Indiana Tribüne, Volume 27, Number 302, Indianapolis, Marion County, 12 August 1904 — Page 5

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Verlobung durch EleKtriziMt. OuS dem Berliner Gesellschaftsleben nacher

. . zählt von G. v. Valpart. Sie müsser: jetzt aber wirklich bald eirathen, bester Doktor. S komwen mir überhaupt wie geschaffen zum Ehemann vor." Habe das schon öfter sagen hören, Gnädigste; ehe ich aber nicht die Richtige" gefunden, die mich von meiner Junggesellenschwärmerei heilt, bleibe ich lieber in ledigem Zustande. Ein angehender Arzt hat überhaupt an etwas anderes zu denken." Furchtbar schade," fiel Frau v. P. lächelnd ein, hätte Sie so gerne unter die Haube gebracht, denken Sie doch die langen Abende im Winter, da müs sen Sie sich riesig langweilen, wenn Sie nicht immer ins Theater oder sonst wohin gerjtn wollen." Langweile, gnädige Frau, gib! es für mich überhaupt nicht." , Natürlich fiel der eben eintretende Hausherr, ihm freundlich grüßend ein, besonders wenn man Stunden lang bei Schultheiß oder Josty sitzt. Menschenkindwie hältst Du das überHaupt aus, so sehr bildend kann ich mir das gerade nicht denken" Gewiß, bester Norbert, ich suche bei allem zu lernen, hier mache ich z. V. auch Geheimstudien an den Passanten und Besuchern des Lokales, außerdem studire ich eifrig die Zeitungen, Theaternachrichten." Aha, darum auch Deine große Gewandtheit in Theater- und Concertgesprächen, man könnte wirklich darauf schwören, daß Du zu allen Theatern Opernlogen hast, so eingeweiht erscheinst Du; ja, ja, vom grünen Tisch aus läßt sich alles sehr bequem machen, so ein bißchen Sand in die Augen" Aber bester Norbert,Du kennst mich doch." . Natürlich, alter Junge, wie mich selbst. Du verstehst mit Anstand zu leben, selbst um den Letzten herum, und das ist nicht jedem gegeben." ' Pah, man muß sich doch wenigstens einen gewissen Anschein geben, und" Wer Dich sieht, weißt Du, der muß Dich für einen steinreichen Menschen halten; muß bei Dir in Lehre gehen." Man muß eben alles in der Welt verstehen, lieber Norbert, das ist die Sache, und ich kann wohl sagen, daß ich. mich außer die letzten Tage im Monät ganz wohl befinde, und wenn X rC fi. V hini rftrlf? i UUUli Ull UlltlßbUl -JJIUJIS U.be, da werde ich denn auch schließlich zu Eurer Freude an eine traute Häus--lichkeit denken müssen. Bis jetzt leider Aussichten