Indiana Tribüne, Volume 27, Number 300, Indianapolis, Marion County, 10 August 1904 — Page 6

Jndiana Tribüne, 10 Tlugust 1904

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Europäische Nachrichten. Frovin Hannover. Hannover. Im Jahre 1879 wurde Pastor Gerbers als Geistlicher in der Gartenkirche eingeführt, nachdem er bis dahin ständiger Kolaborator in der seiner Zeit zu der Gartengemeinde gehörenden, neu erbauten Kapelle in Kleefeld gewesen war. Mit Genugthuung kann der Jubilar auf die 25jährige Thätigkeit an ein und derselben Pfarre zurückblicken. Das 25jährige Jubiläum als Kirchenvorsteher der Dreifaltigkeitsgemeinde beging Kunst- und Handelsgärtner Aug. Wagener. Dem Jubilar, ber durch seine mannigfache Thätigkeit im Dienste der Allgemeinheit sich viele Freund, erworben hat, fehlte es an seinem Ehrentage nicht an Glückwünschen. Aligse. Ein schrecklicher Vorgang spielte sich auf der Fahrstraße hiesigen Ortes ab. Eine größere Anzahl Kinder hatten mehrere kleinere Spielgefährten in zwei blaue Handwagen gesetzt und diese dann hintereinander gebunden. Nun vergnügten sie sich damit, mit den Wagen die Straße auf und ab zu laufen. An einer Wegbiegung löste sich plötzlich der hintere Wagen los, ein kleines, etwa 2 Jahre altes Mädchen stürzte heraus und fiel mitten auf die Fahrstraße unter ein Fuhrwerk. Es würd: von dem Huf eines Pferdes derartig heftig an den Kopf getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die kleine Verunglückte ist eine Tochter des Eisenbahnbeamten Oppermann hierselbst. E i n b e ck. Von einem bedauerlichen Unglücksfall wurde die. Ehefrau des Webers Diemmann hier dadurch betroffen, daß sie sich mit einer Sichel so unglücklich in's Auge stieß, daß dasselbe total vernichtet wurde und

die Ueberfuhrung m die Gottmger Augenklinik nothwendig machte. G l e i d i n g e n. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich hier. Die 10 Jahre alte Schülerin Westfal bediente sich beim Feueranlegen des Petroleums. Die Kleider fingen Feuer. Das Kind wurde entsetzlich verbrannt und gab schon nach kurzer Zeit auf dem Transpo. nach dem Krankenhause zu Hildesheim seinen Geist auf. . Salzgitrer. Ein Unglücksfall ereignete sich im benachbarten Gitter. Der Knecht Hermann Gehrke war mit Steinefahren beschäftigt; an einer abschüssigen Wegestelle wollte er die Wagenbremse anziehen, wobei er das Gleichgewicht verlor und so unglücklich fiel, daß ihm der schwer beladene LLagen über die Brust gmg. Gehrke war sofort todt. Provinz Westlaren. Münster. Auf traurige Meise kam in der. Bauerschaft Mehlenbcck der Bahnwärter Eßmann um's Leben. Er fuhr mit seinem von zwei Ochsen gezogenen Ackerwagen die Weseler Landstraße herauf, als in der Nähe der Appels'schen Wirthschaft ein Automobil vorübersauste. Das Ungethüm machte die Ochsen total rasend der Lenker fiel zu Boden und gerieth unter sein eigenes Fuhrwerk. Altena. Ein großes Fabrikfest hatte hier die Firma Basse & Selve veranstaltet zu Ehren derjenigen Arbeiter, welche ununterbrochen 25 Jahre lang bei der Firma in Arbeit stehen. Es waren dies im Ganzen 24 Arbeiter, welche auf eine so lange Thätigkeit zurückblicken konnten. Als Anerkennung