Indiana Tribüne, Volume 27, Number 297, Indianapolis, Marion County, 6 August 1904 — Page 4
Jttdktma Tribüne, . August 1901
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Zndiana Tribüne. HeranZzeAebkn von der Sutbg G. Indianapolis, Ind.
Sarry O. Thudium Präsident. GeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. Telephone 26ih Er.tered at the Post Office of IndUnapoIi 8 sccosd dass matter. Das Trinkwaffer. Die Beschaffenheit unseres Trink wasserZ aus den städtischen Leitungen hat eine recht erbitterte Controverse herbeigeführt. Wir konnten uns damit begnügen, darauf hinzuweisen, daß der allgemeine Gesundheitszustand in unserer Stadt zur Zeit ein vorzüglicher ist. ferner, daß, als vor Monaten das Nervensieber graffirte, der Nachweis durchaus nicht erbracht wurde, ob der Genuß des LeitungswasserS dasür verantwortlich zu halten sei und zu guter Letzt konnte eS wichtig erscheinen, daß gerade an den Stadtgrenzen, wo Familien Cisternen und Brunnenwasser ausschließlich gebrauchten, eine große Anzahl der Er krankungen vorkamen. ES steht außer Frage, daß der Colon BacilluS wirklich von den daS LeitungS wasser analysirenden Fachmännern gefunden wurde. Aber eS muß hervorgehoben werden, daß dieser gefürchtete Krankheitserreger auch unter ganz be stimmten Umständen die Gesundheit gefährdet und ferner, daß nach den Forschungen berühmter Wissenschaftler oer Genuß chemisch ganz reinen Was. serS der Gesundheit des Menschen ver verblich ist. In Deutschland ist man schon längst von der abgekochten Wasser ,und Milch'Theorie abgekommen. Namentlich in Bezug auf letztere hat man die Erfahrung gesammelt, daß Säug. linge, welche man aus Furcht vor der Tuberkulose mit gründlich abgekochter Milch (um die Krankheitskeime zu der Nichten) ernährt hatte, an Knochener weichungen, Scorbat und Blutungen erkrankten. Nachdem man diese Säug linge wieder mit unabgekochter Milch ernährte, verschwanden diese Krank heitZerscheinungen so schnell, wie ste ge kommen waren. Ein Fachmann von bedeutendem Rufe erklärte kürzlich gesprächsweise, daß die übertriebene Fürsorge in hy gienischer Beziehung ebensoviel Unheil hervorgerufen habe, wie Nachlässigkeit in dieser Richtung. Ebenso wie Brunnen und Cister nenwasser durch Durchstckerung vonAl kalien verunreinigt wird, kann selbst, verständlich auch das Flußwasser durch Zuleitung von gesundheitsschädlichen Substanzen verdorben werden, aber bei fließendem Wasser ist diese Gefahr niemals eine so große, wie bei den Ci sternen und Brunnen. Allmutter Natur hat dafür gesorgt, daß die fließen den Gewässer sich selber besser reinigen, wie ein von Menschenhand erfundener Filtrirapparat dies kann. Die große Ueberzahl der Spaltpilze die im Fluß, wasser vorkommen, sind nicht nur ge. sundheitszuträgllch, sondern auch direkte Feinde des Colon BacilluS und anderer Krankheitserreger. Wir werden, wenn Bier nicht langt, fortfahren unseren Durst mit dem trefflichen klaren Wasser, um welches uns die Mehrzahl anderer Städte mit Necbt beneiden, löschen und ohne uns an die übertriebenen Warnungen der Analytiker zu kehren, ein paar Mil lionen Bacillchen mit hinunterschlucken. Im zweiten"Bande seines Werkes Die Amerikaner" bespricht Hugo Mün. sterberg das geistige und soziale Leben in den Vereinigten Staaten. Der Professor an der Harvard-Universität schließt mit den Sätzen? Noch