Indiana Tribüne, Volume 27, Number 304, Indianapolis, Marion County, 15 August 1904 — Page 1
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Erscheint seden Nachmittag. Jahrgang 27. ' Indianapolis, Ind., Montag, 15. August 19M No. 304. .
Zwei Todte heute Morgen ans gefunden..
Henry Locke, 19, ein Handelsmann. 319 Nord Senate Ave., wurde heute Morgen todt in seiner Wohnung auf gefunden. Er hatte mittelst Morphium seinem Leben ein jäheS Ende gemacht. Vor einem Jahre verheirathete er sich und gab damals sein Alter als 21 an. Es wird gesagt, daß sein Vater der Heirath opponirt?. Einen eigentlichen Grund für seine That konnte man soweit noch nicht finden. Charles Beaupre, 347 Jndiana Ave., der ein kleines Schuhgeschäft betreibt, wurde heute Morgen todt auf einem Stuhle sitzend aufgefunden. Obgleich die Annahme vorliegt, daß. er Selbst mord begangen, wurde soweit jedoch solches nicht erwiesen. Einbrecher an der Arbeit. Verschiedene Wohnungen der Nordseite wurden heute morgen von Räu. dern heimgesucht. Edward HawkinZ 1513 Broadway meldet, daß ihm ein Bandit $26 auZ der Hosentasche stahl. Die Wohnung John Booth's, 2210 Ashland Avenue wurde gleichfalls mit einem Besuche beehrt. Hier hatte der Räuber die Frechheit sich auS dem Eis schranke zuerst eine Mahlzeit zu besor gen, dann machte er sich an die Durch suchung des HauseS. Etne Kinder sparbüchse, in der sich eine kleine Sum me befand, ist soweit alles was vermißt wird. In der Wohnung C. B. Thomp son'S. 1706 Colleae Avenue. war der Einbrecher grade dabei, in aller Ge müthlichkeit die Fensterladen durchzu sägen, als Frau Thompson erwachte und ihren Mnn benachrichtigte. Die ser. ohne seine Frau recht verstanden zu haben, drehte sofort das elektrische Licht an und holte sich seinen Revolver. natürlich machte sich der Räuber eiligst von bannen. Er wird als ein ziemlich langer. schlanker Kerl beschrieben. Polizist RoZafeller griff einen Mann, der seinen Namen als Wm. Riley aus St. Louis angab, an der Gürtelbahn, in Nähe der New ZZork Straße auf. Die Durch m m . I m m mm . . liiQuna seiner a wen forderte eine kleine Stahlsäge und andere Geräth schaften zu Tage. Er wurde einge locht. Jameö O'Donnell, Bright Str., erwachte, als sich Jemand mit den Fensterladen seiner Wohnung be schäftigte und eilte sofort an'ö Telephon und benachrichtigte die Polizei. Die Radler Morgan und Samuels machten eine bemerkenswerth schnelle Fahrt und eS gelang ihnen den Neger George Gol den zu verhaften, ehe er Gelegenheit hatte, feine Flucht zu bewerkstelligen. Luggh und Sichele collidiren an der Washington Straße. Heute Vormittag wurde B. W. Koors, 1710 Chestnut Straße, als er an der Washington nahe Meridian Straße mit seinem Rade fuhr, durch ein Buggy, welches auf der unrechten Seite die Straße im Trabe entlang fuhr umgerannt. Er erlitt außer Quetschungen auch eine Wunde an der Wange. Sein Anzug wurde bei der Collision völlig zerrissen. Der Kutscher fuhr unbekümmert um den Verletzten davon, wurde jedoch durch den Polizi ften Hillman eingeholt und unter An klage des FahrenS auf den unrechten Straßenseite, sowie auch des thätlichen Angriffs , verhaftet. Er giebt seinen Namen als George Food, 2916 Nord Capital Avenue, an. Gut Salz! Heute Abend Eröffnung der Kegelbahnen deZ Unabhängigen Turnvereins. Die Eröffnung der Kegel-Saison des Unabhängigen Turnvereins auf seinen eigenen Bahnen, welche während der todten Saison renovirt worden sind, findet heute Abend unter entsprechenden Ceremonien statt.