für ihre langjährigen Dienste wurde vom Inhaber der Firma, GeHeimen KommerzienrathGustav Selve, einem jeden Jubilar ein Sparkassenbuch in Höhe von 500 Mark und eine goldene Uhr überreicht. Bochum. Ein schreckliches Grubenunglück durchStickgase ereignete sich zuf Zeche Konstantin, Schacht 6. Den Erstickungstod haben erlitten: derAufscher Winkelmann zu Grumme und der Gesteinshauer Westerwik jun. von Hamme. Schwerverletzt sind bei den Nettungsarbeiten der Bergmann Bomm, .Steiger Vogelsang sowie der noch mit knapper Noth gerettete Westerwik sen. E s p e l n bei Delbrück. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten der Oekonom Heinrich Rodehuth und Frau. 'Rheinprovtnz. Köln. In Sittard wurde der hiesige Kaufmann Lothar Lehr wegen Betrügereien auf telegraphisches Erjuchen seines Bruders festgenommen. Lehr wurde außerdem von der Kriminalpolizei hier steckbrieflich verfolgt. In einem Hause un der Rolandstraße fand man den 25 Jahre alten Handlungsgehilfen Willi Werner aus Opladen todt vor. Der Unglückliche hatte sich in seiner Wohnung vergiftet. Die Beweggründe sind unbekannt. Ahrweiler. Die" 20jährigc Leontine Düstenvald aus Bremen, die seit einiger Zeit sich hier in Pension befand, hat kürzlich einen Spaziergang in den Wald nach dem Steinthalskopf gemacht und ist seitdem verschwunden. Die von der Freiwilligen Feuerwehr im Walde veranstaltetenNachforschungen blieben erfolglos. B o r b e ck. Die Arbeiten bei der hiesigen Credit- und Spargesellschaft sind nunmehr sv weit gediehen, daß die Unterschlagungen der Direktoren Hdllmann übersehen werden können. 903,000 Mk. sind veruntreut worden. Das Aktienkapital beträgt nur 600.-

000 Mark, die Reserven etwas über 90,000 Mark. Essen. Im benachbarten ErleMiddelich hantirte der Bergmann Friedrich Bardzinski mit einem geladenen Revolver. Die mahnenden Zu-

rufe vorbeigehender Freunde beachtete er nicht. Plötzlich krachte em. Schuß, und Bardzinski stürzte, von der Kugel mitten ins Herz getroffen, todt zu Boden. Er war verheiratet und Va ter mehrerer kleiner Kinder. Elberfeld. Ein tödtlicher Unglücksfall ereignete sich im Island. Beim Abbruch des Hauses Kölnerstraße 114 stürzte plötzlich eine Wand ein. Der 28jährige verheirathete Arbeiter Friedrich Föller gerieth dabei unter die Trümmer der eingestürzten Wand und zog sich derart schwere Verletzungen zu,' daß er kurz nach der Aufnahme im städtischen Krankenhaus seinen Geist aufgab. Klausen. Der älteste Priester der Diözese Trier, Herr Franz Josef Castor, feierte hier sein diamantenes Priesterjubiläum in aller Stille. Zahlreicue Gluckwunsche liefen bei dem Jubilare ein. M et t mann. In der Kötting'schen Fabrik war der Lehrling WilHelm Hein damit beschäftigt, den Transmissionsriemen aufzulegen, derfuhr hierbei jedoch vorschriftswidrig, wurde vom Riemen erfaßt und gegen die Decke geschleudert; dem Beklagenswerthen wurde der Schädel eingedrückt. Auch wurden ihm ein Arm und ein Bein abgerissen. Er war sofort eine Leiche. Rottenhausen. Beim Hantiren mit einem Revolver erschoß Bergmann Hölter seine eigene Frau. Trier. .Bei Ruwer überfuhr ein von Hermeskeil kommender Personenzua einen den Schienenstrang kreuzenden