noch schwach." , Sag mal, bester Udo, ist es wirklich wahr, daß Du alle Tage zuAschinger pilgerst und Deine Bockwurst mit Salat und dazugehörigem Hellen genießt." Das Menu kann ich Dir so genau nicht auswendig vorführen, doch sieh. Deine liebe Gattin mit der versprochenen Bilderserie der Freundinnen. Da heißt es: Attention au jeul" Nur nicht, den ältesten Jahrgang, beste Adele, aus Deiner BremerSchulzeit, da waren einige Vogelscheuchen darunter," gähnte ihr Gatte hinter der Hand. Bitte, Norbert, mit Vogelscheuchen hat Deine Frau niemals Freundschaft gehabt, und möchte ich für meine Freundinnen " Aber meine liebe Adele, die Blüihen, welche oft im Lenz so recht unansehnlich und vermäckert aussehen, erheben sich oft gerade wunderbar und gedeiben dann zur herrlichsten Pflanze." Ach, welch interessanter Kopf," hörte man hier des Herrn Doktors Stimme, und welch sprechendes Auge " Wie mich das freut," fiel Adele lebhaft ein, denn dies ist gerade meine liebste Freundin." . Aus dem neuen Register, -in Parenthese gesagt," scherzte jetzt ihr Gatte, das Bild nehmend. Aber ich muß Dir Recht geben, es ist ein unstreitbar hübsches Mädel, und, was die Hauptsache, ein tüchtiger, liebenswürdiger Charakter. Uebrigens versprach Edith doch schon lange. Dich zu besuchen, liebe Adele." Ganz recht, aber durch die vielen Leiden ihres wunderlichen Vaters, dem sie jetzt die verstorbene Mutter ersetzen muß, ist die arme Edith vollständig gebunden. Zur Zeit, glaube ich, weilen beide in Nizza zur Erholung." Unverwandt hat indeß Doktor S. das kleine Bild betrachtet. Haben Sie zwei Exemplare, gnädige Frau?" Von Edith," fällt Hauptmann v. P. lachend ein, existiren, glaube ich, Dutzende von Bildern, da kommt es wohl nicht auf eines derselben an, nicht, liebe Adele?" Diese sinnt noch etwas nach, endlich meint sie heiter: Nun, wenn Sie ein . wissenschaftliches Studmm treibt, das Bild einer Solo - Prüfung zu unterziehen, soll es mir recht sein. Sorgfältig eingehüllt, empfängt der glückliche Doktor das Gewünschte. Monde sind verflossen. Dok tor S. sitzt, eme Havanna rauchend. im Schaukelstuhl auf seiner sogenannten Bude, welche er, nach hinten heraus, außer seinem Sprechzimmer und dem kleinen Warteraum, besitzt. Leider haben noch wenig Patienten den Weg zu ihm gefunden. In den Mußestunden zieht ersich gern hier in sein Allerkilustes zurück. Mit Vorliebe