dewer. thet der Amerikaner mehr das Persönliche, der Deutsche mehr daS Ueberpersönliche; noch glaubt der Amerikaner mehr an den .Selbstwerth des Schaffenden, der Deutsche mehr an denjenigen des Geschaffenen. Aber jeder Tag gleicht die Einseitigkeit voller aus und führt Beide näher zu verwandter Seelenlage; vor Allem beide Grundtendenzen sind gleichermaßen idealistisch. So sind die beiden Nationen berufen, einander zu verstehen und zu würdigen, einander die Freundschaft zu ( wahren, von einander zu lernen, mit einander dahin zu wirken, daß in dem wirren Spiele der geschichtlichen Kräfte das schlechthin Werthvolle über das Ver gängliche siegt, daS Ideale über das Zufällige denn beide fühlen gemein fam im tiefsten Grund ihres WollenS,
daß der Sinn des Daseins im Glauben
an zeitlose Werthe ruht." Wesentlich anders lautet das Urtheil des Geheimraths Hugo v. KnebelDöberitz, wenn er die Frage beantwortet, ob für Deutschland eine amerikaNische Gefahr bestehe. Allerdings betont auch er, daß die Deutschen von den Amerikanern lernen und sich das Gelernte in entsprechender Weise zu Nutze machen müssen; aber für ihn bil. den die Ber. Staaten mit ihrer günstigen Lage zwischen zwei Weltmeeren, mit ihren durchweg guten klimatischen Verhältnissen, ihrem Bodenreichthum, mit dem Uniernehmungsgeiste ihrer intelligenten Bevölkerung eine ernste Gefahr für daö deutsche Wirthschaft, und Handelsleben.' Dieser Gefahr, so meint er, müsse man begegnen durch geeigneten Zollschutz, der Landwirthschaft und Industrie vor Ueberfluthung durch ausländische Produkte bewahrt, sowie durch Verbilligung der Produktion mittelst Herabsetzung der TranSportkosten, durch Ermäßigung des Eisenbahngütertarifs, Vervollkommnung der Binnenschiffahrt, Verbesserung der natürlichen Wasserstraßen, Verdichtung deS CanalnetzeS etc. Europa jedoch und besonders Deutschland, so heißt eS weiter, werde sich nicht so leicht unter daS amerikanische Joch beugen, denn die kulturelle Entwickung Amerika'S zeige auch schwere Schäden, wie Corruption, Fehlen eines guten Beamtenstandes, Abnahme der Geburten, schlechteS EinwanderungS-Material. : Dort Kathederweisheit und wohl meinendes Bestreben zur Anbahnung besserer Beziehungen zwischen zwei Weltmächten; hier Absperrungspolitik und Repressalien im Sinne des ZukunftSstaateS der Junker. Und der Michel und der Onkel Sam schreiten einstweilen im alten Geleise weiter. (Morgen-Journal). Bekannter Erfinder gestorben. Gestern früh starb in seiner Wohnung. 835 College Ave., Wilbur F. Cornelius, ein. alter Einwohner, wohlbekannt im ganzen Staate als Fabri kant der ersten Bicycle im Staate, ininfolge eines Schlaganfalles. Cornelius wurde am 15. April 1841 in Covington, Ky , - geboren und ver heirathete sich 1860 mit Margarete Couch von Cincinnati, O. 1864 zog er nach Indianapolis, 1873 nach Muncie und kehrte 1883 nach Jndia napolis zurück, wo er bis zu seinem jetzt erfolgten Tode verblieb. Cor nelius erfand in Muncie die Rollschuhe I und legte damit den Grund zu der g?o ßen Verbreitung des Rollschuhs u fens. In Indianapolis trat er bei den Stahlrollenwerken in Stellung und er fand das Eclipfe-Bicycle, welches den Werken S27,000 per Jahr einbrachte. Darauf associirte er sich mit Henry SmitherS und Abe Peeter an der alten Virginia Ave., verlor aber fein ganzes Hab und Gut durch einen Fabrikbrand. Die