Bäckerwagen, wobei dessen zwei Pferde getödtet. Backer Hohmann und sein Kind tödtlich verletzt wurden. Zfrovinz beflei'glcillciu. Kassel. Eine schwere Blutthat hat sicb hier zugetragen. Im Hause Ziegengasse No. 26 wohnte seit langem der Händler Nikolaus Beisheim, nn Mann von einigen fünfzig Jahren, fahren wurde in der Wolfsangerstraße vor dem Hause No. 5 das etwa vierjährige Söhnchen des Fahrburschen Heinrich Steinacker, wohnhaft Wolfsangerstraße 2. - Allen bor f. Arbeiter Johannes Sippe! wurde hier in seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Der Unglückliche. in Mann in vorgerücktem Lebensalter, Ntt schon längere Zeit an Verfolgungswahn; auch hatte derselbe schon mehrmals den Tod in der Werra gesucht, war aber immer noch rechtzeitig gerettet worden. Bächen berg (Fulda). Küster Joseph Kreß, welcher mit dem Aufladen von Astreis beschäftigt war, fiel so unglücklich vom Wagen, daß er bewußtlos nach Hause getragen werden mußte. Bald darauf erlag er seinen schweren inneren Verletzungen. Frankfurt a. M. Intendant Emil Claar vom hiesigen Stadttheater feierte das 25jährige Jubiläum seiner Thätigkeit an demselben. Es wurden ihm Glückwünsche von nah und fern dargebracht. Im Alter von 70 Jahren verschied hier die verwittwete Frau Marie v. Mumm. Eine Tochter des Arztes Dr. Gustav Spieß und Schwester des kürzlich verstorbenen Stadtarztes, hat sie sich auf dem Gebiete der Krankenpflege verdient gemacht. Die hiesige Bürgerschaft und Aerzte haben einen schweren Verlust erlitten: Dr. Victor Cnyrim,Chefdessen Frau vor einem Jahre geistesgestört wurde und in die Landesirrenanstatt gebracht werden mußte, weil ihr Zustand sich als unheilbar erwies. Ueber diese Affaire sowohl als auch über den beabsichtigten Verkauf des Hauses gerieth Beisheim nun mit seinem Schwager, dem Arbeiter Heinrich Geßner (Bruder seiner Frau) wiederholt in Differenzen. Bei einem solchen. Streit versetzte Geßner dem Schwager mittelst eines eisernenOfenHakens mehrere wuchtige Schläge über des Kopf, so daß der Schädel gespalten wurde und, nachdem der Arzt einen Nothverband angelegt und die Ueberführung in das Krankenhaus erfolgt war, der ' Tod eintrat. Der Thäter wurde verhaftet und in Untersuchungshaft abgeführt. Todtgearzt des Heiliggeist - Hospnais, in im Alter von 73 Jahren nach längerer Krankheit entschlafen., Homburg. Telegraphenarbeiter Nickel aus Grävenwiesbach, der zwei Tage nach dem Gordon-Bennett-Rennen von einem der belgischen Pipe"-Wagen überfahren und schwer verletzt worden war, ist gestorben. Mttecdeutsctze Staaten. A l t e n b u r g. Das 50jährige Stiftungsfest -der hiesigen Feuerwehr, verbunden mit dem 21. Verbandstag der Landesfeuerwehren, nahm seinen programmgemäßen Verlauf. Herzog Ernst erfreute die Feuerwehr anläßlich des 50jährigen Bestehens mit einem Handschreiben. B r a u n's ch w e i g. Chemiker Professor Ludwig Friedrich Knapp ist im Alter von 90 Jahren hier gestorben. Malermeister August Seeger - wollte auf der Cellerstraße auf die hintere Platförm eines in voller Fahrt befindlichen Motorwagens springen, fiel dabei, wurde vom Anhängewagen erfaßt und über die Brust gefahren. Der Tod trat fast unmittelbar ein.

