Indiana Tribüne, Volume 27, Number 294, Indianapolis, Marion County, 3 August 1904 — Page 6
Indiana Tribüne, ...August 190U
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k Sie wollen schon gehen?" Ja, es ist die höchste Zeit. Eine kleine Fete im Casino. Ich glaube, ich komme ohnehin zu spät." ,v tl V ? . . Y.1 NUN, oann will lll) nicqi zurückhalten. Aber hier ich gebe Jhnen eine Iliederdolde mit - auf den Weg. Das ist meine Liebimgsblume." Wirklich? Da kann ich Ihnen aber etwas sehr Hübsches darüber mittheien. wissen, daß wn den Flieder aus dem Orient erhalten haben. Ich glaube, Persien ist seine Heimath. Und dort gab ihm ein unglücklich Verliebter den Namen Leila nach seiner Gelieben. weil er die Farbe ihrer Wangen hatte, wenn sie im Kusse erglühten"." Ach. das ist ganz reizend. Woher aber nimmt ein Oberleutnant solche Kenntnisse?" Heute, in der Vlumenhandlung hörte ich die Geschichte. Eine Dame kaufte einen Fliederstrauk, und ihr Begleiter ergötzte sie mit der poetischen Erzählung. Es netze sich ein (Levicht varaus machen. Aber was haben Sie in der Blumenhandlung' gesucht? Für wen haben Sie ein Aukett bestellt? Wie heißt sie?" Verehrte Freundin, Sie ,rren sich dieses Mal. Ich suchte im Laden nur eine Nelke für mein Knopfloch " Wer weiß! . . . Na, lassen Sie sich einmal das Zweiglein da anstecken. So! . . . Vielleicht schützt es Sie. Gegen geheime Gefahren. Und nun ade! Ich habe Sie .bereits zu lange aufgehalten." Meine Gnädige, ich küsse die Hand." Der Oberleutnant war mit sich nicht zufrieden; als er die Treppe hinabstieg, bedachte' er das letzte, kurze Zwiegespräch, dem er eine ganz andere Pointe hätte geben sollen. Sie war ihm a förmlich m den Mund gelegt worden. Er' hätte zugestehen sollen, daß er ein Bukett best-llt. hätte alles saaen sollen, alles . . . Warum war er denil heute gekommen? Um ihr die unerläßliche Eröffnung zu, machen. Und dann hatte er sich wieder darum herumgedrückt bis zuletzt, wo sich dazu eine so nette Gelegenheit geboten. Es war zu dumm! Sollte sie es denn von anderen erfahren? Die Dame, die er eben verlassen, war die Wittwe eines Kameraden, der in China gefallen, eines wackeren Freundes. In sein Haus war er wenig gekommen. Kaum, daß er die schöne, junge Frau ein-, zweimal gesehen. Nach dem Tode des Freundes machte er ihr einen Eondolenzoejuch. Und dann kam er öfter wieder, und unmerklich spannen sich Fäden einer tiefen Zuneigung zwischen den beiden an. Frau von Gallstein lebte sehr zurückgezogen. Sie hatte eigentlich nur mit ihrer Familie Verkehr. Er brachte etwas vom Getriebe der Welt, von ihem Treiben und Hasten, von ihrem Schaffen in ihre stille Stube. Sie hörte noch gern vom Regiment erzählen. von den Feten, von der Gesellschaft, von der Politik. Und sie gewann ihn iieö, denn er war ein wackerer Mann, dem verblichenen Gatten , in vielem ähnlich, er schwärmte für seinen Be ruf, er war stets guten Muths und guter Laune. Und er liebte sie, weil sie schön war und liebenswürdig und so echt frauenhaft. Die meisten Frauen, die er kannte, waren ganz anders. Er liebte ja auch die moderne Note aber anders. Diese da war die Frau fürs Haus, die Gattin, die den Mann beglücken mußte. Und er verlor sein Herz an sie. Aber für diese Gefühle war die Zeit vorüber. Auch er hatte sorglos in den Tag hinein gelebt, hatte Schulden gemacht und mußte einmal dafür auskommen. Er hatte immer gedacht, er werde es machen, wie die Kameraden oder wenigstens manche .darunter. Eine reiche Heirath glich am Ende alles aus. Dieses Ende war in den letzten Monaten plötzlich an