Feuerversicherung war gerade einen Tag abgelaufen und nicht erneuert worden. Finanziell ruinirt trat er in Verbindung mit der Allen Bicycle Com pany und später mit der Jndiana Bicycle Company für den Bau von Automobilen. Er arbeitete fortwährend an neuen Erfindungen und hatte jetzt ein feuer sicheres Rettungstuch nahezu vollendet. Die Leichenfeierlichkeiten werden hier abgehalten, während daS Regräbniß in Muncie stattfindet, wo er zwei Neffen und noch andere Verwandte hat. Behörde für öss. Werke. Protest gegen die Verbesserung der North Western Avenue. Vor der Behörde für öffentliche Werke erschien gestern W.L.Taylor und reichte im Namen einer Anzahl Grundeigenthümer einen energischen Protest gegen Vergebung des ContractS betreffend die Verbesserung der Northwestern Ave. von einem Punkte 1216 Fuß nördlich von der 21. Str. bis 32. Str., mit Creosot getränkten HolzBlöcken ein. Sie behaupten, daß die Kosten der Verbesserung etwa $48,. 369 sich auf achtzig Procente des Werthes des Eigenthums an der Straße belaufen würde. Die Protestier beHäupten ferner, daß auf die AsseßmentListe gewisses Grundeigenthum ungefetzlich gesetzt worden sei. Die Behörde überwies den . Protest an den Stadt-Anwalt.-Derselbe war unterzeichnet von Violet Langsoale, I. A. und G. J.Johnson, S. D.Pray und Rev. I. Ch. Carrico.
Sitzungen der Ev.-Lutherifchen Missouri-Shnode. - Nach Verlesung Md Annahme des Protokolls setzte man gestern Vormit tag die Besprechung der Thesen fort, die den Lehrverhandlungen zu Grunde lagen. Der Referent machte darauf aufmerke sam, daß die Sonntagsschule, sowie die SamstagSschule, durch die man die in den Staatsschulen fehlende religiöse Unterweisung der Jugend zu ersetzen sucht, nicht den genügenden christlichen Unterricht ertheilen kann. Die Zeit ist
zu kurz bemessen, die Lehrer haben nicht die erforderliche Vorbildung, sondern Uebelftände treten außerdem zu Tage. Die Gemeindeschule ist daher nöthig für die Heranbildung von Christen, die eine gute Erkenntniß haben sollen. Den Religionsunterricht kann und darf man nicht in den Staatsschulen einführen. ES bleibt für die Christen, welche ihre Kinder christlich erziehen lagen wollen und müssen, als bestes Mittel nur die Gemeindeschule übrig, eine Einrichtung, die von der Kirche in ihrer Freiheit gemacht worden ist. These I. I. Ist es zulässig, wegen Nichtbeachtung einer Kirchen - Ordnung zu bannen? 1. Die Gemeinde Gottes jedes OrtS und jeder Zeit hat Macht, Ordnungen, welche in Gottes Wort weder geboten noch verboten sind, anzunehmen, zu än dern und abzuschaffen, wie es ihr am nützlichsten und erbaulichsten sein mag. 2. WaS die Verbindlichkeit solcher Ordnungen anbetrifft, so hat die Ge meinde die Pflicht, einerseits eine aber gläudische und fanatischeUeberfchätzung, andererseits eine ungläubige und laxe Herabsetzung derselben abzuwehren. 3. Die Gemeinde kann durch die Umstände, unter welchen eine bestehende Ordnung angegriffen oder deren Be folgung verweigert . wird, veranlaßt werden, daS Kirchenzuchts Verfahren nach Matth. 13 zu ergreifen. Die Kirche hat die Pflicht, ihre Glie der über kirchliche Ordnungen zu be lehren. 2. Mof. 13. 