Hofnarren. vrosesflonelle Possenreißer vom Alterty bis zu der öieuzett. Der Ernst und die Mühseligkeit des Lebens haben es dem Menschen zu allen Zeiten zum Bedürfniß gemacht, auch feine Freuden und heiteren Seiten weNigstens zeitweise gründlich auszukosten. Staat und Kirche haben dieses Bedürfniß erkannt und gewissermaßen anerkannt und Gewohnheiten sanktionirt, um Ausartungen hintanzuhalten. Saturnalien und Fasching sind uralt und werden in der einen oder andern Form weiter bestehen; und ebenso alt sind die offiziellen Spaßmacher, die Narren und Witzmacher, für die erst dic modernste Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens keinen Platz mehr hat. Professionelle Possenreißer waren schon in der späteren griechischen und in der römischen Zeit in den Personen der Parasiten (kleine, schlecht bezahlte Hilfsbeamte) bekannt, welche die Gaste der Reichen und Fürsten mit ihren Späßen unterhalten mußten. Die mittelalterliche Gesellschaft war. für die Entwicklung des Narrenwesens besonders günstig. An allen, auch den kleinften Höfen hielt man sich Narren und Zwerge, und für die Unterhaltung des Volkes sorgten Volksnarren aller Art. Die Zeit- der Renaissance förderte die Freude an den Schalksnarren, an Zwergen und Mißgestalteten aller Art in fast allen Ländern Europas bis in's Ungebührliche. An den Fürstenhöfen, namentlichen Frankreich,. gehörten sie mit zur Hofhaltung, erhielten Jahresgehalt und hatten ihre eigene Tracht. Daneben hielten sich auch hohe Geistliche, vornehme und reiche Herren, namentlich in Italien, ihre eigenen Rarren und Zwerge. Am päpstlichen Hof wimmelte es von solchen; vor allem die großen Mediceerpäpste hatten, wie die Familie der Medici überhaupt, besondere Freude 'an ihnen. Man glaubte sie in der Gesellschaft nicht entbehren zu können, holte sie sich zur Aufheiterung in trüben Stunden und hatte sie als Genossen der Tafel bei allen Festen; man lachte über ihre Witze und übte den eigenen Witz an ihnen. Aber so weit die Narrenfreiheit ging, so viel sich die Herren von ihren Narren bei guter Laune gefallen ließen, so viel sie auf sie hielten, so rücksichtslos behandelte man 'sie- gelegentlich bei schlechter Laune; dann wurden sie den Hunden und wilden Thieren gleich gestellt, deren Pflege ihnen häufig übertragen war. Zur Zeit des Papstes Leo X. (1513 bis 1521) war Rom so voll von Lffentlichen Possenreißern, wie nie zuvor. Leo selbst ging allen seinen Kardinälen und den Großen der Stadt in der Heranziehung von Spaßmachern voran; verlieh er doch dem Fra Mariano, dem Barbier des Lorenzo Mag nifico, das einträgliche Amt des Sie gelöewahrers, das später der berühmte Maler Scbastiano del Piombo innehatte. Im 18. Jahrhundert verschwinden die professionellen Spaßmacher und Zwerge mehr und mehr. Gundlach, an dessen Späßen sich Friedrich Wilhelm I. von Preußen von seinen ernsten Staatsgeschäften erholte, war schon ein fleißiger Beamter; und gar ein Friedrich der Große gestattete nur seinem französischen Hofphilosophen gelegen!lich eine gewisse Narrenfreiheit. In der schrankenlosen Palastwirthschaft Augusts des Starken von Sachsen durften dagegen die Narren noch nicht fehlen. Die französische Revolution machte diesem Auswuchs der alten GeZellschaft, aber damit auch einem guten Theil des alten derben Humors ein Ende, der jetzt in den Clowns der Reiterbuden, in den rninstrel-neprroes ter Straßen englischer und amerikanische Großstädte und in ähnlichem Volk ein trauriges Nachleben führt. Das Vicrgrofchcnschloß. In der Nähe von Cork befindet sich das Schloß Monkstown. das im Jahr? 1636 mit einem Kostenaufwand vor ganzen vier Groschen gebaut wurde, wenigstens, behauptet es die lokale Ueberlieferung. Die Sache soll sich st verhalten haben. John Archdeken. ein vornehmer Bürger von Cork, stand inHeere Philipps IV. von Spanien ur.d folgte ihm von Schlacht zu Schlacht, von Belagerung zu Belagerung, vor Niederlage zu Niederlage. Seine Frau kam inzwischen auf den lobenswertheGedan!?n, ihm zum Beweise ihres klu gen, spa:samen Wirthfchaftens einen vornehmen Herrensitz bauen zu lassen, mit dem sie ihn bei seiner Heimle' überraschen wollte. Die Ausführura des Planes gelang auch vollkommen nach Wunich, und als sie nach Fertig siellung deö Bauwerkes die Kosten überechnete, ergab sich das überraschende Resultat, daß sie nicht mehr und nich' weniger als vier . Groschen Baukoste:' anzuschreiben hatte. Sie hatte die Thatsache dem schlaucn Einfall zu verdanken, daß sie der sämmtlichen beim Bau beschäftigten Arbeitern die Bedingung stellte, sie müßten alles, was sie während der Arbeitszeit verzehrten oder. sonst brauchten, aus einem von ihr für diesen Zwea unterhaltenen Laden beziehen. (5: nahm darin den Leuten nur die landläufigen Preise ab, hatte aber selber alles vortheilhaft im Großen - eingekauft.' .Die ganze Umgegend kam schließlich zu ihr, um ihren B:da?f zr decken. " Das Geschäft rentirte sich fc ausgezeichnet, .daß die gesammten Baukosten herausgeschlagen wurden bis auf einen Rest von vier Groschen.

