Indiana Tribüne, Volume 27, Number 301, Indianapolis, Marion County, 11 August 1904 — Page 3
Jndlana Tribüne, 11. August 190H
Niedrige Raten Ezeurston nach Old Point Comfort via
FV und C. s O. Ifcys. Samstag, den 13. August. Am Rhein, den Alpen und Schlacht selber Amerika's entlang". Watt von Indianapolis $15,0 die Rundfahrt Rückfahrt beschränkt auf 13 Tage einschließ. lich des Verkaufstages. . Passagiere müssen Cincinnati erreichen in Zeit um Anschluß der G. & D. Züge zu machen, welche Ein cinnati verlassen um 12.01 Mittags oder 9 Uhr Abends am. 13. August. Für nöhere Einzelnheiten wende man sich an die TickeZ'Agenten der Big Four Route oder schreibe an WARREN j. LYNCH, Gen. Pasf. u. Ticket.ilgent. Sincinnati. Ohio. oder H. M. rsnson. G. . P. Indianapolis, Ind. . JMra Bai . 81.25-Madison u. zuröck-81.23 81-LakeMarinkuckeen. Sonntag, 14. August. Für Tickets. Zeit der Züge etc., spreche man vor in der Ticket-Ofsice, Ecke Illinois und Washington Straße, oder in der Union Station. W. W. Nichardsou, A. G. P. A. $1.80 Rundfahrt. Sonntag, ll. August. 51.25 Hamilton ; Z1.00 Rushvilleund Connersville. Zwei Spezialzüae fahren von Jndianapo lis ab. Der erste um 6:30 Uhr und der andere um 7 Uhr Morgens ; Retourfahrt von Cincinnati 6:20 Uhr Abends. Einfacher Fahrpreis plus 25 Cents nach L0UISVILLE und zurück via Big Four Route ...zu dem... Zwkijährlichen Feldlager der KnightS of PhthIaS. Verkaufstage, 13., 14., 15. und 16. August 1904. Retourfahrt beschränkt auf den 31ten August mit Verlängerungs-Privilegium bis zum 15. Sevt. 1904. Nähere Einzelnheiten, bei allen TicketAgenten der Big Four Route oder man schreibe an Wrren I. Lynch, Senl. Pass. und Ticket.Agent. E.ncinnati, Ohio. oder H. M. Br onson. . G. D. A.. Indianapolis, Ind. Big Ä Route ...Exkursionen... Sonntag, 14. August. Tcrre Haute 81.00 W Grccncastlc... 75c Ä Epezialzug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Retourfahrt von Terre Haute 7 Uhr Mends. Für Information spreche in der Ticket Office No. 1 Ost Washington Straße oder Union Bahnhof vor. H. M. Bronson, A. G. P. A. PocahontasrauchloseKohlen 84.25 per Tonne. Pocahontas rauchlose Söaufelkohlen V4.00per Tonne. Pocahontas Lump, 84 Tonne für Ablieferung in diesem Monat. 25c weniger per Tonne bei einer Bestellung von 10 sonnen oder mehr. Zerkleinerte Coke. . . 10c per Bushel für Ablieserunaeu fe diesem und nächsten Monot. Home Fuel Co (Jneorporirt.D Neue? Phone 9291. Altes Phone.Main 1150.
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Parker's Grundsätze.
Der dcmokratischc Candidat
bei der Notifications-Feicr.
Nochmalige enstchiedene Erklärung für
Festakts. Neue Vermittelungs-Versuch: im Fleifch-Strcik. Der Ausstand in New Zork. Aus Colorado.
