Indiana Tribüne, Volume 27, Number 302, Indianapolis, Marion County, 12 August 1904 — Page 6

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Jttdians Tribüne, Z2. August 1904

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Europäische Nachrichten. " 'Fiheinpfarz. F r a n k w t i 1 1 r. Ein bedauerlicher Unglücksfall traf den im , hiesigen 'Steinbruch beschäftigten Steinbrecher Franz Hinkel aus Frankenstein. Ihm wurde durch ein herabfallendes Felsstück das linke Bein vollständig durchgeschlagen, so daß es oderhalb des Kniees amputirt werden mußte. Hinkel ist verheirathet und Vater von sechs unmündigen Kindern. Ludwigshafen. Verhaftet wurde der verheirathete Kaufmann Jac. Schönsiegel von hier wegen Wechselfälschung in Höhe von mehreren tausend Mark, Unterschlagung, Betrugsversuchs etc. Im Gefängniß machte er einen Fluchtversuch, der aber mißlang. Oberhalb der badischen Anilin- und Sodafabrik wurde die Leiche des 43 Jahre alten Mälzers Johann Adrian gelandet. . L a n d a u. Musketier Philipp Becker ?us Böbingen der 10. Compagnie des hiesigen 18. Infanterie - Regiments wurde auf dem Geleise LandauWeißenburg in der Nähe des Exerzierplahes von einem Güterzuge, übersahren und sofort getödtet. Die näheren Umstände, unter denen sich der Unglücksfall ereignete, sind unbekannt. N e u b u r g. Hier stürzte der 6jährige Karl Knauß, Sohn des Metzgers Wilhelm Knauß, von der Lauterrücke in die Lauter und ertrank. Die Leiche wurde bald darauf aufgefunden. N e u st a d t. Das Fest der silber-. nen Hochzeit begingen Lokomotivsührer Jakob Meder und Frau. Pirmasens. Der bei Dachdeckermeister Mayer beschäftigte ledige Dachdecker Peter Steffens aus Kleinhau stürzte von dem Christ. Sieber'schen Hause in der Hauptstraße ab und

war sofort todt. Srjaß-Lotyringen. S t r a ß b u r g. Nach langem schwerem Leiden ist einer der hervorragendsten Verwaltungsbeamten, die das Reichsland seit 1870 aufzuweisen hatte, Ministerialrath a. D. Dr. Albert Leoni gestorben. Er hat die wichtigsten juristischen Materien im Ministerium für Elsaß - Lothringen und den größten Theil der neuen reichsländischen Gesetzgebung der letzten drei Jahrzehnte bearbeitet. H a g e n a u. Von einem schweren Unfall wurde Oberleutnant Schön vom hiesigen 3. Schlesischen DragonerRegiment No. 15 betroffen. Gelegentlich eines Schwadronsrittes hieltOberleutnant Schön auf einem engen Wege an, um die Mannschaft an sich vorbeireiten zu lassen. Dabei wurde er infolge der Unachtsamkeit eines der letzten Dragoner von dessen Lanze in die linke Rückseite getroffen. Die Lanze drang, allerdings nur oberflächlich, bis zur Vorderseite durch. Trotz der schweren Verletzung legte der Oberleutnant den Heimweg zu Pferde zurück, wcxauf sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde. Metz. Der in der jüngsten Sitzung des Schwurgerichts wegen Ermordung seiner Tante in Montigny zum Tode verurtheilte 20jährige Raubmörder Blaise.ist im hiesigen Gefängniß gestorben. Meckrenburg. Schwerin. Während des Heuens wurde der Arbeiter Vlohm, ein älterer Mann, vom Blitz erschlagen. F ü r st e n b e r g. Hier brannten zwei an der Berliner Chaussee, sog., Sandschale, gelegene