Die TaglioniS. Es ist Heuer ein Jahrhundert vergangen, seit Marie Taglioni, eine der berühmtesten Tänzerinnen aller Zeiten, das Licht der Welt erblickt hat. Sie gehörte zu jener weltbekannten Tänzerfamilie, von welcher mehrere Mitglieder am Berliner Opernhause viele Jahre als Sterne ersten Ranges glänzten. Die große Ballettkünstlerin durfte sich rühmen, die größten wie die kleinsten Geister ihrer Zeit bis zum Taumel für sich begeistert zu haben. Sie war noch berühmter als ihre berühmte Nichte gleichen Namens, die den Berlinern die Köpfe verdreht hat. Der Schauplatz ihrer Triumphe war insbesondere Paris, wo sie nicht nur Dichter und Literaten, sondern auch gewichtig ernste Staatsmänner und Gelehrte zu kaum glaublichen Huldigungen reizte. Ebenso ging x es ihr in Wien, wo eines Abends mehrere Enthusiasten sich selbst vor ihren Wagen spannten. Als nun die Künstlerin, mit Blumen beladen, die duftigen Spenden auf ihr zweibeiniges Gespann warf, rief ihr ein Straßenjunge zu: Werfen S' doch lieber Heu herunter für d' Ochsen!" Darauf wurden wieder die Pferde vor den Wagen gespannt. Auf der Höhe ihres Ruhmes angelangt, vermählte sie sich mit dem Grafen Gilbert de Voisins, ließ sich aber, da ihr Gatte ein unverbesserlicher Spieler und Schuldenmacher war, scheiden, tanzte dann noch bis 1844, wo sie sich zurückzog und in Marseille an ihrem Geburtstage, 23. April 1884, starb. Ihr gleichfalls . berühmter Bruder Paul Taglioni wirkte jährzehntelang an der Berliner Oper und brachte dort die Tanzkunst auf eine bisher noch immer nicht übertroffene Höhe. Merkwürdig ist, daß er als Sprößling einer Tänzerfamilie ursprünglich für den Gelehrtenberuf bestimmt war und erst im 15. Lebensjähr, also für einen Kunsttänzer sehr spät, durch seinen Vater in die auch von diesem gepflegte Tanzkunst eingeführt wurde. Im Jahre 1829 wurde er, als für die Vermählung des damaligen Prinzen Wilhelm, des späteren Kaisers Wilhelm I., mit der Prinzessin Augusta von Sachsen -Weimar glanzende Festlichkeiten ' vorbereitet wurden, vom Generalintendanten Grasen Redern nach Berlin berufen, wo er bei Hofe so gefiel, daß er sofort für das Opernhaus engagirt wurde. Die besondere Gunst Friedrich WilHelms III. machte es ihm aber möglich, auf das Auftreten als Tänzer verzichten zu können, da er als Choreograph und Ballettmeister an die Spitze des Königlichen Balletts gestellt wurde. Dieses Institut, zu.dessen europäischer Berühmtheit er den Grund legte, hat ihm eine große Reihe von Tanzgedichten zu verdanken, von denen einzelne die Runde über alle größeren Bühnen der , Welt machten. Als sein erstes Werk von bleibendem Erfolg ist das Ballett Die Seeräuber" anzusehen, das allein in Berlin bis zu seinem Tode 125 Mal gegeben wurde; seine beliebtesten und am häufigsten aufgeführten Ballette aber sind Satanella", Ellinor", Fantasca" und vor allem Flick und Flock", das sich bis heute als lebensfähig erwiesen hat. Taglioni's Verdienst als Choreo-graph-besteht insbesondere darin, daß er den Schwerpunkt des Balletts in den Ensembletanz verlegte, und das Uebermaß von Künsteleien beim Solotanz einschränkte. Im Jahre 1883 trat er in den Ruhestand und starb zu Berlin am' 6. Januar 1884. Aus seiner Ehe mit der gleichfalls gefeierten