Die N o t i f i c a t i o n S'F e i e r i n E s o p u S. Efopus, N.J., 10. Aug. Rich ter N. 53. Parker wurde heute von seiner Nomination als Präsidentschaft Candidat der demokratischen Partei formell in Kenntniß gesetzt. Die Feier fand im Garten des schö nen Landsitzes Rosemont statt; Hunderte von Nachbarn und Freunden hatten sich eingefunden. Noch bevor der Abg. Clark seine Ansprache geschloffen, reg. nete es in strömen, Richter Parker stand aber entblößten HauvteS und empfing auS Clarks Händen daS osficielle Schreiben, welches ihn von dem Beschluffe der St. Louiser Convention verständigte. Als Clark geschlossen, ertönte lauter Beifall und es dauerte eine volle Minute, bevor Richter Parker zu Worte kommen konnte. Ehe Richter Parker seine Annahme-Rede begann, rieth er der Menge Schutz vor dem Regen un ter den Bäumen zu suchen. Parker begann kurz nach 2 Uhr und sprach im Ganzen 36 Minuten, sich an das Manuskript haltend. Die einzige Ausnahme bildete eine Ex-tempore Be merkung, worin er sagte, er wünsche seine Anhänglichkeit an die Goldmäh. rung so deutlich klarzustellen, daß jede Möglichkeit eineSMißverständniffeS ausgeschloffen sei. Nach dem Schlüsse der Rede, die von häufigem Beifall unterbrochen war, fand auf der Veranda ein Empfang statt. Die Annahme-Rede P a r k e r ' s. Der demokratische PräsidentschaftCandidat sprach wie folgt: Geehrte Herren! Ich habe das Amt eines Oberrichters vom AppellationSgericht unseres StaateS niedergelegt, um dafür das Amt anzunehmen, welches die große Convention, die Sie repräfentiren, mir übertragen hat. ohne Vorurtheil gegen den Gerichtshof, welchem ich die Ehre hatte anzugehören, und gegen die Richter unseres Staates, dem jetzt als Privatmann anzugehören mir zum Stolz gereicht. Erklärung für die GoldWährung. Lassen Sie mich vor allem anderen meiner Dankbarkeit und Werthschätzung Ausdruck verleihen für das Vertrauen, welches die Convention in mich gesetzt hat. Nach meiner Nomination und nach meiner offenen Erklärung, daß ich an der Goldwährung unwiderruflich festhalte, bestätigte die Convention öffentlich, daß ich der Bannerträger der Partei für die Goldwährung im gegenwärtigen Wahlkampfe sein würde. Dieses mir von der Partei ertheilte Vertrauensvotum wird mir stets zur größten Ehre gereichen und ich werde diese Ehre in dem Wahlkampfe stets zu schätzen wiffen, mag da kommen, was wolle. Die bewundernswerthe Platform, welche die Partei dem Volke aufgestellt hat, conftatirt klar die Principien, die Präsident Jefferson in seiner ersten Adresse so vortrefflich zum Ausdruck gebracht hat, und bezeichnet genau den Kurs, welcher verfolgt werden muß, damit die nöthigen Reformen sowohl in der Gesetzgebung als auch in der Verwaltung des Landes durchgeführt werden. Die Platform spricht ohne Scheu aus, daß die Uebelftände abge schafft werden müssen, auS welchem Grunde sie auch entstanden sein mögen und wer immer sie verschuldet haben mag; daß ferner mehrere VersaltungS'Abtheilungen der Regierung, deren Beamte große Skandale hervorgerufen haben, reorganisirt und diejenigen bestrast werden müssen, die schuldig und wortbrüchig sind, daß die vielen Privilegien aufgehoben lwerden müssen, durch welche sich einzelne auf Kosten vieler 'bereichernzZ daß mit den Ausgaben sparsamer umgegangen und zu den Methoden zurückgekehrt werden müsse, .die die Gründer der Republik gehandhadt haben.