5. MoseS 6. DaS sind göttliche Befehle an die Eltern und Lehrer, daß sie ihre Kinder über die Bedeutung der Kirchenordnungen unterrichten sollten. DäS galt zur Zeit des alten Testaments, das ist auch im neuen Testamente zu beachten. Son derlich ist solcher Unterricht vonnöthen in Amerika, dem Lande der Secten; vor allen Dingen, wenn Streit über eine Kirchenordnung entsteht. . , Zu warnen ist vor Ueberschätzung kirchlicher, menschlicher Ordnungen; sie dürfen nicht hingestellt werden als Einrichtungen, an die der Geist Gottes gebunden wäre; sie dürfen nicht den ausdrücklichen Geboten GotteS in der Schrift gleichgeachtet werden. Der Geist des Herrn wirkt wo und woran er will durch das Evangelium allein und nicht durch die von Menschen herrüh renden Ordnungen. Durch die Beobach tung kirchlicher. Regeln verdienen wir uns nichts bei Gott. Die Ueberschätzung kirchlicher Ordnungen läuft in Phari säiSmuö aus, und offenbart sich durch fanatische Strenge gegen solche, die diese menschlich-kirchliche Ordnung nich mitmachen wollen. Das bat der rück stchtSlose, Kirchenordnungen über GotteS Wort setzende, PuritaniSmuS zur Genüge gezeigt. Bekämpft wer den muß auch die Meinung, daß die Kirchenordnungen von sehr geringer Wichtigkeit seien, weil sie durch Men schen, durch die Kirche eingerichtet wor den sind. Viele Ordnungen dienen der Ausführung eines göttlichen Be suches und werden von leichtsinnigen Menschen verachtet, weil die letzteren dem Worte GotteS feind sind, und wei eS ihnen an der rechten Bruderliebe fehlt, und sie sich nicht in andere fügen und. schicken wollen. Die christliche Freiheit ist ein hoheS Gut, man darf sie jedoch nicht miß brauchen. Die brüderliche Liebe leg ihr Fesseln an, welche die Christen gerne tragen. Ordnungen, die ein Bekennt niß der Wahrheit in sich schließen, sind von höchster Wichtigkeit. DaS Be enntniß zur rechten christlichen Reli gion ist von Gott geboten; darum ürfen Ceremonien und kirchliche Ge ddräuche, die dem Bekenntniß dienen nicht gering geachtet werden. Neue Gemeinden aufgen o m m e Die Emmausgemeinde zu Jndiana poliS, die ZionSgemeinde zu Decatur, Jndiana und die Gemeinde zu Woodburn, Jndiana wurden aufgenommen.
Na ch m i t t a g S. Man setzte am Nachmittage die Be-
sprechung deS MissionSberichteS fort; derselbe wird morgen veröffentlicht werden. Die Gesammtbewilligungen beliefen sich auf mehr als $4000, die unter 21 MissionS-Stationen vertheilt werden. Günstig für die S a n i t a rium-Angelegenheit. In Sachen des SanitariumS zu Denver, Colorado, erklärte die Synode auf Empfehlung des hierzu ernannten Comites hin, daß Gaben, die dafür ein gesandt werden, wohl angewandt sind. daß sie aber dem Distriktskassierer über, geben werden sollten, bis die Beamten deS Districtö es für gut befinden, die Gelder an die zuständigen Personen auszuzahlen. Die Lehranstalt in For W a y n e. DaS Gymnasium zu Fort Wayne wurde noch einmal zur Sprache ge bracht. Man wies darauf hin, daß der Mangel an Pastoren sehr groß ist. daß daher recht viele Eltern ihre begabten, frommen Knaben hergeben möchten, damit sie zu Predigern heranbildet werden können. Die nöthige Vorerziehung für das theologische Studium wird ihnen in Fort Wayne dargeboten ; unsere dortige Anstalt sollte deswegen bis zum letzten. Platz gefüllt werden. Auch' betreffs des NeubauS wurde betont, daß eS nöthig fein wird, noch weitere Collekten für die Baukasse zu erheben. Der Bau ist in Angriff genommen wordm und wird bis etwa zum ersten September 1905 vollendet sein. Eine besondere Empfehlung wurde