Gebäude, dem Schiffer Krafft und den Schiffer Müllerschen Erben gehörig, total nieder. Gerettet wurde fast nichts. Goldberg. Der frühere ViehHändler I. Veggerow Hierselbst feierte sein 50jähriges Bürgerjubiläum. Der Magistrat sowie Abgeordnete des Bürgerausschusses sprachen ihre Glückwünsche aus. M alch in. Das Schöpfer'sche Eyepaar feierte jetne goldene JQocnzen, zu der ihm ein Gratulationsschreiben des Gcoßherzogs nebst dem prächtig umrahmten Bildniß des Landesherrn zuging. W i s m a r. Die ca. 3jährige Tochter des Schiffers Harder spielte auf dem Trottoir, als ein schwer beladener Frachtwagen aus Neubukow die Straße entlang fuhr. Die Kleine muß nun zwischen die Räder gelaufen sein, denn als der Wagen auf Zuruf hielt, lag sie mit beiden Füßen unter dem rechten Hinterrade. Die Verletzungen an beiden Beinen und am linken Fußgelenk sind sehr schwer. Den Fuhrmann trifft keine Schuld. Oldenburg. Oldenburg. Kürzlich brach in der hiesigen Kaserne des 91. Jnfan-terie-Regimentes Feuer aus. Ein Theil der Kaserne brannte aus. Viele Uniformen sind verbrannt; eine Menge Platzpatronen explodirten während des Brandes. Der Schaden ist sehr groß. Vant. Das Fest der Silberhochzeit feierte das langjährige Mitglied des Gemeinderaths, Tischler Rolf Friedrich Harms mit feiner Ehcsrau. Dem Jubelpaar wurde vomGemeindeVorsteher im Auftrage des Gemeinderaths ein geschmackvoll eingerahmtes Erinnerungsblatt überreicht. Delmenho rst. Im Alter von 102 Jahren ist Oöerpostsekretär a. D. Gripp, der älteste Einwohner hiesiger Gemeinde, gestorben. 'Bis zu seinem Tode war er im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte. E v e r st e n. Im Armenhause er-

schoß sich der Armenhäusler Schütte mittels eines Terzerols. Schütte hatte ein unheilbares Leiden, was die Ursache des Selbstmordes gewesen sein mid. Schweiz. Bern. Die Studirenden der Medizin an der hiesigen Universität: Keller (Neuenburg), Krebs (Bern) und Fauvonnet (Genf) unternahmen ohne Führer die Besteigung des DoldenHorns in den westlichen Berner Alpen. An einer steilen Schneehalde geriethen sie ins Rutschen. Keller und Krebs fielen in den tiefen Schlund. Fauconnet gerieth auf die Schneebrücke, wo er das Gletscherbeil festhackte und daS Seil, an dem Keller .und Krebs hin-

gen, um das Beil herumschlang. Hierbei verletzte er sich leicht. Unfähig, selbst zu helfen, eilte er sodann nach Kandersteg hinunter, von wo alsbald 12 Führer ünd 4 Träger aufbrachen. Beim Auffinden der Abgestürzten war Keller, Sohn des Neuenburger Profoessors, todt. Der ebenfalls verunglückte Cand. med. Krebs hat einen Oberschenkelbruch und Verletzungen des Rückgrats erlitten. C h u r. In der Bondasca-Schlucht im Bergell stürzte der junge italienische Arzt Buono an anscheinend ungefährlicher Stelle und starb an den Folgen eines dabei erlittenen Schädelbruchs. F l a w i l. Die Conditorei und Bäckerei Rogwieler brannte vollständig ab. Eine Magd, die aus dem ersten Stock heraussprang, erlitt schwereVerletzungen. Genf. Durch die Unvorsichtigkeit eines Spenglergesellen brach im Dachstuhl der altkatholischen Kirche St. Germain Feuer aus. Das Dach gerieth in helle Flammend Die