Indiana Tribüne, Volume 27, Number 293, Indianapolis, Marion County, 2 August 1904 — Page 7

Judiana Tribüne, 2. August 190

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Koma don Ludwlg Habicht. SjOTifefcuns,' Es ist heute der vierte Dezember. Nun gui, über's Jahr, cn demselben Tage, werde ich mich wieder bei Ihnen einsinken und dann hoffe ich, Ihr Ja.wort zu erhalten." ' Mollen Sie so lange in Deutschland bleiben?" Nein, ich muß wieder zurück. , Jh hab' drüben noch Manches zu ordnen; aber im nächsten Jahre am vierten Dezember bin ich wieder bei Ihnen." Nach diesen Worten schüttelte Edgar dem Grafen die Hand und verließ so ruhig, wie er gekommen war, das Zimmer. Hm, ein tüchtiger Mensch! Ich 'zweifle keinen Augenblick, daß er wiederkommt!" murmelte Graf Bredow vor sich hin, dann aber war es, als ob die Schatten der Vergangenheit noch einmal vor ihm auftauchen und ihn beunruhigen wollten; er strich mit der Hand über die gefurchte Stirn: Nein, nein, die ist begraben. Ich habe vergessen lernen und wenn er noch einmal bei mir anfragt, soll er nicht abgewiesen werden" und mit diesem Entschluß war auch für den Grafen die Sache vorläufig abgethan. Nun zögerte Edgar auch nicht länm jm t P ger, m lerne Heimaty zuruazureljen. Adelinde jetzt noch öfter zu sehen und zu sprechen, ohne ihrer Hand völlig sicher zu sein, wäre durchaus nicht nach seinem Geschmack gewesen und hätte ihm die Zeit des Wartens nur unerträglich gemacht. Da drüben würde ihm das Jahr schon rascher vergehen," meinte er. Wir wollen keinen Briefwechsel mit einander führen," hatte er Adelinden beim Abschiede gesagt. Das Warten auf einen Brief macht nur unruhig" und das geliebte Mädchen war damit einverstanden gewesen. Du hast Recht," hatte sie gesagt; ein solcher Briefwechsel ist ja nur für die schwachen Seelen und Herzen der dünne Faden, der sie zusammenh'alt. Wir brauchen ihn nicht. Ich erwarte dich und weiß, du wirst kommen." Heine Frage." Und so schieden die beiden blutjungen Menschen in der festen Ueberzeugung, daß weder Zeit noch Raum ihre Herzen mehr trennen könnten. . Und pünktlich, nach Ablauf des Jahres, erschien Edgar wieder vor dem Grafen und sagte nach der ersten Begrüßung sogleich ganz ruhig: Herr Graf, es ist heute der vierte .Dezember!" Graf Bredow blickte anfangs ein wenig überrascht auf; die Geschichte war ihm fast aus dem Gedächtniß ge schwunden; denn seine Gedanken waren dazwischen von so viel anderen Dingen in Anspruch genommen und Adelinde hatte in all' der Zeit den jungen Amerikaner mit keinem Wort erwähnt; aber er besann sich rasch der damaligen Unterhaltung und entgegnete: Nun gut, wenn meine Tochter nicht inzwischen anderen Sinnes geworden ist, so will ich Ihnen nicht entgegen sein." In der letzten Zeit glaubte Graf Bredow bemerkt zu, haben, daß der junge Sollbach seinem Töchterchen nicht mehr ganz gleichgiltig sei. Die Beiden hatten, wenn sie zusammen waren, immer etwas zu schwatzen. Norbert schien an dem Kinde ein großes Gefallen zu finden; er war zuletzt sehr oft herübergekommen, und eigentlich paßten die Beiden viel besser für einander. Der junge Nachbar war eine weiche, nachgiebige Natur, und der Graf kannte seine Tochter: sie hatte zu viel von seiner Eigenart und wollte gewiß viel lieber einmal herrschen, als sich unterordnen. Haben Sie. schon mit meiner Toch5er gesprochen?" Ich komme direct zu Jhnerk." ,Dann hat sie Ihnen wohl geschrieben?" Nicht eine Zeile; auch ich hab' das absichtlich nicht