ihn herangerückt. Er war Ingenieur, hätte den Dienst verlassen und eine Stellung bei einer großen Eisenbahn 'annehmen können, wo er Verbindungen hatte. Es bangte ihm nicht, fein Brot zu finden und die Schulden abtragen zu können. Aber er liebte zu sehr den militärischen Beruf, um ihm zu entsagen. So blieb kein anderer Ausweg, wie die reiche Heirath. Aber nun. da man'an die Sache herantreten mußte, erwies sie sich schwieriger, als er gedacht hatte. Die Neigung zu der jungen Wittwe erfüllte ihn. Und die reichen Heirathen, die einem zu Gebote stehen, sind nicht immer nach Geschmack. Da war eine reiche Cousine, ein paar Jahre älter als er, ein wenig schönes, , verdrießliches, zänkisches Mädchen. Die ganze Familie war für diese Ehe, er hatte sie immer als das Letzte" angesehen, aber nun fand er die Sache unerträglich. Dann war noch eine andere da. Die kam eher in Betracht. Weil man um sie die andere vielleicht vergessen konnte. Für sie hatte er auch den Blumenstrauß bestellt. Und zu ihr begab er sich jetzt. Denn heute mußte nach irgend einer Richtung hin die Entscheidung fallen. .... Das Fräulein ist in der Manege," sagte der Diener, der ihm die Pforte öffnete. So begab er sich denn in die Manege. Es war eine Art improvisirter Manege. die sich Fräulein von Samarin, die Tochter des russischen Barons von
Ein Z-lieSerzweig. Skizze von Th. von Liska.
Tamarin. rückwärts im Garten gerne errichten lassen. Sie ritt hier zum elgenen Vergnügen die hohe Schule wie sie denn überhaupt für alle Cirkuskünste schwärmte. Es war nicht ganz nach seinem Geschmack angesichts des Umstandes. dan er daS Fräulein beirathen wollte. Aber reiche Mädchen dürfen, sich gestatten, kleine Liebhabereien zu haben, die nicht jedermann gefallen. Zur Stunde hatte die Baronesse Jacqueline", ihre prachtvolle arabisehe Stute in Dressur. Auf einem niederen Schemel hockte ein kleiner russischer Groym und spielte auf einer Flöte eine fremdartige Tanzweise. Die Stute begleitete die Weise mit Tanzschritten, indem sie den Kreis der Manege durchmaß. In der Mitte stand die schöne Herrin mit einer langen Putsche, die sie leicht knallen ließ, wenn das Thier mit dem Schritte zögerte. Sobald der Knall ertönte, tu zitterte das Thier und setzte alle Anstrengung ein, um die Schritte auszuführen. Das Thier scheint ausgiebig den Knall zu fürchten," sagte der Offizier, der die Dressur mitansah. Das kommt davon, weil meine Peitsche sehr schmerzhaft zu treffen weiß," sagte das schöne Mädchen mit einem seltsamen Lächeln. Ich treffe nur mit der Spitze aber das brennt, sehen Sie einmal, so " Und die Peitsche schwang sich in der kleinen Hand, und das Thier zuckte unter dem kaummerklichen Hieb zusammen und setzte in gesteigerter Er regung. trotz sichtlicher Müdigkeit, feine Tanzschritte fort. In, den großen, grauen Augen der jungen Dame funkelte es von Grausamkeit, wie in denen einer Katze, die mit der Maus spielte. Na. für heute ist es genug," sagte die interessante Russin, indem sie die Peitsche senkte. Wollen Sie eine Tasse Thee mit mir trinken?" Einige Minuten später saß der junge Offizier dem Fräulein gegenüber in einem vornehm ausgestatteten Gemach, und die Theemaschine summte auf dem Tische. Er betrachtete seine russische Schöne, während sie mit dem Thee hantirte. Sie war heutenoch bestrickender als sonst. Das dunkle Haar bot einen seltsamen Kontrast zur weißen Haut dieses fesselnden, kalten Antlitzes, in