hangt alSdann sein Blick an dem schönen Mädchenbilde auf der kleinen Console, und er fragt sich selbst, wie es

nur mogllch ist, daß em Herz so ganz ch einer Unbekannten hingeben kann. ja oft erfaßt ihn letfec Sehnsucht,' das Ideal seiner Träume in Wirklichkeit zu schauen. Freilich hat er in dieser Spanne Zeit gar oft die entzückenden und humoristisch angehauchten Zeilen der Angebeteten lesen dürfen er ühlt jede Freude, jedes Leid mit ihr, wie gern hätte er durch ein Wörtchen ich ihr brieflich zu nähern versucht, aber wie ein Cherub wehrt die junge Frau allen diesen Bitten. Es wurde alles verderben, bester Doktor. Sie kennen Edith nicht; ein Wort darüber, und es wäre alles vorbei." Warum aber mag sie nur nicht herkommen," seufzt der unglücklich Liebende ihr Vater immer ihr Vater, hat man ihm zur Antwort gegeben. Jetzt klingelt es. Ein Freund Udo'S tritt ein. Herbert, Du. den ich noch in Hambürg wähnte? Welche Ueberraschung, doch nun lege auch Hut und Stock ab; wir können übrigens nach vorne gehen " Nein, nein, alter Junqe, ist mir sehr recht, immer gemüthlich, ist hier sehr lauschig, fehlt nur noch ein steifer Grog zu dieser wirklich prächtigen Havanna, die Du da rauchst; doch was ist das? Teuselslunge,das ist ia em Blitzmädel, wer in aller Welt ist das schöne Wesen?" Meine Zukünftige, versetzte der Angeredete mit angenommenem lakonischen Ton. Und das sagst Du mit solcher Stumpfsinnigkeit, Mensch, was ist's damit? Raus mit allem." Nun denn, Herbert, es ist wirklich meine Zukünftige, d. h. meine Auserwählte, denn bis. jetzt weiß sie selbst noch leider nichts von mir. Udo, sind Dir die Cigarren oder der Schlummerpunsch, auf den ich vergeblich schmachte, rn Dein Oberstübchen gefahren? Eins von bei den." ' ' ' . Nichts von alledem doch höre!" Und eingehend theilt er jetzt dem immer gespannter zuhorchenden Freunde die einseitige Liebesaffaire mit. Freund! Das muß ich sagen Junge, Du warst schon von jeher ein Unikum, Deine Schulflammen wußtest Du auch damals auf wunderbaren Wegen zu gewinnen, und Ein heftiges Klingeln läßt Herberts Satz unvollendet. Der Doktor, welcher seinen Kranken vermuthet, schaut erst enttäuscht auf einen dürftigen Jungen, welcher ihm einen Brief überreicht. Plötzlich übergießt ein Sonnenstrahl der Freude das Antlitz. Der Brief ist von Frau V..P. In kurzen Worten theilt sie Herrn S. mit, daß ihre Freundin endlich der erneuerten Einladung ihrerseits folgen werde, da sie mit ihrem Vater auf der Reise nach Hamburg sei, wo ihre Villa läge, und daß sie ihn von Berlin aus in guter Begleitung einer Verwandten wisse, daher gern die Gelegenheit benutze, die liebe Freundin endlich einmal zu besuchen. Noch kann es der Doktor kaum sassen jetzt soll er hin, die Heißgeliebte endlich von Angesicht zu Angesicht schauen! Ja, zetzt einen Freudentrunk, Herbert, und beide wollen wir auf das künftige Gluck anstoßen! ruft er jubelnd. Die junge Frau hat indeß die schönsten Pläne entworfen. Das Repertoire ist auf mehrere Tage bereits festgestellt. Freundlich hatEdith allem zugestimmt. Am selben Nachmittag der Ankunft trifft man ganz wie zufallig mit verschiedenen Bekannten bei Josty zusammen. Wunderbarerweise auch gerade mit dem Doktor S., der als langjähriger Freund der Familie vorgestellt wird. Alles ist im besten Gange, es geht alles nach Vorschrift. Doktor S. hat sich mit möglichst gleichgültiger Miene zu seinem Freund Hauptmann v. P. gesetzt und wagt nur verstohlen einige prüfende Blicke. Jetzt heißt es zur Oper fahren, wo bereits Plätze belegt sind. Wunderbar,- wie das Schickfal spielt. Doktor S. und Edith v. K. gehen beim Eingang noch zusammen; Hauptmann v. P. mit seiner Gattin auch." So kommt es, daß der Logenschließer die beiden jungen Leute ebenfalls für ein Pärchen hält und freundlich bittet, der Herr Baron möge r.; . Tjii c lilli jciner anin nur gier oie veioen Plätze zusammennehmen, und der Herr Hauptmann mit der. gnädigen Frau dort in der ersten Reihe, er hätte keine andern Plätze mehr reserviren können. Ein wenig verlegen setzt sich Edith an die Seite des glucklichen Doktors, wah rend Adele sich heimlich von Herzen freut über den scheinbar guten Gang ihres kleinen, selbstgesponnenen Romans. Erst schaut sich Edith, welche noch so wenig in der Residenz gewesen, ängstlich in den Pausen nach ihrer Freundin um, aber bald ist sie mit ihrem Nachbar in dem ersten Zwischenakt in ein anregendes Gespräch verwickelt. Immer mehr erstaunt er über die Geistesschärfe, das treffende Urtheilsvermögen der jungen Dame, und, vertieft in die Unterhaltung, gewahren sie nicht, daß der Vorhang bereits lange aufgezogen. Einen kleinen, drohmden Blick der Freundin aewabrend.

