Indiana Tribüne, Volume 27, Number 304, Indianapolis, Marion County, 15 August 1904 — Page 3
Jttdiana Tribüne, 13. August 190
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ladwostock-Flotte
Kamilllllras Erfolg bei dem Scckampf in der Straße von Korea.
Kreuzer Run!" in die Tiefe. Japan'S Sce-Hcrrschaft vorläufig festgestellt. Bedeutende japanische Verstärkungen nach Port Arthur. Tie rnsfischeu Schiffe in Tsing Chou. Aus Deutschland.
Ostasien. Kamimura's See - Sieg. Tokio, 14. Aug. Fahnen flat tern, Laternen leuchten und Rufe von Banzai" ertönen heute Nacht in den Straßen Tokio's zu lZhren der See Siege der Admiräle Togo und Kamimura. Hinter der Freude verbirgt sich ein tiefes Gefühl der Befriedigung, daß ein verzweifelt ernste Problem des Kriegs gelöst worden ist. Das russische Geschwader, daS Togo gegenüberstand, lehnte eine Schlacht ab. Es war Togo's Geschwader an Schlachtschiffen und Panzerkreuzern überlegen urtö, hätte es den Kampf gewählt, so wäre vielleicht das KriegSglück geändert worden. Die Stärke des Port Arthur Ge schwaderö zwang Togo, Schiffe vom Geschwader Kamimuras an sich zu ziehen und hierdurch sah sich die japa. nische Flotte außer Stande, gegen das Vladivostoä Geschwader zu operiren und seine Kaperfahrtcn zu hindern. Trotzdem machte die Flotte keine Diversion und Wt sich fest an Port Arthur. Sie wußte, daß der Hafen bald unhaltbar für die russischen Schiffe werden müge und daß die Japaner in einem Kampfe auf offener See getont nen würden. Die Berechnung erwies sich als richtig und die Ruffen wurden hoffnungslos geschlagzn. Nach monatelangem Warten sah heute Vice-Admiral Kamimura seine Gelegenheit vor der Tsu-Jnsel. Er brachte den Kreuzer Rurik" zum Sinken und jagte die Kreuzer Gromoboi" und Rossia" fliehend zurück. Die höchste Flottenmacht, die Rußland jetzt in Vladivostock concentriren kann, sind vier Kreuzer. Angeblicher Waffenstill. stand. Ehe F o o . 15. August. Eine chinesische Dschunke meldet, die Ruffen und Japaner hätten sich in Port Arthur am 8. August auf einen kurzen Waffenstillstand bis zum 12. geeinigt. Die Seeschlacht in der Korea Straße. Tokio, 14. Aug., Mittags. Die Seeschlacht in der Korea Straße ist noch immer im Fortgang. Russischer Panzerkreuzer gesunken. Tokio, 14. Aug. Ein russischer Panzerkreuzer wurde imGefecht in der Korea Straße in den Grund gebohrt. Die Panzerkreuzer Rossia und Gromo bri entkamen schwer beschädigt nach Norden. Japan. Prinz verwundet. Tokio,' 14. Aug. Der kaiser. liche Prinz Hiroyasu Kwaiko wurde an Bord des Schlachtschiffs Mikasa im Gefecht am letzten Mittwoch verwundet. Die russischen Schiffe in Tsing Chou. Berlin, 14. Aug. Wia das aus wärtige Amt mittheilt, werden die ruf sischen Schiffe in Tsing Chou, Einfahrt zur Kiao Chou Bucht, falls sie keine Reparaturen vornehmen und den Ha fen nicht in der bestimmten Zeit verlagen, für den Rest des Kriegs sestge halten. Die Capitäne der russischen Schiffe werden hiervon verständigt. C a l ch a s" nach Sachalin. ' L ondon, 14. Aug. Alfred Holt & Co., die Eigenthümer des britischen Dampfers CalchaS", nach japanisches Häfen bestimmt und vom Vladivostock Geschwader gekapert, erhielten eine Depesche aus Z)okohama, wonach daS Schiff nach der Insel Sachalin gesandt wurde. Japan. Sieg in derKorea Straße. Tokio. U. Aua. Vice-Admiral Kamimura stieß heute bei TageSan bruch aus daS Vladivostock Geschwader bei der Tsu Insel und griff den Feind sofort an. Die Schlacht dauerte 5 Stunden und endete mit einem voll kommenen japanischen Sieg. Kamimura kabelt, daß seine Schiffe nur leichten Schaden erlitten. DaS Schicksal der Mannschaft des in den Grund gebohrtm' russischen Kreuzers
besiegt.