dem Niemals eine Muskel zuckte, und dem die großen, grauen Augen trotzdem soviel Ausdruck verliehen. In ihrem Haar lag eine der weißen Rosen, die er ihr gesandt, eine zweite Blume dieser Art hatte sie an die Brust gesteckt. Ich danke für die Blumen," sagte sie mit einem zärtlichen Strahl aus den schönen Augen. Es thut so gut, zu sehen, daß jemand in Liebe unser gedenkt. Doch sie tragen Flieder ein Zweiglein, geschenkt von zarterHand?" Von einer Bukettiere, allerdings, sagte der Offizier. Schenken Sie mir das Fliederzweiglein?" O bitte, Baronesse." Er hatte aber doch den Bruchtheil einer Sekunde gezögert, bevor er dt zustimmende Antwort gegeben, und es scheint, das ihr das nicht entgangen war. Sie zerpflückte mit ihren schlanken, weißen Fingern langsam den Flieder. Ich weiß nicht. , was ich thäte, machte sich eine um den Mann zu schaffen, den ich liebe." sagte sie dabei. Ich glaube, das geringste wäre, daß ich ihr die Augen auskratzte. Oder ich überfiele sie mit meiner Reitpeitsche. Auch wäre ich im Stande, ihr eine Tasse Thee zu reichen, in den ich Gift gemischt." Die grauen Augen funkelten wieder in grausamem Strahle. Dann aber schlug ihre Stimmung wieder um. Sie schüttelte den Kopf. Es ist möglich, daß ich gar nichts thAe. Ich zuckte vielleicht die Achseln und ginge weiter. Doch ich rede Dummheiten. Sie sollen nur meine Blumen tragen, Fritz. Hier meine weiße Rose als Ersatz für Ihren Flieder." Und sie schenkte ihm die Rose, die sie an die Brust gesteckt hatte. Sie war dann die ganze Stunde, die sein Be such währte, sehr lieb zu ihm. Wenn sie aber auch sanft war und schmeichle risch. so machte sie doch immer den Eindruck einer Wildkatze, die mit den Krallen zuschlagen konnte. .Aber das machte gerade ihren Reiz uus. Und wenn sie suß war, war sie unwider stehlich, war sie berauschend. . ... Der junge Offizier kehrte heim. Ihm glühte der Kopf. Sie hatte wieder berauschend auf ihn gewirkt. Er war sturmnch geworden, aber eine abweisende Bewegung dieser weihen Hand, eine kleine Falte zwischen den gewölbten Brauen, und er war wieder in seine Rolle zurückgebannt, in die Rolle des blind ergebenen Verehrers. der bedingungslos zu ihren Füßen lag. den sie manchmal, behandelte wie ihren geliebten Bräutigam, dem sie aber noch nicht die geringste Zusage gemacht, noch nicht den kleinsten Kuß gewahrt hatte. Ob sie ihn wirklich liebte? Ob sie vielleicht nur m!t ihm spielte? Warum sie ihm noch nicht ge stattet hatte, um ihre Hand anzuhal ten? Ueber alle diese Fragen' grübelte er. Warum! Warum! Dieses Weib bestand aus lauter Fragen und Räth seln. Als er seine Stube betrat, merkte er sofort daß sie Fliederduft erfüllte. Und als der Bursche Licht machte, sah . ..c cw ( er curci großen üirauß tfueoeioiu then im Glase. Der Bursche hatte sei
nem rrn die Äusmerksamkett erwies
en. Es war nichts dabei, und . doch hatte der Zufall seine Bedeutung. Flieder. Flieder! Süßer Frühlings duft verliebter deutscher Herzen! Rein entzückt athmete ihn der junge Mann. In diesem Augenblicke suhlte er," wie hn alle Bande an das Weib mit dem Flieder fesselten, und . keine an das Weib mit den weißen Rosen. Und er dachte letzt daran, wie der Flieder lauer Wohlthat war, wie- man ihn .in deutschen Landen für hundert Leiden gebrauchte. Rinde. Beere. Blatt und Blüthe alles an dieser Blume war Güte und Kraft. Und berauschen onnte sie auch, wenn sie wollte nicht bloß als klarer, würziger Fliederwein nein, schon durch den Duft, in dem eine Erinnerung auflebte! .... Dann nahm er einen Bogen Papier und schrieb das Gesuch, in dem er um seinen Abschied einkam. Unhaltbare Positionen gab man auf. Besonders. venn das Herz in eme andere Rlchung zog. Als er fertig war, rief