licrkiindct seine 'Ansichten
die Goldwährung. Der Verlauf des SchutzderHauptrechte . des Bürgers. Die Platform befürwortet keine hastigen, sondern allmählige unö stetige Verbesserungen, die Beschützung des Unschuldigen sowohl als auch die Beftrafung des Schuldigen, Unterstützung der Industrie und sparsame Verwaltung, den Schutz des persönlichen EigenthumS und eine Garantie für den Weiterbestand der persönlichen Freiheit unserer Bürger, die denselben in der UnabhängigkeitS'Proklamation" mit den Worten Freiheit, Leben und fortdauernder Wohlstand" gewährleistet worden ist. Das Wort Freiheit" be deutet in unserem Lande nicht dloS Freisein von Knechtschaft und Unterdrückung, sondern daS Recht jedes Einzelnen, auf gesetzlichem Wege seine Fähigkeiten auszunutzen, zu leben und zu arbeiten oder Handel und Geschäft zu treiben, wo und mann er will. Diese Generalrechte des Lebens, der Freiheit und deS EigmthumS sind dem Bürger nicht nur durch die Constituiion eines jeden Staates garantirt, sondern die Staaten haben durch den Paragraph 14 der Constitution auch die Pflicht, darauf zu sehen, daß diese Garantien unangetastet bleiben und jeder mit Gesetzesftrenge bestrast wird, welcher dieselben zu verletzen wagt. DaS Volk, auf welchem unsere Kraft beruht, muß das Recht haben, den Beamten, die die Gesetze vernachlässigen und neue Bestimmungen, wie eS ihnen gerade paßt, aufstellen, zuzurufen: So haft Du zu handeln, und nicht anders!" Thomas Jefferson hat, als er sich bereits mehrere Jahre im Privatleben befand, in einem Briefe an William C. Jarvis, wo er die Fortdauer unserer Institutionen berührte, gesagt: Wenn die 3 Abtheilungen unserer Regierung, die Exekutive, die Gesetzgabung und die Gerichtsbarkeit, jede ihre Unabhängigkeit von einander wahren, kann unsere Institution lange bestehen bleiben, aber nicht, wenn eine dieser Abtheilungen die Autorität der anderen zu untergra den sucht!" Man muß nach dem Werlauf unserer Geschichte bekennen, daß die Executiv-Behörde oft ihre Gewalt da angewendet hat, wo sie nicht ange bracht war. Gesetze sind erlassen worden, die mit dem Geiste der Constitution in direktem Widerspruche stehen, und andererseits sind bestehende Gesetze als unconstitutionell verworfen worden, wenn sie der Behörde nicht paßten. Mißachtungen und Verletzungen unserer Gesetze häu fen sich don Tag zu Tag. Während der letzten Jahre haben wir die Beobachtung gemacht, dass daS Volk in mehreren Gegenden unseres geliebten Vaterlandes der Justiz vorgegriffen und eigenmächtig Verbrechen bestraft hat, während doch die Constitution eines jeden Staates Jedermann garantirt, daß sein Leben, Freiheit, Eigenthum unter gesetzlichem Schutze stehen. Trusts undMonopole. Die Combinationen, gewöhnlich Trusts" genannt, welche darauf hinausgehen, sich ein HandelS-Monopol zn sichern, sowohl in den allgemeinen zum Lebennothwendigen BedarfSartikel als auch in denjenigen Artikeln, welche auf der Farm, in der Fabrik und in vielen anderen Jndnstriezweigen gebraucht werden, sind durch außerordentlich hohe Tarif Abgaben ermutbigt und angespornt worden. Diese beherrschen einen substantiellen Markt in den Bedürfnißartikeln einer Bevölkerung von 80 Millionen, von welchem practisch jede Concurrenz auS geschlossen ist. Ein Versuch von an derer Seite, eine Ermäßigung der Preise für die Artikel herbeizuführen, hat sich in vielen Fällen als unmöglich erwiesen. DaS Anwachsen dieser Mo nopole, über welche man sich nur mit Recht beklagt, kann nicht den Gerichten dieses Landes zur Last gelegt werden. Die Entscheidungen der SupremeCourt der Ver. Staaten, des Apellationsgerichts dieses Staates nnd der Supreme Gerichte in vielen anderen Staaten, gewähren die Versicherung, daß das Landesrecht ein vollständiges
gesetzliches Hilfsmittel gegen Mono