von der Aufsichtsbehörde gemacht. Sie empfähl der Synode, daß einzelne Ge meinden .für das Mobiliar im neuen Unterrichtsgebäude das nöthige Geld aufbringen möchten. ES wurde beschlössen, daß diese Behörde in einem Zirkulär den Gemeinden zu rechter Zeit mittheilen solle, wie viel Geld etwa nöthig sein wird, um daS Modiliar anzuschaffen. Gestern Nachmittag fand eine Leh-rer-Conferenz statt. I u b e l . G o t t e S b i e n st. Am Abend wurde in der DreieinigkeitS.Kirche ein Jubel-GotteSdienst abgehalten. Herr Pastor Schumam hielt die Festpredigt. Der musikalische Theil der Feier wurde von den Chören der Gemeinde unter Leitung ihres Dingenten Herrn John H. Siesennop in vortrefflicher Weise absolvirt. , Die Herren Lehrer Zurstadt und Elbert fungirten als Organisten. Neue Fabrik. H am mono, 5. Aug. Infolge unserer günstigen Verkehrsverhälinisse hat sich die Wholesale Grocery-Firma Reid, Murdock & Co. in Chicago entschlössen, am hiesigen Platze im Herbst eine große Fabrik zu errichten. Die selbe wird 6 Acker bedecken und An schluß-Geleise von 6 Eisenbahnen erhalten. Genannte Firma besitzt noch zahlreiche kleine Fabriken in allen Ge genden von Jndiana und Michigan und wird dieselben auch nach Fertigstellung der neuen Fabrik beibehalten. Ebenso verbleiben die Bureaus der Firma in Chicago. Feldzug gegen Strolche. Hammond, 5. August. Un sere Stadt ist während der letzten Wochen der Lieblingsaufenthalt für Strolche und Wegelagerer aller Sorten geworden, und sind Stadt und Umgebung alle Nächte durch dieselben beunruhigt worden. Polizeidirector Cox hat deshalb angeordnet, daß jeder Polizist Nachts seinen Knüttel trage und von demselben in angezeigten Fällen ausgiebigen Gebrauch mache, damit dem Treiben der Landstreicher endlich ein Ende bereitet werde. ' V Mädchen durch Pistolenschuß verwundet. R e n s s e l a e r, 5. Aug. Ein Schuß inmitten unserer Stadt versetzte unsere Bürgerschaft vergangene Nacht in große Aufregung. DaS Dienstmädchen Bessie Umphreß deS Bankiers Harris war mit ihrem Geliebten Joseph E. FranciS, einem jungen Farmersfohn aus der Nähe unserer Stadt in Streit gerathen und hatte von demselben einen Schuß in's Knie erhalten. FranciS, der aus guter Familie stammt, behauptet, der Schuß sei' nur zufällig loSgegangen, das Mädchen läßt aber feine Entschuldigung nicht gelten und hat ihn wegen thätlichen Angriffs mit I der Absicht zu tödten verhaften lassen.
Aufenthalt im Hochgebirge. LZirkunzcn der Bergluft und Winke für Bergsteiger und nervöse Personen. Ueber, den Aufenthalt von Nervösen im Gebirge hat dör Züricher Kliniker Professor Eichhorft in einer größern Arbeit beachtenswerthe Winke gegeben. Die Bergluft ist ohne Frage eins der vorzüglichsten Heilmittel bei der BeHandlung der Nervosität, aber sie ist, wie alle physikalischen Heilmittel, mit Auswahl und mit eingehender Berücksichtigung der Individualität-des Nervöscn anzuwenden. So eignet sich z. B. das Hochgebirge wenig für Nervöse, bei denen Schlaflosigkeit oder Herzklopfen als Hauptbeschwerden vorwiegen, auch nicht für. Kranke mit wenig Wderstandsfähigem Körper.' Wer in seinem Ernährungszustände stark heruniergekommen ist, der suche das Hochgebirge erst dann auf, nachdem er seine Ernährung und Leistungsfähigkeit zuvor hinreichend in die Höhe gebracht hat. Wenn nun auch Nervösen der beschriebenen Art zunächst, von