er seinen Burschen. Trage den Fliederstrauß zu Frau von Gallstein." sagte er. Ich lasse schon grüßen, ten spreche morgen vor. Und morgen sollte der Flieder auf ihren Wangen erblühen wenn sie 0 rr tu ' m nune ergtuylen. ?u klug! Skizze von E. Fahrom. Schon lange umwarb man die schöne Eve im Dorf von allen Seiten, und schon lange war man sich klar darüber, daß sie gewiß keinen einfachen .Landwirth nehmen werde, denn dazu war sie selbst zu gebildet. Was hatte nun der Gühlow davon. daß er seine Tochter in theuere Pension geschickt, wo sie wissenschaftlichen Krimskrams, dagegen aber nichts, rein gar nichts vom 'wirklichen Leben erlernte! Du lieber Gott! Die kleinen Gutsbesitzersfrauen in Linkdorf Bäuerinnen nannten sie sich längst nicht mehr die waren überzeugt davon, daß Eve Gühlow nicht einmal wußte, ob der Hahn oder die Hühner die Eier :m Stall legten. Eve zuckte die Achseln über das Gerede im Dorf und überraschte eines Tages alle damit, daß sie erklärte, nie und nimmer wo anders als auf dem Lande leben zu wollen und folglich auch keinen Stadtherrn zu heirathen. Bist 'n klugen Deern!" sagte ihr Vater. Ja, Vater, warum sollt' ich denn dumm sein, wenn' mein Vater den hellsten Kops zehn Meilen in der Runde hat?" I, kiek mal so 'n Schmeichelfatz'! Nein, das ist nur Wahrheit. Und übrigens, wenn ich auch bloß einen Landwirth heirathe einen dummen nehme ich deshalb doch nicht!" Wahrend sie das sagte, hefteten sich ein Paar grellblaue Augen zwinkernd auf sie. denn Großbauer Gühlow hatte heut' seinen Skatabend, wobei nicht nur alte, sondern auch einige jüngere Leute anwesend zu sein pflegten, die an einem zweiten Tisch ebenfalls spielten oder nur klbitzten . Eve bemerkte wohl den Blick, aber sie beachtete ihn nicht. Kühl glitten ihre Augen über die jungen Leute hin, von denen die meisten sie und ihr Geld wohl gern erobert hätten. Aber Eve war ein büschen mall", wie die wohlwollenden Frauen im Dorf sagten sie wollte nicht nur geheirathet. sondern auch geliebt sein. Em anderes stilles Augenpaar oegegnete dem ihren, legte aber keinen besonderen Ausdruck in seinen Blick. Dies waren dunkleAugen von einem erstaunlichen Blau, wirklichem Kornblumenblau, klar und tief und überaus rein. Eve wendete sich ab und ging in die Küche, wo sie sich unnöthig lange zu schaffen machte. Als sie wieder hereinkam, führte Hinrich Peters, der mit den schlauen, blassen Augen, das große Wort. Er erzählte, daß er auf der landwirthschaftlichen Hochschule, die er ein halbes Jahr besucht, auch den jungen Baron vom benachbarten Rittergut kennen gelernt hatte. Vergab geht's mit denen, fix bergab. sage ich euch! Und warum das? Weil sie betrogen werden an allen Ecken und Enden." Hm. ja!" rief ein alter Bauer vom anderen Tisch herüber, dat is mal so in die Welt." Diese tiefgründige Weisheit erregte allgemeines Kopfnicken. Hinrich Peters aber schlug mit der Hand auf den Tisch: Betrügen oder betrogen werden, heißt's! Dann will ich lieber den anderen über's Ohr hauen! Den möcht' ich sehen, der mich dumm macht!" Ich spiele Herzsolo!" sagte hierauf gelassen Wilhelm Bartel der mit den Kornblumenaugen: Paß jetzt auf, Hinrich. und halte so lange den Mund, wenn du kannst." Man lachte, und auch Eve unterdrückte ein Lächeln. Sie ging mit einem gehobenen Gefühl umher, so gewissermaßen wie eine Dame aus dem Mittelalter, die ihre Hand. demjenigen zugesagt hatte, der die größten Heldenthaten vollbringen werde. Denn sie wußte, nun würden sich ihre Bewerber in eine Art Wettkämpf einlassen, um ihr zu beweisen, wer von ihnen der klügste war.