Rurik ist nicht bekannt. Viele davon sind jedenfalls getödtet oder ertrunken. Man nimmt an, daß Kamimura die Adzuma, Jdsumo, Jwate, Takeashio und andere leichte Kreuzer bei sich hatte. Tokio jubelt über den Sieg, der Japan die Seeherrschaft gibt und den Handel wieder herstellt. Japanische Haupt - Armee eventuell gegen Port Arthur. St. Petersburg, 14. Aug. Die Börsen Zeitung vernimmt aus Liao Yang: Zwölf japanische Regi menter sind in der Richtung auf Port Arthur abgegangen. Der Mikado hat befohlen, daß Port Arthur unter allen Umständen genommen" werden muß. selbst wenn hierdurch die Einstellung der Operationen in der Mandschurei nothwendig wird. ES ist sehr wohl möglich, daß die ganze japanische Hauptarmee in den nächsten Tagen nach Port Arthur geht. Der Regen hat allen Operationen Einhalt geboten. Japanische Verstärkungen bestätigt. Se. Peters bürg,, 14. Aug. Ein Mukdener Depesche theilt mit daß die japanische Port Arthur - Armee bedeutend verstärkt worden ist und in zwei großen Abtheilungen Stellungen einnahm, die eine auf den Höhen zwischen Lung Wung Tao und der Taubenbucht, die andere auf den Anhöhen nahe der Louisia-Bucht. Auf den Höhen östlich vom Wolfsberge sind Geschütze aufgepflanzt. Withoeft'ö Stabschef gestorben. C h e F o o , 14. Aug. Capitän Matusewitsch, der Stabschef des gesallenen Admirals Withoeft. der bei dem japanischen Angriffe auf das Schlachtschiff Zarewitsch" verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Außer dem Zarewitsch" bleibt nur ein russisches Torpedoboot in Tsing Chou. Die Javaner verlangten die Abfahrt des Zarewitsch"; jedoch erwi. derte der Gouverneur von Tsing Chou, daß das Schiff bleibe, aber disarmirt Würde. Staatsdepartement und Che Foo Zwischenfall. Washington, 14. Aug. Der japanische Gesandte Takahira conferirte mit Sekretär Hay übe? Kriegsfragen und besonders den Che Foo Zwifchenfall mit dem russischen Zerstörer Ryeshitelni. Der Gesandte drückte betreffs der NeutralitätS - Verletzung keine Ansicht aus. Wie im Staatsdepartement verlautet, kann das Departement unter keinen Umständen angerufen werden, um China, Japan oder Rußland zur Jnnehaltung des Abkommens mit den Mächten über die Neutralität von China und die Begrenzung des Kriegsschauplatzes zu mahnen. Grobbritannien. Für acht Dollars nach Amerika. London, 14. Aug. Die American Linie kündigt an, daß von Montag ab die Zwischendecks-Preise nach Philadelphia 87.50 anstatt 810 betragen. ES scheint nicht wahrscheinlich, daß die übrigen Linien derzeit etwas zur Bekämpsung dieser Reduktion unternehmen. Westindien. Britannien annektirt. KingStonJnsel, St. Vincent, B. W.J., 14. Aug. Der britische Kreuzer Tribun?" landete am 11. Mannschasten in AveS oder BirdS ISland, 177 Meilen von der Insel Dominica !und annektirte daS Gebiet als britische Besitzung. Die britische Flagge wurde gehißt und ein KönigsSalut abgefeuert. Heute langte die Tribune" in St. Vincent an und fuhr später nach Venezuela zum Schutze britischer Interessen. S a r a t o g a. In Folge einer Gasolinexplosion, welche ein Cafe zerstörte, kamen zwei Stallbedienftete um'S Leben.