einem Aufenthalt im Hochgebirge abzurathen ist, so ist damit nicht ausgesprochen, daß sie überhaupt von einer Bergkur absehen sollen. Im Gegentheil wird solchen Kranken ein Aufenthalt im Mittelgebirge und in Orten unter 3300 Fuß Erhebung, wie sie im Schwarzwald, im Thüringer Wald, im Harz, den Bögesen außerordentlich zahlreich anzutreffen sind, sehr nützlich, sein. Wer sicb an Bergorten von mehr als 3300 Fuß Erhebung aufhalten will, der muß auch dann, wenn er nicht an Nervosität leidet, darauf vorbereitet sein, in den ersten Tagen seines Aufenthalts eine Reihe von körperlichen Störungen zu erfahren, wie Pulsbeschleunigung, Herzklopfen, vermehrte Athmungszüge. Sie wechseln in hohem Grade nach der Individualität sowohl hinsichtlich ihrer Schwere als auch ihrer Dauer. Letztere soll sich nicht wesentlich über eine Woche erstrecken. Halten sie dagegen auch während der zweiten Woche unverändert -an oder nehmen gar an Stärke zu, dann darf- man dies als Zeichen dafür auffassen, daß der Betreffende den Hochgebirgsaufenthalt nicht verträgt und am besten daran thut, das Hochgebirge schnell wieder zu verlassen. An Bergbesteigungen sollte jeder Nervöse sich erst dann heranwagen, wenn er einen Spaziergang von mindestens drei Stunden ohne besonderes Ermüdungsgefühl und ohne jede Beschwerde ausgehalten hat. (uch ist es unter allen Umständen nothwendig, nach jeder Bergwanderung eine mehrtägige Pause zu machen. Versäumt man diese nothwendige Maßregel, so werden Schlaflosigkeit, . vermehrte Unruhe, Beklemmung, gesteigerte Nervosität, vielleicht gar Zeichen von Herzmuskelschwäche nicht lange ausbleiben.
Für icoen Berasteiaer. aber ln N0Ä höherm Grade für einen Nervösen, gilt vir Vorschrift .des langsamen und gleichmäßigen Steigens. Wer Berge besteigen will, muß weiterhin vollkommen schwindelfrei, fein, wenn er sich an das Erklimmen hoher Berce heranwaaen will, und diese Schwindelfreiheit muß von vornherein vorhanden sein, sie darf niQt erst zu erwerben versucht werden. Unter dieser individuetlen BerücksichNuna und unter Beacktung der angegebenen Vorschriften können Bergwanderungen ein sehr empfehlenswerthes und leistungsfähiges HeilMittel für Nervöse sein, denn sie kräftigen den Körper, stärken die Willenskraft und geben dem Nervösen namentlich das oft fehlende Selbstvertrauen zu seiner körperlichen und aeistiaen Lei stungsfähigkeit wieder. Sie regen den Stosswechsel an,, machen lebhaftern Appetit und geben bessern Schlaf. Steckbrief" hinter Napoleon I. Ein eigenartiges Schriftstück wurde zur Zeit des deutschen Befreiungskrieges von französischer Herrschaft in der Berliner Offizin von Ernst Litfaß gedruckt. Es führte den Titel: Steckbrief hinter Niklas Bonaparte, genannt Napoleon, auch Veilcöenvatcr. Prinz Lamballe, von Teufels Gnaden." In dem mit dem Bilde des Korsen versehenen Schriftstück biek es unter Anderem: Wir ersuchen alle Civil- und Mttltarvehorden hierdurch auf's Drin gcndfte, alles aufzubieten, sich der Per son dieses höllischen Bösewichts zu be mächtigen. Wenn er todt eingefangen wird, dann soll fein Kopf einbalsamirt und herumredenden Mannern, welch, für Geld wilde Thiere sehen lassen pachtweise übergeben werden." Das dem Steaones beigefügte Signalement hatt folgenden Wortlaut: Klein von Sta tur. untersetzt und von starkem Kno chenbau, das Gesicht rund, und alle 3üae von