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es zur Entscheidung. Dl? Lmkdorfer hatten geschäftliche und freundliche Beziehungen zu dem benachbarten Amtsgericht, emem stillen Städtchen, in welchem der alte Amtsrichter Klein in wahrhaft patriarchalischer Weise schon seit einem Menschenleben herrschte. Der hatte eines Tages einen sonderbaren Streit zu schlichten. Es kam der alte Kossäte Werder, der von dem 'reichen Hinrich Peters zwei Pferde billig gekauft hatte. Mir ist das nicht leicht angekommen. Herr Amtsrichter." saate der Kossäte, denn die Zeiten sind schlecht, und es war em Unglück, daß meine alten Gäule alle beide draufgehen mußten. Sie hatten zu viel von dem Sturmwind geschluckt, der vorige Woche ging. Na. und nu bin ich auf dem Markt am Sonnabend, und da kommt dieser Peters und dreht mir seine beiden Schinder an alle beide für dreihundert Mark." Nun. Werder." sagte der Amtsrichter, das ist doch aber auch billig!" Ja. Herr Amtsrichter aber der eine Gaul ist gänzlich unbrauchbar. Er frißt nicht, er zieht nicht, er ist beinahe blind betrogen hat mich der Hinrich Peters, und ich verlange, daß er das Thier zurücknimmt und mir hündertfünfzig Mark herausgibt." Hinrich PeterS, der mit spöttischem Gesicht zugehört hatte, spuckte verächtlich aus; das war seine ganze Antwort. Der alte Amtsrichter wandte sich vermittelnd an ihn. Ja, Peters, das werden Sie wohl auch thun müssen." Fällt mir garnicht ein!" sagte Hinrich. Was? Na, hören Sie mal, Mann, wenn Werder Sie verklagt, verurtheile ich Sie ja doch dazu! Und dann haben Sie noch die Kosten obendrein." Sie werden sich das wohl noch überlegen, Herr Amtsrichter." Meinen Sie?. Nun, ich will mich nicht so deutlich ausdrücken, wie es dieser arme, betrogene Mann hier gethan hat aber Recht muß Recht bleiben. Sie müssen das werthlose Thier zurücknehmen und die Hälfte des Kaufpreises herauszahlen." So, Herr Amtsrichter? Aber sagen Sie, wo steht denn geschrieben, daß ein Pferd hundertfünfzig Mc.rk kostet, wenn für zwei dreihundert bezahlt worden sind?" Verdutzt blickte der alte Herr in die blaßblauen Aeuglein, die schlauer als je zuvor zwinkerten. Sehen Sie, Herr Amtsrichter, der eine Gaul kostete zweihundertsechzig und der blinde bloß vierzig Mark! Hier frrfi) vierzig Mark will der Kossäte damit zufrieden sein, so ist's gut. wenn nicht, so mag er mich verklagen." Nein, der Kossäte war nicht zufrieden und zog rathlos wieder ab. Und der Herr Amtsrichter war ebenfalls nicht zufrieden und verwünschte den listigen Peters aus tiefstem Herzen. Hinrich aber lachte sich in's Fäustchen und erzählte seinen Triumph noch an demselben Abend im Wirthshaus. Ja. er war doch klüger als alle die anderen! Und das würde ja nun wohl Eve Gühlow auch einsehen und ihn nehmen! ( Ab-r es geschah ganz etwas Anderes. Auch Wilhelm Bartel hörte diese Geschichte, und auch er spuckte verächtlich aus. Aber dann ging er hin zu dem Kossäten Werder, der nur eine Meile weit von Linkdorf entfernt wohnte, und verlangte den blinden Gaul zu kaufen. I. Herr Bartel." sagte