Indiana Tribüne, Volume 27, Number 305, Indianapolis, Marion County, 16 August 1904 — Page 4
Judiana Tribüne, 1. August 190.
Jndiana Tribüne. verauZzeaeben von der utenderg Ss. Indianapolis, Ind.
gany O. Thudium B Präsident. GeschäftSlocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. tc-ed at the Post Office of Indianapolis as second class matter. Aus Der Bundeshauptstadt. Der Washington Correfpondent der Miff. Blätter" schreibt : DaS StaatsDepartement hat jetzt mehrere Anordnungen getroffen in der Absicht, unserem Auslandhandel auf die Beine zu helfen, und zwar durch ein geschicktes Znsammenarbeiten deS divlo matifchen und KonsulardiensteS. Schon seit einigen Jahren haben unsere Diplomaten mit wachsendem Interesse die Konsularberichte durch eigene Berichte kommerziellen oder industriellen Cha raiterS zu vervollständigen gesucht und das Departement hofft jetzt, daSiplo matische CorpS zu einer systematischen und wirksamen Stütze bei der För derung unseres Auslandhandels heran zuziehen. ES handelt sich vorläufig allerdings nur um einen Versuch, und der stellvertretende Sekretär L oomiS hat diesem Streben eine konkrete Form ge geben, indem er in einer an unsere dip lomatischen Vertreter gesandten Instruktion dieselben auf die Durch führbarkeit seines Planes aufmerksam machte. Die Instruktion lautet : Ich habe die Ehre, Sie zu ersuchen, so bald als möglich ein Memorandum für dieses Departement ausarbeiten zu lassen be treffS der Facilitäten des diplomatischen Dienste zur Förderung unseres Handels in dem Lande resp. Ländern, in welchen' Sie akkredirt sind. Dies Departement wird zu dieser Untersuchung aus zwei Gründen veran laßt: erstens, weil unsere Botschaften und Gesandtschaften, wie es fi.ch durch deren häufige Anstrengungen zur Ver breitung von Handelsnachrichten unter dem amerikanischen Volke erwiesen hat, nur eineS bestimmten ActionsplaneS und geeigneter Instrumente zu bedür fen scheinen, um mächtige Helfer bei dem großen und . stetig wachsenden Werke zu werden, unsere Fabrikanten und Exporteure zu leistungsfähigen Eoncurrenten im Welthandel heranzu bilden; und zweitens, weil der Eonsulardienst in Folge seines mangelhaften diplomatischen Status nicht im Stande ist, offizielle Informationen aus erster Hand zu erhalten. Solche Jnforma tion kann von einem Eonfularbeamten nur durch die Beihülfe eines diplomatischen Agenten beschafft werden oder durch die Gefälligkeit eine Beamten des Landes, in welchem er angestellt ist. Ein Generalkonsul in der Hauptstadt eines Landes ist für gewöhnlich nur ein Lokalbeamter, dessen Jurisdiction und Einfluß sich nur auf einen bestimmten Distrikt bezieht. ES wird Ihnen klar sein, daß, wenn die Vereinigten Staaten den ihnen unter den industriellen Nationen auf dem Weltmarkte zu kommenden Rang einnehmen sollen, nichts solchen Zufälligkeiten überlassen werden sollte, sondern daß die Maschinerie für die Sammlung von Geschäfts Informationen in fremden Ländern so wirksam und selbstthätig arbeitend als möglich gemacht werden sollte. Der Sekretär des Innern hat be. schlössen, in Zukunft bei der Eröffnung weiterer Reservationen für Ansiede lungszwecke da System der Verloosung anzuwenden, es sei denn, daß der Eon greß ausdrücklich bestimmen sollte, die Heimstäteen müßten veranktinirt wer den. Zum ersten Mal ward das Lot terieSystem bei der Vertheilung der Ländereien zn der Kiowa, Eomanche und Apachen'Reservation in Oklahoma angewendet und erwies sich dort als ein großer Erfolg, weil die Eonfusion und Gesetzlosigkeit, welche bei früheren Neu besiedelungen so kraß hervorgetreten wa ren, vermieden wurden. Neuerdings ward dör Versuch bei der Eröffnung der Rosebud'Reservation wiederholt, und mit gleich günstigen Resultaten. In zwischen war die Red LakeReservation in Minnesota für Besiedelung freigege ben worden, und hier hatte das Gene rallandamt, der Anordnung des Con gresseS folgend, eine Auktion veranstal tet. ES war gesetzlich bestimmt wor den, daß Zi per Acre der niedrigste Preis sein solle, welchen daS Landamt acceptiren dürfe. DaS Resnltat war, daß von 1600 Viertelsektiouen nur 610 verkauft wurden. Der Landkommissür hat deshalb eine weitere Auktion auf