gewaltigen Balken der Glockenstühle faßten Feuer und eine Glocke stürzte dumpf dröhnend in die Tiefe, eine andere, schon zum Theil abgeschmolzen, drohte den nämlichen Weg zu gehen. Zum Glück trennte eine starke MauerThurm und Kirche. LeNerreich1ngarn. Wien. Im Gemeindegebiete Rajka wurde letztens die Leiche eines Ulanen, welcher die Distinktion eines Zugführers trug, aus der Donau gezogen. Die Leiche ist die des Zugführers des Landwehr-Ulanen-Regiments No. 5 Rudolf Deiwan, welcher sich am 7. Februar d. I. unterhalb der KrönPrinz - Rudolfsbrücke in die Donau gestürzt hat und ertrunken ist. Der 26jährige Techniker der städtischen Elektrizitätswerke Theodor Scheiber, Waisenhausgasse No. 24 wohnhaft, kam bei den Arbeiten am Speisekasten des Lichtverwerthungsnetzes an der Ecke der Kalvarienbergund Vlumengasse in Hernals mit einem Starkstrom von 500 Volt in Berührung und erlitt schwere Brandwunden. Die fett 15 Jahren bestehende Möbelfirma S. Viertel hat ihre Zahlungen eingestellt. Die Passiven umfassen 100,000 Kronen. Beim kürzlichen Einzug der Deutschmeister wurde beim Transport der Vaggage auf der Märzstraße ein älterer Mann durch den Hufschlag eines Pferdes an der Stirn schwer verwundet. Er wurde ins Elisabethspital gebracht und dort als der 82jährige Privaie Eduard Zinnecker agnoszirt. Kurz darauf ist er gestorben. Die 14jährige Karoline Huber trat vor dem Hause Mariahilfestraße 94 auf eine auf dem Trottoire liegende Orangenschale, glitt aus und stürzte zu Boden. Das Mädchen erlitt einen Bruch des linken Oberschenkels, wurde ins Sophienhospital gebracht und ist dort bei der Operation gestorben. Auf furchtbare Weise wollte sich der 38jährige Kellnermeister Karl Lehner, Döbling, Barawitzkagasse No. 21 wohnhaft, durch Noth getrieben, den Tod geben. Er bestieg in Döbling einen Stadtbahnzug der Vorortelinie und warf sich zwischen den Haltestellen Gersthof und Döbling im Tunnel von der Platform des fahrenden Trains. Der Unglückliche wurde entsetzlich zugerichtet. A r a d. Kürzlich ist hier der gewesene Vankdirektor Böhm, der vor eimgen Tagen wegen schwerer Krankheit bedingungsweise in Freiheit gesetzt wurde, im 48. Lebensjahre gestorben. 'Baden. Der Hausbesitzer Mathias Schmutzer in Weikersdorf, der in die zwei Stockwerke tiefe Wedorn'sche Eisgrube in der Berghofstraße stürzte, ist den Verletzungen erlegen. Brünn. Hier erschoß der Friseur Albin Scheig seine Braut Emilik Zednik, dann sich selbst, weil die Eltern des Mädchens trotz der. bereits erfolgten kirchlichen Aufbietung die Einwilligung der Ehe versagten. Budapest. Der 24jährige Schriftsetzer Heinrich Rosenthal, der den Handlungsgehilfen Felix Schimatschek in Wien beraubt hat, wurde hier verhaftet. Graben. Mit seinem Dienstgewehr erschoß sich der 45jährigeFinanzwachrespizient Johann Binder, wahrscheinlich wegen eines unheilbaren Leidens. Er hinterläßt eine Wittwe und zwei Kinder. Hohenweiler. Der Schriftsetzer Anton Kasser wettete kürzlich in einem hiesigen .Wirthshause mit Bauernburschen, daß er einen 'Liter Schnaps in einem Zug austrinken könne. Er trank. auch in der That das Quantum uus, fiel aber dann vom Sessel und war eine Leiche.