der ehrliche Alte, wo werden Sie denn das Vieh kaufen! Das ist ja bloß noch zum Schlachten da!" Ja. gerade dazu will ich's ja haben ich brauche so 'n scheckiges Pferdesell nothwendig." Und mit ernstem Gesicht zahlte Bartel dem ganz stutzigen Kossäten hundertfünfzig Mark auf den Tisch und ließ das Pferd auf der Stelle zur Abdeckerei schaffen. Und nun halten Sie den Mund darüber. Werder," sagte er. Ich wollte bloß nicht, daß die Lmkdorfer als Gauner in der Gegend verschrien werden." Kossäte Werder hielt freilich nicht den Münd, und die Folge davon war. daß Eve mit dürren Worten den schlauen Hinrich an die Luft setzte. Der wäre ihr zu klug!" sagte sie an demselben Abend zu Wilhelm Bartel. dessen Augen reiner leuchteten als jemals. Und es mochte wohl noch allerhand zwischen den beiden Augenpaaren gesprochen worden sein, denn am nächsten Sonntag ward das Aufgebot zwischen Wilhelm und Eve von der Kanzel herab verkündigt. Hinrich Peters aber bekam die Gelbsucht. M 0 t i v i r t. Was haben Sie nur gegen die Steuerräthin, daß Sie dnsmal nicht mit zur Geburtstagsgratulation kommen wollen?" Sie hat mich neulich beim Promena-den-Concert, da sie mit der Baronin ging, vollständig geschnitten und wissen Sie: über vorsätzliche Hintansetzungen kann ich mich grundsätzlich nicht hinwegsetzen!"
Daö Schwimmen.
Die Kunst des Schwimmens wird gegenwärtig, in der warmen Jahreszeit, von Jung und Alt in weitestem Umfange geübt; und doch wissen die -wenigsten von denen, die ihren Körper in die kühle Fluth tauchen und durch das feuchte Element dahingleiten, welchen besonderen Gesetzen der Körper bei dieser Art der Fortbewegung gehorcht. Zum Schwimmen an sich, das heißt, um sich über Wasser zu erhalten. sind bekanntlich so gut wie gar keine Bewegungen erforderlich. Das soll daran liegen, daß der menschliche Körper leichter ist als Wasser. Nach neueren Bestimmungen hat sich dies jedoch nicht bestätigt. Dagegen sind die meisten Menschen allerdings leichter als das Wasser, das sie verdrängen. wenn ihre Lungen aus's Aeußerste mit Luft gefüllt sind. Konnte man dauernd in diesem Zustande bleiben, so würde man ohneBewegung schwimmen können. Deshalb ist das Haushalten mit dem Athem das wichtigste; die Bewegungen kommen an zweiter Stelle. Und jeder Schwimmer weiß, daß um sich bloß über dem Wasser zu halten nur geringe Anstrengung erfordert wird. Handelt es sich indessen um eine wirkliche Fortbewegung beim Schwimmen, so erfordert diese schon bei mäßiger Geschwindigkeit eine recht bedeutende Anstrengung. Schnelles Schwimmen erschöpft in kürzester Zeit selbst kräftige Personen, falls sie nicht besonders eingeübt sind. Wissenschaftlich betrachtet, erweist sich das Schwimmen als eine äußerst unzweckmäßige Fortbewegung, indem eine größere Arbeitsmenge dazu verwendet wird, Theile des Körpers umferzuschleudern, als dazu, den Geammtkörper durch das Wasser zu treiben. Die auf solche Art scheinbar sinnlos verschwendete Energie würde gespart werden-wenn die Schwimmbewegungen langsam gemacht werden. Der Erfolg