Deutschland. Der Streit im bairischen Centrum. Berlin. 14 Aug. Wie aus München telegraphisch gemeldet wird, hat der jüngst vielgenannte Centrumsabgeorbnete Heim, welcher durch die Enthüllung über den geheimen Duellerlaß des Kriegsministers Freiberrn v. Asch den unbeabsichtigten Anstoß zu der jetzigen reinlichen Scheidung des katholifchen Adels von dem demokratisch demagogischen Flügel des Centrums gegeben hat, den Grafen von und zu Arco Zinneberg wegen Beleidigung verklagt. Und der Graf hat ein klerikaleS Blatt aus dem gleichen Grunde verklagt. Graf Arco hatte bekanntlich seine Betheiligung an der KatholikenVersammlung in Regensburg verweigert, so lange das Centrum Männer vom Schlage eines Heim in seinen Reihen dulde. Gegenstück zur ForbachAngelegenheit. Berlin, 14. Aug. Die Ankündigung des kriegsgerichtlichen Ver fahrens gegen Leutnant Hemman vom
2. Thüringischen Jnfanterie-Regiment No. 32 in Meiningen wegen Beleidigung Vorgesetzter, welche er durch Veröffentlichung deS von ihm verfaßten Buches Erfahrungen einer Amerikanerin in einer kleinen preußischen Garnison" begangen, wächst sich zu einer regelrechten Sensation nach dem Muster von Forbach aus. Meininger Blätter veröffentlichen jetzt Auszüge aus dem Werke, in dem viele, Offiziere und zahlreiche angesehene Familien der Hauptstadt des HerzogthumS SachsenMeiningen auf das Schwerste kompromittirt werden. Wie erst jetzt bekannt wird, ist die Frau des Leutnants Hemman eine reiche Amerikanerin. Des Kaisers Preis. Berlin, 14. August. Der Becher, den der deutsche Kaiser als Siegespreis für eine transatlantische Jacht-Wettfahrt ausgesetzt hat, wurde gestern Abend auf einem militärischen Diner zur Schau gestellt. Die Trophäe besteht aus einer über drei Fuß hohen antiken Vase aus Silder und ist reich vergoldet, zu beiden Seiten Nymphen, einen Blumenkranz haltend, der die Form der Henkel an nimmt. Der Becher zeigt ein großes Relief-Portrait des Kaisers. Intelligenz eines Orl o f f Hengstes. Berlin, 14. Aug. Wilhelm v. Osten, der seit langer Zeit Untersu chungen über die Intelligenz der Thiere anstellt, hat mit Erziehung eines Or. loff-HengstcS Erfolge erzielt, welche das Staunen von Gelehrten und Psychologen erregen. Zu den Herren, welche die geistigen Fähigkeiten des Thieres geprüft haben, gehören: Dr. Studt, der preußische Unterrichtsminister, Prof. Georg Schweinfurth, der berühmte Afrikareisende; Prof. Carl Stumpf von der Berliner Universität; Herr Schillings, der Naturforscher; Ludwig Heck, Director des Berliner Zoologischen Gartens. Das Pferd addirt, fubstrahirt und multiplicirt, wiederholt keineswegs blos das Gelernte, sondern löst in Abwesenheit seines Herrn neue Probleme, welche ihm die Examinatoren aufgeben, wobei es zeigt, daß es die Anfangsgründe der Arithmetik erfaßt hat. Der Hengst bildet auch kleine Sprüche, erinnert sich am nächsten Tag daran, kann Farben unterscheiden und gibt ihnen entsprechende Namen. Auch musikalische Töne unterscheidet das Thier; seine Mittheilungen macht es durch ein System von Husschlägen, das Alphabet darstellend. Bei längerer Dauer wird das Pferd nervös und unaufmerksam. Prof. v. Osten versichert, der Hengst sei ebenso gut erzogen als ein Knabe, welcher die gleiche Zeit zur Schule ging und er wünscht, daß eine Specialisten-Commis-fion das Pferd vier Wochen lang beobachten soll. Wahrscheinlich geschieht dies, um festzustellen, ob die herkömmliche Anschauung auf Wahrheit beruht, wonach thierischer Instinkt und menschliche Intelligenz etwas dem Wesen nach Verschiedene sei. C a p st a d t. Das südalantische Geschwader Amerikas, Admiral Chadwick, traf hier ein. ES fährt von hier nach St. Helena und dann nach Brasilien. Sheboygan Falls, Wis. Hier ist das ehemalige Congreßmitglied Georg Brickner im Alter von 70 Iahren einem Herzschlag erlegen.
Männer der Zukunft. Ter Krieg im Osten vor dem Forum des Socialisten. Congresses.