pole ist. Die Thatspche, dß die Monopole sich in Zahl vervielfätigt und an Macht zugeommen haben, ist keine Schuld der Gerichte, sondern von Beamten, deren Pflicht eS war, darnach zu sehen, daß die bestehenden Gesetze auch befolgt werden. Auch muß zugegeben werden, daß die legislativen Departements von einigen unserer Staats - Regierungen, sowie der Congreß ihr Emporkommen begünstigt habe. Ermäßigung d e r HochZölle. Der jetzige Zolltarif ist ungerecht und wird ungleichmäßig behandelt, worunter das Volk zu leiden hat. Manche hervorragende Mitglieder der republikanischen .Partei, darunter zwei von ihren Staatsconventionen, haben durch ihre Auslegung der Zollgesetze in vielen Fällen der öffentlichen Meinung Trotz geboten und dieselbe geradezu herausgefordert. Diese Partei erklärt, eine Revision sei von Zeit zu Zeit nöthig, doch sind ihre Versprechungen so ausgedrückt, als ob Alle befriedigt werden würden, sowohl die, welche eine Zollerhöhung, als auch jene, welche eine Zollermäßigung Wünschen, und ferner auch solche, welche gar keine Veränderung haben wollen. Seit 4. März 1897 hat weder eine Ermäßigung des Zolltarifs stattgefunden, noch ist ein Versuch dazu gemacht worden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß ein zukünftiger Congreß der republikanischen Partei keine Herabsetzung des Tarifs unternehmen wird, im Falle sie von dem Volke eine Bestätigung ihres letzten Kurses bezüglich dieses Gegenstandes erhalten sollte. Es ist Thatsache und muß frei herausgesagt werden, daß, wenn unsere Partei den Kampf gewinnt, wir für die nächsten vier Jahre auf eine Majorität im Senat nicht rechnen dürfen und nicht in der Lage sein werden, eine Aenderung deS Tarifs zu bewirken. Deshalb können -wir dem Volke nur die Versicherung geben, daß wir eine VerMinderung des Tarifs befürworten, da wir der Meinung sind, daß dies im Jntereffe des Fabrikanten und des Consumenten liegt, und daß eine weife und wohlwollende Revision vorgenommen werden kann, sobald beide Abtheilungen deS CongresseS und ein Execu tiv-Comite zu Gunsten derselben erwählt worden sind.. WaS wir bedürfen außer der Passirung von revidirten Statuten, welche die Tarif.Abgabe auf eine vernünftige Basis bringen sind nicht neue Gesetze, sondern Beamte, welche den Muth und die Lust haben, die bestehenden Gesetze durchzuführen. Es ist schwer zu verstehen, wie irgend ein Bürger der Ver. Staaten den Phi lippinen daS Recht der Selbstregierung permanent ableugnen kann. Können wir hoffen, den Gemüthern unserer Nachkommen Achtung und Ergebenheit sür eine Regierung durch das Volk einzuflößen, während wir jenes Recht den Bewohnern entfernter Länder, deren Territoriunl wir entweder durch Kauf oder durch Gewalt erworben haben, nicht zuerkennen? Können wir den Philippinern fagen: Euer Leben, Eure Freiheit und Euer Eigenthum können Euch genommen werden, ohne daß dem Gesetze zu irgend einer Zeit Genüge geleistet wird?" Die Philippinen-Frage. Das Kriegsglück brachte die Philippinen in unsere Hand und eS steht uns nicht frei, die uns zugefallene Verantwortung zu mißachten. Allein wir erfüllen diese Verantwortung am besten, indem wir die Insulaner so rasch als möglich zur Selbst-Regierung vorbereiten und ihnen die Zusicherung geben, daß ihre Unabhängigkeit kommt, sobald sie die Reife hierfür erlangt haden. America ist eine Weltmacht, aber ich stelle in Abrede, daß es diesen Rang erst kürzlich erreichte. Schon vor über einem Jahrhundert wurde unser Land zur Weltmacht, als das Volk nach Abschüttelung fremden JochS eine freie Regierung errichtete. ES wuchs dann immer zur Weltmacht, als seine Bürger, durch die' Einwanderung aus der alten Welt vermehrt, die Prairien und Wälder der Cultivirung erschlössen. Städte, Landstraßen und Bahnen bauten, bis die' bei Gründung der Republik nur drei Millionen starke Bevölkerung auf Achtzig Millionen gestiegen ist, das Land eine? freien und prosperirenden Volkes, zur höchsten Stufe gelangt in der Wissenschaft und den Künsten der Civilisation.