Gerechtigkeit. Mitleid und Erbarmen rein hinweggeschwollen und ausgedunsen. Dagegen em finster-stle-res, blutverlangendes, kleines, schwarzes und blitzendes Auge, gebogene Nase, höhnisch aufgeworfener Mund, dicket Kinn, schwarzes und struppiges Haar, Die Gesichtsfarbe blaß-grünlich-braun, Auch ist er besonders an seinem- unsteten Wesen erkennbar, indem er bald rast, tobt und wüthet, bald wieder eine augenblickliche Ruhe zeigt, in welcher 'er aewöbnlick die hier lauf dem Bildet anaeaebene Stelluna annimmt." Dann folgte noch ein Spottlied auf Napoleon 1. in der Melodie des Rauberliedes und eine kurze Lebensbeschreibung und Auf zählung aller von ihm verübten Greuel thaten. ' Deutschland hat jetzt 22 Schiffswerften, die 60,000 Personen beschäftigen. ' '
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No. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. &RpihM- fSVihttfiffiFi tmb lrf Postanweisungen aus alle Städte Europas. . Schisssscheine naa uns vo Europa. An und verkauf ausländischen Geldes. Kein Mann ist gesichert gegen Krankheit, Unglücksfälle oder andere unvorhergesehene Anforderungen an seins Börse. Weise Leute sehen sich für solche Nothfälle vor, durch Er sparniß eines Theiles ihrei regulären Einkommens. Um zu zeigen roie schnell kleine Erspar nisse sich ansammeln, geben wir hier eine interessante Tabelle. 15 Cents per. Tag oder vier Dollars und fünfzig Cents per Monat zu 3 Proz. am 1. Mai und 1. November ergeben : 1 Jahr $54.90 2 Jahre $111.46 3 Jahre .$169 74 4 Jahre $229.75 5 Jahre $291.59 6 Jahre $355.73 7 Jahre $421.23 8 Jahre $483.83 9 Jahre ...$558.63 lOJahre. $630.42' liMA TRUST C0. Kapital - - -Sl,00,000.00 Ueberschuß - 225,000.00 Compagnies Gebäude, , Ecke Washington Str. und Virginia Ave GrundeZgenthums - Nebertragungen. Preston Rubush an SarahSwengel, Lot 1 und einTheil von 3 in Rubush'S College Adenue Subd. nahe Fall Creek. $1300. Jesse Privett an George Maas, ein Theil der Lots 14 in Lamb's Subd. von Johnson'S Erben Add., nahe Cornell Ave. und 20.Str. c $500. Emma Gross anlJohn Wilhelm jr.. Lot 3 w Groffö Subd., nordwestlich zu Haughville. $100. William M. Royfe an Joseph . R. Hogland, Tbeil Block 13, Q'Neal & Adams' Sub., westlich von Shelby. nahe Raymond Str. $1000. Eugene Buehler an Peter C. Moel ler, LotS 292 und 293, Miller & Wacker's Parkway Add., östlich vom Riverstde Park. $870. PatrickjKing an JameS H. Hegarty, Theil von Lot 21, Wright's Subd. von Außenlot 151, nördlich vom Military Park. $1500. Henry H. Harvey an JameS R. Waffon. Theil Lot 353, Spann & Co.'ö 2. Woodlawn Add. östlich der Shelby . und nördlich der ProSpect Straßen. $2,550. - Charles A. Mueller an Barbara A. White, Theil Lot 18, Block 1, RhodeS N. Illinois IStr. Add. südlich der Fall Creek. $2,000. Neue Inkorporationen. Die Slunkard Oil Co." von Ärazil; Capital $10,000; Directoren: Warren, Charles und Walter Slunkard. Die George W.'Henley Stone Co." von SimeSville; Capital $25,000; Directoren: H. S. Bowman, I. E. Henley, I. Mack ReeveS, George W. Henley und Henry Henley. ' Die . Twin Rake Manufacturing Co." von Ladcga; Capital $20,000; Directoren: S. E. Kyle, D. E. Dou. gherty,' H. W. Brissenden, A. M. Scott und G. W. Anderfon. Die Cypreß Telephone Co. von Cypreß; Capital $2,500; Directoren: John F. Cdmond, John A. Neale, Edgar S..Long, LoufZ.E. Sickle und Albert C. Kamp.