den 3. Oktober anberaumt, um zu der suchen, dann den Rest der Landkom plexe loszuschlagen. Der hauptsächlichste Einwand, wel chen man im Landamt gegen die Auk tionsmethode geltend macht, geht da hin, daß bei den Auktionen stets nur Angebote für die besten Ländereien eingehen, so daß die Regierung mit den minderwerthigen sitzen bleibt. Außer dem aber hat ein solcher Kauf für den Ansiedler noch den Nachtheil, daß er außer der Zahlung deS von der Regie rung verlanzten Preises auch noch die Bestimmungen der Heimstättengesetze beobachten muß, waS Commissär Richards für ungerecht hält. Der 93er kauf der 610 Viertelsektionen brachte der Regierung ungefähr $590,000 ein; der höchste Preis, welcher erzielt wurde, war $46.50 per Acker, der Durchschnitt $16. Die nächste Reservation, welche der Ansiedelung geöffnet werden soll, ist diejenige von DevilS Lake, Nord Dakota, welche etwa 83,000 Acres um faßt. Die Registrirung hat bereits be gönnen und wird bis zum 20. August dauern. Die Ziehung findet am 24. August statt. Dann wird erst im nächsten Sommer wiedea in Montana eine Reservation der Crow Indianer Association geöffnet werden, und zwar desgleichen mit Hülfe der Lotterieme thode. Marinesekretär Paul Morton zeigt in seiner Handhabung der Angelegen heiten des Departements viele der Charakteristiken, welche seinen Vater, den seit mehreren Jahren verstorbenen I. Sterling Morton, als Ackerbause kretär unter Cleveland'S zweiter Admi niftration zu einem so vorzüglichen Departementschef machten. Der Ge gensatz zu seinem Vorgänger Moody, welcher jetzt den Generalanwaltssessel ausfüllt, ist ein wohlthuender. Aus seiner EisenbahN'Karriere hat Herr Morton eine brillante Befähigung für exekutive Angelegenheiten mitgebracht; ein scharfer Blick und rasche Urtheils kraft sind ein Erbe feines vortrefflichen Vaters, dem er an Energie gleichfalls nicht nachsteht. Ob ihm auch der kaustische Witz beschicken ist. mit wel chem I. Sterling Morton die Unzu länglichkeiten, die Bequemlichkeit und die Sucht, Unkel Sam nach allen Rich tungen hin auszubeuten, bei seinen Untergebenen geißelte, hat sich noch nicht erwiesen; die Zeit dazu ist noch zu kurz, Herr Morton hat sich noch nicht hinreichend in die neue Umgebung ein gewöhnt, um seiner Sache in jedem Falle sicher zu sein, und das ist nöthig, wenn Einer die Fuchtel schwingt. Aber Sekretär Morton hat es verstanden, schon in den ersten paar Wochen seines offiziellen Daseins die alten Zöpfe im Departement in Konsternation zu versetzen. Er ist neugierig, der neue Herr Ma rinesekretär. Da er an der Spitze ei nes großen Regierungs-DepartementS gestellt ist, besteht er darauf, zu wissen, wie diese osficielle Maschinerie arbeitet, waS' vorgeht, er wünscht über daS Wie" und Warum" informirt zu sein gerade wie er als Vicepräsident der Santa Fe-Bahn alle Fäden seines Departements in seiner Hand zusam menlaufen hatte, um im Stande zu sein, seine Dispositionen prompt treffen zu können. Als ihm in letzter Woche ein paar Sachen zur Entscheidung vor gelegt wurden, ließ er den DivisionS chef kommen, in dessen Ressort die Af faire entsiel, und verlangte Aufschluß über gewisse Einzelheiten. Der Divi sionschef war verblüfft, und versprach.