Fernhalten vonauöwürtisten Verwicklungen. Wir sind kein kriegerisches Volk, auf Eroberungen ausgehend, sondern eine sriedliebende Nation, nicht blos für unö selbst, sondern für alle Völker der Erde. Der Pomp militärischer Rüstungen mag das Auge blenden, er bringt aber dem Lande keinen einzigen Einwanderer noch auch einen einzigen Dollar hier angelegten Kapitals. Natürlich sind Rüstungen , für die Sicherheit deS Landes und den Schutz der Bürger im In- und Auslande nothwendig; ich Protestire jedoch gegen die allzuweit verbreitete Meinung, daß wir auf Grund unserer Welt-Stellung theilnehmen müssen an den Streitigkeiten und Verwicklungen fremder Mächte und daß wir uns in jede wichtige Frage, die in andern Theilen der Welt auftaucht, einzumischen hätten. Friedliche Tendenzen gefährden weder den Patriotismus noch physischen Muth und zum Beweis dieser Wahrheit verweife ich die Jugend von heute auf die Geschichte des Bürgerkriegs. 50 Jahre hindurch, mit Ausnahme deS mcx. Kriegs, war daS Land in Frieden geWesen, mit einem stehenden Heer von weniger als 10,000 Mann. Und wer glaubt, die Nation sei entnervt während dieser Periode, der lese die Verlustlisten von Shiloh, Antietam, Fredericködurg, am Stone River und von Chickamauga. Ich bin der letzte, der ein Blatt aus dem Lorbeerkranze der Kriegshelden reißt, denen das Land so viel verdankt, allein ihre Heldenthaten gingen weit mehr aus ihrer Liebe zum Vaterlande als aus kriegerischem Geiste hervor. Gegenden M i l i t a r i.s m u s. Ich Protestire ferner gegen die Einführung . irgendwelcher Militär-Ein-rlchtungen, welche nöthig würden, um eine solche Politik durchzusühren. Unser Eingreifen in die Welt-Angelegen-heiten muß auf Fragen beschränkt sein, welche die Rechte deS Landes oder unserer Bürger direkt berühren. . Daraus entsteht keine Jsolirtheit, fondern eine Lage der Unabhängigkeit. Die amerikanische Regierung wurde ausschließlich für das Volk der Ver. Staaten geschaffen. Während der Plan dahin ging, daß dies Land ein Zufluchtsort werde für die Geknechteten aller Völker, die ihre Bürgerrechte ausüben können, so wurde die Regierung nicht gebildet, um ein politisches oder civilisatorischeS Evangelium in andere Länder zu tragen. Am wirksamsten helfen wir andern Nationen, wenn wir ihnen, als Ideal zur Nachahmung, das Bild eines glücklichen, prosperirenden, feine Geschicke selbst leitenden Volkes geben. Ablehnung eines zweiten Termins. m Zum Schluffe erklärt Redner, er behatte sich andere Fragen für das Ännahmeschreiben vor, und fährt fort, daß er sich, falls das Volk den Beschluß der Convention durch eine Wahl sanktionire , am Ende seiner Amtszeit in'S Privatleben zurückziehen werde. Herr Parker sagte: Ich werde kein Candidat für eine nochmalige Nomination sein,, noch werde ich eine solche an nehmen. Der Hauptgrund, der mich bei diesem Standpunkt leitet, besteht darin, daß kein Inhaber dieses Amtes der Versuchung ausgesetzt sein sollte, welche Wirkung seine Haltung in einer bedeutungsvollen Regierungsangelegen heit auf fein politisches Geschick auSüben könne. Ich kritistre hiermit keinen der Präsidenten von Washington an, die einen zweiten Termin erhielten oder gesucht haben; denn für die Wiederwahl lassen sich gewichtige Gründe anführen. ES ist nur meine Meinung, angesichts der nunmehr so weitausgedehnten Jnteressen dieses Landes sei es zweckmäßig, daß der oberste Beamte nicht bloß unabhängig sei, sondern daß diese Unabhängigkeit auch für Alle deutlich zur Kenntniß gebracht wird. ' Am Schluß von Parker'S Rede spielte die Kapelle Star Spangled Banner" und vom Deck der Yacht Sapphine" im Fluß stiegen Raketen in die Höhe. Der Empfang auf der Veranda dauerte bis 4 Uhr, worauf die Besucher zu ihren Booten oder zur Bahn zurückkehrten. Die. Rede Parker's fand allstemeinen Beifall. Noch ein F ri edenö-Ve rsu ch. Chicago, 10. Aug. Eine Conferenz zwischen dem - Verbände der Fleisch-Klein-Händler und der Ge-