weicye sich hastig nach tyr umscyaur.

hält sie tief erröthend im eafc inne und richtet mit regem Interesse ihr Auge auf die Bühne; ebenso ihrNachbar, welcher dennoch heimlich oft genugdas schöne Profil der jungen Dame streift. Nach Schluß der Oper wurde natürlich noch gemeinschaftlich soupirt, wobei sich die jungen Leute immer besser kennen lernten. Der Wein löst bekanntlich die Zunge. So ward zeden Tag etwas verabredet. Frau v. P.. welche in großer Unruhe war und gern wissen wollte, welchen Eindruck ihre Freundin aus den Doktor qemacht, bat ihn eines Tages einfach durch eine kleine Karte auf Mittag sie bei Josty zu erwarten, wo sie ihm etwas Wichtiges mitzutheilen hätte. Zur bestimmten Zeit fanden sich beide ein. Nun, wertherDoktor, begann Frau v. P., wie weit sind Sie denn gekommen?" ,Ach Verehrteste, was ich fühle, das kann ich kaum in Worte kleiden, Ihre Freundin hat alle meine Erwartungen übertroffen, aber, Gnädigste, kann und darf ich hoffen. Gegenliebe zu erringen; wird Ihre Freundin nicht bei Weitem mehr Erwartungen sur die Zukunft hegen, die ich nicht realisiren kann?" Da lassen Sie sich keine grauen Haare wachsen, wenn nur erst dieLiebe da ist läßt sich das alles überbrücken überdies liegen dort die Verhaltnisse so glänzend, daß " Ich aber kann und werde mich me von dem Vermögen meiner einstigen Gattin abhängig machen, zedensalls würde ich mich nicht eher verheirathen. ehe meine Praxis sich entsprechend erweüert hat." Nun verloben könnten sie sich aber trotzdem, jedenfalls werde ich das Feld recognosciren und Ihnen Bescheid zukommen lassen. Ach ja, Verehrteste, ich wäre Ihnen zu unauslöschlichem Dank verpflichtet. seien Sie mein Anwalt." In freudiger Stimmung trennten sich beide. Höre, Edith," sagte Frau Hauptmann v. P. beim Morgenkaffee zu ihrer Freundin, wie gefällt Dir eigentlich unser guter S.? Kind, Kind, nimm Dein Herzchen in Acht, ich fürchte. Deine braunen Augen haben es ihm angethan." Ach gar, Adele, rede doch nicht so etwas, was geht mich Euer Doktor an. er mag ja ganz nett sein, aber solche Menschen findet man dutzendweise alle Tage." Nun aber, daß gerade zetzt der Theelöffel von Edith zur Erde fallen mußte, nach dem sie sich hastiq. bückte, und rührte auch wohl davon die hoheGluth ihrer Wangen her. Nun, ' liebe Edith," nahm ihre Freundin jetzt das Wort, es ist gut, daß ich sehe, wie Du denkst, wir Haiten sehr viel von Doktor S. und möchten auf keinen Fall, daß er sich falschen Hoffnungen hingibt, daher ist es das einfachste, wenn Du ihn nicht magst " Aber Adele, wie Du 'nun alles gleich so tragisch nehmen kannst," fiel jetzt Edith hastig ein, wer sagt denn, daß ich ihn nicht leiden kann, ich meine nur, das heißt ach, ich will lieber gar nichts sagen habe auch noch einen wichtigen Brief zu schreiben. Du entschuldigst mich wohl." Aha. bläst der Wind daher," murmelte . Adele leise vor sich hin, als die Freundin hinausgegangen, da laß mich nur die Sachen machen! Halt ich hab's" hastig eilt auch sie hinaus. In ihremStübchen angelangt, wirft sie einige Zeilen aus's Papier. Sehr geehrter Herr Doktor! Puls bereits sorgfältig gefühlt. Diagnose sehr günstig, weitere Resultate hängen nur von der ferneren richtigen Behandlung ab. Wir sind morgen alle in der Kunstausstellung. Nutzen Sie thunlichst jede Gelegenheit aus; daß Ihnen solche wird dafür werde ich sorgen. Am Nachmittag desselben Tages findet man sich in der Kunstausstellung zusammen. Man promenirt in den Sälen, mit großem Interesse studirt man die neuesten Bilder. Bester Udo," ruft Frau v. P., sieh, dieses Bild hier mußt Du Dir genauer betrachten. Es war wohl nur zufällig, daß der Doktor in dem Augenblick mit Edith weiterging, und als diese erschöpft schien, sie freundlich aufforderte, doch auf einem der Divans auszuruhen. Auf einen fragenden Blick aur dieselbe, nahm er alsdann an ihrer Seite Platz. Unruhig wandern die Blicke der jungen Frau von dem Bilde, welches sie dem Gatten erklärt, zu dem jungen Paar hin. Am liebsten möchte sie hinzueilen und die lösenden Worte selbst sprechen. Am Ausgang trifft sie mit der Freundin zusammen. Nun, was hatte denn der Doktor so Jnteressantes mit Dir zu besprechen, daß Ihr uns ganz verloren gingt?" Dein Doktor nun, er hielt nur sehr interessante Abhandlungen über Kunstgeschichte und was weiß ich." JSo. so ia der Doktor ist ein at scheiter Kopf, (leise für sich) hätte hier aber Gescheiteres thun können." . Jetzt sucht der Hauptmarm Edith in Gesvracd zu Ziehen, und der Dok

ior benutzt die Gelegenheit, an die Seite der jungen Frau zu eilen.