die Information zu beschaffen. Da ging eS denn, wie immer, die Beam tenrsihe herunter schriftlich natürlich , bis die Frage an den Clerk kam, der etwas darüber wußte. Dieser besorgte die Antwort, und eS ging die Beamtenreihe wieder hinauf, bei jeder Stufe gehörig mit Initialen versehen, bis an den DivisionZchef, welcher das Resultat der langschweifigen Nachfor schungen dem Sekretär unterbreitete, Sekretär Morton theilte dem Divisions chef darauf höflich, aber entschieden mit, er erwarte von seinen untergebe nen Beamten, daß jeder derselben von den in sein Ressort einschlagenden An gelegenheiten stets informirt sei, so daß er Fragen ohne Verzug beantworten könne. Und jetzt geht eS an ein Wur steln und Nachschlagen und Durchar beiten von Dokumenten, weil die Her ren Beamten sich nun über ihre Be rufsangelegenheiten unterrichten müs sen, falls sie vom Herrn Sekretär da rüber befragt werden sollen. Da muß Einem ja die ganze Sommerruhe ver leidet werden. Den interessanten Artikel Ursache und Wirkung" entnahmen wir der .Chicago Abendpost". In der Deutschen TagUeberstürzung wurde die Quellenangabe versäumt, was wir hiermit schleunigst nachholen.
Die goldene Regel. Auf dem Internationalen Frauen kongreß war oft von der. Goldenen Regel" des Frauenweltbundes die Rede. Ueber diese theilte Gräfin Brazza (Italien), eine geborene Amerikanerin, folgendes mit: In der ersten Gen:ralVersammlung in Washington, U. S. A., am 20. Februar 1897 wurden folgende Resolutionen angenommen: Da dies .der erste große Nationalkongreß von Frauen ist, der sich einzig zur Hebung der Mütterlichkeitsid:e" und zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Mutter und Kind konstituirt hat, und weil wir wünschen, daß der Einfluß dieser Versammlungen soweit wie möglich reichen möge, beschließen wir, die Arbeit der Universal Peace Union" zu unterschreiben und zu unterstützen und so Mütter und Lehrer anzuregen, daß Frieden gelehrt werde durch Harmonie am eigenen Herde. Dieses Ziel der Harmonie am eigenen Herde ist es, das durch die sieben Regeln der Harmonie ausgedrückt wird. Diese sind im selben Jahre von -dem National Council of Women" angenommen worden und 1898 vom National Council of Canada". Die goldene Regel: Thue Andern, was sie Dir thun sollen" theilt sich im täglichen Gebrauch in die sieben Regeln der Harmonie: 1. Mache den heUigen Geist des Friedens zu einer lebendigen Kraft in Deinem. Thun und wende so viel Zeit, Denken und Geld als Dir möglich ist. zu seiner Verbreitung an. 2. Höre nie ohne Protest auf Vorwürfe, Verleumdungen oder ungerechte Anschuldigungen gegen Familie und Mitbürger. 3. Suche den Geist der Nationalgesetze zu verstehen und allen existirenden zu gehorchen, interessire Dich eifrig für die Besserung aller Derer, die Du unnütz und thierisch für einen Kreis von Bürgern findest. 4. Weihe Deine Gedanken, gebrauche Deinen Einfluß, um den nationalen Geist zu entwickeln; kritisire nicht zwecklos die Familien- und Regierungsauthoritäten. 5. Behandle alle Vögel, Thiere und alles Lebendig: aus Thier- und Pflonzenwelt gerecht und gütig. Vermch'e nur, wenn Du Dich selbst oder Schn?ache retten mußt. Statt dessen sei Dein Zweck: das Wfsamen; das Nähren, das Vermehren alles dessen, was moralisch verbessernd auf Familie. Heimath und Volk wirkt. 6. Lehre Kinder und Untergebene, was Du selbst von Frieden und Gerechiigkeit weißt, such? in ihnen Harmoniegefüble m entwickeln. ; 7. Suche täglich ein Wort zu sagen, eine, wenn auch ll-in? That'.Z'l thun, die den Friedensoedanken so?deri daheim und draußen. ;