gethan." Dann waren Sie des Herzens meiner Tochter so gewiß?" fragte der Graf, und ein beifälliges Lächeln spielte um seine Lippen. Wie meines eigenen," antwortete Edgar. Graf Bredow wollte jetzt die Klingel ziehen und seine Tochter herbeirufen iassen; aber da öffnete sich schon die Thür und Adelinde stürzte mit hochgeröthetcm Antlitz herein: Edgar, da bist du!" Und sich wenig um die AnWesenheit ihres Vaters kümmernd, eilte sie in die Arme des Geliebten. Das Jahr ist um," entgegnete dieser ruhig. Während er das Mädchen -zärtlich an sich schloß, warf er einen triumphircnden Blick auf den Grafen, ,als wollte er sagen: Siehst du, wie sicher ich meiner Sache war!" Wenn es so mit Euch steht, dann muß ich freilich den zärtlichen Bater spielen," sagte der Graf und ließ ruhig geschehen, daß Edgar seine Tochter küßte. WMa CVC. (Z..Xi V! On, -UHC UClll 1)1 ViUU UUCi. UIC u kunft, Kinder? Werdet Ihr künftig in Deutschland bleiben oder geht Ihr nach Amerika?" Adelinde mag dies bestimmen," antwortete Edgar. Dann bleiben wir hier," erklärte

Adelinde nach kurzem Sinnen. Aber ich möchte am liebsten in einer großen Stadt leben, in Dresden oder Verlin." Nun konnte ja gleich eine DoppelHochzeit gefeiert werden, denn.auch Arnulf hatte bei dem Grafen um die Hand Waltruds geworben und dessen Jawort erhalten. 25. Edgar hatte selbst nicht geglaubt,' daß ihn die Liebe zu Adelinde so glücklich machen würde; aber er sah seitdem die Welt mit ganz anderen Augen an, und es regte sich etwas von Idealismus und Träumerei in ihm, das ihm völlig fremd gewesen war und das er früher als echt deutsch belächelt haben würde. Das Jahr der Trennung htte er ruhig ertragen und nicht einmal nach der fernen Geliebten une große Sehnsucht empfunden; do jetzt konnte er keinen Tag vorübergehen lassen, ohne sie zu sehen, und jede Stunde wurde ihm zu lang, die er fern von ihr zubringen mußte; aber Adelinde wär auch die rechte Ergänzung seines Wesens und für ihn wie geschaffen; er lernte nur noch mit ihren Augen die Welt betrachten. Welch' ein Glück, daß er der Hinterbliebenen Braut seines Vaters so rclsch und entschieden aus dem Garn gegangen war! Dies unruhige, leidenschaftliche Geschöpf wurde immer lästiger; sie hatte ihn selbst nach Amerika mit Briefen bestürmt und in den zärtlichsten Ausdrücken ihre unauslöschliche Liebe erklärt. Er habe es ihr angethan, und sie könne ohne ihn nicht leben! Ja, was wollte denn das tolle Frauenzimmer? Glaubte sie denn wirklich, daß er Narr genug, ein Mädchen zu heirathen, das viel älter als er und in wenigen Jahren völlig verblüht war? Ihre Züge zeigten ja schon jetzt Spuren davon, daß es mit ihrer Schönheit bald zu Ende ging. Und dann, die ehemalige Braut seines Vaters! Selbst wenn sie auf seine Sinne den stärksten Eindruck gemacht hätte, es wäre ihm unmöglich gewesen, sie als seine Frau heimzuführen. Jetzt wußte sie schon von seiner Rückkehr und auch von seiner Verlobung mit Adelinde mußte sie erfahrenhaben, denn er erhielt einen Brief, in dem sie ihm mit kurzen Worten Glück wünschte, zu gleicher Zeit aber drinoend um seinen baldigen Besuch bat. Edgar wollte auch diese Einladung nicht beachten; es erschien ihm als das Klügste, die tolle Person ganz links liegen zu lassen; aber nun kam an jedem Tag ein Brief, der eine immer stürmtscher als der andere. So wollte er doch der Geschichte ein Ende machen und Hedwig noch einmal aufsuchen. Als Edgar doch ein wenig beklommen das kleine Försterhaus betrat, traf er