Tänzerin Amalie Galster, die aleich ihm am Berliner Operntheater wirkte, gingen mehrere Söhne und Töchter hervor, die sich ebenfalls auf dem Gebiete der Tanzkunst einen berühmten Namen gemacht haben. Unter ihnen war die älteste, Aarie Taglioni, am berühmtesten. Sie wurde am 27. Oktober 1831 in Berlin geboren, trat aber zuerst in London im Jahre 1849 auf. Ihre Hauptthätigkeit entwickelte sie jedoch an der Berliner Hofbühne, wo sie von 1853 an bis zu ihrem Rücktritt von der Bühne engagirt war. Wenn auch nicht gar so überschwenglich gefeiert, wie ihre gleichnamige Tante, so hat sie doch die Berliner stets zu so großen Huldigungen hingerissen, wie es seitdem keine Tänzerin in Deutschland erlebt hat. Es ist daher begreiflich, daß sie von den vornehmsten Cavalieren umschwärmt war. Einer ihrer eifrigsten Verehrer war schon seit den fünfziger Jahren der Bruder des damaligen Großherzogs von Mecklenbürg - Schwerin, der sich unablässig um ihre' Hand bewarb. Als der verliebte Herzog das Ziel seiner Wünsche beinahe erreicht hatte, wurde die beabsichtigte Verbindung noch in letzter Stunde verhindert. Marie Taglioni ianzte dann noch jahrelang auf der Bühne und trat erst am 14. April 1866 von der Bühne zurück, aber nur, um ihre Hand dem Fürsien Josef zu Windisch -Graetz zum Ehebunde zu reichen. Sie starb als Wittwe am 27. August 1891 auf ihrem Landgut Aigen bei Tulln in Nieder - Oesterreich. HöhereCharge. Leutnant: Was ist mehr als ein bayerischer Oberleutnant? Soldat: Ein oberbayerischer Oberleutnant! P r e ß k u ch e Herr: Warum weinst Du, denn, mein kleiner Mann? Kleiner Junge: Weil Sie auf meiner Creme - Torte siken!

Das.Geburtshaus Mar a t's, des blutigen Helden der ersten französischen Revolution, soll nach Meldungen französischer Zeitungen demnächst dem Erdboden gleich gemacht werden. Das Häuschen in Boudry, einem kleinen Dorfe in der Nähe von Neuchatel, wo der Freund des Volkes" das Licht der Welt erblickte, besteht nur aus Souterain und eurer Etage. Augenblicklich ist in dem Geburtshause Marat's ein Hotel untergebracht. Aus dem Geburtszim,mer des Revolutionärs, einem niedrigen Raum mit altersschwacher, rauchgeschwärzter Decke in der ersten Etage, ist heute ein Billardsaalgeschaffen worden. An der Wand, mit Nägeln befestigt, hängen zwei grobe Stiche ohne Rahmen. Das eine stellt Marat, das andere Charlotte Corday dar. Das einzige Andenken an Marat befindet sich in der städtischen Bibliothek von Neuchatel. Es besteht aus einem lateinisch - französischen Wörterbuch, das einst Eigenthum des Knaben Marat war. Auf seinen Blättern befinden sich Bemerkungen mit Tinte von der Hand des Schülers. Das Titelblatt trägt die Aufschrift Jean Paul Mara. Merkwürdigerweise ist hier der Name ohne t geschrieben. Eine That von unglaublicher. Roheit ist in Lunau bei Dirschau in Westpreußen begangen worden. Im dortigen Gasthause standen im Gespräch mehrere Personen, darunter auch deswegen Körperverletzung mit längeren Gefängnißstrafen bereits mehrfach vorbestrafte Arbeiter Franz Rutz aus Lunau. Ohne irgend welche äußere Veranlassung es hatte weder Streit geherrscht, noch war sonst Ursache zu Groll vorhanden versetzte plötzlich Rutz mit einem im Aermel versteckten langen scharfen Schlachtmesser