In unserer schnclllcbigcn Zeit. Sie: Müller's willst Du telegraphisch zur Verlobung gratulieren . ich mein', eine Karte thät's rctch." Er: Wie leicht kann, bi5 die ankommt, die Verlobung wieder zurück gegangen sein!" Das Opfer einer tollkühnen Wette wurde kürzlich in Köln ei", als tüchtiger Schwimmer bekannter 28jähriger junger Mann, der mit einem Freunde von der Schiffbrücke aus in den Rhein sprang, um bis zu einer'bestimmten Stelle in voller Kleidung den Strom zu durchschwimmen. Sie geriethen in den Wellenschlag eines vorbeifahrenden Dampfers, wobei der eine ertrank und der andere nur mit größter Mühe gerettet werden konnte. Scsciicidcn. A.: Familie Müller ist jetzt auch bei der Harmonie-Gesellschaft; was spielt sie denn dort für eine Rolle?" B.: Sie trägt zur Vergrößerung der Gesellschaft bei." Abolclrnts Silke. Vater (zu seinem sechsjährigen Sohn, der sich mit dem Kinderfräulkin streitet): Paul, soll ich mit dem Stock kommen?" P a u l : Laß nur, Vater, mit der werde ich allein fertig!" Erflndnng. Vt V '!'".,. . v ii't -X"" l.c,UVt!'v:; ij'niwll'i !- Ei;XM'f'rj;A ivOy, ;AL t"Jr v MfjWJ !! J&wwr k 'i'k i 5 5 AWA mm TFK-ZZT"--' .1 II ITiJ m Jt iCA . Der Forstmeister Grünberger ist ein so großer Dackelfreund, daß er sich sogar statt einer Kuckucksuhr, eine Dackeluhr machen ließ, wo jede Stunde der Dackel bellt."
1 rMJi , Ts e, k MWff 7il ' Wt
mv ft " y fw jr
Magyaristrutta von Na,ncn in Ungarn, Wer das ungarische Amtsblatt in die Hand nimmt, findet darin gewöhnlich jeden Tag ein bis zwei Spalten, die mit ministeriellen Genehmigungen von Namensänderungen gefüllt sind. Solche Genehmigungen werden in Ungarn immer anstandslos ertheilt, wenn es sich darum handelt, einen fremdklingenden Namen in einen magyarischen zu verwandeln: alle andern Namensänder.ungen werden in der Negel rundweg abgewiesen. Die nach Tausenden zählenden Namensmagyarisirungen haben in den letzten Jahren eine solche Verwirrung geschaffen, daß es heute schlechterdings unmöglich ist. aus dem Namen irgendwelche Schlüsse auf Nationalität und Abstammung zu ziehen. Dies gilt in erster Reihe von den Politikern, und selbst die ultramagyarische äußerste Linke ist voll magyarisirter Namen. So hieß der Abgeordnete Polönyi. einer der meistgefürchteten Rabulisten der Unabhängigkeitspartei, früher Pollatschek, der Abgeordnete Vöszi, zur Zeit wohl der übertriebenste Chauvinist im Abgeordnetenhause, Weiß; der Abgeordnete Aisontai, die
juristische Autorität der Opposition, w?. m it." Avelnvergcr, vie igemqumer ocr oeiden größten ungarischen Zeitungen, Rakosi und L6grdy, Kremser bezw. Pollak. Der verstorbene Präsident der Kossuth-Partei Jrnyi führte den Namen Halbschuh, der Abgeordnete Morzsänm hieß Vrezlitschka, der Abgeordnete Heltai hieß Hofer, der Abgeordnete Domherr Komlössy hieß Kleinkind, der Präsident der Ugron-Partei, Szederkönyi. hieß Schönnagel, der Abgeordnete Endrei hieß Engel, der Abgeordnete Gajari Bettelheim, der Abgeordnete Mezei Grünfeld, der verstorbene Csatär, einer der größten Schreier der äußersten Linken, hieß Löffelholer, der