, Neisegluck. Novellette von öugo Klein. Er fuhr heim, zu den Seinigen, in die Stadt, wo Lieschen lebte, die kleine Nachbarin, die seine Frau werden mußte, wie er es sich in den Kopf gesetzt hatte. Die Aussichten dazu waren ällerdings nicht groß. Der alte Karnot. wollte ihm nicht die Tochter geben. Der hatte andere Pläne mit dem Mädchen, welche, das wußte er nicht. Aber er verlor nicht den Muth. Lieschen hielt zu ihm, das war die Hauptsache. " Während er an alles das dachte, hatte er einen Reisegefährten bekommen. Es war ein hochaufgeschossener, blasser junger Mensch mit blondem Schnurrbart. Nachdem sichl der Fremde zurechtgesetzt und trotz des heißen Tages eine Decke über -seine Knie gebreitet hatte, betrachtete er sich ein paar Mal mit besorgter Miene in einem Spiegelchen. Auch hustete er manchmal, wie es unserem Freunde, dem jungen Arzte, schien, in gekünstelter Weise. Ei," dachte dieser, könnte mir nicht auch im Coup6 ein Häschen .in's Garn laufen? Es scheint mir wohl nur ein eingebildeter Kranker zu sein, aber das sind ja die besten Patienten. Jedenfalls machen wirj uns an das Versuchskaninchen heran." Nach diesem stillen Selbstgespräch begann er mit dem Fremden die Unterhaltung. Der junge Mann mit dem blonden Schnurrbart war recht mittheilsam. Er erzählte, er sei der Sohn einesApothekers, der auf Brautschau, fuhr. Wohin? Nach Breslau. Ei, da bin ich ja ziemlich zu Hause," sagte der Arzt. Darf ich fragen, wer die Auserkorene ist?" Warum nicht?" sagte der Andere. Vielleicht können Sie mir eine Auskunft über das Mädchen geben, das ich nie gesehen habe. Sie heißt Liese Karnot und ist die Tochter des Holzhändlers Karnot." Einen Augenblick war der junge Arzt starr vor Ueberraschung. Dann aber hatte er sich rasch gefaßt. Ach, die mit der schiefen .Nase," sagte er leichthin. Wie, sie hat eine schiefe Nase?? rief der Andere befremdet. Leider. Sie ist ihr ein bischen quer über's Gesicht gewachsen. Auch stößt sie ein wenig mit der Zunge an. Aber sonst ist- sie ganz nett." Der Andere war peinlich berührt. Sie müssen wissen," sagte er, es ist der Wunsch der Eltern. Aber sie wurde mir als ein Mädchen von groher Schönheit geschildert." Na, wegen der Nase und des kleinen Zungenfehlers Ich glaube, man gewöhnt sich mit der Zeit daran." Den Anderen schien der Trost nicht ganz zu beruhigen. Uebrigens fuhr der Arzt mit lauerndem Blicke fort. Sie wollen heirathen. Sagen Sie mir einmal, sind Sie nicht leidend?" Woran haben Sie das erkannt?" rief der Apothekerssohn erschrocken. Ich bin Arzt und der Blick des Arztes sieht schärfer." Der Ändere senkte bekümmert das Haupt. Dann aber schien ihm ein rettender Gedanke gekommen zu sein. Wenn Sie Arzt sind, so können Sie mir vielleicht helfen!" rief er erfreut. Zu Hause will man mir nicht glauben. Und ich fühle mich doch krank." Natürlich! Und hätte ich Ihren Zustand erkannt, wenn Sie nicht leidend wären?" Er hatte das Opfer an dem Punkte, an dem er es haben wollte. Jener erzählte ihm umständlich von' seinen Hustenanfällen und daß er glaube, ernstlich lungenkrank zu sein. Die Aerzte zu Hause untersuchten ihn immer nur ganz oberflächlich und nähmen die Sache entschieden zu leicht. Dafür untersuchte ihn nun der Reisegeführte um so gründlicher, und die Miene des Arztes verdüsterte sich immer mehr. So zwar, daß der Andere schließlich mit zitternder Stimme fragte: Habe ich noch etwas zu Hoffen?" Ich halte Sie für ernstlich lungenkrank," sagte der junge Arzt schließlich. Ich sollte mich sehr irren, aber der linke Lungenflüge! ist tuberkulös angegriffen." Das ist ja schrecklich. Und da gibt es keine Rettung?" Das will ich nicht sagen. Aber Sie müssen nach Afrika." ? Nach Afrika?". ' Nach Kairo. Ihr Leiden befindet sich in einem Anfangsstadium. In Kairo werden Sie gesunden. In diesem Klima haben , schon' mehr Leute Ihrer Art die volle Gesundheit wiedergefunden. Aber Sie müssen minbestens zwei Jahre dort bleiben, wenn möglich drei. Und noch eins die Heirath müssen Sie sich aus dem Kopfe schlagen. Gehen Sie diese drei Jahre den Frauen aus dem Wege. Im andern Falle kann es eine Katastrophe geben!" Und in Breslau erwartet man mich!" rief der Andere verzweifelt. Fahren Sie nicht nach Breslau," saate der Arzt in dringendem Tone.

