Indiana Tribüne, Volume 27, Number 304, Indianapolis, Marion County, 15 August 1904 — Page 5
Jnditma Tribüne, 13.- August 1904;
Bekenntnisses ablegen, um den voll gefühlten Beweis zu liefern, daß unsere LandZleute, wenn 'sie auch deutsche Namen tragen und ihre Muttersprache und heimathlichen Sitten aufrecht er. halten, doch gute und treue amerika nische Bürger sind. Andere mögen uns loben und unsere Tugenden prei sen, aber wenn eS gilt, unsere Seele zu offenbaren, müssen wir wohl oder übel selbst das Wort ergreifen. Wir ersehnen, offen gesagt, eine Verbrüderung aller unter dem Ster nenbanner .lebenden Volkselemente. Dazu ist aber ein gegenseitiges Sich, verstehen die erste Bedingung. Solchem Verständniß wollen wir die Wege ebnen, indem wir unsere Gesinnungen, Bestrebungen und Eigenheiten hier öffentlich proklamiren. Wir wollen keine Sonderstellung und- verfechten keine Sonderinteressen. Wir handeln vielmehr nach dem Grundsatz, daß alle Bürger gemeinsame Interessen haben, daß, was unserem ande nützt. Allen nützt und daß, was uns schadet, jedem amerikanischen Bürger schadet, einerlei, wo seine Wiege gestanden hat. Wohl hat der Deutschamerikaner über viele Fragen seine ganz bestimmten Ansichten. aber diese werden nicht von seiner StammeSangehörigkeit bestimmt, fon dern er vertritt sie einfach als amen kanischer Bürger. Sein Herz schlägt warm für persön liche Freiheit, nicht weil er von deutscher Herkunft ist, sondern weil nach seinem Begriff diese Freiheit ein uner läßlicher Theil der amerikanischen Einrichtungen und seiner Rechte als Bürger der Republik ist. Alles verstehen, heißt Alles verzeihen, und wenn unsere anglo-amerikanischen Freunde erst die Ueberzeugung gewonnen haben,' daß eZ den Deutsch'Amerikanern keineswegs darum zu thun ist, für sich ganz allein eine eigene neue Partei zu bilden, oder die L andeSsvrache zu befehden, oder gar ein KleiN'Deutfchland hier zu errichten, so werden sie unseren LandZleuten auch gern das Recht zugestehen, ihre Mutterspräche weiter zu pflegen und sonst ihrer nationalen Art treu zu bleiben. Amerika wird nicht verdeutscht, aber auch nicht 'verpuritanert" werden, und sobald beide Elemente sich darüber vollständig klar geworden find, werden sie Alle bald einig sein. Nicht nach Worten, sondern nach unseren Thaten wollen wir beurtheilt sein. So gilt die heutige Feier nicht einem Ereigniß in der vaterländischen Geschichte, sondern wir feiern den GeburtStag der ersten deutschen Einwanderung in Amerika, und wir feiern ihn mit der Fahne der Republik in der Hand und in Betonung dessen, was die germanische Rasse zur Größe des Landes und zum Ruhme seiner Flagge beigetragen hat. Kein fremdländisches Interesse hat Antheil an dieser Feier; denn selbst die deutsche Sprache ist dem Genius des Landes in den zwei Jahrhunderten, daß sie gesprochen wird, eine traute Bekannte geworden. Und gleich hier möchte ich den Wunsch ausdrücken, daß man endlich doch einmal aufhöre, den Menschen nach feiner Zunge zu beuttheilen, anstatt nach Herz und Kops; denn, wenn die Sprache Jemanden zu einem geringeren Amerikaner oder gar zu einem Fremdling stempelte, so wäre ja der eigentliche Ur-Amerikaner, der Indianer, selbst ein Fremdling, indem er erst englisch lernen muß, um sich den heutigen Amerikanern verständlich zu .machen. Und wer wird dabei nicht daran erinnert, daß gerade die deutsche Presse ein wichtiges, ja ein geradezu unentbehrliches Mittel deö Amerikani sirungsprozesses ist? Sie macht den Neuankömmlung mit Eifer und Ver ständniß mit den Gesetzen und Einrichtungen des Landes und den Gepflogenheiten unseres Volkes bekannt, und während die blinde Agitation der Nativisten seine Assimilirung hindert, wird dieselbe durch die deutsche Zeitung, obwohl in einer sogenannten fremden Sprache gedruckt, beschleunigt und be fördert. Doch führen wir unsere Braut Eo