Obergespan Fenyvest hieß Schmirkooszky, der gewesene Ackerbauminister Daranhi hieß Grieskorn. Diese Liste magyarisirter Politiker könnte noch lange fortgesetzt werden. Nicht besser verhält es sich mit den Namen der Künstler und Schriftsteller. Der bekannteMaler Munkcsy hieß Ursprunglich Lieb, der Maler Philipp LszlS Laub, die Malerin Vilma Parlaghy Brachfeld, der Maler Feszty Rehrenbeck. der Vilhauer Mtrai Muderlak. der Bildhauer Zala Mayer, der Komponist Mosonyi Brand, der Klavierkünstle? Polönyi Pollatschek, der Komponist Konti Kohn. der Violinkünstler Remnyi Hoffmann, der Architekt Alpr Schocke. Unter den Schauspielern wurde aus einem Fräulein Jaiteles ein Fräulein Fäy, aus einer Frau Schweitzer eine Frau Helvey, aus einem Navratil ein Nüday, aus einem Ncuhauser ein Uyhzi und so weiter in endloser Reihenfolge, kann man doch die wirklich magyarischen Bühnenkünstler an den zehn Fingern abzählen. Was die Gelehrten betrifft, so hieß der ehemalige Erzieher des Kronprinzen Rudolf, Bischof Rnay. früher Leininger, der Arzt Professor Kornyi Kornfeld, der Historiker Knyi Kohn. der Professor der Medizin Ki-tly Kettl, der Statistiker Körösi HaZduschka, der Professor der Chirurgie R'czey Katschenka, derOrientalist Vamfory Vamberger, der Sprachforscher Szinnyei Färber, der Geschichtsforscher Manzali Morgenstern usw. Ja, selbst die zwei Gastwirthe, die in Pest die beste echt magyarische" Küche führen sollen, sind deutschen Ursprungs, denn der bekannte Restaurateur Szikszay hieß Preir.dl. der alte Kariks aber, aus dessen Küche sich selbst die verstorbene Kaiserin ein Mittagessen kommen ließ, um die magyarische Kost kennen zu lernen. hieß Ring. Nach alle dem wird es nicht weiter auffallen, daß der Erfinder der ungarischen Tortenspeziali tät, Dobro. ursprünglich Duntaszak, der Erzeuger des besten unaarischen Champagners.Töcley, aber Schmier! hieß. Aus diesen wenigen Stichproben ist zur Genüge ersichtlich, wie wenig man in Ungarn die Abstammung nach dem Klang des Namens beurtheilen darf. Biömarcks lchtcr Uialcr." In den vor Kurzem erschienenen Me? moiren des französischen Staatsmannes Emile Olivier findet sich eine interessante Stelle, die den Aufenthalt Bismarös in Paris gelegentlich der Weltausstellung im Jahre 1867 schildert und die einige kleine, al'er für Bismarck ganz charakteristische Anekdoten enthält. Bei dieser letzten großen Veranstaltung des zweiten Kaiserreichs jagte ein Fest das andere; in seinem ganzen Prunke wollre sich Napoleon III. seinen fürstlichen Gästen zeigen. Bismarck, damals schon für alle Welt der große Vl.smarck, that wacker mit. Ueberhaupt zeigte er sich in dem galanten Paris vcn der galanten Seite. Auf einem Hofball en.jagirte ihn eine junge, schöne Dame zu :iner Kotillontour: Die versammelten Souveräne trauten ihren Augm nicht recht, als sie Bismarck, den großen Bismarck, nach einer tadellosen Verbeugung mit derDame antreten sahen. Er walzte feine Tour herunter und überreichte seiner Tänzerin dann zur Erinnerung die Rosenknospe, die er im Knopfloch trug. Ich habe immer den Walzer geliebt," sagte er dann, aber nichtsdestoweniger wird dies wohl der l e tz t e Walzer sein, den ich getanzt hae." In Frankreich hält man 800,000 Schooßhündchen, für die jähr lich 8,000.000 Francs (Z1,600,000) Steuern zu entrichten sind.'