Bedenken Sie das Unglück, wenn Sie,

sich vielleicht verliebten! Es scheint mir zwar nicht wahrscheinlich aber es ist doch möglich. Wenn man verliebt ist, sieht man Helenen in jedem F

Weibe, und hätte sie auch eine schiefe Nase und einen Zungenfehler. Wenn ich Ihnen rathen soll, fahren Sie direkt nach Trieft und lassen Sie sich dorthin die Gelder kommen, die zu Ihrem Aufenthalt in Aegypten erforderlich sind." O. ick führe aenüaend Geldmittel mit mir, um auch bis Kairo gelangen zu können," sagte der Mann. Wir sind reich, und Muttchen wird schon zustimmen, wenn ich ihr Alles schreibe! Sie haben recht, ich darf nicht nach Breslau fahren. Auch nach Hause nicht, wo sie mich sicher wieder von meinem Entschluß abbringen würden! Ich reise nach Kairo und werde meinen Leuten von Triest aus die nothwendigen Mittheilungen machen." Vergessen Sie nicht," sagte der junge Arzt, daß Sie nach Breslau einen Entschuldigungsbrief schreiben müssen." Am Abend schlich sich Lieschen hinter die Fliederbüsche an dem niederen Gartenzaune, der die beiden Nachbargärten trennte. Sie wußte schon, daß sie dort Jemand erwarten sollte, der vor einer Stunde angelangt sein mußte. Und er wartet: schon! War das eine Freude des Wiedersehens! Ein Herzen und Küssen! Aber nach dem ersten Jubel füllten sich Lieschens Augen mit Thränen. Du weißt ja noch car nicht, daß mich Vater mit einem Anderen verheirathen will, dem Sohne eines Freundes am Rhein, der schon heute eintreffen sollte. Es ist ein reicher Freier, er soll einmal die Apotheke seines Vaters übernehmen. Ach, wie ich mich darüber gegrämt habe! Die ersten Tage nach Vaters Mittheilung habe ich mir beinahe die Augen ausgeweint. Und ich weiß gar nicht, wie Du ihn davon abbringen könntest!" Keine Sorge, mein Lieb," sagte der junge Arzt. Der Freier ist schon aus dem Wege geräumt!" Im Ernst?" Im vollen Ernst! Wir reisten zusammen im Coup6, ich untersuchte ihn und verordnete ihm eine schleunige Reise nach Afrika zur Heilung seiner kranken Lunge." Ist er wirklich krank?" Nicht grade aber die drei Jahre in Kairo werden ihm sicherlich nicht schaden." Fritz das war gewissenlos!" Warum, mein Lieb? Ob er am Rhein oder am Nil lebt, das kann ihm ja schließlich gleich sein. Ein anderer Arzt hätte ihn hier behalten und vielleicht wirklich krank gemacht." Glaubst Du?" Ja. Denn so, wie er ist, ist er Futter für Aerzte. Ein Kranker in der Einbildung! Und noch etwas habe ich ihm gesagt, um ihn von der Reise nach Breslau abzuhalten." Was denn?"' Daß Du eine schiefe Nase hast ein bischen quer über's Gesicht gewachsen und mit der Zunge anstößt." Aber Fritz!" Das Mädchen machte ein Mäulchen. Liebste, hätte ich ihm sagen sollen, Du seiest das schönste Mädchen drei Meilen in der Runde, mit rosigen Wangen, langem Goldhaar und leuchtenden Blauaugen? Dann wäre er ja sicherlich hierher gekommen!" Du bist ein Schelm!" Es haben schon andere Leute als ich falsche' Diagnosen gemacht! Aber das Mädchen mit der schiefen Nase und dem Zungenfehler will ich für mich haben!" 