lumdia tiefer ein in die Ideenwelt de? DeutfchamerikanerthumS. Mit Stau nen und Verwunderung überschreitet sie die Schwelle, und wie geblendet steht sie plötzlich unter einem Himmel voll glänzender Sterne, der, von atmofphä rischen Streifen durchzogen, einer riesi gen Landesfahne gleicht. Columbia sah ihren Begleiter staunend an, und dieser sagte triumphirend: Diese Son nen und Sterne find die Kronjuwelen des germanischen Geistes. . Zu Deinem Wohl und Besten, Columbia, aber auch zu seinem eigenen und dem der ganzen Menschheit verehrt sie der
Deutschamerikaner wie seine Ideale, in dem Gedanken, daß, wer immer ihrem Glanz Abbruch thun will, sich nicht nur' an ihm, . sondern an den besten Interessen des Landes versündigt." Mit freudiger Spannung lauschte Columbia, und als sie dam: wie fragend auf eine der größeren Sonnen deutete, fuhr ihr Begleiter fort: Das ist die gemanische Freiheitsliebe, welche die meistenDeutschen angefeuert hat, dieses herrliche Land zu ihrer neuen Heimath zu wählen. Mit dieser Sonne im Herzen zogen sie in hellen Schaaren mit in den Revolutionskrieg und hatfen als Washington'S getreueste Vasallen das tyrannische Joch der Briten abschütteln. Von Driskany bis Yorktown folgten sie muthig den Fahnen der Colonisten, und so aufrichtig und vertrauenerweckend war ihre Begeisterung für die ache der Freiheit und Unabhängigkeit, daß Washington sich mit einer deutschen Leibwache umgab. DerselbeStern leuchtete ihnen, als sie den ersten Protest gegen die Negerstlaverei erließen und als sie später die Waffen ergriffen, um auf den Schlachtfeldern des Südens ihr Herzblut für die Abschaffung der Sklaverei und die Erhaltung der Union zu vergießen." . Und jener bläulich schimmernde Stern?" frug nun Columbia. Das ist die deutsche Treue", antvor tete, selbst einigermaßen ergriffen, ihr Begleiter. Jene deutsche Treue, von der Heinrich Heine sagte, wenn fie nicht so alt wäre wie die Welt, würde ein Deutscher fie sicherlich erfunden haben. Der deutsche Dichter meinte damit frei lich nur spöttelnd die Unterthanentreue, hier aber bedeutet fie Anhänglichkeit an das Adoptiv-Vaterland und Achtung vor den Gesetzen und den vom Volke
eingesetzten Gesetzvollstreckern". Und' feine Begleiterin fest ansehend, fügte er hinzu: Wenn der Deutschamerikaner aus angeborener Aufrichtigkeit seiner Sprache und Sitte treu bleibt, so ist er am Ende doch nur fich selbst treu, und wer das nicht kann, vermag auch keiner Andern, also auch Dir nicht, Columbia, treu zu sein". ' In diesem Moment wurde ein anderer der großen glänzenden Sterne verdunkelt. Was ist das?" frug erschrocken Columbia, fich ängstlich an ihren Be gleiter anklammernd. Doch noch ehe dieser antworten konnte, war der Schatten wieder verschwundn, und heller als zuvor leuchtete und flackerte ter Stern in die weiten Räume. Dieser Stern ist die Lebensfreude und der frohe Lebensgenuß. Er leuchtet in jedem deutfchen Herzen, wird aber vom Schatten der Prohibition und des Muckerthums oft verdunkelt. Es ist ein beständiger Kampf