bündige Erklärung der österreichischen Botschaft, daß Ercolessi mit Oesterreich nichts, zu schaffen gehabt habe, macht großen Eindruck und dürfte der Hetze gewisser Blätter, die Ercolessi geflissentlich auch als Agenten Oesterreichs darstellten, vielleicht ein Ende machen. Ecdankcnsplittcr. ' Vom Genie wird die Welt erobert, der Mittelmäßigkeit gehört Tlan hört so oft: .Die Wahrheit liegt in der Mitte. Natürlich. Wie könnten sonst so viele um sie herumgehen! Kleine Geister gleichen einem leercn Wa gen. Je tveniger er beladen ist, desto mehr rasselt er. - Das Wiedergefundene hat niemals den Werth, des Ewigveror'nen. Zur Ledensklugheit geHort eL, nicht zu viel davon merken zu lassen.
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