Usberall WUkommen
find Sie
Rom
e Brewin
Schmackhaft Stärkend Absolut rein. Office-Telephon 1050. Auch in Flaschen durch das Flaschen-Devartemevt zu beziehen. Telephones: 5?eti 1030; Nlt 1050
"per erste Zmvrnbandigcr. VewundtrnStVkrthe Leistungen der Naud thierdreffur im Alterthume. Von jeher muß es einen unsagbaren Neiz auf den Menschen ausgeübt haben, gerade den wildesten Bestien gegenüber feine Intelligenz walten zu lassen und sie zu gefügigen Werkzeugen feines Willens zu machen. Bisher nahm man gewöhnlich an, daß der Karthager Hanno den Ruhm des ersten Löwenbändigers verdiente. Denn von ihm erzählt Pttnius: Hanno, einer de? berühmtesten Kcrrthager, soll der Erste gewesen sein, der einen Löwen mit der bloßen Hand lenkte und gezähmt vorzeigte; allein seine Kunst bekam ihm übel, denn er wurde verurtheilt, weil man meinte, der passe schlecht an die Spitze eines freien Volkes, dem es so leicht gelänge, die wildesten Geschöpfe zu Sklaven zu machen." Die Priorität Hannos wird man jedoch stark bezweifeln, wenn man liest, daß schon vor ihm die Alten von afrikanischen Völkerschaften ähnliche Dinae als etwas Bekanntes berichten. So beltzt es oenplelswelse: Die Einwohner ' von Mauretanien ziehen öfters in ihren - Häusern junge Löwen auf, und diese verstehen die Worte wie Sausbunde." - Hieraus kann man mit Sicherheit annehmen, daß die Zähmung von Lowen in Afrika' nichts erst 'von Hanno datirt. Diese Annahme wird zur Gewmym durch die fforschunaen von 3lo hannes Dümichen, der auf Grund der Darstellungen egyptischer Bilder Folgenoes scyreiot: Die alten Egypter verstanden nicht blos den Gepard, sondern sogar den Löwen zu zähmen und ihn zur Jagd sich dienstbar zu machen. Auf vielen Bildern sehen wir den Herrscher, wie er mit Speer und Lanze der Thiere König entgegentritt, und vernehmen, daß Amenophis III. sich rühmt, in den ersten zehn Jahren seiner Regierung nicht weniger als 110 Löwen erlegt zu haben; auf anderen finden wir Darstellungen des Königs und eines Löwen, der gemeinschaftlich mit ihm gegen die andringenden Feinde kämpft. So zum Beispiel ist der König Ramses der Große in den nubischen Felsentempeln von Derr und Abu Simbil abgebildet in Begleitung eines ihm zur Seite kämpfenden Löwen, und die über letzteren zur Erläuterung des Bildes dienende hieroglyphische Inschrift lautet: Der Löwe, Begleiter Seiner Majestät, reißt in Stücke seine Feinde." Ramses der Große, der vor mehr als 3000 Jahren lebte, muß demnach als erster Löwenbändiger bezeichnet werden. Er konnte bereits DressurErfolge aufweisen, die ihm keiner von unseren Dresseuren nachmachen kann. Denn einen Löwen zum Mitstreiter im Kampfe gegen ' Feinde zu erziehen, ist sicherlich der Gipfel der Zähmung. Auch