zwischen Licht und Schatten. dessenAusgang aber nicht zweifelhast ist, weil der Genius unserer Einrichtungen auf Seiten Derer steht, welche der Musik, dem Gesang und Tanz und des Lebens unschuldigen Freuden huldigen. Zu diesen gehören fast ohne Ausnahme die Deutschen, welche in der That unserer Mittagsspeise das duftende Gewürz öffentlicher Geselligkeit und gemüthlicher Feste beigemischt haben und" Ich werde zu Ihnen halten", fiel ihm Columbia in's Wort, weil Sie mit Jhrer Freund Glück fördernden Auffassung im Rechte find." Da schlug er freudestrahlend in Columbia's ausge streckte Hand ein, und der so aus Neue geschlossene Bund bedeutet sicherlich nichts Gutes für die Heuchelei und Unduldsamkeit. Auf allen Seiten dieses Paradieses von Schätzen gab es Neues und Interessantes. In der Ferne machten junge kräftige Burschen, die Turnerei repräsentirend, körperliche Uebungen, und horch, von der anderen Seite trug eine sanfte Brise die bekannten Weisen eines deutschen Liedes an Columbia'S Ohr. Ein Gesangverein war'S, dessen Mitglieder nach' des Tages Last und Hitze regelmäßig zusammenkamen, um des alten Vaterlandes beste Lieder zu singen. Und ganz nahe dabei stand, in das ewie Grün der Natur gekleidet, ein prächtiger Tannenbaum, der Weih nachtSbaum, den die Teutschen ebenfalls mit über'S Meer gebracht und dessen liebe Lichter kalte Winternächte, sowie die Herzen und Köpfe von Jung und Alt erleuchteten. Und rings um den Baum herum schlingt sich die Rebe, deren würziger Saft schon zetzt dem ihrer älteren Schwester am Rhein und an der Mosel gleichkommt. Plltzlich schlägt helles Lachen an unser Ohr, und sich umdrehend, steht Columbia vor einem Kindergarten, der, wie fast alle anderen germanischen Gaben, eben falls schon längst zum Gemeingut des amerikanischen Volkes geworden ist.
Einen Stern wollte der bescheidene Deutsche seiner hohen Begleiterin nicht zeigen, aber sie hatte ihn schon entdeckt. Sein Name ist germanische Ehrlichkei und Unbestechlichkeit, nicht das Monopol einer einzelnen Nationalität, aber, der Wahrheit die Ehre! verrichtet der Deutsche nicht mit besonderer Inbrunst vor diesemAltar seine Andacht und überliefert erbarmungsloser als viele Andere. Denjenigen der Verachtung der Rasse, welcher das von einem großherzigen Volke ihm geschenkte Vertrauen mißbraucht. Noch eine Sonne möchte ich Dir zeigen, die trage ich aber im Herzen". Nun?" frug Columbia, neugierig gemacht. ES ist mein Glaube an die Völkerverbrüderung. Geographische und nationale Grenzen sind von den Herrschern der alten Welt willkürlich ge zoey werden, infolge ihrerEroberungskriege, ihrer Siege oder Niederlagen, ihrer Stärke oder Schwäche. Wenn die Herrfcher und ihre stehenden Heere nicht wären, so würden die civilisirten Völker Europa's diese Grenzen schon längst so verwischt haben, wie sie bei uns verwischt sind, einfach weil die Interessen des Handels und der Gewerbe, international gemacht durch Telegraph, Dampfschiff und Eisenbahn, den Aölkerfrieden erheischen. Wie Musik eine internationale Sprache ist, so wird jede literarische Kleinod, jede Gedankenperle, jede gute Idee überall in der gebildeten Welt verstanden und gewürdigt. Die Mission Columbia's ist es, der Welt ein glorreiches Beispiel kosmopolitischen Geistes zu geben, desselben Geistes, der einst das alte Vaterland beherrschte, als es geographisch zwar kleiner, aber geistig unendlich größer