nur die Tante anwesend, und auf seine Fragen nach Hedwig gab die alte Frau zur Antwort: Sie ist nicht hier, sondern im Walde; sie wird gewiß da drüben unter den Eichen sitzen," und sie zeigte mit der Hsnd aus die mächtigen Bäume, die ihre kahlen Wipfel zu dem grauen Winterhimmel emporstreckten. Da hockt sie jetzt stundenlang. Ach, das arme Kind ist wie verwandelt!" Und die Tante warf einen recht vorwurfsvollen Blick auf den jungen Mann. Ohne Zögern schritt der junge Amerikaner, sein Pferd an der Leine führend, auf die ihm von der Alten bezeichnete Stelle zu. Dort unter den Eichen saß sie wirklich, den Kopf in die Hand gestützt, anscheinenv in solch' tiefes Sinnen versunken, daß sie seine Annäherung nicht bemerkte. Erst als er vor ihr stand und ihr einen guten Tag" bot, blickte sie auf wie befremdet und sagte kühl und trocken: Ach, du bist's! Entschuldige, ich war so in Gedanken, daß ich nichts gehört hab'." Sie haben mich 'noch einmal sprechen wollen," entgegnete Edgar. Nun schien endlich ihr Geist aus dem dumpfen Hinbrüten zu erwachen. Sie erhob sich und ihm die Hand entgegenstreckend, begann sie langsam und mit eigenthümlicher Betonung: Ay, rtcyttg: Junachit meinen Glückwunsch! Sie haben ja eine vortreffliche Wahl getroffen und können auf diese Eroberung sehr stolz sein." Höhnisch verzerrte ' sie bei diesen Worten ihre Miene. Das bin ich auch," entgegnete Edgar ruhig. ' Da war es mit dem kühlen Gleiche muth der Braut seines Vaters vorbei; es zuckte um ihre Lippen und sie stieß heftig heraus: Alle Welt macht sich lustig über Sie, daß Ihre Wahl auf das abscheu lichste und häßlichste Geschöpf der ganzen Umgegend gefallen ist!" Hätte ich erst Ihren Rath einholen sollen?" fragte Edgar, nun ebenfalls spöttisch. Gewiß, Sie würden klug daran ge. than haben. O, lebte nur Ihr Vater noch; er hätte zu dieser Verbindung niemals seine Einwilligung gegeben!" Edgar hielt es für überflüssig, das Gespräch nach dieser Richtung hin fortzusetzen, und fragt jetzt mit einem ironischen Lächeln: Und war das die wichtige Sache, die Sie mit mir zu besprechen hatten?" Gerade diese Ironie brachte in Hedwig Alles in Aufruhr; sie war wie verwandelt, die vornehme Kälte, die sie so lange künstlich bewahrt, machte wieder ihrem gewohnten leidenschaftlichen Wesen Platz und mit zornbebenden Lippen stieß sie hervor:

Nein; aber ich wollte dich fragen, warum du noch immer die Mörder deines Vaters nicht zur wohlverdienten Rechenschaft gezogen hast?" Einfach deshalb nicht, weil sie unschuldig sind," entgegnete Edgar ruhig. ,Für so verblendet hätte ich dich wirklich nicht gehalten!" rief Hedwig. Die Verblendung ist auf der anderen Seite. Ich erkläre Ihnen, daß ich von der Unschuld meiner Verwandten die überzeugendsten Beweise habe." Und ich sage dir, die Ehrenfels sind die heimtückischen Mörder deines Vaters, und deine Sohnespflicht ist es, die Schandthat zu rächen!" Sie hatte mit erhobener Stimme gesprachen, und auf ihrem Antlitz zeigte sichrer unversöhnliche Haß, den sie gegen diese Leute in ihrem Herzen empfand. Ich möchte Ihnen dringend rathen, Ihren Verdacht nicht länger zu äußern, denn er ist völlig unbegründet," entgegnete Edgar nun auch mit großer Entschiedenheit. Sie lachte bitter und höhnisch auf: Entweder bist du ein Narr oder ein großer Dummkopf!" JFen Sie von mir. was Sie wollen; aber langweilen Sie mich nicht weiter mit Ihrem Geschwätz." erwiderte Edgar, der jetzt die Geduld verlor, und wollte sein Pferd aussuchen, sich