Amsterdam, 14. August. Der Internationale Socialigen- und Gewerkschasts'Congreß wurde heute hier eröffnet. Lebhafter Beifall erschallte, als sich die Vice-Präsidenten Katayama, Japan und Plekharoff, Rußland, die Hände schüttelten. Katayama sagte auf Englisch: Es freut mich einen Delegaten aus Rußland hier zu sinden, einem Lande, mit dem unser Vaterland in einem der verhängnißvollsten Kriege begriffen ist, welche jemals der Brüderschaft der Völker geschadet. Seit 1896 warten die japanischen Socialisten auf eine socialistische Revolution in Japan. Pekharoff erwiederte, nicht das rus fische Volk wünsche den Krieg, sondern die Regierung, der Feind des Volkes, habe Japan durch ihre AbenteuerungsPolitik provocirt. Stete Niederlagen seien jetzt Rußland's Lohn. Selbst wenn Rußland der Sieg zufallen sollte, würde das russische Volk der Besiegte sein, aber Japan hätte dann einen der Füße des Colosses des Despotismus gestürzt. Der Congreß nahm einstimmig folgenten Antrag eines französischen Delegaten an : In diesem Augenblicke, wo der Zarismus durch den Krieg niedergebeugt ist, begrüßen die Socialisten hier das russische und japanische Proletariat, das vom Capitalismus hingeopfert und abgeschlachtet wird. Türkei. Armenische Dörfer zerstört. Constantinopel, 14. Aug. Türkische Truppen griffen eine armenische Bande im Dorfe Schamirun, fünf Stunden nördlich von Bitlis, asiatische Türkei, an. Kurden sollen sich an dem Ueberfalle betheiligt haben und zwei Dörfer zerstört sein. Zwanzig ertrunken. Britische Handels, und Kriegsflotte von schweren Unfällen heimgesucht. London, 14. August. Die britische Barke Jnverkip", von Melbourne nach Queenstown bestimmt, sank gestern Nacht bei einem Zusammenstoße mit dem britischen Schiffe Loch Carron" vor Fastnet Rock, Jrland. Zwanzig Personen ertranken. L o n d o n, 14. Aug. Der britische Zerstörer Decoy sank gestern Nacht vor den Scilly Inseln in Folge ZusammenftoßeS mit einem andern Zerstörer. Die Mannschaft wurde gerettet. Decoy, 265 Tonnen, 27 Knoten Geschwindigkeit, hatte drei Torpedo-Röh-ren, 16 Schnellfeuer-Geschütze und 70 Mann. Base-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: American Association. Louisville, 14. August. Erstes Spiel. Louisville 000203100 6 KansaSlCity. ..01003002 17 Batterien Egan und Schriver; Barry und Butler. ZweitesSpiel. Louisville .. ..0 0 0 0 3 2 1 0 6 Kansas City. ..1 000001002 Batterien Bohannon und Dexter; Durham und Ryan. Columbus, O., 14. August. Coumb.010 000 000 000 000 00 1 St. P'l.000 010 000 000 000 02 3 Batterien Malarkey und Abbott; Ferguson und Sullivan. Toledo, 14. August. Erstes Spiel. Toledo... 00 0 00 0 00 1 1 Milwaukee ....4001 001 2 210 Batterien Deering und Brown; Bateman und L'peer. Zweites Spiel. Toledo ......00003030 6 Milwaukee 0 0000000 00 Batterien Wenig und Reading; Bateman und Speer. Abgefahren: Neapel: Citta di Napoli" (von Genua) nach New Jork. Glasgow: Laurentian" nach New Bork; Sardinian" nach Mon-treal.