werkfchaft der Markt-Fuhrleute endete heute mit Ernennung einer Commission, welche morgen bei den Großschlächtern einen weiteren Versuch zur Streikschlichtung unternimmt. Samuel GomperS, Präsident des Amerikanischen ArbeiterverbandeS, ist nach Chicago berufen um womöglich etwas durch Vermittlung zu erreichen. New I o r k, 10. Aug. Der Streikbefehl gegen die dem Fleischtrust angehörenden Fabriken trat heute in Wirksamkeit. Nach den Streikern ist der Ausstand vollständig, während die Großschlächter behaupten, höchstens 50 Procent der Leute hätten die Arbeit niedergelegt. Gewaltthat gegen einen U n i o n i st e n. Victor, Col., 10. Aug. John Harper, der frühere Präsident der hiesigen Kohlengräber - Gesellschaft,, der nedst anderen deportirt wurde und nach dem Camp zurückkehrte, wurde von MaSkirten ergriffen und aus dem Distrikt gejagt. TypographifcherVerband. Ct. Louis. 10. Aug, Die Convention des Typographischen Verbandes berieth heute wieder über den Bericht deS Gesetze-Comites. Ein Vorschlag, daß kein Verdandsmitglied in keinem Staate in den Milizdienst treten solle, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Gestern Abend hatte Lillie Frederick aus Indianapolis, eine Beamtin der United Garment Workers". eine An-
spräche gehalten, worin sie um ein Darlehen zur Durchführung des Schneide-rinnen-StreikS bat. W a f f e n f p i e l e der Wilden. Weltausstellungsplatz, St. Louis, 10. Aug. Die Wilden der Philippinen-Ausstellung veranstalteten heute Waffenspiele im Stadium, Bogenschießen, Rennen, SpeerWerfen und andere eingeborenen sportliche. Uebungen wurden vorgeführt. Furcht vor Jrrsinn. S t. L o u i s, 10. Aug. Die Leiche des Journalisten S. A. Rigg aus Girard, Jllö., wurde heute im Lilly Lake des Lafayette ParkS gefunden. Aus einem Briefe an feine Frau geht hervor, daß er Selbstmord beging, aus Verzweiflung vor Irrsinn. Hebung des Fifch-Con-f u m s. Chicago, 10. Aug. Seitdem Beginn des Fleischstreiks ist der FischConsum stetig gestiegen, bis er jetzt die stärkste Höhe in der Geschichte der Stadt erreicht hat'. Alle 24 Stunden gehen 10 Wagen mit Fischen ein und nach den Großhändlern werden täglich 200,000 Pfund frischer und Seefische gebracht. Die Preise blieben trotzdem normal. Ruhe in Bogota. Washington,. Aug. Wie der Geschäftsträger Snyder in Bogota, Colombia, dem Staatsdepartement telegraphirt, entbehrt die Meldung über einen Angriff auf die amerikanische Gesandtschaft jeder Begründung. In Bogota herrscht vollkommen Ruhe und die Regierung des General ReyeS ist am Ruder. Senator Scott erkrankt. New York, 10. Aug. Bundessenator N. B. Scott von West Virginien erkrankte kieute . plötzlich im rzpublikanischen Hauptquartier. ES handelt sich um ein ernstes Magenleiden. Wichtiger Handfchriftcnfund. Der französische Schriftsteller Huaues le Roux hat in Abessynien, wo er sich auf einer wissenschaftlichen Forschungsreise befindet, einen Fund gemacht, der in orientalischen Kreisen viel von sich reden macht. Er hat die älteste Darstellung von der Geschichte Salomons und der Königin von Saba, die in Abessynien sich bis heute in mündlicher , Ueberlieferung erhalten hat, in einer uralten Handschrist aufgefunden, von der man annimmt, daß sie die ursprüngliche Form dieser Geschichte wiedergibt. Ter Negus hat. sehr erfreut über den Fund, le Nour ersucht, gemeinschaftlich mit einem in der Ghesesprache bewanderten Gelehrten' die Uebersetzung der Handschrist zu bearbeiten. Menelik hat ferner den Franzosen beauftragt, die Inseln des Zanniasees zu erforschen, wo zu? Zeit des mohammedanischen Eroberungszuges gegen Abessynien die religiösen Alterthümer des Landes verborgen worden sein sollen. Man, hofft, dort noch weitere Handschriftliche Funde zu machen. Das besondere Interesse Meneliks erklärt sich dadurch, daß die abessynische Sage die Abstammung der Konige von Aethiopien auf Manihelek, den Sohn Salomons, und der Königin von Saba, zu-rückführt.