in den Sattel schwingen und davon reiten, um dieser unerquicklichen Unterhaltung ein rasches Ende zu machen und endlich Ruhe zu haben. Sie ergriff hastig seinen Arm, um ihn zurückzuhalten. Du wirst die heimtückischen Schurken da drüben zur Rechenschaft ziehen. Ich fordere das von dir! Du bist, es dem Andenken deines unglücklichen Vaters schuldig!" Nein, das bin ich nicht," wehrte Edgar sehr entschieden. .Ich kann Ihnen das Warum" nicht mittheilen, aber glauben Sie meinem Worte, ich wiederhole, meine Verwandten sind an dem Tode meines Vaters so unschuldig wie Sie und ich" Du kannst mir viel vorreden; doch meine Ueberzeugung wirst du damit nie einschüchtern. Du hast dich nur von den schlauen Ehrenfels beschwatzen und hinter's Licht führen lassen; aber du wirst endlich die elenden, hinterlistigen Giftmischer züchtigen, oder ich erkläre dich ebenfalls für einen jämmerlichen Schurken." Anstatt jeder Antwort band Edgar rasch das Pferd los und schwang sich in den Sattel. Einen Augenblick schien Hedwig die Absicht zu haben, dem Pferde in den Zügel zu fallen; sie erhob schon den Arm, dann besann sie sich und mit zornbebenden Lippen stieß sie hervor: Entweder du rächst das Andenken deines Vater, oder du wirst es büßen!" Ihre Worte klangen drohend, aber der junge Mensch achtete nicht ??eite, darauf; er gab seinem Pferde die Spo, ren, das pfeilschnell davon slog.

26. Welch' glückliche Tage genossen die beiden Liebenden. Trotzdem es mitten im Winter war, lag das Dasein wie eine einzige lachende Frühlingslandschaft vor ihnen. Der kleine See war zugefroren, und nun schwirrten sie Arm in Arm über die glatte Fläche, und es war ihnen, als jo6 sie jetzt erst das volle Verstandniß für einander gewonnen hätten. Sie fanden einen wunderbaren Reiz darin, in diesem harmonischen Fortgleiten, diesem sich Wiegen und Schaukein auf dem krystallenen Spiegel. Stundenlang konnten sich die beiden Glücklichen auf dem kleinen See herumtummeln, ohne zu ermüden, und gewöhnlich verließen sie erst nach Einbrucb der Dämmerung die glatte Bahn und dann auch stets mit lebhaftem Bedauern. " Im Schlosse war man ganz unbekümmert um das junge Paar. Die Gräsin wagte sich an kalten Tagen selten in's Freie, und dei Graf war w?hl in seiner Jugend Schlittschuh gelaufen, fand aber jetzt wenig Geschmack )aran, und seitdem noch dazu Jrmzard ihren Mann mit einem kräftigen, zesunden Knaben beschenkt, zog es den überglücklichen Großvater nur noch xtii mehr zu seineu Kindern, und er lvurde nicht müde, sich an seinem klei.ien Enkel zu erfreuen. Da konnten die beiden Verlobten sich ihrem Vergnügen ganz ungestört überlassen, und sie genossen es in voltoi Zügen. Auch heute waren die Beiden bld nach dem Mittagessen hinausgeeilt zum See. Es wehte eine feuchte Luft, der Wind kam aus dem Westen und es war ;u fürchten, daß es mit ihrer Lust ba-d ;u Ende gehen würde. Wir bekommen Regen," sagte Adelinde, als sie durch den Park wanderten, und blickte besorgt zu dem wölkenschweren Himmel empor. Da wollen wir heute noch recht unsere Eisbahn genießen." Es wurde schon dunkel und es fielen bereits die ersten Tropfen; aber die Leiden konnten sich noch immer nicht zur Heimkehr entschließen. Immer wieder glitten sie nh einmal innig cerschlungen rings um den See. Plötzlich ließ 'Adelinde von ihrem Bräutigam los; sie rief ihm neckend zu: ,Fange mich!" und flog pfeilschnell davon während sie' ein helles, lustiges Lachen ausstieß und über die Achseln Zurückblickte.