Besserer Schutz für NiversideZ Park gegen Sochfluth verlangt. ParkSuperintendent Power hält die Errichtung eines Walles entlang der Flußseite vom Riverside Park für
nothwendig, um denselben vor Ueber fluthung zu schützen. Sein Plan ist, einen Damm südlich von den Big Four Geleisen bis zum gegenüberliegenden Eiland zu bauen. Der Damm nördlich von der 30. itraße müßte 30Fuß breit sein, braucht aber südlich v:n der 30. Straße nur 10 Fuß breit zu sein. Die Kosten wür den sich auf $6000 stellen. Wenn die Behörde den Fahrweg am Flusse vergrößer wollte, müßte der Damm in seiner ganzen Länge 30 Fuß breit wer den und dann $12,000 kosten. Das meiste erforderliche Baumaterial könnte im Park selbst erhalten werden, wo der See au-getrocknet ist. Die Einnah men der Parkbehörde betrugen im Juli S952.10 oder 8246.30 mehr als im Juni; Bootfahren $82.50. Gras 33.55, Golf spiel $465.75, Sand $32.85. Naubanfall im Sause. Frank Hoffmann. 412i Massachu setts Avenue, wurde Samstag Abend nach 11 Uhr, als er die Treppe zu sei ner Wohnung hinauf steigen wollte, von zwei Männern angefallen und nie dergeschlagen und um seine 21 Dollars enthaltende Börse beraubt. Er wird seinen Verlust heute der Polizei mel den, die den Fall näherer Untersuchung unterwerfen wird. Bedeutender Schadenersatz derlangt. Die erste Schadenersatzklage in Höhe von $10,000 gegen die Jndpls. Trac tion & Terminal Co. und die Big Four Eisenbahn Co. im Unglücksfall ander West Washington Str! Kreuzung am 25. Juli wurde von Myrtle Anderfon und Frank Larkins durch ihre Verwandten eingereicht. Die Kläger sind die Kinder der farbigen Frau Catherine Ward, welche bei dem Unglück verletzt wurde und eine Woche später starb. Fahrnnfall. Harry Wallace, der Deputy County Recoroer, und Otto Leopold, ein Freund desselben geriethen mit ihrem Buggy auf der Heimfahrt vom Germania Park, als sie an der Biegung der Southern Ave. und Shelby Straße einem andern Gefährt ausweichen wollten, in den Graben. Das Buggy kippte um und beide stürzten heraus und Wallace verrenkte sich das Schultergelenk. Sein Freund brachte ihn in's DiSpensarium, wo Dr. Hawley den Arm wieder in's Gelenk setzte und den außerdem noch an Quetschungen und Abschürfungen Leidenden verband. DaS Buggy war durch den Sturz zertrümmert und das Pferd brannte durch. Dasselbe wurde durch den im Riverside-Park sich producirenden Rad künstler Meyers, der demselben auf seinem Rade gefolgt war, wieder eingefangen und zum Thierarzte Dr. Greiner an der Süd Alabama Str. gebracht, da dasselbe sich eine tiefe Schnittwunde im Oberschenkel zugezozogen hatte. Die braven Badenser. Der Badische UnterstützungS-Verein nahm in seiner gestrigen monatlichen Versammlung eine Einladung des Protestantischen WaisenvereinS zu dessen am 11., Sept. stattfindenden Herbstfest entgegen. An diesem Tage aber findet die regelmäßige Versammlung des Vereins statt. . ES wurde beschlossen, sich eine Stunde früher als gewöhnlich zu der Versammlung einzufinden und hieraus in corpore das Waisenfest zu besuchen. Bravo!