Tie Seeslkklange keine Mythe. Die Pariser Akademie der Wissen, schaften hat in ihrer letzten Sitzung die Seejchlage vor ihr gelehrtes Forum gezogen und ihr Dasein amtlich in das Jahrbuch ihrer Erörterungen und VerHandlungen eingetragen. Professor Girard, Mitglied der Akademie. Professor der Zoologie an der naturwissenschaftlichen Fakultät von Paris. Verfafjer zahlreicher Werke, namentlich über die organische Entwickelung dez Thierreiches, stand dem berüchiigten Ungeheuer vor der hohen gelehrten Körperschaft Gevatter, indem er den Bericht des Leutnants zur See, Eost, Kommandanten der Dcidöe" in den indochinesischen Gewässern, verlas und erörterte, der mitsammt seiner Mannschaft am 25. Februar vorigen Jahres das Thier beobachtete. Sie hielten es, berichtete der Offizier, zuerst für eine ungeheuere Schildkröte, die an der Oberfläche desMeeres schwamm. Dann aber sahen sie plötzlich das Thier sich über eine Länge von gegen 35 Meter entwickeln, wiederholt untertauchen wobei es seinen in der Mitte drei bis vier Meter im Durchmesser dicken Leib in wellenförmigen Ringeln wand und mit großer Geschwindigkeit vorwärts bewegte. Seiue Haut war schwarz mit gelblichen Flecken, sein Kopf grau und schuppig, ähnlich dem einer Schildkröte. An der Seite spritzte es eine Säule dichten Wasserdampfes aus. Da die ganze Mannschaft der D5cid6e" den Bericht unterzeichnet hat, so zweifelt Girard auch nicht an seiner Richtigkeit, und die Seeschlange, erklärte er dem Temps". tritt damit in der That aus derDichtung in dieWirklichke'.t. Girar erinnerte zugleich daran, daß auch der Leutnant Lagr6viu'e. Kommandant der Avalamhe", im Jali 189 in derselben Bai von Along ein Seeungeheuer desselben Aussehens beobachtet habe. Nach der Beschreibung ist Giard geneigt, es einer Gruppe von Reptilien zuzuzählen, die man bisher vollkommen verschwunden glaubte. Man habe jüngst in Afrika denOkapi, ein vorsüintfluthliches, ebenfalls untergegangen geglauttes Landthier, wieder entdeckt. Weshalb sollte man nicht einen der vorsintflutlichen Meersaurier oder Ichthyofaurier wiederentdecken, die. wenn sie noch lebten, nur in sehr großen Meerestiefen sich aufhalten und nur selten an der Oberfläche erscheinen könnten. Man werde die Rückkehr der Offiziere der Dkft6e" abwarten, um sie noch mündlich über ihre Beobachtung zu befragen, und gegebenenfalls die' Entsendung einer wissenschaftlichen Expedition zu weiteren Forschungen in die Bai von Along anregen. Die Welt wird sich also immerhin noch gedulden müssen, bis sie den antediluvianischen Sprößling leibhaftig in einem Museum bewundern kann.
Ungarn und Kroat n. In der Fünfkirchener Landwehrkadettenschule befinden sich etwa 50 kroatische Zöglinge. Kürzlich sollte eine Kurutz-Feier stattfinden, und dabei sollten auch die kroatischen Kadettenschüler mitwirken. ' Sie erhielten Befehl, die ungarische Hymne einzu studiren. weigerten sich aber, dies zu thun. Die kroatischen Zöalinge mußten hierauf im Hofe Aufstellung nehmen, während die magyarischen Zöglinge sie umringten und auch zahlreiche Zivilisten der Szene beiwohnten, wie den Kroaten die Hymne eingedrillt werden sollte. Keine rvon den jungen Leuten war. jedoch dazu zu bewegen. Der Schulkommandant Sypnievski war darüber so aufgebracht, daß er einem der Kroaten die Hand in den Mund zwängte, um ihn zum Singen aii bringen, während die magyarisch-n adettcnschüler ihre Kameraden mit Schimpfworten überschütteten. Trotzdem beharrten die Kroaten auf ihrer Weigerung und sangen nicht. Man setzte sie hierauf hinter Schloß und Riegel und ließ sie hungern. Man will sie jetzt aus der Anstalt relegiren. doch um dem vorzubeugen, treten die kroatischen Kadetten freiwillig aus. Infolge dessen wird in diesem Jahre kein einziger Kroate ausgemustert werden. Eigenartige Kundgebung deö Gcneralö Gallifet. Aus Paris wird geschrieben: Der General Marquis de Gallifet, der bei dem Wiederauftauchen der Untersuchungen im Dreyfus-Prozeß von allen Seiten überlaufen wird, hat bei seinem Portier eine zur Abwehr in ihrer Fassung lebhaft an die vor Jahr und Tag erschienenen Memoiren des Generals erinnernde Kundgebung an die Preßabgesandten hinterlegt. An jeden neugierigen Reporter: Mein Herr,' Wir leben inmitten von Schmarotzern aller Art. Die Pre ist ihr Barnum. Das dumm Publikum trägt die Kosten. Punkt. Gedankenstrich. General Gallifet." Unter seine Unterschrift hat der General vier geheimnißvolle Buchstaben gesetzt.- S. G. D. G. Auf Befragen theilte er mit. daß das heißen sollte: Sans Garantie du Gouvernement". Ohne Garantie der Regierung, Er fügte hinzu, daß er die Absicht habe, jedem aegenüber mit seinen Erklärungen zurückzuhalten, bis er den Zeitpunkt für gekommen erachte, an dem er sich aussprcchen könne. Deshalb habe er das Plakat bei seinem Portier hinterlegt und er werde keinen Reporter mehr empfan-
I gen.