Edgar suchte der Fliehenden rasch zu folgen da krachte ein Schutz; er fühlte einen ; Druck auf seiner Brust, machte noch eine Bewegung nach der Geliebten hin, und dann brach er plötzlich zusammen. Adelinde war schon an seiner Seite: Edgar, was ist geschehen?!" rief sie erschrocken; sie wollte sich herabbeugen und stürzte über ihn hinweg. Ein leises, dumpfes Röcheln war die einzige Antwort, die sie erhielt. ' Auf den Knien richtete sie sich ein wenig auf. Hab' ich dir weh gethan?" fragte sie besorgt und blickte in sein Antlitz; trotz der herrschenden Dämmerung erkannte sie, daß es sich verändert und schon einen starren Ausdruck angenommen hatte. Jetzt bemerkte sie auch, daß ein Blutstrom aus seiner Brust quoll. O, mein Gott, der Schuß hat dir gegolten?! Edgar! Edgar! Du darfst' nicht sterben." Sie wollte mit ihrer Rechten das noch immer hervorströmende Blut zu' stillen suchen; aber es rieselte über ihre Hand und in ihrer Verzweiflung beugte sie sich über ihn hinweg und bedeckte seinen Mund mit ihren heißen Küssen, während sie ihm die zärtlichsten Worte zurief. Der Geliebte blieb stumm und regungslos. Nun wußte sie, daß er todt war. Fassungslos im wilden Schmerz ranj sie die Hände, während kein Laut über ihre festgeschlossenen Lippen kam. Dann suchte sie sich aufzurichten, um wieder aus ihre Füße zu kommen; am Ufer entledigte sie sich ihrer Schlittschuhe, und wie von Furien gejagt eilte sie in's Schloß zurück. In ihrer grenzenlosen Verzweiflung gab es für sie keine andere ZufluchtZstätte, als das Mutterherz..., Die Gräfin war allein; trotzdem es schon ganz dunkel im Zimmer war, hatte sie keine Lampe anzünden lassen; sie saß etwas müde und abgespannt in einem Lehnsessel und hing ihren Gedanken nach; ihr Gatte war auch heut, wie jetzt so oft, schon Nachmittags zu seinen Kindern hinübergeritten und kam gewiß von dort erst in später Stunde zurück. Aus ifaen Träumen wurde die Gräsin plötzlich durch Adelindens Erscheinen aufgeschreckt. Mutter! Mutter!" rief diese so--gleich jammernd aus: Edgar ist todt!". . . sie eilte auf diese zu, warf sich vor ihr nieder und barg schluchzend ihr Haupt in deren Schoß. Kind, was sagst du?" rief die Gräsin heftig erschrocken. Doch, man hat ihn erschossen!" Wirklich? Um Gotteswillen! Das wäre ja furchtbar!" rief sie entsetzt. Erzähle, wie ist das geschehen?" Adelinde berichtete kurz das Borgefallene und barg von Neuem ihr Haupt in den Schoß der Mutter, und das krampfhafte Zucken ihres Körpers verrieth, wie furchtbar der Schmerz war, der ihr Inneres durchwühlte. (Fortsetzung folgt.) Schlechte Ausrede. Richter: Nun, wenn Sie nicht die Absicht hatten, den Kläger zu berauben, warum hielten Sie da das Automobil mitten im Walde an und ließen den Kläger erst weiterfahren, als zufällig ein Försttt-kam?" Strolch: Ich wollte nur ein bißchen Benzin von ihm, da ich mir einen Fleck in meinen Anzug gemacht hatte!"

Glaublich. Wer war denn der Herr, der uns eben so höflich grüßte?" Das war mein Schneider, lieber Onkel der möchte Dich schon längst gerne einmal kennen lernen!" Frommer Wunsch. Ach, Muttchen, ich wäre so gern ein Fluß. Warum denn, du Dummchen du? Ach, der braucht ' nie aus seinem Bett 'rauszugehen. Lako-nisch. Bub', was thust Du?" .Hansl beiß'n thu' i'!"