war als jetzt. Damals machte der Deutsche die größten Fortschritte, weil er, über die Grenzen seines Landes hinaus, in die Fremde zu blicken und von Anderen zu lernen gewohnt war. Er tanzte mit den Franzosen, politisirte mit den Engländern, trank mit den Russen, musizirte mit den Italienern, träumte mit den Polen und Spaniern, feilschte mit dem Jankee und dachte für sich selbst. Darum wurde er auch ein so bedeutender Colonist. Unser Land nun ist von allen diesen Nationen besiedelt und der Genius unserer Flagge fordert Hochherzigkeit gegen alle. Laßt uns daher von Allen lernen und Alle achten. Laßt uns Friedensverträge mit allen Völkern schließen. Laßt uns Columbia's erfolgreiche Lösung des Rassenproblems in goldenen Lettern schreiben, so daß ste hinüber leuchten in die alte Welt und die gekrönten Häupter darüber beleh ren, wie die amerikaniche Idee, wie der Gedanke der Menschlichkeit und Freiheit das Steuerruder, welches die Hoffnungen der Völker lenkt, von dem Griffe der brutalen Gewalt befreien muß!" Das bedeutet", rief Columbia, ein größere? Amerika!" und mit diesen Worten schloß sie den deutschen Adoptiv'Sohn in ihre Arme und ein Stirnküß erkannte ihn als würdigen, treuen und vollberechtigten amerikanischen Bürger. Und das wollen wir Alle sein und bleiben, heute und immerdar, die Vereinigten Staaten unser neues Heimathland und die Sterne und Streifen im sere Flagge!" Herzliche Ovationen wurden dem Redner seitens des zahlreichen Publikums dargebracht. Er verfügte .über ein klangvolles Organ, welches in weiter Entfernung noch verständlich ist. Was den Redner noch besonders aus zeichnet, war, daß er frei von allen Mätzchen" ist. die so vielen Festrednern eigen ist. Schlicht und einfach waren die Bewegungen und golden die Worte, welche seinen Lippen entströmten! Die Vereinigten Sänger" erfreuten hierauf ihr nach vielen Tausenden zählendes Publikum mit dem Vortrag des Liedes Wohin mit der Freud?" Ein echtes. dentfches Volksfest. Damit war die offizielle Feier erledigt und eS entwickelte sich hierauf in dem herrlichen Park solch' fröhliches, von harmloser Heiterkeit erfülltes echt deutsches Leben und Treiben, so daß es schon ein eingefleischter. Hypochonder erster Klasse sein mußte, welchem gestern im Germania Park, wenn auch nur für einige Stunden, nicht des Lebens sonniger Theil bescheert wurde. In dzn Hauptquartieren. Urgemüthlich ging eS in den Hauptquartieren verschiedener Vereine, vor Allen aber dem deS Liederkranz", des Münnerchor" und des Musik Vereins" zu.
Lieder ringsumher erschallten und es herrschte der Freude Lust. Gastfreundschast im edelsten und auSgedehntesten Maaße wurde in diesen Süngerheimathen ausgeübt. Es giebt, wie Frau Fama erzählt, viele Besucher des Festes, welche aus lauter Besuchen der Hauptquartiere, von dem übrigen Theile dieses Parkes nichts mehr gesehen haben. Festredner Bartholdt stattete allen Hauptquartieren Besuche ab; er fand begeisterte Aufnahme und war überHaupt der Held des Tages. Kinderspiele. Für die Belustigung unserer lieben Jugend, der Kinder, war in auSgiebiger Weise gesorgt und es war eine wahre Herzenslust, zu sehen, wie die Kleinen sich bemühten, Preise zu geMinnen. Da gab es Stangenklettern, Wettlaufen, Hochspringen, Eierlesen, Kartoffellesen und Sacklaufen. Der Leiter der Spiele, Herr C. I. Truemper, welcher schon am frühen Morgen in den Park geeilt war, um die nöthigen Vorbereitungen zu treffen, hatte manchmal seine liebe Noth, die seuri gen, von Uebermuth