sonst weiß übrigens das Alterthum über eine Menge von gezähmten Löwen zu berichten. Ganz Besonderes leisteten auf diesem Gebiete die römisehen Kaiser. So berichtet Dio Cassius von Caracolla Folgendes: Der römische Kaiser Antoninus Caracalla hielt sich mehrere zahme Löwen und hatte sie immer bei sich. Am liebsten hatte er den einen, welchen er Acinaces nannte und oft vor allen Leuten küßte. Dieser pflegte mit ihm zu speisen und sich auf seinem Ruhebette zu lagern. Ehe der Kaiser ermordet wurde, wollte ihn der Löwe vor der Gefahr warnen und hielt ihn, als er ausgehen wollte, am Kleide so fest, daß dieses sogar zerriß, aber Antoninus achtete der Warnung nicht." Aehnlichen Zeitvertreib leistete sich Heliogabal. Nach Aelius Lampridius ließ dieser Löwen vor seinen Wagen spannen und sagte, er wäre die Göttin Cybele. Was aber noch mehr sagen will, er spannte auch Tiger vor seinen Wagen und sagte, er wäre Bacchus. Alle Kunststücke, die unsere Bändiger ! vorführen, das Hineinstecken des KopfeZ in den Löwenrachen u. f. w. sind den Alten bereits bekannt gewesen. Ueber den Atlantischen Ozean fahren gewöhnlich je vier Zwischendecksreisende auf einen Kajütenpassagier. Die fallenden Schneeflocken bringen allen Staub aus der Luft mit herunter und erzeugen damit die allerreinste Atmosphäre.
Biere 5er
gCo.
hmml ira l9 55o. 1 W. Washington Str (Maxhanta National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen aus alle Städte Europas. Schiffsscheine nach und i p Eurcva. Un- und verkauf ausländischen Geldes. Warten Sie nicht... Eine große Summe Geld anzusam, mein, ehe Sie ein Spar'Cor.to er offnen. Beginnen Sie diesen Monat Müßiges Geld sollts in keinem Haushalt einen Platz finden. Sie können 25 Cents und aufwärts deponiren mit der und erhalten daran 3 Prozent Zin sen, halbjährlich verrechnet, Mai Tr und 1. November jedes Jahr. 5 Kapital - $1,000,000.00 Ueberschuß - - 225,000.00 Osficen im Compagnie Gebäude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Einfacher Fahrpreis plus 25 Cents nach L0UI5VILLE und zurück via Big Four Route ....zu dem.... Zveijahrlichen Feldlager der Knights of PhthiaS. Verkaufstage, 13., 14., 15. und 16. August 1904. Retourfahrt beschränkt auf den 3iten August mit Verlängerungs'Privilegium biS zum 15. Sevt. 1904. Nähere Einzelnheiten bei allen Ticket Agenten der Big Four Route oder man schreibe an Wrren I. Lynch, Genl. Pass. und Ticket.Agrnt, Eincinuati. Ohio. oder H. M. Bronson. . G. P. , Indianapolis, Ind. A ig 4j. Route Exkursion nach CIKTCINNATI Sonntag, 21. August. Spezial-Schnellzüge, nach keiner Richtung für Passagiere anhaltend, verlassen JndianapoliS um 7 Uhr Morgens. Retourfahrt von Eincinnatt 7 Uhr Abends.
WM TRUST C0