Messerheld hinter schwedischen
Gardinen. . Gestern Abend lief bei der Polizei die Meldung ein. daß an der West Washington Straße in der Nähe des CanaleS eine blutige Stecherei im Gange sei und sofort machten sich die die Radler Grifsin, Hull, Coudell und Morgan nach dem Schauplatze auf. Kurz darauf wurde denn auch Dick Roach. 955'West Washington Straße, unter der Anklage des thätlichen Angriffes mit tödtlicher Absicht eingesperrt. Soweit sich in Erfahrung bringen ließ, hatte einmal eine Anzahl der jungen Burschen dortiger Gegend das Kampf beil ausgegraben und bändelte mit verschiedenen Passanten an. Ein alter Mann wurde zuerst angegriffen und kurz darauf gings dann auf Geo. Cook, der 920 West Market Straße, in der Nähe der Blackford Straße wohnt, los. Bei dieser Gele genheit erhielt Cook einen Messerstich unter die kurzen Rippen, sowie auch einen Stich unter dem Auge. Oscar Pflnmrn f. Der unerbittliche Tod hat gestern Vormittag Oscar Pflumm, einen bekannten deutschen Bürger, nach nur kurzer Krankheit aus dem Leben gerufen. Der Verblichene wurde am Mittwoch Abend während der Arbeit von einem Hijschlag besallm, ein Gehirnsieber stellte sich ein und gestern hauchte er in den Armen seiner wackeren Gattin sei nen letzten Athemzug aus. Im Jahre 1831 kam derVerblichene, welcher damals 20 Jahre alt war, von seiner Heimath Hechinen nach Indianapoli?, welches sodann seine zweite Heimath wurde. Für deutsche Bestrebung und für dieTurnerei hatte er stets ein reges Interesse. Seine Freunde werden ihn vermissen. Der Verstorbene hinterläßt zwei erwachsene brave Kinder, welche jedenfalls der tiefgebeugten Mutter wacker zur Seite stehen werden. Feuer. Ein Feuer zerstörte gestern Abend kurz nach 9 Uhr das kleine Haus 1420 Oft Maryland Str., der Farbigen Anna Edwards gehörig. Da sich zur Zeit als das Feuer, welches im Giebel ausbrach, weder Ofen noch Lampen im Gebrauche befunden hatten, nimmt man an, daß Funken einer vorüberfahrenden Lokomotive das Häuschen in Brand setzten. Es gelang, den größten Theil ihrer Habseligkeiten zu retten. Mnfik in den Connth-Schulen. Das Institut der County-Lehrer, welches während der Woche vom 22. August im hiesigen Stadthause tagt, wird dieses Jahr der Musik mehr Aufmerksamkeit zuwenden als je zuvor. County-Superintendent Cook will den Musikunterricht in allen County-Schu-len besonders ausdehnen und soll derselbe einen Haupt-UnterrichtS-Gegen-stand bilden. Frau E. I. Hankemeyer von hier entwirft das Programm und soll ein großer Chor errichtet werden. Präsident Bryan von der StaatsUniversität wird die Versammlung am Freitag begrüßen. Staats-Superin-tendent Cotton wird am Mittwoch sprechen. Als Jnstructeure fungiren: F. H. Green von der West Pennsylvania Normal'Schule, Robert Hall von der Manuel Training Hochschule und I. H. Woodruff, 'Schreiblehrer. Das Institut wird 5 Tage versammelt sein. Bauerlaubnißschein e. Jra Haymaker, Doppelhaus, 23. Str., nahe Bellefontaine Str., $1,200. Jra Haymaker, dasselbe, $1,200. B. M. Boyd, l.stöckiges Doppelwohn Haus, Delaware Str., nahe 23. Str., $3,500. C. W. Hackleman, Frame Wohnhaus, 34 North Ritter Avenue, $3,500. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow".