Gnadigste, noch immer Nicht wei-' er, verdammenSie mich, aber ich kann nicht, das Wort bleibt mir im Munde stecken." Und das wollen Männer seindas nennt Ihr Liebe? Soll bei der heutigen Frauenbewegung auch noch der Antrag von Seiten des Mädchens kommen?" Das Nähertreten der andern verhinderte jede weitere Auslassung. Nach einigen Tagen erhielt Edith einen Brief des Vaters, der ihr die Weisung gab, noch diese Woche abzureisen, da er schon qroke Sehnsucht nach ihr empfinde. Kleinlaut, mit unterdrücktem Seufzer, theilt sie den Inhalt des Briefes der Freundin mit. Diese erschrickt ansangs, sieht aber ein, daß sie dem dlrekten Wunsch des Vaters gegenüber keine Bitte mehr hervorbringen darf, den Besuch zu verlängern. Auf einen Brief an den Doktor, noch dieseTäge möglichst herzukommen,' da es sonst zu spät sei, erhält sie Nachmittag die Antwort, daß er leider auf mehrere Tage auf's Land fahre, beHufs einer Taufe, zu der er eingeladen. Aber heute Nachmittag, etwa 5 Uhr, sei er noch bei Josty, und würde sich freuen, wenn es so einzurichten wäre, daß man sich hier zusammensinden könne. ,,Liebe Edith, würdestDu mich wohl heute Nachmittag zur Stadt begleiten, ich habe nothwendige Besorgungen haselbst. Vielleicht könnten wir alsdann den Kaffee unterwegs einnehmen," bittet sie freundlich ihre Freundin. Als die beiden Damen bei Josty vorbeikamen, meinte Frau Adele so beiläufig fragend: Wie wäre es Edith, wenn wir hier vielleicht Kaffee tränken?" Mir schon recht," antwortete diese einfach, und munter plaudernd traten beide ein. Der spähende Blick der jungen Frau durchfliegt sogleich den inneren Raum, aber kein Doktor S. ist zu sehen. Der bestellte Kaffee ist gekommen Adele bestellt noch zwei Portionen, sie ist heute so sehr kaffedurstig. Fraulein," raunt da em Kellner ihr ins Ohr, da ist der Herr von neulich wieder am Telephon, er möchte Sie gleich sprechen." Eilig entspricht die junge Frau der Aufforderung. Kann unmöglich heute hier sein, tönt es ihr aus dem Telephon entgegen, bitte aber Ihre Freundin ans Telephon, da ich durchaus ewige Worte mit ihr wechseln muß, weil ich bereits morgen verreise, und sie möglicherweise nie wiedersehe." ., Rasch geht Frau v. P. zu ihrem Platz. ' Liebe Edith, möchtest Du auf einen Augenblick ans Telephon treten, der Doktor wollte so gern etwas fragen." Tief erröthend folgt Edith der Freundin. Am Telephon angekommen, mustert sie noch rasch ihre Toileite, streicht sich ihr Haar von der Stirn, die' Freundin hastig fragend, ob sie auch ordentlich und ein wenig nett aussähe. Aber Kind." ruft diese, wo bist Du mit Deinen Gedanken, kann Dich denn der Doktor sehen?" Verlegen stammelt jetzt Edith: Aber Adele, beste Adele, was sage ich und was wird er fragen?" Jetzt kingelte eZ. -Noch dort?" Allerdings, wenn wünschen Sie zunächst zu sprechen?" Fräulein Edith, wenn ich bitten darf." Diese tritt zaghaft näher. Gnädiges Fräulein, ich reise morgen fort, und hätte so gern noch eine Frage beantwortet erhalten. Errathen Sie welche?" ( Ich wüßte nicht." Haben Sie nicht noch nicht bemerkt wie. wie (andere Stimmen schwirren dazwischen) wie ich Sie gerne habe?" Pause. Haben Sie wohl ein klein wenig Interesse für mich?" Wieder ein kleine Pause. Die Freundin, welche die andere Ohrmuschel hält, flüstert ihr eilig etwas zu. Riesig." ertönt es auf einmal fast wider Willen von Edith's Lippen in das Telephon. ' . 1 Bin glücklich," ist das Echo jetzt, lasse alles andere im Stich und lomme sogleich!" Die beiden Freundinnen wandeln jetzt bei Josty auf und nieder. Da stürmt der Doktor mit einem riesigen Rosenstrauß daher. Die Glückseligkeit der beiden Liebenden zu schildern wäre kaum möglich. Frau- v. P. hat gerade noch emen sehr wichtigen Gang zur Stadt zu machen, und muß leider das junge Paar seinem Schicksal überlassen. Dieses scheint nicht allzu traurig darüber zu sein. Als Frau von P. nach einer Stunde, wie verabredet, wiederkehrt an den bestimmten Platz im Thiergarten, findet sie das Pärchen im innigsten Zwiegespräch vertieft. Mein Liebling von dieser, mein Schatz von anderer Seite, kommt über beider Lippen, als habe man schon Jahre lanq diese Koseworte gebraucht. Ohne die elektrische Hilfe," scherzt der Doktor, hatte ich meine Liebe noch nicht errungen. Im Jahre 2000 wird vielleicht .die neueste Errungenschaft eingeführt: Verlobung vermittels Elektrizität!"

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