3 Der junge Arzt machte dem Vater seines Liebchens erst am dritten Tage einen Besuch, als er von eingeweihter Seite verständigt worden war, daß ein gewisser Brief aus Triest seine Wirkung gethan hatte. Sie wissen, ich habe persönlich gegen Sie nichts einzuwenden," sagte der alte Karnot, als der Freier seine Rede beendet hatte. Aber eine junge Praxis! Das heißt nicht viel!" Sie irren," sagte der Arzt. .Von den eingebildeten Kranken könnte man allein leben. Sobald ich verheirathet bin, lasse ich einen aus dem Süden zurückkommcn, wohin ich ihn geschickt habe. Sie werden sehen, wie ergiebig der ist." Ich hatte mit meiner Tochter andere Pläne," fuhr der Alte fort. Ich weiß, Sie wollten sie mit einem Apotheker, verheirathen. Aber Arzt und Apotheker, die arbeiten ja für dieselbe Küche." Ein. junger Arzt, der nach zweij'ahriger Praxis noch nicht den Humor verloren hat ich denke, wir können es mit Ihnen wagen," sagte der alte Karnot lächelnd. Sie werden es nicht bereuen," erwiderte der Arzt. Ich - habe Reiseglück. Ich finde sogar im Coup6 Patienten. Und welche Patienten! Ich fand einen, der war einen Schatz werth." Der Schatz warst Du!" sagte er später zu seinem Mädchen, als er sich den hundertsten Verlobungskuß ge-stattete.

'-Rücksichtsvoll. Richter: Wie viel Geld befand sich denn ungefähr in der Kasse deZ Herrn Blümelberger, als Sie einbrachen?" Einbrecher: Muß ich das sagen?. .'. Ich möchte den Mann nicht gern blamiren ix war ein alter Schulkamerad von mlr:

Allerlei sür'ö Hau?. Irdene Töpfe dürfen nicht ans offene Feuer gestellt werden. Man läßt sie nur auf der Herdplatte stehen. Um die irdenen Kochgeschirre haltbarer zu machen, wende man folgendes Verfahren an: Man bringe das Geräth in einem passenden Gefäß mit kaltem Wasser allmählich zum Kochen und lasse es dcmn langsam erkalten. Erst dann kann man irdene Töpfe ohne Risiko zum Kochen gebrauchen. Schuhwerk wasserdicht zu machen. Man gebe in eine Flasche Benzin so viel weiches weißes, feingeschnittenes Paraffin, bis sich letzteres nicht mehr darin auslöst. Mit dieser Auflösung bestreicht man nun Oberleder, Sohlen und Nähte mit einem feinen Borstenpinsel so lange, bis daö Leder keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt. Da Benzin überaus feuergefährlich ist, darf man mit demselben nicht in der Nähe des Lichtes oder Feuers Hantiren. Guter Bodenanstrich. Ein Anstrich, welcher mit einem gewöhnlichen Zimmerbesen in kürzester Zeit aufgetragen werden kann, keinerlei beschwerliche Nacharbeiten, wie Aufbürsten und dergl. bedingt und dennoch angenehm' glänzt, läßt sich dadurch herstellen, daß man folgende Materialien in einem Blechtopfe mengt, sechs Stunden später bis zum Siedepunkte erwärmt und die Mischung warm, aber nicht heiß, auf die Zimmerböden aufträgt; 2 Pfund guten Tischlerleim, 1 Unze gepulvertes doppeltchromsaures Kali, SY2 Unzen Anilinbraun, 2i2 Pfund Wasser. Diese Mischung wird aus dem Grunde später erwärmt, damit der Leim entsprechend anquellen kann, wodurch er, ohne im Topfe anzubrennen, sich leicht löst und dabei von seiner Bindekraft einbüßt. Dieser gefärbte Chromleimanstrich wird nach dem Trocknen unter dem Einflüsse des zerstreuten Tageslichtes in 