Polizeiliches Allerlei. C h a s. E. M c C u n e aus Wabash. And., wurde unter Anklage der Desertion durch Polizist Kitzmiller verhastet. Oll'ie Smith, 24, der in NobleZville in einem Leihstalle befchäftigt war und der dort unter Anklage ein Pferdegeschirr gestohlen zu haben, gewünscht wird, wurde hier heute Morgen verhaftet. I a m e s I o h n s o n , 27, 603 Hudson Straße, wurde durch Radler Duncan und Atkins heute Mittag unter der Anklage des Tragens verborgener Waffen und der Bedrohung mit tödtlichen Waffen verhaftet. Johnson soll nämlich einen Versuch, seine Frau
zu erschießen, unternommen haben. Hays PrinnuS, 1029 Reynolds Avenue wurde durch die Radler Griffin und Gull unter der Anklage, Thiere grausam behandelt zu haben, eingelocht. Er ist beschuldigt, ein Pferd, welches er sich gestern aus einem Leihstalle holte, so lange angetrieben zu haben, bis das arme Thier vor Er schöpfung todt umfiel. Richard Waller, ein farbiger Prediger und seine Frau, die vor einiger Zeit vom Polizeirichter entlassen wurde, mit der Bemerkung ihre religiösen Versammlungen . zu solchen Stunden abzuhalten, daß dieselber; der Nachbarschaft, Columbia Ave. und 19. Straße nicht anstößig seien, wurden gestern unter der Anklage der Ruheftörung von Neuem verhaftet. Henry B. C o o k auZ Vincennes, Ind., fiel an der Nord Delaware Str. in der Nähe der 10. Straße, an einem epileptischen Anfalle leidend, nieder. Im Sturze zerschnitt rr sich das Kinn, biß sich die Lippe durch und brach mehrere Zähne ab. Dr. Hawley vom Dispensarium brachte ihn zum HospU tale, wo ihm die nöthige Pflege zutheil werden wird. Durch mehrere Fuhren Sand, die vor einem Neubaue an der Central Äve., in der Nähe der 30. Straße im Fahrwege lagen, wurde gestern Abend, da keine Warnungslaternen angebracht waren, ein Buggy umgestürzt. Die Insassen desselben entkamen mit leichten Verletzungen, meldeten jedoch den Vorfall der Polizei, die weitere Recherchen anstellen wird. Robert Bracke t, 27, undMontgomcry Bracket 18, beide aus Brownsbürg, wurden unter der Anklage des Kleindiebftahls durch den Sheriff von Jackson County verhaftet und den Radlerpoliziften Morgan und Samuels übergeben, die , sie zur Station beförderten. Vor einiger Zeit wurde der Vater Jacob Bracket mit einem Manne Namens Ora Gray zusammen wegen HühnerdiebftahlS verhaftet und beiden wurden im Polizeigericht gesalzene Strafen zudiktirt. J a ö. C o f f i e l d, ein Wirth 444 Oft Washington Straße, wurde unter den Anklagen eine Spielhölle zu betreiben und Minderjährigen den Aufenthalt in seinem Lokal erlaubt zu haben, verhaftet. Neun Spieler wurden gestern eingelocht und später wurden noch 6 weitere diesen zugefügt. D e r farbige Polizist GoinS verhaftete an der Jndiana Avenue in der Nähe der West Straße gestern Abend den gleichfalls farbigen Richard Martin, 772 Jndiana Avenue unter der Anklage der Profanität und der Trunkenheit. Ehe er jedoch, da der Patrol wagen nicht zur Zeit in der Station war, Gelegenheit hatte, seinen Hüstling zu befördern, hatte sich ein mehrere hundert Köpfe starkes, vorwiegend schwarzes Publikum angesammelt. dessen ungeachtet jedoch brachte GionS seinen Verhafteten zur Station, wo er außerdem noch wegen Widersetzlichkeit gebucht wurde. Neue Inkorporationen. Die Thalia Oil & Gas Co. von Portland ist mit einem Capital von $10,000 incorporirt worden. ' Die In corporatoren sind Charles T. Fowler, Thalia B.. Fowler und Richard M. Hartloro.
Nachrichten aus Jndiana.