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EinmerkwürdlgeS Kleinod besitzt der französische Chemiker Varruel; es handelt sich um einen eisernen Ring, dessen Grundstoff von menschlichem Blute geliefert wurde. Herr Varruel, der Leiter der chemischen Arbeiten der Stadt Paris ist, hat aus dem bei Aderlässen, die er an sich selbst und an Personen aus seinem Familienkreise vornehmen ließ, ge wonnenen Blute eine schätzbare Menge Eisen gesammelt und dieses Eisen auf chemischem Wege in Kügelchen, inPerlen verwandelt. Dann kam ihm die Idee, diese Blutperlen zu schmelzen und dem geschmolzenen Metall die Form eines Ringes zu geben. Das alles ist vollständig gelungen, und so besitzt der Chemiker jetzt einen Ring, dessen Marktpreis zwar gering sein mag, der aber trotzdem ein ganz ungewöbnlicher Gegenstand ist. EinegefährlicheAdlerj a q d fand in dem wilden und einsamen Vagnesthale, welches sich zu den furchtbaren Gletscherwüsteneien der Arollaberge und des Combin in der Schweiz emporzieht, statt. Dort fanden mehrere Hirtenburschen ein Adlernest und beschlossen, die Jungen auszunehmen. Das Nest lag unzugänglich an einer gewaltigen Wand. Die Burschen begaben sich auf einen Felsköpf über dieser, worauf einer von ihnen, mit einem Sack und einem Messer ausgerüstet, hinabgeseilt wurde, bis er den Horst erreicht hatte. Kaum aber war es ihm gelungen, die jungen Adler in seinen Sack zu stecken, da kam die Adlermutter hinzu. Der Bursche zog sein Messer, und es entspann sich ein fürchterlicher Kampf. Die oben Stehenden wagten nicht, zu schießen, aus Beforgniß, ihren Genoffen zu treffen. Fast eine halbe Stunde lang dauerte das entsetzliche Schauspiel. Der Bursche war in den Horst hineingekrochen und vertheidigte sich hartnäckig gegen seine gewaltige Feinbin. Endlich tödtete ein glücklicher Schuß den Vogel, worauf der arg bedrängte Jäger heraufgezogen wurde. Er war am Kopfe und an den Händen förmlich zerfleischt und gab auf keine Frage eine Antwort. .Am nächsten Tage zeigte er Spuren von Geistesverwirrtheit. Das erschossene AdlerWeibchen hat 9 Fuß Flugweite. D i e Verwandlung von Neusilber in echtes Silber betrieben in Berlin die stellungslosen Kellner Willi Rudack und Karl Hansen als Specialität. Sie machten damit ein besseres Geschäft als mancher andere Erfinder. Die beiden ließen sich einst von einem Goldschmied aus einem großen goldenen Ring zwei kleine machen und sahen dabei zufällig, wie der Mann in die beiden neuen 'Ringe den Goldstempel einprägte. Diese Beobachtung brachte sie auf den Gedanken, neusilberne Sachen auf di: einfachste Art in echtes Silber zu verwandeln. Nachdem sie den Goldschmied für ihren Plan geWonnen hatten, kauften sie neusilberne Eß- und Theelöffel zu vielen Dutzenden und der Dritte im Bunde machte sie ihnen echt, indem er neben dem Fabrikzeichen seinen Silberstempcl 800" einschug. Mit den so verbesserten Waaren gingen die Erfinder hausiren. Da sie einen billigeren Preis berechnen konnten, aber doch noch so viel nahmen, daß sie keinen Verdacht erregten, so verkauften sie flott und erzielten einen hohen Gewinn. Auch die Käufer glaubten, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, und waren sehr zufrieden, bis die Löffel im Gebrauche nach und nach Farbe bekannten. Die Betrögenen zeigten die Händler an und die Kriminalpolizei machte ihrem Geschäft ein Ende und sperrte sie ein Die Verhafteten, die qeständig sind, haben sogar Pfandleiher, die sonst so vorsichtig sind, durch den Stempel getäuscht. Der tragische Abschluß einer Verlobung wird aus Budapest gemeldet. In einem Hause der Deleygasse wohnt