dem Arbeiter Noch aus Rokittken mehrere mit großer Kraft geführte Stiche in den Unterleib. Der zu Tod getroffene Noch taumelte zu Boden und verstarb schon in wenigen Minuten. Jetzt eilte der Wütherich auf die Dorfstraße und bedrohte die Passanten mit seinem Messer. Während die geängstigten Leute in die Wohnungen slohen,'siel der Arbeiter Mehcr aus Lunau noch dem Rasenden zum Opfer. Auch er erhielt mehrere Messerstiche. Inzwischen hatte man einen Eilboten nach Dirschau geschickt, um den Fußgendarmen Feyerabend herbeizuholen. Dieser traf .den Verbrecher bei seiner Schwester und verhaftete ihn, ohne auf Widerstand zu stoßen. In England pflegen sich Studenten über ihre Ferienzeit als Feldarbeiter zu verdingen. Diese Methode, sich einen ebenso nützlichen wie billigen Landaufenthalt zu verschaffen, ist in England weit verbreitet, und auch Hunderte von Londoner Kommis waren heuer bereit, ihre Ferien damit zu verbringen, daß sie den Landwirthen bei der Heuernte helfen. Sie verlangen dafür nichts weiter, als daß ihnen die Landwirthe, während sie als Heumacher bei ihnen thätig find, freie Wohnung und Verpflegung geben. Die englischen Landwirthe, die sehr darüber klagen, daß es ihnen an Arbeitern fehlt, nehmen natürlich dieses Anerbieten der jungen Leute mit Freuden an. In London selbst sind übrigens nach den Mittheilungen der Vorsteher von Arbeitsbureaus unzählige Arbeitslose sofort bereit, als Landarbeiter thätig zu sein, wenn ihnen freie Reise und geringe Vergütung gewährt wird. Die Klage der englischen Landwirthschaft über Mangel an Arbeitskräften wird daher durch das Bekanntwerden dieser Thatsachen von den Londoner Zeitungen als gänzlich unberechtigt hingestellt. I n den letzten Jahren sind in den Kriegshäfen Kiel, Wilhelmshaven und Tsingtau von der Gesellschaft Seemannshaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine" unter dem Protektorat des Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen Häuser errichtet worden, die den Angehörigen der deutschen Marine an Land einen angenehmen und billigen Aufenthalt gewährleisten.' Die Gesellschaft, die sich der Mitwirkung des Deutschen Flottenvereins erfreut und deren Vorsitzender Admiral von Köster ist, hat jetzt den Bericht über ihr letztes Rechnungsjahr veröffentlicht. In dieses fällt die Einweihung des jüngsten ihrer Heime, des Seemannshauses in Wilhelmshaven, das im vorigen Jahr durch den Prinzen Heinrich seiner Bestimmung übergeben wurde. Der Kaiser hat dem Hause eine reichhaltige Bibliothek überwiesen. Das Gebäude in Wilhelmshaven, das in altsriesischer Bauart aufgeführt ist, bietet wie die beiden Heime in Kiel und Tsingtau den Mannschaften, die sie aufsuchen, zu billigen Preisen alle Bequemlichkeiten. Außerdem bemüht sich die Gesellschaft, den zur Entlassung gelangenden Angehörigen der Marine Stellungen zu vermitteln. So hat sie in der letzten Zeit eine ganze Reihe von Maschinisten als Chaufeure un-

. Unerwarteter Einwand. Schwiegermutter (aus der Provinz auf Besuch): Ich gewinne immer mehr den Eindruck, daß Sie meine Tochter nur wie ' besseres Dienstmädchen -behandeln" Schwieger söhn: O, die werden bei uns in der Rroßstadt sebr aut behandelt!" '

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