ZumMordfalleKrauß. Hartford City, 18. August. Die Aufregung über den Krauß'schen Mordfall hat sich gelegt und die Bevölkerung beginnt über bie Einzelheiten ruhig nachzudenken. ES bestätigt sich, daß Frau Krauß vor ihrer Verheirathung Streit mit Frau Philipp Schaum gehabt hat, sie hatte aber nicht gewußt, daß Schaum verheirathet war. Das Ehepaar Schaum lebte zusammen in Marion, hatte aber auch hier ein Haus. Frau Schaum wollte eine Scheidungsklage hier anbringen, wurde aber nach Jay County verwiesen und gingen eine Menge Zeugen von hier nach Marion. Großer Frachtdampfer g e s u n k e n. Michigan City, 13. August. Der Frachtdampfer A. R. Colborn". welcher mit einer Holzladung den Detroit River hinpbfuhr, stieß im Lake St. Clair mit dem Stabldampfer A. C. Black" zusammen, füllte sich mit Wasser und versank in wenigen Minuten. Die gesammte Mannschaft wurde gerettet. Der Dampfer war Eigen thum des Capt. John CSmpbell und hatte einen Werth von $75,000. Unglücksfall. F r a n k l i n, 13. Aug. Der 15jährige David Estes, welcher bei dem Farmer Boas in der Näbe von Bargesville in Diensten stand, fuhr heute Korn nach Indianapolis und als er einen Hohlweg hinabfuhr, brach die Bremse. Ger Wagen sauste nun den Weg hinun ter, der Junge wurde vom Wagen un ter die Räder geschleudert und sein Kopf überfahren, sodaß er nach wen! gen Stunden starb. Estes stammte aus Kentucky. Große Vorbereitungen der Elks für dieStaatöConvention. Anderfon. 13. Aua. Die 48 Elk-Logen in Jndiana mit einer Mit gliedschaft von circa 10,000 werden Vertreter zu der Conventian absenden, die am 30. August in Anderson abge halten wird. Dieses Staats-Meeting verspricht eines der bedeutendsten zu werden, die, je im Staate abgehalten worden sind und Anderson will in der That Alles thun, um noch den Record des G. A. R. Staats.Feldlagers vom vorigen Jahre zu übertreffen. Die Elks von Anderson haben Tag und Nacht gearbeitet, um nach den Be suchern und ihren Frauen und Töchtern Amschau zu halten. Die große Parade wird am Mittwoch abgehalten und für die besten Logen sind Geldpreise ausgesetzt. Am Schluß tage, Donnerstag, wird großes Picnic und aligemeine Verbrüderung statt finden. Der beste Mufikchor wird einen Preis von $100 und der zweitbeste von $50 erhalten. Ferner sollen Geldpreise erhalten : die Loge, welche die meisten Mitglieder in der Parade hat, und die Loge, welche die beste und einheitliche Uniform hat, endlich der längste, der kürzeste,der dickste und der leichteste Elk. Die Indianapolis Eli Loge wird sehr stark vertreten sein und mit Auto mobilen erscheinen. ' Volles Mafz. Gegen das schlechte Einschenken auf der Oktoberfestwiese in München hat der dortige Stadtmagistrat in seinen diesjährigen Versteigerungsbedingungen eine Bestimmung aufgenommen, durch welche der in den letzten Jahren so schwunghaft betriebenen Bortenschneiderei" wirksamer Einhalt gethan werden soll. Diese Bestimmung lautet wörtlich folgendermaßen: Den Wiesenwirthen wird die strenge Anweisung und Ueberwachung ihrer Schenkkellner zur Pflicht gemacht, wonach dieselben das volle Schankmaß an die Gäste zu verabfolgen haben. Zuwiderhandelnde Schenkkellner sind auf Auffordern des Bezirksinspcktors sofort vom Platze zu entlassen. Auch kann bei wiederholter Uebertretung die Geschäftssperr?, ferner der Ausschluß vom Festplatz für die folgenden Jahre gegen die betreffenden Wirthe verhängt werken."