der Professor der Vudapester .Oberrealschule Dr. Anton Kremmer mit seiner Gattin und zwei Kindern. Die älteste Tochter Ilona verlobte sich vor etwa einem Jahre mit dem Professor der Eperjeser Rechtsakademie Dr. Julius Mauritz. Die jungen Leute liebten einander innig. Professor Kremmer war aber von der Wahl seiner Tochter nicht besonders entzückt, da er über Prof. Mauritz allerlei Nachtheiliges erfahren hatte. Daher zog sich der Brautstand hin, bis endlich Prof. Kremmer dem Vräutigam die Auflösung der Verlobung meldete. Dies wirkte auf Mauritz niederschmetternd. Er konnte den Verlust des geliebten-Mädchens nicht verwinden und täglich hielt er sich lange vor dem Hause Kremmers auf, in der Hoffnung, mit seiner Braut sprechen zu können, doch vergebens! Er wurde sogar einmal von Frau K. schroff abgewiesen. Bald darauf erschien Mauritz früh am Vormittag im Kremmer'schen Hause, wo er die Frau des Professors im Garten traf, und bat um die Erlaubniß, von seiner Braut wenigstens Abschied nehmen zu dürfen, da er für immer abreise. Ohne eine Antwort abzuwarten, eilte er in das Haus; Frau Kremmer lief ihm, nichts Gutes ahnend, nach. Mauritz drqng direkt in das Zimmer der Tochter, die noch im Bette lag, und feuerte zwei Revolverschüsse auf das Mädchen ab. Darauf jagte er sich selbst zwei, Kugeln in den Kopf. Mauritz und Ilona waren sofort todt. Die Scenen, die sich nun im Hause des Professors Kremmer abspielten,' waren unbeschreiblich. . -

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i PennjhL, t-rä Markt 4 Tnglish'SOpern-HauS Saft und Ntt Dort 7 Noble und Michigan N. Jersey u. 37toff Ave i Pine und North 0 Market und Pine '1 Vermont nahe Sast 'i No. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nah Ncdli & Deiaware und Walnut i iK. Jersey u Central A. 5 Stofl. undCornellAvk t Ash m.d 11. Straße 7 Park Ave und 12 Ett .8 Columbia und Hillftd -.& Highland Ave u. PraU U JUinoiS und Ct. Joe 13 Pennsylv. und Pratt 14 Meridian und II. Etr 15 Nv. k Spritzenhaus 15. nahe Jlluwti 16 Senate Ave u.S4CIa 27 Illinois und Michigan 13 Pk tshlvania und 14. 19 Senate Ave. und 1Z N No. 1 Spritzenhaus JndSrenaheMichiga Meridian und Walnut 4 California u nnont s Blale und 5!ev Fort is Ind. Av. u. et Elatr 17 City Hospital 28 Blake und Norch Michigan und Lzneö 41 No. 6 Sprihenhaut Washington nahe Wef! X Gsendorf u Wash. 2 Missouri New Fort 5K Meridian u Wash Illinois und Ohis 7 Capitol v. ti Wash 19 Kmgan'S PorihauS 49 Straßenbahn CtSll W. 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Washington 427 Oliver und Birch 423 Olwer und OSgood 429 Nordhke und Fort 431 Hadley Ave u. Worril 432 River Ave u. Moirtt 54 River Ave und Sisy 455 Harding u. Big 4 St F 456 Harding und Oltvei 437 No. 19 SpritenhqZ MorriS und HtatfeW 3&txcicacu3 49 et 1 Reisn und 2 452 Howard und üa 463 MorriS und szps 456 Lambert und SKvosch 457 RorKfc t . ZK, um Worts L1S West und SieZ 613 Kenwky Lvu.SerrS 14 Meridian rnd ÜLsrfA 61 ISinoiS und ZtanlaS 017 MorriS und Dakota 18 MorriS und Ehurch 619 Capital Sl. u McCar 121 Meridian und Pala 5 Pine und Lord 121 Madison AvuLinÄ $26 Meridian und Belt KS 627 Carls und Ratz 628 Meridun: und Achons K29 Meridian u. Raymond 651 Meridian u. MCal..i 2 No. 17 6prttzen!QiS MorriS nahe West 515 McKaenund Douak 13 Sast u. Lincoln Lm 614 East und Brecher 6 6 Wright uns SanderS 17 McCarty und Leaiy 618 New Jersey u vLvi 71 Epruc und Prospekt 7 Exglish Are. u. LaurÄ 714 täte 715 Ehclby und Vekcha 716 State Av und Orane 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. 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