2 bis 3 Tagen vollständig Wasserdicht, beständig und unlöslich und verhält sich ganz ebenso, wie ein nicht deckender guter Fußanstrich. Obiges Quantum reicht für fünf mittelgroße Zimmer aus. Naß gewordene Stiefel darf man nie in den Ofen oder auf den Herd stellen; hierdurch würde daS Leder 'sehr leiden und hart und brüchig werden, und der eigentliche Zweck, die Sohlen zu trocknen, würde doch nicht erreicht. Das beste Mittel, das Schuhzeug zu trocknen, besieht darin, daß man dasselbe mit Hafer füllt und es dann in eine mit Hafer gefüllte Kiste stellt oder legt. Der Hafer zieht alle Feuchtigkeit an und trocknet das Leder gleichmäßig aus, quillt dabei durch die aufgenommene Feuchtigkeit ein wenig auf, wodurch das Leder am Einschrumpfen gehindert wird, so daß die Schuhe ihre Weichheit und ihre Form behalten. Durch Hitze hart gewordene und aus der Form gekommene Stiefel muß man einige Tage in Wasser legen, bis das Leder wieder weich geworden ist, dann trocknet man sie auf die oben angegebene Weise gut aus und bestreicht das Leder mit Fett oder Thran. Die Citrone bei der Krankenpflege. Wie oft werden Eier zur Stärkung von Reconvalescenten, Schwächlingen u. f. w. verordnet, aber Ei mit Cognac, Ei mit Milch, Ei mit Wein wird bald nicht mehr genommen, da versuche man Folgendes: Ein Ei wird mit feinem Zucker gut geklopft und nun prtßt man Citronensaft hinein und vermengt alles gut. Das Ei erhält einen angenehmen Geschmack und dürfte nicht so bald zuwider werden. Bei Erkältungen und beginnendem Schnupfen koche man ein Glas Weißwein, zwei Glas Wasser, ziemlich viel Cimmetstengel und vier bis fünf Citrsnenscheiben circa zehn Minuten. Noch heiß trinke man davon, Hauptsächlich Abends vor dem Zubettgehen und man wird bald Besserung spüren. Man kann auch einfach heißes Wasser, Citronensaft und etwas Zucker nehmen. Wer Durst hat, träufle etwas Citronensaft in kaltes Wasser .und ttinkc dies, am besten ohne Zucker. Essig als Heilmittel. Als Hausmittel ist der Essig von großem Nutzen. Mit Zuckerwasser gemischt, ergiebt er ein erfrischendes Getränk bei fieberhaften Krankheiten. Verdünnter Essig mit etwas rothem Pfeffer oder Salz gemischt, ist- ein gutes Gurgelmittel bei schmerzendem Halse. Essigwaschungen bei hitzige Fiebern wirken kühlend; auch sind dieselben bei Nachtschweiß zu empfehlen. Essigüberschläge bei Kopfschmerzen und Essigwaschungen bei Ohnmachten sind allgemein gebräuchlich. Essig, auf eine heiße Platte gegossen, wird als Räucherungsmittel bei üblen Gerüchen angewendet. Neuerdinas wird Essig mit etwas Salz, ein Theelöffel voll viermal des Tages genommen, als sicheres Mittel gegen chronische Diarrhöe empfohlen. Ebenso ist der Essig ein Gegenmittel bei Vergiftung durch Alkalien, Lauge usw., sowie auch bei Vergiftungen durch narkotische Gifte. Signirfarbe. Man mischt mit einem breiten Messer, einem Spatel oder einem Glaöläufer 2 Theile ordinäre Buchdruckerfarbe und 1 Theil Leinölfirniß und verreibt diese Farbe auf einem zusammengelegten Tuchoder Filzlappen. Will man mit einem Pinsel schreiben, so ist die Farbe mit etwas Terpentinöl zu verdünnen. .