der Schwimmbewegungen bängt aber gerade von ihrer Geschwindigkeit ab. Langsame Schwimmstöße sind so gut wie nutzlos. Der Widerstand des Wassers wächst nämlich mit der Geschwindigkeit. Wird das Bein sehr schnell ausgestoßen, so ruft es einen entsprechend großen Widerstand im Wasser hervor, und bei hinreichender Geschwindigkeit des Stoßes findet die kleine Fläche des Fußes einen so starken Widerstand, daß er den des viel größeren Rumpfes bei einer geringen Geschwindigkeit übersteigt. Daher bleibt der Fuß annähernd an seiner Stelle, und der Rumpf wird durch das Wasser getrieben. Diese Betrachtung erklärt, warum es auf die Form der Bewegungen so wenig ankommt. Falsch ist die Theorie. die noch heute in Schwimmschulen herrscht, daß durch Zusammenschlagen der Schenkel eine Wassermasse nach hinten geworfen werde, deren Rückstoß den Körper vorwärts treibe. Die UnHaltbarkeit dieser Auffassung wird schon in der Praxis täglich bewiesen, daß außer den Schwimmschülern a'.l der Angel Niemand die Beine beim Schwimmen wirklich zusammenschlägt. Da nach alledem nun plötzliche Bewegung der Gliedmaßen beim Schwimmen förderlich sein kann und plötzliche Bewegung der schweren Gliedmaßen beträchtlichen Energieaufwand bedingt, ist auch die Ursache nachgewiesen. weshalb das Schwimmen, zumal das rasche Schwimmen, eine so große Anstrengung erfordert. Der Mensch ist offenbar für Bewegung im Wasser ungünstig gestellt, weil er bei seinen Bewegungen sehr große Gliedermassen rasch bewegen muß. Ein weiblicher HotelPortier ist wohl das Neueste, was I die Frauenbewegung in München ferf 11 .c 1 ci vr 1.1 m C . iiygcutuji qau um jgaupi - unHofe ist, so schreibt man von dort, jetzt zur Zeit der Hochfluth des FremdenVerkehrs der erste weibliche BahnhofsHotelportier aufgetaucht. Als letzte in der Reihe der männlichen Gasthofdiener, die am Bahnhof die Fremden einladen, ihr Hotel zu beehren, steht sittsam und bescheiden ein Frauenzimmer in auffallend blaukarrirtem Kleide, an der Brust ein glänzendes Schild, das den Namen des fremdensüchtigen Hauses deutlich anzeigt. Daß diese stille Empfehlung besonders bei , Damen sehr wirksam ist, beweist der Umstand, daß der weibliche Hotelportier nie ohne Erfolg vom Bahnhofe weggeht. Behirtsam. Richter (zum Zeugen): Sie sind also dreißig Jahre alt. (Hierauf zur Zeugin): Na, und wie viele Jahre zählen Sie drüber?" O diese Dienstmädchen! Herr (zur Köchin): Bertha, ich möcht' heute gern Schweinsbraten." Köchin: Natürlich, die gnädige Frau wünscht Kalbsbraten, Sie Schweinsbraten; waS aber ich möchte, danach fragt nie-mand.-Das mangelhafte elektrische Licht. Kellner (zum Brautpaar, das in der Ecke sitzt): Das elektrische Licht ist heute leider nicht in Ordnung; genirt es die Herrschaften?" Bräutigam: Ja, sehr, ... jeden Augenblick wird's wieder bell!" Anknüpfungspunkt. Herr (zu einer Dame ohne Schirm): Gestatten Sie, daß ich Ihnen meine Begleitung anbiete; ich habe zwar keinen Schirm, aber getheilter Schmerz ist halber Schmerz."
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