und Lebenslust strotzenden Kleinen im Zaume zu halten. Besonders beim Wettlaufen konnten die Kleinen das Signal drei" nicht erwarten und stürmten oft schon beim Signal 1 und 2 in den Kampf, um die Palme zu erringen. Da gab es dann verdutzte Gesichter, wie sie wieder zurücklaufen und sich auf's Neue aufstellen mußten. ' Aber die fröhlichen Kinderherzen ließen eS sich nicht verdrießen und begannen auf's Neue um den Siegespreis zu ringen. Wenn auch der und jener oder die und jene auf der Strecke stolperte und hinfiel und die nachfolgende Schaar Über die Gefallenen binwegstürmte , da wurde kein Schmerz gefühlt und keine Thräne vergossen, sondern schnell wieder aufgestanden und versucht, die versäumte Strecke wieder einzuholen. Mannigfaltig waren die Preise, welche die Kleinen zum Lohn erhielten, da gab es Luftballons, Tabakspfeifen, Trompeten, Cri-Cri?, Fahnen, Portemonnaies, Puppen, und vieles andere, was im Stande ist, ein Kinderherz zu erfreuen. Außerdem waren so viele Geschenke vorhanden, daß auch Trostpreise" vertheilt werden konnten und auch diejenigen vollauf befriedigt wurden, welche eigentlich kein Anrecht auf einen Preis hatten. Oft standen 70 bis 80 Kinder in einer Reihe und war es für Herrn Truemper keine leichte Arbeit, Ordnung zu halten und ist es hauptsächlich seiner Umsicht zu verdanken, daß kein Unfall vorgekommen ist. Das Feuerwerk. Mittlerweile war die Dunkelheit eingebrochen und ein dröhnender Böllerschuß verkündete den Festtheilnehmeru den Beginn des Feuerwerks. Dasselbe lag ebenfalls in den bewährten Händen de? Herrn Herrn E. I. Truemper und wurde derselbe dabei thatkräftig von seinem Sohne HanS unterstützt. Zischend flogen, die Racketen zum nächtlichen Himmel empor und li-ßen. das Firmament in magischem Glänze erscheinen. Die feuerspeienden Berge waren wahre Wunder der Pyrotechnik und erglühten in allen Regenbogenfarben. Kurzum, es war ein herrliches Schauspiel und hat alle Zu'schauer auf das höchste entzückt. Nach genauer Schätzung haben der gestrigen Feier 12,500 Personen beigewohnt. ES wurden nicht weniger als 2500 Abzeichen an den Eingängen des Parks verkauft.
Herr Pastor E i s e n l o h r, dessen brillante, von patriotischem Geiste beseelte Festrede vor zwei Iahren auf die Zuhörer einen nachhaltigen Eindruck ausübte, war gestern Ehrengast des Herrn Francke. Herr Eisenlohr wurde von allen Seiten wie ein lieber Bekannter begrüßt, welchen man gern kommen, ungern scheiden sieht. Die beiden Altmeister des Deutschen Männergesanges in Indianapolis Carl BaruS und Ernst Knodel waren auch zu der gestrigen Feier vom Vorstände wieder wie in früheren Jahren als Ehrengäste eingeladen. . Nachfeier im Deutschen Hause. Redner Pastor Kiehle, Fred Bachmann, Richard Barthold, Alb. Kipp. Aug. M. Kühn, Wm. Rieß, Paul Krauß, Frau Otto Kipp, Capt. Vieler, Jo. ses Keller. " 'Alle Theilnehmer an der Feier deS
Deutschen Tages, werden jedenfalls, als sie die Pforten deS Germania Parks verließen, zugeben müssen, daß das Deutschthum von Indianapolis doch eine gewaltige Macht ist, wenn es nur zusammen hält!" t In der Wagenburg-Abtheilung wurden 220 Buggie's, Auto's etc. regist. rirt; ein Record, welcher bis dahin noch nicht geboten worden ist. ... Auf der Hohe der Zeit stand, soweit es sich um Jce Cream, wohlschmeckende Butterbrödte und andere Erfrischungen handelte, gestern die vielbegehrten Stände" der grau Ambuehl, der fleißigen Gattin deS Verwalters des ParkS.