Die Polttci in PcrgMon. änliche nd sanitäre Vorschriften und ihn Durchführung Im Alterthum. Bei den deutschen Ausgrabungen in der alten Königsstadt Pergamon in Kleinasien, die zu neuen schönen Funden geführt haben, ist auf dem untern Markte der Stadt eine lange Inschrift entdeckt worden, die in tuliurhistorischer und juristischer Hinsicht ein großes Interesse beansprucht. Die Injchrifl enthält das königliche Polizeir.lent von Pergamon aus dem 2. vorcyristüchen Jahrhundert. Sie zerfällt in vier Koiur7.7en und z'ählt etwa 221 erhZüci'.e Zciien. Die erste Kolumme handelt von der Wegepolizei. Zuerst werden Besinnmungen über d:e Lreite der Landstraßen Fußsteige und Feldwege getroffen. Qie Unterhaltung der Wege wird den anliegenden Grundbesitzern zur Last gelegt, nicht nur vor dem eigenen Grundstück, sondern auf eine Entfernung von mehreren Stadien hin. Kolumme zwei betrifft die Straßenreinigung. Jede Verunreinigung der Straßen durch Schutt oder Dünger wird bei Geldstrafe verboten. Zuwiderhandelnde bringt der Amphodarch oder Straßenpolizist zur Anzeige. Die einlaufenden Strafgelder bilden eine besondere Kasse für die Wegereinigung. Streng verboten ist ferner in den Straßen die Erde aufzugraben, Lehm zu machen, Ziegel zu streichen oder Wasserrinnen anzubringen, die aus der Höhe auf die Straße sich ergießen. Die Regenrinnen sollen vielmehr unter die Erde in den Abzugskanal geführt werden. Auf der dritten Kolumme lesen wir von der Gebäudepolizei. Jeder widerfpenstige Hausbesitzer kann durch ein besonderes Verfahren zu einer Ausbesserung seiner Mauer gezwungen werden, die im Interesse des Nachbarn nothwendig erscheint. Besondern Anlaß zu nachbarlichen Streitigkeiten gab die Einrichtung der gemeinsamen Mauern. Aufgabe der Astynomen, der obersten Polizeibeamten, war es hier, die Kostenvertheilung zwischen den Betheiligten zu regeln. Ein besonderer Paragraph richtet sich gegen die einseitige Benutzung gemeinsamer Mauern durch den einen Besitzer." Es konnte der Fall eintreten, daß dieFeuchtigkeit der Wand eines höher am Berge liegenden Hauses das anstoßende tieferliegende schädigte. Für diesen Fall wird die Anlage von Schutzmauern und Jsolirgängen vorgesehen, so daß wir aus dieser PolizeiVerordnung auch eine wichtige bauliche Einrichtung kennen lernen, die in einer Stadt auf so abschüssigem Gebiet wie Pergamon von großer Bedeutung war. Die vierte Kolumne endlich hat die Brunnenpolizei zum Gegenstand. Für die Reinhaltung der Laufbrunnen und ihrer Zuflußkanäle und die nothwendigen Ausbesserungen sorgen die Astynomen. Streng verboten ist es, an den Brunnen Thiere zu tränken, Kleider zu waschen oder Gefäße zu reinigen. Im Uebertretungsfalle trifft den Betreffenden, wenn er ein Freier ist, Verlust der Thiere, der Wäsche, der Gefäße, dazu noch eine Geldstrafe von 50 Drachmen. Hat ein Sklave im Auftrage seines Herrn gehandelt, so werden ihm ebenfalls die angeführten Sachen beschlagnahmt, dazu erhält er aber 50 Schläge im Marterstock, ja, wenn er ohne Auftrag gehandelt hat, 100 Schläge. Auch die Cisternen und anderen Brunnen im Hause unterstehen der polizeilichen Aufsicht, und es wird über sie eine Liste geführt, damtt die Polizeidiener sich durch häufige Revisionen davon überzeugen können, daß sie gut gedeckt und nicht etwa durch Verschüttung verunreinigt sind. Die hohe Strafe von 100 Drachmen, die eine Versäumniß dieser BrunnenVorschriften ahndet, läßt erkennen, daß diese Anordnung zugleich sanitäre und militärische Zwecke verfolgte. Denn in
I Kriegszeiten war man in der hochgelcgenen Stadt möglicherweise aus die Brunnen und Cisternen allein angewiesen. vorzeitiges Aufspringen der Früchte. Es kommt oft vor, daß die Früchte manches Steinobstes, wie Pflaumen u. s. w., mit kaum beginnender Reife schon aufspringen. Ursache hierzu sind meist Saftüberfülle und Standort der' Bäume, namentlich aber liefern solche Bäume, welche etwas ' schattig und obendrein noch im Gebüsch stehen, solche aufgesprungenen oder geplatzten Früchte. Um das Uebel zu vermeiden, muß man das Gebüsch oder Gesträuch um die Bäume herum entfernen, damit die Sonne die bisher beschatteten Stellen bescheinen kann. Rührt dasllebel nicht vom Gebüsch, fondern nur von fettem Boden 'und schattiger Lage her, so hilft ein Durchhauen einer Anzahl der Mittelstarken Wurzeln; dieselben dürfen aber nicht zu nahe am Stamme durchgehauen werden.