mWeibliche Titelschmerzen. Man schreibt aus Christiania: Die unlängst von den norwegischenFrauenrechtlerinnen gegebene Anregung, den nach modernen Vorstellungen gänzlich unpassenden und veraltet klingenden Titel Fräulein" durch das nivellirende Prädikat Frau" in der Anrede zu ersetzen, ist bei ihrer praktischen Durchführung mancherlei - Schwierigkeiten und Hemmnissen 'begegnet. Die unter der mündigen Weiblichkeit im Lande der Mitternachtssonne veranstaltete Meinungsenquete hat nämlich die überraschende Thatsache zu Tage gefördert, daß die Mehrzahl der jungen unverehelichten Norwegerinnen keinesWegs von dem brennenden Wunsche beseelt erscheint, den unästhetischen" Fräulein- oder, wie man hierzulande sagt: Frölen" - Titel gegen das gewichtigere Frue" (Frau) auszutauschen, wenigstens nicht für den mehr oder minder kurzen Zwischenraum, der in der Regel der standesamtlichen Legalistrung des würdigen Frauentitels voranzugehen pflegt. Erfinderisch wie dieDamen nun einmal sind, hat sich der Rorske Kvindesagsforening" (Frauenrechtlerinnenverband) mit der erlittenen Niederlage nicht zufrieden gegeben, sondern unverweilt ein Syndikat zusammenberufen, dem die Creirung" eines völlig neuen Anrede - Prädikats das in Zukunft von verheiratheten wie ledigen Frauen geführt werden könnte, auferlegt wurde. Das Resultat der woriereichen Berathung war, daß die Mehrheit des Vertrauensausschusses sich für die Wiederbenutzung der altnordischen Bezeichnung Freia" entschied. Der Antrag wurde in aller Form zum Gesammtbeschlusse erhoben und den lokalen Vereinigungen rings im Lande wird demnächst anheimgestellt, sich über die Klangschönheit des neuen Titels zu äußern. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, werden indessen die Frauenrechtlerinnen auch mit der revidirten Ausgabe ihres Vorschlages wenig Gnade finden, denn die wesentliche Voraussetzung für dessen Jnkrafttreten ist die strikte Vorschrift, daß der neue Titel unter keinen Umständen mit irgendwelchen, auf das weibliche Abhängigkeitsverhältniß hindeutenden männlichen" Rangzusätzen in Verbindung gebracht werden darf. Ehe sich aber beispielsweise eine wirkliche verehelichte königliche Eisenbahnverwaltungsregistraturvorstehers - Gattin dazu entschließt, auf den sauer erkämpften Charakter und offiziellen Titel ihres Herrn Ehegemahls vor der Oeffentlichkeit Verzicht zu leisten, läßt sie lieber die Schmach über sich ergehen, zwei volle Winter hindurch denselben Bolero zu tragen, oder gar, was noch schlimmer wäre, als hoffnungslose Renegatin dem Verein der Frauenrechtlerinnen ihre ' Mitgliedskarte zurückzusenden. Geeist er Spargel. Zu diesem feinen Gericht wird fehr dicker, frischer Spargel oder Stangenspargel aus Büchsen genommen. Büchsenspargel wird nur erhitzt, frischer Spargel in Salzwasser gar gekocht; die Stangen müssen sehr trocken ablaufen. Jede Stange wird dann in einen länglichen Papier- oder Blechkasten gelegt und mit dem Gelee von geklärtem Kvlbsstand, der in Spargelwasser bereitet wurde, übergössen; dann setzt! man die Kästen auf Eis und bedeckt sie mU Eis. Zu diesem Zweck legt man einen Deckel über sie, auf dem man Eisstückchen schüttet; nach dem Gefrieren, was etwa y bis Stunde dauert, stürzt man dann die Spargel aus den Kästen und richtet sie auf der betreffenden Schüssel an. Geeiste Spargelköpfe sind aufrecht stehend in den in kleine Becher oder Gläser zu füllenden Stand zu thun; die Förmchen müssen nach dem Erkalten gestürzt werden. Zu 2 Pfd. Spargel braucht man einenStand, der von 4 Kalbsfüßen in 2 Quart Brühe gekocht und mitkvier bis fünf Eiweiß abgeklärt ist. Geeisten Spargel servirt man meist um ein feines, getrüffelteS Ragout oder ein Austernragout, doch würde auch ein Ragout sin dazu passen. Hyperbel. Der Baron soll ja so viele Schulden haben wie Sand am Meer." Schlimmer; wie Denkmäler in Berlin!" In derBuchhandlung. Bauer: An mein'n Advokaten möcht' i' schreib', der ma' an' Prozeß verlor'n hat, und da brauchet i' halt an' Briefsteller aber an' recht grob'n!"
fmml
MÖS
Nv 1 W. Washington Str Merchants National Bank.) Ein europäisches Departmem. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europa?. Schiffsscheine "r An und Verkauf auslündiscken Geldes. ...Warten Sie nicht... Eine große Summe Geld anzufammein, ehe Sie ein Sparkonto er öffnen. Bcginuen Sie diesen Monat Müßiges Geld sollte in keinem Haushalt einen Platz finden. Sie können 25 Cents und aufwärts deponiren mit der und erhalten daran 3 Prozent Zin sen, halbjährlich verrechnet, Mas unv 1. November jedes Jahr. Kapital - - Ncberschufz - $1,000,000.00 223,000.00 Ossicen im Compagnie Gebäude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave. t Theodore F. Smiihcr, geschickter und zuverlässiger ...Sachdeöer... Pech und Kiesdacher, Dacher von Asphalt und Gttsonit. lZngros-Händler in allen Arten von Dkchmaterialien. Telephon : Neu 861 . 301 West Maryland Str. Lödweftl. Ecke von Senkte Ave. und Maryland tr. Der Bandenfttttrcr Tlojcc. Zu der jüngst erfolgten Unterwerfung des berüchtigten bulgarischen Bandenführers Stojce wird aus Konstantinopel gemeldet: Stojce ist ein 23 Jahre alter Vauernbursche aus dem Dorfe Cohije. neun Kilometer südlich von usküb. Infolge der außerordentlichen Kühnheit und Schlauheit, mit welcher er seit Jahren das BandcnunWesen betrieb, hat sich um seine Person ein Legendenkreis gesponnen. Seit zwei Jahren wurde wiederholt seine Unterwerfung bezw. Begnadigung angezeigt, ohne daß diese erfolgt wäre. Nach Verkündigung der Amnestie bemühten sich seine Angehörigen eifrigst, Stojce zur Unterwerfung zu bewegen. Sein Vater wandte (Ich zweimal an die Konsulate der Ententemächte in Usküb, welche Stojce durch Vermittelung der Zivilagenten die Zusage voller Begnadigung seitens des Generalinspektors Hilmi Pascha im Falle seiner Unterwerfung übermitteln konnten. Trotzdem verzögerte sich seine Unterwerfung noch längere Zeit. Stojce befürchtete augenscheinlich, daß er nicht unbemerkt in den Konak des Wali von Usküb werde gelangen können und. auf dem Wege erkannt und ergriffen, die Amnestie für die freiwillige Unterwerfung verwirkt haben werde, eine Vesorgniß, die thatsächlich trieft unbegründet war. Am 5. d. M. erschien nun Stojce mit seinem Vater plötzlich im österreichischen Konsulat in Usküb und bat um Intervention bezüglich der Unterwerfung und Amne-stie.-Diese wurde ihm durch die beiden Konsulate der Ententemächte gewährt, welche dafür sorgten, daß er in den Konak gelangen und seine Unterwer-fungs-Erklärung abgeben konnte. Dank dieser Vermittelung wurden die betreffenden Formalitäten (Leistung des Treueides und Aufnahme einer Photographie des Amnestirten) rasch erledigt, und Stojce wurde sodann unter entsprechendem Schutz in seine Heimath befördert und dort entlassen. Diese Unterwerfung und Begnadigung ist im Interesse der Beilegung der unaufh'örlichen Fehden, welche zwischen den am südöstlichen Abbange des Karschjak - Berges wohnhaften Mohammedanern und Christen stattfinden und somit auch im Interesse der Reformation mit großer Befriedigung zu bearüßen.
III TRUST 0
